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Autor Thema: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!  (Gelesen 6361 mal)

gbwolf

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Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« am: 10. März 2017, 10:51:36 »
'tschuldigung, das soll kein Deprithread werden, aber wenn man schon so lange Foreninventar ist, wie ich, dann stolpert man von Zeit zu Zeit über Träume, die ein Jahrzehnt in der Vergangenheit geträumt wurden - und kann sich jetzt damit auseinandersetzen, was daraus wurde.
Immerhin. Als ich mich 2007 für das Montségur-Forum bewarb, schrieb ich etwas davon, dass ich hoffte, in 10 Jahren vom Schreiben leben zu können - zumindest letztes Jahr hätte ich ein sehr bescheidenes Leben in einer kleinen Wohnung im billigsten Teil Deutschlands geschafft. Aber was braucht ein Autor schon mehr als Haferflocken und fließendes Wasser?

Aber diese Vorhersage war dann doch zu hoffnungsfroh:
Geht nur noch eine Stufe schlimmer: Deutschsprachiger Politthriller von einer ... igitt! ... Frau  :wart: Nu gut. Stück für Stück erobern wir deutschsprachigen Frauen uns die SF und ich gebe die Hoffnung nicht auf, in 5 oder 10 Jahren mit einem bombastischen Politthriller aufzuwarten. *grrr*

 :rofl:

Und ihr? Welche Träume haben sich erfüllt, welche werden noch geträumt, welche haben sich verändert?

Offline FeeamPC

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #1 am: 10. März 2017, 11:45:25 »
Tja, bei mir war es die Hoffnung, bei einer Agentur zu landen und ein Buch bei einem namhaften Verlag veröffentlichen zu können.
Daraus ist dann Selfpublishing und ein eigener Verlag geworden.
Reicht nicht zum Geld verdienen, das frisst der Verlag alles sofort wieder, aber es macht Spaß, es fühlt sich so an, als ob ich in irgendwiner Form doch endlich meinen Taum ein Stück verwirklichen kann.
Biete für werdende Hexen folgende Kurse:
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Offline Klecks

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #2 am: 10. März 2017, 11:46:48 »
Set ich mit 12 angefangen habe zu schreiben, hatte ich immer den Traum von einer Buchveröffentlichung. Nur 4 Jahre später ist der dann auch tatsächlich wahrgeworden.  ;D  Mein jetziger Wunsch ist, eine Agentur zu haben und bei Großverlagen regelmäßig veröffentlicht zu werden und - erwischt! - davon leben zu können. Die Hoffnung stirbt zuletzt!  :d'oh:
            Die Fütterung des Kleckses mit Süßigkeiten aller Art ist ausdrücklich gestattet.  :innocent:

Offline Janika

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #3 am: 10. März 2017, 11:57:29 »
Als ich meinen ersten Roman schrieb, hatte ich die Hoffnung, dieses oder ein anderes Buch irgendwann bei Blanvalet unterzubringen. Ha, haha. Hahahahaha. ;D
  Immer eine Handbreit Plot unter dem Federkiel haben!
(eigener Spruch)

Offline moonjunkie

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #4 am: 10. März 2017, 12:37:50 »
Als ich in den Tintenzirkel kam hatte ich die Hoffnung ein Buch fertig zu schreiben und in einem Verlag zu veröffentlichen. Danach kam dann der Traum eine Agentur zu finden und mein Buch in einem namhaften Verlag und im Buchladen zu haben.

Bücher fertig geschrieben habe ich bisher einige, veröffentlicht davon auch einige, in zwei Kleinverlagen. Ein sehr guter Start, wie ich finde. Der Traum der Agentur und dem namhaften Verlag bleibt. Ein bisschen mit dem Schreiben verdienen zu können, wäre auch toll. Ich bleibe einfach mal dran ...  ;D

Offline Mondfräulein

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #5 am: 10. März 2017, 13:45:23 »
Als ich meinen Weg das erste Mal hierher gefunden habe wollte ich mein gigantisches Steampunkherzblutprojekt endlich fertig bekommen, eine Geisteswissenschaft studieren, die am besten etwas mit Schreiben und Literatur zu tun hat, und möglichst bald veröffentlichen. das Steampunkprojekt habe ich endgültig für immer abgebrochen und alle Elemente in vielen anderen Büchern verbaut, studiere keine Geisteswissenschaft und bin ganz froh, dass ich noch nicht veröffentliche und das Schreiben noch als entspanntes Hobby angehen kann. Es ist alles anders gekommen, als ich es geplant hatte und ich bin ziemlich froh, dass ich nicht bekommen habe, was ich damals wollte, denn das wäre einfach nicht das Richtige für mich gewesen.

Offline Grummel

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #6 am: 10. März 2017, 13:50:25 »
Mhhh bisher bin ich voll zufrieden. Ich wollte einfach nur etwas veröffentlichen und mein Sohn sollte erzählen können, guck mal, dass hat mein Vater geschrieben. Hat geklappt.

"Kaffee?"
"Ja, gerne."
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Offline Pandorah

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #7 am: 10. März 2017, 16:54:20 »
Mein Traum war, bei großen Verlagen zu veröffentlichen und vom Schreiben leben zu können. ;D

Dann wurde ich in den Blaustern-Bereich aufgenommen.

Jetzt bin ich superglückliche Selfpublisherin und hoffe immer noch, irgendwann vom Schreiben leben zu können. ;D Ohne Verlage.

Offline Christian

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #8 am: 10. März 2017, 17:00:15 »
In die Vergangenheit schaue ich nicht oft. Wozu auch? Ändern lässt sich nichts mehr. Aber wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich 2017 mein Geld mit Porn verdiene, hätte ich wohl gelacht. Tja. Aber ich bin dankbar für die Menschen, die ihren Kindle mit einer Hand halten können. Sie geben mir die Gelegenheit, auch anderen Ideen nachgehen zu dürfen.
Irgendwas mit Lötkolben.     

Offline Maja

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #9 am: 10. März 2017, 17:19:00 »
Ich hatte große Träune. Da ich nicht wirklich dran geglaubt habe, überhaupt einmal etwas zu veröffentlichen, habe ich von einem Vertrag bei Klett-Cotta geträumt. Wenn schon, denn schon.

Ich wollte es als erstes Klett-Cotta anbieten, die können dann vier Bücher im Schuber draus machen. Aber schon das Werk als Ganzes anbieten - Blöd ist nur: Dann muß ich auch alles in ein Exposé packen ...

Das muss ca. 2005 gewesen sein und drehte sich um mein damaliges Opus Magnum, "Die Spinnwebstadt". Den Roman habe ich bis heute nirgendwo angeboten. Bei Klett-Cotta habe ich trotzdem unterschrieben - und mich oft genug dafür verflucht. Ich musste ja unbedingt Hohe Literatur machen - und will es immer noch - aber ich frage mich doch immer wieder, ob dieser Anspruch nicht doch eine Ecke zu größenwahnsinnig für mich war …

Andere Träume habe ich derweil drangegeben: Ich wollte immer einen Verlag haben, aber der Versuch, wirklich einen zu gründen, war ein teurer Flop, und ich habe am Ende lieber ein Forum als einen Verlag.
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Robert Gernhardt

Offline Coppelia

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #10 am: 10. März 2017, 17:26:34 »
Früher wollte ich auch vom Schreiben leben. Inzwischen ist mir aber klar, dass das nicht das Richtige für mich ist. Außerdem wollte ich im Großverlag veröffentlichen, was ich auch geschafft habe. Es war allerdings völlig anders, als ich es mir vorher vorgestellt hatte.
Insgesamt haben sich meine Träume aber ziemlich wenig geändert, obwohl ich inzwischen eigentlich wesentlich klüger sein sollte. Bedenklich. ::) Sie ähneln ziemlich denen von Klecks.
Wahrscheinlich, weil das Schreiben immer noch das so ziemlich Wichtigste für mich ist, gleich nach meiner Familie.

gbwolf

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #11 am: 10. März 2017, 17:34:28 »
Ich hoffe, dass ihr im ersten Posting über die bittersüße Note hinweg auch den leichten Humor sehen könnt, mit dem ich die Sache betrachte. Der Vorteil am Altern ist ja wirklich, dass man plötzlich Dinge in einem ganz anderen Licht sieht und sich manche Verbissenheit auflöst.
Und gleichzeitig ist es schön und schmerzhaft, wenn ich mir alte Postings durchlese. Ich habe eine ganze Menge gelernt und wir werden sehen, was ich in den nächsten 10 Jahren noch lernen kann.

Für den Politthriller habe ich ja noch ganze 4 Jahre. *räusper* Zählt politische Military-SF denn auch?

Antonia Assmann

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #12 am: 10. März 2017, 17:38:45 »
Früher wollte ich nur in aller Ruhe meine Geschichten erzählen und Zeit für Träume haben.
Dann kam ich auf die glorreiche Idee, oder ich wurde angesteckt vom Veröffentlichungswahn und ich meinte, ich müsse auch veröffentlichen.
Heute nach 5 Verlagsromanen und etlichen Kurzgeschichten, mittlerweile auch mit einer Agentur gesegnet, habe ich nur noch einen Wunsch: Ich will in Ruhe meine Geschichten erzählen, Zeit haben für meine Träume. Manche Wünsche haben sich erfüllt, aber es hat sich nie so angefühlt, wie ich es mir vorgestellt habe. Mittlerweile sind die Dinge, die sich nicht erfüllt haben, fast noch die angenehmsten. Ich werde mir demnächst sehr gut überlegen, was ich mir wünsche.

Offline Angela

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #13 am: 10. März 2017, 17:46:33 »
Mein erstes Buch hatte 750 Seiten, keine Normseiten und kein Fantasy, und klar sollte das bei einem Großverlag erscheinen.
Erst als das dann erstaunlicherweise nicht klappte, habe ich Eschbachs Tips gelesen und bin seinem Rat gefolgt und zur Leselupe gegangen. Da wollte ich immer noch zu einem großen Verlag. Dann landete ich hier und mir ging es wie Pandorah:
Mein Traum war, bei großen Verlagen zu veröffentlichen und vom Schreiben leben zu können. ;D

Dann wurde ich in den Blaustern-Bereich aufgenommen.

Seitdem finde ich Kleinverlag und Selbstverlag für mich völlig in Ordnung.    ;D

Offline Alana

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Re: Ach, was hatten wir mal Hoffnungen!
« Antwort #14 am: 10. März 2017, 17:49:26 »
Ach Nadine. Dein Thread hat mich jetzt dazu gebracht, mal meine allerersten Posts anzuschauen. Peinlich. Oje.  :versteck: Aber ich habe diesen Thread hier gefunden, den ich relativ kurz nach meiner Ankunft eröffnet habe. Und da sehe ich, wie unheimlich geduldig du mir damals geantwortet hast und es treibt mir gerade ein bisschen die Tränen in die Augen, weil mir gerade klar geworden ist, dass du wahrscheinlich eine der ersten warst, die mich auf meinen jetzigen Weg gebracht haben. Dein wirklich toller Post über Agenturen, Netzwerken etc. hat sich wohl bei mir so festgesetzt, dass ich das dann alles in Angriff genommen habe.  ;D

Und dann noch ein nettes Zitat von mir aus dem Thread:

Zitat
Mei, das hört sich jetzt an, als hätte ich wahnsinnige Ambitionen, aber eigentlich habe ich nur so den winzig kleinen Traum, dass vielleicht mal etwas von mir veröffentlicht wird.
...
Es geht ja auch nicht darum, dass man ein mittelmäßiges Buch mit aller Gewalt an den Mann bringen will, sondern genau was du schreibst, dass man wenigstens vom Lektorat gesehen werden will und nicht ungelesen in den Papierkorb wandert. Beizeiten, also so in 20 Jahren :D wenn mein erstes Buch vielleicht mal fertig ist, will ich halt einfach nur erreichen, dass, wenn ich schon abgelehnt werde, es dann deswegen passiert, weil das Buch nicht passt oder eben nicht gut ist, aber nicht, weil keiner Zeit hatte, es sich anzusehen.

Also ich fasse zusammen: Mein Traum war, nicht abgelehnt zu werden, weil sich keiner mein Zeug ansieht (check, es wurde angesehen und trotzdem abgelehnt) und vielleicht mal was zu veröffentlichen. Auch check. Im Ernst, ich habe mir letztens mal eine Liste mit den ganzen Sachen gemacht, die ich mir früher so gewünscht habe, und einige davon habe ich tatsächlich erreicht. Das war mir davor gar nicht so klar und das hat mir enorm geholfen, meine Definition von Erfolg noch mal zu überdenken.

Zitat
Seitdem finde ich Kleinverlag und Selbstverlag für mich völlig in Ordnung.    ;D

Haha, ob das der Sinn des Blausternbereichs ist? *g*

Zitat
Für den Politthriller habe ich ja noch ganze 4 Jahre. *räusper* Zählt politische Military-SF denn auch?

Na klar, wenn es auch ein Thriller ist. ;D

»Ich weiß, das kommt jetzt überraschend, aber der Tintenzirkel ist gar kein Ego-Shooter.«
- Malinche

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