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Autor Thema: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden  (Gelesen 752 mal)

Offline Volker

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #15 am: 06. Oktober 2020, 03:29:13 »
Mal andersherum: die Aufprallgeschwindigkeit ist
1m - 16km/h
2m - 23km/h
3m - 28km/h
4m - 32km/h
5m - 36km/h

v = Wurzel( 2 * Höhe * 9,81 ) * 3,6
[ Ergebnis in km/h ]

Dann mal vergleichen, was "man" so abfangen kann - oder auch nicht:
Mit den Händen kann man max. ~6km/h abfangen (typischer Autoversuch um Leute zum Gurt-Tragen zu überzeugen).
Mit den Füßen/Beinen kann man vielleicht max. 20 km/h abfangen (Sprunghöhe dunnemals als Kind vom Klettergerüst auf dem Spielplatz)

Offline Arcor

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #16 am: 06. Oktober 2020, 08:14:28 »
Ich finde den Vorschlag mit dem Vordach von @Gizmo gut . Wenn dir das zu fest ist, könnte ja auch ein Tuchdach unter dem Balkon gespannt sein, in das sie erst reinfällt und es durchschlägt/umreißt, das aber den Sturz so weit abfängt, dass außer ein paar Prellungen nicht viel passiert.
  

Offline Marius

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #17 am: 06. Oktober 2020, 12:15:42 »
Sooo... Mein Manuskript wäre vom Grundgerüst her fertig, allerdings ist mir ein Logikfehler aufgefallen, bei dem ich nicht abschätzen kann, wie gravierend der ist. Ich hab bereits mit anderen darüber diskutiert, der eine sagt, das sei unmöglich, der zweite sagt, so schlimm wäre das nicht. Also brauche ich mehr Inputs.

Bei dieser konkreten Szene haben wir eine junge Luftmagierin, die über Hausdächer hinweg vor Verfolgern davonläuft. An einer Stelle wird der Abstand zum nächsten Haus allerdings sehr breit, springt aber trotzdem. Sie ergreift die Gitterstäbe von dem benachbarten Balkon, kann allerdings nicht mehr hochklettern, rutscht ab und fällt. Unten wird sie von ihrem Verbündeten aufgefangen.

So. Und hier ist die physikalische Spaßbremse drin. Ich hab nicht genau beschrieben, wie hoch der Balkon ist, aber hoch genug, dass man sich ernsthafte Verletzungen zuziehen könnte. Sterben würde man höchstwahrscheinlich nicht, also ungefähr vier Meter hoch? Nun, unsere luftmagische Heldin wiegt etwa 56 Kilo und wenn man mit einem Fall von 4 Metern rechnet, ergibt das mindestens 200 Kilo Fallgewicht.

Der Verbündete unserer Heldin ist ein trainierter Soldat, aber 200 kg sind selbst für so eine Person unrealistisch, oder nicht? Würde man sich da die Arme brechen? Ist es ein Unterschied, wenn man 200 kg aufhebt oder ob man so viel Gewicht auffängt? Macht das Ganze überhaupt Sinn? (Aaaaah)

(Ich hab über ein paar Lösungsansätze nachgegrübelt, aber ich bin bei allen unsicher. Vor allem bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich mir zurecht den Kopf über die Physik dahinter zerbreche.)

Halp.  :d'oh:

Von wo genau sind die 4 Meter denn? Wenn die Unterkante des Balkons 4 Meter über der Straße ist, und die Heldin sich an den Gitterstäben festhält, dann sind ihre Hände vielleicht auf 4,20m. Die Hände sind aber wahrscheinlich über dem Kopf, und wenn wir dann mindestens 150cm Korpergröße annehmen, dann sind zwischen ihren Füßen und dem Boden vielleicht 2,5m.
In meinen Augen dürfte es für sie da auch ohne Verbündeten möglich sein, unverletzt zu landen.

Für das erste OG sind 4m wahrscheinlich eher hoch, und für das zweite OG wäre es eher tief - das kommt halt noch dazu. Das ist kein Gegenargument, aber das Haus wäre entsprechend "reicher" bzw. "ärmer".

Falls die 4 Meter aber zwischen ihren Füßen und dem Boden sein sollen, dann wäre es vermutlich das zweite OG, und der Balkon wäre so 5,50-6m hoch. Da sie ursprünglich das Dach diesen Hauses erreichen wollte, hätte das dann eine Höhe von vielleicht 9-10m. Das wären dann durchaus Nummern, die Gefahr bedeuten. Frage wäre allerdings dann, ob es auch einen Balkon im 1. OG hat und ob sie den als Akrobatin nicht irgendwie erreichen könnte.

Offline Herbstblatt

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #18 am: 07. Oktober 2020, 15:57:31 »



Für das erste OG sind 4m wahrscheinlich eher hoch, und für das zweite OG wäre es eher tief - das kommt halt noch dazu. Das ist kein Gegenargument, aber das Haus wäre entsprechend "reicher" bzw. "ärmer".



Die Häuser in dieser Stadt sind klein und hässliche Betonklötze. Das Land ist arm.



Falls die 4 Meter aber zwischen ihren Füßen und dem Boden sein sollen, dann wäre es vermutlich das zweite OG, und der Balkon wäre so 5,50-6m hoch. Da sie ursprünglich das Dach diesen Hauses erreichen wollte, hätte das dann eine Höhe von vielleicht 9-10m. Das wären dann durchaus Nummern, die Gefahr bedeuten. Frage wäre allerdings dann, ob es auch einen Balkon im 1. OG hat und ob sie den als Akrobatin nicht irgendwie erreichen könnte.

An mehrere Balkone hab ich nicht gedacht. Vielleicht hangelt sie sich an den Balkonen entlang nach unten... und rutscht beim letzten ab? Eeeeh.... Die meisten Ideen nehmen dem Fall die Spannung, hm... Mir gefällt immer noch die Idee, wo der Verbündete unserer Heldin entgegen springt... Ich würde an dieser Stelle gern seine gute Seite zeigen, bisher hat man keinen allzu sympathischen Eindruck von ihm. Deswegen sollte sie an der Stelle auf seine Hilfe angewiesen sein.
Nun, die Höhe muss nicht so gravierend sein, dass man von einem Fall sterben könnte, es würde schon die Gefahr ausreichen, sich Verletzungen zuzuziehen, damit man nicht mehr flüchten kann.  :P

Offline Gizmo

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #19 am: 07. Oktober 2020, 18:19:34 »
Zitat
Mir gefällt immer noch die Idee, wo der Verbündete unserer Heldin entgegen springt... Ich würde an dieser Stelle gern seine gute Seite zeigen, bisher hat man keinen allzu sympathischen Eindruck von ihm.
Ich mag daneben liegen, aber hier zieht wieder die physikalische Spaßbremse an. Wenn er ihr entgegenspringt, erhöht sein Sprung durch kombinierte Geschwindigkeit die Wucht, mit der sie aufeinander prallen - und danach fallen sie beide noch ein Stück und er muss nicht nur ihr Gewicht fangen, sondern auch noch sicher landen, ohne sich zu verletzen.

Zitat
Eeeeh.... Die meisten Ideen nehmen dem Fall die Spannung, hm...
OK, das ist Klischee, aber sollte rüberbringen, was ich sagen will: Wenn du mehr Spannung möchtest, könnte sich die Magierin z.B. in einer gefährlichen Höhe festklammern und langsam abrutschen, während ihr Verbündeter fieberhaft nach etwas sucht, dass er unter sie schieben kann, um ihren Fall zu bremsen (der klassische Heuwagen). Da ist überall Dramatik drin: Kann sie sich festhalten? Wie schnell nähern sich ihre Verfolger? Kann er rechtzeitig etwas Passendes finden und heranschaffen? Trifft sie z.B. den Wagen oder stürzt daneben? Ist die Ladung weich genug, um ihren Fall abzufedern?
Entschuldige, aber etwas Kreativeres fällt mir gerade nicht ein. ;D
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- Joss Whedon's "Firefly", Episode 5, "Safe"

Offline Sparks

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #20 am: 07. Oktober 2020, 19:14:15 »
So. Und hier ist die physikalische Spaßbremse drin. Ich hab nicht genau beschrieben, wie hoch der Balkon ist, aber hoch genug, dass man sich ernsthafte Verletzungen zuziehen könnte. Sterben würde man höchstwahrscheinlich nicht, also ungefähr vier Meter hoch? Nun, unsere luftmagische Heldin wiegt etwa 56 Kilo und wenn man mit einem Fall von 4 Metern rechnet, ergibt das mindestens 200 Kilo Fallgewicht.

Der Verbündete unserer Heldin ist ein trainierter Soldat, aber 200 kg sind selbst für so eine Person unrealistisch, oder nicht? Würde man sich da die Arme brechen? Ist es ein Unterschied, wenn man 200 kg aufhebt oder ob man so viel Gewicht auffängt? Macht das Ganze überhaupt Sinn? (Aaaaah)

4m ist eigentlich eine Höhe, die Fallschirmjäger im Training regelmäßig herunterspringen. Die sind allerdings mit entsprechendem Schuhwerk ausgerüstet, landen auf den beinen und rollen sich auch noch ab. Ausserdem springen die auch nicht sofort aus der Höhe, sondern trainieren das lange mit immer steigenden Höhen.

Das ganze ist ein dynamischer Vorgang. Auch wenn ich das jetzt nicht explizit nachgerechnet habe, die 200kg "beim Fall" entsprechen dabei der Kraft, die ein Gewicht von 200Kg ausübt. Darum wird wärend des Abbremsens diese Kraft auch immer kleiner. Am Ende des Abbremsvorganges hast Du wieder die ursprünglichen 56Kg. Und hier ist auch der Knackpunkt: Die höhe dieser Kraft ist von der Verzögerung beim Abbremsen abhängig, und ist um so höher, je abrupter der Bremsvorgang stattfindet. Wenn Du einen ideal starren Körper hättest, der gegemn eine ideal starre Fläche prallt, hättest Du immer eine Bremsstrecke von Null und damit eine unendlich hohe Verzögerung und damit eine unendlich hohe Bremskraft. Das bedeutet, das ganze ist überhaupt nur sinnvoll zu betrachten, wenn Du bei dem, was da zusammenprallt, eine plastische oder elastische Verformung annimmst, oder sonst irgendwie eine Bremasende Kraft annimmst, die eine gewisse Zeit andauert, und zu einer gewissen Bremsstrecke führt.

Mit welchen diesbezüglichen Annahmen der Fallrechner der Kletterseite rechnet, müsste man sich jetzt einmal Rückwärts herausrechnen, weil Angaben dazu habe ich jetzt auf die schnelle nicht gefunden.

Zurück zu Deinem Fall: Auch der Partner Deiner Magierin wird für einen Sekundenbruchteil 200Kg halten können, dabei irgendwie nachgeben, und dabei wird die Kraft dann auch schon kleiner. Wenn sie beide trainierte Personen sind, von Deinem Soldaten schreibst Du das ja sogar, und Deine Luftmagierin springt vorher von Dach zu Dach, was ich auch so spontan unter trainierten Akrobaten einsortieren würde, wird er sie über 50-100cm bremsen können, und dann rollen sich beide ab und bauen die Restenergie ab. Das ist nicht risikolos, kann aber durchaus sogar ganz ohne Verletzungen abgehen.



(Ich hab über ein paar Lösungsansätze nachgegrübelt, aber ich bin bei allen unsicher. Vor allem bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich mir zurecht den Kopf über die Physik dahinter zerbreche.)

Sie ist schon an einem Balkongeländerstab senkrecht hinabgerutscht. und hält sich für einen Moment noch daran fest. D.h. am unteren Rand des Geländers, womit ihr Schwerpunkt und ihre Hauptmasse sich damit schon deutlich unter dem Niveau des Balkons befindet, also eher drei statt vier Meter.

Beim Abrollen könnten beide in etwas weiches Fallen. Dann sind sie sehr wahrscheinlich unverletzt, ber möglicherweise sehr schmutzig.

Bekannt zähe Romanfiguren halten sowas bestimmt aus.  ;D

Nachtrag: Was wäre, wenn das Balkongeländer bei der Aktion teilweise aus der Verankerung gerissen würde? Immerhin ist sie ja irgendwie von oben gefallen und hat sich daran festgehalten. das sind ja auch erhebliche Kräfte. Wenn sich das Balkongeländer teilweise löst,  und unter ihrem (dynamischen) Gewicht verbogen würde, käme sie auch eher sanft einen Meter tiefer.
Allerdings, Du schriebst irgendwo, das wäre ein armes Land. Sie sollte also nicht zu schlimme Kolateralschäden verursachen, weil sie sonst alle gegen sich aufbringt.


Offline Wallrabe

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #21 am: 09. Oktober 2020, 01:17:42 »
Das war auch mein erster Gedanke - der Klassiker des auseinanderfallenden Balkongeländers. Dass es etwa aus einzelnen Metallstreben besteht, welche dann unter der Wucht ihres Aufpralls nach einem Moment der trügerischen Sicherheit nachgeben. Gerade so an den letzten paar Stangen hängend, während es sich knarzend weiter verbiegt und sich die letzten Streben aus dem bröseligen Beton lösen, da könnte sie sogar noch ein Stück mehr Weg nach unten gutmachen, bereits ein Stück unter der "Balkon-Kante" hängen, ehe sie endgültig fällt.

Und der Soldat muss ja sie auch nicht "voll" auffangen, sondern nur so weit bremsen, dass sie sich nicht ernsthaft wehtut. Zusammen mit dem Fakt, dass du nicht genau schreibst, wie hoch dieser Balkon ist, wird das denke ich dann auf jeden Fall so realistisch, dass man es nicht mehr guten Gewissens hinterfragt, wenn man drüberliest. Zumal neben der nicht 100% festgelegten Höhe ja auch die Fitness und Finesse der beiden nicht in festen Zahlen angegeben werden kann/wird. Wie Sparks sagt: ich denke das ganze wird so absolut plausibel, da auch die beiden Personen auch gut geeignet sind, um diesen Stunt durchzuziehen und sich nicht ernsthaft dabei zu verletzen.
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Offline Herbstblatt

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #22 am: 09. Oktober 2020, 23:39:28 »
Hm ... es gefällt mir sehr gut, was ihr beide schreibt. Ich werd mir das notieren.

Übrigens wird es dauern, bis ich von dieser Szene eine finale Fassung hab, gut Ding braucht Weile.  :P

Offline Schattenlied

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #23 am: 11. Oktober 2020, 21:35:46 »
Oder ganz simpel: Sie fällt auf den Boden und verletzt sich (vielleicht nur verstaucht, bewusstlos etc. wenn es etwas sein soll, was halbwegs zügig wieder heilt) und er muss sie tragen bzw. heldenhaft gleich aus der gefährlichen Situation in Sicherheit bringen.

Offline Azora

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Re: Von einer Höhe fallen ... und aufgefangen werden
« Antwort #24 am: 22. Oktober 2020, 10:05:48 »
Also ich bouldere und klettere seit 10 Jahren... und würde mal sagen: 4 Meter kann man ganz gut runterspringen. Toll ist das nicht. Man muss gut landen, auf weichem Boden, und gut aufkommen. Tut trotzdem etwas weh. Wahrscheinlichste Verletzung ist umknicken bei der Landung und sich das Außenband am Sprunggelenk reißen.

Auffangen: Auf GAR keinen Fall!!! Dabei ziehen sich beide Verletzungen zu. Was man beim Bouldern macht ist das sogenannte "spotten". Dabei steht jemand mit nach oben gestreckten Armen unter der Bouldererin, und wenn sie fällt, achtet er darauf, dass sie nicht mit dem Kopf aufkommt oder nach hinten fällt. Dabei wird aber nicht "gefangen", sondern im Zweifelsfall nach vorne geschubst oder gebremst. Einen ganzen Menschen fangen kannste fast nicht.

Ich würde auch dafür plädieren, dass sie ihren Fall bremst mit Wäscheleinen, Vordächern, vielleicht Festhalten an einer Balkonpflanze, die dann reißt, oder an nem über die Brüstung gehängten Bettlaken, oder einer Plane, oder einem Kabel. Aber wenn sie ordentlich auf ihren Füßen landet kann sie 4 m wirklich schaffen.

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