Tintenzirkel - Das Fantasyautorenforum

Handwerkliches => Autorenhard- und Software => Webdesign => Thema gestartet von: Aphelion am 30. März 2012, 14:53:28

Titel: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Aphelion am 30. März 2012, 14:53:28
Hallo,

die Frage ist hier hoffentlich richtig. Über die Suchfunktion habe ich leider nichts gefunden.

Es geht um Folgendes: Wenn ich eine Homepage habe, in dem Fall eine Autorenseite, dann bin ich verpflichtet ein Impressum anzulegen. Wie verfährt man nun aber, wenn man unter einem Pseudonym schreibt? Muss man es dann auf Teufel komm raus aufgeben?

Wie habt ihr das gehandhabt, wenn ihr unter einem Pseudonym schreibt? Oder wie würdet ihr es lösen?

Sternengrüße,
Aphelion
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Steffi am 30. März 2012, 15:09:02
Du musst leider Gottes deinen richtigen Namen im Impressum angeben, bzw. derjenige, dem der Webspace gehört. Du kannst im Zweifelsfall jemanden fragen, ob er für dich die Homepage betreibt, dann muss aber das Impressum dieser Person rein.

Ich war wegen dieser Sache kurz davor, meinen Blog aufzugeben, weil ich extra unter Pseudonym schreibe, es aber keinen Weg drum herum gibt, einen "Echtnamen" im Impressum anzugeben.

Am Ende habe ich meinen Namen genommen, ihn aber lediglich als Bilddatei in den Blog eingefügt. Sprich, zumindest darüber ergoogeln kann man mich damit nicht.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Aphelion am 30. März 2012, 15:27:26
Hallo Steffi,

Zitat
Am Ende habe ich meinen Namen genommen, ihn aber lediglich als Bilddatei in den Blog eingefügt. Sprich, zumindest darüber ergoogeln kann man mich damit nicht.
Das wäre eine gute Lösung. Wenn du nichts dagegen hast, dass ich die Idee übernehme?

Mich stört nicht unbedingt, dass ich dann nicht anonym bin; aber es ist wahrscheinlich, dass ich mich in absehbarer Zeit beruflich selbstständig machen werde (ich plane schon konkret), und das sollte unbedingt getrennt sein. Mein Name ist leider recht ungewöhnlich.  ::)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Moni am 30. März 2012, 15:48:16
Ich würde dringend davon abraten, den Namen oder sonstige Bestandteile des Impressums als Bilddatei zu hinterlegen. Die Kontaktdaten müssen unmittelbare Erreichbarkeit ermöglichen, dies wird durch eine Grafik nicht gewährleistet.
Soweit ich weiß, ist es nur in Fällen wie Stalking etc gestattet, seinen Namen entweder ganz wegzulassen oder irgendwie zu maskieren.

Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Steffi am 30. März 2012, 15:50:36

Mich stört nicht unbedingt, dass ich dann nicht anonym bin; aber es ist wahrscheinlich, dass ich mich in absehbarer Zeit beruflich selbstständig machen werde (ich plane schon konkret), und das sollte unbedingt getrennt sein. Mein Name ist leider recht ungewöhnlich.  ::)

Das war bei mir auch der Grund ;)

@Moni: Man muss über zwei Wege außer auf dem Postweg unbedingt erreichbar sein. Telefonnummer und Emailadresse kann man ja auch so hinterlegen, ohne auf das Bild zurückzugreifen? Es ging in meinem Fall nur um meinen Namen.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Moni am 30. März 2012, 15:51:26
Soweit ich weiß, bezieht sich das auf die gesamten Kontaktdaten und dazu gehört auch der Name.

Maja kann das vermutlich genauer beantworten, die ist da noch fitter drin.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Steffi am 30. März 2012, 15:52:53
Hmmm, das weiß ich jetzt auch nicht.  :hmmm:
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Aphelion am 30. März 2012, 16:09:48
Danke für die Antworten bisher.

Es wäre natürlich blöd, wenn es bei einer Grafik doch wieder rechtliche Probleme gäbe. Andererseits sind reine Textbrowser nun wirklich die Ausnahme. Aber Recht und Praxis ist ja ein Thema für sich.

Wie sieht es denn mit der Methode aus, beispielsweise den folgenden Code zu benutzen?

<meta name="robots" content="noindex">
Angeblich soll der entsprechende Text über Suchmaschinen dann nicht gefunden werden Aber funktioniert das wirklich? Ich bin da um ehrlich zu sein skeptisch.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Xaverine am 30. März 2012, 19:02:13
Danke für die Antworten bisher.

Es wäre natürlich blöd, wenn es bei einer Grafik doch wieder rechtliche Probleme gäbe. Andererseits sind reine Textbrowser nun wirklich die Ausnahme. Aber Recht und Praxis ist ja ein Thema für sich.

Wie sieht es denn mit der Methode aus, beispielsweise den folgenden Code zu benutzen?

<meta name="robots" content="noindex">
Angeblich soll der entsprechende Text über Suchmaschinen dann nicht gefunden werden Aber funktioniert das wirklich? Ich bin da um ehrlich zu sein skeptisch.

Was genau soll denn dieser Code bewirken?

Du könntest auch einfach eine UTF-Verschlüsselung nehmen. Dafür gibt es zum Beispiel diesen Konverter (http://www.schatzwaechter.com/informatives/text_con.php), wo du deine Adresse im Code verschlüsseln lassen kannst.

Das ändert dann zwar nichts daran, dass Besucher deiner Website deinen echten Namen einsehen können, aber es erschwert zumindest Suchmaschinen das Finden und Auslesen deiner Adresse.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Aphelion am 30. März 2012, 19:51:15
Was genau soll denn dieser Code bewirken?
Wie gesagt: angeblich soll er bewirken, dass der entsprechende Text dann nicht gefunden werden kann, wenn jemand mittels Suchmaschine danach sucht, bzw. dass er dann nicht gelistet wird.

Die Verschlüsselung klingt interessant; ich guck mal, was ich dazu noch finde. :)

Zitat
Das ändert dann zwar nichts daran, dass Besucher deiner Website deinen echten Namen einsehen können,
Das ist bei mir gar nicht das Problem, dass ich absolut anonym sein möchte. Ich möchte nur die Trennung zwischen "richtigem Beruf" und "Schreiben" haben - und auf keinen Fall, dass jemand, der mich beruflich sucht, nur Fantasy-Zeug und ähnliches findet. Und im meinem Fall macht es auch einen Unterschied. (Ich mag mein Fantasy-Zeug, nicht falsch verstehen. ;) ) Wissen darf man es schon, wenn man eben zufällig beide Domains kennt; nur beim *Finden* ist es entscheidend.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Moni am 30. März 2012, 20:38:09
Was genau soll denn dieser Code bewirken?

Du könntest auch einfach eine UTF-Verschlüsselung nehmen. Dafür gibt es zum Beispiel diesen Konverter (http://www.schatzwaechter.com/informatives/text_con.php), wo du deine Adresse im Code verschlüsseln lassen kannst.

Das ändert dann zwar nichts daran, dass Besucher deiner Website deinen echten Namen einsehen können, aber es erschwert zumindest Suchmaschinen das Finden und Auslesen deiner Adresse.

Den UTF converter nutze ich auch, hatte ich völlig vergessen.

@Aphelion: schau dir doch mal das Impressum dieser Seite  (http://www.tintenzirkel.de/impressum.php) an.
Du kannst da unterscheiden zwischen inhaltlicher und technischer Verantwortung. ZB nimmst du dich als Webmaster mit deinem richtigen Namen, aber schreibst dazu, dass dies lediglich für Webspace, Domain und Webdesign ist und gibst dann dein Pseud als Redaktionell verantwortlich an, teilst dich also quasi in zwei Personen.
Ein wenig kannst du auch steuern, wie du auf Webseiten gefunden wirst. Wenn ich mich zb über google suche, lande ich immer als erstes im Tintenzirkel.  :) Meine Seite kommt erst an dritter Stelle.

Wie gesagt, Maja kann da vielleicht ein paar erläuternde Worte zu sprechen, wenn sie den Thread hier sieht.  8)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Maja am 01. April 2012, 16:07:50
Der UTF-Konverter soll vor Spambots schützen, die den Quellcode nach dem @-Zeichen absuchen, um EMail-Adressen zu sammeln. Suchmaschinen werden in jedem Fall den Text richtig indizieren und auch unter dem richtigen Namen suchbar machen, genauso wie sie jedes Ö, Ä und Ü, das im Quellcode maskiert werden muss, richtig interpretieren. Den "noindex" ignorieren viele Suchmaschinen leider - Google hält sich daran, aber das ist kein Garant.

Eine Bilddatei als Impressum ist nicht zulässig, weil damit alle, die keine Bilddateien interpretieren können - z.B. Blinde, die mit einem Screenreader unterwegs sind - keinen Zugriff auf die Daten haben und somit der vorgeschriebene unmittelbare Kontakt nicht möglich ist. Eine Lösung ist, die Webseite über einen Bekannten laufen zu lassen, der mit seinen Kontaktdaten geradesteht. Bei Greys Webseite z.B. bin ich als Webmistress mit Name und Adresse im Impressum angegeben, und alles, was darüber für Grey reinkommt, leite ich an sie weiter.

Ansonsten weiß ich nicht, wie das mit eingetragenen Pseudonymen, die ja auch im Personalausweis erscheinen, ist - soweit ich weiß, sind die mitlerweile abgeschafft, aber da ich mir nie eines habe registrieren lassen, bin ich da unsicher.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Steffi am 01. April 2012, 16:36:00
Das mit der Bilddatei ist natürlich ***.  Vielleicht nehme ich dann meine Seite tatsächlich offline. Es wäre schade, aber vielleicht die beste Lösung. Viel wissenswertes steht dort ja ohnehin nicht ;)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Franziska am 01. April 2012, 16:41:50
das wusste ich auch nicht. Hm, na toll und ich ich dachte, das wäre eine schlaue Lösung. Dann werde ich das mit meinem Blog auch lassen ... ich schätze, man kann einfach nur einen Blog oder eine Website machen, wenn man auch voll dahinter steht. :'(
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Maja am 01. April 2012, 16:47:23
@Steffi, Franziska
Ihr könnt gerne wenn ihr mögt mich als Kontakt angeben.

Ich kann aber aus Erfahrung sagen, dass ich auf meine verschiedenen Webseiten hin nie negative Erfahrungen gemacht habe und auch nie belästigt worden bin. Es sind ja in euren Fällen Autorenseiten, keine heiklen Themen wie Krankheiten oder andere Sachen, die man nicht mit euch in Verbindung bringen darf. Daher kann ich jeden nur ermutigen, ein anständiges Impressum mit allen nötigen Daten zu pflegen. Die Angst, dass das ausgenutzt wird, ist in 99% der Fälle unnötig. Umgekehrt, hätte ich auf meiner Seite kein vollständiges Impressum gehabt, wäre meine Agentur vermutlich nie an mich herangetreten, um mich unter Vertrag zu nehmen. Es ist ja nicht jede Form von Kontaktaufnahme schlecht.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Franziska am 01. April 2012, 16:55:29
Das ist aber ein großzügiges Angebot Maja. In meinem Fall geht es aber nicht um eine Autorenseite, sondern um meinen Musikblog. Vielleicht bin ich ein bisschen paranoid, aber dass jeder meine Adresse im Internet findet gefällt mir nicht so und da ich nicht weiß, was ich beruflich mache, möchte ich nicht, dass ein zukünftiger Arbeitgeber meine Blogs über was auch immer findet. Ich möchte nicht immer daran denken müssen, wenn ich was schreibe. Vielleicht komme ich mal auf dein Angebot zurück bezüglich meines anderen Autorenblogs, das müsste ich mir überlegen.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Aphelion am 01. April 2012, 17:37:56
@ Maja:

Danke für die umfangreiche Info! :)

Ich glaube nicht, dass man wegen einer Adresse prinzipiell etwas befürchten muss:  Dafür gibt es Adress- und Telefonbücher, die sind so gesehen noch viel "gefährlicher". Und da die auch online abrufbar sind ... imho sollte man zu dem stehen, was man macht. Wenn man nicht dazu stehen kann, sollte man es lieber nicht machen oder es als Bestandteil einer Plattform aufziehen, wo das Projekt selbst nicht impressumspflichtig ist. (Beispiel: Blogs als Bestandteil von Foren, die prinzipiell jedoch auch von Nicht-Mitgliedern eingesehen werden können.)

Ich habe für mich inzwischen eine Variante beschlossen - und hoffe einfach, dass es funktioniert. Es geht (bei mir) ja wirklich nur um das Suchmaschinen-Problem, weil ich mit meinen realen Namen in erster Linie beruflich gefunden werden möchte. Aber auch das wird keine große Sache werden.

Realname als Grafik oder auch der Konverter kommen demnach nicht in Frage; ich werde jetzt ganz banal Leerzeichen zwischen den Buchstaben einbauen. (Und im das Schriftlayout so zurechtbasteln, dass es nicht allzu blöd aussieht.) Per Screenreader wird das dann buchstabiert ausgegeben, ist also auch mit diesem Hilfsmittel lesbar und müsste entsprechend zulässig sein. Mal schauen, ob das funktioniert; ansonsten habe ich halt doch Pech gehabt.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Maja am 01. April 2012, 17:58:05
Per Screenreader wird das dann buchstabiert ausgegeben, ist also auch mit diesem Hilfsmittel lesbar und müsste entsprechend zulässig sein. Mal schauen, ob das funktioniert; ansonsten habe ich halt doch Pech gehabt.
Du kannst Sanjani fragen, ob sie das mal testet, sie ist ja per Screenreader unterwegs, soweit ich weiß.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 01. April 2012, 23:50:05
Du könntest auch einfach eine UTF-Verschlüsselung nehmen. Dafür gibt es zum Beispiel diesen Konverter (http://www.schatzwaechter.com/informatives/text_con.php), wo du deine Adresse im Code verschlüsseln lassen kannst.

Nur blöd bei Wordpress (.com, aber läuft ja auf derselben Software wie unter .org angeboten), weil es die Zeichen automatisch in Buchstaben umwandelt. Auch beim HTML-Editor. Habe aber schon den Support angeschrieben, mal sehen, was die dazu meinen.

Edit:

Zitat von: Aphelion
Dafür gibt es Adress- und Telefonbücher, die sind so gesehen noch viel "gefährlicher".

Soweit ich mich entsinne, kann man aber entscheiden, ob man darin erscheinen möchte oder nicht. Zumindest bei den gedruckten.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Kati am 03. August 2012, 15:28:01
Ich muss jetzt mal ganz doof nachfragen: Wie ist das denn mit Blogger oder Wordpress? Ich habe naemlich kein Impressum. Ist das dort auch Pflicht? Dann muss ich naemlich mal eins anlegen.  :-\
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Lomax am 03. August 2012, 16:37:07
Ich denke mal, im Prinzip brauchst du auch dann ein Impressum, wenn es de facto als deutschsprachiger Webauftritt daherkommt. Aber in der Praxis kann es einem ziemlich am Arsch vorbeigehen, was für deutsche Förmlichkeiten gewahrt sein müssen, wenn man bei einem US-Anbieter einen anonymen Auftritt pflegt, der dem lokalen Recht des Anbieters entspricht. Weswegen meine Autorenpseudonyme dann wohl ihre Werke bei Facebook vorstellen werden, und weshalb ich mir bei reinen Blogger-Blogs o.ä. auch keine großen Gedanken machen würde.

Man sollte sich nur vorher entscheiden und die Auftritte dann auch wirklich anonym halten.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Churke am 03. August 2012, 16:52:13
Aber in der Praxis kann es einem ziemlich am Arsch vorbeigehen, was für deutsche Förmlichkeiten gewahrt sein müssen, wenn man bei einem US-Anbieter einen anonymen Auftritt pflegt, der dem lokalen Recht des Anbieters entspricht.

Also wenn ich wüsste, dass du hinter dem Aufritt steckst und in Deutschland wohnhaft bist, dann könnte ich noch heute die Abmahnung raus schicken.  ;)
Ich würde auch nicht darauf wetten, dass man von einem US-Anbieter nicht die Personalien erfahren kann.

Dass sich die Abmahn-Mafia aus betriebswirtschaftlichen Gründen lieber mit Filesharern befasst, gewährt zwar einen gewissen Schutz, muss aber nicht immer so bleiben.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Kati am 03. August 2012, 19:13:00
Dann werde ich mal ein Impressum einrichten, sicher ist sicher.  :)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 03. August 2012, 19:17:16
Da empfehle ich mal: http://www.e-recht24.de/impressum-generator.html
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Fianna am 03. August 2012, 22:04:46


@Aphelion: schau dir doch mal das Impressum dieser Seite  (http://www.tintenzirkel.de/impressum.php) an.
Du kannst da unterscheiden zwischen inhaltlicher und technischer Verantwortung. ZB nimmst du dich als Webmaster mit deinem richtigen Namen, aber schreibst dazu, dass dies lediglich für Webspace, Domain und Webdesign ist und gibst dann dein Pseud als Redaktionell verantwortlich an, teilst dich also quasi in zwei Personen.
Das habe ich auch so gemacht. :-) Da ich sowieso einige Leute dankend erwaehne (Grafikkuenstler etc) habe ich mich dann auch bei mir (Realname) selbst bedankt.

Komischerweise hat mich ein Verlag unter Realnamen ueber den Kontakt angeschrieben. Also entweder haben die nicht gruendlich gelesen - oder meine vorgetaeuschte Schizophrenie war sehr offensichtlich - oder sie wissen es von einem Autor. Ein Autor dieses Verlages ist mit mir befreundet, vllt fiel da mal der Satz "Meine Freundin (Realname) hat auch einen Rezensionsblog"...

Ich versuche mir einfach mal einzubilden dass es was bringt ^^
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Lomax am 03. August 2012, 23:55:19
Also wenn ich wüsste, dass du hinter dem Aufritt steckst und in Deutschland wohnhaft bist, dann könnte ich noch heute die Abmahnung raus schicken.
Richtig. Deswegen sagte ich ja, dass man sich vorher entscheiden sollte, ob man wirklich anonym bleiben möchte ;). Im Zweifel reicht in den allermeisten Fällen wohl auch eine "Plausible Deniability" - solange auf der Seite selbst kein Hinweis auf die Identität zu finden ist, dürften Abmahnung so ziemlich ins Leere laufen, weil sie für den Abmahner mehr Ärger und Kosten versprechen als Einnahmen; denn im Gegensatz zu deutschen Seite gibt's ja keine offizielle Registrierung, wo man leicht und sicher an den Namen eines Verantwortlichen kommt.
Ich würde auch nicht darauf wetten, dass man von einem US-Anbieter nicht die Personalien erfahren kann.
Würde ich jederzeit drauf wetten - denn der US-Anbieter kennt die Personalien ja auch nicht. Sprich, bei einem unter Pseudonym angelegten Konto weiß keiner, wie der Klarname lautet. Müsste man also auf rechtlichem Wege und mit "kriminalistischen Mitteln" ermitteln lassen. Da dürften (im Gegensatz zu Urheberrechtsverletzungen) entsprechende Anstrengungen von Abmahnern mit Berufung auf deutsches Impressumsrecht bei ausländischen Behörden locker ins Leere laufen; und das Ermittlungsinteresse bei Deutschen Behörden, die da durchaus tätig werden könnten, ist nicht besonders ausgeprägt. Ich habe noch nicht oft von Fällen gehört, wo von Amts wegen die Durchsetzung einer Impressumspflicht betrieben wird, ohne dass da ein privater Interessent sich hintergeklemmt hat - und das Interesse der Behörden, für so eine Geschichte Auslandsrecherche zu betreiben, dürfte dann vollends gegen Null gehen.

Dass die "Abmahn-Mafia sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen lieber mit Filesharern befasst", ist ja kein Zufall, der sich jederzeit ändern kann, sondern hat handfestliche betriebswirtschaftliche und Praktikabilitätsgründe, für deren Änderung sich erst mal einiges bewegen müsste - jedenfalls in Bezug auf die Durchsetzung von Impressumsrechten auf Seiten im Ausland und auf anonymen Plattformen bei Inhalten ohne öffentliches Interesse.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 04. August 2012, 00:31:43
Der US-Blogbetreiber hat aber deine IP -- und diese IP lässt sich weiter verfolgen bis zu deinem Internetanbieter. Und den muss man dann nur bitten, die Daten rauszurücken, weil der hat sie ja garantiert. Allerdings ist das wohl zu viel Aufwand bzw. geben Provider die Daten ja nicht auf Grund eines einfachen Bitte raus.
Aber die Sache ist ja auch: Ein Impressum dient einfach dazu, dass Interessenten schnell Kontakt aufnehmen können. Deswegen muss auch der ein Impressum führen, der eben nicht rein privat postet, der sich halt an die Öffentlichkeit wendet. Und, ganz ehrlich, wer sich des dt. Rechts in großen Teilen bewusst ist, muss ja auch nichts fürchten.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Lomax am 04. August 2012, 03:24:30
Der US-Blogbetreiber hat aber deine IP -- und diese IP lässt sich weiter verfolgen bis zu deinem Internetanbieter. Und den muss man dann nur bitten, die Daten rauszurücken, weil der hat sie ja garantiert. Allerdings ist das wohl zu viel Aufwand bzw. geben Provider die Daten ja nicht auf Grund eines einfachen Bitte raus.
Der Blogbetreiber hat nicht "meine" IP - er hat eine IP. Bzw. mehrere, dynamisch zugewiesen zu den Zeiten, wo ich darauf zugegriffen habe. Die lässt sich allenfalls über einen Abgleich mit meinem Internetanbieter meiner Person zuordnen - wenn ich nichts getan habe, um das zu verhindern. Im letzteren Fall lässt sie sich, vielleicht, auch zuordnen, aber es wird noch schwieriger. Und zuordnen lässt sie sich jeweils auch nur dann, wenn zum Zeitpunkt der jeweiligen Abfrage alle Beteiligten die entsprechenden Daten noch vorhalten. In einer Form, die einen präzisen und einfachen Abgleich der Daten des ausländischen Diensteanbieters mit dem deutschen Provider erlaubt. Und, wie du selbst schon festgestellt hast, nicht jeder kriegt diese Daten aus jedem Grund.

Das ist genau der rechtliche Weg und die kriminalistischen Ermittlungen, von denen ich oben gesprochen hatte. Über Ländergrenzen hinweg. Mit einem Anliegen und einer Begründung, die - im Gegensatz beispielsweise zu Urheberrechtsangelegenheiten, Kinderporno o.ä. - von den Ansprechpartnern im Ausland nicht besonders gut nachvollzogen werden  und die darum auch nicht gerade auf verständnisvolle Bearbeitung hoffen können. So eine Ermittlung ist für den Antragsteller nicht umsonst, sondern mit einem Riesenaufwand verbunden. Diesen Aufwand muss derjenige, der sich über das fehlende Impressum beschweren will, vorher investieren - bei einem wegen der vielen Eventualitäten auf dem Weg dorthin sehr hohen Risiko, dass er das gewünschte Ergebnis am Ende doch nicht bekommt. Und wenn er am Ende die gewünschten Daten hat, ist er immer noch nicht am Ziel - weil dann hat er sich nur die Möglichkeit erworben, das nächste große Fass aufzumachen, nämlich die Frage zu klären, ob genau diese ermittelte Präsenz dieser ermittelten Person auf dieser Plattform tatsächlich ein Webauftritt ist, der deutschem Recht unterliegt und ein eigenständiges Impressum benötigt. Einschlägige Rechtsstreitigkeiten zu grenzüberschreitenden Internetpräsenzen zeigen nämlich schon sehr deutlich, dass diese Frage auch nicht so trivial zu beantworten ist und eine Menge Fallstricke und Feinabwägungen erfordert.

Damit sind all die geäußerten Bedenken natürlich theoretisch richtig, nur sind sie halt sehr theoretisch. In der Praxis wird die Wahrscheinlichkeit, dass du bei einem komplett anonym geführten Auftritt, mit einem anonymen Account bei einem ausländischen Diensteanbieter ohne Webseitenregistrierung auf deinen Namen je wegen irgendwelcher nicht der deutschen Norm entsprechenden Impressumsangaben angequatscht wirst, so gering, dass es ziemlich übertrieben ist, sich darüber noch Sorgen zu machen.
  Zumal es ja eine Illusion ist, dass man auf "Nummer Sicher" gehen könnte, wenn man "alles richtig macht". Ein Formfehler wie die hier schon diskutierte Einbindung von Daten als Bild ist schnell gemacht, und ein "im Prinzip" korrektes Impressum mit kleinem Formfehler ist für böswillige Abmahner viel leichter auszubeuten als die hier diskutierte vollständige Anonymisierung. Mithin bleibt selbst bei einem nach bestem Wissen und Gewissen korrekten Impressum ein Restrisiko - das nach meiner Einschätzung sogar signifikant größer ist als alles, was in den letzten Postings an theoretischen Einwänden aufgebracht wurde.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Drachenfeder am 23. Januar 2013, 17:58:53
Hallo zusammen,

hat jemand von Euch das Impressum mit Hilfe von dem Impressum Generator erstellt?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 24. Januar 2013, 16:09:37
Meinst du den von E-Recht? Ja, habe ich. Wieso?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Drachenfeder am 25. Januar 2013, 16:03:12
Dem kann man vertrauen?

Heee, ich komm auf deine Seite nicht drauf Zitkalasa  :-\
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Sven am 25. Januar 2013, 16:56:43
Hier ist ein Link zur Impressumspflicht:

http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/pdfs/LeitfadenZurAnbieterkennzeichnung.pdf?__blob=publicationFile (http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/pdfs/LeitfadenZurAnbieterkennzeichnung.pdf?__blob=publicationFile)

Für mich heißt das: Nur wer Waren oder Dienstleistungen anbietet ist verpflichtet, ein Impressum zu haben. Darunter fallen auch Downloads oder ähnliche Dinge.
Kein Impressum braucht zum Beispiel ein Autor, der nur Informationen über sich und seine Bücher preisgibt. Erst, wenn er seine Dienste als Autor (z.B. für Lesungen) anbietet, braucht er ein Impressum.
Das Impressum ist für den Kundenschutz da, damit der Kunde eine reale Person als Ansprechpartner hat, falls mit der Ware oder der Dienstleistung etwas nicht stimmt.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Kati am 25. Januar 2013, 17:05:51
Sven, wenn das stimmt, würde selbst ich weiterbloggen, obwohl ich gerade wegen der Impressumspflicht eigentlich aufhören wollte. Ich habe ein Autorenblog und ein Geschichtsblog, ich verkaufe nichts und mache keine Werbung. Ich habe allerdings schon von vielen Quellen gehört, dass jeder, der sich an die Öffentlichkeit wendet, ansprechbar sein muss und das eine E-Mail-Adresse nicht reicht. Wie ist es denn nun?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Drachenfeder am 25. Januar 2013, 17:21:04
Für mich heißt das: Nur wer Waren oder Dienstleistungen anbietet ist verpflichtet, ein Impressum zu haben. Darunter fallen auch Downloads oder ähnliche Dinge.
Kein Impressum braucht zum Beispiel ein Autor, der nur Informationen über sich und seine Bücher preisgibt. Erst, wenn er seine Dienste als Autor (z.B. für Lesungen) anbietet, braucht er ein Impressum.
Das Impressum ist für den Kundenschutz da, damit der Kunde eine reale Person als Ansprechpartner hat, falls mit der Ware oder der Dienstleistung etwas nicht stimmt.

Ich habe keine Downloads aber eine Seite auf der ich meine VÖs präsentierte.
"Lesungen anbieten" ist dann aber nicht gleichzusetzen mit den Informationen auf der Seite wann man wo liest?

Das ist echt alles sehr kompliziert. Ich habe das nämlich vorher so verstanden, dass gerade wir Autoren so etwas auch benötigen.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Feuertraum am 26. Januar 2013, 09:41:02
@ Sven: Leider sind die Hinweise so konträr geschrieben, dass man sowohl Ja als auch Nein draus lesen muss.

Einerseits heißt es:

Zitat
Diensteanbieter sind nach § 2 Satz 1 Nummer 1 TMG natürliche oder juristische Personen, die eigene oder fremde Telemedien zur Nutzung bereit halten oder den Zugang zur Nutzung vermitteln.
Der Begriff Telemedien ist sehr weit und umfasst alle Informations- und Kommunikations-dienste, die nicht Telekommunikation im engeren Sinn oder Rundfunk sind. So ist praktisch jeder Online-Auftritt ein Telemedium.

Telemedien sind zum Beispiel private Websites und Blogs, Online-Shops, Online-Auktionshäuser, Suchmaschinen, Informationsdienste und Chatrooms

Ein wenig später hingegen liest man:

Zitat
Die Anbieterkennzeichnungspflicht muss praktisch von jedem, der ein Online-Angebot bereithält, erfüllt werden. Etwas anderes gilt nur bei Angeboten, die ausschließlich privaten oder familiären Zwecken dienen und die keine Auswirkung auf den Markt haben.

Und das ist - denke ich - der Knausus Knacktus an dem Teil. Normalerweise sagt man, dass private Webseites nur dann privat sind, wenn sie mit einem Passwort versehen wurden, dass man nur an Freunde und Familie weitergibt. Alles ohne dieses Passwort ist öffentlich. Von daher kann es - auch wenn die Infos nicht für den Markt gedacht sind bzw. keinen Einfluss auf selbigen haben - von einem Gericht als Verletzung der Impressumspflicht angesehen werden, wenn die Anbieterkennzeichnung fehlt. Darum halte ich es wie auch empfohlen:

Zitat
Im Zweifel sollten Sie davon ausgehen, dass die Anbieterkennzeichnungspflicht besteht.

Quelle ist das Bundesministerium für Justiz.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Sven am 27. Januar 2013, 11:37:50
Naja, wenn es SO einfach wäre, gäbe es ja keine Diskussionen.
Die Frage bei diesem Text ist, was denn eine "Nutzung" im Sinne des TMGs ist. Das reine Bereitstellen von Informationen ist in meinen Augen aber keine "Nutzung". Zu einer "Nutzung" im sinne des TMGs gehört, legt man dafür den gesamten Gesetzestext zur Grundlage, dass ein finanzielles (oder ähnlich gelagertes) Interesse besteht. Also wenn man seine Informationen für eine Gegenleistung anbietet. Das ist bei den meisten Autoren/ Blogseiten nicht der Fall. Wäre es anders, würde es ja schon massenhaft Abmahnungen hageln. Aber davon habe ich noch nichts  gehört.
Viel wichtiger als das ist jedoch der Grund, warum es die Impressumspflicht überhaupt gibt. Und der ist eindeutig: sie dient dem Käuferschutz.
Welches Interesse hätte ein Richter, einen Blogbetreiber zu verklagen, weil er seine Adresse nicht preisgegeben hat? Gar keines.
So habe ich es auch bei einem Medienanwalt gelesen (leider habe ich den Link zu seiner Seite nicht mehr).
Allerdings rät auch er, im Zweifel ein Impressum anzugeben, denn nur, weil man Recht hat, heißt das nicht, dass man es auch zugesprochen bekommt  ;)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 29. Januar 2013, 21:51:36
Selbst wenn auf einer Schriftstellerseite nichts verkauft wird, so ist doch der (professionelle) Webauftritt, finde ich, ein Marketingmittel. Und hinter Marketing steht immer ein Wirtschaftsdenken, finde ich. Also gilt da für mich die Impressumspflicht.

Außerdem sehe ich den Zweck eines Impressums nicht immer im Käuferschutz. (Ohnehin: Was ist da Käuferschutz? Im Gegenteil: Käufer können immer noch auf den Leim gehen. Sie bekommen nur Daten, wo sich hinwenden und Beschwerde einlegen können bzw. damit sie nicht Anzeige gegen Unbekannt stellen sollten im Notfall... Nur: Bei unseriösen Seiten sind die Impressum auch gefaked, denke ich, was es eben ad absurdum führt.)

Vielmehr bietet das Impressum eine Anlaufstelle, um mit mir Kontakt aufnehmen zu können. Allerdings gefällt es mir persönlich nicht, was für Daten ich da dann angeben muss wie meine vollständige Anschrift. Ich mein, wer kontaktiert heutzutage noch per physischem Brief? Egal wie wahrscheinlich das jetzt ist: Wenn mir ein Verlag ein Rezisionsex. schicken will, hab ich es trotzdem lieber, wenn vorher per Mail angefragt wird, ob ich das denn so will.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Aphelion am 29. Januar 2013, 22:44:52
Meine Meinung (mittlerweile):

Wenn man als Autor unterwegs ist, ist man beruflich unterwegs.

Generell mache ich mir eher an anderer Stelle Sorge um meine Daten, aber nicht bei so etwas; obwohl ich es angenehmer fände, mein "Autoren-Dasein" und mein "Anderes-Berufs-Dasein" besser und deutlicher trennen zu können.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Pandorah am 03. Januar 2015, 18:09:32
Ich hole den Thread mal eben wieder hoch, weil ich auf diesen Dienst hier gestoßen bin: https://www.dropscan.de/

Man kann sich kostenlos ein Postfach anlegen, und der Clou ist, dass Post, die dorthin geschickt wird, einen tatsächlich erreicht. Und zwar innerhalb kürzester Zeit. Man wird per Mail benachrichtigt, wenn etwas eingetroffen ist, und kann dann entscheiden, ob es (kostenlos) vernichtet oder (kostenpflichtig) an eine Wunschadresse weitergeleitet oder gescannt und per Mail geschickt wird.

Man kann diese Adresse also prima im Impressum angeben.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Klecks am 03. Januar 2015, 21:30:03
Verstehe ich das richtig, dass die unsere Post dann aufmachen, also lesen können, und dann an uns weiterreichen?  :hmmm:
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Pandorah am 03. Januar 2015, 23:55:17
Wenn du entscheidest, dass du das gescannt haben möchtest, machen sie es auf jeden Fall auf und scannen es. Sie können es dir aber auch geschlossen zusenden. Die haben ja deine Adresse. :)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Klecks am 04. Januar 2015, 10:19:31
Ah, okay, jetzt hab ich begriffen - es wäre also beides möglich. Danke, Pandorah, wenn sie es zulassen, klingt das nach einer echt tollen Idee!  :D
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: FeeamPC am 04. Januar 2015, 11:01:07
Tja, also ich weiß nicht. Für private Webseiten/Hobby-Autoren mag das gehen, aber sobald man mit dem Schreiben Geld verdient, wird es schwierig. Dann behandelt einen unser Recht als Unternehmer, und für Unternehmen gilt, dass sie eine ladungsfähige Adresse haben müssen. Dazu zählt aber eine Postfachadresse eben nicht, und das ist das hier ja wohl.
Und so abmahnwütig, wie gewissen dubiose Anwaltskanzleien bei Internet-Verstößen sind, könnte das ordentlich ins Geld gehen.

Was sagen denn unsere Rechts-Fachleute dazu?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Pandorah am 04. Januar 2015, 11:58:50
Ich weiß von mehreren Selbständigen, dass sie diese Adresse benutzen, weil sie ständig unterwegs sind und gar keinen festen Wohnsitz haben. Inwiefern ist das keine "ladungsfähige" Adresse? Ob ich jetzt unter dieser Adresse meine Post tatsächlich bekomme oder unter der meiner Eltern sich die Briefe stapeln ... da bin ich mit der online-Benachrichtigung echt schneller. Aber was die Rechtsexperten sagen, das interessiert mich auch.

Ich hab das hier gefunden (Markierung von mir):
Zitat
§ 253 Abs. 2 Nr. 1 ZPO, "ladungsfähige Anschrift" muß nicht zwingend die Wohnanschrift sein, §§ 170 Abs. 1, 180 ZPO <Fassung bis 30.6.02> (Hinweis: nun §§ 166, 177 ZPO), Arbeitsstelle genügt, wenn die ernsthafte Möglichkeit der Übergabe besteht (Risiko des Scheiterns der Zustellung trägt der Kläger);
https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20145,%20358

Die "ernsthafte Möglichkeit der Übergabe" besteht bei dem oben genannten Dienst ja.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Ginger am 04. Januar 2015, 12:50:20
Guten Tag in die Runde,

ein Postfach zählt nicht als ladungsfähige Adresse.

Die Nennung der Verlagsanschrift ist eine ladungsfähige Adresse.
Ein Anbieter von Firmenadressen mit einem Service, wie die Weiterleitung der Post, ist eine ladungsfähige Adresse.

Viele reisende Geschäftsleute mieten sich einen Geschäftsraum auf einer Etage, die über einen Empfang, Telefonistin, Besprechungsraum, Kopierer, Kaffeeautomat verfügt und teilen diesen Service mit anderen Büromietern. Da ist den ganzen Tag jemand und empfängt Post, geht ans Telefon und giesst die Blumen. Nichts anderes ist die Online-Sammeladresse, es fehlt nur der Büroraum und ggf. die Topfpflanze.

Lieben Gruß

Ginger
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Leann am 04. Januar 2015, 13:35:17
Seltsamerweise kommt bei mir sogar Post an, die mit "Leann Porter" adressiert ist, obwohl ich weder so heiße noch dieser Name auf dem Briefkasten oder der Klingel steht. Ist meine Adresse dadurch "ladungsfähig"? Die Briefträgerin weiß offenbar, dass ich gemeint bin ... Ich vermute mal, dass das leider nicht der Fall ist.

Falls jemand Papyrus-Autor verwendet: Papyrus bietet einen kostenlosen Impressumsservice an.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Nika am 04. Januar 2015, 13:57:04
"Ladungsfähig" heißt, ein Brief muss an dieser Adresse einer sich ausweisenden könnenden Person überreicht werden können. Es müssen also Einschreiben entgegengenommen werden können, wie sie z. B. von Gerichten verschickt werden. Gerichtsvollzieher o. ä. müssen euch vor Ort antreffen können, etc. Ein Postfach kann all das nicht. Ein Einschreiben mit Rückschein oder eine Kurierlieferung, die persönlich ausgehändigt werden muss, kann nicht an ein Postfach adressiert werden, weil hier eben der Beleg nicht erbracht werden kann, dass der Brief eigenhändig übergeben wurde.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 04. Januar 2015, 14:11:29
Zitat von: Nika
muss an (...) einer sich ausweisenden könnenden Person überreicht werden können

Was heißt einer? Ich als derjenige, der die gerichtliche Vorladung erhält? Es kann ja niemand anderes das für mich entgegen nehmen. Was ja letztlich den Umkehrschluss zulässt, dass nur diese Adressen als "impressumsgültig" zugelassen sind, bei denen ich persönlich angetroffen werden kann (innerhalb eines vernünftigen Zeitrahmens; alle halbe Jahre mal vorm Ferienhäuschen zu stehen, gilt da ja wohl ebensowenig).
Letztlich heißt das ja dann doch, dass der von Pandorah verlinkte Service keine ladungsfähige Adresse ist.

Zitat von: FeeamPC
Für private Webseiten/Hobby-Autoren mag das gehen

Davon abgesehen, dass Privatseiten eh kein Impressum brauchen ... Wobei die wenigsten Seiten privat sind. Als Blogger biste schnell eine Seite mit redaktionellem Inhalt und dann brauchste mal wieder ein Impressum.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Pandorah am 04. Januar 2015, 17:45:31
Davon abgesehen, dass Privatseiten eh kein Impressum brauchen ... Wobei die wenigsten Seiten privat sind. Als Blogger biste schnell eine Seite mit redaktionellem Inhalt und dann brauchste mal wieder ein Impressum.

Meines Wissens nach gelten ALLE Seiten im Internet als "nicht privat", so lange der Inhalt nicht derart geschützt ist, dass nur ein gewisser (privater) Personenkreis darauf zugreifen kann, zum Beispiel mit Passwortschutz. Machst du einen Blog, brauchst du ein Impressum. Lädst du Bilder in einer Galerie hoch, brauchst du ein Impressum. Zeigst du deine Zeichnungen auf deiner Homepage, brauchst du ein Impressum. Hast du ein Lifejournal, das "friends only" ist, brauchst du kein Impressum. Müssen Mitglieder bezahlen, um über ein Passwort auf einen geschützten Bereich zuzugreifen, brauchst du wiederum ein Impressum.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Maja am 06. Januar 2015, 00:27:02
Ja, "privat" bedeutet bei Internetseiten nicht "nicht kommerziell", sondern "nicht öffentlich". Jede Webseite oder jedes Blog, auf die Gäste und Suchmaschinen Zugriff haben, sind öffentliche Webseiten und brauchen ein Impressum. Egal, ob dort Werbung geschaltet wird, egal, ob mit der Webseite Geld gemacht wird oder nicht - darauf kommt es nicht an.

Und spätestens, wenn es eine Autorenwebseite ist von jemanden, der publiziert, sollte die Seite so seriös sein, auch ein vollständiges Impressum zu bieten. Aus Erfahrung mit diversen impressumsbehaften Webseiten, auch solchen, auf denen ich über Politisches oder psychische Erkrankungen blogge: Alles, was dabei rumkommt, ist Spam auf die Mailadressen. Ab und zu bekommt der Tintenzirkel ein Verlagsverzeichnis eines mir unbekannten Verlags geschickt, und Werbepostkarten von Koios. Und meine Agentur fand meine Webseite so überzeugend, um mich deswegen unter Vertrag zu nehmen.

Das habe ich alles schon öfter erzählt. Jetzt, nachdem ich einige abscheuliche Hetzkampagnen gegen feministische Bloggerinnen oder weibliche Computerspielproduzentinnen miterlebt habe, muss ich noch eine Sache draufsetzen: Wenn euch wirklich jemand schaden will, dann schützt es euch nicht, eure Adresse im Impressum geheim zu halten oder hinter einem Sammeldienst zu verstecken. Dann ist spätestens der dritte Kommentar "Ich weiß wo du wohnst", gerne mit genauer Adressangabe und/oder einem Foto der Haustür. Wenn ihr solche Feinde habt, ist denen egal, wenn euer Impressum nicht vollständig ist. Zum Glück sind solche Fälle selten. Aber wovor euch ein korrektes Impressum, ohne solchen Verschlüsselungseiertanz, schützt, sind Abmahnungen und juristischer Ärger.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Ginger am 06. Januar 2015, 11:16:38
@Maja

Zitat
Dann ist spätestens der dritte Kommentar "Ich weiß wo du wohnst", gerne mit genauer Adressangabe und/oder einem Foto der Haustür. Wenn ihr solche Feinde habt, ist denen egal, wenn euer Impressum nicht vollständig ist.

Das klingt ja nett. Ist Dir bekannt, ob es gegen solche Übergriffe rechtliche Möglichkeiten gibt? So etwas kann ja schon als Bedrohung erlebt werden.

Liebe Grüße

Ginger
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Manu am 06. Januar 2015, 12:02:48
@Maja
Ist Dir bekannt, ob es gegen solche Übergriffe rechtliche Möglichkeiten gibt? So etwas kann ja schon als Bedrohung erlebt werden.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum (obwohl einige das zu glauben scheinen), und deshalb gelten dort die gleichen Gesetze wie im wirklichen Leben. Sprich: wenn du bedroht, beleidigt, verleumdet etc. wirst, kannst du gegen denjenigen Anzeige erstatten.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: FeeamPC am 06. Januar 2015, 12:38:36
Klingt wie Omas Sprichwort: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt ...
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Maja am 06. Januar 2015, 14:12:41
Das klingt ja nett. Ist Dir bekannt, ob es gegen solche Übergriffe rechtliche Möglichkeiten gibt? So etwas kann ja schon als Bedrohung erlebt werden.
Ja, man kann dann die Polizei einschalten. Die Fälle, von denen ich weiß, sind auch durchaus ernstgenommen worden - allerdings stammen sie aus dem amerikanischen Raum, weswegen sich die Rechtslage nicht eins zu eins übertragen lässt. Eine Bloggerin ist mitsamt ihrer Familie unter Polizeischutz gestellt und an einem anderen Ort untergebracht worden, weil Feinde über Twitter und Facebook detaillierte Morddrohungen ausgesprochen haben, Beschreibungen ihrer anstehenden Vergewaltigung und Ausweidung.

Und die Kanäle, über die sowas reinkommt, sind vor allem die sozialen Netzwerke und Facebook - also die Kanäle, die auch dann offen sind, wenn die Adresse nicht im Impressum steht. In wie vielen Fällen dann tatäschlich jemand vor der Haustür steht, kann ich nicht sagen, aber diese verbalen Angriffe allein sind schon in ihrer Grausamkeit und Heftigkeit so schlimm, dass man sich ernsthaft überlegen muss, ob man bestimmte Aussagen im Internet überhaupt öffentlich treffen möchte - das geht derart unter die Gürtellinie und an die Substanz schon für mich als Außenstehende, die ich diese Kommentare lesen muss. Ich will gar nicht wissen, wie es dann erst für die Empfängerinnen sein muss.

Das soll keine Aufforderung sein, den Mund zu halten. Im Gegenteil. Das ist eine Aufforderung, das Netz nicht kampflos denen zu überlassen, die solche Drohungen ausstoßen.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Debbie am 20. August 2015, 16:01:50
Aus gegebenem Anlass grabe ich diesen Thread mal wieder aus ...

Ganz konkret würde mich interessieren, wer von euch unter Pseudonym veröffentlicht und über einen Drittanbieter (Autorenservice, Papyrus Autor, dropbox, etc.) die Impressumspflicht im selbstverlegten E-book umgeht.

Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Wie wasserdicht ist das, was Anonymität angeht? Nutzt ihr den Service auch für eure Webauftritte?

Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Ginger am 17. November 2015, 16:15:27
@Debbie
Ich veröffentliche unter Pseudonym, nämlich als Ginger McMillan. Bislang hatte ich die Möglichkeit, den Verlag als Adresse im Impressum meiner Webseite und auf Facebook anzugeben. Es gibt aber auch Situationen, wo das nicht vorteilhaft ist - zum Beispiel es kommt ein zweiter Verlag ins Spiel.

Ich bin selbst etwas in Not, denn die Drittanbieter stehen mir entweder nicht zur Verfügung, wie Papyrus, oder der Kontakt zum Anbieter hat mich nicht vom Preis-Leistungsverhältnis überzeugen können. Ich erwarte zwar nicht die Menge an Post, aber was mache ich, wenn plötzlich doch mehrere Fan-Briefe kommen, und ich für die Weiterleitung pro Brief dann 5 Euro bezahlen soll? Risiko.

Zu den kontaktierten Anbietern mag ich hier sonst nichts schreiben, weil öffentlicher Bereich - aber wer von Euch einen Geheimtip hat, auch ich bin interessiert an einer guten Lösung dieses Problems.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Fianna am 06. Juni 2017, 02:13:40
Ich habe mich auch mal für dieses Thema interessiert, weil ich meinen Namen nicht im Impressum sehen möchte. Die Adresse ist mir egal, die kann ruhig da stehen, nur der Name nicht.

Ist aber ziemlich schwierig, ich habe nur einen Anbieter gefunden, der aber keine mehr Kunden annimmt (der Artikel, über den ich aufmerksam wurde, war leider von 2013). Ansonsten gibt es nur Dienste, die die Veröffentlichung der Adresse schützen möchten, nicht den bürgerlichen Namen. Leider gibt es meinen Namen nur 2 x in Deutschland, und seit wir nicht mehr im selben Bundesland wohnen, habe ich zwar keine Probleme, dass der Internetanbieter die Kundendaten verwechselt - dafür ist der Verwechslungsgefahr auch in anderen Bereichen eliminiert.
Nunja. Dann muss das wohl so sein.  :-X
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 06. Juni 2017, 02:36:16
Papyrus Autor bietet mit dem Autorenclub auch einen Impressumsservice an, Admin Ulli (https://www.papyrus.de/forum/threads/unterst%C3%BCtzung-beim-impressum-f%C3%BCr-die-eigene-homepage.2936/#post-17975) meint zu der Namenssache, dass Pseudonyme "polizeilich / amtlich eingetragen sind" bzw. "eine "hinreichende Bekanntheit" des Pseudonyms vorliegen" muss. :/

Auf Seite 2 des Threads scheinen sie es aber gelöst zu haben, dass man auch den Service mit Pseudonym nutzen kann. :hmmm:
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Fianna am 06. Juni 2017, 03:48:01
Ja, aber zum einen weiß ich nicht, ob ich das machen will, da ich kein Papyrus nutze, zum anderen schreibt er, das sie von Anfragen überrannt werden und es vielleicht nur noch Papyrus-Lizenz-Inhabern zur Verfügung stellen können.

Nunja, wenn mich im Zusammenhang mit der Arbeit jemand googlet und auf der Website landet... Hm... Vielleicht mag der ja Fantasy oder Historisches.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 06. Juni 2017, 04:08:29
Hm, es kann ja auch sein, dass es in deiner Branche keine Rolle spielt solange es keine Romane in einem entsprechendem Umfeld sind?

Hm, ich denke, wenn sie den Service kostenpflichtig machen, könnten sie vielleicht eine weitere Kraft damit finanzieren. :hmmm: Jedenfalls hätte ich auch nichts dagegen, dafür zu zahlen. Ob ich nun 60EUR im Jahr für einen Verein bezahle oder direkt für einen stichfesten Impressumsservice ...

Obwohl ich mir trotzallem immer noch nicht so sicher bin, ob das wirklich so sicher ist. :hmmm:
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Fianna am 06. Juni 2017, 04:36:17
Hm, es kann ja auch sein, dass es in deiner Branche keine Rolle spielt solange es keine Romane in einem entsprechendem Umfeld sind?
Wenn die früheren Mitarbeiter negativ aufgefallen sind, weil sie nicht gearbeitet haben, wenn keiner hinter ihnen steht, ist es nicht gut, offenkundig ein Hobby zu haben, das man theoretisch dort ausüben kann. Und wenn aktuelle Kollegen negativ auffallen, weil sie sich während der Arbeitszeit um ihre Hobbies kümmern... Wollte mich eben gerne ungooglebar machen, aber das bietet ja keiner an. Dieser eine Dienst nimmt keine neuen Kunden mehr auf.



EDIT: Ich mache auch viel mehr Verträge als früher, dauernd muss ich meinen Namen am Telefon buchstabieren. Ich habe keine Lust, dass jemand meine Durchwahl googlet (gibts nicht, wir haben alle dieselbe Nummer) oder sowas und dann auf einer komischen Website mit Überlegungen zu realistischem Enthaupten landet.
Kann man jetzt denken "Boah, die Fia stellt sich grad mal wieder an, arbeitet nix Besonderes und will unbedingt ihren Namen im Impressum rausstreichen" - mir egal. Ich will das nicht! Gründe: muss man Gründe haben? Ich will das nicht im Internet stehen haben. Adresse ist mir egal, Name nicht.
Muss ich aber anscheinend mit klar kommen, ne Alternative scheint es ja nicht zu geben.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Shedzyala am 06. Juni 2017, 08:52:44
Hast du vielleicht jemanden in der Familie, der bereit wäre, sich für dich als Verantwortlicher ins Impressum schreiben zu lassen?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 06. Juni 2017, 14:33:37
Ich denke nicht, dass dich jemand für überzogen hält. :) Ich glaube, wir haben hier alle an dem Impressum zu knapsen, weil wir immer noch mehr Privat- als öffentliche Person sind.
Mir macht auch die Sache mit der Adresse Bauchschmerzen, weil ich doppelt und dreifach aufpassen muss, was ich sage. Ich kann ja nicht mal mehr vor einer Buchmesse sagen, hei Leute, ich bin da, trefft mich dort dann und dann, wenn ihr Lust habt – weil ja dann eindeutig klar ist, dass ich nicht zu Hause bin und das eine super Gelegenheit für Einbrüche wäre. Das Schlimme ist, das denke ich mir nicht aus. Es gibt Fälle auf Facebook, wo Menschen anzeigten, dass sie in Urlaub sind und als sie zurückkamen gabs das böse Erwachen.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Asuka am 11. Juni 2017, 15:39:38
Da ich meinen richtigen Namen auch nicht mit meinem Pseudonym zusammen sehen will, habe ich einen Impressumsservice inkl. Postanschrift gebucht. Vielleicht ist das auch was für euch andere, die noch nach einer Lösung suchen?

Bei mir im Impressum steht
Asuka Lionera
c/o AutorenServices.de
König-Konrad-Str. 22
36039 Fulda

Wenn ich Post bekomme, wird das durch den AutorenService an mich weitergeleitet. Nur die haben meinen richtigen Namen und die Adresse. (Und der Verlag natürlich, aber nicht der "normale" Leser)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Joban am 21. Juni 2017, 16:49:41
Ich will mir in absehbarer Zeit auch eine Homepage zulegen und werde meine echte Adresse im Impressum angeben. Impressumsservice hatte ich in Erwägung gezogen, aber mir dann gedacht, dass das wenig bringt - wer wirklich die echte Adresse rausfinden will, kann das doch auch über eine Whois-Anfrage tun, was sehr einfach ist - da müsste ich meine Homepage schon über einen zweiten Wohnsitz anmelden, an dem man mich nicht antreffen kann, und sowas hab ich nicht. So jedenfalls habe ich das verstanden und ich sehe auch keine legale Möglichkeit, seine Adresse auch bei Whois-Anfragen zu verbergen, jedenfalls bei einer DE-Domain (die ich haben will und auch schon registriert habe) und wenn man nicht zufällig jemanden hat, der seinen Namen und Adresse für die Webspace-Anmeldung hergibt. :)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Eluin am 21. Juni 2017, 20:40:20
@Joban das stimmt schon mit der Whois-Anfrage ABER nicht jeder weiß davon ;D Und der Klick ins Impressum (auch bei Büchern im Selfpublishing, wo eben auch die Adresse angegeben werden muss) ist dann doch schneller getan, als so eine Abfrage. Zumindest trage ich sie dann nicht für alle öffentlich und sofort einsehbar. Deshalb habe ich mich auch für einen Impressumsservice entschieden.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Alina am 21. Juni 2017, 21:16:50
Das mit der Whois Abfrage ist richtig, wenn man eine eigene Domain registriert hat, kann jeder, der die Autorenwebseite kennt, über diese Whois Abfrage den richtigen Namen und die Adresse rausfinden.

Aber wenn man ein Pseudonym hat, kann man mit dem Impressumsservice den umgekehrten Weg verhindern. Wenn der richtige Name nicht auf der Website steht, stellt Google auch den Zusammenhang nicht her. D.h. wenn jemand den richtigen Namen googlet, findet er die Autorenwebseite nicht. Und das ist ja auch schon mal viel wert.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Eluin am 22. Juni 2017, 14:34:28
Aber wenn man ein Pseudonym hat, kann man mit dem Impressumsservice den umgekehrten Weg verhindern. Wenn der richtige Name nicht auf der Website steht, stellt Google auch den Zusammenhang nicht her. D.h. wenn jemand den richtigen Namen googlet, findet er die Autorenwebseite nicht. Und das ist ja auch schon mal viel wert.
Deine Logik passt leider nicht ganz. Google findet das vielleicht nicht, aber wenn ein Nutzer das herausfinden will und WEISS, dass es die WHOIS-Abfrage gibt, kann er auch gucken, auf wen bspw. www.tintenzirkel.de registriert ist.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Layka am 22. Juni 2017, 14:51:25
@Eluin, es geht ja nicht darum, herauszufinden, wem eine gegebene Website gehört, sondern umgekehrt: Herauszufinden, welche Website zu einer bestimmten gegebenen Person gehört. Natürlich, wenn du die Website schon kennst, kannst du einfach herausfinden, auf wen sie registriert ist. Aber wenn dich zB ein potentieller Arbeitgeber googelt, dann findet er nicht so schnell deine Autoren-Website. Und dass er zufällig über deine Autorenseite stolpert und zufälligerweise genau da eine Whois-Abfrage macht, ist eher unwahrscheinlich.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Fianna am 22. Juni 2017, 16:09:59
Ich denke nicht, dass dich jemand für überzogen hält. :) Ich glaube, wir haben hier alle an dem Impressum zu knapsen, weil wir immer noch mehr Privat- als öffentliche Person sind.
Mir macht auch die Sache mit der Adresse Bauchschmerzen, weil ich doppelt und dreifach aufpassen muss, was ich sage. Ich kann ja nicht mal mehr vor einer Buchmesse sagen, hei Leute, ich bin da, trefft mich dort dann und dann, wenn ihr Lust habt – weil ja dann eindeutig klar ist, dass ich nicht zu Hause bin und das eine super Gelegenheit für Einbrüche wäre. Das Schlimme ist, das denke ich mir nicht aus. Es gibt Fälle auf Facebook, wo Menschen anzeigten, dass sie in Urlaub sind und als sie zurückkamen gabs das böse Erwachen.
Sowas kann man ja mit einem Impressumservice verhindern, da geht es "nur" um die Adresse. Der Name ist da etwas ganz anderes.

Aber nunja, sollte mich doch jemand mal googlen ("Wer ist das denn, die Abteilungsleiterin oder so? Kann die das einfach so sagen? Hat sie eine Durchwahl?") und landet auf Blog-Artikeln über die realistische Darstellung von Enthauptungen - vielleicht verleiht mir das ja etwas mehr Glaubwürdigkeit. Oder verhindert auf jeden Fall weiteres Nachfragen.  :-X
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Joban am 22. Juni 2017, 16:31:14
Ich hatte wegen meines Nachnamens mir Gedanken über ein Pseudonym gemacht, fand meinen Nachnamen am Ende aber doch gut als Autorennachnamen, daher hab ich mich gegen ein Pseudonym entschieden. Deshalb gilt das mit dem Pseudonym nicht für mich, aber es stimmt schon, dass man, wenn man ein Pseudonym verwendet, mit einem Impressumsservice verhindern kann, dass der echte Name mit der Autorentätigkeit in Verbindung gebracht wird (wobei das nicht mein Interesse ist).

Wegen der auf der Homepage und bei SPlern in den Büchern sichtbaren Adresse dachte ich mir, dass Leser einen schon nicht zu Hause besuchen werden, und wenn einem im extremen Ausnahmefall jemand ans Leder wollte, würde er wohl genügend Einsatz zeigen, um das mit der Whois-Anfrage rauszufinden. Wobei ich mich jetzt nicht als gefährdet betrachten würde, es soll ja nur eine Website mit schreibbezogenem Blog werden. Das einzig Blöde wäre vielleicht, wenn man Millionen Bücher verkauft und berühmt wird und dann die Adresse im Netz steht, weil man dann evtl. von Fans belästigt wird - aber dann würde ich mir eh ein superteures Haus/Anwesen zulegen und deshalb umziehen. :D

Wobei das mit den Einbrüchen ein Argument ist. Wenn bekannt ist, dass man auf einer Buchmesse ist, ist das natürlich praktisch für Bösewichte. Da wäre nur die Frage, kennt der Bösewicht das mit dem Whois? Wenn ja, käme man dann wohl nur aus der Sache raus, wenn die Homepage auf eine Adresse angemeldet ist, an der man sich normalerweise nicht aufhält.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Feuertraum am 22. Juni 2017, 17:27:28
Ehrlich gesagt finde ich die Argumentation, dass man seine Adresse nicht auf der Webseite angeben will, weil dann ja eingebrochen werden kann, vollkommen überzogen.
Ich gehe 5 Tage in der Woche arbeiten und bin damit mindestens 8,5 Stunden am Tag außer Haus. 8,5 Stunden, in denen ein Einbrecher bei mir einsteigen könnte und mein Hab und Gut mitnehmen. Da ist es vollkommen blödsinnig, ob ich meine Adresse bekanntgebe oder nicht. Ich hatte übrigens auch schon mehrere Foren mit unterschiedlichen Projekten und in allen stand im Impressum Name, Anschrift, Telefon.
Was ist passiert?
Nichts!
Weder wurde ich von irgendwelchen Fremden aufgrund des IMpressums angerufen noch habe ich deswegen eine Mail oder dergl. bekommen.

Und wer wirklich Panik hat, dass man vielleicht Einbrecher anlocken könnte, wenn man schreibt: Bin übers WE auf der LBM, kann man sich ja immer noch hinstellen und einem Verwandten, guten Freund, Housesitter übers WE 50€ in die Hand drücken, dass er für die 3 Tage die Butze bewohnt.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: caity am 22. Juni 2017, 17:39:25
Was mich mal noch interessieren würde - weil ich da irgendwie unterschiedliche Informationen gehört habe - wenn ich mein Pseudonym in meinen Personalausweis eingetragen habe, darf ich es dann im Impressum verwenden?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Zitkalasa am 22. Juni 2017, 19:53:25
@Feuertraum Das denke ich mir ja nicht aus, wie gesat ist das eine Masche von Einbrechern und gerade Leute, die viel und lange unterwegs sind, sollten sich das vielleicht einmal überlegen und in entsprechende Sicherheitsmaßnahmen investieren.

Was mich aber immernoch nicht vom Impressumsservice überzeugt, ist die Sache mit "ladungsfähige Adresse". Den Service würde ich da nicht drunter verbuchen sonst wäre ja auch ein Postfach ladungsfähig.

@caity

Hast du hier schon geguckt?: http://www.selfpublisherbibel.de/der-kuenstlername-wie-sie-ihn-eintragen-und-welchen-nutzen-er-hat/

Btw.: Wie hast du es geschafft, dass er bei dir in den Ausweis aufgenommen wurde?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Pandorah am 22. Juni 2017, 20:04:29
Ich habe meinen Künstlernamen auch im Ausweis stehen. Ist ganz einfach - du musst unter dem Namen veröffentlichen, und zwar mindestens seit einem Jahr. Bei mir hat Tante Google und Amazon mit den Daten von meinen Büchern gereicht, schon konnte ich ihn registrieren lassen.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: caity am 22. Juni 2017, 20:23:56
@Zitkalasa: Danke für den Link! Ich finde den anderen jetzt gerade nicht, aber ich habe auch schon gelesen, dass das nicht rechtlich wäre ...
Es war übrigens wirklich - wie Pandorah sagt - extrem einfach. Tante Google reichte vollkommen :)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Dino am 26. August 2017, 10:31:50
Da Papyrus aktuell leider einen Aufnahmestopp hat und ich nicht weiß, wie lange dieser noch andauert, bin ich auf der Suche nach einem guten (und bezahlbaren) Impressum-Service. Dieser wird benötigt für eine Facebookseite und eine Veröffentlichung (eBook und Print).
Über Google bin ich auf http://autorenservices.de (http://autorenservices.de) gestoßen, die eigentlich einen guten Eindruck machen ( @Asuka bist du bisher zufrieden?).
Hat noch jemand Erfahrung mit diesem Anbieter gemacht oder kennt gute Alternativen? Ich wäre durchaus bereit meinen Realnamen anzugeben, wenn der Anbieter top ist.

Danke schon mal für eure Hilfe. :)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Leann am 26. August 2017, 11:05:02
Soweit ich informiert bin, prüft Papyrus gerade, ob ein Impressumservice Pflichtexemplare abgeben muss:

Zitat
Da wir im Moment die Rechtslage des Impressumsservice in Bezug auf die Abgabe von Pflichtexemplaren prüfen lassen, können wir im Augenblick leider keine neuen Anträge bearbeiten und genehmigen. Ob und wie wir unseren Service- hoffentlich bald- wieder anbieten können, werden wir Ihnen zeitnah mitteilen. Dann bearbeiten wir natürlich auch alle Einreichungen nach.

Ich nutze im Moment diesen Service: http://bj-autorenservice.blogspot.de/
Kosten: 1 Ebook = 8,90 €
1 Print = 8,90 €
Ebook + Print = 14,90 €
Internetseiten = 10,90 €

Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Dino am 27. August 2017, 12:24:40
Danke @Leann :) die Seite hatte ich vor einigen Monaten schon einmal entdeckt und danach leider nicht mehr wiedergefunden. :d'oh:
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Eluin am 21. Januar 2018, 18:26:13
@Dino (und @Asuka) habt ihr nun den Impressumservice von http://autorenservices.de benutzt? Wie sind eure Erfahrungen?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Dino am 22. Januar 2018, 09:13:35
@Eluin ich musste grade ehrlich gesagt im Impressum nachschauen, weil sie scheinbar die Website neu aufgestellt haben. ;D Aber ja für den siebten Sohn habe ich den Autorenservice in Anspruch genommen. Es gab super schnell eine Rückmeldung und im Anschluss eine Rechnung. Wenn das Buch veröffentlicht ist möchten sie noch, dass man ihnen einen Link schickt.
Ansonsten kann ich nichts weiter dazu sagen, da anscheinend keine Post an die Adresse ging.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Eluin am 22. Januar 2018, 14:35:11
Kein negativer Bericht ist doch schon positiv. Viel Service müssen die ja auch nicht leisten. Danke dir @Dino
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Nebula am 25. Januar 2019, 18:37:05
Auch ich sehe bei der Impressumspflicht noch nicht ganz durch.

Ich will einen Blog aufziehen, wo ich meine Buchrezensionen und alle möglichen anderen Kommentare unterbringe, am besten mit WordPress.com oder Blogger. Allerdings werde ich vermutlich zweisprachig (Deutsch/Englisch) schreiben und Zugriffe von meinem GoodReads Account kriegen aus Amerika oder sonstwo in der Welt.

Ich hab gehört nur in Deutschland sind die da so streng mit dem Impressum. Muss ich da trotzdem eines machen für meinen Blog? Und muss ich das auch machen, obwohl ich einen Service nutze und in dem Sinne keinen komplett eigenen Webspace nutze? Und ist das wirklich so schlimm wenn man nur sein Pseudonym angibt? :D
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Lothen am 25. Januar 2019, 19:03:55
@Nebula : Ja, du musst definitiv ein Impressum angeben, ganz egal, ob du deinen Blog kommerziell betreibst oder nicht. Dein Pseudonym kannst du schon deshalb nicht angeben, weil dir ja dann keine Post zugestellt werden kann - und das ist ja der Sinn eines Impressum. ;) Die Adresse, die du angibst, muss ladungsfähig sein, deswegen darf es auch keine Postfachnummer sein.

Es gibt aber Impressums-Services, die du nutzen kannst, wenn du deinen Namen nicht angeben willst. Ich nutze den von Autorenservice (https://www.autorenservices.de/impressums-service/), der kostet 10 € im Jahr.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Nebula am 26. Januar 2019, 23:14:42
Ahh, vielen Dank für den Link. Das ist ja auch nützlich, wenn man unter Pseudonym ein E-Book veröffentlichen will!  :jau:
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Feuertraum am 27. Januar 2019, 21:48:13
Ich habe mir die Webseite mit dem Autorenservice mal angesehen und auch ihr Angebot mit den DSGVO-Texten gefunden für 30/50 + 10 €.
Hat damit schon jemand Erfahrung gemacht? Und weiß jemand, ob das nur für Autoren(seiten) gilt?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Volker am 28. Januar 2019, 08:56:56
Für ein Impressum muss eine ladungsfähige Adresse (https://de.wikipedia.org/wiki/Ladungsf%C3%A4hige_Anschrift) angegeben werden.
Also wo die verantwortliche Person "üblicherweise anzutreffen ist" und ggfs. auch vor Ort festgenommen werden kann.
Also tatsächlicher genutzter Wohnsitz, unter Umständen genügt der Arbeitsplatz.
Als Namen darf man Künstler- oder Ordensnamen angeben, wenn der im Perso eingetragen ist.

Der Impressumsadressen-Dienst von Autorenservice dürfte daher unzureichend und somit abmahnfähig sein.

(wie immer: IANAL)
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Snöblumma am 31. Januar 2019, 10:13:44
Für ein Impressum muss eine ladungsfähige Adresse (https://de.wikipedia.org/wiki/Ladungsf%C3%A4hige_Anschrift) angegeben werden.
Also wo die verantwortliche Person "üblicherweise anzutreffen ist" und ggfs. auch vor Ort festgenommen werden kann.
Also tatsächlicher genutzter Wohnsitz, unter Umständen genügt der Arbeitsplatz.
Als Namen darf man Künstler- oder Ordensnamen angeben, wenn der im Perso eingetragen ist.

Der Impressumsadressen-Dienst von Autorenservice dürfte daher unzureichend und somit abmahnfähig sein.

(wie immer: IANAL)

Ich hab das jetzt aus Interesse mal kurz nachgeschlagen - und soweit ich das bisher überblicke, hast du vollkommen Recht. Adresse im Impressum muss eine Adresse sein, an der man üblicherweise anzutreffen ist und daher auch eine persönliche Zustellung von Dokumenten gewährleistet ist. Weiterleitung der Dokumente durch Dritte, Verlags- oder Agenturadresse dürften dem im Regelfall nicht genügen. Allenfalls könnte ich mir vorstellen, dass man das über einen Rechtsanwalt laufen lassen kann, der darf schließlich so ziemlich alles in Verfahren entgegennehmen ;). Dürfte dann aber auch ziemlich teuer werden.

Für Weiterleitung der Post durch Dritte habe ich übrigens auch Urteile gefunden, das fällt dann auch nicht mehr unter "Bagatellfälle". Allenfalls kann man sich noch über das fehlende Wettbewerbsverhältnis rausstreiten, das dürfte aber teuer werden.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Lothen am 31. Januar 2019, 10:20:51
Zitat
Für Weiterleitung der Post durch Dritte habe ich übrigens auch Urteile gefunden, das fällt dann auch nicht mehr unter "Bagatellfälle". Allenfalls kann man sich noch über das fehlende Wettbewerbsverhältnis rausstreiten, das dürfte aber teuer werden.

Ah shit, ich habe befürchtet, dass das irgendwann passieren wird - kam mir immer schon wie eine seltsame Grauzone vor ... Dann wäre aber die Angabe einer Verlags- oder Agenturadresse bei Autor*innen auch unzulässig, oder? Weil da halte ich mich ja auch nicht auf.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Snöblumma am 31. Januar 2019, 11:39:52
Solang man nicht regelmäßig dort anzutreffen ist, eher nicht. Wäre dann halt ein Fall von "Wo kein Kläger,..."
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: John Gold am 28. Februar 2019, 21:41:04
[quote author=Snöblumma link=topic=10031.msg1136363#msg1136363

Für Weiterleitung der Post durch Dritte habe ich übrigens auch Urteile gefunden, das fällt dann auch nicht mehr unter "Bagatellfälle". Allenfalls kann man sich noch über das fehlende Wettbewerbsverhältnis rausstreiten, das dürfte aber teuer werden.
[/quote]

Kannst du sagen, was das für Fälle waren? Ich dachte nämlich auch, dass Adressen von Autorenservices als ladungsfähig zählen.

Noch eine Frage: Bei diesen Services werden ja nicht nur Adressen für das Impressum einer Website angeboten, sondern auch für die Bücher selbst. Da dachte ich aber, dass der Verlag da als Angabe reicht (auch bei SP-Anbietern). Stimmt das nicht?
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Golden am 28. Februar 2019, 21:51:54
Was wäre mit einer Postbox? :hmmm:
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Eluin am 28. Februar 2019, 22:01:18
@Nebula ich sehe da eher eine Menge DSGVO-Probleme auf dich zukommen wegen den ganzen Verlinkungen.

Die Adresse im Impressum muss ladungsfähig sein, ja. ABER warum sollte die von einem Impressumservice das nicht sein? Der ist gerade dafür da, derartige Post umgehend weiterzuleiten bzw. die Privatadresse in solchen Fällen rauszugeben (falls ein Gericht fragt oder so). Das gilt sowohl für die Webseite, als auch für das Impressum in Büchern. SO verstehe ich das zumindest. Sonst wäre ein Impressumsservice ja auch völlig überflüssig.

@John Gold als SPler hast du ja keinen Verlag, der seine Adresse für dich hergibt. Ergo gehört deine Adresse bzw. die von einem Impressumservice da rein.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: FeeamPC am 01. März 2019, 00:17:10
Ein Verlag ist unproblematisch, weil der ja in der Regel die genauen Adressen seiner Autoren hat. Und wenn mit den Büchern etwas rechtlich nicht in Ordnung ist, haftet ohnehin zunächst einmal der Verlag. Das ist eine jener Kleinigkeiten, wo Verlagsautoren besser wegkommen.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Snöblumma am 01. März 2019, 09:37:33
Die Adresse im Impressum muss ladungsfähig sein, ja. ABER warum sollte die von einem Impressumservice das nicht sein?

Bei der Adresse muss es sich um eine ladungsfähige Anschrift nach ZPO handeln. Das setzt voraus, dass die angegebene Adresse eine gewisse Gewähr für eine ernsthafte Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit bietet, unter ihr eine ordnungsgemäße Zustellung bewirken zu können. Dafür wiederum ist Voraussetzung, dass derjenige, an den das Schriftstück geht, auch mit gewisser Wahrscheinlichkeit persönlich anzutreffen ist, weil der Gerichtsvollzieher im Zweifel natürlich nicht einfach irgendjemandem etwas übergeben kann, der es dann weiterleitet oder auch nicht, sondern nur der Person, die es betrifft. I.E. müssen an der anegebenen Adresse auch Vollstreckungshandlungen möglich sein, d.h. man muss zumindest den Verantwortlichen dort antreffen können, um gegen ihn zu vollstrecken.

Nicht genügend ist:

Das OLG München ist übrigens auch sehr klar darin, dass eine bloße "Empfangsvollmacht" nicht unbedingt ausreicht, um eine ladungsfähige Anschrift zu begründen. Entscheidend ist, dass an der Adresse, die angegeben ist, auch Vollstreckungshandlungen vorgenommen werden können, also wiederum den Verantwortlichen persönlich antreffen zu können. Oder jedenfalls jemanden, der eine Vollmacht auch für die Entgegennahme von Zustellungen gerichtlicher Post hat, was aber in der Regel bei bloßer Beautragung zur Weiterleitung nicht ausreicht. Entgegennahme von Gerichtspost setzt ja auch etliches an Organisation voraus (Eingang festhalten, Fristen rechnen, etc.). Das OLG München nimmt in dem Urteil auch dazu Stellung, dass Angabe einer falschen Adresse eben keine Kleinigkeit ist, sondern ganz im Gegenteil gerade die Möglichkeiten unterminiert, fairen Wettbewerb erreichen zu können, weil man sich gewissermaßen vor unerwünschter Post versteckt.

@Fee: Soweit das die Bücher betrifft, richtig, da ist der Verlag der Ansprechpartner. Aber für die Autorenhomepage ist m.E. inhaltlich der Autor verantwortlich, nicht der Verlag. Es geht im Gesetz am Ende darum, dass der Verantwortliche persönlich angetroffen werden kann, und zwar ohne weiteres Nachforschen und Adressherausgeben etc. Ist an der Verlagsadresse nicht regelmäßig der Fall.

Von daher bewegt man sich m.E. mit Impressumsservice etc. wirklich in einer Grauzone, solange man nicht vertraglich eine Empfangsvollmacht auch für Gerichtspost und sonstige Vollstreckungshandlungen vereinbart. Ob sich dazu jemand, der keine Haftungsabsicherung hat, bereiterklärt, würde ich mal stark bezweifeln (kenne aber natürlich die Verträge üblicher Impressumsservices nicht).
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Eluin am 01. März 2019, 11:37:53
Und wenn man umzieht? Dann ist auch keiner im Print mit der alten Adresse anzutreffen. Dann doch lieber der Impressumservice, der die aktuelle Adresse hat.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Snöblumma am 01. März 2019, 12:33:52
Ändert halt nix daran, dass das Gesetz anders lautet, jedenfalls für Angaben nach Telemediengesetz. Für Prints hat sich da vermutlich noch niemand Gedanken gemacht, weil praktisch nicht wirklich relevant. Die meisten SPler drucken ja auf Print-on-Demand, da kann man das wahrscheinlich recht gut aktualisieren. Und Homepaage/e-book müsste man ja nachziehen können.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: FeeamPC am 01. März 2019, 20:30:49
Man müsste aber als Autor unter Pseudonym aus dem Schneider sein bei der Webseite, wenn man sich selbst mit realem Namen als Beauftragten und Verantwortlichen für die Webseite ins Impressum schreibt, oder? Ich kenne viele Firmen, die Fremdfirmenmit ihrer Webseite beauftragen, und die steht dann auch im Impressum als Ansprechpartner.
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Elona am 11. März 2019, 16:24:51
So, da ich davon ja auch betroffen bin, habe ich mich jetzt informiert.

Ich nutze den Impressumserive von Autorenservices (https://www.autorenservices.de/impressums-service/).

Nach entsprechender Anfrage habe ich die Info erhalten, dass hier die gesetzlichen Auflagen erfüllt werden und es sich um eine ladungsfähige Adresse handelt. Also, alles fein.  :)

Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Gilwen am 11. März 2019, 17:37:21
Oh danke für die Info!
Ich nutze den Service auch und hatte mir schon Sorgen gemacht deswegen :gähn:
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Steffi am 11. März 2019, 17:45:30
Oh, super! Vielen Dank fürs Nachfragen, ich war schon nervös  ;D
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Lightnik am 04. April 2019, 22:52:03
Ich finde es super, dass hier auch die Möglichkeit eines Adress-Services besprochen wurde. Ich habe es nach Recherche auch so verstanden, dass diese Services rechtssicher sind, wenn sie die persönliche Annahme der Post mit Vollmacht gewährleisten.

Ich habe auch eine recht aktuelle Nachfrage (Ende 2018) hier gefunden: https://www.frag-einen-anwalt.de/Impressum-Anschrift--f314702.html
Dort kommt man zu demselben Schluss.

Ich glaube, die Sache mit der Angabe von Name und Adresse ist hauptsächlich ein persönliches Problem und Kopfsache. Wie einige schon schreiben: unwahrscheinlich, dass etwas passiert. Aber es gibt eben auch Gegenbeispiele, das eine Prozent, wo es doch schlecht lief (Stalking, Drohungen, Einbrüche etc.). Es hängt also vielmehr mit Risikobereitschaft und dem Glauben an das Gute/Schlechte in Menschen zu tun  :hmmm: Ich persönlich zähle mich auch eher zu denen, die lieber auf Nummer Sicher gehen. Ich habe jetzt länger mit mir gehadert und werde mein Vorhaben Autorenseite doch erstmal pausieren.
Da ich zudem noch nichts veröffentlich habe, habe ich keinen "akuten" Bedarf, Fans und Klicks zu sammeln, denn ich habe im Gegenzug auch noch nichts anzubieten.
Die Kontaktaufnahme zu Agenturen und Verlagen muss ich dann über die klassischen Wege machen...
Titel: Re: Impressum und Pseudonym
Beitrag von: Fianna am 22. Juni 2020, 00:44:42
@Franziska hat es zeitgleich gesehen, aber an anderer Stelle gepostet, daher hier auch der  Blogartikel von Andreas Hagemann (https://www.andreashagemann.com/2020/06/impressumsservice/) über Autorenservices, ein Impressumsdienst,  der von Magazinen und Autoren viel empfohlen wird: wie Hagemann durch einen Selbsttest herausfand, ist eine Weiterleitung der Post nicht (mehr) gewährleistet und auch sonst gibt es einige Ungereimtheiten.