Entschuldigt bitte die komische Betreffzeile aber hier mal zum besseren Verständnis: :hmmm:
Ich schreibe eigentlich schon relativ lange, hab das ein oder andere in Fanzines oder Foren veröffentlicht wusste intuitiv, dass ich einen Plot brauche und so weiter. Diesen Plot habe ich auch, und ab und zu wird er natürlich verfeinert und sogar verändert. Ich schreibe Charakterblätter mit allem drum und dran.
Allerdings habe ich mich mit dem Handwerk des organisierten Schreibens nie auseinander gesetzt.
Die Geschichte selber schreibe ich momentan vollkommen unzusammenhängend. Ich habe einen Prolog und ein Einführungskapitel. Aber ich habe auch unglaublich viele Textsammlungen die noch garnicht wirklich chronologisch geordnet sind.
Mir fällt etwas ein und ich schreibe es auf. Mal sind es Sätze, manchmal ganze Seiten oder mehr. Ich habe teilweise bereits Kapitel geschrieben, die garnicht in den den ersten Teil meiner Geschichte gehören. Ja sogar das Finale des ersten Teils ist als Rohschrieb vorhanden.
Wenn ich irgend wann das Gefühl habe, jetzt ist alles richtig, will ich es zusammen führen und überarbeiten.
Ich will jetzt übrigens nur als Beruhigung hören, das das vollkommen normal ist und andere das auch so machen. :bittebittebitte:
ZitatIch will jetzt übrigens nur als Beruhigung hören, das das vollkommen normal ist und andere das auch so machen.
Das ist vollkommen normal und andere machen das auch so.
Es gibt keine wirkliche Ausbildung zum Beruf "Schriftsteller". Man schreibt, verbessert, schreibt, verbessert, veröffentlicht, schreibt, verbessert ... erhält Feedback...
Du kannst Kurse besuchen, wobei ich nicht weiß, inwiefern sie dir helfen. Gefällt dir deine bisherige Ordnung? Kommst du damit klar? Wenn ja, warum dann ändern? Jedes Genie braucht sein Chaos. Und das herrscht sowohl in unseren Köpfen, als auch in unserem Schreiben, bis wir es durch stete Überarbeitung in geordnete Bahnen führen.
Ich kann jetzt nicht für alle sprechen, aber sicher für den Großteil, wenn ich sage, dass jeder schon mal ein Kapitel geschrieben hat, das noch nicht dran war.
Liebe Grüße,
Kuddel
Ich sehe es wie Kuddel. Viele Schriftsteller schreiben so. Solange du den Überblick behältst und am Ende keine Brüche oder Logiklöcher zurückbleiben, sollte es auch kein Problem sein so zu schreiben.
Ich bevorzuge ganz eindeutig das chronologische Schreiben, aber auch ich habe die ein oder andere Szene, die erst viel später kommt.
Es gibt eben kein richtiges "Rezept" wie man zu einem Roman kommt.
Ich denke auch, dass so ein Schreibchaos kein Problem ist. Solange du selber damit klar kommst. Wenn du deine Geschichte gerne wie ein Puzzle zusammen baust. Warum nicht? Es könnte aber durchaus sein, dass du viel mehr Teile besitzt, als du dann tatsächlich für deine Geschichte brauchst.
Die Schwierigkeit wird wohl sein, dass du den Spannungsbogen hin kriegst und die Übergänge glatt sind. Aber mit einem Hammer, Feile und ein wenig Politur, klappt das sicherlich. ;)
ZitatAber mit einem Hammer, Feile und ein wenig Politur, klappt das sicherlich.
???
Mist, ich hab gedacht ich bin in einem Schriftstellerforum. Dabei geht's hier um Karosseriebau. :hmmm:
Ich schließe mich Kuddel und et cetera ebenfalls an.
Jeder Autor hat seine eigenen Eigenarten. Und es gibt viele Autoren, die auch schon später kommende Kapitel vorziehen und schreiben und dann erst zu einem vorhergehenden zurückspringen. Unter anderem nutzen das manche ja auch, um Schreibblockaden zu überbrücken.
Ich persönlich halte mich eigentlich lieber an die korrekte Reihenfolge, könnte mir aber auch vorstellen in der Not weiter vorauszugreifen. Besser es ist bereits aufgeschrieben als dass es auf ewig im Gehirn verloren geht.
Ich bin ein Chaot und stehe dazu. Nur bei meinen Romanen bin ich penibel. Ich könnte mir nicht vorstellen, querbeet zu schreiben.
Ich fange bei A an und höre bei Z auf. Dafür plotte ich nicht, und meine Charakterbögen habe ich im Kopf.
Edit: Das "nicht" beim Plotten fehlte. Nun ist es richtig
Zitat von: Grummel am 04. Mai 2010, 15:27:48
???
Mist, ich hab gedacht ich bin in einem Schriftstellerforum. Dabei geht's hier um Karosseriebau. :hmmm:
Ähm. Den Hammer um den Spannungsbogen in Form zu klopfen, die Feile um die scharfen Plot-Kanten abzurunden und die Politur um die Wörter richtig schön zum Glänzen zu bringen? *duck und aus dem Thread schleich*
Hm, erst mal vorweg - an Erfahrung mangelt es mir deutlich, bin ja erst bei meinem ersten Schreibprojekt (und das bisher voll chronologisch). Meine tendenziell erste Reaktion ist so ziemlich "huh, wie soll das denn gehen?" aber ich stimme auf jeden Fall dem "wenn's für dich so klappt, dann ist das in Ordnung" voll zu.
Ich stelle es mir halt wirklich schwierig vor, dabei den Überblick zu behalten. Kannst du das einfach so, oder hast du dafür spezielle Werkzeuge/System(e)?
(Hmmm, vielleicht sollte ich das einfach mal ausprobieren, wenn ich mal wieder festhänge, oder es schleppend vorangeht, auch ich glaube, das es mir schwer fallen würde, mit meinen Charas einfach so in der Zeitlinie hin und her zu springen. Aber vielleicht versuchsweise mal was anderes nebenbei zu schreiben könnte klappen....)
ZitatIch stelle es mir halt wirklich schwierig vor, dabei den Überblick zu behalten. Kannst du das einfach so, oder hast du dafür spezielle Werkzeuge/System(e)?
Ich schreibe so ziemlich alles was ich habe im yWriter. Hier kann ich nach Belieben meine einzelnen Szenen und Kapitel auf einer Zeitachse verschieben und zusammen fügen. verloren geht mir eigentlich nichts. Ich mache mir halt nur auch Gedanken darüber, ob ich nicht dadurch irgendwo (um es mit den Wotren von zDatze zu sagen) Plot-Brüche, fehlende Spannungsbögen usw. produziere.
Aber ich denke, dass werden mir dann mein eigener Verstand, Beta-Leser und letztendlich ihr vor Augen führen! :buch:
Hast du mich in meinem Kopf belauscht?
Du sprichst mir aus der Seele, ich hab auch manchmal schon gedacht, es ist bescheuert so zu schreiben, doch deine Worte und die der anderen beruhigen mich.
Ich mache es eigentlich ähnlich wie du, habe viele lose Blätter mit einzelnen Szenen, von denen ich teilweise noch nicht mal weiß, ob ich sie später brauchen werde. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, ich habe meinen Zweiten Band noch vor dem Ersten fertig.
Doch anderes könnte ich nicht schreiben, ich habe es versucht. Dabei habe ich mich verrannt und konnte nicht weiter.
Von daher lass dich nicht verwirren, Schreiben ist ein Lernprozess man verbessert sich und auch seine Technik. So wie jeder anders lernt, so schreibt jeder anders. Auch wenn es manchem chaotisch vorkommen mag, doch es ist auch in dem größten Chaos, für den Verursacher eine gewisse Logik im System. (Daher mag ich den Begriff chaotische Lagerhaltung so)
Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten z.B. zu Plotten; Schneeflocken, chronologisch, oder sonst wie und jeder Autor macht dann noch seine eigene Technik daraus, die ihm am besten liegt.
Es hat auch gewisse Vorteile unzusammenhängend zu schreiben. Man kann die einzelnen Sätze/Szenen/Kapitel nach Belieben hin- und hertauschen, bis sie am richtigen Platz sind. Mir geht es jedenfalls so. Oftmals entwickelt sich dann vieles aus dem Austausch, manchmal stopft es ein Plotloch (so verrückt sich das auch anhören mag). Ich finde diese Art zu schreiben faszinierend. Bei längeren Projekten mache ich es so. Nur Kurzgeschichten schreibe ich "runter".
ZitatIch will jetzt übrigens nur als Beruhigung hören, das das vollkommen normal ist und andere das auch so machen.
Bei meinem Start ins Leben als Schreiberling habe ich so gearbeitet, wie DU es beschreibst. Mein erster Versuch, ein bisher nicht gebündelter Sack von Szenen und Gedankenbildern, ist immer noch die Arbeit, an der mein Herz hängt. Ich konnte so arbeiten, weil ich ab einem bestimmten Zeitpunkt die Geschichte kannte und weil ich regelmäßig daran gearbeitet habe. Das halte ich für wichtig.
Mein laufendes Projekt, das langsamen Schrittes auf die Veröffentlichungsreife zugeht, hängt gewaltig, weil ich zur Zeit nicht oft genug daran arbeiten kann. Mein Held steht buchstäblich nur noch in einem Raum, guckt sich um und weiß nicht, was von ihm verlangt wird. Ich auch nicht. Und seine Freundin auch nicht. Bei mir reicht es gerade nur für Kurzgeschichten
Deine Fragestellung hat mir selbst enorm geholfen, weil sie mich an meine Art "damals" zu arbeiten erinnert hat und ich zu diese Art zu arbeiten "jetzt" zurück muß.
Ich denke, wenn Du Dich in Deiner jetzigen Art kanalisieren und chronologisieren würdest, wäre das ein Minus an Freude an der Arbeit und vermutlich ein Verlust für Deinen Text.
Das war jetzt genau der Beitrag, den ich brauchte. :jau:
Hallo Grummel,
ich kann dir nur empfehlen, einfach weiter zu Plotten und Charakterblätter zu schreiben und ein Prolog ist sicherlich auch kein Fehler.
Ich spreche aus eigener Erfahrung. In meinem Schriftstellerleben habe ich bereits fünf Projekte angefangen. Gerade einmal zwei davon, das waren die, bei denen ich im Vorfeld geplottet habe, sind am Ende auch fertiggestellt worden.
An einem Projekt, in das ich mich ohne jede Vorüberlegung gestürzt hatte, schrieb ich drei Monate, bis ich nach über hundert Seiten merkte, dass die Story hinten und vorne keinen Sinn ergab, ich mir an anderen Stellen widersprach usw.
Noch ein persönlicher Tipp. Fasse immer kurz zusammen, was in den einzelnen Kapiteln vorkam. Das erleichtert es, den Überblick zu behalten und auch die Wiedereinarbeitung nach längerer Schreibpause.
ZitatNoch ein persönlicher Tipp. Fasse immer kurz zusammen, was in den einzlenen Kapiteln vorkam. Das erleichtert es, den Überblick zu behalten und auch die Wiedereinarbeitung nach längerer Schreibpause.
Jetzt nicht lachen.. ich habe mal eine Szene geschrieben, vergessen und sehr viel später nochmal geschrieben. :seufz:
Das ist mir erst aufgefallen, wie ich das ganze vor einiger Zeit in mein Schreibprogramm übernommen habe. :psssst:
@Nordmann: Immer gerne, ich bin froh mal einen positiven Beitrag zu leisten.
Ich finde das alles hier ganz spannend! Die Anfangsfrage, wie auch die verschiedenen Kommentare und Tips.
Mittlerweile habe ich genug von meinem (plan- und plot-losen) Projekt geschrieben, daß ich mir vorstellen kann, das eine Aufarbeitung nach Szenen und Kapiteln ganz interessant werden könnte (und bestimmt später für's Überarbeiten sehr hilfreich!) - und vielleicht kann ich dann danach auch sehen, wie mensch so ganz anders herangehen kann.
Da ich aber ohne Plot (und mit null Ahnung vom Plotten, da ist auch noch nicht viel dazugekommen), nur mit zwei "Knochen" des Geschichten-skeletts angefangen hatte, die nicht zusammenhingen und noch keine Verbindungsknochen hatten, wußte ich bei meinem ersten Blick auf YWriter damit nicht viel anzufangen. Woher sollte ich vorher denn schon wissen, wieviele Kapitel? Oder wie lang ein Kapitel, wieviel oder was darin passieren sollte/würde? Da bin ich immernoch sehr wackelig, aber mittlerweile haben die angefangen, sich rauszuschälen. Es gibt noch viiiieeel zu lernen...
Die Puzzlerin und 3D-Tetris-Queen (reales Tetris, d.h. packen) in mir horcht allerdings definitiv auf bei Bemerkungen wie "rumschieben" und "hin- und her-tauschen". ;)
Drücken wir es so aus: Was Notizen, Arbeitsschritte etc. angeht, schreibe ich vollkommen wir. Meine Notizen und spontanen Einfälle sind auf zehn verschiedene Blöcke, Notizbücher und Dateien verteilt und bei einem Großteil der Notizen weiß ich zwar noch, worum es in etwa ging, aber nicht mehr, was genau ich mir dazu aufgeschrieben hatte.
Ähnlich ungeordnet ist es bei mir mit den Arbeitsschritten. Erst plotten, dann schreiben - das gibt es nicht. Es wird drauflosgeschrieben, irgendwann ein bisschen geplottet, wieder geschrieben, etwa die Hälfte der bisherigen Handlung über den Haufen geworfen, trotzdem ungehindert weitergeschrieben und so weiter und so fort.
Aber: Die Erstfassung selbst schreibe ich in streng chronologischer Reihenfolge. Das hat einen ganz pragmatischen Grund: Ich habe noch keine Ahnung, wie genau die Situation etwa im letzten Drittel des Romans aussehen wird. Jeglicher Versuch, das schon zu Beginn des Projektes vorauszuahnen, wird garantiert kläglich scheitern und somit wäre die ganze Szene für die Katz.
Viele Grüße
Joscha
Zitat von: Joscha am 04. Mai 2010, 22:10:59
Aber: Die Erstfassung selbst schreibe ich in streng chronologischer Reihenfolge. Das hat einen ganz pragmatischen Grund: Ich habe noch keine Ahnung, wie genau die Situation etwa im letzten Drittel des Romans aussehen wird. Jeglicher Versuch, das schon zu Beginn des Projektes vorauszuahnen, wird garantiert kläglich scheitern und somit wäre die ganze Szene für die Katz.
Viele Grüße
Joscha
Hallo Joscha!
Bin ich froh, dass ich mit meinen Problemen nicht alleine auf dieser Welt bin. Ich habe immer große Schwierigkeiten mit dem Abschluss meiner Werke. Besonders schlimm wird es dann,
wenn ich auf eine Story keine allzu große Lust mehr habe und sie schnell zu Ende bringen will, oder aber, wenn ich mir vorher keine Gedanken darüber gemacht habe, wie die Handlung eigentlich auf das geplante Ende hinaus laufen soll. Im Gegensatz zu einigen anderen Autoren habe ich mit dem Anfang nie sonderliche Probleme gehabt, der schreibt sich bei vernünftigen Plot fast von selbst bei mir.
Grundsätzlich mache ich mir aber spätestens ab Mitte des Buches Gedanken, wie das Ende nun genau hergeleitet werden soll.
@ Rika Ich denke nicht, dass es eine Vorgabe von irgendjemand gibt, wie lange ein Kapitel sein muss.
Ich selbst schreibe wahlweise Bücher ohne Unterteilung in Kapitel oder aber mit Kapiteln zwischen 20 bis 30 Seiten
Ich bin auch eher so eine Chaosschreiberin (kann man das so sagen? -lach-) Ich habe eine Idee, recherchiere, wenn nötig ein bisschen und schreibe dann drauf los. Den Plot und groben Handlungsverlauf allerdings schreibe ich mir nicht auf, der ist nur in meinem Kopf vorhanden, aber ich habe einen guten Überblick darüber.
Und ich schreibe zwar meine Geschichte auf dem Lap Top, aber die Notizen und ein paar Dialoge habe ich lieber in einem kleinen Büchlein, das ich überall mit hinnehmen kann, als auf meinem Lap Top. Außerdem gibt es mir irgendwie ein Stück Sicherheit und ich hab ein besseres Gefühl dabei, wenn ich das ganze auf einem Blatt Papier habe. Naja und sonst ist es alles sehr chaotisch, aber das find ich besser, denn wenn ich alles genau durchplane, dann habe ich später das Gefühl beim Schreiben, dass ich mich nicht frei entfalten kann, dadurch, dass alles so vorgegeben ist (und um ehrlich zu sein, bin ich auch zu faul, meine Charaktere genauestens zu beschreiben, geht ja auch so, wenn man das alles im Kopf hat)
das Kernobstgewächs.
@Grummel: Da hast du dir deine Antwort ja quasi selber gegeben. Wenn das Chaos dazu führt, dass du Szenen doppelt schreibst (oder noch schlimmer, dich nachher zwischen den beiden Fassungen der Szene nicht entscheiden kannst, a passt zum Plot, b gefällt dir besser, würde aber einiges umschmeißen), dann kostet das viel Zeit und sorgt auch für Frust.
Ansonsten ist das aber alles Einstellungssache. Ich muss sowieso chronologisch schreiben, da ich zwar einen groben Plot im Kopf habe, aber auf dem geraden Weg zum Ziel gerne spontan noch die eine oder andere Kurve einbaue - das würde unchronologisch zu heillosem Durcheinander führen.
Aber selbst mit Plot müsste ich chronologisch schreiben, denn sonst würde ich all die Szenen, die zu schreiben mir Spaß macht, zuerst verfassen, und stünde am Ende vor einem Berg Szenen, auf die ich keine Lust habe. Und mit meinem inneren Schweinehund habe ich so schon oft genug Probleme, in dem Fal würde er für mich zum zähnefletschenden Monster, an dem ich kaum vorbeikäme.
Also ich glaube ich bleibe dabei. Da ich zwar viel Zeit zum Schreiben habe, allerdings an den unmöglichsten Orten (wie zum Beispiel Heute morgen im Flugzeug) und nie viel Zeit zusammenhängend, werde ich mir lediglich angewöhnen "regelmäßig" (also minimum einmal pro Woche) alles zu sichten und einzupflegen.
Dann sollten so Sachen wie doppelte Szenen nicht mehr vorkommen.
Ich glaube, dass ich auch garnicht anders schreiben könnte, da mein Kopf immer voller Ideen ist und wenn ich sie nicht genau dann schreibe wenn sie gerade an meinem inneren Auge vorbeihuschen, schreibe ich sie nie. :-\
Ich bin ein streng chronologischer Schreiber und bin um ehrlich zu sein... leicht geschockt, dass es so viele Leute hier gibt, die wirr schreiben. :o Mit dem Gedanken spiele ich nämlich auch schon eine Weile, weil ich oft wenig Zeit habe am Stück zu schreiben und mir andauernd Ideen in den Kopf schießen und ich mir denke:
Ach Mist, die Szene ist so cool, aber sie kommt innerhalb Geschichte XY erst sooo viel später, menno. Aber wie es scheint, geht es tatsächlich auch in der Chaosvariante. Hmmm, ich glaub ich wurde gerade bekehrt. :engel:
Muss es mir nur noch angewöhnen, immer ein Notizblock mit Stift parat zu halten.
Zitat von: Wuo Long am 06. Mai 2010, 14:26:07
Ich bin ein streng chronologischer Schreiber und bin um ehrlich zu sein... leicht geschockt, dass es so viele Leute hier gibt, die wirr schreiben. :o Mit dem Gedanken spiele ich nämlich auch schon eine Weile, weil ich oft wenig Zeit habe am Stück zu schreiben und mir andauernd Ideen in den Kopf schießen und ich mir denke:
Ach Mist, die Szene ist so cool, aber sie kommt innerhalb Geschichte XY erst sooo viel später, menno. Aber wie es scheint, geht es tatsächlich auch in der Chaosvariante. Hmmm, ich glaub ich wurde gerade bekehrt. :engel:
Muss es mir nur noch angewöhnen, immer ein Notizblock mit Stift parat zu halten.
Der Notizblock ist die oberste Waffe der Chaosschreiber. Beinahe schon eine heilige Waffe. Man kann die Szene ja mittendrin schreiben und später anpassen. Aber wenn du merkst, dass es nicht klappt, darfst du auch gerne zu deinem alten Glauben zurückkehren. ;D
Ich schreibe chronologisch und mit Plot. Allerdings habe ich manchmal auch Lust auf eine Szene, die erst später drankommt und schreibe diese dann auf. Allerdings weiß ich, dass ich, wenn ich dann wirklich an der Stelle angelangt bin, die Szene nochmal schreiben muss, da sich bis dahin, trotz Plot irgendwelche Sachen geändert haben, und seien es nur Kleinigkeiten.
Ich würde meine Arbeitsweise also als chronologisch mit Ausnahmen bezeichnen.
Hm... also ich hab meine Geschichten auch immer völlig Chronologisch geschrieben ... also... alles was mit Word zu einem Buch geschrieben wurde wurde sozusagen säuberlich aneinandergereiht...
Allerdings neigte ich schon in der Schule und auch bei der Arbeit dazu, immer wenn ich gerade nichts zu tun habe ( hatte) weiße Blätter mit irgendwelchen Plots und Charaktergeschichten sowie Bildern davon zuzuspammen.
Mittlerweile habe ich Ordner die nur als solchen Blättern bestehen und manchmal krame ich welche davon hervor, wenn ich mal einen Blick auf einem Stammbaum oder so etwas werfen will.
Das Zeitalter der digitalisierung solcher Daten ist irgendwie total an mir vorbeigegangen...
Ich würde sagen, beim Schreiben ist ok, was für einen selbst funktioniert. Beim Basketball früher galt der Spruch "Wer trifft, hat Recht". War egal,ob man den Ball mit links, rechts, mit beiden Händen oder nach hinten über den Kopf in Richtung Korb beförderte. Drin ist drin. Ich denke, die schönste von A bis Z alle Schritte vorgegebende Romanbauanleitung haut nicht hin, wenn sie die Kreativität erstickt und keinen Freiraum mehr lässt.
Meine aktuelle Arbeitsweise sieht so aus, dass mir gelegentlich Szenen zu einem Projekt einfallen, die ich so gut finde, dass ich sie unbedingt jetzt sofort schreiben will - nein, muss! Da freu ich mich dann richtig drauf.
Früher musste ich bei A anfangen und mit B weitermachen. Dann kam C, D, meist sogar noch ein E. Aber mit F oder spätestens mit G war dann Schluss und ich gab auf. Meine Muse oder kreative Seite kam mit der Vorgehensweise gar nicht klar. Hab das allerdings erst vor ein paar Monaten geschnallt. Was solls, besser spät als nie. ;D
Allerdings kommen mir die Ideen für solche Szenen, die ich unbedingt gleich schreiben muss, erst nachdem ich zumindest einen Teil des Romans schon geplottet habe. Wobei ich Plotten sehr großzügig auslege. Manchmal nur ein Stichwort für eine Szene, dann wieder ein paar Sätze bis hin zu einer Seite, auf der ich die Szene zusammenfasse.
Wenn ich also so einen rudimentären Plot vorliegen habe, muss ich nicht chronologisch vorgehen, sondern kann mich einfach hinsetzen und meine Lieblingszenen schreiben.
Irgendwann habe ich dann sowas wie ein Romangerüst aus den Szenen, dich ich aus irgendeinem Grund toll finde. (Im Moment baue ich noch am Gerüst...) Und die Lücken lassen sich bestimmt später noch auffüllen, immerhin weiß ich ja durch meinen Plot, was noch rein muss.
EDIT: Bin gerade auf Montsegur über einen aktuellen Thread zum Thema "Plotten" gestolpert. Wen es interessiert: http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1273165537/10#10 (http://autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1273165537/10#10)
Ich wollte nie plotten, ich wollte nie plotten, ich wollte n ... verdammt, jetzt muss ich plotten.
Seit nunmehr 10 Jahren schreibe ich an meiner Geschichte, mit Unterbrechungen ;), und jetzt, wo alles sich dem Ende zuneigt muss ich einsehen, daß ich ohne Plot aufgeschmissen bin.
Ich liebe das Schreiben von der Seele runter, daß schnelle Anpassen an die komischen Launen meiner Protas, die Veränderlichkeit der Geschichte. Und doch kann ich sie nicht logisch, ::), zu ende bringen, wenn ich jetzt nicht plane.
Kann mir bitte jemand sein Werkzeug dafür ausleihen? Ich glaube ohne bin ich aufgeschmissen :seufz:.
Grummel ich bewundere dich, wie schaffst du es, nicht den Überblick zu verlieren?
Lg Merrit
Ich habe es einmal ohne Plotten versucht und das ging grandios in die Hose. Nach über 100 handgeschriebenen Seiten habe ich gemerkt, dass der Plot murks ist und als ich diesen dann entwickeln wollte, habe ich schnell die Lust verloren. Irgendwie geht es bei mir nur mit genauem Plot und streng chronologisch. Jedem das Seine. Wenn mir aber ein besonders schöner Satz einfällt, schreibe ich diesen dann vorher auf. Ich bekomme allerdings schon die Krise, wenn ich eine Szene übersprungen habe und einfügen muss.
Einen wunderschönen guten Morgen an alle,
wenn man in den Garten meiner Kreativität umher gehen würde, dann würde nur ein chaotischer Mensch die Ordnung darin sehen.
Ich schreibe kreuz und quer, ob auf Papier, Bierdeckel, korrigierte Klassenarbeiten (nur mit Bleistift) oder aber auf meine Hände, wenn gerade nichts da ist. Immer wenn ich eine Idee habe muss ich sie sofort aufschreiben, ansonsten ist sie wieder weg.
Aber meist habe ich immer Stift und Zettel dabei. Da ich langeweile hasse und ich manchmal lange warten muss setze ich mich hin und schreibe. Nur dann bin ich in fahrt mit dem schreiben und dann darf ich auch schon zum Doc rein. :(
So kommen viele Zettel zusammen, die ich dann wiederum in den PC abtippen muss, was ich sehr langwierig finde. Manche fragen mich wie ich in diesem Chaos zurrecht finden kann.
Ich sage ihnen immer wieder, dass ich das Grundgerüst in meinem Kopf schon fertig habe und somit nicht durcheinander komme.
Wenn ich allerdings am PC schreibe fange ich von vorn an. Ich weiß zwar nicht warum aber am PC ist alles der Reihenfolge nach geschrieben. Da fange ich auch an das auszuarbeiten was ich in meinen Notizen geschrieben habe.
So ich glaube ich habe nichts vergessen :)
Liebe Grüße
Schattenspielerin
Eine spannende Diskussion, das muß ich ja sagen! Also ich habe bislang schon so ziemlich jede Erfahrung in dem Bereich gemacht. Ich habe es mal absolut geliebt, ohne Sinn und Plan draufloszuschreiben und beim Schreiben die Geschichte zu entwickeln. Dabei kommen lustige Sachen heraus, bei mir aber zumindest keine komplexen.
Inzwischen schreibe ich mir immer irgendwas irgendwie auf. Ich überarbeite diese Leitfäden dann auch ganz gern, so daß es dann hinterher vielleicht fünf sind und der letzte hat mit dem ersten nicht mehr viel zu tun.
Wirr schreiben kommt auch gern vor, aber das ist immer so eine Sache. Ich finde es immer relativ schwer, vorgezogene Sachen einzubauen, so daß keiner die Schnittstelle findet und meistens entwickelt sich die Geschichte dann noch weiter, so daß ich anpassen muß. Das finde ich immer ziemlich frustig.
Wo es sich aber empfiehlt, im chronologischen Ablauf zu springen, sind verschiedene Handlungsstränge. Im Augenblick schreibe ich an einer Geschichte mit zwei Handlungssträngen und habe jetzt beschlossen, den einen erst mal fertig zu machen, obwohl ich dann viel zu weit vorschieße. Aber wenn ich dauernd springen würde, wäre es auch doof.
Ich glaube, man kann dabei eigentlich wenig Fehler machen, wenn man sich auf seine Intuition verläßt. Es gibt dafür keine Regeln, denke ich.
Schreibt Ihr eigentlich kontinuierlich von Anfang bis Ende oder habt Ihr auch Szenen, die ihr später noch an anderen Stellen einsetzt?
Mir kommt es so vor, als wenn meine Handlung irgendwie zu schnell von statten geht und ich überlege, ob ich noch ein paar Szenen einfüge, um das zu Strecken und spannender zu machen.
Ich hab an mir beobachtet, dass ich mich selbst behindere, wenn ich anfange, die Szenen durcheinander aufzuschreiben. Wenn ich meine "Lieblingsszenen" zuerst schreibe und schwerere oder ungeliebte oder anstregende Szenen auslasse, dann habe ich immer mehr Schwierigkeiten, wieder in den Schreibfluss zu kommen. Daran ist mir erst vor Kurzem ein Manuskript total gestorben. Für den NaNo habe ich mir deshalb vorgenommen, alles in Reihenfolge zu schreiben. Ich beiße mich durch jede Szene durch. :happs:
Was anderes ist es natürlich, wenn man komplett durch ist, dann noch eine Szene zu ergänzen. Wenn man den Eindruck hat, da fehlt noch was, das ist ja was anderes.
Ja, deshalb bin ich da auch unsicher. Hinterher komme ich komplett durcheinander oder es passt von der Logik her nicht... Also doch besser erstmal durchschreiben, und dann muss ich hinterher mal schauen.
Im Allgemeinen schreibe ich chronologisch Anfang bis Ende. Letztes Jahr im NaNo gab es einige Szenen, die wie ein Flummi in meinem Hirn auf und absprangen und soooo-fort geschrieben werden mußten. Sie paßten später perfekt. Aber meine übliche Vorgehensweise ist das nicht.
Ich schreibe eigentlich auch eher chronologisch - kaum zu glauben, wenn man mein Notizen-Chaos kennt ;D
Wenn mir etwas einfällt, das ich am liebsten sofort schreiben würde, dann skizziere ich mir die entsprechende Situation auf irgendein Papier, durchlebe es im Kopfkino und merke es mir für eine bestimmte Stelle in der Geschichte vor.
Wirr schreiben würde bei mir nicht viel bringen, weil sich die Geschichte bei mir eigentlich so ziemlich während der Schreibens entwickelt.
Ich schreibe auch ziemlich chronologisch. Dann habe ich direkt eine Vorstellung davon, wie sich einzelne Kapitel und Szenen aneinanderfügen und kann besser auf vorherige Sachen Bezug nehmen, nicht nur auf Ereignisse, sondern auch auf Formulierungen.
Ein Zettelchaos habe ich allerdings auch und meine Überlegungen sind auch furchtbar wirr. Wenn es um Detailplanungen von Kapiteln geht, fertige ich die allerdings auch meistens chronologisch an, es sei denn einzelne Kapitel sind losgelöst von der Haupthandlung, gehören aber zusammen, dann arbeite ich die auch schon mal an einem Stück runter (mach ich gerade).
Als ich die Betreffzeile gelesen habe, habe ich instinktiv 'Ja' gesagt - was etwas seltsam wirkt, wenn man alleine vor dem PC sitzt, aber egal :rofl:
Normalerweise schreibe ich meine Sachen chronologisch runter, aus dem simplen Grund, weil ich meist am Anfang noch nicht weiß, wo ich am Ende landen werde *räusper* oder wie ich vom Anfang zum Ende komme. Aber auch bei mir gibt es den Fall, wie Sprotte es beschrieben hat, dass ich Szenen habe, die in meinem Hirn als Endlosschleife laufen und die ich dann einfach bind runterschreibe, um sie aus dem Kopf zuhaben. Denn mein Problem in einer solchen Situation ist immer, dass ich dann möglichst schnell zu dieser Szene kommen möchte, was aber den negativen Side-Effect hat, dass alles was davor kommt unsauber wird und viel zu kurz kommt. Daher finde ich dieses "Puzzle-Schreiben" oft sehr hilfreich, um die Qualität des Textes zu erhalten, denn man schreibt am besten das, wo man sich am leichtesten einfühlen kann. Und so kann man sich dann bei einem relativ gut bekannten Plot immer entsprechend an die Szenen setzen auf die man "gerade Lust hat" :) Einen ganze Roman auf diese Weise zu schreiben würde natürlich das Extrem bedeuten und eine genau feststehende Plotline voraussetzen.
ZitatNormalerweise schreibe ich meine Sachen chronologisch runter, aus dem simplen Grund, weil ich meist am Anfang noch nicht weiß, wo ich am Ende landen werde *räusper* oder wie ich vom Anfang zum Ende komme.
Exakt so geht mir das auch 8) Ich weiß zwar ungefähr, wie ich anfange und wo ich landen will, aber alles zwischen Kapitel 1 und dem letzten Kapitel ist mir noch ein ziemliches Rätsel. Das hat sich erst bei der Fortsetzung meines Projektes gelegt. ::)
Ich könnte gar nicht anders als chronologisch vorgehen, weil sich bei mir jeden Tag haufenweise Ideen und Eindrücke sammeln. Wenn ich da wirr schreiben würde, hätte ich hinterher vermutlich an die dreißig Kapitel, die man wiederum in fünf ganz unterschiedliche Romane verteilen könnte.
Im NaNo hab ich bisher immer chronologisch geschrieben (auch aus dem Grund, dass ich oft noch gar nicht wusste, wohin genau die Handlung führen wird).
Dieses Jahr schreibe ich halb-chronologisch: Ich hab mehrere Handlungsstränge, die nicht alle auf demselben zeitlichen Stand sind, und da ich manchmal an dem einen und manchmal an dem anderen Strang weiterschreibe, bin ich zwar innerhalb der jeweiligen Handlungsstränge chronologische, nicht aber in der tatsächlichen Handlung.
Allerdings habe ich an genau diesem Roman bisher oft eher "Puzzle-Schreiben" betrieben, da ich manchmal Szenen im Kopf hatte, die im Roman erst später reingehörten.
Meinen ersten Roman habe ich strikt chronologisch geschrieben, den zweiten wild durcheinander. :hmmm:
Beim dritten möchte ich nun wieder versuchen, der Reihenfolge nach zu schreiben, denn es ist wirklich sehr anstrengend, die vielen fehlenden Szenen im Nachhinein einzusetzen, so dass es einen Sinn ergibt und keine Logikfehler entstehen.
Wenn man aber eine Szene im Kopf hat, die unbedingt sofort geschrieben werden möchte, sollte man sie vielleicht separat abspeichern und dann im MS einsetzen, wenn man soweit ist. ;)
Lg
Verena
Ich bin auch eher der Chaot. Ja, ich würde sogar behaupten, der Schreibordner auf dem Windowsexplorer ist der einzige Chaosherd in meiner Wohnung, abgesehen von der Kartonsammlung. Normalerweise habe ich nur einen groben Plot und einen Kleiderhaken, an dem ich den Kontext aufhänge. Das ergibt dann den Faden, dem ich insgesamt folgen will, aber das tue ich völlig durcheinander mit meinem hundert Dateien. Für diesen Abschnitt eine Datei, für jenen Charakter eine Datei, für alles, was den bestimmten Ort betrifft, eine Datei, und so weiter. Dazu gehört dann immer auch ein Hauptdokument, worin ich die Szenen im chronologischen Ablauf der Geschichte reinkopiere, also dann quasi die Geschichte von Anfang bis Ende drin habe, wie sie sein soll. Wo was fehlt, mache ich eine kurze Notiz direkt in das Hauptdokument, dass diese Szene dort rein muss. Solche Notizen habe ich übrigens auch in den Einzeldateien. Und dann ist es nur noch eine Frage der Tagesform und des Zugangs, welche Szenen wann geschrieben werden und wie die genau aussehen.
Das geht so weit ganz gut, aber es führt dazu, dass selbst wenn ich einen genauen Plot habe, neue Charaktere und Ideen für Handlungsstränge nur so die Tür einrennen. Das wiederum kann dazu führen, dass ich darüber nachdenke, ein Skript von Grund auf umzukrempeln und an einem völlig anderen Haken aufzuhängen. Oder dazu, dass ich bei gewissen Charas, Orten oder Handlungssträngen einfach keinen Enthusiasmus dafür habe und die erst ganz am Schluss irgendwann dann einmal eventuell eingefügt werden. Vielleicht bleiben sie aber auch auf ewig auf der Ersatzbank, ebenfalls für jedes Projekt eine Pflichtdatei. Dort kommt alles "gelöschte" rein, weil ich es ja nicht wirklich löschen will, für den Fall, dass ich es irgendwann doch noch brauche.
Der grosse und für mich auch einzige wirkliche Nachteil von diesem Nicht-System ist, dass ich immer wissen muss, wo ich was finden kann. Wenn mir da mal etwas abhanden kommt, heisst es lesen, lesen, lesen. Aber in der Regel habe ich meine Geschichten gut genug im Kopf, dass das nicht passiert. ;)
Für den Nano schreibe ich jetzt ausnahmsweise mal einfach vorwärts, aber ich merke, dass die Qualität erheblich darunter leidet und ich es auch schwieriger habe, nach einer Pause wieder in die Geschichte hineinzukommen. Nur braucht mein mehr oder weniger geordnetes Chaos Zeit und Musse, die ich diesen Monat nicht habe. Das kommt also hier kaum in Frage, aber vielleicht werde ich es drauf anlegen. Mit der Überlegung, dass wenn ich in meiner gewohnten Art schreibe, die einzelnen Szenen besser fliessen (was normalerweise der Fall ist) und ich somit besser vorankomme.
Das ist noch ein Grund, warum ich nicht schön der Reihe nach schreibe. Einmal habe ich für diesen Part mehr Inspiration, einmal für einen anderen. Würde ich diese Parts jeweils erst dann schreiben, wenn ich im Verlauf der Geschichte dazu komme, würden sie schlechter, weil die Inspiration vielleicht gerade nicht stimmt. Schreibe ich sie aber dann, wenn es stimmt, bin ich auch zufrieden mit der Qualität und kann somit wieder besser an die anderen Parts denken.
Kongruenzen und Logik prüfe ich in der Regel erst bei der Überarbeitung. Ich weiss ja während dem Schreiben, was ich schon ungefähr geschrieben habe und wenn mir etwas komisch vorkommt, schaue ich eben nach. Natürlich gibt es dann im Nachhinein immer Dinge, die noch zurechtgebogen werden müssen, aber damit lebe ich ganz gut. Ich mache das auch lieber, wenn ich sowieso gleichzeitig durchlese, dann habe ich einen bessern Überblick.
Ich hoffe, das ist jetzt nicht zu lang und einigermassen verständlich. Manchmal kann ich nämlich mein wirres Gehirn selbst nicht ganz nachvollziehen. Das sind dann übrigens die besten Momente, um drauflos zu schreiben. An solchen Szenen hängen mitunter ganze (Teil-)Konzepte.
Ich schreibe im Nano immer chronologisch, aus dem gleichen Grund wie Rynn. Ich würde sonst nicht durch kommen. Wenn kein Nano ist, dann schreibe ich die Szenen, die von der Stimmung am besten zu meiner aktuellen Stimmung passen und mir gerade Spaß machen.
Was allerdings vorkommt ist, dass mir beim Schreiben Szenen einfallen, die ich noch brauche und die vorher spielen. Die werden dann angelegt (dank yWriter geht das ja recht übersichtlich und hinterher sehe ich auch am Wordocunt, dass die Szene noch geschrieben werden muss) und später bearbeitet.
Ich schreibe an und für sich auch chronologisch Szene für Szene in der richtigen Reihenfolge. Aber (daher kommen vermutlich auch die hohen Wordcounts der ersten zwei Tage) wenn mir eine Szene unter den Nägeln brennt schreibe ich diese und zähle sie auch. Dank meines Schreibprogrammss kann ich den Text dann "beiseite legen" und jederzeit an der passenden Stelle darauf zugreifen.
Schon im letzten Jahr habe ich gemerkt, dass es für mich wichtig ist, einfach alles aufzuschreiben. Bis der Roman fertig ist, fliegen ohnehin wieder Szenen raus oder werden neugeschrieben. Da haben mir meine Ideenschnipsel schon oft geholfen. Ich schiebe sie einfach dorthin, wo sie gebraucht werden, um Spannung zu erhöhen oder Tempo rauszunehmen und da sie eben zur gleichen Story gehören, zählen sie auch beim Wordcount.
Das Feintuning solltet ihr ohnehin erst am Ende vornehmen, sonst verheddert ihr euch. Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass ich tatsächlich schönere Szenen kreiere, wenn ich battle oder unter Zeitdruck schreibe, weil ich nicht wirklich nachdenke. Sicher sind manche Formulierungen nacher noch glattzuziehen, aber im Grunde passt es meistens.
Zitat von: HauntingWitch am 03. November 2011, 09:36:00
Das geht so weit ganz gut, aber es führt dazu, dass selbst wenn ich einen genauen Plot habe, neue Charaktere und Ideen für Handlungsstränge nur so die Tür einrennen. Das wiederum kann dazu führen, dass ich darüber nachdenke, ein Skript von Grund auf umzukrempeln und an einem völlig anderen Haken aufzuhängen.
Obwohl ich chronologisch schreibe, ist mir das trotzdem passiert. Auf einmal kam ein neuer Charakter daher, auch noch ein sehr interessanter, und der hat nun irgendwie alles durcheinander gebracht. :o
Tja, was nützt einem der rote Faden, wenn man sich nicht wirklich daran hält?!
Na ja, ich denke, ich werde trotzdem bei meiner Arbeitsweise bleiben. Es käme mir auch seltsam vor, jetzt das Finale zu schreiben, obwohl ich noch gar nicht fertig bin. Wer weiß schon, was zwischendurch passiert, hinterher passt es gar nicht mehr!
Ich schreibe chronologisch. Jedenfalls so weit mir das möglich ist.
Im Großen und Ganzen geht es mir so wie manche hier schon gesagt haben, meine Geschichte und meine Figuren entwickeln sich zu einem gewissen Teil mit der Geschichte mit, erleben schöne und schlechte Dinge, die die Charaktere ändern und zum Teil auch dafür sorgen, dass die Geschichte nicht mehr so funktioniert, wie ich mir das am Anfang gedacht hatte. Dazu kommt, dass ich beim Plotten unheimlich chaotisch vorgehe. Mal bei dem Chara ein paar Informationen, mal zu dem Ort etwas ... da versuche ich wenigstens beim Schreiben selbst Ordnung zu halten.
Manchmal habe ich allerdings auch Szenen im Kopf, die mir so gut gefallen, dass ich sie unbedingt zu Papier bringen muss oder die ich gern ausprobieren will. Die hebe ich mir dann auch in ganz vielen extra-Dateien auf und wenn ich das Gefühl habe, diese Szene passt jetzt genau an diese Stelle, dann füge ich sie auch genau an dieser Stelle ein. Meist ein bisschen abgeändert, aber im Grunde ist es die gleiche Szene. Leider bleiben manche Szenen dabei auch auf der Strecke, weil sie beim besten Willen nicht reinpassen wollen.
Es gibt bei mir nur eine Regel, ich lese kein Ende vorher, deshalb schreibe ich auch kein Ende vorher :)