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Autor Thema: Angst und Leiden  (Gelesen 3885 mal)

Offline Lilith

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Re: Angst und Leiden
« Antwort #15 am: 29. Februar 2016, 11:18:59 »
Es geht nicht nur mir so? Wie schön  ;)

Meine größte Angst ist es schlecht zu schreiben. Diese Erwartungshaltung, dass das Geschriebene sofort gut sein muss hemmt irrsinnig. Sehr schlimm ist es, wenn ich länger nicht geschrieben habe oder ein neues Projekt anfange. Da brauche ich für die ersten Sätze Stunden, weil ich sie immer wieder umschreibe.
Ich helfe mir manchmal damit, in dem ich erstmal bruchstückhaft aufschreibe was in der Szene passiert und die Sätze erst danach ausformuliere. Oder ich schreibe ein paar Zeilen an etwas völlig anderem nur um in Schreibfluss zu kommen. Manchmal schreibe ich auch innere Monologe, in denen ich mich selbst schimpfe und verfluche und mich ermahne, dass der 1. Entwurf nicht unbedingt gut sein muss und fange erst dann mit der Geschichte an. Manchmal muss ich mein perfektionistisches Gehirn ein wenig austricksen ...

Dann natürlich die Angst vor der Textkritik, was wenn die ganze Arbeit umsonst war? Was wenn ich eine ganz miese Schriftstellerin bin?
Als ich das erste Mal ein paar Seiten (die ich für wirklich gut empfunden habe) ausgedruckt habe und meinem Mann zum Lesen gegeben habe, bin ich aus der Wohnung geflüchtet, aus Angst er könnte mich für das Geschriebene auslachen. Mittlerweile gehe ich nur mehr ins Nebenzimmer, atme ein paar Mal tief durch und stelle mich dann der Kritik  ;D

Dabei wäre es so einfach. Hinsetzen und das tun, was ich liebe - schreiben und überarbeiten. Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal so weit bin, ohne vorher ewig darauf hinarbeiten zu müssen. So viel Zeit, die ich besser zum Schreiben nutzen sollte ...

NaviiasQuest

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Re: Angst und Leiden
« Antwort #16 am: 29. Februar 2016, 17:08:25 »
Interessantes Thema!

Ich muss sagen, dass meine Angst, zu versagen und mit der wachsenden Konkurrenz nicht mithalten zu können (in Sachen qualitativer und quantitativer!) Textarbeit, ist auch einer der Gründe, warum ich mich komplett auf Social Media zurückgezogen habe. Und auch ein wenig aus dem Forum, weil mir die Kraft gefehlt hat, nach Außen zu kommunizieren. Und das tut es immer noch, deswegen bin ich zwar häufig hier, aber nicht sehr aktiv.

Früher habe ich nur geschrieben, was ich wollte, was mir Spaß gemacht hat.
Auf einmal ist der Kopf an. Und man bekommt auf der Facebook Timeline einen Messerstich nach dem anderen. "JUHU - mein achtes Buch wird veröffentlicht!" "JUHU - ein Sechsbuchvertrag!" "Vielen Dank für 100000000 Fans!" "Ich bin so froh, dass ich in der 54. Auflage bin" ... Ist natürlich etwas überspitzt, aber so sehr man sich für liebe Kollegen freut, man sitzt vor dem eigenen, leeren Blatt und denkt sich: Ähm. Ja. Und ich?
Und dann wächst der Druck, noch besser, schneller und stärker zu sein. Deswegen mag ich Social Media nicht mehr, weil man so unheimlich perfekt sein muss.

Ich weiß, das kommt vielleicht doof rüber, weil ich zu denjenigen gehöre, die jetzt bei einem großen Verlag sind. Aber ich habe vier Jahre an einem Roman geschustert, in derselben Zeit haben andere einen Kleinwagen verdient und acht Romane rausgebracht.
Gleichzeitig gibt es so viele, die noch ganz am Anfang stehen: Ohne Agentur, mit einem Traum. Und dieser Traum ist das wertvollste überhaupt!
Für mich hat der Schritt in die Öffentlichkeit mit dem eigenen Baby dazu geführt, dass das Schreiben Arbeit geworden ist. Aber eine Arbeit, die ich für nichts in der Welt eintauschen möchte. Weil die Stunden, die ich mit meinen Protagonisten das schönste Gefühl sind. Weil mir kein Beruf der Welt so viel Spaß macht, wie das schreiben. Aber es ist genau das: Arbeit.
Die Leichtigkeit geht verloren. Und hinzu kommen Ängste, Zweifel und Sorgen.
Aber was unheimlich gut tut sind Foren wie diese, weil man dadurch einfach nochmal gesagt bekommt, dass man nicht alleine dasteht.
Danke für eure Beiträge!





Offline Shea

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Re: Angst und Leiden
« Antwort #17 am: 02. März 2016, 09:52:41 »
Ich muss sagen, dass mich mittlerweile immer mehr das Gefühl überkommt das Schreiben einfach "verlernt" zu haben. Wenn ich daran denke wie viel ich damals einfach vor mich hingeschrieben habe, ohne mir groß einen Kopf darüber zu machen, ob das nun gut oder schlecht ist, sondern einfach nur um der Phantasie freien Lauf zu lassen... Blöcke und Hefte habe ich vollgeschrieben. Und jetzt... nichts mehr. Rein GAR nichts. Zumindest nichts, was dem eigenen Kritiker standhalten würde und irgendwann während der letzten Monate ist mir auch jeglicher Spaß abhanden gekommen. Es liegt nicht daran, dass keine Ideen vorhanden wären und ich hänge unglaublich an meinen Geschichten und Charakteren, aber es gelingt mir mittlerweile einfach nicht mehr diese "Blockade" in meinem Kopf zu überwinden. Es ist alles einfach nicht GUT genug. Für mich nicht und somit noch viel weniger für eventuelle Leser, die natürlich ohnehin nur im Freundeskreis zu finden sind, denn selbst wenn ich in all den Jahren tatsächlich etwas beendet hätte, hätte ich gar nicht erst den Mut mich damit irgendwo zu bewerben. Dass dies gänzlich kontraproduktiv für den doch irgendwo vorhandenen Veröffentlichungs-Traum ist, muss ich gerade hier wohl nicht erwähnen.  :seufz:

Ich freue mich unheimlich, wenn ich auf meiner FB-Liste sehe, dass einer meiner Lieblingsmenschen es mit dem nächsten und nächsten und nächsten Roman wieder geschafft hat, Lesungen anstehen, Pseudonyme mit weiteren Veröffentlichungen aus dem Boden sprießen, aber im gleichen Moment frage ich mich, woran es tatsächlich bei MIR liegt, dass es nicht klappt. Ist der eigene Anspruch zu hoch? Erwarte ich zu viel von mir und meinen Ideen? Was, wenn es mir gefällt und alle anderen es für Schrott halten, weil es eben nicht in die allzeit heißgeliebte Romantasy-Schiene geht (ja, es tut mir leid, ich bin sowas von kein Fan davon).

Einerseits ist es schön zu lesen, dass man damit nicht alleine ist und vielleicht macht das die Gedanken über dieses Thema etwas leichter, aber auf der anderen Seite ist es schon irgendwie... traurig.  :(

Offline Tigermöhre

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Re: Angst und Leiden
« Antwort #18 am: 02. März 2016, 14:21:52 »
Es liegt nicht daran, dass keine Ideen vorhanden wären und ich hänge unglaublich an meinen Geschichten und Charakteren, aber es gelingt mir mittlerweile einfach nicht mehr diese "Blockade" in meinem Kopf zu überwinden. Es ist alles einfach nicht GUT genug. Für mich nicht und somit noch viel weniger für eventuelle Leser, die natürlich ohnehin nur im Freundeskreis zu finden sind, denn selbst wenn ich in all den Jahren tatsächlich etwas beendet hätte, hätte ich gar nicht erst den Mut mich damit irgendwo zu bewerben. Dass dies gänzlich kontraproduktiv für den doch irgendwo vorhandenen Veröffentlichungs-Traum ist, muss ich gerade hier wohl nicht erwähnen.  :seufz:

Ich habe war auch noch nicht veröffentlicht und kenne diese Gedanken und Angst nur zu gut.
Was mir dagegen geholfen hat, ist ein im Verlag veröffentliches echt schlechtes Buch zu lesen. Du glaubst echt nicht, was es da für Schund gibt. Besser als die bin ich allemal, und dann kann ich das auch herumzeigen.
Es fällt mir zwar immer noch schwer, mich der Kritik zu stellen, aber es wird von Mal zu Mal besser, je öfter ich ein Manuskript zeige.
      Damals, als wir noch jung und unschuldig waren - jetzt sind wir nur noch und.

Offline canis lupus niger

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Re: Angst und Leiden
« Antwort #19 am: 07. März 2016, 22:54:20 »
Was mir dagegen geholfen hat, ist ein im Verlag veröffentliches echt schlechtes Buch zu lesen. Du glaubst echt nicht, was es da für Schund gibt. Besser als die bin ich allemal, und dann kann ich das auch herumzeigen.
Es fällt mir zwar immer noch schwer, mich der Kritik zu stellen, aber es wird von Mal zu Mal besser, je öfter ich ein Manuskript zeige.

Für solche Zwecke ziehe ich immer wieder gerne die Laura-Reihe von Peter Freund zum Vergleich heran. Erschienen im Hardcover bei Bastei-Lübbe und in mehrere Sprachen übersetzt.  ;D Und wirklich ziemlich  schlecht geschrieben.

Ähnlich wie Du handhabe auch ich meine Schwächen und Fehler, Tigermöhre. Ich WEISS, dass ich ganz gut mit Worten umgehen kann , aber auch, dass ich in der Anwendung bestimmter Techniken und Stilmittel kleine bis unangenehm große Schwächen habe. Da hilft es mir, nicht nur aktuelle Verlagsveröffentlichungen in schlechter Qualität zu lesen, sondern zum Beispiel auch sehr erfolgreich gewesene Bücher vergangener Jahrzehnte, bis hin zu echten Weltbestsellern, die vielleicht nur schlecht übersetzt sind. Gut, für die Übersetzung ist weniger der Autor als der Verlag verantwortlich. Trotzdem zeigt es mir, dass auch die Großen ihre kleinen Fehler gemacht haben und ihre Werke trotzdem von deren Lesern geliebt wurden.

Natürlich ist das kein Grund, sich auf seinen Schwächen auszuruhen. Man sollte sich eher an den Stärken, als an den Schwächen seiner schriftstellerischen Vorbilder orientieren. Besser werden zu wollen ist wichtiger, als sich selber über seine Schwächen hinweg zu trösten!

Aircaina

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Re: Angst und Leiden
« Antwort #20 am: 08. März 2016, 08:18:53 »
Ich denke, diese Form der Angst kennt vermutlich jeder auf die ein oder andere Art.
Ich persönlich habe gar keine Angst vor dem berüchtigten weißen Blatt. Der Anblick frustriert mich eher, aber nachdem ich eine Stunde überlegt habe, finde ich irgendwann endlich einen ersten Satz, der mir gefällt. Ich schaffe es auch in der Regel, jeden Tag 1000 Wörter zu schreiben. Wenn ich gerade überhaupt keine Lust habe, zwinge ich mich dazu, ein paar Sätze zu schreiben und dann geht es meist wieder. Natürlich schaffe ich es manchmal, mich darum zu drücken.  ;) Ein paar Tage später muss ich dann aber damit umgehen, dass ich mich über mich selbst aufrege, deshalb versuche ich meine Geschichte nicht links liegen zu lassen "nur" weil ich keine Lust habe. Wenn ich Besuch habe, zu viel in der Uni ansteht, ich mich krank fühle, oder gerade wirklich nichts von Qualität zu Papier bekomme verzichte ich auf das Schreiben. Manchmal hole ich mein Wortepensum später nach.
In mir kommt die Nervosität eher zwischendurch hoch, zum Beispiel wenn ich seit Stunden an einem Übergang hänge, der sich einfach nicht flüssig lesen will, oder wenn ich das Gefühl habe, dass ich die ganze Szenerie gerade nicht so gut erzähle, wie ich sie im Kopf habe. Im besten Fall schreibe ich dann einfach weiter. Ich überspringe vielleicht ein paar Sätze, damit ich erst einmal weitermachen kann und stopfe die entstandene Lücke später aus. In manchen Fällen werde ich frustriert und schreibe einfach das alternative Ende an das Ende der Seite, das sich meine Mitbewohnerin ausgedacht hat, als ich mich mal wieder darüber beschwert habe, dass ich nichts zu Papier bekomme: "Und dann kam ein gigantischer Pinguin aus dem Weltall und fraß alle auf. Ende." Dann lasse ich den Text erst einmal ein wenig ruhen, muss mich dann aber spätestens am nächsten Tag dazu zwingen, weiter zu schreiben. Sonst bekomme ich nämlich eine ganz schreckliche Angst.
Manchmal wird das fast schon zu einer Art Panik. Ich denke, dass ich nie wieder etwas Ordentliches zu Papier bekommen werde, dass ich irgendwie im Schreibprozess das Schreiben "verlernt" habe, dass es meiner Geschichte an Leichtigkeit fehlt. Irgendwann schweifen meine Gedanken dann ganz weit ab, bis hin zu irgendwelchen Zukunftsängsten. Dann muss ich wirklich einen Cut machen und mich ablenken, auch, wenn es mir schwer fällt. Lesen darf ich dann allerdings nicht, sonst bemerke ich, wie viel besser alle anderen Autoren sind und was für ein kleines Licht ich bin. Selbst, wenn ich absichtlich an Bücher denke, die vielleicht nicht ganz so qualitativ sind wie andere, denke ich mir, dass sie doch jemanden erreicht haben, anders als mein nicht vervollständigtes Werk.
Immer, wenn mich diese Angst wieder überfällt weiß ich gar nicht mehr, wie ich es das letzte Mal geschafft habe, sie abzuschütteln und weiter zu schreiben. Irgendwann schwächt sie ein wenig ab und die Chance nutze ich dann. Ich lese vielleicht ein Kapitel, von dem ich das Gefühl habe, dass es mir wirklich gut gelungen ist. Oder ich bearbeite ein anderes ein wenig. Nur ein ganz bisschen, ein anderes Wort hier, eine bessere Formulierung da. Dann kommt die Freude am Schreiben schnell wieder.
Trotzdem lebe ich inzwischen wirklich mit der Angst vor dieser Angst, was sicherlich sehr kontraproduktiv ist. Ich habe mich jedoch damit abgefunden und freue mich, dass ich Wege gefunden habe, wie ich besser damit fertig werde.
Anderen Ängsten versuche ich vorzubeugen. So musste ich mich bisher zum Beispiel (zum Glück) noch nicht mit harscher Kritik auseinandersetzen. Da mich jede Form von Kritik ein wenig traurig macht (obwohl ich weiß, dass sie angebracht ist) und ich weiß, dass ich lernen muss, damit umzugehen, habe ich eine Kurzgeschichte, an der es sehr viel zu kritisieren gibt, an eine Webseite geschickt. Die Betreiber lassen ab und an eines der eingeschickten Werke von einem professionellen Kritiker rezensieren, der teilweise wirklich sehr grob -ich würde fast schon sagen gemein- hinsichtlich der Formulierung seiner Kritik ist. Falls mein Text ausgewählt wird hoffe ich so, mich ein wenig abhärten zu können.
Außerdem informiere ich mich schon jetzt immer mal wieder über Möglichkeiten, mein Buch zu vermarkten, da ich gerne unter die Selfpublisher gehen möchte. Damit ich mich gut vorbereitet fühle.

Ich denke, die Angst, die das Schreiben, in welcher Form auch immer, mit sich bringt, kann auch hilfreich sein. Wenn man zum Beispiel ein Kapitel, das man geschrieben hat während man mit dieser Angst zu kämpfen hatte, noch einmal liest und bemerkt, dass es doch gar nicht so schlecht geworden ist. Oder wenn man eine positive Rückmeldung bekommt. Dadurch, dass man zuvor diese Angst hatte, freut man sich vermutlich umso mehr über die Erfolgserlebnisse.
Zumindest in meinem Fall überwiegen meist doch die positiven Gefühle während des Schreibens. Die Angst ist schnell vergessen, auch wenn sie sich wieder und wieder zu Wort meldet. Die Freude am Schreiben kann ich nicht so einfach beiseite schieben. Vielleicht kann auch das ein wenig Mut machen. Wenn man überhaupt nicht für das Schreiben gemacht wäre, würde man vermutlich nicht immer weiter machen. Das Herzblut ist, meiner Meinung nach, sowieso das Wichtigste, um ein Buch wirklich lesenswert zu machen. Wie man sieht, hilft es mir auch, das Handwerk ein wenig zu romantisieren, um der Angst entgegenzuwirken. Dann darf das auch einmal sein.

Offline Sanjani

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Re: Angst und Leiden
« Antwort #21 am: 23. März 2016, 20:17:07 »
Hallo zusammen,

also, ich weiß nicht, aber ich habe hinter dem Betreff nicht so ein Thema vermutet. Keine Ahnung, was ich dachte, aber daran dachte ich auf keinen Fall :)

Ich habe dann mal euere Beiträge gelesen und mich gefragt, ob ich das Problem kenne. Erst habe ich mir gesagt, nein, das kenne ich nicht, und zu einem gewissen Grad stimmt es auch. Ich habe vor dem Schreiben per se keine Angst. Ich habe auch keine so großen Ängste davor, dass es nicht gut sein könnte. Meine Rohentwürfe sind, ohne falsche Bescheidenheit, meist schon recht annehmbar. Natürlich nicht fertig, aber ganz ok. Ich bin bei dem Punkt Stil relativ selbstbewusst. Ich weiß, dass ich recht gut schreiben kann. In letzter Zeit habe ich aber gemerkt, dass ich nicht mehr besser werde bzw. dass es mir extrem schwer fällt, v. a. weil ich in den letzten Monaten nicht sooo viel geschrieben habe und mein Stil wieder etwas nachgelassen hat. Damit komme ich aber noch ganz gut klar, weil ich mir sage, dass ich mich darum kümmern kann, wenn der Entwurf fertig ist.

Trotzdem habe ich oft Schreibblockaden bzw. kann die Szenen, die ich schon im Kopf habe, nicht niederschreiben. Euere Beiträge haben mich jetzt dazu gebracht, darüber nachzudenken, woran das liegen könnte, und ich habe eine Antwort gefunden. Die Angst davor, dass es nicht weitergeht :) Klingt das komisch? Ich finde schon, aber das trifft es eigentlich ziemlich genau. Früher habe ich meine Geschichten meist einfach runtergeschrieben. Ich hatte eine Grundidee, die habe ich im Kopf ein bisschen durchgesponnen und beim Schreiben hat sich dann der Rest ergeben. Irgendwann habe ich dann fest gestellt, dass das nicht mehr klappt. Ich habe das aufgeschrieben, was ich schon wusste, und dann war Schluss, und so sehr ich auch überlegt habe, mir ist keine Fortsetzung eingefallen, die mich zufrieden gestellt hätte. Und das ist mir schon öfter passiert. Ich weiß noch, dass ich einmal sogar im Brainstorming Chat war, und den anderen fielen auch dieselben Ideen ein, die ich auch hatte und mit denen ich nicht zufrieden war. Die Plotlücke existiert übrigens immer noch und ist nicht gefüllt. Also schreibe ich es einfach gar nicht auf, weil ich dann ja auch nicht davor sitze und weiß, dass es wieder einmal nicht weitergeht.

Im Augenblick habe ich wieder ein paar Ideen, aber in den letzten Jahren waren das eigentlich immer nur sehr kurze Zeiten, mal vier Wochen Schreib- und Ideenreichtum und dann wieder monatelang tote Hose. Ich versuche, diese kurzen Zeiten dann schon zu nutzen. Aktuell schreibe ich z. B. wieder ein paar neue Sachen oder Szenen, die ich vielleicht gar nie brauchen werde, sondern einfach nur zum Spaß, weil ich die Protagonisten mag, aber ich merke schon wieder, dass ich gehemmt bin, weil ich weiß, dass es vielleicht doch nicht weitergeht.

Übrigens habe ich mit Kritik total gegenteilige Erfahrungen gemacht. Ich hatte bei einigen Betalesern das Gefühl, dass die zu unkritisch waren. Ich kenne genau eine Person, die mir wirklich am Plot weitergeholfen hat, weil sie kritisch genug war. Und ich bin nicht so eingebildet zu glauben, dass das an meiner ach so großartigen Geschichte liegt. Ich denke, es ist manchmal auch nicht so einfach, Probleme an einem Plot zu finden, aber mein Bauch täuscht mich eigentlich nie, und wenn er an bestimmten Stellen sagt, dass das so nicht passt, dann passt es nicht, auch wenn die anderen es nicht merken :)

Na gut, ich schweife ab. Deshalb mach ich hier mal Schluss und sende allen Angstgeplagten schöne Grüße

Sanjani
Die einzige blinde Kuh im Tintenzirkel :)

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