Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum

Eingangshalle => Das Willkommensboard => Thema gestartet von: Arcor am 10. August 2026, 10:35:06

Titel: Kryptomane: Drummer, Handwerker - und Schreiber phantastischer Geschichten
Beitrag von: Arcor am 10. August 2026, 10:35:06
Liebe TiZis, zum Wochenstart stößt ein neues Mitglied im, so er selbst, "gereifteren Alter" zu uns, der neben dem Schreiben auch noch anderweitig sehr kreativ unterwegs ist. Herzlich Willkommen Kryptomane!


Wer bist du?
Wer ist der ,,Kryptomane"?

Ich bin Späteinsteiger mit lange unterlassener Hilfeleistung beim Gebären von fantastischen Geschichten, die ich immer schon in mir getragen habe. Meine Fantasie tauchte in jungen Jahren immer mal wieder aus den Tiefen des inneren Ozeans im Zuge des Deutschunterrichts auf. Beim freien Schreiben von Erzählungen zum Beispiel. Bekam aber meistens eins übergezogen, da Interpunktionsregeln und Schönschrift von mir als klassisches Rüstzeug des Strebers erachtet wurden. Und so tauchte sie beleidigt wieder ab.
Heute, im gereifteren Alter, sehe ich das natürlich anders. Selbst bei Nachrichten in der familiären Chatgruppe stört es mich manchmal, wenn ohne Sorgfalt getextet wird.
Man entwickelt sich weiter im Leben.
Ich bin auch in anderen Bereichen ziemlich umtriebig. Töpfern und Acrylmalerei sind mir nicht fremd. Das allererste Hobby meines Lebens, das Schlagzeugspielen, habe ich nach und nach der leiseren Leidenschaft des Schreibens untergeordnet. Ich bin auch ein recht geschickter Handwerker. Das Drumset steht nun – vorerst – schweigend im eigens zusammengezimmerten Verschlag im Erdkeller, während ich munter auf meiner mechanischen Tastatur herumhämmere, die ordentlich klappert. So wurde aus dem Drummer ein Keyboarder.
Ich lebe im Süd-Westen der Republik zusammen mit meiner geduldigen Ehefrau und drei eigenwilligen Katzen. Die erwachsene Tochter liest gerne meine Kurzgeschichten und Erzählungen, und wir unterhalten uns rege über die ausgefallenen Gedanken, die der Treibstoff für meine Kreativität sind. Wenn ich mir zum Beispiel vorstelle, was eine Gewehrkugel denkt, wenn sie kurz vorm Abschuss im Magazin liegt. Oder eine imaginäre weibliche Person begibt sich auf eine aufwühlende innere Reise, während sie im Flur ihres eigenen Hauses einem Kugelblitz gegenübersteht. Nun möchte ich endlich erkennen dürfen, was andere findige Zeitgenossen von solchen Gedanken halten.

Was schreibst du?
Warum schreibe ich? Und was schreibe ich?

Es keimte immer schon der Wunsch in mir, Unausgesprochenes, das für ein alltägliches Gespräch zu fordernd wäre, aufzuschreiben, um es dann irgendwann mal der Außenwelt zur Verfügung zu stellen.
Der erste Schritt in diese Richtung entstand durch eine Veränderung meiner Arbeitswelt. Ich hatte mich mit Ende vierzig entschlossen, zu einem Automobilhersteller zu wechseln. Der Einstieg dorthin erforderte zunächst die Bereitschaft, im Schichtdienst zu arbeiten. Es erwies sich als Glücksfall, denn die Vormittage jeder zweiten Arbeitswoche standen nun zu meiner freien Verfügung. Ich war allein zu Hause und konnte einem schon lange gehegten Gedanken nachgehen. Eine erste Kurzgeschichte entstand, und ich war beim Lesen der eigenen Zeilen sofort begeistert, etwas erschaffen zu haben, das lesenswert schien. In einem Forum für Kurzgeschichten landete meine Story zunächst im Korrekturbereich, da ein entscheidendes Mitglied sie dorthin verbannt hatte. Eine weitere Person hatte sich meiner Zeilen angenommen und einen nicht sehr wohlmeinenden Kommentar dazu abgegeben. Wir schrieben noch paarmal hin und her, bis ich genau verstand, was die Dame meinte. Ihr ging die Entwicklung meiner Geschichte zu schnell in eine unerwartete Richtung. Ich habe mich bei ihr bedankt und daraus gelernt.
Zum fünfzehnten Geburtstag meiner Tochter plante ich ein außergewöhnliches Geschenk. Eine selbst geschriebene Story über ein gleichaltriges Mädchen sollte es werden. Eifrig hatte ich begonnen mit dem Schreiben, um sehr schnell festzustellen, dass es ein ganzer Roman werden würde. Bei dem Gedankensturm, der sich entwickelte, konnte es keinesfalls bei einer Kurzgeschichte bleiben.
Ich erklärte ihr mein Ziel und den Grund, warum das Geschenk erst später an sie überreicht werden könne. Mit leuchtenden Augen las sie die ersten Zeilen und war vor allem begeistert, ihren eigenen Namen in der Widmung zu lesen. Sie bekam den kleinen Fantasy-Roman später und war immer noch voller Freude darüber.
Danach schickte ich das Manuskript an eine Lektorin, die eine sehr wohlmeinende Beurteilung dazu schrieb und mich anspornte, ihre angeführten Punkte umzusetzen und auf jeden Fall dranzubleiben. So wurde ,,Das Mädchen auf dem Dach" in die Welt gesetzt und überarbeitet. Mir fehlt lediglich noch der entscheidende Impuls, um den kleinen Roman mit Feinschliff zu überarbeiten und endgültig zu veröffentlichen.
Nun ist meine Leidenschaft geweckt. Kleinere Geschichten habe ich bereits drucken lassen, sie kreisen im persönlichen Umfeld umher. Ich freue mich auf einen lebhaften Austausch mit Gleichgesinnten und bin an der Gemeinschaft des Tintenzirkels sehr interessiert.


Warum wir? Warum du?
Gefunden habe ich Euch nach einer intensiven Recherche, bei der der Tintenzirkel auf den ersten Blick überzeugte. Ich schaute nach, las die Statuten und dachte: fein — das passt.
Nun zu der Frage, was die Gemeinschaft des Tintenzirkels von mir erwarten kann.
Ich denke, dass ich eher der Ausreißer unter den Mitgliedern bin und deshalb für Bereicherung sorgen werde. Ich bin männlich, befinde mich im Rentenalter und bringe eine gute Portion Lebenserfahrung mit. Trotzdem bin ich durchaus fähig, mich in die Gedankenwelt des anderen Geschlechts hineinzuversetzen — das haben mir schon mehrere Leserinnen bestätigt, aber auch ein kritischer Arbeitskollege, der leidenschaftlicher Fantasy-Leser ist.
Zudem habe ich einen tiefgehenden technischen Hintergrund und bin bekannt dafür, äußerst detailliert beschreiben zu können. Psychologische und soziologische Nuancen lasse ich gerne in die Gestaltung meiner Protagonisten und deren Gegenspieler einfließen.
Mir fehlt der inspirierende Austausch mit Gleichgesinnten. Ich bin bereit, dort Hilfestellung zu leisten, wo ich gebraucht werde.


Kurze Kostprobe
»Es gibt noch was anderes. Nicht nur das Schaurige, das in der Nacht passiert ist«, flüstert sie ihrem Spiegelbild zu, das interessiert zurückblickt.
»Eine positive Energie. Ich habe Kontrolle darüber. Es hat mit Licht und mit Musik zu tun.«