Hallo zusammen
Denke zwar, dass diese Thematik früher schon diskutiert wurde, aber unter der Suchfunktion wurde ich leider nicht fündig.
Innerhalb meiner Geschichte reden die Charaktere sehr häufig, dies führt zum Teil zu längeren Abschnitten, in denen geredet wird, bspw. 2 Normseiten. Ist dies für den Leser verkraftbar, oder sollte ich sowas vermeiden? Ich versuche, einen gesunden Ausgleich zwischen erzählerischen Passagen und Dialogen zu schaffen, aber ich stelle doch fest, dass die Dialoge immer wieder umfangreich ausfallen.
Wie arbeitet Ihr? Schenkt Ihr sowas überhaupt Beachtung oder lasst Ihr die Dialoge einfach geschehen? Gibt es allenfalls eine Regel, die es zu beachten gilt? Bspw. nicht mehr als 1 Normseite Dialoge?
Für Tipps Anregungen bin ich wie immer dankbar.
Liebe Grüsse
Falckensteyn
(Falls es solch einen Beitrag schon geben sollte, kann dieser natürlich geschlossen werden.)
Also meine Dialoge sind auch immer umfangreich, ich finde das völlig in Ordnung so. Lange Erzählpassagen finde ich eher öde.
Natürlich gibt es auch öde Dialoge, man sollte also schon aufpassen, dass sie auch Sinn innerhalb der Geschichte tragen.
Ich versuche irgendwie immer, langatmige Dialoge zu vermeiden, in dem ich kleine Zwischenstücke einbaue oder die Charaktere in ihrem Redefluss stocken lasse, damit sie und der Leser wieder zu Atem kommen. Schon unscheinbare Kleinigkeiten wie die kurze Beschreibung, dass sich der Charakter wegdreht oder plötzlich verlegen wird, können helfen. Ausserdem verleihen solch kleine Hinweise und Beschreibungen dem Charakter auf unbewusste Weise mehr Tiefe und Authenzität. Beobachte nur mal ein paar Leute, die angeregt telefonieren oder miteinander reden - jeder tut irgendetwas, unbewusst und spontan. Oder er spricht gestenreich mit den Händen, das kannst du auch einbauen.
Ich versuche, mich bereits während des Schreibens in die Haut eines Menschen zu versetzten, der meine Geschichte zum ersten Mal lesen will. Oder ich rufe mir all die Bücher in Erinnerung, die ich schon gelesen habe. Wo war alles gut gewürzt und schwungvoll, wo langatmig und bisweilen langweilig geschrieben? Wie waren da die Dialoge strukturiert? So etwas hilft mir immer wieder.
Auch bei mir kommen lange Dialoge oder auch Monologe vor (läßt sich durch den wissenschaftlichen Hintergrund meiner Geschichte leider nicht immer vermeiden). Damit sie für den Leser nicht allzu dröge werden, versuche ich bei diesen Passagen immer, so eine Art eigenen kleinen Spannungsbogen aufzubauen (ohne dass es dadurch übermäßig gestelzt wirkt). Ich nehme meine Leser damit sozusagen bei meinem Gedankengang mit - und bisher scheint das von meinen Testlesern auch sehr gut angenommen zu werden (jedenfalls hat sich noch niemand darüber beschwert ;D ).
Abgesehen davon gibt es aber auch immer wieder kleine Unterbrechungen in der wörtlichen Rede - schließlich steht niemand nur statisch im Raum und schwadroniert vor sich hin ...
Viele Grüße,
Julia
Zitat von: Julia am 25. Juni 2008, 20:29:17
Auch bei mir kommen lange Dialoge oder auch Monologe vor (läßt sich durch den wissenschaftlichen Hintergrund meiner Geschichte leider nicht immer vermeiden). Damit sie für den Leser nicht allzu dröge werden, versuche ich bei diesen Passagen immer, so eine Art eigenen kleinen Spannungsbogen aufzubauen (ohne dass es dadurch übermäßig gestelzt wirkt). Ich nehme meine Leser also sozusagen bei meinem Gedankengang mit - und bisher scheint das von meinen Testlesern auch sehr gut angenommen zu werden (jedenfalls hat sich noch niemand darüber beschwert ;D ).
Das machte Frank Schätzing im "Schwarm" so fantastisch. Das ganze Buch ist reinster Unterricht in Meeresbiologie, nebenbei Politologie, Kriegsführung, Technik, Ethik, Ölindustrie ect ect. Ich glaube, nach der Lektüre dieses Buches habe ich mich tatsächlich schlauer gefühlt ;)
@ hima: Den "Schwarm" habe ich noch gar nicht gelesen (aber schon viel Gutes darüber gehört). Schön, wenn die "Könner" es genauso machen ;D
Liebe Grüße,
Julia
Ich neige auch dazu, lange Gespräche zu führen ::) Bisher empfand das aber noch nie jemand als störend - ich selbst lese lieber schmissige und rasante Dialoge statt langweiligem seitenlangem Blabla. Natürlich braucht es auch Erklärungen, aber in manchen Büchern ist es des Guten zu viel.
Damit die Gespräche bei mir nicht allzu stumpf und eintönig werden, hab ich mir angewöhnt, stellenweise etwas mehr Tempo reinzubringen. Sei es durch kürzere Wortwechsel, in denen teilweise nur wenige Worte vorkommen, ohne das "...", sagte er, oder indem ich praktisch in der wörtlichen Rede schreibe, was der andere gerade tut. Da kommt also ein solcher Einwurf ganz unverhofft, und das normale Gespräch geht wieder weiter - trotzdem weiß der Leser immer, was gerade um die Personen herum passiert.
Ansonsten denke ich, dass sich Gespräch und Handlung immer in der Waage halten sollten. Wenn man spricht, tut man (meistens) wenig, und wenn es reichlich Action gibt, will wohl niemand mit langatmigen Gesprächen überschüttet werden ;) Normal findet der Plot selbst die Mitte, also muss man sich gar nicht krampfhaft anstrengen - sofern man in der Story an sich eben nicht geschludert hat.
Ich denke, das hängt davon ab, ob das Werk mehr erzählerisch oder besonders handlungsorientiert ist. Bei letzterem braucht man natürlich mehr Dialoge. Außerdem wirken die Figuren lebendiger, wenn man sie öfter miteinender reden läßt. Das bedingt aber, daß die Dialoge gut geschrieben sind und nicht einfach nur Blabla. Es gibt Bücher, die extrem geschwätzig sind. Mir geht das dann schnell auf die Nerven. Im Grunde ist es so, wenn es gut gemacht ist, kann ein Buch praktisch nur aus Dialogen bestehen (wie ein Theaterstück) oder so gut wie keine enthalten. Es muß einfach zusammenpassen.
Zitat von: hima am 25. Juni 2008, 20:07:36
Ich versuche irgendwie immer, langatmige Dialoge zu vermeiden, in dem ich kleine Zwischenstücke einbaue oder die Charaktere in ihrem Redefluss stocken lasse, damit sie und der Leser wieder zu Atem kommen. Schon unscheinbare Kleinigkeiten wie die kurze Beschreibung, dass sich der Charakter wegdreht oder plötzlich verlegen wird, können helfen. Ausserdem verleihen solch kleine Hinweise und Beschreibungen dem Charakter auf unbewusste Weise mehr Tiefe und Authenzität. Beobachte nur mal ein paar Leute, die angeregt telefonieren oder miteinander reden - jeder tut irgendetwas, unbewusst und spontan. Oder er spricht gestenreich mit den Händen, das kannst du auch einbauen.
Ein sehr interessanter Hinweis, danke Hima!
Solche Unterbrechungen und Hinweise darauf, was die Personen während dem Reden tun, benutze ich bereits. Sie aber als bewusste Auflockerungsmethode zu benutzen, ist ein toller Gedankenanstoss.
Ich möchte vor allem solch lange Redepassagen vermeiden, wie das bei Tolkien immer wieder der Fall ist. Da redet z.T. fast eine Seite ununterbrochen irgend jemand. Sowas ist eigentlich wenig authentisch. Aber natürlich darf man den Urvater nicht kritisieren. *grinst*
Ein Dialog ist eine Methode, eine Geschichte zu erzählen. Wenn er vom Leser als zu lang empfunden wird, dann erzählt er nichts oder nichts Interessantes. Ich sehe das aber nicht als Frage der Schreibtechnik.
Bei mir sind sicherlich 2/3 eines Buches Dialog. Warum?
- die direkte Rede charakterisiert eine Figur
- der Dialog kann spiegelbildlich die Perspektive des Gegenübers zeigen
- im Dialog lassen sich die Motive einer Figur besser durchkauen als im inneren Monolog
- Rückblenden in Dialogform sind meiner Meinung nach die besseren Rückblenden
- Dialoge sind einfach cool
ZitatIch möchte vor allem solch lange Redepassagen vermeiden, wie das bei Tolkien immer wieder der Fall ist. Da redet z.T. fast eine Seite ununterbrochen irgend jemand. Sowas ist eigentlich wenig authentisch.
Authentisch ist es nicht, aber ich halte es für den Leser für leichter verdaulich. Wenn sich A von B die Würmer aus der Nase ziehen lässt, dann ist das bei einer längeren Geschichte extrem störend für den Leser. Also spielt A den Erzähler. Eine solche Abstraktion ist nicht realistisch, aber besser zu lesen.
So authentisch wie einstündige Reden eben sind. Große Männer halten sowas auch schon mal. Die sind es eben gewohnt, dass man ihnen dann zuhört. Und es hat sie ja auch keiner unterbrochen (selbst schuld) ;).
Ich musste in meinem Roman einen Botenbericht unterbringen. Da erzählt jemand sogar, was andere Leute gesagt haben, und das Kapitel besteht fast nur aus Dialog. Ich glaube aber, dass es ganz ok ist. Der andere Dialogpartner unterbricht ihn auch beizeiten und stellt Fragen.
Der Bote berichtet sogar, wie ein großer Mann eine Rede hält. ;)
Zitat von: Coppelia am 26. Juni 2008, 13:34:44
Der Bote berichtet sogar, wie ein großer Mann eine Rede hält. ;)
*grinst* Wenn er denn alles im Gedächtnis behalten konnte.
Etwas ähnliches hatte ich auch grade vor ein paar Tagen. Ein Bote respektive der königliche Falkner berichtete seinem König, was vorgefallen ist. Da ich das ein paar Seiten zuvor ausführlich aus der Sicht des Hauptdarstellers erzählte, habe ich das natürlich abgekürzt. Respektive nur noch erwähnt, dass der Falkner dem König davon berichtete. Sowas möchte ich meinen Lesern nicht zumuten.
Zitat von: Coppelia am 26. Juni 2008, 13:34:44
Ich musste in meinem Roman einen Botenbericht unterbringen. Da erzählt jemand sogar, was andere Leute gesagt haben, und das Kapitel besteht fast nur aus Dialog. Ich glaube aber, dass es ganz ok ist. Der andere Dialogpartner unterbricht ihn auch beizeiten und stellt Fragen.
Der Bote berichtet sogar, wie ein großer Mann eine Rede hält. ;)
Ich kann bestätigen: es funktioniert. :)
Das Problem ist, dass auf dem Papier nicht mehrere Dinge gleichzeitig passieren können.
Wenn zwei Leute sich "in echt" unterhalten, tun sie dabei oft noch alle möglichen anderen Dinge, mindestens mal die Stirn runzeln, den Kopf schütteln, etc. Im Extremfall sind sie dabei mit etwas anderem, z.B. Strümpfe stricken, beschäftigt.
Wenn man das Gespräch aufschreibt, kann der Klein-Schnickschnack auch schnell lästig werden, wenn man zu viel davon einstreut.
Dann lieber die Leute reden lassen. Vermutlich ist das, was sie da erzählen, die ganze Daseinsberechtigung der Szene.
Zitat von: Falckensteyn am 26. Juni 2008, 15:17:26
*grinst* Wenn er denn alles im Gedächtnis behalten konnte.
Die haben ja auch kein Fernsehen dort und dementsprechend eine längere Aufmerksamkeitsspanne. :snicker:
@ Lisande
Gut. ;D Die Szene wurde neulich noch eifrig umgeschrieben.
Ich habe auch so ein "fotografisches" Gedächtnis für Formulierungen. Und ich glaube, dass es mit Training noch besser funktionieren würde. Auf jeden Fall musste ich immer schön betonen, was für ein gutes Gedächtnis der Bursche hat. ;)
Zitat von: Tenryu am 26. Juni 2008, 20:11:28
Die haben ja auch kein Fernsehen dort und dementsprechend eine längere Aufmerksamkeitsspanne. :snicker:
Definitiv - und wenn dann noch irgendetwas im Hintergrund des Charakters passt - sagen wir mal, der Mann ist... so ganz als völlig zufällig gewähltes Beispiel... ein Dichter :innocent: dann hat das schon Hand und Fuß!
Dialoge von zwei Normseiten, und das lang, dass ich nicht lache. :rofl:
Ich habe vor einiger Zeit ein SCI-Fi Buch gelesen(Military.SciFi), in dem der Autor dazu abschweifte zwei wichtige Nebenfiguren in eine Politische Diskussion zu verstricken.
Jede der beiden Personen hatte Aussagen von im Schnitt einer Normseite, von der Gesamtlänge des Gespräches über 8 bis 10 Normseiten mal ganz zu schweigen So etwas ist zu lang. Aber ein lockeres Gespräch, das über wirklich Interessante Themen geht oder wenn jemand eine Legende erzählt, die dann schon spannend aufgebaut ist, darf meiner Meinung nach schon mal über 3 bis 4 Normseiten gehen, vor allem wenn bei Gesprächen die Tätigkeiten der Personen oder die Gedanken einer Person das Gespräch auflockern.
Z.B. "Das ist so!" Frank sprang auf und nahm die Hand an seinen Degen.
Du kannst mich mal gern haben, wenn du darauf bestehst sind wir geschiedene Leute, dachte Rosi und entgegnete diplomatisch. "Bist du dir wirklich sicher, dass das so sein muss? Ich an deiner Stelle würde es überprüfen, ehe ich meine Forderung zurücknehme."...
Ich persönlich finde gerade Erzählungen einer Person im Roman eine hervorragende Methode um den Leser über Vergangenes zu informieren, statt einer Rückblende. Aber auch hier gilt das gleiche wie beim Film: Wenn die Erzählung zu lang wird, dann lieber eine Rückblende verwenden.
Zitat von: Berjosa am 26. Juni 2008, 17:52:30
Wenn man das Gespräch aufschreibt, kann der Klein-Schnickschnack auch schnell lästig werden, wenn man zu viel davon einstreut.
Dann lieber die Leute reden lassen. Vermutlich ist das, was sie da erzählen, die ganze Daseinsberechtigung der Szene.
Richtig, so sehe ich das auch. Entweder reden die Leute oder sie tun etwas (obwohl reden ja auch eine Tätigkeit ist :hmmm:)
Das merke ich schon daran, wenn ich krampfhaft versuche, eine Tätigkeit in ein Gespräch einzubauen, obwohl keine da ist. Heraus kommen dann meist solche belanglosen Gesten, jemand schaut den anderen auf irgendeine Weise an (obwohl man das ja normal in einem Gespräch tun sollte), ein Stirnrunzeln, ein Kratzen an irgendwelchen Körperteilen ect. ;D Dass das kein Schwein interessiert, merke ich irgendwann dann auch *hüstel*
Zitat von: Lisande am 26. Juni 2008, 21:35:23
Definitiv - und wenn dann noch irgendetwas im Hintergrund des Charakters passt - sagen wir mal, der Mann ist... so ganz als völlig zufällig gewähltes Beispiel... ein Dichter :innocent: dann hat das schon Hand und Fuß!
Absolut, im Gegensatz zu einem grobschlächtigen Soldaten einfachen Gemüts. Denke, es gibt auch hier wieder keine Verallgemeinerungen und je nach Situation passt ein ausführliches Gespräch ganz gut. Ich werd mir das einfach im Hinterkopf behalten, wenn ich eines Tages die Rohfassung überarbeite.
Hallo zusammen!
Ich glaube, ohne diesen Thread wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, über dieses Thema mal nachzudenken :hmmm: Aber ich denke, ich bin mit meiner Methode auch sehr zufrieden ;D
Ehrlich gesagt, lese ich in Romanen auch sehr gerne Dialoge und deshalb schreibe ich auch sehr gerne welche. Sie werden dann halt so lang wie sie werden, das mache ich vom Thema abhängig, das besprochen werden muss. Ich glaube nicht, dass es da eine Regel gibt. ::)
Bei mir kann es soweit gehen, dass ich etwas, was ich auch als Erzähltext hätte schreiben können, in einen Dialog packe.
Also Person A fragt B: "Was ist denn hier los? Was ist das? Wie funktioniert das?" etc. Mal vereinfacht ausgedrückt. Person B antwortet dann und erklärt die Sache somit nicht nur A, sondern auch dem Leser ;D
Klar, dass man es nicht übertreiben darf und drauf achten sollte, dass A nicht als Volltrottel rüber kommt, wenn er ständig solche Sachfragen stellt :hmhm?:
Und ebenso logisch und notwendig finde ich es (in einem gewissen Rahmen) Gestik, Mimik und eventuelle Nebenhandlungen der Sprechenden einzufügen, auch wenn sie keine lebenswichtige Daseinsberechtigung in der Geschichte haben. Aber sie lockern die Unterhaltung halt ein wenig auf und charakterisieren die Personen nebenbei noch. Außerdem, wenn da keine Zwischentexte wären, wüsste der Leser ja irgendwann nicht mehr, wer eigentlich spricht. :buch:
Aber davon, dass eine Person alleine einen Seitenlangen Vortrag hält, halte ich auch eher wenig, es sei denn, es handelt sich wirklich um eine Rückblende, oder einen komplizierteren Sachverhalt, der erklärt werden muss ...
Zitat von: Coppelia am 26. Juni 2008, 20:15:18
Auf jeden Fall musste ich immer schön betonen, was für ein gutes Gedächtnis der Bursche hat. ;)
Bei Deinem Boten muss ich an die Boten in Marion Zimmer Bradleys Darkover-Romanen denken. Wenn sie den Auftrag kriegen, eine Botschaft zu überbringen, trägt ihnen der Auftraggeber den Text vor und sie merken sich diesen nicht nur wortwörtlich, sondern auch dessen Gestik und Mimik. Und wenn sie zum Empfänger kommen, tragen sie ihm den Text wortgetreu vor und wiederholen auch die Gestik und Mimik. - Also ist der Auftraggeber der Botschaft aus irgendeinem Grunde nervös etc. wenn er die Botschaft aufgibt, wird der Bote sich die Anzeichen dafür merken und sie den Empfänger ebenso sehen lassen.
Ich weiß jetzt nicht mehr, ob es in einem Darkover-Roman mal einen seitenlangen Vortrag eines Boten gab, aber unter diesen Vorraussetzungen wäre es durchaus möglich gewesen ...
Auch die Mnemonikos in Angus Wells 'Herren des Himmels' haben ein ausgesprochen gutes Gedächtnis. Sie sind quasi die Erinnerung und das Gedächtnis ihres Volkes und wenn sie durch die Landen ziehen, werden sie zum (seitenlangen) Geschichten erzählen aufgefordert.
Also, einfach zu betonen, dass jemand ein sehr gutes Gedächtnis hat, ist natürlich auch eine Methode, aber man kann aus der Not auch eine Tugend machen und dann kann auch so ein langer Monolog seine Daseinsberechtigung haben 8)
Auch bei Tolkien kam es ja immer dann zu diesen langen Monologen, wenn Ereignisse geschildert wurden, bei denen der Leser nicht dabei gewesen ist. Mir ist das während des Lesens zwar damals aufgefallen, aber ich fand es nicht störend, sondern sinnvoll.
Viele Grüße :winke:
Romy
Allgemein habe ich an langen Dialogen überhaupt nichts auszusetzen.
In einem meiner Lieblingsbücher nehmen die Unterhaltungen manchmal über 10 Seiten in Anspruch. :jau:
Wichtig ist eher, wie man den Dialog gestaltet.
Ohne kleine Beschreibungen, was die Personen tun, wie sie sich bewegen und wie ihre Stimmen klingen, wird das Ganze schnell verwirrend und langweilig.
Außerdem ist es selten gut, eine Person mehr als fünf Zeilen sagen zu lassen, zumindest in einem längeren Dialog.
Solange sich die Figuren regelmäßig abwechseln und sich das Gespräch durch ihre Antworten mit der Zeit auch anderen Themen zuwendet, kann man, glaube ich, nichts falsch machen.
Kritisch wird es wahrscheinlich eher dann, wenn sich zwei über mehrere Seiten hinweg über ein und dasselbe Thema unterhalten und nicht zum Schluss kommen, denn das erscheint mir nicht realistisch.
Die meisten Unterhaltungen schweifen mit der Zeit ab.
Außer bei sehr ernsten, wichtigen Gesprächen, ist man am Ende eigentlich immer an einem anderen Thema angelangt.
Zumindest mir geht das so, wenn ich mal wieder jemanden zutexte... ;D
LG, Kiira
Ich hole das Thema mal wieder herauf, weil ich genau darüber in letzter Zeit viel nachgedacht habe.
Mein Roman besteht zu einem Großteil aus Dialogen, was ich selbst gerne mag, aber ich frage mich, wie das auf den Leser wirkt.
Worauf ich achte ist, dass die Stimmung rüber kommt. Mimik, Gestik, das Verhalten der Figuren untereinander während sie reden, finde ich sehr wichtig, sonst wird so ein Dialog schnell verwirrend und langatmig.
Eine Technik, die ich mir auch zunutze mache, nicht immer, aber doch meistens, habe ich von Elizabeth George aus ihrem Buch "Wort für Wort". Sie nennt es die Geschwätzvermeidungsstrategie, GVS. Das bedeutet, dass man den Charakteren etwas zu tun gibt, während sie reden. Das können interessante Dinge sein, wie eine Schatzsuche oder eine Kletterpartie. Oder aber auch was völlig Nebensächliches, wie Kartoffeln schälen oder Autofahren. Ich finde, dass das sehr gut wirkt. Natürlich streut man nicht nach jedem Satz ein, dass jemand nach links abbiegt, aber alle paar Sätze mal. Ich finde, das gibt dem Dialog ein reales Setting.
Trotz allem mache ich mir ein wenig Gedanken, ob ich nicht doch zu dialoglastig schreibe und bemühe mich schon, zwischen Dialogen und Handlungen abzuwechseln. Obwohl meine Charas so verplappert sind, dass dann auch geredet wird. ;D
Vor allem, seit ich bei einer Ausschreibung auf der Seite eines Verlages gesehen habe, dass man sich Bücher mit ganz wenig Dialog wünscht. Da ging es allerdings um Heftromane. Vielleicht gibt es da andere Regeln. Hoffe ich zumindest.
Wie handhabt ihr das (inzwischen) so?
Ich kann mich an ein Buch erinnern, wo mir das im Nachhinein wirklich aufgefallen ist, wie unglaublich dialoglastig es war - dadurch war es auch sehr spritzig (klar, Dialoge halt) und sehr temporeich, aber obwohl ich bei Büchern generell die Beschreibungen nicht genau lese, hat mir doch etwas gefehlt. Nicht "gefehlt" in dem Sinne, dass Beschreibung das Buch nochmal in eine andere Liga befördert hätte, sondern schlicht, dass gerade bei Fantasy man als Leser ja dann doch öfters andere Erwartungen hat. Was nützt mir die schönste konstruierte Welt, wenn ich davon nichts mitbekomme, über Beschreibungen, Handlungen der Charaktere, die nicht von Dialog untermalt sind - denn dann steht ja die Interaktion mit der Umgebung im Vordergrund und nicht der "ablenkende" Dialog? In meinem Kopf gibt es also eine relativ klare Trennung zwischen, hm, Qualität ("neues Lieblingsbuch!") und mehr so Unterhaltungsfantasy und ein mögliches Merkmal von Unterhaltungsfantasy ist für mich eben die Dialoglastigkeit.
Von daher nutze ich auch selber eher weniger Dialog - genau wie die Beschreibung und die Handlung ist der Dialog für mich nicht Grundton, sondern wird eben speziell genutzt.
Ich schreibe auch sehr dialoglastig und binde Beschreibungen und Worldbuilding darin ein, soweit es geht. Natürlich braucht es zwischendurch auch einfach "nur" Handlungen, während denen nichts gesprochen wird oder Situationen, wo nicht gesprochen werden kann, weil einfach gerade zu viel abgeht. Das kommt, denke ich, auch ein bisschen auf den Gesamtkontext der Geschichte und die einzelne Szene an, auf die Situation, in der sich der Charakter befindet.
Aber grundsätzlich würde ich sagen, dass ein Buch durch Dialoge erst richtig zu leben beginnt. Das ist ja in der Realität ganz ähnlich: Wenn ich einen Spaziergang mache, auf dem ich niemandem begegne, dann war ich zwar draussen, aber ich habe nicht das Gefühl, etwas erlebt zu haben. Komme ich aber auf genau derselben Route mit jemandem ins Gespräch (wegen dem Hund z.B.), habe ich automatisch das Gefühl, an diesem Tag etwas erlebt zu haben. Obwohl ich genau dieselbe Strecke gegangen bin, die ich in- und auswendig kenne, erscheint sie mir einmal langweilig und trocken und das andere Mal spannend und wunderschön. So halte ich das auch bei meinen Skripten. Diese Geschwätzvermeidungstaktik (auch wenn ich es bis anhin nicht unter dem Begriff gekannt habe) brauche ich sehr oft.
Für mich als Leser kommt es darauf an, was für ein Buch es ist. Bei einem Heroic-Roman ist mir ziemlich gleich, ob da gelabert wird oder nicht, schliesslich geht es ums Prügeln. Bei einem Psychohorrorstreifen allerdings braucht es Dialoge, weil ja erst die Interaktion der Menschen untereinander das ganze erst zu dem macht, was es ist. Ich kenne z.B. eine Kurzgeschichte, die ist eigentlich nur ein grosser, ca. 20-seitiger Dialog. Aber erst dadurch, dass der Prota sein Erlebnis dem anderen Prota erzählt und zwischendurch aufgezeigt wird, wie geschockt die beiden sind, wird dieses Erlebnis unheimlich. Wäre die zweite Person nicht da, würde ich mich fragen, was das alles sollte, warum der das erzählt. So weiss ich es und dass der andere sich ebenfalls fragt, was es soll, macht es richtig übel. ;D
Zitat von: Alana am 20. Februar 2012, 21:02:23
Trotz allem mache ich mir ein wenig Gedanken, ob ich nicht doch zu dialoglastig schreibe und bemühe mich schon, zwischen Dialogen und Handlungen abzuwechseln. Obwohl meine Charas so verplappert sind, dass dann auch geredet wird. ;D
Ich bin da ziemlich offen und normalerweise fällt mir mehr oder weniger Dialog nicht weiter auf. Bis... ich hab da gerade Military SF auf dem Tisch liegen von Tanya Huff. Sehr dialoglastig und das Problem ist: Die Dialoge sind nichtssagend, klischeehaft, teilweise sogar schlecht. So etwas kann man sich sparen. Und ich glaube fast, einen klischeehaften Handlungstext kann man eher noch verkraften als einen Abziehbild-Dialog. Letzteres ist irgendwie anstrengender. Obwohl man ihn schneller überlesen kann. Hm. Schwierige Entscheidung. :hmmm:
Vielleicht können wir uns einfach auf gute Dialoge einigen. Dann hat man alle diese Probleme nicht. :)
Ich bin kein Dialog-Mensch. Ich beschreibe viel lieber und lasse auch hier und da mal handeln ( ;D), aber Dialoge mag ich gar nicht. Natürlich kommen trotzdem welche vor, aber die wirken oft ein bisschen gestelzt. Und ich muss immer meine Charas irgendwas machen lassen, während sie reden. Einfach wörtliche Rede nach wörtlicher Rede geht für mich gar nicht. Das sieht schon nicht schön aus. :versteck: Also habe ich eigentlich immer Sachen wie: A überlegte und sagte dann: ... oder "x", sagte ich und strich mir das Haar aus dem Gesicht.
Ich mag es einfach nicht, Dialoge zu schreiben. Da fühle ich mich jedes Mal aufs neue überfordert, wenn die sich was erzählen sollen. :versteck:
Zitat von: Kati am 21. Februar 2012, 16:34:32
Ich bin kein Dialog-Mensch.
Aus dem, was du danach beschreibst, kann ich das sogar nachvollziehen. Ja, es sieht weniger schön aus, wenn ein Dialog nur aus viel aufeinanderfolgender wörtlicher Rede besteht.
Aber wenn man sich nun umgekehrt unter Zugzwang setzt, die WL jedes Mal so ausschmücken zu wollen, wie du es kursiv als Beispiel angebracht hast... da wird man ja echt alt ;) Das Problem verstehe ich auf jeden Fall. Was ich dabei schwierig finde: Ich finde es künstlich und aufgesetzt, wenn man die WL jedes Mal solchermaßen ausschmückt. Also wirklich jedes einzelne Ding. Das zerstört auch meinen Lesefluß.
Ich hab es für mich inzwischen so beschlossen: Ich lasse die reden und gebe daneben nur soviele Infos bzw. Ausschmücken, wie es eben braucht, damit man nicht den Überblick verliert. Denn ich finde es im Augenblick ganz unfaßbar schwierig, Ausschmückungen zu finden, die über Gesten und Blicke hinausgehen. Das tötet mir den Nerv.
Was die Leute sagen, hab ich eigentlich immer parat. Die agieren in meinem Kopf, jeder hat seine Stimme und seinen Tonfall und teilweise kommt da sogar echter Slapstick bei raus. Witze, die auch beim 100. Mal lesen noch funktionieren. Das ist natürlich ideal.
Ich tue mich mit Dialogen normalerweise auch eher schwer. Da brauche ich immer relativ lange und viel Feileinsatz, bis ich zufrieden bin. Umso gespannter bin ich, wie mein aktuelles Projekt am Ende wirkt, weil es im Gegensatz zu meiner Trilogie sehr viel dialoglastiger ist.
Ich habe da auch immer Bammel, dass manche Stellen einfach zu banal wirken. ;)
@Churke: Ja, gute Dialoge sollten es natürlich sein.
Bei mir ist es so, wenn ich lese, dass ich dann oft von Dialog zu Dialog lebe. ;D
Dialoge zu schreiben fällt mir überhaupt nicht schwer. Und Ausschmückungen nutze ich nicht um ihrer selbst willen, sondern um zu verdeutlichen, was die Charas denken, um Hinweise zu legen auf Lügen, verheimlichte Tatsachen oder um darzustellen, wie jemand in dem Moment über den anderen denkt.
Es ist sicher auch eine Frage des Sub-Genres. Bei meinen Büchern stehen die Liebegeschichten im Vordergrund, sind das zentrale Thema. Dass da dann viel geredet wird, ist eigentlich klar, finde ich.
Ich weiß nicht, ob es wirklich "zu viel" Dialoge geben kann. Zu wenig aber leider sehr oft. Vielleicht ist das aber auch eine Fantasy- und Science-Fiction-Krankheit: Wer eine Welt konstruiert, will sie oft auch lang und breit zeigen und lässt dadurch Dialoge eher unter den Tisch fallen. Genau das ist aber ein Fehler, finde ich.
Dialoge müssen aber einen Subtext haben. Vielleicht nicht in jedem Genre und in jedem Buch gleich viel, aber da bin ich mir nicht wirklich sicher. Gute Dialoge leben einfach davon, dass sie nicht nur plattes Geschwätz sind. Und dazu gehört auch, dass sie genau an der richtigen Stelle kommen.
Wenn jemand gute Dialoge schreiben kann und dadurch auch besser charakterisieren kann, als durch Gestik (nur als Beispiel), dann ist es sinnvoll, wenn auch viele Dialoge verwendet werden. Nicht so sinnvoll ist es, wenn Dialoge nicht die Stärke des Autors sind.
Letztlich gibt es verschiedene Wege eine Geschichte zu erzählen und WIE sie erzählt wird, ist immer AUCH eine Frage von Fähigkeiten und Fertigkeiten. :)
Beim Lesen geht es mir wie Alana - wenn es so richtig spannend ist, lass ich die Beschreibungen gerne mal aus - v. a. wenn ich ein Buch zum zweiten oder dritten Mal lese... :-[ Eine große Ausnahme von dieser Regel bildet HP - ich habe alle Bände vier oder fünf Mal gelesen, aber nie irgendwas ausgelassen. Irgendwie hat Rowling es geschafft, die perfekte Balance zwischen Dialog und Beschreibung zu schaffen :pompom: Das fasziniert mich immer wieder, wie jeder Satz "Bedeutung hat" oder Info übermittelt. Einfach großartig!
Auch in Twilight finde ich die Dialoge (nicht immer der Inhalt, aber die Ausführung) sehr echt gestaltet - ebenso wie die athmosphärischen Beschreibungen von Forks. Ich kann mir gut vorstellen, dass Mrs. Meyer während des Schreibens das Gefühl hatte dort zu sein - das merkt man einfach.
Beim Schreiben achte ich sehr auf Dialoge - nicht so sehr auf das "Wieviel" (wobei ich mich eher bremsen muss), sondern v. a. auf die Qualität. Dialoge sind für mich in jeder Szene das "Gerüst" auf dem sich alles andere aufbaut, deshalb schreib ich sie ganz oft zuerst blanko. Dadurch kann man dann gut sehen, ob sie authentisch klingen, ob man die Personen raushört und das Gesagte die Figuren charakterisiert, oder ob alles davon wirklich von Bedeutung ist...
Schwieriger sind für mich die Mimiken (/Gestiken) - da muss ich immer penibel drauf achten, nicht zuviele Blicke, hochgezogene Augenbrauen, angespannte Kiefermuskeln, etc. einzubauen :versteck:
Deshalb bin ich immer froh, wenn meine Charas was zu tun haben... Aber da muss ich Alana (und Mrs. George) auch Recht geben; mit diesen Kleinigkeiten steht und fällt das komplette Reality-Feeling.
Generell neige ich also eher zu mehr Handlung und Dialog - Beschreibungen sind echt anstrengend für mich; deshalb reduziere ich sie gerne auf das Minimum.
Mit Harry Potter geht es mir genauso wie dir. Was da alles drin steckt, ist unglaublich. Besteht aber ja auch zu einem sehr großen Teil aus Dialogen.
Das Problem mit der Mimik und Gestik kenne ich. Manchmal gerate ich in so eine Art Gewohnheit und dann wird es zuviel.
Blanko schreiben kann ich gar nicht, das macht mich wahnsinnig, obwohl ich deine Begründung durchaus plausibel finde.
Also, wenn ihr mit Blanko-Schreiben meint, dass man den Dialog mal einfach so runterschreibt, ohne Schulterzucken, Augenbrauenheben, Verblüfftblicken und Kopfschütteln, dann mache ich das eigentlich immer. Erst später fülle ich es mit Leben durch Mimik, Gestik oder auch die erwähnte GVS. Das ist für mich mehr Arbeit als der eigentliche Dialog. Den kann ich eigentlich relativ locker runterschreiben.
Ich merke, dass ich seit neuestem gerne so weit wie möglich den Dialog blanko stehen lasse. Das gelingt mir aber nur ein paar Zeilen lang. ::)
Ich tue das mittlerweile auch, einfach weil sich sonst bei mir immer dieselben Standardsachen einschleichen. Ich kann anscheinend einfach nicht auf alles gleichzeitig achten - Inhalt des Gesagten und schmuckes Beiwerk.
ZitatAlso, wenn ihr mit Blanko-Schreiben meint, dass man den Dialog mal einfach so runterschreibt, ohne Schulterzucken, Augenbrauenheben, Verblüfftblicken und Kopfschütteln
Genau
das meinte ich. :) Ab und zu gibt es manchmal auch noch ein paar
Regie-Anweisungen zwischen den Zeilen - aber eher wenige. Wenn der "raw draft" meiner Szene fertig ist, sieht er oft aus wie ein Theaterstück :d'oh:
ZitatErst später fülle ich es mit Leben durch Mimik, Gestik oder auch die erwähnte GVS. Das ist für mich mehr Arbeit als der eigentliche Dialog. Den kann ich eigentlich relativ locker runterschreiben.
Dito! Dabei brauch ich immer mal wieder Hilfe von meinem Szenebogen - der macht das Ganze dann schön plastisch. Außerdem kann ich so schon
vorab analysieren, welche Beschreibungen von Bedeutung sind und/oder sein müssen, bzw. was in der Szene sonst noch wichtig ist und transportiert werden muss. Es ermöglicht mir auch, die Atmosphäre und den Background der Szene anzupassen und sie dadurch zu unterstreichen oder dem Dialog gewollt entgegen zu arbeiten, und das Ganze so zu kontrastieren.
ZitatDas Problem mit der Mimik und Gestik kenne ich. Manchmal gerate ich in so eine Art Gewohnheit und dann wird es zuviel.
Bei mir wiederholen sich die verschiedenen Mimiken und Gestiken einfach zu oft - ich fürchte ich bin da nicht sonderlich kreativ... Habt ihr da ein Rezept dagegen??
ZitatIch tue das mittlerweile auch, einfach weil sich sonst bei mir immer dieselben Standardsachen einschleichen. Ich kann anscheinend einfach nicht auf alles gleichzeitig achten - Inhalt des Gesagten und schmuckes Beiwerk.
Amen! :omn:
Ne, also das Blankoschreiben hab ich mal versucht, mich macht das Irre. Aber es hört sich prinzipiell wirklich gut an.
Rezept habe ich keins, gegen Wiederholungen. Ich versuche darauf zu achten, aber sicherlich gelingt mir das nicht immer. Dann wird gestrichen oder nahc anderen Möglichkeiten gesucht. Ich bin gerade dabei, ein bischen mehr durch andere Körperteile ausdrücken zu lernen, was eine Figur denkt oder fühlt, als nur durch Gesicht oder Schultern. Aber ich finde das ganz schön schwierig. Und ich versuche es auch wie Sorella. Wenn es geht, lasse ich es weg. Am Ende finde ich, die Mischung machts.
Zitat von: Debbie am 21. Februar 2012, 20:30:26
Bei mir wiederholen sich die verschiedenen Mimiken und Gestiken einfach zu oft - ich fürchte ich bin da nicht sonderlich kreativ... Habt ihr da ein Rezept dagegen??
Da kann ich dir diesen Thread (http://forum.tintenzirkel.de/index.php/topic,7362.0.html) empfehlen und diese Website (http://thebookshelfmuse.blogspot.com/).
Oiiii der zweite Link ist der Knaller... *gräbt sich ein* Jetzt noch fix übersetzen und dann los!!
ZitatIch finde es künstlich und aufgesetzt, wenn man die WL jedes Mal solchermaßen ausschmückt. Also wirklich jedes einzelne Ding. Das zerstört auch meinen Lesefluß.
Ich habe gerade nochmal nachgeschaut, weil ich nachvollziehen kann, was du da sagst. Dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen: Meine Leute reden doch mehr, als ich dachte. Und: Ich nutze viel "Beiwerk", aber genauso schiebe ich einfach Handlung ein.
"x", sagte er und ging auf das Parktor zu. Ich folgte ihm. "y", sagte ich. :o Das ist mir nie aufgefallen, beim Schreiben. Ich finde Beschreibungen auch gar nicht anstrengend, sondern eben Dialoge. Wäre doch viel besser, wenn man beides gut könnte. ;D
Ohja, der Emotion-Thesaurus ist super! Schade, dass es keinen deutschen gibt. Ich kann zwar gut englisch, aber gerade bei diesen Dingen finde ich das Englische viel gefälliger und mir fallen sogar oft englische Sachen ein, die ich gern verwenden würde, aber das deutsche Äquivalent ist dann zu sperrig. Ich hab schonmal überlegt, ob wir da nicht eine deutsche Zweigstelle aufmachen sollten. ;D
Gute Idee. Ich MUSS mir so eine Liste jetzt sowieso mal langsam machen. Das plane ich schon seit Wochen, nur... hört ihr das Bellen? Der innere Schweinehund ;D
Also zu dem Thread im TZ habe ich seinerzeit eine Liste gemacht, die ich auch gern per Mail verschicke. Die ist nach "Ort" der Mimik geordnet. Wer mag, kann mich gern dazu anschreiben.
ZitatIch kann zwar gut englisch, aber gerade bei diesen Dingen finde ich das englische viel gefälliger und mir fallen sogar oft englische Sachen ein, die ich gern verwenden würde, aber das deutsche Äquivalent ist dann zu sperrig.
Passiert mir ständig - ich hab jetzt sogar schon ernsthaft überlegt, ob ich nicht lieber gleich in Englisch schreibe... :-\
@Rosentinte:
Danke für den Link auch von mir :knuddel: Sowas Ähnliches hab ich in Buchform:
http://www.amazon.de/Writers-Sourcebook-Building-Believable-Characters/dp/0898796830/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1329853724&sr=8-2
Nur bleibt dann halt trotzdem das alte Problem: Das man bei sowas im Englischen vielleicht weniger umständlich, schöner und (oft) mit weniger Worten zum Ziel kommt...
Jetzt werde ich mir "Menschen lesen" und "Durchschaut" mal zu Gemüte führen...
Edit: @Rosentinte: Fühl dich hiermit angeschrieben ;D Hast du keine Lust die Liste öffentlich zu machen??
@Debbie (und letztes OT, versprochen): Da hast du auch recht. Ich habe die Liste an den entsprechenden Thread angehängt.
Oh toll, danke dir!
Oh, eins meiner Lieblingsthemen ;D
(Eure Links sind übrigens gut, hab gleich ein paar Favoriten gespeichert ;) )
Ich flechte Beschreibungen, Mimik, Gestik und "GVS" eigentlich gleich beim ersten Schreiben ein, weil es mich glaube ich verrückt machen würde, nur in wörtlicher Rede zu schreiben. Ich kann mir besser vorstellen, wie die Charaktere sich ausdrücken und was sie sagen würden, wenn ich ihre Mimik und Gestik und ihre "Ticks" dabei vor Augen habe. Und wenn ich es vor Augen habe komme ich nicht drumherum, das dann auch einzubinden. Vor allem, weil sich in dem Dialog ja eine gewisse Stimmung aufbaut, und wenn ich schon in dieser Stimmung drin bin, ist es für mich einfacher, alles gleich zu schreiben.... ich denke das ist Ansichtssache ;)
Ich mach mir selten gedanken darüber, ob meine geschichten zu dialoglastig sind, aber wenn ich mir mein offenes Dokument gerade so anschaue, merke ich, dass ich das meistens abwechsle, also eigentlich ne bunte Mischung aus Dialog, Handlung und Beschreibung habe. Aber wahrscheinlich gibt es immer mehr Beschreibung, wenn man in einem erfundenen Setting schreibt, weil man ja dann die ganze Hintergrundinfo und Weltbeschreibung einbauen muss...
Dialoge mag ich eigentlich, auch wenn ich es ab und zu schon schwierig finde. Und ich finde, dass man zwar zwischen der wörtlichen Rede ab und zu das "Außenrum" - Mimik, Gestik, Nebenbeihandlung - braucht, aber ich habe auch Passagen, wo eine wörtliche Rede auf die andere folgt. Vor allem bei schnellem Wortwechsel kommt das ganz gut finde ich. Ständige Beschreibungen können auch irgendwann wirklich aufgesetzt wirken...