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Autor Thema: Hautfarben  (Gelesen 10980 mal)

Offline Möchtegernautorin

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Re: Hautfarben
« Antwort #60 am: 15. März 2020, 16:01:40 »
Mir sind beim Lesen hier nun gerade ein paar Dinge durch den Kopf gegangen:

1.   Ausschlaggebend für alle Geschichten ist doch vor allem die Perspektive. Dazu werfe ich einfach mal das Stichwort Alltagsrassismus ein. Durch den kann man ziemlich gut Dinge beschreiben, ohne sie wirklich zu visuell zu beschreiben. Auch in der Fantasy kann man mit abfälligen Bezeichnungen kommen, die irgendein Vorurteil wiedergeben.
Vergleiche würde ich ohnehin nur insofern anstellen, wenn es eben auch im Gedankengang der Perspektivperson wichtig ist. Besagte dunkelhäutige Frau würde zum Beispiel sicher nicht über die Hautfarbe ihrer Mitmenschen nachdenken, wenn sie alle dunkel sind. Oder meine Meuchlerin käme auch nie auf den Gedanken Vergleiche mit Essen anzustellen, weil ihr Essen einfach nicht wichtig genug ist. Die würde sich eher überlegen, welche Farben am besten zu der Haut passen.
Das mit dem Alltagsrassismus sollte man übrigens prinzipiell immer auch im Hinterkopf haben. Jemand, der wirklich schon Rassismus erlebt hat, reagiert anders, als jemand der es nicht hat. Ich denke, es ist einfach wichtig, sich für so etwas zu sensibilisieren.

Dazu gehört übrigens auch die oft negative Darstellung in Film und Fernsehen. Mittlerweile überlege ich mir wirklich oft, warum sie die Rollen mancher Schauspieler nicht einfach getauscht haben und der hellhäutige zur Abwechslung einfach mal umkommt, statt dem dunkelhäutigen.

2.   Idealfall ist natürlich, dass es irrelevant ist, welche Hautfarbe jemand hat.
Ich habe Töchterchen neulich ein Kinder-Vampirbuch vorgelesen. Auf dem Cover (und in dem Fall auch auf den Zeichnungen im Buch) ist die beste Freundin des Vampirs dunkelhäutig. Im Text wird das nie erwähnt, weil es im Kontext der Geschichte nicht relevant ist. Aber für uns beide stand somit fest: ja, das Mädchen ist schwarz, sie wurde ja auch so abgebildet.
Wenn ich also ein Buch kaufe, auf dessen Cover dunkelhäutige Menschen abgebildet sind, nehme ich an, das sind die Protagonisten.
Ärgerlich ist es nur, wenn das dann nicht mit den Protagonisten zusammenpasst.

Ergo: Ich habe tatsächlich gerne Anhaltspunkte, wie die Protagonisten aussehen  Das macht das Bild nun einmal für mich irgendwie runder. Auch, wenn es nicht relevant ist, ich habe immer ein ausgeprägtes Kopfkino und diese Visualisierungen gehören nun mal dazu.
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