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Autor Thema: Raus aus der Anonymität  (Gelesen 6368 mal)

Offline Tigermöhre

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Raus aus der Anonymität
« am: 10. Juni 2016, 11:10:56 »
Hallo ihr Lieben,

ich bin mir nicht ganz sicher, wo das Thema hinsoll, weil es in meinem Fall schon irgendwie zum Schreiben gehört, aber doch eigentlich allgemeiner ist.
Es beschäftigt mich jedenfalls schon seit einer Weile.
Ich habe sehr ausdrücklich gelernt, dass man im Internet niemalsnie seinen Namen preisgibt. Und das sitzt wahnsinnig tief in mir drin. ::)
Nun möchte ich irgendwann auch veröffentlichen - unter meinem echten Namen. Warum auch nicht? Ich habe nichts zu verbergen, und ich mag meinen Namen. Aber ich kann es nicht.
Ich würde eigentlich gerne bloggen - aber da muss ich meinen Namen angeben. Ich habe vor Kurzem mir einen Twitteraccount angelegt, mit meinem realen Vornamen. Auch um andere Zirkler zu folgen. Aber ich traue mich nicht, ihn zu verraten. :versteck:
Mittlerweile kennen hier ein paar meinen Namen. Aber es ist immer ein unangenehmes Gefühl, mich so preiszugeben.

Habt ihr Tipps und Tricks, wie ich mich aus meinem Anonymitätszwang befreien kann? Denn rational sehe ich keinen Grund (mehr) mich zu verstecken, nur die Gefühle spielen da einfach nicht mit.
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Offline Tintenteufel

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #1 am: 10. Juni 2016, 11:17:27 »
Ein etwas unorthodoxer Vorschlag:
Versuch zu akzeptieren, dass du auch unter deinem Realnamen noch anonym bist? Twitter hat Edit: 300+ Millionen monatlich aktive Nutzer. Du bist auf Twitter mit deinem Klarnamen anonymer als in jeder Großstadt des Planeten. :)
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Offline Tigermöhre

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #2 am: 10. Juni 2016, 11:22:07 »
Ein etwas unorthodoxer Vorschlag:
Versuch zu akzeptieren, dass du auch unter deinem Realnamen noch anonym bist? Twitter hat 300+ monatlich aktive Nutzer. Du bist auf Twitter mit deinem Klarnamen anonymer als in jeder Großstadt des Planeten. :)

Ne, bin ich nicht. ;) Mein Klarnamen gibt es in Deutschland 2x. Mich und meine Namenspatin. Und falls es sich doch geändert hat, findet man im Internet nur uns beide. Mein Nachname ist zwar nicht ganz so extrem, aber auch sehr selten. Mit einem Allerweltsnamen würde es mir vielleicht auch leichter fallen.
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Offline Franziska

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #3 am: 10. Juni 2016, 11:22:38 »
Ich kann das ein bisschen verstehen, mir ging es früher auch so. Name und Adresse im Impressum? Bloß nicht! Echter Name auf Facebook? Mein Foto im Internet? Hilfe!
Besonders wenn man gelernt hat da immer vorsichtig zu sein und vielleicht mal politisch aktiv war oder so.
Inzwischen bin ich da sehr viel offener geworden. Da hat der Drang einen Blog zu machen doch überwogen und mir ist bisher zweimal etwas zum Rezensieren an meine Adresse geschickt worden. Ansonsten habe ich da noch nie was erlebt.
Wenn man jetzt einen politisch kontroversen Blog hat oder so, wäre ich auch vorstichtig. Aber als Autor glaube ich eher nicht, dass man da was befürchten muss. (solange du in deinen Büchern keine Katzen tötest  ;) )
Dein Name ist ja recht ungewöhnlich. Wenn du nicht möchtest, dass jeder dich daran erkennt, würde ich ein Pseudonym nehmen.
Wie du jetzt diese Angst überwindest? Ich weiß es auch nicht. Ich würde vielleicht erstmal klein anfangen. Mach einen Blog schreib deinen Namen ins Impressum so, dass man ihn nicht googeln kann. Guck, wie du dich damit fühlst. Wenn es okay ist, versuche vielleicht eine Kurzgeschichte unter deinem Namen zu veröffentlichen.

Und ansonsten sag ich mir immer, ob nun unter Pseudonym oder nicht, die NSA kann sowieso alles zurückverfolgen und weiß sowieso alles. :omn:

Offline Tintenteufel

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #4 am: 10. Juni 2016, 11:38:51 »
Ein etwas unorthodoxer Vorschlag:
Versuch zu akzeptieren, dass du auch unter deinem Realnamen noch anonym bist? Twitter hat 300+ monatlich aktive Nutzer. Du bist auf Twitter mit deinem Klarnamen anonymer als in jeder Großstadt des Planeten. :)

Ne, bin ich nicht. ;) Mein Klarnamen gibt es in Deutschland 2x. Mich und meine Namenspatin. Und falls es sich doch geändert hat, findet man im Internet nur uns beide. Mein Nachname ist zwar nicht ganz so extrem, aber auch sehr selten. Mit einem Allerweltsnamen würde es mir vielleicht auch leichter fallen.

Naja, nur der Name allein holt einen noch nicht aus der Anonymität raus. Selbst wenn der einigermaßen selten ist - auf Facebook tummeln sich mehr Leute unserer Altersklasse, als in Europa leben. Ne knappe Milliarde Menschen. Es wird halt einfach nicht anonymer. Die Anonymität ist eine andere, ja zugegeben. Man kennt deinen Namen - aber noch nicht deine Adresse, dein Geschlecht, dein Gesicht und alles andere. Was auch - Schock schwere Not! - alles Falschangaben sein könnten. Man weiß auch nicht, ob dein Name echt ist. Oder ob es nicht ein Pseudonym ist.
Und all diese Dinge sind für den etwas schmierigen Kassierer, der dir letzte Woche anzüglich ins Dekollete gelinst hat, mit deiner Bankkarte genau so einfach rauszukriegen. Vielleicht einfacher, weil er mit einem Besuch oder Anruf beim Einwohnermeldeamt auch direkt deine Telefonnummer, Adresse und wahrscheinlich Sozialversicherungsnummer bekommt. Kostet ihn eine halbe Stunde und 2.50€

Womit ich sagen will: Das Internet ist noch eine ganze Ecke anonymer als ein durch bürokratisierter Staat wie unserer.
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Offline Ryadne

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #5 am: 10. Juni 2016, 11:48:45 »
Ich sehe das ähnlich wie Franziska. Wenn ich früher meinen Namen im Netz gefunden habe, habe ich die Admins angeschrieben und um Löschung gebeten.

Im Studium habe ich dann aber angefangen, Artikel online zu veröffentlichen und ein Dozent riet mir, das unter meinem Realnamen zu machen, damit ich mich mit den Artikeln bewerben kann. Das war für mich eine neue Sichtweise, weil es vorher ja immer eher hieß, man solle gerade in Hinblick auf Bewerbungen den Namen verbergen.
Mein Rat an dich wäre deshalb: Bring deinen Namen mit Positivem in Verbindung. Falls es dir liegt, veröffentliche z. B. irgendwo Gast-Beiträge oder bau dir eine Followerschaft bei Twitter auf (ich mag den Begriff nicht  ::)). Mir hat das geholfen, den "Anonymitätszwang" abzubauen, da auf diese Art z. B. auch Presseanfragen und so reinkamen. Bei einem realistischen Pseudonym wäre es vermutlich nicht anders gewesen, aber offenkundige Nicknames schrecken die Leute meiner Erfahrung nach inzwischen eher ab.

Ganz die Paranoia abbauen, kann ich leider trotzdem nicht, vor allem wegen des Impressums. Ich versuche mich damit zu beruhigen, dass auch in Telefonbüchern die Klarnamen mit voller Adresse stehen, aber ein ungutes Gefühl bleibt. Ich denke, bis zu einem gewissen Grad ist das einfach auch eine Typfrage.

magico

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #6 am: 10. Juni 2016, 11:54:21 »
Zitat von: Tintenteufel
Das Internet ist noch eine ganze Ecke anonymer als ein durch bürokratisierter Staat wie unserer.

Das hat nicht ausschließlich mit einem Staat zu tun. Wirtschaftskonzerne haben ein mindestens ebenso großes Interesse an Kundenprofilen.

Offline Tigermöhre

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #7 am: 10. Juni 2016, 12:00:52 »
@Franziska ich glaube, du kennst nur meinen (auch ungewöhnlichen) Spitznamen. Ich habe meinen Vornamen mal bei google eingegeben. 487 Ergebnisse :o (und nein, das ist nicht nur Deutschland, sondern überall.)
Das Impressum nicht googlebar zu machen, wäre vielleicht eine Idee. Und keine Angst, ich töte keine Kätzchen. ;) Ein Pseudonym möchte ich ja gerade nicht. Ich habe da wirklich lange drüber nachgedacht, und mich dann bewusst für meinen Namen entschieden.

@Tintenteufel ja, wenn man mich nicht gerade bewusst sucht, dann findet man mich nicht. Das stimmt schon. Es ist nur einfach dieses "Das darf man nicht"-Gefühl. (Mein Vater ist IT-ler und vor dem Web 2.0 war das mit der Anonymität ja deutlich extremer. Das habe ich einfach volle Kanne abbekommen.)

Ich möchte halt auch dazu stehen, was ich mache. Ich möchte auch, dass die Zirkler wissen, wer hinter dem Nicknamen "Tigermöhre" steht. Aber ich trau mich nicht.
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Offline Malinche

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #8 am: 10. Juni 2016, 12:04:34 »
Ich fühlte mich anfangs vor allem wegen des Impressums unbehaglich, aber da hat es geholfen, Erfahrungen anderer - vor allem Tintenzirkler - zu lesen und mir klar zu machen, dass es in den allermeisten Fällen überhaupt keine negativen Auswirkungen hat, wenn da Klarname und Adresse stehen. Ich mache mir da wesentlich mehr Gedanken über das, was ich jenseits meines Namens und der Impressumsdaten preisgebe.

Ryadnes Hinweis finde ich aber sehr gut: Verbinde deinen Namen mit etwas Positivem. Ich habe da ähnliche Erfahrungen gemacht. (Beispiel: Ich blogge seit Jahren zum Thema Perú und Lateinamerika allgemein, und das hat mir auch schon interessante und hilfreiche Kontakte eingebracht. Der Mann, der letztes Jahr meinen Vogelkäfig gekauft hat, stieß wohl beim Googlen meines Namens auf meinen Blog und reichte ihn direkt an einen Kollegen weiter, der sich in meiner Stadt sehr stark in einem perubezogenen Netzwerk mit Infoveranstaltungen und allem möglichen engagiert - der schrieb mich dann auch an, das war schon witzig.)

Nächster Punkt: Auch wenn du im Impressum deinen Klarnamen angibst - wenn du deinen Blog z.B. als "Tigermöhres Blog" führst, wird er für die Mehrzahl der Leser in erster Linie Tigermöhres Blog sein und nicht der von Persephone Meyer-Rottenbach (frei erfundenes Beispiel). Ansonsten könntest du auch versuchen, deinen einzigartigen Klarnamen als etwas Positives zu begreifen: Er bleibt deinen Lesern im Gedächtnis. :)
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Offline Nuya

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #9 am: 10. Juni 2016, 12:13:21 »
Hier wurde schon ganz viel geschrieben, dem ich mich anschließe. Nur ein Zusatz: Jetzt bin ich verdammt neugierig auf deinen Namen. ;D
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Offline Valkyrie Tina

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #10 am: 10. Juni 2016, 12:21:16 »
Das Meiste wurde schon gesagt. Aber, was du beschreibst, ist absolut nicht ungewöhnlich. Ich kenne ganz viele Leute, die das gleiche Problem haben, und es wurde in Deutschland auch ganz lange propagiert, dass du im Internet immer vorsichtig sein musst, und auf gar keinen Fall irgendwas preisgeben darfst, und wenn du es tust, können furchtbar schlimme Dinge passieren.

Zum Vergleich: ich wohne in Schweden. Mein Name in der Kombination ist meines Wissens weltweit einzigartig. Wenn du meinen Namen googlest, findest du nicht nur meinen Blog, sondern meine Adresse, eine halboffizielle Seite, wo du dir das Haus in dem ich wohne, ansehen kannst, und wenn du meine Personennummer rausbekommst, was recht einfach ist, kannst du bei der Steuerbehörde offiziell anfragen, was ich verdiene. Und das ist einfach so. Und das ist nicht nur bei mir so, sondern bei allen Schweden. Ich fand das auch am Anfang komisch, mittlerweile hab ich mich aber dran gewöhnt, und ich finde es ehrlich gesagt total befreiend, nicht bei jedem Schritt Angst haben zu müssen.

(Die andere Seite ist natürlich, dass die Mentalität eine ganz andere ist. Telefon oder Haus zu Hausverkäufer sind hier quasi unbekannt, und niemand stößt sich daran, wenn ein Anwalt z.b. Fantasybücher veröffentlicht.

Offline Shedzyala

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #11 am: 10. Juni 2016, 12:31:41 »
Ich will dir hier auch einmal Mut aussprechen :knuddel: und das Wichtigste haben ja viele andere auch schon gesagt :)

Ich kann sonst von mir sagen, dass die Kombination aus meinem Vor- und Nachnamen auch einzigartig zu sein scheint oder andere mit dieser Kombination nicht online aktiv zu sein scheinen. Zumindest findet man bei Eingabe meines namens nur mich und auf den hinteren Googleseiten Menschen mit selbem Nachnamen (viele davon mit mir verwandt …). Und dennoch habe ich schon mit meine ersten Internetanschluss mit 13 begonnen, auch unter meinem Klarnamen online zu sein – meinen Eltern hatten keine Ahnung, was dieses Internet ist ;D Und weißt du was – das Internet vergisst doch. Zumindest finde ich keine Rückstände meiner Teenagerzeit mehr (vielleicht wenn man ganz explizit und geduldig suchen würde), sondern nur Seiten auf denen ich mit Dingen verknüpft bin, hinter denen ich stehe. Wer also online nach mir sucht, bekommt genau das Bild von mir, das er bekommen soll. Da gibt es Schlimmeres :)
Wenn sie dich hängen wollen, bitte um ein Glas Wasser. Man weiß nie, was passiert, ehe sie es bringen …
– Andrzej Sapkowski, Die Dame vom See


Offline Tigermöhre

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #12 am: 10. Juni 2016, 12:34:21 »
Danke für euren Zuspruch. :gruppenknuddel:
Es tut mir echt gut, einfach mal darüber zu reden. Und wahrscheinlich ist es auch sinnvoll, positive Ergebnisse zu schaffen, bevor ich etwas veröffentliche. Sonst steht da irgendwann ganz blöder Kram ganz weit oben ...

@Nuya  :) soll ich ihn verraten? Ich glaube, dafür brauche ich noch ein bißchen. Und keine Plattform, auf der mich gerade alle anstarren. ;)

@Valkyrie Tina  das oben war nur mein Vorname. In Kombination mit meinem Nachnamen findet er nichts, wenn ich es in Anführungszeichen schreibe, aber 3 Einträge ohne Anführungszeichen. Einer davon bin sogar ich in einer veralteten Adressdatenbank. ;D (Ja, ich schaffe es, sehr anonym zu sein.) Aber gut zu wissen, dass andere Länder da deutlich entspannter sind.
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Offline Moni

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #13 am: 10. Juni 2016, 12:51:45 »
Ich habe seit über 10 Jahren im Impressum meiner Webseiten meinen vollen Namen, samt Telefonnummer und Anschrift stehen. Bisher hatte ich keine Probleme damit, leider hat mir auch noch niemand einen Sack Gold vor die Tür gelegt.  ;D
Ich bin natürlich nicht wirklich präsent, seit ein paar Jahren liegen meine Seiten quasi brach, aber trotzdem, die Daten sind ja vorhanden. Bei Maja ist es ja zum Beispiel auch so, durch den Tintenzirkel, ihre Webseiten und die Veröffentlichungen unter ihrem richtigen Namen. Sie hat aber, soweit ich weiß, auch noch nie Probleme deswegen gehabt.


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Offline Anjana

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Re: Raus aus der Anonymität
« Antwort #14 am: 10. Juni 2016, 14:01:39 »
Also meinen Namen gibt es laut Google weltweit nur ein einziges Mal. (Wenn man von einem Rollenamen bei "In aller Freundschaft" absieht)

Auf meiner offiziellen Homepage ist meine gesamte Adresse zu finden, ebenso in meinem Schreibforum. Über Google taucht der Tintenklecks gar nicht auf, meine Homepage natürlich schon (ist ja auch gewollt^^). Das offizielle Foto der Homepage ist ebenfalls zu finden (und wie ich entdeckt habe, Illustrationen meiner Nimmermärchengeschichte :)).
Bei Facebook bin ich nur inoffiziell, also nicht identifizierbar und bei Xing sind ebenfalls nur berufliche Infos zu finden und dort ist keine Adresse angegeben.
Dennoch glaube ich nicht, dass ich so viel einfacher zu finden bin, als jemand von 30 Jahren, der im Telefonbuch stand. Was viel wichtiger ist, ist, dass man kontrolliert, was über einen im Netz zu finden ist. Und das bedeutet für mich beispielsweise, ich nutze Facebook rein privat (eigentlich sogar gar nicht) und habe hohe Privatsphäreeinstellungen, verknüpfe keine Profile, bzw. nur sehr überlegt und bewusst und achte generell, wie ich im Internet auftrete.
Aber, dass es meinen Namen im Grunde nur 1x gibt, weiß ja niemand. Da mein Name einer Stadt sehr ähnelt, habe ich in der Bildersuche soviele verschiedene Treffer, dass niemand einschätzen könnte, ob da noch mehr mit meinem Namen drunter sind.
Ob jemand meine Adresse rausfinden kann, ist da meine kleinste Sorge. Die findet man (ggf. vielleicht mit Hilfe) mit einigen Tricks ganz problemlos, wenn der Gesuchte elektronisch erfasst ist. Schon eine Emailadresse kann vollkommen ausreichen.


Für mich stellt sich also die Frage: Vor was genau hast du denn Angst? Stalkern? Die Wahrscheinlichkeit, sich so jemanden außerhalb des persönlichen Bekanntenkreis einzufangen, ist verschwindend gering. Dass jemand deine Identität klaut? Das passiert ob dein Name nun mit dir in Verbindung gebracht wird oder nicht und ist ebenfalls eher unwahrscheinlich. Fan- oder Hasspost an deine Adresse? Wenn du nicht gerade zu einer Person öffentlichen Interesses wirst, ist auch da die Wahrscheinlichkeit eher geringer, der Weg über eine Email ist doch viel einfacher. Angst davor, dass dir deine Aussagen in den Rücken fallen könnten? Das ist ja auch nicht anders als im realen Leben.
Angst davor, nicht mehr so offen/spontan/unüberlegt sein zu können, weil die Anonymität wegfällt? Das ist für mich der einzige Punkt, den ich für mich manchmal sehr schade finde.

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