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Autor Thema: Dreiecksbeziehungen  (Gelesen 2208 mal)

Offline Felix Fabulus

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #30 am: 24. September 2020, 09:12:06 »
Viele Stimmen hier stellen das Spannungspotential oder den Sinn generell von Dreiecksbeziehungen in Frage.
Wenn ich an meine Teenie-Jahre zurückdenke, war das für mich ein ganz wichtiges Thema. Nicht, dass ich zwei Personen gleichzeitig gedatet hätte, aber auf ich war mehrere Male in zwei Personen gleichzeitig verschossen, was mich in einen inneren Konflikt stürzte. Zumindest aus meiner Optik hat das Thema für Teenager Relevanz. Aber vielleicht bin ich ja eine Ausnahme.
Wortwebereien aus der Geschichtenmühle, gespeist vom Ideensee, der Fantasie und dem Bächlein Irrsinn.

Online Nikki

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #31 am: 24. September 2020, 10:45:11 »
Du sprichst da einen ganz wichtigen Punkt an, @Felix Fabulus . Literarische Motive sind ja nicht aus Jux und Tollerei entstanden, sondern weil sie tiefliegende psychologische Mechanismen bedienen, sei es jetzt, um Fantasien zu erleben, Identifikationspotential zu liefern oder Hilfestellungen zu bieten.

Das Problem bei Dreiecksgeschichten (und der daraus resultierenden Eifersüchteleien) sehe ich in archaischen / patriarchal geprägten Besitzansprüche an die Frau. Oft werden diese so dargestellt, wenn Figur XY Love Interest ist, dann "darf" frau sich bei Figur AB sich nur noch so oder so verhalten, sonst wird gleich das nächste Drama ausgelöst. Das Muster gilt natürlich für andere Geschlechterverhältnisse, doch beim Klassiker einer hetero Frau und zweier hetero Männer ist dieses Denken bzw. diese Darstellungsweisen weit verbreitet. Ich fürchte, ich kenne mehr negative Beispiele als gute für Dreiecksgeschichten. Bestenfalls werden die Beziehungen dann stereotyp oder oberflächlich inszeniert, im schlimmsten Fall toxisch und im allerschlimmsten (und meinem Empfinden nach ist das der häufigste Fall) dann so subtil toxisch, dass diese normalisiert und als erstrebenswert dargestellt werden.

Je jünger das Lesepublikum desto größer sollte die Sorgfalt bei der Darstellung von romantisierten Beziehungskonstellationen sein, denn desto geringer ist der Abstand zu der Geschichte und ihren Figuren.

Offline Siara

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #32 am: 27. September 2020, 13:09:22 »
Vorweg: Mein Post bezieht sich auf Dreiecksbeziehungen, also darauf, wenn für einen Charakter mehrere LIs in Frage kommen - nicht auf polyamoröse Beziehungen.

Ob so eine Geschichte befriedigend sein kann oder nicht, hängt für mich vor allem auch vom Genre ab.

Als Beispiel: In meinem aktuellen Projekt gibt es eine Dreiecksgeschichte, die nicht gut ausgehen wird, und zwar für keine der beteiligten Personen. Allerdings läuft das ganze eher im Hintergrund ab, um zusätzliche Spannungen zu schaffen. Das Genre ist in diesem Fall düstere Low Fantasy mit einer Menge Tragik. Insofern ist passend, dass aus den Beziehungen nichts wird.

Ganz anders sieht es in "netteren" Genres aus, sei es Romantasy oder einfach ein lichterer Roman in egal welchem Setting. Wenn dort einer der LIs ausschließlich benutzt wird, um die eigentlich vom Autor angestrebte Beziehung zu verkomplizieren und ihr mehr Würze zu verleihen, und die dritte Person am Ende leer ausgeht, stört mich persönlich das schon. Es ist vielleicht nicht unrealistisch, aber frustrierend, besonders in Genres, in denen man ein für alle schönes Ende erwartet. Außerdem habe ich in vielen solchen Romanen die Tendenz festgestellt, dass dieser dritte Charakter am Ende nur ein Stereotyp bleibt: entweder der charismatische Verführer, der sich als A***loch herausstellt, oder der nette, gutherzige, der am Ende mit dem gutaussehenden Konkurrenten einfach nicht mithalten kann. Gegen Figuren, die zwar eine Hauptrolle spielen, aber über ihren für die Story nötigen Zweck hinaus nicht weiter ausgestaltet sind, habe ich allgemein eine Aversion.

Bei ernsteren, bzw. sehr realitätsnahen Jugendromanen, in denen es viel um die Reife und die innere Entwicklung geht, finde ich auch Dreiecksbeziehungen ohne Happy End dann wieder passend. Gerade in diesem Alter lernt man ja die Tragik des realen Lebens etwas kennen und stellt fest, dass nicht immer alles für alle gut ausgeht. In dem Punkt, dass man hier dann besondere Vorsicht bezüglich der Darstellung walten lassen sollte, gebe ich Nikki vollkommen recht.
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Offline Aphelion

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #33 am: 27. September 2020, 15:47:36 »
An den bereits angesprochenen "Für wen soll sich X entscheiden?"-Geschichten stört mich, dass die dritte Figur fast nie eine realistische Chance hat. Eigentlich ist aber jedem von Anfang an klar, wer das spätere Paar wird, z.B. weil sich jemand als Heuchler entpuppt, wie Nikki geschrieben hat. Es wird in solchen Fällen also ein Konflikt oberflächlich vorgetäuscht, der eigentlich gar nicht existiert. Das ist immer Mist, nicht nur bei Dreiecksbeziehungen.

Ich muss auch dazu sagen, dass ich es im echten Leben genauso wie in Geschichten lächerlich finde, um jemanden "kämpfen" zu wollen - und darauf wollen viele Dreiecksbeziehungen in Romanen hinaus. Liebe ist kein Plastikpreis, den man bei einem sportlichen, militärischen oder anderen Wettbewerb gewinnen kann. In solchen Wettbewerbs-Geschichten geht es deshalb meist nur darum, das (nicht zwingend weibliche) "Trophy Wife" zu ergattern - und das finde ich ziemlich abstoßend.

Genauso abstoßend finde ich es, wenn die Figur in der komplementären Position sich aufführt, als sei Liebe ein Süßigkeitengeschäft und als ob es nur darum ginge, das Beste auszuwählen. Das ist meinem Konzept von Liebe nicht kompatibel. Es gibt Beziehungen, die aus rationalen Gründen geschlossen oder ausgeschlossen werden, aber das ist eben keine Frage von Liebe (was entsprechende Romane allerdings oft suggerieren).

Ich hatte nie im Voraus die Absicht, eine Dreiecksbeziehung zu schreiben, aber in einem Projekt hat sich das so ergeben. Nachdem die Idee einmal da war, hat sie mich gereizt, weil zwischen allen drei Figuren so viel Konfliktpotenzial, aber auch Verbindendes existiert. Außerdem besteht die eine Beziehung bereits, als die dritte Figur auf den Plan tritt - und sobald eine langjährige Beziehung inkl. Kindern auf dem Spiel steht, stellen sich nun einmal viel weitreichendere Fragen als bei der durchschnittlichen Teenager-Romanze.

Mich stört es generell, dass es zu wenig Liebesgeschichten über die "Zusammenfinden"-Phase hinaus gibt. So gesehen frage ich mich auch bei Dreiecksbeziehungen: Was kommt denn nach der "Entscheidung"? Viele Romane sind in diesem Punkt inkonsequent, weil die Liebe von der wackeligen Option auf einmal zur stahlharten Gewissheit wird, ohne dass es dafür wirklich einen Grund gibt. Manche Figuren sind vor der Entscheidung extrem eifersüchtig - aber auf einmal haben sie alles vergessen und überhaupt keine Zweifel mehr, dass ihr Partner für immer und ewig zu 100% zu ihnen halten wird.  ::)

Offline FeeamPC

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #34 am: 27. September 2020, 18:20:06 »
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.
Biete für werdende Hexen folgende Kurse:
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Online Nikki

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #35 am: 27. September 2020, 18:24:24 »
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.

Ha, den Plot will mir mein Lieblingsleser bei meiner eigenen Geschichte unterjubeln. :rofl: Ich habe ihn vorgewarnt, dass es das nicht spielen wird, er bleibt dennoch optimistisch. ;D Variationen von allmöglichen Beziehungskonstellationen finde ich immer wieder spannend, vor allem, wenn sie mit der (gängigen) Erwartungshaltung brechen.

Offline Herbstblatt

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #36 am: 09. Januar 2021, 18:47:11 »
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.

Haha ... Ich hab den Thread nicht ganz ohne Hintergedanken eröffnet, weil bei meinem jetzigen Projekt eine Dreiecksbeziehung einfließt und ich da sehr unsicher bin. Nun, ich lasse die Charaktere mal machen und tatsächlich ... dieses Szenario, das du eben beschrieben hast, lässt sich nicht hunderprozentig ausschließen, haha.  ;D

Offline Wahtaria

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #37 am: 09. Januar 2021, 20:39:13 »
Ich mag Dreiecksbeziehungen ehrlich gesagt nicht mehr gerne lesen. Meine Leseerfahrung ist, dass es meistens vorhersehbar ist und damit nicht so spannend. Also das man von ziemlich Anfang an weiß, wer wen am Ende kriegt. Die Frage ist immer nur wie und wie groß die Steine des Dritten sind. Bin aber auch nicht so der Romanzen Fan, vielleicht liegt es daran.
Das sich am Ende die Männer kriegen ... das wäre mal was komplett anderes, finde ich richtig gut.  ;D

Offline Trippelschritt

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #38 am: 10. Januar 2021, 09:07:55 »
Ich habe mir diesen thread jetzt noch einmal durchgelesen und habe das Gefühl, dass die meisten grundsätzlich für Dreiecksbeziehungen sind. Die vielen kritischen Stimmen eint eine Meinung. Der Ausgang ist vorhersehbar. Aber wenn das zutrifft, ist die Geschichte entweder schlecht geschriebenen oder diese Dreiecksbeziehung läuft nur nebenbei.

Ich persönlich liebe das ständige Ringen um die eigene Entscheidung. Das hält vieles in der Schwebe und erzeugt Spannung. Außerdem ist so etwas stets mit einer Art Konflikt verbunden. Und wenn man das ganze Ding jetzt noch an etwas anderes anklebt ...

Vielleicht sollte man es einfach mal versuchen, es besser zu machen und eine gute Dreiecksbeziehung zu schreiben.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Offline Alana

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #39 am: 10. Januar 2021, 15:31:18 »
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.

Darauf habe ich ja immer bei Star Wars gehofft.  ;D Aber ich gebe zu, die Hoffnung war von Anfang an nicht sehr groß und so begnüge ich mich mit dem Shippen von Kylo Ren und Hux.

Ich habe selbst gerade eine Geschichte geschrieben, die als vermeintliche Dreiecksgeschichte beginnt und mit Polyfidelity endet. (Also alle drei kriegen sich und möchten sich auch zu dritt treu sein, was also eine Unterform der Polyamorie ist, da Polyamorie generell nicht unbedingt mit sexueller Treue zwischen den Beziehungspartnern einhergehen muss.) Ich fand es extrem schwierig zu schreiben, weil man gerade als Liebesromanautor schon sehr in diesen Zweier-Liebesstrukturen drinsteckt und man erst herausfinden muss, wie man eine polyamoröse Geschichte für den Leser spannend aufbaut. Aber gerade das hat am Ende auch Spaß gemacht. Ich denke, das Geheimnis ist, dass man dieses "sie gehören zusammen" zwischen allen drei Figuren aufbauen muss. Vermutlich werde ich da im Lektorat noch mal nacharbeiten müssen, damit es die Leser auch so richtig emotional packt und sie sich am Ende auch wünschen, dass alle drei eine Beziehung eingehen, denn ich habe beim Schreiben eben erst herausfinden müssen, wie ich das in meiner Geschichte mache und glaube, dass es noch nicht perfekt umgesetzt ist. Aber ich möchte jetzt erst mal warten, was meine Lektorin überhaupt dazu sagt, denn angeboten hatte ich das Buch nicht mit Polyamorie, sondern als Dreiecksgeschichte.  ;D Ich hoffe sehr, dass der Verlag mitgeht und ich die Geschichte so lassen kann.
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Offline Aylis

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #40 am: 10. Januar 2021, 16:01:58 »
Da drücke ich dir die Daumen @Alana  , das finde ich richtig spannend und einen coolen Ansatz!

Es ist nichts wie es scheint.

Offline Alia

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #41 am: 10. Januar 2021, 16:24:27 »
So habe ich das auch, @Alana Bei den Leserinnen, die sich zu Wort gemeldet haben, kam es sehr gut an. Negative Äußerungen habe ich nicht mitbekommen, aber 3* Bewertungen auf Amazon. Leider weiß ich da nicht, woran die liegen, da es keine Rezensionen waren. Die Umfrage, wer soll wen bekommen war jedenfalls ziemlich eindeutig.
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Offline Mondfräulein

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #42 am: 10. Januar 2021, 17:04:57 »
Was mich an Dreiecksbeziehungen stört, ist dass es zu häufig darum geht, warum einer der Love Interests besser ist als der andere, sodass am Ende zu wenig Zeit darauf verwendet wird mir als Leser zu zeigen, warum die beiden Figuren, die am Ende zusammenkommen, gut füreinander sind. Ich bin bei Liebesbeziehungen anspruchsvoll und viele haben für mich zu wenig Entwicklung. Bei einer Dreiecksbeziehung ist das nochmal schlimmer, weil dann für jede der Beziehungen weniger Zeit übrig bleibt.

Ein anderes Problem ist auch, dass ich häufig den Sinn nicht sehe. Dreiecksbeziehungen sind häufig nur da, um unnötiges Drama und künstliche Konflikte heraufzubeschwören, aber das finde ich persönlich nicht interessant. Ich würde mich dann fragen, warum die Figuren nicht einfach befreundet sein können und warum das jetzt wirklich sein muss. Was trägt es zur Geschichte bei? Warum würde das nicht auch als Freundschaft funktionieren? Häufig stellt sich dann heraus, dass die Liebesbeziehung ohne die Bedrohung durch die dritte Person einfach nicht spannend genug wäre, aber die Dreiecksbeziehung macht es für mich dann einfach auch nicht spannender.

Klar, eine Dreiecksbeziehung bringt einen zusätzlichen Konflikt mit sich, aber das ist für mich entweder unrealistisch (wenn sie doch so verliebt und perfekt füreinander sind, warum guckt sie dann jedem anderen attraktiven Kerl hinterher?) oder soll nur kaschieren, dass die Geschichte wenig Substanz hat und es ohne das Love Triangle keinen Plot gäbe. In einer guten Romanze kommt der Konflikt doch eher aus den Figuren heraus. Ich mag Liebesbeziehungen, in denen die Figuren sich entwickeln müssen, um zusammenkommen zu können. Ich mag Liebesbeziehungen, in denen die Figuren Ziele haben, die sich grundlegend im Weg stehen. Ich mag Liebesbeziehungen, in denen der Konflikt aus mehr besteht als aus "Aber Jacob sieht ohne Shirt so gut aus, wie soll ich mich nur entscheiden?".

Außerdem laufe ich hier in Gefahr, Leser unglücklich zu machen. Wenn ich Team Jacob bin, dann enttäuscht mich das Ende von Twilight vielleicht, weil die Autorin mir die Romanze so schmackhaft gemacht hat, ohne dass etwas daraus wird. Um das zu verhindern muss ich eine Option als deutlich besser darstellen als die andere, das macht das ganze dann aber wiederum langweilig.

Ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen:

Twilight: Das fand ich furchtbar aufgesetzt und unnötig. Es war vollkommen klar, dass sie am Ende mit Edward zusammenkommt und Jacob dann mit ihrer Tochter... beim besten Willen, nein. Fand ich ganz furchtbar. Das war einfach nur eingeschoben, um einen Konflikt künstlich heraufzubeschwören, weil die Beziehung zu Edward so perfekt war, dass sie sehr schnell langweilig wurde.

The Invisible Life of Addie LaRue:
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The Raven Cycle:
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Für mich funktioniert das hier, weil alle Beziehungen genügend Zeit haben, um sich zu entwickeln und weil es keine Figur gibt, die einfach eingeschoben wurde, um der zweite Love Interest zu sein. Vielleicht wäre die Beziehung zwischen Adam und Blue am Ende nicht nötig gewesen, aber gestört hat sie mich auch nicht.

Diviners:
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Hier stört mich das schon ein wenig. Evie schwankt zwischen zwei Männern, ohne dass es einen guten Grund gibt, warum das Buch unbedingt beide Liebesgeschichten braucht. Was mich hier aber vor allem stört, ist dass ich eine der möglichen Optionen sehr mag und die andere... so gar nicht. Ich mag die Reihe sehr gerne und werde sie zu Ende lesen, aber ich wünschte, es gäbe hier für Evie nur einen Love Interest und sie hätten das ganze Drama mit dem anderen gestrichen. Es trägt nichts zur Handlung bei, ihre Beziehung zu Sam wäre auch so kompliziert genug, weil sie beide sehr sture und unabhängige Personen sind und ich langweile mich so sehr, sobald sie wieder anfängt, mit Jericho anzubändeln. Außerdem hat die Serie wirklich viele Figuren und das ist nicht die einzige Liebesgeschichte, was es nochmal unnötiger macht. Ich hoffe mal, die Autorin löst das noch gut auf.

The Cruel Prince:
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Hier hat es für mich funktioniert, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass es ein wirkliches entweder A oder B ist sondern Romanzen mit zwei unterschiedlichen Personen, die ihre eigene Relevanz für die Geschichte haben.

Shadowhunters: Ich gebe zu, ich habe nur die Serie gesehen. Mir wird immer wieder gesagt, die Bücher wären besser, aber ich glaube nicht, dass ich sie je lesen werde. Hier fand ich das alles denkbar schlecht gelöst. Clary verliebt sich in Jace, aber Simon war immer in sie verliebt und beide Romanzen haben mich nicht überzeugt. Sie mag Jace weil er düster und geheimnisvoll und oft ein ziemliches Arschloch ist, nicht so die Qualitäten, nach denen ich bei einem Mann suche. Mit Simon versteht sie sich gut, aber hier kommt wieder das Klischee, dass der Kindheitsfreund sich als wahre Liebe herausstellt, als könnten Männer und Frauen nicht einfach nur befreundet sein. Außerdem kommt sie nur mit Simon zusammen, weil sie dann auf einmal glaubt, Jace wäre eigentlich ihr Bruder. ??? Dann erfährt sie, dass er nicht ihr Bruder ist, aber ihr Bruder will dann die ganze Zeit mit ihr zusammenkommen. Ja, weniger Inzest hätte der Serie gut getan. Simon kommt dann überstürzt mit jemand anderem zusammen. Dann gibt es noch ein völlig bescheuertes Love Triangle zwischen Alec, Magnus und irgendeiner anderen Frau, das nur darauf basiert, dass Alec sich nicht eingestehen will, dass er schwul ist und deshalb zustimmt, die Frau aus politischen Gründen zu heiraten, damit Magnus ihm am Traualtar dramatisch davon abhalten kann. Ja, ich kann die Serie nicht empfehlen. Aber am Ende war ich von keiner einzigen Romanze wirklich überzeugt und alle alternativen Love Interests waren nur eingeschoben, damit es mehr Drama gibt, weil die Serie sowieso schon ziemlich langweilig war.

Jane the Virgin: Hier funktioniert die Dreiecksbeziehung für mich, weil die ganze Serie sich klassischer Telenovelatropes bedient und sie gleichzeitig aufs Korn nimmt. Ihre Beziehung zu beiden Männern wird gut aufgebaut und sie entwickeln sich gemeinsam. Ich war bis zum Schluss nicht sicher, für wen sie sich entscheiden wird und hätte beide Lösungen nachvollziehen können. Aber ganz grundlegend ging es in der Serie ja darum, dass es eine Telenovela ist, die sich über Telenovelas lustig macht und gleichzeitig eine Art Hommage an das Genre ist. Deshalb nehme ich der Serie keine Dreiecksbeziehung übel, genauso wenig wie all die bösen eineiigen Zwillinge oder plötzlichen Tode oder das plötzliche Auftauchen von Personen, die eigentlich vor zwei Staffeln gestorben sind.

Offline Elona

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #43 am: 10. Januar 2021, 20:10:07 »
Ich wäre für eine Dreiecksgeschichte, bei der eine Frau zwischen zwei Männern steht und sich am Ende die Männer kriegen und die Frau leer ausgeht.
Schon erledigt - Ende 2019.  8)

Wobei ...  :hmmm:
... die Arme verstirbt, sonst wären sie wohl zu dritt (geblieben) ... zählt dann vermutlich nicht, oder?  :hmhm?:

Offline Guddy

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Re: Dreiecksbeziehungen
« Antwort #44 am: 11. Januar 2021, 20:39:42 »
Also ich bin echt kein Fan von Dreiecksgeschichten.
Dass sie vorhersehbar sind würde ich nichtmal sagen, am Ende ist es wahrscheinlich auch eher so, dass man nur glaubt, es vorher gewusst zu haben. Aber letztlich sind die Chancen dass man Recht hat, auch echt hoch.  ;D

Für mich ist es besonders unbefriedigend, weil ich meistens für "den Falschen" bin, also den, der nicht "als Sieger" hervorgeht. Aber am schlimmsten finde ich eigentlich, dass es in den meisten Dreiecksbeziehungen, die ich kenne, immer darum geht, dass die eigentlich als 08/15 beschriebene Frau plötzlich von allem und jedem begehrt wird und das wirkt auf mich in diesen Fällen unfreiwillig komisch, da ich das Gefühl habe, dass es da sehr penetrant um eine Fantasie geht.

Und dann noch dieser Kampf... ach ich weiß nicht. Habe noch keine Dreiecksbeziehung gelesen (glaube ich), die ich authentisch gefunden habe. Es wirkt auf mich einfach immer verkrampft und gewollt.

Aber ich lasse mich gern überzeugen, dass es auch natürlicher geht! :)

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