Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum

Eingangshalle => Das Willkommensboard => Thema gestartet von: Arcor am 11. April 2026, 16:56:00

Titel: Sam: Auf der Suche nach Gleichgesinnten
Beitrag von: Arcor am 11. April 2026, 16:56:00
Liebe TiZis, heute kommt unser nächstes neues Mitglied. Sie ist Familienmensch, Freizeitrebell und das Schreiben gehört für sie zu ihrem "Stoffwechel" (O-Ton). Herzlich Willkommen Sam!


Wer bist du?
Hallo zusammen! Wer bin ich? Ich bin Sam, ein menschliches Wesen mit 46 Chromosomen, vollzähligen Gliedmaßen und Sinnesorganen, drei Kindern und einem weiteren menschlichen Wesen ganz in der Nähe. Habe ich jetzt gerade gesagt, dass Kinder keine menschlichen Wesen sind? Nein. Oder doch? Die Antwort liegt sicherlich im Auge des Betrachters, dem überlasse ich sie jetzt auch. Nach einem Biologiestudium und dem gehörigen Tappen durch die Republik bin ich momentan in Rheinland beheimatet und versuche, alle Bälle wie Job, Familie und Schreiben gleichzeitig in der Luft zu halten. Das gelingt weitgehend, obwohl ich mich häufiger frage, warum ein Tag nur 24 Stunden hat und warum man unbedingt so lange schlafen muss. Dazu bin ich ein Freizeitrebell und kämpfe gerne gegen die Schubladen: ,,Männer müssen stark und unabhängig sein"! ,,Mädchen müssen brav und lieb sein!"  ,,Ein Satz muss kurz sein und die Adjektive sind nur Füllwörter!" Ich mag neue Wege und Experimente, im Leben wie in der Literatur und bin immer noch überzeugt, dass man mit gegenseitiger Wertschätzung, Ehrlichkeit und Akzeptanz sehr viel erreichen kann.

Was schreibst du?
Was schreibe ich? Vor allem schreibe ich Geschichten, die Größe ist dabei zweitrangig. Ich habe mit dem Schreiben zu der gleichen Zeit angefangen, zu der ich gelernt habe, zu lesen. Mein erstes Meisterwerk hieß so etwas wie ,,Die Abenteuer von Dennis" und berichtete (sehr zum Leidwesen meiner Eltern, die es sich immerzu anhören durften)... von Dennis und seinem wunderlichen Schulalltag! Es mussten einige Meilensteine erklommen werden, bevor ich meinen ersten echten Roman schrieb und nicht versucht war, das Ding zu verbrennen, nachdem ich es später selbst gelesen habe. Zu den fantastischen Welten bin ich noch als Kind gekommen und bin da für immer geblieben. Ich mag die Freiheit, zu entscheiden, wie eine Welt funktioniert, und ich schätze die Farben, die man dieser Welt fast ohne Beschränkungen geben kann. Die Gedankenexperimente mit den neuen Wesen, deren Eigenheiten und sich daraus resultierenden neuen Gesetzen finde ich faszinierend. Ich versuche mich an den komplexen Charakteren, die sich entwickeln, und an den nicht ganz standardmäßigen Geschichten, um diese Entwicklung zu zeigen. Wenn ich schreibe, geht es mir um die Leser: Ich möchte sie mitreißen, denen eine Geschichte vorlegen, in der sie sich verlieren, in der sie den Text dahinter gar nicht wahrnehmen, sondern das eigene Kopfkino genießen. Ich schreibe Wörter, doch ich ziele auf die Gefühle, und der Text ist für mich ein Mittel zum Zweck. Ein schon lange und regelmäßig geübtes Mittel zum Zweck. Bis jetzt schrieb ich etwa zehn Bücher und das Schreiben scheint irgendwie zu meinem Stoffwechsel zu gehören.

Warum wir? Warum du?
Warum ihr? Warum ich? Wie viele von uns, habe auch ich den Freunden/Bekannten/Verwandten Kreis von glühenden Anhängern der Sam*s Literatur. Diese wunderbaren Menschen lesen ein Kapitel nach dem Anderen und diskutieren das unvernünftige Verhalten der Protagonisten mit. Mein großer Dank gehört ihnen uneingeschränkt. Doch letztes Jahr habe ich versucht, meine Welten an die breiteren Kreise vorzustellen. Und ich habe dabei festgestellt, dass ein ,,Expose" das Grauen in (digitaler) Papiergestalt ist und wenn man eine Agentur anschreibt und... und... und... (Moment mal, eine Warteschleife mit der Aufzugsmusik muss dringend her)... und... Nach ewig Zeit einfach gar keine Antwort bekommt, wird man auch kein Deut schlauer. Seitdem suche ich nach dem Erfahrungsaustausch mit den Menschen, die dieses Labyrinth schon erkundet haben. Und da scheint TiZi ein geeigneter Ort dafür zu sein. Außerdem scheint die Einhaltung der Prinzipien ,,Geben und Nehmen" und ,,Hinter jedem Buch steht ein echter Mensch" hier groß geschrieben zu sein, was mir besonders sympathisch ist. Was kann ich dem Forum geben? Wahrscheinlich, am besten das, was in dem jeweiligen Moment am nötigsten ist. Schreibblockade? Kenne ich, schaffte ich, kann gerne versuchen zu helfen. Plattgetretenes Selbstwertgefühl durch was oder wen auch immer? Kriegen wir auch zusammengeflickt. (Mein Zweithobby ist Psychologie). Im Kopf ein schönes Bild entstanden, es muss ins Buch, doch leider weiß man partout nicht, wie man im Plot plausibel dahin soll? Ein Lieblingscharakter gelingt manisch-depressiv anstelle von eloquent böse und man möchte mit wenigsten Federgriffen da raus? So etwas liebe ich! Und ja. Bio habe ich bereits erwähnt. Wer also die Überlebensfähigkeit der eigenen Welt checken, anpassen oder sich bewusst dagegen entscheiden möchte, denen könnte ich auch gerne dabei behilflich sein. Ich freue mich auf euch, auf die Seriosität, auf die gemeinsam ausgestandene Widrigkeiten!

Kurze Kostprobe
Als der Kleine aus dem Gebüsch herauskam und den feinen gelben Sand am Ufer fast erreicht hatte, ertönte ein tiefes glucksendes Grollen über dem Wasser, das Kreise von zerplatzenden Blasen über den See trieb. Es war, als ob durchsichtige Kugeln vom Grund aufstiegen, einige größer, andere kleiner. Sie holten sich gegenseitig ein, stießen zusammen und verschmolzen, bevor sie lustig zerplatzten.
Der Junge hatte so etwas noch nie gesehen, der prächtige Anblick zog ihn in seinen Bann, aber der heisere, dröhnende Gesang, der aus dem stillen See kam, stieß ihn ab und machte ihm Angst. Trai fühlte sich unwohl, er hickste laut und wich zurück. Das unruhige Wasser schien noch an zwei weiteren Stellen zu kochen. Es plätscherte und schäumte gewaltig. Dem Gesang kamen neue Geräusche hinzu, die den plötzlich zu sich gekommenen Jungen aufspringen ließen, als wären ihm Flügel gewachsen.
Titel: Re: Sam: Auf der Suche nach Gleichgesinnten
Beitrag von: Stefan am 11. April 2026, 17:39:21
Willkommen Sam!  :winke: Ich hab meine Chromosomen nie nachgezählt, aber ich bin auch ein Mensch! (Glaub ich jedenfalls.)

Zitat von: Arcor am Heute um 16:56:00Bis jetzt schrieb ich etwa zehn Bücher
Bin beeindruckt.

Zitat von: Arcor am Heute um 16:56:00ein ,,Expose" das Grauen in (digitaler) Papiergestalt ist
Oh ja.
Titel: Re: Sam: Auf der Suche nach Gleichgesinnten
Beitrag von: Jakob Weikum am 11. April 2026, 19:04:34
Hallo Sam. Ich bin ebenfalls neu. Und ich freue mich auf den Austausch, auch wenn ich noch keinen Anschreibmarathon hinter mir habe.

Was sind denn so deine Lieblingsbücher?
Titel: Re: Sam: Auf der Suche nach Gleichgesinnten
Beitrag von: Sam am 11. April 2026, 20:17:24
Zitat von: Stefan am Heute um 17:39:21Willkommen Sam!  :winke: Ich hab meine Chromosomen nie nachgezählt, aber ich bin auch ein Mensch! (Glaub ich jedenfalls.)

 ;D Wenn du glaubst, ein Mensch zu sein, hast du mit einer großen Wahrscheinlichkeit auch 46 Chromosomen. Sagt KI :P und ein Paar andere Schlaumeier :jau:

Danke für das nette Willkommen!
Titel: Re: Sam: Auf der Suche nach Gleichgesinnten
Beitrag von: Sam am 11. April 2026, 20:28:08
Zitat von: Jakob Weikum am Heute um 19:04:34Hallo Sam. Ich bin ebenfalls neu. Und ich freue mich auf den Austausch, auch wenn ich noch keinen Anschreibmarathon hinter mir habe.

Was sind denn so deine Lieblingsbücher?

Huch! Da hast du mich kalt erwischt, Jacob! :d'oh:
Ich mag zum Beispiel Witcher; Damlo und der Weg zum Glück; etliches von Samuel Sham (House of God, so gar kein Fantasy) und Haruki Murakami. Walter Moers - da aber nicht alles :) Mochte mal den Hohlbein und Zelazny (riskiere sie nicht noch mal aufzumachen).

"Anschreibmarathon" ist vielleicht sogar zu viel. Ein Paar Versuche mit dem oben beschriebenen Ergebnis, trifft es eher. Bin sehr gespannt auf den Austausch mit den alten und neuen Hasen und Hasinnen!  :prost: