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Autor Thema: Dieser eine Funken  (Gelesen 355 mal)

Offline Nikki

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Dieser eine Funken
« am: 20. Oktober 2020, 15:42:17 »
Hallo liebe Leute, ich bin mir fast sicher, dass ihr folgendes Phänomen kennt ;):

Plötzlich ist da ein Funken, der euch nicht mehr loslässt. Vielleicht nur Wortfetzen, ein Landschaftsbild oder nur ein bestimmtes Gefühl, das immer konkretere Züge annimmt, bis es sich zur einer fixen Idee entzündet. Und mit einem Mal ist da eine Szene oder viele mehr vor eurem inneren Auge, die unbedingt geschrieben werden wollen.

Bei mir sind meistens Lieder und/oder Träume Auslöser für diese Funken, die unvermittelt überspringen. Die Frage ist dann immer - was soll daraus werden? Ein weiterer Posten in meinen Notizen? Ein ganzer Roman? Eine extra Szene für einen bereits bestehenden Roman? Ich persönlich tendiere dazu, dem Ganzen möglichst viel Raum zu geben, sodass meistens ein eigenständiger Roman herauskommt, der aber meistens an bestehende anknüpft. (Mein Romankomplex ist nicht ohne Grund komplex :rofl:)

Meine aktuelle Situation schaut so aus, dass ich eine konkrete Szene bzw. sogar einen Handlungsstrang vor Augen habe, den allerdings mit zwei Figuren aus meinem Mammutwerk, die Krux an der Sache ist allerdings: Ich weiß nicht, wohin damit. ::) Für einen ganzen Band der Serie ist es (momentan) noch zu wenig, aber für einen banalen Nebenschwenk zur Hauptgeschichte zu viel. Im Moment schwebt mir also so etwas wie eine Novelle zwischen Band X und X vor. :vibes:

Also, kennt ihr diesen einen Funken? Und wenn ja, wie hegt und pflegt ihr ihn? Wozu hat er sich bis jetzt entwickelt oder warten noch ganz viele Funken darauf, aus der Schublade auszubrechen und geschrieben zu werden?

Offline Trippelschritt

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Re: Dieser eine Funken
« Antwort #1 am: 20. Oktober 2020, 16:16:39 »
Bei mir schlagen dauernd Funken und jede Idee, die ich für gut genug halte - das sind fast alle anfangs - notiere ich mir.

Ich habe mal ein konzept für ein Ideenmanagement entwickelt und auch ein Buch darüber geschrieben, wie man Ideen weiterentwickelt, aber da braucht wohl jeder seinen eigenen Weg.
Und nur ganz selten habe ich eine idee, die in mir das Bedürfnis erzeugt, gleich eine Geschichte dazu zu schreiben. Fällt mir aber gleich ein Text dazu ein, dann schreibe ich ihn auch. Er ist selten länger als eine Notizblockseite.

Ich verplane meine Ideen nur ganz selten sofort, weil ich ja Ideen auf allen Maßstabebenen brauche.
- Für eine Geschichte
- Für Plot und Figuren
- Für eine Szene
- Für einen Absatz
- Für einen Satz als gleich ganzen Satz oder nur als eine gute Formulierung.

Ich wäre überfordert, alle Ideen gleich am Anfang zu katalogisieren oder so was.

Liebe Grüße
Trippelschritt
Schreiben ist nichts anderes als seine Ideen zu Tisch zu bitten

Offline FeeamPC

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Re: Dieser eine Funken
« Antwort #2 am: 20. Oktober 2020, 16:25:11 »
Dummerweise kommen die Funken bei mir meist im Rudel und als Feuerwerk. Alle aufschreiben- dann käme ich überhaupt nicht mehr dazu, etwas Vernünftiges zu schreiben. Ich notiere mir nur die, die am hartnäckigsten sind.
Biete für werdende Hexen folgende Kurse:
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Offline Nikki

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Re: Dieser eine Funken
« Antwort #3 am: 20. Oktober 2020, 16:38:03 »
Ich habe eine eigene Datei, in der ich Gedankenfetzen (von Phrasenebene bis hin zur Plotebene) zusammenfasse. Meistens reicht es, diese niederzuschreiben und die Sache ist einmal auf Eis gelegt.

Alle heiligen Zeiten aber verfolgt mich dieser eine Funken und denkt gar nicht erst daran, mich loszulassen. Daraus entwickelt sich dann zumindest ein Plotteil eines (neuen) Romans - das muss nicht einmal noch der Anfang sein. Es kann der Kern einer Geschichte sein oder sogar das Ende. Ich wälze diese Idee dann so lange hin und her, bis aus einem Funken in der Größe eines Staubkorns eine ganze Lawine geworden ist. In den letzten Jahren haben sich daraus sicher an die 10 Romanideen entwickelt, von denen ich mindestens 3 in ihrer Rohfassung niedergeschrieben habe, weil die Angst zu groß war, dass, wenn ich jetzt nicht das Gröbste in Worte fasse, das Meiste vergessen werde.

Offline Wildfee

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Re: Dieser eine Funken
« Antwort #4 am: 20. Oktober 2020, 17:44:18 »
Ich schreibe solche Funken auf. Meistens sind es aber Funken, die sich an irgendetwas dranhängen. Ich schreibe anscheinend nur unter Druck konsequent und bin dann am kreativsten. Man gebe mir ein Thema, eine Deadline in den nächsten Wochen und schon funkelt es an allen Ecken und Enden  ;D
Aus heiterem Himmel fallen mich Funken eher selten an, die werden aber auch notiert und verwahrt, bis ich sie vielleicht mal einbaue.

Offline Möchtegernautorin

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Re: Dieser eine Funken
« Antwort #5 am: 31. Oktober 2020, 12:48:34 »
Mit einem Fünkchen kann ich selten soviel anfangen, dass gleich etwas brauchbares draus wird :hmmm: Aber für gewöhnlich kommen die Fünkchen bei mir oft hintereinander und entfachen dann ein ganzes Feuer, mit dessen Antrieb ich dann letztlich eine Geschichte zusammenbasteln und schreiben kann.
In letzter Zeit sind es bei mir meistens Kurzgeschichten, weil so ein Feuer brennt nicht ewig und ich habe leider (zu) wenig Zeit. Aber Funken können sich auch einbrennen und die Idee somit lange lange vorhalten, bevor ich dazu komme, sie wirklich aufzuschreiben. Oder zu integrieren.

Du siehst, die Umschreibung des "Funken" gefällt mir :engel: Meistens ist ja eher von Plotbunnies die Rede.
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Offline Linda

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Re: Dieser eine Funken
« Antwort #6 am: 31. Oktober 2020, 13:21:11 »
Ich liebe diese Funken und jedem meiner Texte liegt (mindestens) einer zugrunde. Ich hege und pflege sie daher, behalte sie im Gedächtnis und lebendig, bis sie ihren Weg in einen Text finden.
“We like to think we live in daylight, but half the world is always dark, and fantasy, like poetry, speaks the language of the night.”

― Ursula K. Le Guin

Offline Felix Fabulus

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Re: Dieser eine Funken
« Antwort #7 am: 19. November 2020, 21:29:03 »
Meist schweben mir die Funken genau dann ins Hirn, wenn ich absolut keine Zeit habe, mir darüber Gedanken zu machen, geschweige, sie auch aufzuschreiben. Und wenn dann einer dieser Funken hängen bleibt und mich nicht mehr loslässt, mich bis in den Schlaf verfolgt, dann muss was dran sein.
Wortwebereien aus der Geschichtenmühle, gespeist vom Ideensee, der Fantasie und dem Bächlein Irrsinn.

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