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Autor Thema: KEIN Ende unter dem Manuskript  (Gelesen 3186 mal)

Offline Christopher

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #15 am: 21. Februar 2014, 17:52:16 »
Ah, da hatte ich es also her. Gut zu wissen ;D
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Offline Klecks

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #16 am: 22. Februar 2014, 10:13:24 »
Das ist ein tolles Zitat! Ich habe schon oft festgestellt - auch außerhalb des Schreibens -, dass es total zutreffen kann.  ;)

            Die Fütterung des Kleckses mit Süßigkeiten aller Art ist ausdrücklich gestattet.  :innocent:

Offline Aphelion

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #17 am: 22. Februar 2014, 21:50:00 »
Ich verstehe das Problem um ehrlich zu sein nicht ganz. Oder willst du nur zu viel auf einmal? :)

Mach die Überarbeitung fertig und lass das Manuskript nochmal eine Weile liegen, bis du dich beruhigt hast. Lies es nochmal. Entscheide dann, ob du wirklich "Angst" hast, dich an Bewerbungen zu machen.

Schreib erstmal. Überarbeite erstmal. Und überleg dann *ob* du veröffentlichen willst. Ob du *sofort* veröffentlichen willst. Veröffentlichung ist keine logische Konsequenz eines fertigen Manuskriptes - sie ist lediglich eine Option von vielen.

Den Druck machst du dir also selbst. Du kannst es auch einfach lassen, dir diesen Druck zu machen und erstmal deine Arbeit zu Ende bringen. ;)

Zu weit voraus zu denken hat manchmal mehr Nachteile als Vorteile. Denk erstmal an das Jetzt und an deine Geschichte - nicht an deinen erhofften Erfolg oder befürchteten Misserfolg.

Offline Sternsaphir

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #18 am: 22. Februar 2014, 22:11:51 »
Leg das Manuskript für eine Weile aus der Hand und lies es dann nochmal. Wenn man sich tagtäglich damit beschäftigt und daran herumdoktert, vergräbt man sich zu sehr in die Details und fängt an, jede Formulierung anzuzweifeln.

Gib es einem oder mehreren Beta-Lesern zum lesen und warte erstmal ab, was sie sagen. Und auch da würde ich nicht so streng nach deren Meinung gehen, denn jeder hat einen anderen Geschmack und du wirst vielleicht auch ganz unterschiedliche Meinungen erhalten.

Ein perfektes Manuskript gibt es nicht. Zuviel Perfektionismus kann auch das Werk verderben. Ich weiß leider nicht, wer das mal zu mir sagte, aber es hallt noch immer in meinem Kopf: "Es wird nicht besser, wenn du noch länger daran sitzt!"

Ich hab mir früher den einen oder anderen Aufsatz in der Schule damit versaut, indem ich ihn perfekt haben wollte. Aber je mehr ich daran herumgeschrieben habe, desto mehr habe ich den Wortlaut, der mir anfangs aus der Feder floss, verunstaltet.
Meist ist die erste Version die beste. Man sollte nur noch kleinere Dinge nachkorrigieren.
Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber die zweite Maus kriegt den Käse.

Offline Valkyrie Tina

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #19 am: 22. Februar 2014, 22:31:37 »
Ich verstehe das Problem um ehrlich zu sein nicht ganz. Oder willst du nur zu viel auf einmal? :)

Mach die Überarbeitung fertig und lass das Manuskript nochmal eine Weile liegen, bis du dich beruhigt hast. Lies es nochmal. Entscheide dann, ob du wirklich "Angst" hast, dich an Bewerbungen zu machen.

Schreib erstmal. Überarbeite erstmal. Und überleg dann *ob* du veröffentlichen willst. Ob du *sofort* veröffentlichen willst. Veröffentlichung ist keine logische Konsequenz eines fertigen Manuskriptes - sie ist lediglich eine Option von vielen.

Den Druck machst du dir also selbst. Du kannst es auch einfach lassen, dir diesen Druck zu machen und erstmal deine Arbeit zu Ende bringen. ;)

Zu weit voraus zu denken hat manchmal mehr Nachteile als Vorteile. Denk erstmal an das Jetzt und an deine Geschichte - nicht an deinen erhofften Erfolg oder befürchteten Misserfolg.

Danke Aphelion,  du hast mir sehr geholfen, mein Problem genauer zu definieren...
ich habe geschrieben
ich habe überarbeitet
ich habe es liegen gelassen
ich habe es noch mal überarbeitet
ich habe es zu den Betas geschickt
ich habe deren Anmerkungen beachtet und es noch mal überarbeitet
dann hat es noch mal drei Wochen gelegen.
dann habe ich es noch mal überarbeitet.
es ist, wie ich gesagt habe, meine sechste Überarbeitung...was ich derzeit mache ist, die Sätze laut zu lesen um zu prüfen, ob die Satzmelodie angenehm ist, oder ob ich Wörter mit mehr oder weniger Silben einsetzen soll (Ich merk grad erst, wie bescheuert das klingt)  :gähn:
Natürlich könnte ich es noch einmal zu den Betalesern schicken, aber es wird wieder jeder seine Meinung haben. Der eine mag keine Wölfe, der zweite will mehr Rundrumgeschichten haben. Ich habe deren Meinung mehrfach überdacht, und wenn es ging beachtet (Christopher lag goldrichtig. Eine hat mir vorgeschlagen, was für Szenen ich einarbeiten sollte, und das hörte sich toll an, hätte mir aber den Plot und das Gesamtkonzept zerschossen).

Und dass ich das veröffentlichen will, habe ich auch schon vor langer Zeit beschlossen. Mein Problem ist... jetzt ist nicht mehr Überarbeitzeit. Jetzt ist Exposezeit. Und Agentusuchzeit. mein Manuskript ist flügge. Es versucht schon die ganze Zeit, aus dem Nest zu hüpfen. Und ich hab Angst, dass es sich beim ersten Flug das Genick bricht... oder draußen Geier warten.... :bittebittebitte:

Offline traumfängerin

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #20 am: 23. Februar 2014, 00:13:54 »
Und dass ich das veröffentlichen will, habe ich auch schon vor langer Zeit beschlossen. Mein Problem ist... jetzt ist nicht mehr Überarbeitzeit. Jetzt ist Exposezeit. Und Agentusuchzeit. mein Manuskript ist flügge. Es versucht schon die ganze Zeit, aus dem Nest zu hüpfen. Und ich hab Angst, dass es sich beim ersten Flug das Genick bricht... oder draußen Geier warten.... :bittebittebitte:

Ich verstehe dich nur zu gut. Vor knapp einem halben Jahr war ich in derselben Situation. Ich habe überarbeitet und überarbeitet und überarbeitet - wobei das Schöne war, dass es wirklich bei jeder Version immer besser wurde, weil die Personen mehr Ecken und Kanten bekamen, die Beschreibungen besser wurden, die Dialoge, usw. Dann habe ich es noch dreimal durchgelesen, die letzten Kleinigkeitenfehler verbessert, und dann war es irgendwann gut. Das hätte allerdings auch schon einen Monat früher so sein können. Aber es war mein Erstling. Ich wollte nichts verkehrt machen. Ich wollte ihm nicht seine Chancen nehmen, weil ich zu früh aufgegeben habe. Hatte ich auch nicht. Es war so gut, wie ich es konnte.

Und dennoch bekam ich damit keinen Agenturvertrag. Nur das, was für mich beim Abschicken einer Katastrophe gleichgekommen wäre, war es nicht mehr, als nach und nach die Absagen eintrudelten. Das habe ich der realistischen Einschätzung zu verdanken, die ich unter anderem beim Tintenzirkel erworben habe. Es wäre ein unglaubliches Wunder gewesen, wenn es mein Erstling wirklich zu einer Agentur und dann zu einem großen Verlag geschafft hätte - ein Wunder, dass ich dir übrigens von Herzen gönne.  :D Aber der normale Weg, den man hier und überall anders nachlesen kann, ist es, dass man zunächst einige Kurzgeschichten veröffentlicht, dann vielleicht einen Roman bei einem Kleinverlag unterbringt, und dann irgendwann vielleicht mit ganz viel Glück zu einer Agentur und einem großen Verlag kommt und man vom Schreiben leben kann. So werde ich jetzt versuchen den Berg emporzuklimmen und mich nicht mit einem Hubschrauber oben absetzen zu lassen, was mir natürlich viel besser gefallen hätte. Und hey, als ich erfahren habe, dass meine erste Kurzgeschichte angenommen wurde, hatte ich vor Freude Tränen in den Augen.

Also ja, es kann dir passieren, dass sich dein Manuskript das Genick bricht, oder unter Geier gerät. Aber zum einen wirst du niemals erfahren, ob es vielleicht doch Erfolg gehabt hätte, wenn du es nicht versuchst. Und zum anderen wäre selbst der worst case nicht das Ende deines Schreiberlebens. Also fass dir ein Herz und lass es fliegen. Außerdem kann das Erstellen von Exposé und Anschreiben auch noch gut und gerne einige Wochen in Anspruch nehmen. Ein wenig Zeit hast du also noch, um es aufs Fliegen vorzubereiten.  ;)

Offline Grey

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #21 am: 23. Februar 2014, 11:51:38 »
Hmm. Wenn ich dir einen Rat geben sollte, dann wäre es folgender: Lass das Buch los. Es ist dein Erstling, er hat dich sehr lang begleitet und dich in sehr vielem geprägt. Ganz sicher ist es ein Herzensprojekt. Ich habe meinen ersten Roman im Lauf von fünf oder sechs Jahren geschrieben, neu geschrieben, zu einer Trilogie ausgebaut und wieder zu einem Einzelband zusammengeschrieben. Von unzähligen Überarbeitungsgängen jeder einzelnen Version ganz zu schweigen. Weit über fünf Jahre habe ich nur und nur an diesem einen Projekt gearbeitet, bis ich mir kaum noch vorstellen konnte, jemals an etwas anderem zu schreiben. Aber auch wenn es sich jetzt vielleicht nicht so anfühlt: Es werden andere Herzensprojekte kommen, ob du dieses nun unterbringst oder nicht. Mein Erstling ruht in all seinen Versionen übrigens sicher in meiner Schublade, und das ist auch gut so. ;) Meine Agentur habe ich erst mit meinem sechsten Roman gefunden, dafür wurde daraus auch direkt meine erste Veröffentlichung in einem größeren Verlag. Ich bin sicher, dein Buch ist so gut, wie du es mit deinen aktuellen Fähigkeiten als Autor machen kannst. Also schreib dein Exposee, schick es weg und nutz die Zeit, in der du auf Antworten wartest, um neue Welten zu entdecken und an deiner Schreibe zu arbeiten. Es gibt immer was zu lernen, und es gibt doch nichts schöneres als herauszufinden, was du noch alles kannst. Trau dich, dich von deinem Erstling loszumachen und schreib dich frei. Es lohnt sich, versprochen. Die Reise geht doch jetzt erst richtig los. :)

Ich wünsch dir viel Erfolg!
Die Stille. Das mag ich am Sturm. 

Offline Churke

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #22 am: 23. Februar 2014, 12:03:19 »
Ich sage mal so: Ein Maler kann ein Bild überarbeiten und verbessern. Aber wenn er sich wirklich weiter entwickeln will, brauchte er ein neues Bild und eine weiße Leinwand.
Cupitorum spes omnis Circus est maximus.
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Offline Tinnue

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #23 am: 23. Februar 2014, 13:30:15 »
Ich denke, Greys Beitrag kannst du dir so ruhgi verinnerlichen.
Sie ist (für mich) eine wirklich wundervolle Autorin, von der ich noch viel lernen kann. Mitzubekommen, dass auch so jemand mal so angefangen hat wie du und ich und genau dieses Problem kennt, macht Mut.
Meiner Meinung nach geht es dabei wirklich viel um genau dieses: Loslassen  - können und wollen. Es ist urmenschlich, dass wir die Dinge, an denen uns besonders viel liegt und für die unser Herz wirklich schlägt, umso fester halten. Sie gehören uns. Sie sind ein Teil von uns. Sie loszulassen, das ist meist begleitet von lockern, "weg"lassen. Aber Loslassen muss nicht unbedingt mit einem Verlust von etwas einhergehen. Gerade dieses Verbissen-sein, dieses "Das muss funktionieren, weil es mir so viel bedeutet. Es kann, es darf einfach nicht anders sein" - das hat in den allermeisten Fällen viel mehr Nach- als Vorteile. Es kann daher nur helfen, ein bisschen Abstand für sich zu gewinnen. Nicht nur die Finger zu lockern vor dem Schreiben, sondern auch sich selbst. Etwas zu beenden, ohne dass es "perfekt" ist, ohne, dass man zu 1000 Prozent von sich und seiner Arbeit überzeugt ist, ist nicht schlimm und schon gar nicht falsch.
Ein Ende ist immer auch ein Anfang.
Für dieses Projekt. Oder für ein anderes.

Offline Valkyrie Tina

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Re: KEIN Ende unter dem Manuskript
« Antwort #24 am: 23. Februar 2014, 21:52:28 »
Hmm. Wenn ich dir einen Rat geben sollte, dann wäre es folgender: Lass das Buch los. Es ist dein Erstling, er hat dich sehr lang begleitet und dich in sehr vielem geprägt. Ganz sicher ist es ein Herzensprojekt. Ich habe meinen ersten Roman im Lauf von fünf oder sechs Jahren geschrieben, neu geschrieben, zu einer Trilogie ausgebaut und wieder zu einem Einzelband zusammengeschrieben. Von unzähligen Überarbeitungsgängen jeder einzelnen Version ganz zu schweigen. Weit über fünf Jahre habe ich nur und nur an diesem einen Projekt gearbeitet, bis ich mir kaum noch vorstellen konnte, jemals an etwas anderem zu schreiben. Aber auch wenn es sich jetzt vielleicht nicht so anfühlt: Es werden andere Herzensprojekte kommen, ob du dieses nun unterbringst oder nicht. Mein Erstling ruht in all seinen Versionen übrigens sicher in meiner Schublade, und das ist auch gut so. ;) Meine Agentur habe ich erst mit meinem sechsten Roman gefunden, dafür wurde daraus auch direkt meine erste Veröffentlichung in einem größeren Verlag. Ich bin sicher, dein Buch ist so gut, wie du es mit deinen aktuellen Fähigkeiten als Autor machen kannst. Also schreib dein Exposee, schick es weg und nutz die Zeit, in der du auf Antworten wartest, um neue Welten zu entdecken und an deiner Schreibe zu arbeiten. Es gibt immer was zu lernen, und es gibt doch nichts schöneres als herauszufinden, was du noch alles kannst. Trau dich, dich von deinem Erstling loszumachen und schreib dich frei. Es lohnt sich, versprochen. Die Reise geht doch jetzt erst richtig los. :)

Ich wünsch dir viel Erfolg!


@grey und ihr lieben anderen: ihr habt recht. Ich werde jeden Moment Nägelkauen, aber es ist wohl wirklich Zeit, es loszuschicken. Irgendwann muss man dann wohl mal. Ich bin nur froh, dass ich dieses Forum gefunden hab, da fühl ich mich nicht so allein (Ich hab wunderbare Freunde und den besten Mann der Welt, aber Leute zu kennen, die das selbst mitgemacht haben, wie es ist zu schreiben und es dann wegzuschicken, ist noch mal was anderes). Ich werd mir also nächste Woche kräftig Pfannen bestellen, und die letzten beiden Kapitel fertig machen (Ich hab tatsächlich im vorletzten Kapitel noch einen Fehler gefunden). Und dann geht es ans Expose, und dann... dann ist es wohl endgültig soweit  :versteck:
aber ich freu mich auch drauf, die Projekt abzuschließen, zu sagen "Ich habe ein (Wie auch immer gutes oder schlechtes) Buch geschrieben"- und im Kopf Platz zu machen für die neuen Projekte, die schon eine Weile in meinem Kopf rumschwirren.

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