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Autor Thema: Dinge, die ein Autor nicht hören will  (Gelesen 63461 mal)

Offline Kati

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #45 am: 20. Dezember 2012, 23:23:48 »
Mir sind auch noch zwei eingefallen, die mich immer wieder belustigen.  :)

"Wenn es erscheint, dann kaufe ich mir das!" - Einerseits von völlig Fremden, die sich wahrscheinlich nur dafür interessieren würden, wenn es der Bestseller des Jahres wird. Andererseits aber von guten Freunden. Wenn ich dann sage, dass ich denen das auch signiert schenken würde, kommt oft: "Nein, ich will das im Laden kaufen, sonst ist das nicht richtig!" Aber das ist fast schon wieder süß. Mich nervt eher, wenn Bekannte oder ganz neue Bekannte behaupten, sie würden das natürlich sofort kaufen.

"Wie, du schreibst als Hobby? Ich muss schon für die Schule/ die Uni/ die Arbeit so viel schreiben, da schreibe ich doch nicht auch noch zuhause freiwillig! Du bist doch bescheuert!"

Und du bist nicht bescheuert, weil du freiwillig neunzig Minuten am Stück einen Ball über eine große Rasenfläche nachrennst?  :hmhm?:
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Offline chaosqueen

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #46 am: 20. Dezember 2012, 23:43:53 »
Das erinnert mich an so Aussagen wie: "Natürlich muss man als Autor für eine Veröffentlichung zahlen! Das kostet ja schließlich Geld, ein Buch zu drucken."  ::)

Hehe, genau. Und zum Supermarkt zu fahren kostet auch Geld, deshalb hätte ich bitte gerne demnächst an der Kasse zu meinem Schnitzel mein Benzingeld. ;D

Aber ehrlich: Bei solchen Aussagen wundert es mich auch nicht mehr, wenn Menschen sich selbständig machen und in Nullkommanix pleite sind, weil sie nicht daran denken, dass ihre Ware auch einen Einkaufswert hat, den sie auf den Endpreis umlegen müssen. ::)

Online Coppelia

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #47 am: 21. Dezember 2012, 06:14:58 »
Zitat
"Wenn es erscheint, dann kaufe ich mir das!" - Einerseits von völlig Fremden, die sich wahrscheinlich nur dafür interessieren würden, wenn es der Bestseller des Jahres wird. Andererseits aber von guten Freunden. Wenn ich dann sage, dass ich denen das auch signiert schenken würde, kommt oft: "Nein, ich will das im Laden kaufen, sonst ist das nicht richtig!" Aber das ist fast schon wieder süß. Mich nervt eher, wenn Bekannte oder ganz neue Bekannte behaupten, sie würden das natürlich sofort kaufen.

Das ist das Gegenteil von dem, was ich kenne. Bei mir heißt es eher: "Bekomme ich dann auch ein Exemplar geschenkt? Dann lese ich es vielleicht!" Auf meinen Einwand, sie könnten es ja auch im Buchhandel kaufen, heißt es dann: "Nee, Geld würd ich dafür nicht ausgeben, aber geschenkt würde ich es nehmen!" ::)

K a t e

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #48 am: 21. Dezember 2012, 06:58:12 »
Ach, es gibt schon nette Bekannte, Freunde etc. ::)

Ich darf mir folgende Sätze wöchentlich anhören (das ist der Nachteil, wenn man sich ausversehen seinen Klassenkameraden gegenüber mit dem NaNo verplappert und sie alle wissen, dass man jetzt an einem Buch schreibt).

"Und was bringt dir das?" (Wurde vor allem wegen dem NaNo oft gefragt.)
"Was?! Macht das überhaupt Spaß, die ganze Zeit zu Schreiben?" (Als ob ich nichts anderes machen würde... Nur weil sie Stunden für einen einseitigen Aufsatz braucht!)
"Verkauft sich das denn?"
"Darf ich es lesen? Büdde!"
"Wann bist du fertig?"
"Wie weit bist du?" (im Drei-Tages-Rhythmus)

Natürlich freue ich mich, dass ein Teil meiner Freunde die Schreiberei toll finden und mich dabei unterstützen (bzw es lesen wollen), aber es kann schon sehr nervig sein, wenn man jeden Tag gefragt wird, ob man das Buch schon fertig geschrieben hat. ::)

Offline Cairiel

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #49 am: 21. Dezember 2012, 07:41:11 »
Vieles hier habe ich auch schon ähnlich zu hören bekommen ... Wir armen Autoren haben es echt nicht leicht.  ;D  Noch ein paar von mir:

"Was? Wie? Du veröffentlichst ein Buch? Hat das auch eine Handlung?"
Nein, ich habe die ganze Zeit EnteEnteEnte geschrieben.  ::)

Oder von meinem Vater - so aufbauend können Eltern sein:  ;D
"Du schreibst? Hast du schon was fertig? Nein?! Bist du schlecht."
"Du hast ein Manuskript fertig? Wann erscheint es? Noch überhaupt nicht?! Bist du schlecht."
"Du veröffentlichst eine Kurzgeschichte in einer Anthologie? Wie viel bekommst du? NICHTS?! Bist du dumm. Du lässt dich von denen voll übers Ohr hauen ..."
"Ein Buch von dir erscheint? Wie viel Kohle hast du schon bekommen? NICHTS?! Dann glaube ich dir das mit dem Buch nicht."

Seitdem er weiß, dass ein Buch von mir erscheint, fragt er mich jedes Mal, wieviel Geld ich damit schon verdient habe. Es erscheint zwar erst im März und bis zur Abrechnung dauert es dann noch ein bisschen, aber er ist felsenfest davon überzeugt, dass ich ihn entweder anlüge oder mich ausnehmen lasse ...



Farean

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #50 am: 21. Dezember 2012, 07:42:42 »
:rofl: Leute, eure schlagfertigen Antworten sind teilweise besser als die ursprünglichen Kommentare! "EnteEnteEnte"... ;D

"Aber du weißt schon, dass du erstmal lernen mußt zu recherchieren!?"
Das erinnert mich daran, wie mein älterer Bruder mich meine ganze Kindheit und Jugend hindurch "unterstützt" hat, in meinen Kunstformen besser zu werden... ::)

Er meinte es gut, das weiß ich, aber er ist ein absoluter Perfektionist. Solange an einem Roman/einem Comic/einer Rollenspielkampagne/einem Lego-Raumschiff/einer St.-Martins-Laterne noch irgendein Punkt verbesserungsfähig ist, geht es einzig und allein darum. Er versteht den Unterschied zwischen Lob und Lobhudelei nicht. Ich nehm's ihm nicht übel, aber es war doch zeitweise ziemlich hart...

Offline Rhiannon

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #51 am: 21. Dezember 2012, 18:12:38 »
Oh jaaah, da gibt es so einiges, das ich auch kenne. Ich hab hier aber auch noch zwei Sachen, die beide aus dem Munde meiner Mutter stammen und bei mir auf wenig Gegenliebe trafen.

"Kannst du endlich aufhören, dich in andere Welten zu flüchten? Du lebst in diesr Welt!"
Leider ja... Ich würde ja lieber in der Anderswelt leben... Moment! Das würde ja bedeuten, dass ich ewig lebe und jeden einzelnen Krieg mitmachen muss... Das wäre eine sehr erstrebenswerte Flucht, yay!

Und dann noch etwas, das ich irgendwie beinahe lustig fand.
Ich kaufe mir als großer Gewürzteefan einen neuen Tee, probiere ihn und befinde ihn für gut.
Meine Mutter: "Uah, da wird mir ja schon vom Geruch übel!"
Ich: "Ich finde ihn lecker!" *schulterzuck*
Meine Mutter: "Du schreibst ja auch..."
Mir ist zwar bis heute nicht klar, was das eine mit dem anderen zu tun hat, ich hab ihr dann eben etwas schnippisch klargemacht, dass es Dinge gibt, mit denen man seine ZEit deutlich schlechter rumbringt...


Offline Sunflower

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #52 am: 22. Dezember 2012, 19:59:10 »
Das Meiste hier kommt mir auch ziemlich bekannt vor.

Von meinen Eltern kommen gerne Sätze wie "Hauptsache, du vergisst nicht zu lernen." Meine beste Freundin, die auch ganz gerne schreibt, aber nur Erzählungen und was wir eben im Literaturkurs machen, hält mich jetzt für verrückt. Ich habe ihr nämlich versucht zu erklären, was ich meine, wenn ich sage, dass ich charakterbasiert schreibe.
Ich: "Die Charaktere bestimmen den Plot, nicht ich."
Sie: "Und woher kommen die?"
Ich: "Die treffe ich eben."
Sie: "Das klingt ziemlich verrückt. Bist du schizophren?"
Und so weiter ... ::)

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Offline Janika

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #53 am: 22. Dezember 2012, 21:10:37 »
"Was? Wie? Du veröffentlichst ein Buch? Hat das auch eine Handlung?"
Nein, ich habe die ganze Zeit EnteEnteEnte geschrieben.  ::)

Den MUSS ich mir merken! :rofl: :rofl: :rofl:

Sunflower, dass Lernen wichtiger ist, sagt meine Mutter auch immer ...
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Offline Ina

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #54 am: 22. Dezember 2012, 22:08:11 »
Mein Vater, nachdem ich, vom Arzt krankgeschrieben, zwei Tage nicht zur Schule konnte: "Gib es zu, du stellst dich krank, weil du diesen unsinnigen NaNo schreibst! Ich hab doch schon immer gesagt, diese dämliche Schreiberei ruiniert dir dein Leben!"

Jawoll. Writing ruined my life  ::)

Offline Janika

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #55 am: 22. Dezember 2012, 22:33:58 »
 :rofl: :rofl: :rofl:
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Offline Ina

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #56 am: 22. Dezember 2012, 22:50:22 »
Ich musste mich in dem Moment auch zusammenreißen, damit ich nicht lospruste  ;D

Offline Shin

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #57 am: 23. Dezember 2012, 00:33:46 »
"Was? Wie? Du veröffentlichst ein Buch? Hat das auch eine Handlung?"
Nein, ich habe die ganze Zeit EnteEnteEnte geschrieben.  ::)

Das kommt mir bekannt vor. Ich habe mal jemandem den NaNo erklärt.
Sie: "Und wer kontrolliert dann, dass das wirklich eine neue Geschichte ist?"
Ich: "Niemand. Du kannst theoretisch auch 50.000 Mal das Wort 'bla' schreiben."
Sie: "Du nimmst an einem Wettbewerb teil, bei dem du 50.000 Mal bla schreibst? Das ist ja total bescheuert."
Öhm... Okay. Nein.

Die meisten eurer Kommentare kenne ich auch so von mir.
Immer wieder schön:
"Fang doch lieber etwas Richtiges mit deinem Leben an."
"Hast du das alles selbst erlebt?"
"Als Autor musst du Geld an den Verlag zahlen, da bleibst du am Ende nur auf einem Berg Schulden sitzen."
"Wird dein Buch auch verfilmt?"
"Es gibt so viele Bücher, bring das doch als e-book raus, dann kaufen das mehr Leute."
"Vampir? Schreibst du so etwas wie Twilight?"
Und so weiter.

Ganz toll ist es auch, wenn mich jemand nach der Handlung fragt, ich dann so kurz wie möglich zu erklären versuche und schon nach zwei Sätzen nicht mehr zugehört wird.
"Und die Hoffnung frei atmen zu können."

Offline chaosqueen

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #58 am: 23. Dezember 2012, 10:25:16 »
Shin, das kenne ich so ziemlich alles auch! Vor allem das Unverständnis, wenn man erklärt, dass beim NaNo niemand kontrolliert, was man geschrieben hat und dass man trotzdem den Ehrgeiz hat, etwas Sinnvolles zu produzieren ... ::)

Und anscheinend glauben die meisten Menschen wirklich, dass ein Autor all seine Geschichten erlebt haben muss. Irgendein Psychologe (oder so) hat ja mal behauptet, dass man sich nichts vorstellen kann, was man noch nie gesehen / gehört / erlebt hat, und ich fürchte, das hat sich bei vielen Menschen im Kopf festgesetzt. Ich kann mir sehr wohl alle möglichen Lebewesen ausdenken, die es nicht gibt und die ich noch nie gesehen habe, und wenn meine Figuren zwischenmenschliche Probleme haben, dann muss ich die nicht alle selber erlebt haben, auch wenn selbst Erlebtes natürlich hilft, um glaubwürdig zu schreiben.

Süß finde ich eine ehemalige Arbeitskollegin, bei der ich mit meinem Schreiben offene Türen einrannte, weil sie selber gerade an einem Krimi schrieb. Mit einem knackigen schwedischen Kommissar, der wegen internationaler Verwicklungen (schwedische Leiche auf deutschem Grund oder so) in Kiel arbeitete. Und immer, wenn es zu heiß wurde zwischen ihm und der Protagonistin, seufzte sie: "Ich will doch einen Krimi und keinen Roman schreiben!" - Ich hab es nicht geschafft, ihr beizubringen, das "Roman" nicht nur für "Romantik/Erotik" steht. ;)

Offline Avery

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Re: Dinge, die ein Autor nicht hören will
« Antwort #59 am: 23. Dezember 2012, 10:53:04 »
Die NaNo-Geschichte kommt mir so bekannt vor, Shin ::) Allerdings sah das Gespräch dieses Jahr meistens so aus:


"Man muss 50k schreiben und den Text zum Verifizieren eintragen?"
*Nick*
"Wer sagt dir, dass da nicht jemand einfach etwas Altes einträgt. Oder einen Onlineartikel etc.?"
"Theoretisch kann das jeder, aber es geht ja darum, dass man sich dann selbst betrügt. Und das könnte ich nicht."
"Aber ist es nicht doof zu wissen, dass alle anderen da betrügen können? Und bei euren Battles einfach andere Zahlen hinschreiben können?"

:happs: Natürlich könnte jemand sowas machen, aber dann geht es mich doch nichts an! Es geht ja auch nicht darum, bei Battles zu gewinnen, sondern motiviert zu werden, selbst zu arbeiten. Und dieses Misstrauen in alle und mich so hinzustellen, als würde ich das nicht erkennen, finde ich immer wieder ärgerlich.
"Und du bist ...?"
"Verliebt", sprach sie und schenkte dem Leben ein Lächeln.

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