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Autor Thema: Audiobook vs Print  (Gelesen 173 mal)

Offline AngelikaD

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Audiobook vs Print
« am: 24. Mai 2019, 20:01:39 »
Ich habe vor ein paar Tagen eine für mich als Autorin und Schulbibliothekarin sehr bereichernde Fortbildung besucht, bei welcher der Vortragende auch die Verteilung der sensorischen Typen unter der Bevölkerung angesprochen hat.

Wir sind alle Mischtypen, doch jeder von uns hat eine Hauptausrichtung und so gesehen sind etwa 70% der Bevölkerung auditiv deutlich stärker als visuell.

Daher, so glaube ich, müssten diese Menschen sich wohler fühlen, wenn man ihnen eine Geschichte erzählt als wenn sie diese selber lesen. Dazu haben es die kinästhetischen Menschen auch viel leichter, wenn sie eine Geschichte beim Joggen anhören als wenn sie ein Buch dabei lesen, oder?

So gesehen müssten sich mehr Audiobooks als Printbücher verkaufen.

Da ich noch keine Hörbuchversionen meiner Prints auf dem Markt habe, könnt ihr mir ein paar Orientierungswerte nennen?

Verkaufen sich eure Titel als Print und Hörbuch gleich gut, oder ist eines stärker als das andere?

Müssten die Verlage den Hörbüchern mehr Aufmerksamkeit schenken, sie mehr bewerben, um diesen großen Teil der Bevölkerung besser zu erreichen?

Schreibe derzeit: "Der Atem des Waldes" Short Story aus dem Schattenthron Universum

Offline Feuertraum

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #1 am: Gestern um 12:17:43 »

Daher, so glaube ich, müssten diese Menschen sich wohler fühlen, wenn man ihnen eine Geschichte erzählt als wenn sie diese selber lesen. Dazu haben es die kinästhetischen Menschen auch viel leichter, wenn sie eine Geschichte beim Joggen anhören als wenn sie ein Buch dabei lesen, oder?

Beim Joggen zu lesen stelle ich mir ehrlich gesagt sehr schwierig vor ... ;D

Aber Scherz beiseite: Das Printbücher besser wegkommen als Hörbücher mag ich mir damit erklären, dass ein geschriebenes Buch Wort für Wort vorgelesen wird. Das Problem dabei ist, dass Bücher, die fürs Lesen gedacht sind, anders geschrieben werden als wenn man einen Text schreibt, der fürs Hören gedacht ist (Schreibens fürs Hören ist eine vollkommen andere Disziplin mit anderen handwerklichen Gesetzen).
Hinzukommt, dass der/die Vorlesende im Grunde genommen die Stimme nicht so verstellen kann, das Dialoge oder spezielle Szenen nicht so rüberkommen, wie vom Autoren gedacht.
Ein dritter Punkt ist der Preis. Vielleicht bekommt man für 30 € 6 CDs. Das Buch aber kostet im Vergleich dazu nur 15 €.


Zitat
So gesehen müssten sich mehr Audiobooks als Printbücher verkaufen.

Nicht zwangsweise - ich glaube, da spielen Präferenzen eine entscheidende Rolle. Ich kann da jetzt nur von mir sprechen, aber ich bin ein Mensch, der eine spezielle Atmosphäre/Stimmung um sich herum bzw. in sich haben muss, um bei einem Hörspiel oder Musik das Stück bewusst wahrzunehmen (so kann ich zum Beispiel Stücke von Jean Michel Jarre nur hören, wenn es draußen dunkel ist. Teilweise klappt es auch nur, wenn ich über Kopfhörer lausche). Ich kann mir aber vorstellen, dass auch andere Menschen in Hörbüchern nur dann bewusst eintauchen können, wenn sie dafür "in Stimmung sind".
Aber das ist jetzt nur meine Meinung, die auf meinen Erfahrungswert fußt und keinerlei empirische Beweise liefern kann.

Das Fahrrad heulte herzergreifend, weil an ihm ein Hund  seine Notdurft verrichtete.

Offline Alana

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #2 am: Gestern um 12:22:15 »
Audio ist ganz stark im Kommen und es ist für jeden Autor wichtig, Hörbücher zu haben, um da den Anschluss nicht zu verlieren. Allerdings müssen sie wirklich gut gelesen sein und das ist eben teuer. Man kann also nicht einfach sagen: macht doch mal mehr Hörbücher. Die Verlage machen die Hörbücher auch nicht selbst, mit wenigen Ausnahmen wie Lübbe, sondern verkaufen die Lizenzen an Hörbuchverlage. Werbung ist dann deren Sache und nicht die der Buchverlage. Ändern wird sich das erst, wenn es günstiger wird, Hörbücher professionell zu produzieren. Wobei das dann auf Kosten der Sprecher geht und ob man das den Kollegen wünschen will ...


Offline FeeamPC

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #3 am: Gestern um 13:14:48 »
Ein Hörbuch ist ähnlich teuer wie eine Übersetzung. Ein nicht einmal besonders langes Buch von 70 000 Wörtern einlesen zu lassen kostet im preiswertesten Fall um die 5000 bis 6000 Euro. Das ist mehr Geld, als sich die meisten Verlage für Nicht-Spitzentitel leisten können. Und Kleinverlage stemmen das nicht einmal für die besten Titel.
Und die Kosten der CDs kommen ja auch noch dazu. Da kann man noch einmal 2000 Euro oder mehr einkalkulieren. Nicht alle Kunden wollen Audiobooks als Download.
Hörbuch klappt also in den meisten Fällen nur, wenn die Hörbuchlabel die Produktion in Lizenz, also auf eigene Kosten machen. und das tun sie ganz bestimmt nicht mit wenig verkauften Büchern von nur marginal bekannten Autoren. Da wäre das Risiko viel zu groß, die Kosten nicht wieder hereinzuholen.
Selbst einlesen ist meist auch keine Option, ohne vernünftiges Hardware und geschulte, gute Sprecher kriegt man nur unverkäuflichen Schrott.
Wir haben mal für eine Schule eine Eigenproduktion gemacht. Das Ergebnis ließ sich nur verkaufen, weil es die Verwandten und Bekannten der Schüler haben wollten.
Biete für werdende Hexen folgende Kurse:
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Offline Mara

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #4 am: Gestern um 13:19:45 »
Außerdem muss man daran denken, dass Bücher ja ursprünglich ein visuelles Medium waren, das erst in den letzten paar Jahrzehnten immer häufiger als Hörbuch adaptiert wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das noch weiter etablieren wird. Vielleicht gibt es dann ja irgendwann sogar einen Markt an reinen Hörbüchern, die vielleicht sogar ganz anders ausgelegt sind.

Offline Mara

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #5 am: Gestern um 13:22:45 »
@FeeamPC stimmt, ich war letztes Jahr auch an einem Amateur-Hörbuchprojekt beteiligt, und man merkt den Unterschied extrem. Wir haben Audacity benutzt, was noch relativ gut war. Aber wahrscheinlich wurde es vor allem gekauft, weil es für einen lokalen guten Zweck war. :D

Offline Trippelschritt

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #6 am: Gestern um 13:32:41 »
Ich glaube auch nicht, dass man die Kalkulationen vergleichen kann. Mehr dazu auf Montsegur.

Trippelschritt

Schreiben ist nichts anderes als seine Ideen zu Tisch zu bitten

Offline Zitkalasa

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #7 am: Gestern um 16:17:20 »
Zitat von: Trippelschritt
Ich glaube auch nicht, dass man die Kalkulationen vergleichen kann. Mehr dazu auf Montsegur.

Trippelschritt

Hast du einen Link dazu?

Zitat von: Mara
Vielleicht gibt es dann ja irgendwann sogar einen Markt an reinen Hörbüchern, die vielleicht sogar ganz anders ausgelegt sind.

Da fallen mir spontan Hörspiele ein. Leider gibt es das bisher hauptsächlich für Kinder. Als reine Hörspielproduktionen für Erwachsene kenne ich nur ein paar Eigenproduktionen von audible. (Vermutlich gibt es auch eine Hörspielszene mit Underground-Produktionen? Aber damit habe ich mich noch nicht beschäftigt.)

Offline Trippelschritt

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #8 am: Gestern um 16:51:23 »
@ Zitklasa

https://montsegur.de/ipb-forum/index.php/topic/22604-monts%C3%A9gur-2019/page-9

Ich habe keine Ahnung, wie man einen Link setzt. Habe es einfach reinkopiert. Vielleicht reicht das ja.

Trippelschritt

EDIT: Geht ja, wieder was gelernt :)
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Offline Evanesca Feuerblut

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #9 am: Gestern um 16:54:49 »
Scheinbar nur für registrierte Benutzer*innen. Schade, ich hätte dort gerne reingelesen.
Aber als Selfpublisherin sitze ich gerade auch da und denke "Gut, mag sein, dass Hörbücher ein toller Markt sind, weil man sie sich anhören kann, während man eigentlich andere Dinge tut. Aber ich komme dort nicht hin. Nicht in den nächsten fünf Jahren."
(Persönlich klappt es für mich nicht - wenn mir jemand was vorliest, werde ich zum Kinde und schlafe ein.)
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Offline Trippelschritt

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #10 am: Gestern um 19:05:07 »
Nö, Autorenthemen und Branchennews. Das steht im öffentlichen Bereich und müsste zugänglich sein.

Versuch's noch mal.

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Offline Evanesca Feuerblut

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #11 am: Gestern um 19:21:39 »
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Offline Trippelschritt

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Re: Audiobook vs Print
« Antwort #12 am: Heute um 12:20:02 »
Danke!

Trippelschritt
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