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Allgemeines => Tintenzirkel => Thema gestartet von: De la Montagne am 08. November 2026, 23:26:22

Titel: Jugendbücher schreiben – wie beeinflusst die Zielgruppe Sprache und Erzähltemp
Beitrag von: De la Montagne am 08. November 2026, 23:26:22
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe gleich eine Frage. Dazu habe ich bisher im Forum noch nichts Passendes gefunden, deshalb eröffne ich ein neues Thema. Ich hoffe, das ist so in Ordnung.

Gibt es hier Autoren, die ebenfalls hauptsächlich für Jugendliche und junge Erwachsene schreiben, insbesondere im Bereich Low Fantasy oder Science-Fiction, mit Coming-of-Age-Elementen oder auch in Richtung Bildungsroman? Ich würde mich gerne mit euch austauschen.

Mein Hauptprojekt ist eine Romanreihe über das Lykeion, eine geheime Philosophenschule mitten im Atlantik. Dort muss eine Gruppe von Jugendlichen lernen, in der Welt klarzukommen, und ist zugleich verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt, die mit philosophischen Problemen zusammenhängen. Diese Probleme erleben die Jugendlichen unmittelbar in ihren Abenteuern – auf diese Weise soll Philosophie in Romanform vermittelt werden.

Vom Genre her würde ich die Reihe zwischen His Dark Materials von Philip Pullman und Sofies Welt von Jostein Gaarder einordnen, allerdings mit stärker ausgeprägten Coming-of-Age-Elementen. Diese kommen mir in beiden Werken etwas zu kurz; meiner Ansicht nach sollte das Erwachsenwerden in einem Jugendroman mehr Raum bekommen. Außerdem treten Wesen aus der griechischen Mythologie auf. Das hat die Reihe zwar mit Percy Jackson von Rick Riordan gemeinsam, sie werden allerdings auf eine ganz andere Art eingebunden. Natürlich sollen die Bücher auch für Erwachsene interessant sein, aber die Hauptzielgruppe sind zunächst Jugendliche und junge Erwachsene.

Mich interessiert besonders, inwieweit ihr eure Sprache und das Erzähltempo an diese Zielgruppe anpasst. Bei manchen moderneren Jugendbüchern im Fantasybereich nehme ich einen Verfall der sprachlichen und literarischen Qualität wahr. Als Negativbeispiel würde ich Percy Jackson nennen: sehr hohes Tempo, einfache Sprache, eine Actionszene nach der anderen, die mir oft wenig sinnvoll erscheint. Dabei fehlen mir die inhaltliche Tiefe und eine eingehendere Entwicklung der Figuren.

Das möchte ich in meinen eigenen Büchern anders machen. Stilistisch strebe ich eher etwas in Richtung Philip Pullman an, auch wenn ich seine sprachliche Qualität vermutlich nicht vollständig erreichen werde. Jedenfalls liegt mir dieser Stil deutlich näher als der von Rick Riordan in Percy Jackson.

Deshalb würden mich eure Erfahrungen interessieren: Wer von euch verfolgt einen ähnlichen Ansatz? Wie reagieren jugendliche Leser auf anspruchsvollere Sprache und Geschichten, die sich Zeit für ihre Figuren und deren Entwicklung nehmen?