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Autor Thema: Tarot und Charakter  (Gelesen 487 mal)

Offline Silvasurfer

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Tarot und Charakter
« am: 08. April 2019, 14:44:58 »
Dieses Thema geht an Menschen mit einem Interesse für Tarot, das ist selbsterklärend.
Unabhängig von dem was man bezüglich des Themas glaubt oder nicht glaubt lassen sich Tarotkarten herrlich interpretieren. Vor allem das Major-Arcana besteht aus 22 Karten mit starken Archetypen, die sehr spezifisch sind.
Tarot ist unter andem definitiv eines: Die Kunst eine Geschichte aus den Karten zu lesen. Insofern wundert es mich nicht bei einer google-suche auf Autoren zu treffen die nach eigenen Angeben sehr gerne auf Tarot zurückgreifen, wenn sie nach Inspiration für Charaktere suchen.

Prinzipiell würde ich persönlich einfach verschiedene Fragen bezüglich des Charakterbogens für einzelne Positionen der Karten formulieren, wie zum Beispiel:
Vergangenheit, Präsenz, Zukunft
Welcher Herausforderung muss sich der Charakter stellen?
Ängste, Hoffnungen, Ziele...
Wie nimmt der Charakter sich selbst wahr? Wie wird der Char wahrgenommen? Welches Potential steckt in ihm?
Hobbies?

Und viele Fragen mehr.

Was für fragen stellt ihr euch, wenn ihr euch Gedanken über einen Charakter macht?
Was haltet ihr von einer solchen vorgehensweise?

Bin gespannt, ob sich überhaupt jemand für soetwas interessiert und irgendwie auch unsicher wohin díeses Thema passt.
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Online Wildfee

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Re: Tarot und Charakter
« Antwort #1 am: 08. April 2019, 15:28:16 »
Von welchem Tarot redest du denn? Es gibt ja Hunderte von diversen Tarotdecks und die finde ich optisch teilweise sehr interessant und inspirierend.
Ich bin bisher allerdings nie auf die Idee gekommen, die große Arkana als Quelle für einen Charakterbogen zu nehmen.

Es ist aber eine sehr interessante Idee, konkret aber nur umsetzbar, wenn man diverse Decks zur Auswahl hat und sich da die inspirierensten Karten heraussuchen kann.
Da ich an die 20 verschiedene Decks habe, werde ich die Idee doch glatt mal in den nächsten Tagen ausprobieren  :vibes:
 
Hat die Blume einen Knick, war die Hummel wohl zu dick

Offline Topaz

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Re: Tarot und Charakter
« Antwort #2 am: 08. April 2019, 22:11:36 »
Hallo @Silvasurfer,

ich kenne eine Autorin die arbeitet mit Tarot ihre Charaktere, Plot und alles aus. Dazu benutzt sie hauptsächlich die drei Methoden, die auf diesem Blog vorgestellt werden: Link
Das hat sie bei Schreibgruppentreffen auch schon vorgeführt. Sehr eindrucksvoll, wie ich fand.

Und diese Seite listet noch einige Ressourcen mehr auf, die sich mit verschiedenen Legetechniken und Schreiben befassen.

Für mich hat sich das Hilfsmittel Tarotkarten noch nicht als praktisch erwiesen. Manchmal sind Story Cubes für mich ein guter Startpunkt, meist schreibe ich ohne Hilfsmittel.
  

Offline Mara

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Re: Tarot und Charakter
« Antwort #3 am: 09. April 2019, 23:22:40 »
Die Idee klingt auf jeden Fall gut. Letztlich versucht ja jedes Hilfsmittel zur Charaktererstellung nur, möglichst viele relevante Bereiche des Lebens abzudecken und den Autor zum Nachdenken zu inspirieren. Da scheint mir das Tarot genau zu zu passen. Allgemein habe ich schon sehr gute Erfahrungen mit Schreibübungen zu Bildern gemacht. Und gerade für visuelle Typen sind Bilder eine gute Alternative zu den reinen Fragenlisten, die man manchmal im Internet findet.

Offline Linda

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Re: Tarot und Charakter
« Antwort #4 am: 10. April 2019, 00:20:57 »
Kennst du "Tarot for writers" (Kenner)?
Da solltest du eine Menge Anregungen finden.

PS: Ich fand die Überschrift etwas irreführend, da der Begriff "Figur" für eine literarische "Persönlichkeit" immer noch gebräuchlicher ist und ich bei "Charakter"
a) erst mal an Eigenschaften von Menschen bzw.  b) dann an Rollenspiel denken musste.
 
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Offline Silvasurfer

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Re: Tarot und Charakter
« Antwort #5 am: 10. April 2019, 18:53:08 »
So nach 1 Tag frei und 1 Morgen Kartenlesen für insgesamt 3 Figuren, komme ich zu folgenden Schluss.

Ich finde diese Methode vor allem nützlich bei Figuren, die im Verlauf des Schreibprozesses auf einmal entstehen, beispielsweise, wenn man eine Idee für einen neuen Handlungsstrang hat, der die Notwendigkeit beinhaltet, sich ein bis zwei neue Figuren für diesen Handlungsstrang auszudenken.
In diesem Fall hat man nämlich, so sehe ich das, auf einmal 2 neue leere Charakterbögen und das eigene Gehirn hat nichts, woran es festhalten kann, um darüber zu brüten... und zwar weil ich mich ersteinmal für einen Charakter der Figur entscheiden muss.
Ähnlich wie, wenn ich mich, bei einer unendlichen Auswahl an Filmen, für einen Strem entscheiden muss, habe ich auf einmal die Qual der Wahl, ehe ich überhaupt mit dem schriftlichen Portrait beginne und das dauert in meinem Fall viel zu lange und ist auch nicht unbedingt das beste Ergebnis, sollte man jetzt meinen man hat zwar die Qual der Wahl und steht dafür am Ende mit dem bestmöglichen Ergebnis da. Schlimmstenfalls schiebe ich die Arbeit am Charakterbogen die ganze Zeit vor mich hin, weil mein Gehirn nicht unbedingt über einen Charakter nachdenken möchte, über den ich genau 0,0 weiss bisher, ausser den Handlungstrang, zu dem die besagte Figur einmal gehören soll.

Auch Sherlock kann keinen Fall lösen, wenn es keine Hinweise gibt, aus denen er seine Rückschlüsse ziehen kann, weil es dann auch nichts zu übersehen beziehungsweise zu erkennen gibt.

Und indem ich zB. Karten lege, ist eine teils stark archetypische (Major Arcana), teils "normale" (Minor Arcana) Skizze bereits zufällig gelegt worden und ich kann in Ruhe über Details und konkrete Zusammenhänge nachdenken, damit das ganze Sinn ergibt... in meinen Kopf... und dann kann ich immer noch fühlen, ob es mir gefällt oder nicht!
Ich sehe darin quasi eine Methode, um einer Figur, die noch ein leeres Blatt Papier voller Fragen ist, ein wenig leben einzuhauchen. So kann ich schon nach 15 Minuten Kartenlesen beginnen, sie in meine Tagträume mit einzubauen und schlussendlich auch in mein Schreiben miteinfliessen zu lassen... Und zwar möchte ich nicht lange hin und her überlegen müssen, was es sein soll; männlein, weiblein, eine antagonistische Kraft, ein Freund und Helfer... welcher Hintergrund soll es sein oder wird es gar eine Liebesgeschichte? Solche Entscheidungsfragen stellen sich dann meinem Gehirn nicht mehr, ehe es ein Portrait entwirft. Die Karten geben einfach ein Konzept vor über das mein Gehirn in Ruhe brüten kann, bis eine lebendige Figur entsteht, mit der ich im Idealfall in meinen Tagträumen spazieren gehen kann.

Darüber hinaus liebe ich Improvisation, sowohl als Schreiber, als auch als Musiker und selbst als im Schauspielhaus 2 Jahre mitgewirkt habe lag unser Fokus an improvisationstheater, da bin ich einfach ein go with the flow Mensch, man kann aus allem etwas sinnvolles machen. Selbst wenn in diesem Zusammenhang zwei Karten nicht so gut zusammen passen dann ist das für mich einfach ein interner konflikt, die Figur ergibt Sinn, weil sie keinen Sinn ergibt, sie macht entweder sich oder anderen etwas vor.

@Linda Nein kenne ich nicht, díeses Buch, aber ich bin für Anregungen offen. Es ist allerdings auch kein Hexenwerk, sich eine Legetechnik selbst zu überlegen, das kann und sollte man ja auch an seinen eigenen Erzählstil anpassen, jenachdem worauf man selber wert legt bei der Erstellung seiner Figuren und Handlungsstränge. (Ich spreche zu oft Englisch in letzter Zeit, daher Charakter) Man nimmt einfach die Fragen die man sich bezüglich der Figur stellt und beantwortet sie mit einer Karte. Ich selbst habe das Fictional Cross für das erste kennen lernen gewählt und selber na 3 Punkten die Fragen umformuliert und erarbeite gerade eine ganz simple Liste von Fragen:
Das nackte ich: Eine Karte
Ego/Maske: Eine Karte
Beziehung zur Mutter: Eine Karte
Beziehung zum Vater: Eine Karte
Liebesleben: Eine Karte
Hobbies: Eine Karte
Tugend: Eine Karte
Charakterschwäche: Eine Karte
Worin sieht die Figur den Sinn des Lebens? Eine Karte

Diese Liste ist noch in Bearbeitung und wird im Idealfall aus möglichst vielen Punkten bestehen, die ich für wichtig halte, um meine Figuren ein wenig kennen zu lernen und auf den Zahn zu Fühlen. So hat jede Figur eine Charakterbogen-Legetechnik und eine Persönlichkeitslegetechnik. Bin für Anregungen bezüglich dieser Liste natürlich dankbar.
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Offline Erin

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Re: Tarot und Charakter
« Antwort #6 am: 10. Mai 2019, 23:12:55 »
Das ist ein sehr interessanter Ansatz... Darüber habe ich tatsächlich noch nie nachgedacht, aber vielleicht probiere ich es mal aus! Ich liebe Überraschungen und stelle es mir spannend vor, auf diese Weise einen völlig neuen Charakter zu entdecken. Danke für die Idee.


Fragen, die ich mir bei der Erstellung eines Charakters stelle:


-Welche Rolle spielt er?


-Was ist sein Ziel?


-Wieso ist dies sein Ziel?


-Was ist seine beste Eigenschaft?


-Was ist seine schlechteste Eigenschaft?


-Wie steh er jeweils zu Familie, Freunden und Fremden?


-Was macht seinen ersten Eindruck besonders?

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