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Autor Thema: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?  (Gelesen 1137 mal)

Offline Blaurot

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #15 am: 18. Oktober 2019, 22:47:15 »
Einen WG-Adventskalender gestalten/befüllen und im Advent als gemeinsames Abendritual zusammen auspacken.

Zusammen renovieren und dekorieren.

Die WG-Pflanze hegen und pflegen.


Offline canis lupus niger

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #16 am: 19. Oktober 2019, 22:48:56 »
Wichtig: (Ist teils schon genannt worden, aber ich habe den Eindruck, es ist irgendwie untergegangen)

Die dürfen nicht so furchtbar homogen sein und sich immer dufte verstehen, immer viel zusammen machen. Auch wenn neue WG-Mitglieder wohl in der Regel per Abstimmung akzeptiert oder abgelehnt werde, es sind doch immer noch Individuen. Wenn ich hier verfolge, wie sehr manche Zirkler über reale Probleme mit Mitbewohnern klagen, dann gehört auch einiges an Egozentrik, unvollständige Integrierbarkeit, vielleicht auch psychische Krankheit in eine WG. Mobbingerfahrung, ja, -trauma, kann man durchaus nützlich einarbeiten.

Der Putzplan, auch ein Einkaufs- und Kochplan werden sicherlich gemeinsam aufgestellt. Sollten es zumindest.Aber in jeder Gemeinschaft gibt es einen oder mehrere, der nicht mitzieht/die nicht mitziehen. Jemanden, der vielleicht nur aus Tagesform heraus, vielleicht auch wegen akuter persönlicher Probleme, die Regeln nicht oder nur in Teilen einhält. Oder jemand, der tatsächlich ein unsozialer Egozentriker ist und auf Regeln pfeift.

Damit umgehen zu müssen, ist eine wichtige Aufgabe einer Wohngemeinschaft. Wird man den Mitbewohner anmahnen und eventuell rauswerfen? Versucht man, auf die Ursache des Problems zu kommen und dem Mitbewohner zu helfen? Wie ist es mit dem Netz gegenseitiger Abhängigkeiten? Finanziell, sozial, juristisch? Es .gibt immer welche, die "die Dummen" sind, die sich des schmutzigen Geschirrs oder des versifften Bades annhemen. Und welche, die sich nicht drum kümmern

WOLLEN die WG-ler überhaupt etwas zusammen machen, und wenn, wieviel? Kann es sich sogar um eine WG von Individualisten, sogar Eigenbrötlern handeln? Wie viele Menschen ziehen nur aus finanziellen Gründen in eine WG, fühlen sich dort aber von Anfang an nicht dazu gehörig. Oder sie ziehen sogar aus Angst in eine WG, weil sie ein Alleinsein nach schlimmen Erfahrungen nicht ertragen können. Vielleicht kommt das erst später heraus, als alle Mitbewohner so genervt davon sind, dass einer/eine so aufdringlich anhänglich ist.

Offline Ahneun

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #17 am: 20. Oktober 2019, 01:15:01 »
Ich werfe noch die Problematik; -> Schichtarbeit im Praktikum in den Raum.

In meiner WG, gemischt, drei Leute, wurde der Tagesablauf nach dem Schichtdienstplan geregelt. Das wirft mehrere Probleme auf den Plan. Aber, es geht. Wenn sich alle einig sind.
Manchmal, wenn ich Ruhe brauche,                 
setze ich mich in meine Bonbonniere
und ein Gummibärchen hält mir die Hand.  :knuddel: 
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ist ein Stück Kohle
das Ausdauer hatte.

Offline Klecks

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #18 am: 20. Oktober 2019, 11:04:58 »
Danke für eure tollen Tipps!  :pompom:
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Offline Ratzefatz

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #19 am: 20. Oktober 2019, 12:01:26 »
Je nachdem, wie alt die Mitbewohner sind und wie gut erschlossen die Gegend ist, wären Transportmittel auch ganz interessant. Wenn zB nur einer ein Auto hat: Gibt es Fahrgemeinschaften (zur Uni, für Heimatbesuche, usw.)?
Oder gibt es einen Mitbewohner, der selbst kein Fahrrad (mehr) hat, gern mit den Fahrrädern der Mitbewohner zur Kneipentour auszieht und die Räder dann im Suff irgendwo stehen lässt und nachher nicht mehr weiß, wo?
„Dein Name ist Venko“, raunte Zoya in sein Ohr. „Venko, Venko, Venko.“ Sie gab ihm für jedes „Venko“ einen Kuss und ermahnte ihren Mann: „Vergiss deinen Namen nicht!“
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Offline Mara

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #20 am: 20. Oktober 2019, 20:24:49 »
Zwei Ideen hätte ich auch noch beizusteuern  :idee:
Einen WG-Weihnachtsbaum kaufen und schmücken. Dabei kann man super den Geschmack und die kulturellen Gewohnheiten der (nicht ausschließlich christlichen?) WG-Bewohner einfließen lassen.
Und dann gibt es noch das umstrittene Phänomen der WG-Castings...

Offline Annie

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #21 am: 13. April 2020, 09:49:40 »
Meiner Erfahrung nach (eigene oder was ich bei Freunden beobachtet habe) unternehmen WG Mitglieder gar nicht mal so viel miteinander. Es sind tatsächlich eher alltägliche Dinge, die ein WG Leben ausmachen. Dazu zählen beispielsweise:

- Putzpläne erstellen
- Einkaufen
- Sich über jemanden ärgern, der seine Aufgaben nicht erfüllt oder anderweitig Ärger macht
- Zusammen Kochen/ Essen/ sich unterhalten

Es ist eher selten, dass man als Gruppe etwas Großes unternimmt. Entweder sind es einzelne Personen oder aber es gibt feste Termine, in denen die komplette WG etwas plant. In der WG einer Freundin gab es immer WG Treffen, nach denen etwas unternommen wurde oder aber einfach WG Abende, die vorher festgelegt wurden. Spontan gab die Gruppe eher selten zusammen, da die Mitglieder häufig auch andere Freunde mitgebracht haben. Ansonsten gab es zwei mal im Jahr WG Partys mit Motto z.B. Maskenparty oder Casino Abend. Diese Partys waren irgendwann so erfolgreich, dass sie sogar von bekannten Biermarken gesponsert wurden.
WG an sich finde ich auch eher anstrengend, da ich auch recht unsicher sein kann und es mich dann etwas überfordert mit so vielen Fremden Menschen unter einem Dach zu leben. Und wenn man sagt es müssen sonst einfach gute Freunde sein, lautet die Antwort: Vorsicht!
In meiner ersten und einzigen eigenen WG gab es leider nur Knatsch. Ich hab damals mit meinem ehemals besten Freund in ihr gewohnt und leider ist die Freundschaft in dieser Zeit zerbrochen, weil es beim Thema zusammenwohnen von den Ansichten her nicht gepasst hat. Das hängt mir immer noch sehr nach. Aber vllt kann man ja auch so einen großen Streit mit einbauen.  Fazit: So wie man das in den Filmen sieht ist es leider nicht immer.
Ich hoffe ich habe nicht all zu desillusionierende Dinge erzählt. Das sind einfach die guten und schlechten Erfahrungen, die ich gesammelt habe.

Offline Lisa Kober

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #22 am: 17. April 2020, 10:14:17 »
Ich kann etwas aus eigener Erfahrung berichten:

Anstatt einfach "normal" zu kochen, machen wir manchmal eine Art Wettbewerb draus: ein Gericht (das letzte Mal waren es Rindsrouladen) aber zwei verschiedene Familien Rezepte. Der Vater meines Freundes ist Italiener, die Mutter meiner Mitbewohnerin kommt aus dem tiefsten Bayern, so hat man immer zwei verschiedene Varianten. Am Ende isst dann jeder von beiden Gerichten, das ist schön, weil man das Essen nicht einfach nur in sich reinschiebt, sondern darüber spricht. Auch das Kochen ist sehr gesellig, weil man ständig beim anderen spickt und sich gegenseitig aufzieht.

Von einer Freundin kenne ich auch noch eine spannende Variante von "spielen": statt Board Games veranstalten die manchmal eine Schnitzeljagd in der Wohnung. Sie sagte, dass ihr das viel Spaß macht, alles vorzubereiten (Rätsel ausdenken, gute Orte dafür finden) und jedes Mal ein richtiges Event ist, weil es für alle (auch die, die nicht jagen) ein großer Spaß ist.

Ich finde aber, man muss sich gar nicht die krassesten Sachen aus den Fingern ziehen. Wenn du nicht auf einen eigenen Erfahrungsschatz zurückgreifen kannst, stell dir vor, was dir Spaß machen würde mit Menschen, die so denken wie du. Mit denen würde doch auch ein Glas Wasser in der Küche zu einem tollen Gespräch oder einer entstehenden Bindung führen. Ich habe so eine Szene zwar noch nie geschrieben, aber ich glaube, die ganz einfachen Dinge, die jeder kennt, können auf eine Art geschrieben werden, die den Leser sofort reinziehen in die Geschichte. Viel Erfolg!!!  :jau:


Offline Wallrabe

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #23 am: 20. April 2020, 11:20:48 »
Alternative beim Kochen wäre auch mir geläufig, dass verschiedene Leute (bei uns waren es die verschiedenen Stockwerke im Studentenwohnheim), verschiedene Gänge übernehmen. Das heißt einer kümmert sich um die Vorspeise, einer den Nachtisch, einer einen der Hauptgänge, je nach "Teilnehmer"-Zahl.

Einer der Bewohner "findet" ein Quija/Hexenbrett auf dem Dachboden/Flohmarkt und überredet die anderen...
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Offline Turiken

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Re: Was könnten die Mitbewohner einer WG zusammen machen?
« Antwort #24 am: 20. April 2020, 13:54:27 »
Manchmal sind es auch weniger die gemeinsamen Beschäftigungen als vielmehr die kleinen Dinge in einer WG, die das WG-Leben ausmachen. Z.B. kleine Notizblätter von einem WG-Mitglied, das überall kurze liebe Nachrichten für seine Mitbewohner hinterlässt. Oder die Essensreste eines WG-Kochabends für das eine Mitglied, das nicht dabei sein konnte. Oder die gegenseitige Rücksichtnahme, dass keiner den Wasserhahn in der Küche aufdreht, solange ein anderer unter der Dusche ist ...

Ich hab früher in einer Zweier-WG gelebt, deshalb kann ich nicht für eine größere WG sprechen, aber das wäre mir auch zu anstrengend gewesen, glaube ich. Mir hat es vollkommen gereicht, mich mit einer anderen Person - über die Jahre waren es drei verschiedene WG-Mitbewohnerinnen - über Haushalt und Putzen und alles andere zu arrangieren. Zweimal waren es Freundinnen und einmal eine Zwischenmieterin für ein paar Monate, und es lief eigentlich ganz gut. Solange eine gewisse Kompromissbereitschaft da ist ...

Eine befreundete WG (drei Jungs) war so eine richtige Bilderbuch-WG - also was gemeinsame Unternehmungen usw. anging. Die drei waren unzertrennlich, von Sauftouren über Filmabende bis hin zum gemeinsamen Kochen. Da wurden zahlreiche Partys gefeiert, auch Mottopartys, man konnte über das Nachbardach klettern, um zur nächsten Disco zu gelangen, es gab Spieleabende und und und. Ich glaube allerdings, dass lange nicht alle WGs so sind.

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