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Autor Thema: Raus aus der Anonymität  (Gelesen 6367 mal)

Offline Alana

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #45 am: 20. Juni 2016, 16:32:35 »
Genau, früher hatte ich die Fee mit Machandel dort stehen. :)

Ich denke, jeder muss selbst wissen, wie paranoid er in dieser Beziehung ist. Ich finde es einfach nicht richtig, dass das deutsche Gesetz einen quasi dazu zwingt, sich im Impressum einer Website zu outen. Ich wäre für eine Registrierungsdatei, die unter Verschluss ist, also nicht öffentlich einsehbar so wie denic, sondern nur mit Gerichtsbeschluss etc., und über die bei Verdacht auf Gesetzesverstoß eine Kontaktaufnahme stattfinden kann. Für mich geht es dabei nicht nur um meine Anonymität, sondern auch ein wenig ums Prinzip. Illegale Raubkopierer entziehen sich dem Zugriff des Gesetzes durch Server auf irgendwelchen Inseln, ohne dass da nennenswerte Anstrengungen unternommen werden, dies zu unterbinden. Leute wie wir, die sich wirklich bemühen, sich an die Gesetze zu halten, werden dagegen von vorne bis hinten gegängelt und ihnen wird quasi jedes Recht auf Datenschutz entzogen. Das geht mir gewaltig gegen den Strich.

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Online Maja

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #46 am: 20. Juni 2016, 17:01:30 »
Eine Sache, die hier noch nicht angesprochen worden ist: Leider ist die Frage nach Anonymität oder nicht Anonymität eine, die man im Zweifelsfall nicht in der Hand hat. Auch Leute, die nie irgendwo offen ihre Adresse gepostet haben, bekommen im Falle einer Internetschlammschlacht ganz schnell ein "Ich weiß, wo du wohnst!" um die Ohren gehauen. Dann postet jemand anderes die Adresse, wo immer der sie herhaben mag, dann werden die Vergewaltigungsphantasien mit einem Foto des Hauses begleitet ... Es ist widerwärtig, aber leider Fakt: Wenn euch jemand fertigmachen will, weil ihr die falsche Meinung habt oder das falsche Geschlecht, zum Beispiel in der Kombination "Frau/Fußballkommentator", liegt die Anonymität nicht mehr in der eigenen Macht.

Die einzige Künstlerin, von der ich weiß, dass sie wirklich erfolgreich ihre Anonymiutät hütet, ist Barbara.. Aber wie lange sie das noch durchhält, steht in den Sternen.
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Offline Zitkalasa

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #47 am: 20. Juni 2016, 18:10:41 »
Noch nie von "Barbara" gehört.

Nur weil Hater immer einen Weg finden, muss man es ihnen auch nicht allzu leicht machen, finde ich.

Offline Tigermöhre

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #48 am: 20. Juni 2016, 18:36:12 »
Erstmal noch ganz vielen Dank für eure ganzen Geschichten. :gruppenknuddel:

Ich bin jetzt wirklich einen ersten Schritt gegangen, und habe angefangen, einige von Euch bei Twitter zu verfolgen (also, falls ihr euch fragt, wer die mit dem avatarlosen Account und dem Doppelnamen ist, das bin ich ;D)
Meinen Account hier öffentlich zu machen, also eine namentliche Verknüpfung zu erstellen, das kann ich noch nicht. Dafür brauche ich noch ein wenig Zeit, um mich daran zu gewöhnen. (Was wahrscheinlich etwas albern erscheint, aber trotzdem.)

@Maja was ist mit Walter Moers? Von ihm gibt es ein veraltetes Foto und nur Informationen, von denen niemand weiß was wahr ist im Netz.

Die Kontrolle über die eigene Anonymität, ist natürlich ein Problem. Man denke da an den Streisand-Effekt. Da ist es wahrscheinlcih wirklich besser, kontrolliert mehr Informationen rauszugeben, als dass irgendwelche Idioten das machen.

Die Impressumspflicht kann man mittlerweile ja relativ einfach durch ein Impressumsservice umgehen, aber ich finde sie auch ziemlich fragwürdig.

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Offline Alana

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #49 am: 20. Juni 2016, 18:44:35 »
Ich finde die Impressumspflicht an sich gut. Aber meiner Meinung nach würde es ausreichen, verpflichtend eine Handynummer und eine E-Mail-Adresse anzugeben, unter der man den Seitenbetreiber schnell erreichen kann. Private Daten wie Realname und Adresse sollte man meiner Meinung nach schützen dürfen, meinetwegen, in dem an sie in einem bundesweiten Verzeichnis hinterlegt, das nur die Polizei einsehen kann. Oder so.

@Maja: Gerade deswegen ist es mir so wichtig, damit geizig umzugehen. Klar, wenn jemand an die Daten ran will und genug kriminelle Energie aufbringt, schafft er das, aber gegen solche Leute kann man sich dann eh nicht schützen. Aber ein Shitstorm mit "Ich weiß, wo du wohnst", wird sehr viel schwieriger, wenn man die Adresse nicht einfach so finden kann und sich die Leute, die die Adresse haben, an einer Hand abzählen lassen.

Letztendlich ist das alles nur bis zu einem gewissen Grad ein Schutz, aber mir ist er dennoch wichtig. Mich gruselt es immer, wenn ich sehe, wie manche Leute mit ihren Daten umgehen und was Leute teilweise auf Facebook posten. Am schlimmsten fand ich eine Mutter, die ein Foto ihrer süßen Tochter vor deren Schulgebäude postete, und noch drüber schrieb, welche Schule das ist. Anleitung zum Abholen.  :gähn:

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Gabryel

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #50 am: 20. Juni 2016, 19:06:04 »
Wie bitte? Da wird mir ja spontan ganz anders! Es gibt echt Leute, die gibt's gar nicht.  :wums:

Die Impressumspflicht ist vor allem dann natürlich blöd, wenn man von zu Hause aus selbständig ist. Dafür kann man allerdings auch ein Briefkastenbüro mieten, wenn man ganz sicher gehen will - so richtig beschäftigt habe ich mich damit nicht, aber ich weiß, dass es die gibt. Oder ein Postfach, das geht meiner zugegebenermaßen halbinformierten Meinung nach auch. Es muss ja nur eine Postadresse geben, unter der man schriftlich zu erreichen ist. Ich finde das allerdings sehr wichtig, weil ich nicht nur ein Mal auf der anderen Seite stand. Eine Kundin, mit der ich nur via Mail Kontakt hatte, hat mich z.B. schlicht nicht bezahlt, oder ein Fotograf, der Geld nahm, hat die Fotos nicht in einem verwertbaren Format herausgerückt. Da habe ich mich zwar an ... ähm ... ich meine die Verbraucherzentrale gewandt mit dem Hinweis auf fehlendes Impressum etc., aber eine Postadresse, wo ich ein juristisches Schreiben hätte hinschicken können, wäre mir lieber gewesen.

Offline Moni

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #51 am: 27. Juni 2016, 16:58:18 »
Noch nie von "Barbara" gehört.

Guckst du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Barbara_(K%C3%BCnstler) Ich musste sie allerdings auch erstmal googlen, war mir gar kein Begriff.  ;D


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Offline Fianna

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #52 am: 27. Juni 2016, 19:22:21 »
Als ich mein Impressum zuletzt aktualisiert habe, durfte man kein Postfach nehmen.
Ich habe meins extra dafür behalten, weil es nur Einrichtungsgebühren hatte, aber das wär nicht gesetzeskonform gewesen.
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Gabryel

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #53 am: 27. Juni 2016, 19:56:55 »
Ah, dann entschuldige ich mich für mein gefährliches Halbwissen. Das Briefkastenbüro sollte allerdings zulässig sein. Es gibt Firmen, die quasi "nur den Briefkasten" für Firmenadressen vermieten, eben für Freischaffende und Kleinstunternehmer. Das, was wir uns angeschaut hatten, hatte dann auch einige Büro-Räume, die man sich dann für beispielsweise ein Meeting stundenweise mieten konnte. War uns allerdings auch etwas zu teuer, und zu weot weg. Den Briefkasten muss man ja trotzdem regelmäßig kontrollieren.

Offline Zitkalasa

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #54 am: 27. Juni 2016, 21:14:02 »
An dieser Stelle möchte ich auf diesen Thread verweisen: Autorenhomepage: Das verzwickte Impressum. Bevor wir die gleichen Themen hier nocheinmal durchgehen oder vom Thread abkommen. :)

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