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Autor Thema: Grammatikalische Kleinigkeiten  (Gelesen 278376 mal)

Offline Gilwen

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1395 am: 24. September 2020, 15:17:27 »
Das klingt für mich, als wäre es für sie auch nicht ganz eindeutig!
Vielleicht kann ja mal @Feuertraum aufklären, wie die Frage gemeint war?  :)
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Offline Feuertraum

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1396 am: 24. September 2020, 16:10:05 »
Hallo, erst einmal danke für die vielen neuen Antworten.
Das Problem ist, dass ich es nicht wirklich aufklären kann.
Die Auslassungspunkte stehen dafür, dass der Prota nicht weiß, als was er den Zustand jetzt bezeichnen soll, deswegen das "was auch immer über diese Brücke geht".
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Offline Nikki

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1397 am: 24. September 2020, 16:25:05 »
Für mich klingt das stark nach "irgendetwas" und das verlangt eindeutig das Prädikat im Singular. Rein theoretisch ist wohl Plural möglich, aber wenn nichts Konkretes im Vorfeld im Plural formuliert ist, würde mich Plural an dieser Stelle mehr als irritieren. Ich bleibe bei meiner ersten Einschätzung.  ;D

Offline Gilwen

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1398 am: 24. September 2020, 17:00:09 »
Ah, dann habe ich es falsch verstanden. Finde allerdings immer noch, dass es so nicht ganz eindeutig aufzulösen ist!
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Offline Trippelschritt

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1399 am: 29. September 2020, 12:02:55 »
"Was auch immer" empfinde ich als Singular. Bei Rynns Beispielen für eine Plural-Bedeutung hätte ich anstelle von "was" "welche" geschrieben. Das wäre präzise und nicht mehrdeutig gewesen. Es klingt für mein Ohr auch schräg, aber ich bin kein Germanist, der alle Sprachregeln kennt.

Bei Montsegur gibt es ein paar Leute, die man als wirkliche Autoritäten in solchen Fragen ansehen kann. Wenn es also wirklich um etwas geht, kann ich dort nachfragen.

Liebe Grüße
Trippelschritt
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Offline Wallrabe

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1400 am: 29. September 2020, 20:02:06 »
Hm, also ich (auch kein Germanist, nur Philologe :D) würde nicht sagen, dass es hier zwangsläufig das eine oder andere ist, sondern es abhängig von jenem "unsere" ist. Genau wie Nikki und Gilwen geschrieben haben.

"Und wie sollen wir von hier wegkommen, wenn wir schlafen und unsere ... was auch immer über diese Brücke [gehen/geht]"

Auch wenn der Protagonist nicht genau weiß, worum es sich handelt, so hat er aber ja offenbar sowohl in-character als auch aus Autoren-Sicht eine Ahnung, scheint mir. Dass er von "unsere XY" spricht, impliziert zumindest für mich, dass er ungefähr weiß, worum es sich bei "was auch immer" handelt. Entsprechend gehe ich sehr vorsichtig davon aus, dass auch der Leser zu diesem Zeitpunkt eine Ahnung hat, um was es sich handelt? <=> zumindest eben Ahnung genug, um zu sagen, ob "was auch immer" eine Gruppe Verfolger oder eine einzelne, weibliche Verfolgerin ist.

Zumindest dieser eine Satz ohne Kontext impliziert meiner Ansicht nach auf jeden Fall einen Kontext, der diktieren müsste, ob es gehen oder geht heißen müsste.

Wenn das "unsere" natürlich rausfliegt, der Protagonist tatsächlich keinerlei Anhaltspunkte hat, um was oder wieviele es sich bei "was auch immer" handelt, dann ist "was auch immer" denke ich auch auf jeden Fall Singular, weil es im Grunde ein einzelnes Kollektiv beschreibt.

Also:

"Und wie sollen wir von hier wegkommen, wenn wir schlafen und... was auch immer über diese Brücke geht?"
"Once you get into cosmological shit like this, you got to throw away the instruction manual." Stephen King, It

Offline Siara

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1401 am: 04. Januar 2021, 21:48:59 »
Seit einiger Zeit beschäftigt mich eine Kleinigkeit. Wann genau benutzt man "hinab" und wann "herab", wann "hinüber" und wann "herüber"? Das scheint auf den ersten Blick einfach zu sein, weil "hin" nun mal eine Bewegung von etwas weg anzeigt und "her" eine Bewegung auf etwas zu. Aber von welcher Perspektive geht man in dem Fall aus? Von demjenigen, von dem die Handlung ausgeht oder von demjenigen, der sie empfängt? Kommt es auf die gewählte Erzählperspektive an? Und wenn ja, wie macht man es im Auktorialen?

Beispiel: "Sie warf den Ball zu ihm her-/hinüber."

Sagen wir mal, "er" sei Perspektivträger. Aus seiner Perspektive wirft sie natürlich zu ihm "herüber". Allerdings geht die Handlung klar von ihr aus, er ist ziemlich passiv. Sie wirft also eigentlich zu ihm "hinüber". Und wenn die Erzählperspektive auktorial ist (bzw. der Perspektivträger ein Dritter ist, der nur beobachtet), bin ich ganz aufgeschmissen. Geht vielleicht einfach beides? Google spuckt leider nur Erklärungen für einfache Fälle aus, bei denen deutlich wird, aus welcher Sicht bzw. in welche Richtung eine Handlung läuft. Vermutlich ist das auch eine Sache, die keinem Leser jemals auffallen würde, aber da ich ein ziemlicher Perspektiven-Pedant bin, nagt es an mir. Weiß jemand eine Antwort?
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Online Mindi

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1402 am: 04. Januar 2021, 21:57:24 »
Ich frage mich da im ersten Moment, ob man das Wort überhaupt braucht. :hmmm: Gerade in dem Beispiel funktioniert es super ohne hin und her. Es gibt sicher noch andere Situationen, in denen man es nicht weglassen könnte.
Wenn weglassen keine Option ist, würde ich in dem Beispiel hinüber nehmen, aber nur aus dem Gefühl heraus. Und gerade auktional würde ich es weglassen. Aber ich bin wirklich kein Grammatik Profi.

Offline Mia Nordstern

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1403 am: 04. Januar 2021, 23:50:38 »
Hin ist immer weg von der Perspektive, her ist zu ihr.

"Geh dort hin!"
"Komm her!"

Wo sitzt die Kamera, wo ist das Auge des Lesers? Das gilt in deinem Beispiel. Wobei du das wie schon gesagt wurde mit "Sie warf ihm den Ball zu" auch umgehen kannst. Das wäre auch der Lösungsansatz, wenn die Perspektive bei einer dritten Person sitzt (Beobachter, Erzähler). Dann wäre m. E. "hin" und "her" falsch und müsste anders umschrieben werden.
   So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past. (F. Scot Fitzgerald, The Great Gatsby)

Offline Nikki

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1404 am: 05. Januar 2021, 00:34:49 »
Für ausschlaggebend halte ich hier die Perspektive und selbst bei einer auktorial gefärbten Erzählstimme hast du einen Fokus, welche von den Figuren nun die Handlung prägt. Geht es im nächsten Satz mit ihr oder ihm weiter? Je nachdem würde ich das Adverb gestalten. Wie Mia gesagt hat, ist "Sie warf ihm den Ball zu" auch möglich, diese Formulierung würde ich aber nur wählen, wenn das eine reine Beobachtung ist und keine der beiden Figuren handlungstragend ist. Mit anderen Worten: Konstruktionen mit hin- oder her- bieten sich, wenn man wirklich genau arbeiten möchte, eigentlich nur mit einer expliziten Perspektive an, denn diese Wörter drücken eine Richtung aus und ergreifen damit Partei für eine Figur.

Offline Solmorn

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Re: Grammatikalische Kleinigkeiten
« Antwort #1405 am: 08. Januar 2021, 17:40:38 »
Ich habe mal eine Frage zur russischen Grammatik (habe ich nie gelernt und konnte ich mir auf die Schnelle nicht angoogeln):

Ich suche nach einem Wort, das russische Muttersprachler für eine werwolfähnliche Figur benutzen würden (gewissermaßen als Slur) und bin bei dem slawischen Fabelwesen "Wolkolak" gelandet. Dieses Wort steht allerdings im Maskulinum, die so bezeichnete Figur ist aber weiblich. Und die Einzige ihrer Art.

Deshalb die Frage: Gibt es eine eindeutige Möglichkeit, das Wort "Wolkolak" im russischen Femininum zu schreiben, und wenn ja, welche?


"Wenn Klugheit ein verwinkeltes Haus wäre, dann würden diese Leute außen vor der nackten Wand stehen und sich wundern, warum es innen so dunkel ist." - Babaduck, interdimensionaler Parasit (verkatert)

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