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Autor Thema: Dinge, die ein Autor nicht hören will  (Gelesen 78069 mal)

Offline Earu

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #495 am: 31. Juli 2020, 11:54:52 »
Gerade wird dieser Bereich vom "Was man nicht hören will" zum "Was man hören will". :) Vielen Dank für die Rückmeldungen. Gibt es dazu denn keinen eigenen Bereich, wo man sich speziell über sowas hier austauschen kann? Vielleicht würde das auch anderen helfen, die erst später dazukommen und hier nicht alles komplett durchlesen. Ich glaube, sobald man aus dem Schatten heraustritt, hat man zwangsläufig irgendwann oder sogar regelmäßig mit solchen Dingen zu kämpfen. Ich habe kürzlich im Fernsehen gesehen, dass sogar Bülent Ceylan daran zu knabbern hat. Das hat mich gewundert, weil ich ihn sehr sympathisch finde und er die Leute mit seiner Arbeit zum Lachen bringt. Aber da sieht man, wie sehr es manchen Leuten zu schaffen macht, wenn andere scheinbar erfolgreicher sind. Dabei lässt sich Erfolg überhaupt nicht messen.

Offline Feuertraum

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #496 am: 31. Juli 2020, 12:42:11 »
Ich hatte einmal den Spruch gelesen: "Kritisieren ist deswegen so toll, weil man sich dann nicht über seine eigenen Fehler kümmern muss" ...

Ich selber kenne auch so einen "Kandidaten", der bei jeder Gelegenheit andere gerne schlecht macht und über sie herzieht.
Über mich zum Beispiel erzählt er gerne, dass ich keinen Humor habe, dass ich nicht schreiben kann, dass ich alles, was ich mache, schlecht und falsch mache.

Wie gerne würde ich gerne den Ratschlag von "Die Ärzte" umsetzen: "Lasse reden!" Leider haben negative Bemerkungen manchmal mehr Macht über einen. Da können im Gegenzug 250 positive Kommentare kommen, sie wiegen den einen negativen Kommentar bei Weitem nicht auf.
Leider.

Ich glaube, sobald man aus dem Schatten heraustritt, hat man zwangsläufig irgendwann oder sogar regelmäßig mit solchen Dingen zu kämpfen. Ich habe kürzlich im Fernsehen gesehen, dass sogar Bülent Ceylan daran zu knabbern hat. Das hat mich gewundert, weil ich ihn sehr sympathisch finde und er die Leute mit seiner Arbeit zum Lachen bringt. Aber da sieht man, wie sehr es manchen Leuten zu schaffen macht, wenn andere scheinbar erfolgreicher sind.

In dem Fall erlaube ich mir einmal ein Gegenbeispiel und stelle mich auf die Seite derjenigen, denen es zu schaffen macht:

Wie wohl jeder von uns hier habe auch ich einen (naja, eigentlich sind es mehrere, aber ich beziehe mich in diesem Fall auf einen) Traum: Ich möchte gerne mein Geld mit der Unterhaltung - vorzugsweise mit Comedy - verdienen.
Dafür mache und tue ich - so es meine Möglichkeiten erlauben.
Ich lerne dafür, ich schreibe neue Gags, ich trete auf Offenen Bühnen auf, versuche, mich mit anderen Menschen auszutauschen.
Kurzum: Ich hänge mich rein.
Und dann tritt ein 15jähriger auf, der jemanden kennt, der wiederum jemanden kennt, der die besseren Connections hat, der von diesem Profi die Texte geschrieben bekommt und dort auftreten darf, wo sich sonst nur die Großen die Klinke in die Hand drücken.
Kann man da nicht verstehen, dass dies frustrierend für einen selber ist?

Mich bitte nicht falsch verstehen: Natürlich gönne ich dem Menschen seinen Erfolg, und ich würde da auch nie beleidigende Äußerungen vom Stapel lassen, dafür ist die Achtung und der Respekt vor anderen Menschen doch groß. Aber ich kann eben auch jene Menschen verstehen, die dastehen und sich irgendwo von Fortuna im Stich gelassen fühlen.

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Offline Churke

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #497 am: 31. Juli 2020, 12:52:33 »
Wie gerne würde ich gerne den Ratschlag von "Die Ärzte" umsetzen: "Lasse reden!" Leider haben negative Bemerkungen manchmal mehr Macht über einen.

Klar, denn man empfindet sie als falsch und unberechtigt.

Aber wenn man sie löscht, beschwindelt man sich selbst und vor allem seine Leser.
Cupitorum spes omnis Circus est maximus.
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Offline Earu

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #498 am: 31. Juli 2020, 13:02:54 »
Stimmt, es ist ein Unterschied, ob man seinen Erfolg selbst erarbeitet hat oder dabei extreme Hilfestellung bekam. Da kann man sich durchaus ärgern, aber du sagst ja selbst, dass das noch kein Grund ist, so negativ zu reagieren.

Offline Rosentinte

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #499 am: 31. Juli 2020, 13:11:24 »
Aber wenn man sie löscht, beschwindelt man sich selbst und vor allem seine Leser.
Das sehe ich nicht so. Bei Facebook und anderen Social Media hat jede*r das Recht, sich zu äußern und seine Bewertung abzugeben. Ein Blog ist eine persönliche Plattform. Da darf man auch selbst entscheiden, was man veröffentlicht oder nicht, nicht nur bei den Beiträgen, sondern auch bei den Kommentaren. Da finde ich Coppelias Müll-Allegorie ziemlich passend.
Eine Seele, in der die Liebe wohnt, ermüdet nie und nimmer. (Übersetzung aus Taizé)

Offline Feuertraum

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #500 am: 31. Juli 2020, 13:21:28 »
Stimmt, es ist ein Unterschied, ob man seinen Erfolg selbst erarbeitet hat oder dabei extreme Hilfestellung bekam. Da kann man sich durchaus ärgern, aber du sagst ja selbst, dass das noch kein Grund ist, so negativ zu reagieren.

Für manche Menschen schon.
Und diese Menschen meinen eben, dass man seinen Frust, seine Wut, mit Beleidigungen kompensieren muss.
Trotz allen Frustes muss man in einem Punkt ehrlich sein: In wie weit würde sich meine Situation ändern, wenn ich nun bösartige Sprüche bei jemanden auf die HP oder bei einem Social Media-Anbieter poste.
Mag sein, dass mein Selbstwertgefühl etwas steigt, weil: Jetzt  habe ich es ja diesem [zensiert] gezeigt! Aber ich bin mir zu 200% sicher, dass dies trotzdem nicht dafür sorgen wird, dass ich plötzlich selber im Rampenlicht stehe und "ein Großer" bin.

Nicht umsonst gibt es den klugen Ratschlag: Wenn man auf jemanden so richtig wütend ist, soll man ihm einen geharnischten Brief schreiben, in dem man ihn auch beleidigen und beschimpfen darf.
Und wenn der Brief fertig ist, wegschmeissen zerreissen, verbrennen. Was auch immer.
Man hat sich beruhigt und kann nun sachlich argumentieren (wenn man überhaupt noch will).
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