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Autor Thema: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?  (Gelesen 239437 mal)

Offline Ginger

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1095 am: 05. August 2017, 00:04:52 »
Instinktiv würde ich "vertüddeln / Tüddelkram / tüddelig" im Norden ansiedeln, Hamburg und drüber.
Das meint "durcheinander bringen, verwirrt sein, als Substantiv etwas, das Kleinarbeit und Entwirrung benötigt" aber auch "Peanuts" im übertragenen Sinne.

Okay, jetzt hab ich es auch gefunden ...

Zitat
Wer beispielsweise nach Souvenirs oder Geschenkartikeln sucht, kann an einen “Höker” (Händler, Läden) mit “Gedöns” oder “so’n Tüddelkram” verwiesen werden und dennoch genau dort ankommen, wo er hinwollte. http://lindtner.com/magazin/hamburg/details/hamburger-schnack
Bo⋅he⋅mi⋅an (n.)  ∖boh-hee-mee-uhn∖
1. A person, as an artist or writer, who lives and acts free of regard for conventional rules and practises.
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Offline Eluin

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1096 am: 05. August 2017, 00:16:17 »
Vertüddeln und Ähnliches kenne ich weniger aus dem Ruhrgebiet (wenn, dann haben meine Schwester und ich das bei uns in der Familie eingeführt), als mehr aus dem Bremer/Wolfsburger-Raum. Da ist es aber sehr gängig. Vor allem in Bremen bei meiner Familie ;D (selten, dass wir es da bei einem Besuch nicht gehört haben)

Britzeln ist mir auch geläufig. Sowohl als Geräusch, als auch als Gefühl. Also wie von @Evanesca Feuerblut und @Waldhex beschrieben.
Träume können die Zukunft verändern.
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Offline Trippelschritt

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1097 am: 05. August 2017, 08:50:01 »
Ich kenne noch den Begriff Papierfitzel, und Fitzel sind Fetzen. Das ist schon näher dran am Fitzen.

Tüddeln ist ganz klar Nordküste und drum herum. Haben wir keine Hamburger hier im Tizi?
"An dr Eck' steht dr Jung (Hein) mim Tüddelband
in dr anner Hand n Budderbroud mit Käs
Wenn bloß nich mit de Beine inn'n Tüddel kömmt"
etc.

Liebe Grüße
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Offline Sascha

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1098 am: 05. August 2017, 10:37:40 »
Britzeln kenne ich vom normalen Sprachgebrauch. Oberbayern, aber schon ziemlich nah am schwäbischen Sprachraum.
Mein Kumpel ist Elektroniker, wenn der einen Schlag kriegt, dann hat's eam oane 'britzlt (hat es ihm eine gebritzelt).
Tüddeln kenne ich aus dem ersten Werner-Film: "Dann tüddelst du das so dran…", also irgendwas mit binden, verknoten oder so. Und alte Leute sind gerne mal tüddelig, das kenne ich von meiner Mutter (Niederrhein).
»Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen.«
Dalai Lama

Offline canis lupus niger

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1099 am: 07. August 2017, 10:19:12 »
Region Südheide (Kreis Celle)


fitzeln: völlig unbekannt. "Fitzel" = als sehr kleine Schnipsel aber bekannt. "Fitzelig"= sehr, sehr klein

tüdeln: verheddern, verwirren, wie bereits angeführt, aber auch "tüdelig sein" = verwirrt sein

britzeln: im Prinzip wie bereits geschrieben, leichtes Brutzeln, aber auch mir vor allem aus dem Elektrobereich geläufig (im Sinne von Kriechstrom, sprühende Funken, verschmorte Kabel)

Offline Trippelschritt

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1100 am: 07. August 2017, 10:45:46 »
Ich habe tüddeln/tüddelig mal gegoogelt und die Ergebnisse mit den vielen Anwendungen verglichen. Ostwestfalen ist in manchen Dingen schon recht norddeutsch, auch wenn wir wirkliches Hamburger Platt nicht mehr verstehen.

Danach gibt es für tüddeln und tüddelig keine klare Bedeutung. Ein gemeinsamer Bedeutungskern liegt wohl im ziellosen oder unkoordinierten Verhalten. Tüddelige alte Leute bekommen nichts mehr so richtig gebacken. In den Tüddel kommen heißt so etwas wie sein Ziel verlieren und dadurch leere Bewegungen machen. Vor sich hin tüddeln kann auch Kritzeln beim telefonieren bedeuten. Und jemanden umtüddeln heißt nicht wirklich umsorgen, sondern hat eher so ein bild wie an einem herumzupfen oder etwas machen um des Machens willen.

Ich mag das Wort
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Offline Tigermöhre

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1101 am: 07. August 2017, 11:12:47 »
Und jemanden umtüddeln heißt nicht wirklich umsorgen, sondern hat eher so ein bild wie an einem herumzupfen oder etwas machen um des Machens willen.

Jein.
Umtüddeln bedeutet auch, jemanden sehr aktiv zu umsorgen. Also z. B. wenn die Person krank ist andauernd anzukommen und was bringen, nach dem Befinden fragen, ...
Wenn ich an der Person rumzupfe und so, dann tüddel ich eher an ihr rum.

Ich mag das Wort und seine vielen Bedeutungen übrigens auch.
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HauntingWitch

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1102 am: 07. August 2017, 12:40:11 »
@Witch: Das würde für mich eher nach einer Beleidigung klingen  :rofl:

Ist es auch irgendwie. Es wird zwar als Adjektiv verwendet, aber es ist schon abwertend. ;D

Offline jokergirl

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1103 am: 07. August 2017, 12:53:33 »
In Ö gibt es das Wort "tüddeln" auf keinen Fall :) Höchstens noch "Tüdelü", aber das ist Lautmalerei ;)
jokergirl schreibt: Sensengasse 2: Let's Kill Christkind!
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Offline Angela

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1104 am: 07. August 2017, 13:18:30 »
Tüdelig/Tüddelig werden wir wohl alle mal ;D, mehr oder weniger und schnell.
Ich mag das Wort, es umschreibt so nett, was sonst brutal klingen würde.

Offline Trippelschritt

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1105 am: 07. August 2017, 14:00:46 »
Und jemanden umtüddeln heißt nicht wirklich umsorgen, sondern hat eher so ein bild wie an einem herumzupfen oder etwas machen um des Machens willen.

Jein.
Umtüddeln bedeutet auch, jemanden sehr aktiv zu umsorgen. Also z. B. wenn die Person krank ist andauernd anzukommen und was bringen, nach dem Befinden fragen, ...
Wenn ich an der Person rumzupfe und so, dann tüddel ich eher an ihr rum.


Das beschreibt es besser und das meinte ich auch. Viel tun, was man genaus gut auch hätte sein lassen können. Oder wo der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Klar, ein bischen hilft auch umtüddeln, wenn man den Schlafenden nicht gerade weckt, um ihn zu fragen, wie es geht. ;)

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Offline Sukie

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1106 am: 07. August 2017, 14:59:09 »
Also, außer betüddeln kenne ich hier in Sachsen kein Wort, was "tüddel" enthält. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich betüddeln nicht nur aus meiner Kölner Zeit kenne.

Auch Gedöns und Tüddelkram ist hier nicht geläufig. Das ist das eher Krimskrams oder einfach nur Zeugs. Ich hab eh das Gefühl, dass die westdeutschen Dialekte coolere Wörter haben. Aber nun, wo ich weiß, dass ihr verfitzt nicht kennt, fühle ich mich besser ;D
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Offline Amberle

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1107 am: 07. August 2017, 15:07:27 »
Hier in Berlin gibt es das Wort. Auch wenn ich nicht denke, dass ich es je von meiner Generation gehört habe. Eher von den Älteren.
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Offline Zitkalasa

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1108 am: 07. August 2017, 19:28:06 »
Betüddeln an sich kenne ich zwar schon länger (vielleicht aus Büttenwarder), lese es öfter im Forum, zum aktiven Wortschatz gehört es aber nicht. Tüddelig als Ersatz für "verkalkt" (im Hirn) vielleicht noch, aber auch das eher nur sehr selten. :hmmm: Auf alle Fälle ist der Thread immer wieder interessant, was es nicht alles für umgangssprachliche Worte gibt. ;D

Offline canis lupus niger

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Re: Gibt es diese Wörter eigentlich überall?
« Antwort #1109 am: 08. August 2017, 11:56:18 »
Es gibt auch noch einen bedeutenden Unterschied zwischen Tüdeln/Tüddeln und TüdERN.
Tüdern bedeutet anbinden. Tüdern ist die offizielle Bezeichnung dafür, dass man ein Tier (Ziege, Schaf, Kuh) zum Weiden an einem Pflock festbindet.
Tüdeln dagegen wie bereits vielfach diskutiert.  ;D

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