Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum

Eingangshalle => Das Willkommensboard => Thema gestartet von: Arcor am 10. April 2026, 09:11:17

Titel: Jakob Weikum: Es stelle sich vor: Der Jakob
Beitrag von: Arcor am 10. April 2026, 09:11:17
Liebe Mit-TiZis, heute kommt ein neues Mitglied zu uns, dass einen langen Weg hinter sich hat, um von alten Glaubenssätzen hin zu seiner Kreativität zu finden. Herzlich Willkommen Jakob Weikum!


Wer bist du?
Zeig mir deine Narben und ich sage dir, wer du bist.
Mein Name ist Jakob Weikum und ich bin 37 Jahre alt. Das sagt jedoch nicht wirklich, wer ich bin – nur, was. Also weg von den langweiligen Fakten, hin zu einem Jungen, dem verboten wurde zu träumen.

Geboren wurde er im beschaulichen Kirgisistan und bis zu seinem zehnten Lebensjahr wuchs er in Russland auf. Schon damals liebte der kleine Jakob es zu malen, zu kneten, zu basteln, Geschichten zu erzählen und sich für Phantastereien zu begeistern. Leider – und hier beginnt die Tragik – hörte er immer wieder denselben Satz: Kunst bringe kein Brot auf den Tisch.

Vielleicht war das einfach falsch. Doch Jakob glaubte es so sehr, dass er trotz Talent und Begeisterung stets vermied, sein Hobby zum Beruf zu machen.

Mit zehn Jahren kam er nach Deutschland und lernte Sprache und Kultur des Landes seiner Vorfahren kennen. Kirgisistan und Russland gerieten in Vergessenheit – die Worte über Kunst und Brot nicht.

Das Leben war teils gnädig, teils hart zu ihm. Er ging zur Bundeswehr, um ein richtiger Mann zu werden. Dort begegnete er Menschen mit Herz und Seele. Er fand Kameradschaft und Freundschaft – aber auch Feindschaft und Stumpfsinn. Schließlich erkannte er, dass er längst ein Mann war, und verließ nach über vierzehn Jahren diesen Nährboden des Konflikts. Denn er liebt Frieden, Harmonie und Miteinander, nicht das Gegeneinander.

Irgendwann fand er auch seine große Liebe. Er heiratete sie – samt ihres kleinen Sohnes – und gründete mit der starken Frau an seiner Seite eine Familie in der Nähe des Steinhuder Meers. Heute zählt sie sechs Köpfe.

Seine Frau stellte den alten Glaubenssatz auf den Kopf:
,,Träume. Jage deinen Träumen nach. Mach das, was dich glücklich macht."

Heute ist Jakob Vater eines Jungen und dreier Mädchen. Er erzählt Geschichten, malt und bastelt mit seinen Kindern. Und wenn sie davon träumen, Künstler oder Schriftsteller zu werden, sagt er:
,,Ich freue mich, dich auf diesem Weg begleiten zu dürfen. Ich bin stolz auf dich."

Das bin ich. Ein Junge, dessen Narben zeigen, dass er das Träumen wiederentdeckt hat.

Was schreibst du?
Das wird sich noch herausstellen.

Ich schreibe hauptsächlich für mich. Ich bin meine eigene Zielgruppe. Ich liebe Geschichten, die tief unter die Haut gehen, sich mit dem Wesen des Menschen beschäftigen, aber auch einfach unterhaltsam sein können. Ich liebe Horror und ich liebe Humor. Ich liebe gradlinige Stereohelden ebenso wie geborstene Schicksale, bei denen der Leser selbst entscheiden muss, ob er einen Helden oder eher einen Schurken vor sich hat.

Kurzum: Ich folge keinem strikten Genre. Aber es ist immer Fantasy.

Zurzeit schreibe ich an meinem Buch ,,Der Paladine Lied – Silberfalke". Das ist mein Werk. Meine Seele. Meine Narben, gehüllt in die Geschichte eines Mädchens, das zum Spielball von Mächtigen und Machtlosen wird und dem das Recht zu existieren verwehrt bleibt – bis es sich dieses Recht zurückholt und Chaos in die Pläne seiner Feinde schleudert.

Mein Roman ist düster, aber dort warm, wo er es sein soll. Kein Leidstakkato, aber auch kein Herdfeuer-Kuschelkurs. Er lädt zum Nachdenken und Hinterfragen ein. Bodenständig. Eigenständig. Beständig.

Ich strebe danach, meinen eigenen Klassiker zu erschaffen – für mich. Und ich öffne die Tür zu meiner Welt und lade jeden ein, an meiner Seite durch Wälder und Täler, Städte und Wüsten zu schreiten.

Dogmen. Gesetze. Wahrheiten.
Was davon ist gut – und was davon muss nicht zwangsläufig wahr sein?

Natürlich ist dies nicht mein einziges Projekt. Aber im Moment fokussiere ich mich ganz darauf. Denn an zwei Romanen gleichzeitig zu schreiben ist eine Lektion, die ich bereits gelernt habe – indem ich sie wieder verworfen habe.
Der Nachfolger wartet jedoch schon.

Warum wir? Warum du?
Nun ja – ich sympathisiere mit eurer Monarchie.

Lange habe ich mich gegen Foren gesträubt. Auf Instagram hingegen habe ich mich begeistert an Autoren-Challenges beteiligt, weil es mir unbändige Freude bereitete, meine Figuren auszuarbeiten, mich Herausforderungen zu stellen und Leser zu begeistern. Gleichzeitig las ich die Geschichten anderer, ihre Interpretationen, und habe viel daraus gelernt. Leider ist diese Art des Austauschs unbeständig und endet oft bei zwei blauen Häkchen: gesehen.

Ganz ehrlich: Dafür sind mir meine Texte und meine Zeit zu schade. Und ich glaube, dass es vielen dort draußen ähnlich geht.

Doch weil mir Autoren und Leser in meinem Freundeskreis fehlen, fühle ich mich auf eine Art einsam – so, wie jemand, der inmitten einer vollbesetzten Taverne sitzt und dennoch in belanglosen Gesprächen untergeht. Ich suche Gleichgesinnte – oder zumindest jene, die anderer Meinung sind. Wenn der Intellekt ein Schwert ist, dann will er an Stein geschärft werden und nicht im Moos rosten.

Ich habe eure Regeln gelesen, eure Geschichte und eure hart gelernten Lektionen. Ich glaube, hier ein Forum gefunden zu haben, das mit Stolz abweist und mit Demut annimmt. Und ich glaube, ich wäre gern ein Teil davon.

Als Hofgabe biete ich den sieben Monarchen und vielstimmigem Staat des Königreiches Tintenzirkel, den Beginn meiner Geschichte, den Ursprung, das erste Lied, das Präludium.

Kurze Kostprobe
Es war nicht der einfache Weg – nein.
Waren die einfachen Wege nicht ohne Schmerz? Waren sie nicht ohne Trauer und Zweifel? Ja. Also musste dies der Schwierigere sein, der Rechte, oder?
Ta´Isnar war bereit, Opfer zu bringen. Ihre Füße bluteten und feine, scharlachrote Tropfen glänzten in dem Licht der Monde. Sie hatte den Pilgerweg beschritten: Stein, Flut, Wald. Heiß, gefährlich, tödlich. Zerrissenes Kleid. Man hatte sie gewähren lassen – sie alle mischten sich nicht ein, starrten nur.
Ta´Isnar breitete ihre Hände aus. Die Fingerspitzen blutig vom rauen Fels. Hier oben, auf dem Gipfel der Welt, unter dem Schein des Silberlichtigen und der Obacht aller, würde sie den schwierigen Pfad wählen.
,,Tue es nicht." Die Stimme klang weder anklagend, noch flehend. Sie war ... sie war so viel mehr.
,,Ich muss", antwortete sie. ,,Ich bin Wiedergeburt. Ich bin Tochter von Tod und Leben."
,,Es wird weh tun."
Sie merkte, wie ihre Arme schwerer wurden. Beine verloren Kraft. Hier oben zwischen dem marmorierten Gold der Obsidiansäulen waren die Sterne so nah so ... so greifbar. Ein Kreis aus Silber. Licht, umgeben von Schatten. ,,Ich weiß", flüsterte sie.
,,Du wirst sterben."
,,Nichts stirbt wirklich."
,,Sie werden dich im Stich lassen."
Ta´Isnar lächelte. Eine der kostbaren Tränen kitzelte sie an der Wange. ,,Haben wir nicht alle im Stich gelassen? Ist das nicht der Preis, den wir nun zahlen müssen, nach all der Zeit?"
,,Ihr habt es nicht gewusst."
Silberlichtiger – es tat bereits weh. ,,Wir hätten es aber wissen müssen."
Die Welt hielt den Atem an. Als der Himmel sich dann öffnete, war sie bereit. Ta´Isnar hob die Hände, fuhr ihren ausgemergelten Leib empor. Dort unten wartete man bereits auf sie ... oder auf das, was von ihr übrig bleiben würde. ,,Schatten werden scheiden. Es dringt Licht durch die Herzen – und dieses Licht wird erlösend. Warm. Glut. Ich werde wieder strahlen."
Die Stimme schwieg.
Die Finger zitterten. Ihr Herz klopfte. Ta´Isnar schloss ihre Augen und hielt die Luft an. Dann riss sie sich in Fetzen.
Titel: Re: Jakob Weikum: Es stelle sich vor: Der Jakob
Beitrag von: LaCaffeinata am 10. April 2026, 09:13:45
Herzlich willkommen!
Titel: Re: Jakob Weikum: Es stelle sich vor: Der Jakob
Beitrag von: Jammy am 10. April 2026, 14:19:58
Herzlich willkommen!
Titel: Re: Jakob Weikum: Es stelle sich vor: Der Jakob
Beitrag von: novembercat am 10. April 2026, 16:19:10
Herzlich Willkommen!
Ich wünsche Jakob, dass er hier findet, was er sucht!

Titel: Re: Jakob Weikum: Es stelle sich vor: Der Jakob
Beitrag von: Stefan am 10. April 2026, 17:28:19
Willkommen!  :winke:

Zitat von: Arcor am Heute um 09:11:17Doch weil mir Autoren und Leser in meinem Freundeskreis fehlen, fühle ich mich auf eine Art einsam – so, wie jemand, der inmitten einer vollbesetzten Taverne sitzt und dennoch in belanglosen Gesprächen untergeht. Ich suche Gleichgesinnte – oder zumindest jene, die anderer Meinung sind.

Das ist so ziemlich der Grund, warum ich auch hier gelandet bin. Zwar bin ich noch nicht lange dabei, aber eins habe ich schon festgestellt: Andere Meinungen findest du hier auf jeden Fall!  :rofl: