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Autor Thema: Mehrere Epochen in ein und derselben Welt  (Gelesen 3821 mal)

Offline Tex

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Re: Mehrere Epochen in ein und derselben Welt
« Antwort #15 am: 02. Februar 2019, 12:10:21 »
Ui, genau mein Thema. Meine Geschichten spielen alle in derselben Welt, teilweise aber mehrere Jahrhunderte (oder mehr) versetzt.
Zu deinen Fragen: Gerade als Leser liebe ich es, wenn ich verweise auf frühere Geschichten, die ich bereits kenne, habe. Denn so bekomme ich das Gefühl, auch wirklich in derselben Welt zurück zu sein und nicht einfach nur auf einem ähnlichen Planeten. Auch das Vergessen ist dabei kein Problem, solange du es begründen kannst. Wissen geht immer wieder verloren, Artefakte erst recht. Du brauchst nur einen plausiblen Grund, weshalb Magie, die in den meisten Welten ja doch mindestens mal ein recht starkes Werkzeug ist, vergessen wird. Ich habe das zum Beispiel so gelöst, dass Magie eine zeitlang nicht nutzbar war, da man sich in einem Krieg gegenseitig mit allen Mitteln daran gehindert hatte, Magie zu verwenden. So waren die nun unnützen Kenntnisse der Magie nach drei Generationen verloren. Aber auch antimagischer Fanatismus o.Ä. könnten dafür verantwortlich sein.
Natürlich fließen aber auch die Personen der Vergangenheit in meine Geschichten mit ein. Gerade wenn sie legendäre Taten vollbracht haben. Hat dein Prota des ersten Buches beispielsweise nach langer Tyrannei den Kaiser gestürzt und damit den Weg zur Demokratie geebnet, in der dein neuer Prota lebt, wäre es unlogisch, wenn man nicht zumindest in einigen Legenden und Liedern von ihm hören würde.
Nun zur "Verewebung" der Geschichten: Da kommt es ganz darauf an, inwiefern die Bücher einem bestimmten Stil entsprechen und wieviel der ersten Geschichte für die Zweite wichtig ist. Ist dein erstes Buch mittelalterorientierte High Fantasy, deine zweite nun aber Fantasy Fiction o.Ä., sollten sich die Bücher auch unabhängig voneinander lesen lassen, da die Zielgruppe teilweise eine Andere ist. Siedeln sich beide im selben Genre an und sind auch stilistisches und thematisch ähnlich, kannst du mehr des ersten Bandes in den Zweiten mit einbauen und vorraussetzen, dass der Leser zuerst den ersten Band liest. Gerade das wird aber den Leser wohl nicht stören, sondern eher sogar freuen. Denn (zumindest für mich kann ich das sagen) der Leser kann sich so viel mehr mit der Welt identifizieren und weiß, was er von der Welt erwarten kann.

Offline Trippelschritt

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Re: Mehrere Epochen in ein und derselben Welt
« Antwort #16 am: 08. Februar 2019, 15:29:56 »
Das geht mir auch so. Meine Pentamuria-Trilogie ist das Ende eines gewaltigen Zuklusses, und die Paranaea-Trilogie beschreibt den Anfang desselben. Allerdings auf einem anderen Kontinent. Es war sogar noch ein weiteres Doppelprojekt mit zwei Parallelbänden geplant, aber da kam mir eine andere Idee dazwischen, und jetzt muss ich ers teinmal unbedingt eine Wahnsinnsserie schreiben. Aber selbst in dieser Serie gibt es eine Seeschlange namens Foss, sie in den anderen beiden Zyklen auch vorkommt und damit andeutet, dass alles ohnehin immer nur ein und dieselbe Welt/Magie/Philosophie ist. Neija?

Trippelschritt
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Offline Teben von Westend

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Re: Mehrere Epochen in ein und derselben Welt
« Antwort #17 am: 06. Oktober 2019, 20:26:46 »
Ich persönlich hab nur eins gemerkt: ich hatte in meinem ersten Roman häufig den Hang dazu, alles viel zu ausgiebig zu erklären, und das nicht gerade geschickt. Absatzweise hab ich da über die unterschiedlichen Epochen geschrieben. Mittlerweile lasse ich vieles weg bzw. konzentriere mich auf das Wichtigste, das ich dann über die Charaktere selbst einführe.

Der schicke Avatar zu meiner Linken (<---) bspw. zeigt das Wappen der Handelskompanie von Westend. Als ein Kapitän derselbigen auf das Mitglied einer Volksgruppe traf, die von der Kompanie ausgebeutet wurde, habe ich absatzlang erklärt, was genau vorgefallen ist. Heute würde ich das ganz anders machen. Der eine würde dem anderen vllt. an die Kehle springen und diese Geschehnisse nur kurz andeuten. Das reicht denke ich schon.

Ausführliche Erläuterungen hebe ich mir für den Anhang auf. Wen es interessiert, der kann ja reingucken. Wer nicht, den will ich während dem Fließtext nicht langweilen.
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Offline Yamuri

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Re: Mehrere Epochen in ein und derselben Welt
« Antwort #18 am: 09. Oktober 2019, 03:28:26 »
@zDatze:

Wie du ja weißt, hab ich ein Projekt, das sich quasi über ein Jahrzehnt hinweg zieht. Das liegt darin begründet, dass ich die Zeitabläufe realistisch darstelle, was wiederum bedeutet, eine Reise die zwei Wochen dauert, wird nicht auf einen Tag gestaucht, sondern dauert eben zwei Wochen. In diesem Projekt ist alles weniger schnellebig als bei uns und da die Konflikte überregional stattfinden, wird viel herum gereist. Berichterstattung ist nicht so einfach wie bei uns und das alles bedeutet einfach, dass sich die Ereignisse über einen längeren Zeitraum erstrecken. Meine Kapitel sind daher eher episodenhaft, aber nicht wie in einer Serie aufgebaut. Dennoch habe ich Ereignisse, die quasi vor dem Zeitabschnitt spielen, der abgebildet wird. Die Weltgeschichte ist ja schon länger.

Ich handhabe das so, dass ich einzelne Informationen einstreue, immer dann, wenn sie relevant sind für das Verhalten und wenn ich vorhabe das Ganze irgendwann vielleicht noch etwas größer auszubauen, in einem andren Buch. Die 5 Hauptbände sind ja ganz bewusst ein wenig wie eine Legendenerzählung und Ausschnitt einer Weltchronik und werden in ihrer Komposition so auch ein Einzelfall bleiben. Mir ist dabei bewusst, dass es sicher viele geben wird die das eventuell bekriteln, aber es würde sich anders falsch anfühlen.

Ich finde es übrigens toll Multiversen zu schaffen und alle Geschichten miteinander zu verweben, gerne auch Welt übergreifend. Ich habe beispielsweise in einem Projekt einfach mal erwähnt, dass ein Chara ein Buch liest, an dem ich auch schreibe, wodurch ich indirekt Werbung für andere Bücher machen kann, die ich selbst schreibe. :) Sowas finde ich auch so sehr spannend. Auch würde ich sagen: lass ruhig Aspekte aus andren Geschichten derselben Welt einfließen, oder deute Legenden an, ganz besonders dann, wenn du vorhast darüber auch zu schreiben. Kann mir vorstellen, dass das eine indirekte Werbung für die andren Bände sein kann, weil es wie ein kleiner Teaser auf ein andres deiner Projekte wäre.


“Every human being relies on and is bounded by his knowledge and experience to live. This is what we call “reality”. However, knowledge and experience are ambiguous, thus reality can become illusion. Is it not possible to think that, all human beings are living in their assumptions?” ― Masashi Kishimoto, Naruto, Vol. 42: The Secret of the Mangekyo

Offline FeeamPC

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Re: Mehrere Epochen in ein und derselben Welt
« Antwort #19 am: 09. Oktober 2019, 15:03:01 »
Mehrere Epochen habe ich auch, aber ich springe in der Zeit. 7 Bände in Reihe in der "Neuzeit" mit Anspielungen auf frühere Geschichte, eine Prota darin, die einen Zeitsprung von mehr als 1000 Jahren macht und aus der Zeit vor dem Reich stammt, mehrere Kurzgeschichten, deren Inhalt sich über 1000 Jahre verteilt, jetzt eine Geschichte, die ca. 700 Jahre vor den ersten Bänden spielt, dann ein Band, der ca. 200 Jahre vor den ersten spielt, und am Schluss gehe ich die 1000 Jahre zurück in die Vergangenheit und schreibe den Anfang.
Vielleicht kommt ganz am Ende dann noch einmal eine Fortsetzung der ersten 7 Bände, da sind nämlich etliche interessante Leute, die bestimmt noch eine Geschichte zu erzählen haben.
Warum so bunt durcheinander?
Weil sich der Weltenbau erst beim Schreiben ergeben hat. Und weil die erwähnten Rückblick-Bände zu kritischen Zeiten spielen, in denen wesentliche Grundlagen gelegt wurden, die darum hochspannend sind.
Natürlich sind diese früheren Geschichten so geschrieben, dass man sie auch für sich alleine lesen kann.
Biete für werdende Hexen folgende Kurse:
Giftmischen für Anfänger
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Offline Oneira

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Re: Mehrere Epochen in ein und derselben Welt
« Antwort #20 am: 24. Mai 2020, 17:13:48 »
Ich schreibe sehr gerne so, dass die handelnden Charaktere ein paar Aspekte der Geschichte des Landes lernen müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Zum Teil drehen sich meine Erzählungen auch darum, dass alte Ereignisse aus der Vergangenheit jetzt wieder zum Problem werden und sich eben nur kaum noch einer daran erinnert. Heißt aber nicht, dass ich nur Geschichts-Exkurse schreibe, sondern eher Brotkrumen.
Ich habe mich bisher eher an die Idee mit den Folge-Bänden gehalten, wenn ich so eine Idee zur Geschichte meiner Welt hatte. Allerdings habe ich auch Spaß daran, einen meiner Charaktere die alten Aufzeichnungen eines Anderen finden zu lassen, der wesentlich früher gelebt hat. So lässt sich die Geschichte der Welt ganz gut mit den "aktuellen" Geschehnissen kombinieren und außerdem gibt es dann, falls ich Lust habe, auch noch die Geschichte des Landes zu schreiben, schon einen Charakter, bei dem ich ansetzen kann: Den Autor dieser alten Aufzeichnungen!
Bücher sind der einzige Ort, an dem man den Charakter eines Menschen mit einem Federstrich ändern kann.

Offline Wahtaria

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Re: Mehrere Epochen in ein und derselben Welt
« Antwort #21 am: 05. Juli 2020, 10:04:23 »
Interessante Fragen!
Bei mir gibt es durch die Magie, die Möglichkeit in die Zeit zu reisen. Dadurch spielt die Geschichte automatisch in mehreren Epochen. Das war mir sehr wichtig, weil ich die Vergangenheit der Welt, die für meine Geschichte sehr wichtig ist, erlebbar machen wollte für die Leser. So wird es auch vorkommen das bestimmte Figuren einerseits in der Zeitreise aktiv auftauchen, aber auch in Schriften, Geschichten und Legenden behandelt werden.
Finde das sehr interessant und mag es damit zu spielen.
Auch finde ich es als Leser toll, mehrere Abenteuer in einer Welt zu erleben, auch wenn es nur wenige zusammenhängende Fäden gibt.

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