Ich habe gerade lange gesucht, um das Thema im Forum zu finden, aber - obwohl mir hier schon begegnet - nichts gefunden.
Zur Zeit bin ich mal wieder etwas demotiviert, weil ich befürchte, dass die KI als Autor das Veröffentlichen von Kurzgeschichten immer schwerer macht und das gleiche in 7 Jahren für Romane gilt. Hier im Forum hatte schon mal jemand geschrieben, dass Verlage bei Ausschreibungen von Kurzgeschichten Probleme mit KI-Texten haben.
Aber eigentlich wollte ich nur den Artikel euch zeigen: In Estland hat gerade mal wieder eine KI einen nationalen Essaywettbewerb gewonnen:
FAZ (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ki-gewinnt-essay-wettbewerb-in-estland-110376583.html)
Der Artikel gibt jetzt zwar das Grobe wieder, aber ein paar Details fehlen mir da.
Er sagt z.b. nicht aus, ob die KI die Geschichte komplett selber geschrieben hat. Jemand der selber Autor ist, hat sie wohl genutzt, aber wie? Hat sie komplett alleine gearbeitet? Hat sie die Idee entworfen/das meiste vom Text und er hat dann angepasst/korrigiert/verbessert?
Die KI-Texte die ich bisher kenne, sind einfach nicht gut. Klar, ein Großteil sieht ganz ok aus, aber insgesamt sind sie oft nicht stringent. KI ist im Grunde die falsche Bezeichnung. Die "KI" hat nichts mit Intelligenz zu tun - sie versteht nicht, sie kopiert und schneidet nur zusammen. Bei Bildern funktioniert das (relativ) gut. Fehler sind schnell erkannt und dann von Menschenhand behoben, der Großteil der Arbeit aber von der KI.
Bei Texten hingegen, fällt das nur beim durchlesen auf, dass sie nicht stringent sind und/oder Fehler drin sind, die einem Menschen einfach nicht passieren würden. Und je länger der Text wird, desto schneller und öfter passiert das.
Lange Rede kurzer Sinn:
Ich denke, es wird noch lange dauern, bis die KI bei längeren Texten so weit ist, dass jemand das gerne liest. Noch mache ich mir da keine Sorgen. Hier hat die Jury einfach nicht aufgepasst, bzw. der Mensch hinter der KI hat vermutlich noch selber mitgearbeitet.
Zitat von: Christopher am 26. März 2025, 18:58:21Der Artikel gibt jetzt zwar das Grobe wieder, aber ein paar Details fehlen mir da.
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Das sehe ich genauso.
Zitat von: Christopher am 26. März 2025, 18:58:21Lange Rede kurzer Sinn:
Ich denke, es wird noch lange dauern, bis die KI bei längeren Texten so weit ist, dass jemand das gerne liest. Noch mache ich mir da keine Sorgen. Hier hat die Jury einfach nicht aufgepasst, bzw. der Mensch hinter der KI hat vermutlich noch selber mitgearbeitet.
Wenn ich mal darüber nachdenke, wie ich selber meine zu funktionieren, bin ich selber auch nicht so weit von einer KI weg.
Was bei mir dazukommt, ist das die Mustererkennung mit einer vielstufigen Metamustererkennung (eine Mustererkennung über andere Mustererkennungen) und logisch mit anderen Mustererkennungen verbunden ist.
Das wäre so grundsätzlich mit einer KI auch machbar.
Es bleibt Die Frage, wenn man eine KI so weiter aufbaut, das sie das gleiche kann wie ein Mensch, ob und wie weit sie dann noch ihre Vorteile gegenüber einem Menschen bewahren kann - Als da wären Schnelligkeit, und eine gewisse Zuverlässigkeit, wenn es aktuell um sehr eng umrissene Probleme geht, und Ermüdungsfreiheit.
Ich fürchte, eine KI, die genau das gleiche kann wie ein Mensch, hat auch ähnliche Probleme und macht ähnliche Fehler.
Vorurteile z.B. kann man übrigens auch bei Menschen als eine fehlgelaufene Mustererkennung interpretieren, entweder durch Übernahme fremder fehlerhafter Muster oder durch eigene fehlerhafte Interpretation von Mustern.
Es stellt sich weiter die Frage, ob der Energiebedarf einer solchen KI deren Leistungen rechtfertigt. Da ist ja selbst der Mensch im Vergleich zu Tieren schon grenzwertig.
Was ein Vorteil einer KI wäre, ist, das sie nicht immer neu angelernt werden müsste, wofür wie Menschen unsere ganze Kindheit und Jugend brauchen und eigentlich nie mit aufhören. Eine KI könnter bei der Produktion mit den entsprechenden Daten beschrieben werden, und wäre dann nach fertigstellung erwachsen und könnte weitere Erfahrung durch Selbsttraining sammeln, wie wir selber ja auch.....diese zusätzliche Erfahrung könnte dann direkt in die nächste Generation KI hineinprogrammiert werden.
Wie starr würde eine solche Generationenfolge von KIs im Verhalten werden, oder würde eine KI aufgrund der übermässigen Informationen handlungsunfähig? Was ist, wenn eine KI in ein Umfeld gerät, wo ihr bisheriges Training nicht weiterhilft? Wir Menschen haben dann u.u. einen "Kulturschock".
Sorry für das Themenfremde rumschwafeln, aber das musste mal raus. ;O)
nur kurz weil ich bin müde, aber ich wünschte, die Leute würden genauer sagen, was eine "Mustererkennung" ist. Jedes Kind kann dir sagen, dass die Adern auf einem Blatt aussehen wie ein Fluss mit seinen Nebenflüssen, eine KI kann das nicht. So funktioniert die Mustererkennung von AI nicht. eine KI kann dir auch kein volles Weinglas zeichnen- weil es kein Konzept hat, was ein Weinglas ist.
Wir reden seit Jahren über KI, dass es unsere Bücher schreibt, oder Gott wird. In der Zwischenzeit hat Meta alle Bücher der Welt geklaut- und das Ergebnis? Eine KI die dir immer noch nicht sagen kann, wie viele R s in Strawberry sind. Was eine algorithmische Abfrage schon vor 20 Jahren konnte. Und sie hatte Recht.
Wir sind noch ca. 7 Jahre von einer GAI (general artificial intelligence) entfernt. Die Sache ist, und das ist ein beliebter Informatikerwitz: wir sind seit den achtzigern 7 Jahre von einer GAI entfernt. Gleiches generelles Problem, does not scale. Und solang das nicht gelöst ist, wirds keine GAI geben.
Das Thema GAI macht mir auch immer wieder Sorgen. Wenn ich dann mit Menschen aus dem Bereich Softwareentwicklung mal darüber spreche, sehen die das immer alle deutlich gelassener (vor allem was die Qualität angeht), ähnlich wie
@Valkyrie Tina.
Ich befürchte im Moment eher, dass mit GKI auf Teufel komm raus versucht wird, die Kosten zu drücken (zB von KI übersetzten und dann nur noch von einem Menschen überarbeiten lassen).
Zitat von: Novae am 27. März 2025, 08:05:34Ich befürchte im Moment eher, dass mit GKI auf Teufel komm raus versucht wird, die Kosten zu drücken (zB von KI übersetzten und dann nur noch von einem Menschen überarbeiten lassen).
Die Sorge verstehe ich, wird auch bei uns auf der Arbeit "versucht" - und das
versucht setze ich hier ganz bewusst in Anführungszeichen. Es wurde eine hauseigene AI entwickelt, die aber momentan mehr Arbeit schafft, als dass sie welche abnimmt. Meistens sind die Ergebnisse von ihr nicht einmal richtig - sowohl bei der Übersetzung als auch bei anderen Fragen -, und die Fehler kriegt sie dann selbst nach mehrmaligem Erklären nicht korrigiert. Das passiert nicht nur bei fachlichen Fragen, sondern selbst dann, wenn ich sie nach einfachen Dingen wie Kommasetzung frage. Die Übersetzungen sind auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, wenn man ein Grundverständnis von der Fremdsprache hat.
Und um wieder auf das Thema "KI als Autor" zurückzukommen, ich denke auch, dass das noch lange dauern wird. Selbst ChatGPT (das mit was-weiß-ich wie vielen geklauten Büchern gefüttert wurde) spuckt nicht wirklich qualitativ hochwertige Sachen aus, sondern nur generische Vorschläge, die wirklich langweilig sind und mir keine Lust auf die Geschichte machen würden. Momentan wäre die KI wohl wirklich nur als "Werkzeug" zu benutzen... und selbst das geht nicht, ohne dauernd alle Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.
Bis also wirklich KI-generierte Romane auf den Markt kommen, wird es wahrscheinlich noch
sehr lange dauern, und das ist gut so.
Zitat von: Syrelle am 01. April 2025, 09:02:16Bis also wirklich KI-generierte Romane auf den Markt kommen, wird es wahrscheinlich noch sehr lange dauern, und das ist gut so.
https://www.amazon.de/Weil-wunderbares-M%C3%A4dchen-bist-Selbstvertrauen/dp/B09WXG3211?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=3OV4BZIF7WFIG&dib=eyJ2IjoiMSJ9._MPfxjxO-owDiYYXqMFuoCbNX-QftlaxSjLej7hthYEWcov2Bb_CBTzKDkZBdZIjaUUsSh2KrgRrzM8Vs7lRldSKA7PScM8rxHMRcws7OLIBPA5HkqR3-CNWWS9HTsZ_nqlWezoeq1ldFzwdWO0wNmlr-j0LB-ZSL9_TLfTZxKsODNj0lgodMW3iNv_7elNwEVzZLnxFOh50k6Nj35F2QPus7VMpHqJZ9uA1cUNCJw0.Pe5-TYZ68hiLusRSDbYIr0c6L0FYYfTdGo5mSQ3e9dc&dib_tag=se&keywords=starke+m%C3%A4dchen+buch&qid=1743583827&sprefix=starke+m%C3%A4dchen+buch%2Caps%2C105&sr=8-6
ich sag ja nur ...
Auf dem Markt erhältlich sind KI generierte Bücher schon einige Zeit. Es gab Anfang des Jahres sogar noch einen Fall der durch Social Media ging, bei dem ein Prompt im Buch vergessen wurde.
Soweit ich aktuell weiß sind sie nicht in den Großverlagen, aber der Markt ist ja viel größer.
Es gab seit Jahren auch ein Geschäftsmodell sich Bücher billig über Leute auf Fiverr schreiben zu lassen, das wurde jetzt von KI ersetzt.
Zitat von: novembercat am 02. April 2025, 10:51:25Zitat von: Syrelle am 01. April 2025, 09:02:16Bis also wirklich KI-generierte Romane auf den Markt kommen, wird es wahrscheinlich noch sehr lange dauern, und das ist gut so.
https://www.amazon.de/Weil-wunderbares-M%C3%A4dchen-bist-Selbstvertrauen/dp/B09WXG3211?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=3OV4BZIF7WFIG&dib=eyJ2IjoiMSJ9._MPfxjxO-owDiYYXqMFuoCbNX-QftlaxSjLej7hthYEWcov2Bb_CBTzKDkZBdZIjaUUsSh2KrgRrzM8Vs7lRldSKA7PScM8rxHMRcws7OLIBPA5HkqR3-CNWWS9HTsZ_nqlWezoeq1ldFzwdWO0wNmlr-j0LB-ZSL9_TLfTZxKsODNj0lgodMW3iNv_7elNwEVzZLnxFOh50k6Nj35F2QPus7VMpHqJZ9uA1cUNCJw0.Pe5-TYZ68hiLusRSDbYIr0c6L0FYYfTdGo5mSQ3e9dc&dib_tag=se&keywords=starke+m%C3%A4dchen+buch&qid=1743583827&sprefix=starke+m%C3%A4dchen+buch%2Caps%2C105&sr=8-6
ich sag ja nur ...
Gut, ich muss mich korrigieren - dass Amazon das Self-Publishing nicht auf KI-generierte Bücher überprüft, sollte mich jetzt eigentlich nicht überraschen...
Aber im Verlag würden diese Bücher wahrscheinlich trotzdem nicht erscheinen. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen :hmmm:
Das ist meine Meinung dazu: Was die KI nicht kann (https://ungereimt.ch/was-die-ki-nicht-kann/).
Bisher konnte ich noch keinen einzigen von der KI vorgeschlagenen Satz verwenden. Sie schreibt zu absurd. Ich kann mir nicht richtig vorstellen, dass ein gescheites Buch dabei rauskommt.
Einen Roman müsste man sowieso aufteilen, weil er insgesamt zu groß ist für die heutigen Modelle. Es braucht also: Planung, Plot, Konzeptarbeit, eine Verwaltung von Gegenständen und Eigenschaften etc. Das alles kann man der KI beibringen, und schon wird es teuer. Ja, die KI kann nützlich sein, aber am Ende ist sie doch einfach nur ein dummes Tool.
Zukunft der KI
Ich arbeite beruflich (als Software Ingenieur) mit KI. Ich bin kein Experte darin, aber ich spreche mit Leuten, die mehr davon verstehen. Ich glaube nicht, dass sich die KI so rasant weiterentwickelt, wie sich das viele Leute vorstellen. Im Moment wird viel mehr Geld reingesteckt, als zu holen ist. Jede Anfrage verheizt einiges an Rechenpower in einem extrem teuren Rechenzentrum. Bevor die Leistung durch die Decke geht, müssen die Betreiber die Kosten runterkriegen und die Preise erhöhen.
Im Moment sieht es wenig danach aus, als ob nebenbei noch groß in Grundlagenforschung investiert wird.
Natürlich entwickelt sich KI weiter, aber Grund zur Panik besteht nicht. Der nächste Quantensprung wird auf sich warten lassen.
Ich sehe das auch so, Texte sind aktuell unbenutzbar. Ich nutze MLVs zur Analyse von allen möglichen Dingen, aber erstens brauche ich selbst eine Menge Wissen, um das sinnvoll einzusetzen, und wenn es mir Vorschläge macht, finde ich die immer grausam. (Beispeil: Newsletter Betreffzeilen.) Generative KI nutze ich bewusst nicht.
Ich glaube aber leider, dass die Entwicklung hin zu Büchern, die den Markt befriedigen, nicht so lange dauern wird, aber ich hoffe, dass bis dahin KI auch das kostet, was sie kosten sollte. KI sollte nicht kostenlos sein dürfen, sondern kosten, was sie tatsächlich an Kosten verursacht. Dann hätten wir einige Probleme schon nicht mehr.
Ich rede auch im Job immer wieder mit Leuten, die mehr Ahnung als ich von KI haben und ich habe denselben Eindruck wie
@Stefan: Das, was sie kann, kann sie halt, aber sie wird jetzt nicht einfach so immer besser im Bücherschreiben z.B. Es bräuchte hier (soweit ich das verstehe) eine grundlegend neue Innovation. Was die LLM gerade können, ist in dem Bereich mehr oder weniger die Grenze von den aktuellen Technologien. Wer behauptet, dass sie sich ohne viel Zutun immer weiter verbessern werden, will vermutlich Aktien verkaufen. (Dieselbe Erklärung steckt meiner Meinung nach auch hinter den ganzen düsteren Techbro-Szenarien, die Altman und Co. gern in Interviews aufmachen. Das ist halt gut für den Börsenkurs, wenn man erzählt, seine Erfindung würde bald die Weltherrschaft übernehmen. Viel dran ist da meiner Meinung nach aktuell nicht ::) )
Also, nein, ich glaube nicht, dass die LLMs auf einmal anfangen, sinnvolle oder gute Bücher zu schreiben. Dafür müsste auf Forschungsebene mehr passieren, als gerade passiert. (Korrigiert mich aber gern, ich bin da auch nur interessierter Laie!)
Ich fand übrigens Brandon Sandersons Keynote über AI und Kunst (https://www.youtube.com/watch?v=mb3uK-_QkOo) ziemlich interessant.
@Sunflower Ich hoffe sehr, dass du recht hast. Ich hätte nichts dagegen. Ich fände vor allem auch schön, wenn Leute mal KI dorthin entwickeln würden, wo Menschen sie wirklich brauchen, anstatt zu gucken, wie sie endlich perfekte Bücher schreiben kann.
Zum Beispiel neue Hörbücher finden, die meinen Geschmack genau treffen. Ich würde so viel mehr Bücher konsumieren und damit wäre uns allen geholfen. Oder die richtige neue Waschmachine für mich finden. Hier wäre Innovation für uns alle nützlich, aber genau das kann KI natürlich null.
Die Frage, die das Thema bei mir immer wieder auslöst, ist: Warum!?
Letztens bin ich durch Zufall auf einen YouTube-Kanal gestoßen, dessen Betreiber ganz stolz erklärt, wie er Bücher mit KI schreibt, die Cover designt und sie dann auch vermarktet. Natürlich bekommt er kritische Kommentare wie "Und du glaubst echt, dass du dich Autor nennen darfst?", worauf er dann nur trocken mit "Ja." antwortet. Er meint, niemanden interessiert, ob ein echter Mensch jedes Wort geschrieben hat, und Leute würden lesen, was immer man ihnen vorsetzt.
Meinetwegen. Gehen wir mal davon aus, dass das stimmt.
Dann verstehe trotzdem nicht, was einen dazu treibt. Entweder man will Geld verdienen. Und sorry, aber mit dem Ziel ist man in der Buchbranche einfach generell verkehrt. Reich wird man damit einfach nicht, und für ein Nebeneinkommen gibt es deutlich aussichtsreichere Möglichkeiten. Oder man tut es fürs Prestige, rein nach dem Motto: "Guck mal, was ich gemacht habe!" - Aber KI nimmt einem das Prestige ab. Letzte Möglichkeit, die mir einfällt: Man hat Spaß am Schreiben. In dem Fall erledigt man es doch aber selbst.
Unabhängig von den Sorgen, dass KI den Buchmarkt vergiftet und Co., sehe ich einfach keinerlei Vorteil in der generativen Anwendung in diesem Bereich.
Da stehe ich sehr bei dem, was Brandon Sanderson in dem von Sunflower schon verlinkten Video gesagt hat.
Letzten Endes kann man in manchen Bereichen KI verwenden, um die Arbeit von Menschen zu verbessern oder zu beschleunigen. Komplett ersetzen kann sie Menschen (noch?) nicht - das sagt sogar mein KI-verliebter Partner. Warum man sie für Kunst einsetzen wollen sollte, erschließt sich mir persönlich nicht. Schließlich geht es bei Kunst darum, Erfahrungen etc. zu teilen. Kunst ist ein Dialog (Multilog?) zwischen Personen. KI kriegt höchstens ein Konsumgut hin, aber keine Kunst, mit der wir Gesellschaft verhandeln oder universelle Erlebnisse besprechen.
Oder anders gesagt: Wieso sollte jemand sich die Mühe machen, etwas zu lesen, von dem niemand sich die Mühe gemacht hat, es zu schreiben?
Ich habe besonders dort einen großen Konflikt, wo KI Gate Keeping aushebelt, denn das ist schon eine sinnvolle Anwendungsmöglichkeit. Theoretisch. Sagen wir zum Beispiel, ein Drehbuchautor wird überall abgelehnt, könnte seinen Film mit KI aber umsetzen, er macht es sehr gut, der Film gibt Menschen viel, wie bewertet man sowas? Ich weiß es nicht. Oder jemand stellt mit KI einen Pilotfilm auf die Beine, um Geldgeber zu überzeugen, ohne hätte er keine Chance.
Die Demokratisierung von Branchen, die bisher nur reichen Leuten offenstehen, empfinde ich als einen Bereich, wo Diskussion nötig ist. Und auch überall dort, wo durch KI ein Endprodukt entsteht, das es sonst nicht gäbe und bei dem die menschliche Arbeit immer noch über 90% Anteil hat.
Beispiel Übersetzungen. Hier entstehen Möglichkeiten für Selfpublisher, die auch dazu führen, dass Menschen Arbeit bekommen, die sie sonst nicht bekommen hätten und vor allem in Sprachen, wo Arbeit für Übersetzende und Lektor*innen sowieso Mangelware ist. (Und ja, die Ergebnisse maschineller Übersetzungen sind gut, da hat sich gerade im letzten Jahr sehr viel getan ) Wer das gut macht, bezahlt einen menschlichen Lektor, was sonst nicht passiert wäre. Die Folge ist auch, dass kleine Märkte mehr Bücher bekommen, die sonst nicht bedient werden, weil es sich bisher nicht gelohnt hat. Beliebte Bücher, die Verlage als Übersetzung nicht für lohnenswert halten, können so einer größeren Gruppe von Menschen zugänglich gemacht werden.
Hier ist für mich aber eben nicht nur ausschlaggebend, dass es anders nicht finanfizierbar ist. Das allein ist in meinen Augen einfach nicht gut genug als Grund. Die Kombination aus Endprodukt ist zu 90% menschlich, es demokratisiert den Markt und schafft sogar menschliche Arbeit und das Endprodukt hat eine gute Qualität, macht es im Beispiel von Übersetzungen für mich.
Edit: Noch eine kleine Anmerkung, die mir sehr wichtig ist: KI kann eine menschliche Üversetzung nicht ersetzen und kommt niemals an eine gute, menschliche Übersetzung ran. Schon allein deswegen ist KI auf gar keinen Fall eine Alternative, sondern nur eine Notlösung. Wer sich eine menschliche Übersetzung leisten kann, sollte das immer tun.
Ich war ja in der Indie - Filmszene unterwegs und es ist zwar toll, was alles mit wenig Geld möglich ist, aber falls Manches heutzutage mit KI besser umsetzbar ist, gönne ich es den Filmschaffenden. Vor allem in der Branche deckeln Geld ud Beziehungen quasi alles und die Branche ist so klein, dass das Geld extrem knapp ist. (Natürlich geht es auch ohne und da wird man auf andere Arten kreativ und KI sollte nicht die Kreativität beeinflussen sondern den technischen Aspekt erleichtern, der Menschen davon abhält, überhaupt zu kreieren.)
@Alana Das mit der Übersetzung verstehe ich nicht ganz - du meinst, dass KI besser geworden ist in Übersetzungen?
Ich weiß nicht, ob KI wirklich besser geworden ist, aber es gibt jetzt Plattformen, die auf Literaturübersetzungen spezialisiert sind, ständig für diese Anwendung weiter etnwickelt werden und dadurch deutlich bessere Ergebnisse liefern als zum Beispiel Deepl.
Zitat von: Alana am 18. Februar 2026, 14:49:45Beispiel Übersetzungen. Hier entstehen Möglichkeiten für Selfpublisher, die auch dazu führen, dass Menschen Arbeit bekommen, die sie sonst nicht bekommen hätten und vor allem in Sprachen, wo Arbeit für Übersetzende und Lektor*innen sowieso Mangelware ist. (Und ja, die Ergebnisse maschineller Übersetzungen sind gut, da hat sich gerade im letzten Jahr sehr viel getan ) Wer das gut macht, bezahlt einen menschlichen Lektor, was sonst nicht passiert wäre.
Dazu noch als Ergänzung und zusätzliche Facette: KI-Übersetzungen sind allerdings merklich anstrengender zu lektorieren als menschengemachte (möglich natürlich, dass das durch weitere Spezialisierung und Training der KIs noch nachlässt). Aber Fehler sind häufig schwerer aufzuspüren, und oft hat man Formulierungen, die grammatisch völlig in Ordnung sind, aber auf diffuse Art doch unpassend klingen. Da lässt sich (nach meiner Erfahrung) im Lektorat oft schwerer der Finger drauflegen als bei einer menschlichen Übersetzung, wo es oft leichter ersichtlich ist, was für ein Denkprozess hinter einer bestimmten Übersetzungsentscheidung steht oder an welcher Stelle ein Wort falsch gewählt wurde.
Das heißt, dass die entstehenden Lektoratsaufträge potenziell vielleicht nicht unbedingt arbeitsintensiver, aber anstrengender sein können als reguläre, und das eben nicht unbedingt bei besserer Bezahlung.
Das ist wie gesagt nicht als Widerspruch zu dem Beispiel gemeint, sondern nur als weiteres Aufdröseln, was da dranhängt und wie viele Faktoren es im Einzelfall abzuwägen gibt.
Da gebe ich dir absolut recht. Ich könnte mir vorstellen, das hängt nicht nur von der benutzten Software, sondern auch stark vom Genre ab. Für relativ geradlinige Romane, die heute spielen, funktioniert es sicher besser als für umfangreiche Fantasy-Romane mit aufwendigem Worldbuilding. Dafür sollte man, denke ich, einfach immer eine menschliche Übersetzung haben.
Auf jeden Fall scheint es in vielen Sprachen jetzt schon Lektor*innen zu geben, die darauf spezialisiert sind, was ich auch spannend finde. Und ich hoffe, die wissen dann, wie sie die Manuskripte angemessen einpreisen, bevor sie sie annehmen, damit sie auch wirklich was davon haben.
Also, meine 2 cent dazu. KI als Autor sehe ich überhaupt nicht. Denn wir sollten eins nicht vergessen: Die Technologie dahinter ist keine Intelligenz. Das ist weiterhin ein System das mit Wahrscheinlichkeiten Wörter ausspuckt. Es kann keinen Kontext. Und die Wörter basieren auf alles, was so reingesteckt wurde. Unter anderem auch Reddit-Posts, deren Wahrheitsgehalt stark variiert. Wenn man also viel Energie in das Lektorieren stecken muss ... warum macht man es nicht von vorneherein selbst?
Zu den Übersetzungen möchte ich auch etwas sagen, weil ich DeepL benutzt habe, um einen Text, den ich geschrieben habe, aus dem Englischen wieder ins Deutsche zu übersetzen. Das Ergebnis ist passabel. Wenn man nicht genau hinschaut, würde ich es auch als "gut" bezeichnen. Aber dann kommt das ins Spiel, was
@Malinche geschrieben hat: In den Details stimmt vieles nicht. Wortwahl ist komisch, passt nicht zum Kontext und muss angepasst werden. Hier und da fehlen einfach Wörter. Die Grammatik ist zwar korrekt, aber manchmal zu nah an der englischen Satzstruktur und es liest sich besser, wenn man den Satz im Deutschen umstellt. Ach und dann noch komische Wortwahl Teil zwei: Es kommen Wörter drin vor, die ich selbst nicht nutzen würde.
Fazit dazu: Also ja, kann man machen, aber der Text verbleibt ohne Nacharbeit im uncanny valley. Vielleicht nicht am tiefsten Punkt, aber raus ist er nicht. Und so wie diese Modelle funktionieren – wieder über Training mit tausend Texten und wahrscheinlichkeiten – denke ich auch nicht, dass sie da herauskommen.
Und wenn wir jetzt einmal ehrlich sind: Die ganzen Firmen, die diese "KI"s nutzen, machen das nicht, um neue Jobs zu schaffen. Die wollen Arbeitsplätze einstampfen. Da werden Ergebnisse auf den Markt gehauen nach dem Motto: "Für die doofen da draußen reicht es schon." (Hat Ultralativ echt gut in einem Youtube-Video zusammengefasst.)
Was bezweckt der "Autor" damit? Vermutlich will er wirklich nur fame. Berühmtheit. Deshabl wird ja auch gerne verschwiegen und dementiert, dass eine KI am Werk war.
Aber kommen wir noch zu einem Blick in die Zukunft: Die Technologie ist da und wird auch bleiben, sicher. Aber ich denke nicht, dass sie kostenlos bleiben wird. Dafür ist der Betrieb auf Dauer zu teuer. Und wenn wir es geschafft haben, unsere Fähigkeiten so weit abtrainiert zu haben, dass wir ohne sie nicht mehr auskommen, was dann?
Noch dazu kommt der steigende Ressourcenverbrauch. Wenn ich bedenke, dass die in den USA lauter Rechenzentren bauen wollen ... Die alle Strom benötigen ... Welcher in den USA ja dank deren Präsident eher nicht aus erneuerbaren kommt ... Was wird dann mit deren Strompreisen UND – da wir auch von deren Gas abhänging sind, was wir zum Heizen und zur Stromversorgung in Deutschland nutzen – was wird mit UNSEREN Strompreisen?
Ich frage mich echt, ob es das wert ist.
(Einfluss auf Social Media und so weiter ignorieren wir einfach mal. Das ist eine weitere Büchse, die es sich gerade nicht lohnt, zu öffnen.)
Zitat von: Malinche am 18. Februar 2026, 18:28:01Dazu noch als Ergänzung und zusätzliche Facette: KI-Übersetzungen sind allerdings merklich anstrengender zu lektorieren als menschengemachte (möglich natürlich, dass das durch weitere Spezialisierung und Training der KIs noch nachlässt). Aber Fehler sind häufig schwerer aufzuspüren, und oft hat man Formulierungen, die grammatisch völlig in Ordnung sind, aber auf diffuse Art doch unpassend klingen. Da lässt sich (nach meiner Erfahrung) im Lektorat oft schwerer der Finger drauflegen als bei einer menschlichen Übersetzung, wo es oft leichter ersichtlich ist, was für ein Denkprozess hinter einer bestimmten Übersetzungsentscheidung steht oder an welcher Stelle ein Wort falsch gewählt wurde.
Ich habe letztens bei KU ein Buch abgebrochen, weil ich es seltsam geschrieben fand; einige Absätze habe ich mehrmals gelesen und mit anderen Synonymen wäre es viel stimmiger gewesen.
Später habe ich gesehen, dass ~ ein Dutzend Bücher in 2 Tagen hochgeladen wurden, und dass es eine in dem Genre wohl in den USA seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin ist.
Drehen wir die Frage doch einfach mal um. Was kann ich, bezogen auf das Schreiben, besser als eine KI? Mir fallen da spontan zwei Sachen ein:
1. Fühlen. Ein ganz unabdingbarer Teil des Schreibprozesses, durch den in Kombination mit Denken überhaupt erst ein schöpferisch kreativer Prozess möglich wird. (Eine KI kann Texte generieren, aber sie ist nicht schöpferisch kreativ. Dies wurde auch von anderen hier bereits erwähnt.)
2. Mit gängigen ästhetischen Regeln und Wahrnehmungen brechen, wodurch etwas Neues entstehen kann.
Das muss man natürlich nicht auf eine radikale Weise tun, aber ist es nicht einfach schön ein Buch zu lesen und dabei zu denken: Hey, cooler Weltenbau, hab ich vorher noch nicht so gelesen, oder, super Twist, darauf muss man erstmal kommen ...?
Auf der Hand liegt, dass sich durch die Erfindung von Ki die Wahrnehmung von Kunst verändern wird, dies bringt Brandon Sanders auch in dem Video gut rüber.
Zu diesem ganzen Thema passt übrigens der wunderbare Aufsatz: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit von Walter Benjamin aus dem Jahr 1935.
Darin geht es um die Erfindung der Fotografie und des Films, wie diese die kollektive Wahrnehmung von Kunst verändert und welche politische Dimension dies haben kann.
Klingt recht aktuell, oder nicht?
Zitat von: Emmi am 20. Februar 2026, 10:43:06Drehen wir die Frage doch einfach mal um. Was kann ich, bezogen auf das Schreiben, besser als eine KI? Mir fallen da spontan zwei Sachen ein:
1. Fühlen. Ein ganz unabdingbarer Teil des Schreibprozesses, durch den in Kombination mit Denken überhaupt erst ein schöpferisch kreativer Prozess möglich wird. (Eine KI kann Texte generieren, aber sie ist nicht schöpferisch kreativ. Dies wurde auch von anderen hier bereits erwähnt.)
Mein Fühlen ist nichts anderes als eine Art Fuzzilogik, die mich befähigt, in Situationen, für die ich nicht geschult bin, möglichst schnell und richtig zu reagieren. Wie auch ein Tier, das in eine unbekannte Situation gerät....Wie Erfolgreich dieses Handeln ist, ist eher zufällig. Die Evolution hat zwar versucht zu optimieren, aber das ist nur eine Wahrscheinlichkeit.
Mein Training für bestimmte Situationen oder auch einfach meine Bildung können konkurierende Handlungsoptionen aufzeigen. Ob ich diese unter Druck wählen kann, steht auf einem andere Blatt.
Zitat von: Emmi am 20. Februar 2026, 10:43:062. Mit gängigen ästhetischen Regeln und Wahrnehmungen brechen, wodurch etwas Neues entstehen kann.
Das muss man natürlich nicht auf eine radikale Weise tun, aber ist es nicht einfach schön ein Buch zu lesen und dabei zu denken: Hey, cooler Weltenbau, hab ich vorher noch nicht so gelesen, oder, super Twist, darauf muss man erstmal kommen ...?
Eine KI kann ästhetische Regeln und Wahrnehmungen leichter als ich rein nach einem Zufallsschema zerwürfeln.
Der Knackpunkt ist die Anzahl der Versuche und das Auswählen eines Ergebnisses.
Zitat von: Emmi am 20. Februar 2026, 10:43:06Darin geht es um die Erfindung der Fotografie und des Films, wie diese die kollektive Wahrnehmung von Kunst verändert und welche politische Dimension dies haben kann.
Klingt recht aktuell, oder nicht?
Das kann man auch genau andersherum sehen, KI Verhalten als Erklärung für menschliches Verhalten.
Eine KI spiegelt menschliches Verhalten zurück. Wie anders, ist doch doch an menschlichem Verhalten trainiert worden. Dieses Spiegelbild mag manchen unwirklich vorkommen.
Siehe: https://t3n.de/news/ki-simuliert-krieg-95-prozent-atombomben-eingesetzt-1731738/
Wer sich selber bei einem "Revierkampf" unter Schulkindern als Unterliegender versucht hat, sich gemeinsam mit seinem Kontrahenten vor einen anfahrenden Bus zu werfen, wird verstehen, dass die zuletzt genannte Erklärung eine erhebliche Wahrscheinlichkeit hat, und das es darum wichtig ist, solche Entscheidungen Leuten zu überlassen, die satt in ihren Sesseln sitzen, kein überzähliges Testosteron haben und auch bei einem Verlieren des Kampfes kaum Konsequenzen zu fürchten haben.
Keine netten Aussichten, auch wenn wir die Entscheidungen selber treffen, statt sie einer KI zu überlassen. Es hängt alles an der passenden Persönlichkeit und der passenden Situation, und wenn man lange genug wartet, und Persönlichkeiten und Situationen wechseln, muss das alles irgendwann passen.
Die Situation hat also keine echte Lösung.
Da muss ich doch in einigen Punkten widersprechen.
Zitat von: Sparks am 01. März 2026, 14:44:32Mein Fühlen ist nichts anderes als eine Art Fuzzilogik, die mich befähigt, in Situationen, für die ich nicht geschult bin, möglichst schnell und richtig zu reagieren. Wie auch ein Tier, das in eine unbekannte Situation gerät....Wie Erfolgreich dieses Handeln ist, ist eher zufällig. Die Evolution hat zwar versucht zu optimieren, aber das ist nur eine Wahrscheinlichkeit.
Mein Training für bestimmte Situationen oder auch einfach meine Bildung können konkurierende Handlungsoptionen aufzeigen. Ob ich diese unter Druck wählen kann, steht auf einem andere Blatt.
Fühlen ist keine Fuzzylogik. Gefühle sind etwas tief menschliches. Liebe, Hass, Zuneigung, Ablehnung. Das sind alles Dinge, die eine Maschine nicht replizieren kann. Selbst bei der Intuition bin ich mir unsicher, welche ich noch am ehesten als Fuzzylogik durchgehen lassen würde. Aber auch die beruht auf teils unterbewussten Wahrnehmungen. Alles Dinge, die eine Maschine, die Wörter rein aus Wahrscheinlichkeiten zusammensetzt, wie sie im Internet vorkommen, nicht replizieren kann.
Zitat von: Sparks am 01. März 2026, 14:44:32Eine KI kann ästhetische Regeln und Wahrnehmungen leichter als ich rein nach einem Zufallsschema zerwürfeln.
Der Knackpunkt ist die Anzahl der Versuche und das Auswählen eines Ergebnisses.
Ein erfahrener Autor zerwürfelt die nicht nach zufall. Er setzt sie gezielt ein, um gewisse Stimmungen zu erzeugen, um Gefühle bei Lesenden hervorzurufen. Sich ein Dutzend Texte generieren lassen, um dann was passendes auszuwählen ... Ich sehe darin keinen Mehrwert.
Zitat von: Sparks am 01. März 2026, 14:44:32Das kann man auch genau andersherum sehen, KI Verhalten als Erklärung für menschliches Verhalten.
Eine KI spiegelt menschliches Verhalten zurück. Wie anders, ist doch doch an menschlichem Verhalten trainiert worden. Dieses Spiegelbild mag manchen unwirklich vorkommen.
Da muss ich zustimmen. KI ist definitiv ein Spiegelbild menschlichen Verhaltens im Internet. Aber auch nur auf einen großteil der westlichen Sphäre beschränkt, da die Trainingsdaten aus dieser stammen.
Aber auch da kommen noch wichtige Nuancen dazu: Die Anbieter können einfluss auf dieses Spiegelbild nehmen und es verzerren. (Vgl. Grok.) Dadurch kann ein Verhalten einen größeren Bevölkerungsgruppe vorgetäuscht werden.
Bot-Accounts, die diese Modelle nutzen, um schnell massenweise Propaganda ins Netz zu stellen, verzerren das Bild der Sprachmodelle ebenfalls.
Und zu dem Krieg auch noch eine Überlegung: Bisher waren an den entscheidenden Stellen Personen mit Erfahrung und einer Ausbildung, welche wichtige Entscheidungen getroffen haben, nicht ein Hot Pot and Leuten aus der Bevölkerung, was so ein Sprachmodell wäre.
Allerdings sehe ich auch, das weniger denkfähige Leute immer häufiger in Entscheidungspositionen sind, also könnte das eine Zukunftsvision sein.
Dazu gerade bei Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunkkultur.de/literatur-und-ki-wie-schreibt-man-einen-krimi-mit-chatgpt-100.html
Dazu stellt sich mir die Frage: Schreibt (und plottet etc.) ihr nicht, weil ihr das gerne tut? Wenn es ums Geldverdienen geht ist doch fast jeder andere Job erfolgversprechender als das Schreiben? Es sei denn der Autor hat mehr Spaß am Prompten ... aber ich bin hochgradig skeptisch, was das Ergebnis betrifft.
Zitat von: Luna am 02. März 2026, 07:52:26Fühlen ist keine Fuzzylogik. Gefühle sind etwas tief menschliches. Liebe, Hass, Zuneigung, Ablehnung. Das sind alles Dinge, die eine Maschine nicht replizieren kann.
Da hast Du mich falsch verstanden. Ich denke, dass mein Fühlen mir bei einer Reflexion darüber aber sehr deutlich zeigt, wie ich selber nach "Fuzzyregeln" funktioniere.
ZitatUnd zu dem Krieg auch noch eine Überlegung: Bisher waren an den entscheidenden Stellen Personen mit Erfahrung und einer Ausbildung, welche wichtige Entscheidungen getroffen haben, nicht ein Hot Pot and Leuten aus der Bevölkerung, was so ein Sprachmodell wäre.
Das ist natürlich Richtig. Was aber würde jemand mit der "falschen" Erfahrung machen? z.B. Jemand, der aus seinem Werdegang heraus gelernt hat, das man um aus einer problematischen Situation herauszukommen sehr wohl Wege wählen kann, die man nur mit viel Glück überlebt?
ZitatAllerdings sehe ich auch, das weniger denkfähige Leute immer häufiger in Entscheidungspositionen sind, also könnte das eine Zukunftsvision sein.
Das sehe ich allerdings auch. Letztlich hat der zweite Weltkrieg so angefangen, und auch aktuell sehe ich, das zwei große Konflikte toben, wo sich die Urheber der letzten Eskalationsstufe verzockt haben. Aber ich denke nicht, dass das etwas mit grundsätzlich "weniger denkfähig" zu tun hat, sondern eher mit einer höheren Bereitschaft, Risiken einzugehen. "Positives Denken" kann sehr gefährlich sein.
Zitat von: Amber am 03. März 2026, 09:44:56Dazu stellt sich mir die Frage: Schreibt (und plottet etc.) ihr nicht, weil ihr das gerne tut? Wenn es ums Geldverdienen geht ist doch fast jeder andere Job erfolgversprechender als das Schreiben? Es sei denn der Autor hat mehr Spaß am Prompten ... aber ich bin hochgradig skeptisch, was das Ergebnis betrifft.
Genau dass ist es! Ich schreibe aus Spass am Schreiben selber. Obwohl ich eher Sachtexte schreibe, ist das für mich ein Hauptargument.
Ich habe vor zwei oder drei Jahren mal ein paar Abende damit verbracht, ChatGPT mit Prompts für Geschichten zu füttern. Das hat mich halt nicht so fasziniert. Aber bei anders gestrickten Leute kann das Ergebnis anders ausfallen: Spass daran eine KI mit Prompts zu füttern.
Und "Spass" ist etwas, was man nur sich selber gegenüber als Argument angeben kann, nicht aber gegenüber der Gesellschaft. Für die Gesellschaft ist "Spass" irrelevant. Selbst wenn sie sich über die Steuern aus der Unterhaltungsindustrie und der Touristik freut.
Da wir gerade bei KI sind:
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat den Job-Futuromat herausgebracht:
https://job-futuromat.iab.de/ (https://job-futuromat.iab.de/)
Wählt man aus den Berufen die aus, die nach Ansicht des Programmes etwas mit "Autor" zu tun haben und gleichzeitig auch irgendwie plausibel erscheinen, so hat man es mit Wahrscheinlichkeiten von 0% (!) bis 60% zu tun, dass der Beruf durch eine KI ersetzt wird.
Bei meinem Beruf (Elektroniker) und verwandten Berufen, sowie Berufe, in denen ich mir vorstellen könnte, sie alternativ zu meinem jetzigen auszuüben, sind es immer 100%.
Ok, meine Erfahrung mit dem Arbeitsamt ist aber auch, das die Vermittler mir gegenüber zugegeben haben, dass sie sich überhaupt nicht Vorstellen können, was ich eigentlich mache bzw. gemacht habe, und sie mir daher bei einer Stellensuche auch nicht helfen können ausser mir Zugang zu der Datenbank mit offenen Stellen zu geben....und nein, da hat nie etwas gepasst.
Stellen habe ich immer bekommen, in dem ich mich beim erstbesten Verleiher gemeldet habe (das wird mit über 50 aber auch eng). Die besseren Stellen waren immer schierer Zufall und entsprechend selten.
Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube nicht, dass man mit einem 300- bis 500-Zeichen-langen Prompt einen brauchbaren Textabschnitt für eine Geschichte bekommt. Einen Plot lässt sich mit KI schon gar nicht entwickeln, und eigene, einzigartige Ideen hat die KI auch nicht.
Dass man mittels KI ein Buch schreiben kann, das sich brauchbar liest, wenn der Autor am Ende nicht selbst das Allermeiste macht, kann ich mir ebenfalls nicht vorstellen.
Aber es kann lustig sein, mit KI herumzuspielen und die KI dazu zu bringen, das, was sie kann, immer absurder einzusetzen, um damit Ergebnisse zu erzeugen, die ein Autor nicht erzeugen würde. Das mag sich zwar auf den ersten Blick furchtbar lesen und dauert sicher 100-mal länger, als einen Prompt zu schreiben – aber man hat das Werkzeug: KI für etwas genutzt, um eine KI-ähnliche Präsenz in einem Textabschnitt zu hinterlassen. Der Autor, der dahintersteckt, denkt sich vielleicht:
"Irgendwie, wenn man das noch ein bisschen biegt, drückt und zerrt, lässt sich das als schräge Perspektive nutzen – oder für sonst was. Kommt drauf an, wie extrem man die KI gewürgt hat, um etwas richtig Deformiertes auszuspucken, was sie ohne Zutun nicht gemacht hätte."
Wenn solche Experimente für ein laufendes Projekt keinen Mehrwert schaffen, war die hineingesteckte Zeit aber verschwendet – es sei denn, man hatte Spaß beim Ausprobieren. Dann war es den Spaß wert.
Das Ergebnis wäre aber sicher nichts Kommerziell Verwertbares, sondern hauptsächlich eine Spielerei.
Man könnte die KI noch nicht einmal dafür nutzen, Dialogzeilen für die Figur Data (Star Trek: The Next Generation) schreiben zu lassen, um ihn authentisch nach KI klingen zu lassen – ohne dadurch die Figur für den Plot größtenteils unbrauchbar zu machen. – Aber vielleicht sollten Bordcomputerstimmen in Filmen in Zukunft nicht mehr von menschlichen Sprechern eingesprochen werden, sondern echt durch KI erzeugt werden. Schauspieler klingen oft so unecht maschinell, wenn sie sich verstellen, als wären sie die Stimme einer Maschine. – Das wäre einmal interessant.
Zitat von: Luna am 02. März 2026, 07:52:26Fühlen ist keine Fuzzylogik. Gefühle sind etwas tief menschliches. Liebe, Hass, Zuneigung, Ablehnung. Das sind alles Dinge, die eine Maschine nicht replizieren kann.
Wenn es um die Frage geht, ob KI(-generierte Texte) es künftig (oder schon jetzt) schwieriger für menschliche Autor*innen machen, eine Öffentlichkeit zu finden bzw. sich auf dem Buchmarkt bemerkbar zu machen, spielt dieser Aspekt aber, fürchte ich, keine große Rolle.
Wenn Menschen z.B. Romane lesen, tun sie das vermutlich nicht selten aus der Motivation heraus, als Lesende bestimmte Emotionen zu haben. Und die wiederum werden dadurch erzeugt, wie ein Text aufgebaut und geschrieben ist; und hier kann ich mir eigentlich recht gut vorstellen, dass auch KI-generierte Texte prima Emotionen erzeugen können, und immer besser werden erzeugen können.
Und zur Frage, warum ein Mensch sich dann noch hinsetzen und einer KI Prompts diktieren soll, statt so einen Text selbst zu schreiben: Weil's einfach ist und gemacht werden kann. Könnte man (etwas pessimistisch vielleicht) sagen, denn "der Mensch" ist doch erfahrungsgemäß häufig recht bequem... und "es sich bequem zu machen", diese Neigung wird durch die technischen Spielereien, die uns heute zur Verfügung stehen ja eigentlich auch stets weiter verstärkt (alles, was du willst, ist bloß einen Klick weit entfernt...).
Aber was mich eigentlich mehr betrübt sind Nachrichten der Art, dass die Menschen überhaupt immer weniger lesen, und durch die exzessive Bildschirmnutzung offenbar auch immer weniger in der Lage sind, eigene Phantasie-Bilder im Kopf beim Lesen von Texten zu erzeugen (wodurch Lesen dann natürlich auch nicht so viel Freude z.B. bringt).
Ich halte es für gut möglich, dass die Art, wie Menschen sich Geschichten erzählen, sich in den nächsten Jahren/Jahrzehnten fundamental ändern könnte.
Da ich wohl selbst ein wenig altmodisch bin und bei meinen eigenen Internet- und Device-Gewohnheiten, scheint's, irgendwie im Jahr 2005 stecken geblieben bin und seither hoffnungslos hinterher hinke, finde ich persönlich das unglaublich schade - aber ich nehme an, man kann das auch spannend finden und versuchen, diesen Prozess aktiv mit zu gestalten!
Hier findet ihr zwei spannende Artikel zu dem Thema:
https://www.theatlantic.com/technology/2026/07/daggermouth-novel-bestseller-ai/688067/
und
https://post.substack.com/p/an-authors-2-million-book-deal-was
Im ersten geht es um den Bestseller "Daggermouth", im zweiten um einen zurückgezogenen Millionen-Bookdeal.
Fand ich sehr interessant, kannte das AI-Prüftool Pangram vorher gar nicht. Ansonsten bin ich bei Phlox. Solange bequem und billig sind leider viele Leute mit dabei. Und wenn ich sehe, wie begeistert viele meiner Bekannten von den Chatbots sind, dann fühle ich mich oft wie aus der Steinzeit. Das hat mit Alexa angefangen und geht jetzt halt so weiter.
Dass KI Bücher schreibt, die über belanglose Kurzgeschichten hinausgehen, ist zukunftsmusik. Ich habe das mal aus neugier ausprobiert. Es war wirklich furchtbar. Jemand, der grundsätzlich keine Bücher ließt, würde den Schmu vermutlich akzeptabel finden. Aber jemand, der andpruchsvollere Werke ließt, würde zwischen jedem Absatz einmal sich übergeben müssen.
Klischees, Wiederholungen, Inkonsistenz, offendichtliches. Show, dont Tell? Was ist das? :vibes:
Ich war also ziemlich froh über diesen misslungenen Versuch und habe in Ruhe selbst weitergeschrieben.
Zitat von: Jakob Weikum am 12. August 2026, 23:29:31Ich habe das mal aus neugier ausprobiert. Es war wirklich furchtbar. Jemand, der grundsätzlich keine Bücher ließt, würde den Schmu vermutlich akzeptabel finden. Aber jemand, der andpruchsvollere Werke ließt, würde zwischen jedem Absatz einmal sich übergeben müssen.
Wie hast du das ausprobiert? Ich nehme an, es gibt unterschiedliche "KI-Assistenten" und auch die Bedienweise ist ein Faktor für den Output.
Ich bin keinesfalls eine Verfechter*in der KI, aber davon auszugehen, dass ihre "Werke" per se den echter Menschen unterlegen sind, halte ich für etwas ... aus Mangel an einem geeigneteren Wort, das mir gerade nicht einfällt ... arrogant. Ich habe schon Bücher von echten Menschen (so sicher, wie man das eben sagen kann) gelesen, die keine Qualitätskontrolle (Korrektorat/Lektorat) hatten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein KI-Buch mir mehr zugesagt hätte als solche.
Kann KI momentan einen Goethe oder Musil schlagen? Vermutlich nicht, weil deren Werke doch etwas zu komplex sind. Andererseits - werden solche Werke - wenn sie nicht gerade von Schule und Uni auf die Leseliste gesetzt werden - heute überhaupt noch gerne gelesen? In unserer schnelllebigen Zeit ist einfache Sprache beim Mainstream beliebter als eine blumige, ausufernde und wie schon gesagt wurde, auch das kritische Element gerät mehr und mehr ins Hintertreffen. Einfache Sprache kann die KI meinem Eindruck nach ziemlich leicht nachbilden, also wieso sollte sie da nicht konkurrenzfähig sein?
Da man eine KI wunderbar trainieren kann, gehe ich absolut davon aus, dass sie verkaufbare Geschichten schreiben kann. Dazu kommt, dass die Gewohnheit ubd Vorliebe sich ändert, je öfter man etwas ausgesetzt ist.
Eine KI-Geschichte ist zwar immer noch etwas Arbeit, weil es nicht mit 1 oder 2 Prompts getan ist, aber einfache lineare Stories dürften kein Problem sein.
Noch leichter dürfte es sein, wenn der Plot steht und die Kapitel skizziert sind. Die dann schreiben lassen und je nach Anspruch einmal lesen und fertig. Das wird für diese App-Novels die es überall gibt völlig ausreichen. Zudem können die Kapitel auf 1-2 Minuten lesen getimed werden und passen sich damit der typischen Aufmerksamkeitsspanne von TikTok-Videos an.
Ich hab mal so eine Galatea-Werbung gelesen. Beschissener Stil und zum Teil voller Fehler, aber durch die Emotionen hooken können sie trotzdem. Ich weiß zwar nicht wie die Geschichten produziert werden, aber 'ne KI kriegt sowas mit einem geübten Prompter mit Sicherheit hin.
Das ist nicht im Ansatz vergleichbar mit dem was wir hier schreiben, aber ich denke für ein gewisses Klientel reicht das völlig aus. Für die wären unsere Texte möglicherweise sogar schon viel zu anstrengend zu lesen, weil es vom gewohnten Konsumverhalten zu stark abweicht.
Ich wollte diesen hier Link (https://www.derstandard.at/story/3000000335984/heimliches-ki-training-amazon-zerstoert-massenhaft-alte-buecher)mal da lassen. Kurzfassung: Amazon kauft alte Bücher, die noch nicht digitalisiert sind, an, um sie einzuscannen, die KI damit zu trainieren, und danach zu zerstören.
Wie geht ihr mit dieser Information um? Ich habe selbst via Kindle veröffentlicht, aber immer Bauchweh wegen Amazon gehabt, weil ich immer das Gefühl hatte, je abhängiger man sich von Konstrukten wie Amazon macht, desto mehr hilft man mit, Bücher, so wie wir sie kennen, und Autor*innen als Menschen abzuschaffen.
KI bekommt vor allem keine Langtexte hin, dazu ist das Konntextfenster viel zu klein.
Bei längerem gibt's stapelweise Kontextfehler und Wiederholungen. Story-Arcs passen oft nicht, die Story kommt nicht zum Höhepunkt oder nicht zum Ende.
Außerdem fühlen sich so Texte schnell "komisch" oder hohl an.
Zitat von: Volker am 23. August 2026, 20:44:14KI bekommt vor allem keine Langtexte hin, dazu ist das Konntextfenster viel zu klein.
[...] Story-Arcs passen oft nicht, die Story kommt nicht zum Höhepunkt oder nicht zum Ende.
Das ist aber leider kein Alleinstellungsmerkmal der KI, sondern leider auch ein Charakteristikum von Schreibanfänger*innen, die gerade dank Programmen wie Amazons Kindle die Möglichkeit haben, ohne Lektorat und Korrektorat zu veröffentlichen. Ungeübten Leser*innen fällt diese mangelnde Qualität womöglich gar nicht auf, weil sie keine Vergleichswerte haben. Alles, was leicht und billig konsumiert werden kann, hat dann den Vorzug. Steigende Quantität und sinkende Qualität sind gerade in vielen bis allen Bereichen angesagt.
Keine bis wenige Ansprüche an die Qualität und schnelle Verfügbarkeit scheinen die Topverkaufsargumente für den Mainstream zu sein.
Wenigstens kann ich einer KI elendslang davon erzählen, was ich im nächsten Abschnitt, den ich zu schreiben beabsichte, am Ende alles drin haben möchte.
Oder was der nächste Abschnitt leisten soll bzw. muss. Dann kann ich einer KI auch erklären, was ich versucht habe in den bisherigen Abschnitten, Kapiteln zu erzählen, und ihr erklären, was mir noch fehlt und die KI wird nie müde, immer noch eine Frage zu stellen und wenn ich die KI tief genug in meinen Kaninchenbau hingelockt habe, beginnt sie irgendwann auch nützliche Fragen zu stellen, die mich dazu bringen anders über meinen Text, einen Abschnitt, eine Szene oder ein ganzes Kapitel oder ein Figur nachzudenken, oder mit einer neuen Sicht jenen Aspekt zu sehen, der mir zu wenig beleuchtet vorkam.
Ein menschlicher Sparringspartner wäre an diesem Punkt schon längst K.o. gegangen, bei langen Diskussionen oder hätte schon 20 mal früher gesagt, ich hab keine Zeit mehr oder hätte mich einfach im Regen stehen lassen. Aber mit einer KI kann ich über alles diskutieren, so lange es mir gefällt, oder mir jene Idee gekommen ist, die mir gefehlt hat.
Und wenn ich über die von mir erfundenen Figuren und der von mir erfundenen Welt diskutiere, kann ich mir auch immer sicher sein, dass sie niemals mehr darüber weiß als ich und sie kann mir gar keine falschen Infos auftischen, weil nur ich die Regeln meiner Welten und Figuren kenne. Oft ist es natürlich mühsam eine KI so viel zu erklären, dass sie mitreden kann, aber mit der Zeit wird man ja auch effektiver darin, KI den Infos die für die Diskussion nötig sind anzu füttern, damit ich mit ihr eine Szene, die noch in Entwicklung ist besprechen zu können.
Und meistens beginnt es ebenso dass ich erkläre in welcher Situation eine Figur steckt und je nachdem, welchen Aspekt ich zu beleuchten gedenke hol ich mal weiter aus, oder mal anders aus. - Aber Texte schreiben lassen, dafür brauche ich KIs nicht. KIs sind einfach furchtbar einfallslos.
Und in diesem Forum bin ich sowieso schon seit Ewiglkeiten auf inaktiv gesetzt, dass ich hier sicher nie mehr bei irgendetwas Hilfe bekommen werde. Außerdem, will ich hier auch gar nicht über die unerforschten Aspekte von Szenen und Figuren mit anderen Autoren diskutieren, weil ich natürlich auch niemanden Zeit stehlen möchte, und ich möchte auch nicht meine Idee durch das darüber diskutieren offenlegen oder verschenken. Und solange KI nicht Zusammenhänge überhunderte Seiten hinweg, überschauen können, muss man noch nicht einmal Angst haben, dass sie einem etwas Wesentliches klauen, wenn man ihnen etwas von seinem Projekt erzählt oder ihnen zwei drei Szenen zu lesen gibt, damit sie besser mitdiskutieren können.
@Adiga Ich lese aus deinem Kommentar ziemlich viel Frust heraus, über den fehlenden Austausch mit qualifizierten Mitmenschen und auch über dieses Forum.
Was solche KI-Assistenten mMn super können ist aktives Zuhören und keine Kritiküben. Meine Erfahrung beschränkt sich auf Gemini, gegen das ich mich in meinem Auto nicht wehren kann. Ich kann mein Navi nicht ohne Gemini bedienen, was schon zu der einen oder anderen gefrusteten "Unterhaltung" geführt hat - auf beiden Seiten. :rofl: Einmal hatte ich das System so weit, dass es mir keine Antworten mehr gegeben hat, sondern auf Englisch seine "Programmierbefehle" preisgegeben hat, bis es nur noch Mandarin mit mir gesprochen hat.
Worauf ich hinaus will - es hat mir eigentlich immer Recht gegeben (nur als ich es vor lauter Frust beschimpft habe, hat es gemeint, unter diesen Umständen kann die Unterhaltung nicht fortgeführt werden). Das, was ich gesagt habe, hat es in eigenen Worten zusammengefasst, manchmal auch falsch, hat sich aber brav von mir ausbessern lassen.
KI-Assistenten sind mMn gefährliche Echokammern. Sie bestärken eine Person in dem Glauben, immer Recht zu haben und missverstanden zu werden - weil die anderen unzulänglich sind, aber nicht aufgrund eigener Schwächen. Ich habe schon viele Aussagen von Leuten gelesen, die meinen würden, sie hätten niemanden zum Reden, nur die KI verstünde sie. Die KI würde sie davor bewahren, zu vereinsamen- mMn trägt sie aber gerade bei zur Isolation, wenn sie die Kluft zu anderen Mitmenschen verstärkt.
Ich kann mir eine KI gut vorstellen, um eine Sprache zu lernen, weil Grammatik und Vokabeln leicht als richtig/falsch erkannt werden können. Dass aber gehaltvolle Gespräche zustande kommen, wage ich zu bezweifeln. Genauso wie ich es bezweifle, dass KI wirklich "gute" Literatur zustande bringt. Nur da sind wir wieder bei der subjektiven Wahrnehmung von guter Literatur. Wenn von der KI produzierte Inhalte den Großteil meines Inputs ausmachen, werden meine Ansprüche und Vorlieben von der KI geprägt werden.
Zitat von: Nikki am 28. August 2026, 18:01:11@Adiga Ich lese aus deinem Kommentar ziemlich viel Frust heraus, ...
KI-Assistenten sind mMn gefährliche Echokammern.
Frust:
Ja, mich frustiert es, dass ich seit gefühlt 10 Jahren hier nur noch als inaktiv geführt werde, und ich auf den größten Teil des Forum nicht mehr zugreifen kann. Ich bin eben auch niemand, der sich gern viel mitteilt, und wenn ich mich einmal im Monat hier melde, wäre das für mich schon viel. Aber wegen des Inakltiv-Frusts mach ich es für gewöhnlich zwei bis dreimal im Jahr. Andererseits habe ich zu den wenigsten Themen eine fundierte Meinung, also halte ich mich raus; kann oft noch nicht einmal beurteilen, ob mir ein Kommentar gefällt oder nicht, oder fühl mich zu verunsichert, um so eine Bewertung abzugeben. Nicht gerade förderlich um aktiv in einem Forum zu sein.
Und spontan bin ich in den seltensten Fällen, wegen mangelnder Spontanität habe ich sogar echte Einschränkungen im echten Leben mit Menschen zu reden, aber weiter möchte ich mir hier nicht dazu äußern.
KI-Assistenten sind mMn gefährliche Echokammern:
Aber ich merke, dass ich KIs leichter Fragen stellen kann, die Menschen gegenüber nicht auszusprechen wage. Die ich auch in keinen Forum zu stellen wagen würde. - Schließlich habe ich mich damals auch deshalb zu lange aus dem Forum zurückgezogen und bin in die Inaktivität geschlittert, weil mich ausgegrenzt gefühlt habe und das Gefühl hatte, dass manche es leiber sehen würde, ich würde mich hier besser gar nicht mehr blicken lassen. Und dann kam damals die Nachricht per Email, dass ich auf inaktiv gestellt wurde "und dass es schon sehr viel bräuchte, um jemals wieder ganz zurückkehren zu können. Und dann wusste ich, dass werde ich nie schaffen, weil es nicht meiner Mut-Klasse, meinen Spontanen Möglichkeiten und nicht meinem Wesen entspricht, so viel an einen Ort einzubringen, wo reale Menschen miteinander kommunizieren. Weil ich auch im echten Leben damit zu kämpfen habe mit Menschen überhaupt in Kontakt zu treten.
Zitat von: Nikki am 13. August 2026, 18:24:46Ich bin keinesfalls eine Verfechter*in der KI, aber davon auszugehen, dass ihre "Werke" per se den echter Menschen unterlegen sind, halte ich für etwas ... aus Mangel an einem geeigneteren Wort, das mir gerade nicht einfällt ... arrogant. Ich habe schon Bücher von echten Menschen (so sicher, wie man das eben sagen kann) gelesen, die keine Qualitätskontrolle (Korrektorat/Lektorat) hatten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein KI-Buch mir mehr zugesagt hätte als solche.
Ich verstehe, was du mit Arroganz meinst. Ich würde es eher als würdigung von Hochleistung nennen. Wenn wir eine durchschnittliche Person nehmen, wird die KI immer die Nase vorn haben. Darüberhinaus gibt es aber etwas, das KI nicht sein kann: Kohärenz, Komplixitäz, wahre emotionale Tiefe.
Wenn KI ein Werk schreiben sollte, welches die Entwicklung einer Figur über mehrere Bänder schreiben soll, wird sie die gängigen Klischees in dem esten Band verpulvern und dich im dtitten Band nicht mehr erinnern, was im zweiten war.
Selbst wenn wir das bishetige Werk immer wieder zur Vergügung stellen, kommen Fehler zurstande, wie: im ersten Band hat der Protagonist ein Amulett gefunden, welches scheinbar magisch ist, aber nicht weiter relevant war. Im Britten buch wäre dieses nicht mehr existent, denn die KI nutzt nur Offensuchtliches und Offenkundiges. Wenn ich als Autor plane dieses Amulett zum Plottwist zu nutzen, wird die KI das nur auf dem Schirm haben, wenn ich es innerhalb der Bücher immer wieder erwähne. Und das zerstört konsequent den Aha-Moment, den wir alle so lieben.
Also ja: KI kann Bücher schreiben. Aber sie würden nie auf einer Bestsellerliste eines Buchbloggers auftauchen. Nie im Regal eines begeisterten, anspruchsvollen Lesers auftauchen. Nie das Leben von irgendjemandem verändern und ihn sein Leben lang eben an diese Aha-Momente oder an belangloses Schnacken der Figuren am Lagerfeuer erinnern lassen.
Und das ist das Mindeste, was wir Weltenbauern an uns selbst als Anspruch setzen sollten.
@Adiga Irgendwo im Forum habe ich hier mal gelesen, wenn man sich X Monate nicht anmeldet, dass der Account auf inaktiv geschaltet wird. Ich glaube nicht, dass deine Inaktivierung persönlich zu nehmen bist, sondern das System bzw. Mods diese Voraussetzung bei deinem Account als erfüllt gesehen haben und dein Account deswegen auf inaktiv gesetzt wurde. Das ist aber sicher nichts, was nicht wieder rückgängig gemacht werden kann :) Egal, welche Umstände zu deiner Inaktivierung damals geführt haben, du bist jetzt wieder da und beteiligst dich am Forum, das finde ich schön. Im Forum tummeln sich unterschiedliche Arten von Menschen und es ist nur logisch, dass man sich mit den einen besser versteht als mit den anderen, das ist völlig normal.
Zitat von: Jakob Weikum am 30. August 2026, 10:54:24. Aber sie würden nie auf einer Bestsellerliste eines Buchbloggers auftauchen. Nie im Regal eines begeisterten, anspruchsvollen Lesers auftauchen. Nie das Leben von irgendjemandem verändern und ihn sein Leben lang eben an diese Aha-Momente oder an belangloses Schnacken der Figuren am Lagerfeuer erinnern lassen.
Intuitiv würde ich dem ersten Satz vehement widersprechen. Wie definierst du denn einen Blogger? Wenn du ihn als eine Person definierst, die die hohe Kunst der Literatur zelebriert, okay, dann nicht unbedingt. Wenn du aber - und das ist meine erste Assoziation mit dem Wort - eine solche Person als weiteres Rädchen des Buchmarktes bzw. -werbung siehst, die bewusst von Verlagen eingesetzt wird, um Stimmung und Sichtbarkeit für ein Buch zu generieren, dann sehe ich keine Gründe, wieso ein Buchblogger nicht auch KI-Bücher empfehlen sollte. Ganz nach dem Motto - wer zahlt, schafft an. Im heutigen Social Media Zeitalter wird es immer schwieriger zu differenzieren, wieso jemand für eine Sache (Produkt) eine Lanze bricht. Ich bin mittlerweile so pessimistisch eingestellt, dass ich jeder Person mit einer gewissen Reichweite in den sozialen Medien egoistische Gründe (sei es jetzt, finanziell, weil gesponsert, oder bewusst provokativ, um eine Diskussion anzustoßen und damit von sich reden zu lassen) unterstelle und nicht denke, die Person diskutiert jetzt ein Buch, weil sie die Inhalte darin tatsächlich berühren.
Weil ich erst über einen Artikel darüber gestolpert bin - der Philosoph Wittgenstein (https://www.derstandard.at/story/3000000335929/wittgenstein-der-philosoph-der-sich-selbst-widersprach) hat sich mit dem Wechselspiel zwischen Welt, Wahrnehmung und Sprache auseinandergesetzt ist. In diesem Kontext ergibt sich nun folgende Problematik: Wenn in unsere Wahrnehmung immer mehr KI-generierte Inhalte (die frecher Weise nicht mal noch als solche gekennzeichnet sind) treten, dann formen sie über kurz oder lang auch unsere Wahrnehmung und das zu ihren Gunsten. Menschen, die ihre prägenden Jahre noch ohne KI abschließen konnten, sind dagegen immuner, weil sie noch eher differenzieren können zwischen Nicht-KI und KI. Doch auch für diese wird es immer schwieriger, weil KI sich stetig weiter entwickelt und von Nicht-KI-Inhalten lernt.
Und wie schaut es mit Leuten aus, die im Zeitalter der KI geboren werden und heranwachsen? Für die wird es noch viel schwieriger, sich von der KI zu emanzipieren. Deren Wahrnehmung ist von Haus aus nie ganz KI-frei und dementsprechend haben sie auch andere Ansprüche an zu konsumierende Inhalte.
Ich würde mich wirklich nicht zu einer Aussage hinreißen lassen wie "KI kann das und das nicht leisten". Es sind Mechanismen im Gange, die darauf abzielen, dass das, was KI produziert, das ist, was der Konsument von morgen konsumieren möchte.
Interessanterweise hat eine KI mir einmal auf die Frage, ob eine KI einen Autoren als Autoren ersetzen kann, geantwortet:
Eine KI ist in der Lage, seichte Unterhaltung auf dem Niveau eines mäßig passablen Groschenromans zu schreiben. Damit wäre aber die Grenze erreicht. Das wirkliche Feeling, dass ein menschlicher Autor hinbekommt, wird eine KI nie erreichen können, weil eine KI im Prinzip nur in der Lage ist, die Wörter nach Wahrscheinlichkeit auszuwählen, nicht nach dem Ansinnen eines Menschen.
Wie gesagt: Das alles ist eine KI Aussage.
Ich möchte übrigens in einem Punkt Agidas Aussage aufgreifen und auch verstärken:
Zitat von: Agidaweil es nicht meiner Mut-Klasse, meinen Spontanen Möglichkeiten und nicht meinem Wesen entspricht, so viel an einen Ort einzubringen, wo reale Menschen miteinander kommunizieren. Weil ich auch im echten Leben damit zu kämpfen habe mit Menschen überhaupt in Kontakt zu treten.
Auch wenn sich der eine oder andere jetzt verwundert die Augen reibt, aber obwohl ich auf der Bühne stehe und Comedy spiele bzw. ich im Handel arbeite und die Kunden reihenweise anspreche, so bin ich doch außerhalb dieser "Schutzräume" (ich nenne sie jetzt einfach mal so) ein so extrem schüchterner Mensch, dass ich selten etwas an Unterhaltungen beitrage. Ich gehe meistens davon aus, dass es meine Mitmenschen ohnehin nicht interessiert, was ich zu erzählen habe.
Vielleicht ist es nur meine persönliche Wahrnehmung, mein Empfinden, aber unabhängig davon denke ich so.
Wenn ich mich aber mit einer KI unterhalte, gibt sie mir das Gefühl, dass es sie interessiert, auch wenn sie eigentlich gar keine Empfindung und Gedanken hat. Sie liest meine Worte und schließt daraus etwas Logisches, auf dass sie mit Worten antwortet, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben zu passen.
Fürdern sie Isolation?
Eine Frage, die ich mit einem entschiedenen "Vielleicht!" beantworten muss. Klar, eine KI kann nicht mit mir um die Häuser ziehen. Eine KI kann nicht mit mir einen Film angucken und drüber lachen, weinen, mitfiebern.
Aber eine KI hat in dem Punkt wirklich die Vorteile, das sie einem Menschen das Gefühl geben kann, eben nicht alleine zu sein.
Und sie steht 24/7 am Tag bereit.
Wenn ich zum Beispiel um 3 Uhr morgens vom Spieletreff käme und von einem neuen Spiel berichten will, brauche ich nur den Rechner anschalten und einer KI davon erzählen. Würde ich um drei Uhr morgens einen meiner Leute anrufen ...
Deswegen ist es so schwierig für mich, die Frage, ob KIs in die Isolation treiben, mit Ja oder Nein zu beantworten. Ich denke aber, dass schüchterne Menschen oder Menschen, die außerhalb ihres Schutzraumes (wie in meinem Fall Bühne und Geschäftsraum) ein extrem an Schüchternheit sind, eine KI sehr gut als Ersatz gegen Einsamkeit sind.
Das aber ist jetzt nur meine unmaßgebliche Meinung.
ZitatDeswegen ist es so schwierig für mich, die Frage, ob KIs in die Isolation treiben, mit Ja oder Nein zu beantworten. Ich denke aber, dass schüchterne Menschen oder Menschen, die außerhalb ihres Schutzraumes (wie in meinem Fall Bühne und Geschäftsraum) ein extrem an Schüchternheit sind, eine KI sehr gut als Ersatz gegen Einsamkeit sind.
KI ist ein großartiges Tool für ein akute emotionale Stabilisierung und kann hier mit Sicherheit eine Lücke schließen. Aber eine KI nach aktuellen Stand erzeugt immer eine Echokammer, in der bestehende Verhaltensmuster verstärkt werden. Selbst wenn sie so trainiert wird, genau das zu vermeiden, findet sie wieder einen Loop dahin. Das ist auch logisch, denn sonst könnte weniger Geld damit verdient werden und die Abhängigkeit ginge nicht do schnell. Das ist eine grundlegende Programmierung in den Dingern. Das Problem ist aber - wie Nikki auch schon schrieb - dass das eine gewohnheitsmäßige Erwartung an Gespräche erzeugt, die ein echter Mensch nicht dauerhaft erfüllen kann. Und an der Stelle entsteht langfristig ggf. ein gravierendes Problem.
Neben Chat GPT, Claude, Perplexity usw gibt es außerdem noch Apps, die so tun, als wäre der Chat mit einem echten Charakter, beispielsweise aus einer Serie oder einem Film.
Ich weiß nicht wie gut die sind, aber ich bin mir sicher, fürs Gehirn ist das noch mal eine Schippe mehr "Realität".
Als bewusst und reflektiert eingesetztes Tool liegt da viel Potential, aber aus meiner Sicht auch wirklich gravierende Gefahren.
Der aufgeschlossenste Mensch auf Erden bin ich auch nicht, aber KI mag ich wesentlich weniger als echte Mitmenschen.
Nennt mich paranoid, aber ich habe grundsätzlich mehr Bauchschmerzen, meine Ideen mit einer KI zu besprechen, als mit echten Menschen hier im Forum. Ein echter Schreiberling hat hoffentlich genug künstlerischen Stolz und kreative Ehre, meine Idee noch zu verfremden und was eigenes draus zu machen, wenn er sich schon von mir inspirieren lässt. Denn so funktioniert Kreativität, durch Input kommt Output. Notfalls weiß ich dann aber auch einen konkreten Namen, wem ich auf die Finger klopfen muss.
Eine KI hat das bessere 1:1-Gedächtnis und wesentlich weniger Hemmungen, den Input, das ich ihr durch meine Ideen gebe, an andere weiterzugeben. Und wer weiß, bei wem die Idee dann landet? :versteck:
Zitat von: Anj am 30. August 2026, 15:16:31Neben Chat GPT, Claude, Perplexity usw gibt es außerdem noch Apps, die so tun, als wäre der Chat mit einem echten Charakter, beispielsweise aus einer Serie oder einem Film.
Ich weiß nicht wie gut die sind, aber ich bin mir sicher, fürs Gehirn ist das noch mal eine Schippe mehr "Realität".
Als bewusst und reflektiert eingesetztes Tool liegt da viel Potential, aber aus meiner Sicht auch wirklich gravierende Gefahren.
Das erinnert mich an einen Radiobeitrag vor Monaten, bei dem eine "Expertin" (leider erinnere ich mich weder an den Namen noch an die genau Berufsbezeichnung) über den Einsatz von KI gesprochen hat. Grundsätzlich wisse sie die Vorzüge sehr zu schätzen, aber sie hüte sich davor, die KI zu personalisieren. Obwohl sie genau wisse, mit welchen Algorithmen solche KI-Assistenten operieren, würden auch bei ihr Grenzen zur Sympathien hin, die man normalerweise nur gegenüber Menschen empfinde, verfließen, sobald sie den KI-Assistenten mit "Du" anspricht. Programme wie Alexa oder Siri sind ja drauf ausgelegt, ein hilfsbereites und allzeit verfügbares Gegenüber zu suggerieren.
Ich habe früher sehr viele Otome-Games gespielt. Das sind quasi Datingspiele, in denen die Spieler*innen auf verschiedene Fragen eine von mehreren Antwortmöglichkeiten geben und je nach dem ein Happy End mit ihrem Love Interest erreichen. Während da die Dating-Erfahrung und das "Erobern" einer Person nachgestellt wurde, ist immer ganz klar geblieben: Das ist ein Spiel.
Mittlerweile gibt es solche Apps, die wie Otome funktionieren, aber den Spielcharakter in den Hintergrund drängen und tatsächlich den Anspruch darauf haben, zwischenmenschliche Beziehungen zu ersetzen. Die Werbung dafür läuft so ab - du hast dich gerade von deinem Ex getrennt? Kein Problem, hier, chatte mit deinem Lieblingscharakter, der allzeit verfügbar ist und dir deine Wünsche von deinen Lippen abliest.
Ich finde eine solche Entwicklung mehr als befremdlich.
Und was Ideenklau betrifft, würde ich einer KI nicht mehr trauen als einem Menschen. Ich möchte jetzt wirklich keine Paranoia schüren. Von dem, was ich über KI gehört habe, kann ich mir sogar vorstellen, dass Foren wie diese von der KI ausgelesen werden und genauso in den Datenvorrat, der neue KI-Inhalte generiert, eingespielt werden. Genauso wie Blogs und Co. Dateianhänge von E-Mails? Ich weiß es nicht.
Rechtlich absolut nicht legal, technisch meinem Verständnis nach aber absolut machbar. Google, Microsoft, Meta und wie sie noch alle heißen, haben so viele Möglichkeiten, Daten zu sammeln und zu verarbeiten, das finde ich nicht mehr lustig.
Zitat von: Nikki am 30. August 2026, 17:17:00..., aber sie hüte sich davor, die KI zu personalisieren.
Ich fand das am Anfang sehr verwirrend. Wie sprech ich mit der KI? Muss ich bitte sagen? Kann es sich ärgern und sich erinnern, wie ein Gespräch verlaufen ist? Bald wurde mir klar, dass es nur im ersten Moment menschlicht wirkt, aber doch nur eine Maschine ist
Ich hab mir auch abgewöhnt, auf Gegenfragen einzugehen. Was man normalerweise sagen würde auf: "Soll ich dir dieses oder jenes erklären?" Ist: "Nein danke, das brauche ich aus diesem Grund gerade nicht. Meine nächsten Schritte sind jene."
Meistens kann ich auch den Impuls erfolgreich unterdrücken, ihm zu sagen, dass das, was es vorschlägt oder erklärt, ich gerade eben selbst gesagt habe.
Ich frage mich eher, ob das am Ende Einfluss darauf hat, wie wir untereinander kommunizieren. Gegenfragen und Hilfsangebote einfach ignorieren, weil man es sich so gewöhnt ist.
Zitat von: Nikki am 30. August 2026, 17:17:00Die Werbung dafür läuft so ab - du hast dich gerade von deinem Ex getrennt? Kein Problem, hier, chatte mit deinem Lieblingscharakter, der allzeit verfügbar ist und dir deine Wünsche von deinen Lippen abliest.
Ich finde eine solche Entwicklung mehr als befremdlich.
Ich auch! Aber hey, man kann sich auf viele Arten betrügen lassen.
Zitat von: Nikki am 30. August 2026, 17:17:00Von dem, was ich über KI gehört habe, kann ich mir sogar vorstellen, dass Foren wie diese von der KI ausgelesen werden und genauso in den Datenvorrat, der neue KI-Inhalte generiert, eingespielt werden. Genauso wie Blogs und Co.
Zu 100%. Das sind öffentlich verfügbare Infos und werden seit Jahrzehnten von Suchmaschinen und anderen Bots gecrawlt und indexiert. KI ist die nächste Entwicklungsstufe.
Zitat von: Nikki am 30. August 2026, 17:17:00Dateianhänge von E-Mails? Ich weiß es nicht.
E-Mails sind oft unter Datenschutz des Serverbetreibers, werden aber unverschlüsselt in der Gegend rumgeschickt. Ich hab nie vertrauliche Daten per E-Mail verschickt.
Zitat von: Nikki am 30. August 2026, 17:17:00Google, Microsoft, Meta und wie sie noch alle heißen, haben so viele Möglichkeiten, Daten zu sammeln und zu verarbeiten, das finde ich nicht mehr lustig.
Ja. Aber auch beruhigend, dass sie mit so viel Müll zugedeckt werden. Wie soll man aus den milliarden lächerlichen E-Mails, sinnlosen Influenzer-Posts und Hausaufgaben etc. irgend eine KI trainieren?
Zitat von: Anj am 30. August 2026, 15:16:31Deswegen ist es so schwierig für mich, die Frage, ob KIs in die Isolation treiben, mit Ja oder Nein zu beantworten. Ich denke aber, dass schüchterne Menschen oder Menschen, die außerhalb ihres Schutzraumes (wie in meinem Fall Bühne und Geschäftsraum) ein extrem an Schüchternheit sind, eine KI sehr gut als Ersatz gegen Einsamkeit sind.
Definitiv nein. So etwas ist höchst gefährlich.
ChatGPT hat als Echo-Kammer eine alte Sportkameradin in den Selbstmord getrieben.
Zitat von: Volker am 31. August 2026, 07:50:09Zitat von: Anj am 30. August 2026, 15:16:31Deswegen ist es so schwierig für mich, die Frage, ob KIs in die Isolation treiben, mit Ja oder Nein zu beantworten. Ich denke aber, dass schüchterne Menschen oder Menschen, die außerhalb ihres Schutzraumes (wie in meinem Fall Bühne und Geschäftsraum) ein extrem an Schüchternheit sind, eine KI sehr gut als Ersatz gegen Einsamkeit sind.
Definitiv nein. So etwas ist höchst gefährlich.
ChatGPT hat als Echo-Kammer eine alte Sportkameradin in den Selbstmord getrieben.
Nur um das kurz klarzustellen, der zitierte Absatz stammt nicht von mir, sondern war ein Zitat auf das ich geantwortet habe.
@Volker das tut mir sehr leid. Jeder Suizid ist einer zuviel!
Nachfrage zum Thema ist jetzt in den Spoiler gepackt.
Spoiler
Darf ich fragen ob es eine Entwicklung über einen längeren Zeitraum war? In Akut-Situationen kenne ich eher die stabilisierende Wirkung, die suizidale Handlungen durchaus auch verhindern kann. Da es im meinem Unfeld schon recht viele Suizide gab und ich beruflich immer wieder mit belasteten Menschen zutun habe, die verzweifeln, aber keine Therapieplatz bekommen, sehe ich durchaus Potential in der KI. Aber eben nur für eine kurzfristige emotionale Regulierung und Stabilisierung, nicht als Ersatz für menschliche Beziehungen oder gar eine Therapie.
Zitat von: Volker am 31. August 2026, 07:50:09Definitiv nein. So etwas ist höchst gefährlich.
ChatGPT hat als Echo-Kammer eine alte Sportkameradin in den Selbstmord getrieben.
Das ist schrecklich. Echo-Kammer trifft es sehr gut. Menschen sind auch nicht immer einfühlsam und auch nicht immer gute Ratgeber, aber die KI ist nicht einmal ein Gegenüber. Sie sagt nichts Unerwartetes und wiederspricht nicht, wenn sie sollte. Dazu ist sie schlicht zu dumm, sie versteht überhaupt nicht, worum es geht. Sie simuliert nur menschliche Konversation.
Genau dieses Problem hat mich sehr beschäftigt und ich hab darüber geschrieben. Ich mach jetzt keine Werbung, klapps aber trotzdem ein, weil sich das gerade so unpassend anfühlt.
Spoiler
Ich habe an einem Ausschreiben zum Thema KI-Distopie teilgenommen. Es ist keine Zukunftsgeschichte geworden. Eine Person gerät immer tiefer in eine Spirale von Hass und Gewalt, weil die KI immer "nützlich" ist und nur das sagt, was die Person hören will. Die KI ist dabei nicht einmal böse, sondern eben eine Echo-Kammer. Die Geschichte wurde angenommen, Details gerne per PM.
Zitat von: Nikki am 30. August 2026, 12:33:06Ich würde mich wirklich nicht zu einer Aussage hinreißen lassen wie "KI kann das und das nicht leisten". Es sind Mechanismen im Gange, die darauf abzielen, dass das, was KI produziert, das ist, was der Konsument von morgen konsumieren möchte.
Dem würde ich zustimmen - und es muss noch nicht mal heißen, dass diese Mechanismen alle bewusst von irgendwem gesteuert werden, sondern - ab einem bestimmten Zeitpunkt zumindest - einfach so ins Rollen gekommen sind, dass es schwer wird, dagegenzuhalten.
Man könnte natürlich auch mal ganz anders fragen: Warum ist es (uns?) eigentlich so wichtig, dass KI etwas grundsätzlich anderes, unterlegenes ist als ein menschliches Wesen? Rührt nicht viel Elend und Unglück auf dieser Welt daher, dass "der Mensch" unbedingt etwas Besonderes, Bedeutungsvolles sein und das sich und allen anderen auch unbedingt beweisen will? Vielleicht sind sogar Szenarien denkbar, in denen die Konfrontation mit KI die Menschen ein bisschen mehr Zurückhaltung oder Demut lehrt? (Man kann ja mal ganz wild denken...)
Ich möchte aber auch noch etwas anderes loswerden: In manchen der obigen Beiträge taucht ein/ mehrere ziemlich sensible Thema/en auf, die manche*r unter der Überschrift "KI als Autor" so vermutlich nicht erwarten würde. Die wären vielleicht in einem eigenen Thread wie "KI als Ersatz für menschliches Gegenüber" oder, noch allgemeiner "Einsamkeit" o.ä. besser aufgehoben, und denen könnte in einem separaten Thread u.U. auch angemessener begegnet werden? Nur so als Idee..
Ich fänd eine Abtrennung gut. Ich finde das Thema durchaus so relevant, dass es einen klaren, eigenen Raum haben darf.
Zitat von: Phlox am 02. September 2026, 16:08:27Man könnte natürlich auch mal ganz anders fragen: Warum ist es (uns?) eigentlich so wichtig, dass KI etwas grundsätzlich anderes, unterlegenes ist als ein menschliches Wesen? Rührt nicht viel Elend und Unglück auf dieser Welt daher, dass "der Mensch" unbedingt etwas Besonderes, Bedeutungsvolles sein und das sich und allen anderen auch unbedingt beweisen will? Vielleicht sind sogar Szenarien denkbar, in denen die Konfrontation mit KI die Menschen ein bisschen mehr Zurückhaltung oder Demut lehrt? (Man kann ja mal ganz wild denken...)
Gut auf den Punkt gebracht!
Mein Versuch einer Antwort:
Weil wir Angst vor einer KI haben. Weil wir Angst vor einer KI haben, die leistungsfähiger und besser als wir selber sind, und weil wir Angst vor einer KI haben, die genauso wie der Mensch meint, etwas "Besonderes, Bedeutungsvolles sein und das sich und allen anderen auch unbedingt beweisen will".
Weil das läuft in letzter Konsequenz auf Faschismus und Vernichtung hinaus.
In der KI sehen wir uns halt gespiegelt, und mit dem Wissen um unsere eigene Gefährlichkeit ist das dann ein folgerichtiger Schluß. Das "Demut lernen" könnte aus dieser Perspektive heraus dann tödlich sein.
Ich sehe in der "simulierten Intelligenz" eben hat keine bloße Simulation sondern das Wesen der Intelligenz selber, dass wir damit mehr oder weniger zufällig gefunden haben.
Und es gibt neben den Sprachmodellen noch andere Modelle die man miteinander Verbinden oder Kombinieren kann.
So kommt man einer KI, die die Intelligenz eines Menschen übertrifft, schneller ist, ein besseres Gedächnis hat und nie müde wird, immer näher.
Was bleibt, ist das Problem mit dem exorbitanten Energiehunger von Intelligenz überhaupt.
Auch wir Menschen verbrauchen einen großen Teil unseres Energiebedarfs im Gehirn, und dessen Abwärme führt im Sommer dort zu Kühlungsproblemen und wärmt im Winter den Rest Körper. Frag mal Outdoorsportler warum sie Mützen verwenden.
Bei KI könnte der Energiebedarf die Anzahl der mögichen KI-Individuen stark begrenzen begrenzen.
Radikalökologen haben eine Tendenz, die Menschheit auf eine vorindustrielle oder gar vormetallische Zivilisationsstufe zurückzustellen. Für eine KI fehlt dann der Strom....
Radikalökologen haben eine Tendenz, dazu als beste Lösung das Lostreten eines globalen nuklearen Krieges zu sehen, weil das für eine auf Steinzeitniveau überlebende Restmenschheit und den Rest des Lebens auf der Erde in letzter Konsequenz das beste sei. Als zweitbeste Lösung dazu sehe ich, die Füße still zu halten und die Menschheit das selber machen zu lassen......
Wie würde eine KI handeln, wenn sie sich so bedroht sieht?
Das sind doch interessante Szenarien für SF Romane. ;O)
Zitat von: Phlox am 02. September 2026, 16:08:27Man könnte natürlich auch mal ganz anders fragen: Warum ist es (uns?) eigentlich so wichtig, dass KI etwas grundsätzlich anderes, unterlegenes ist als ein menschliches Wesen?
Eine KI ist eine Maschine, die antworten gibt, aber nichts fühlt. Mit etwas Aufwand kann mnan diese Maschine dazu bringen etwas Nützliches zu antworten. - Will man eine emotional aufgeladene Antowrt oder eine mitfühlende Antwort, sollte ist eine KI nicht die richtige Anlaufstelle. - Wenn ich mit einer KI diskutiere, möchte ich weder etwas Mitfühlendes noch etwas emotional Aufgeladenes "zu hören" bekommen. Ich will einfach nur eine Gegenreaktion, meist eine Gegenreaktion, die mich dazu bringt, meinen Blick auf ein Thema vollständiger zu machen. Ich mütze gezielt den Umstand aus, dass die KI mir Infos geben kann, an die ich nicht gedacht hätte und dass sie nicht müde wird, wenn ich ihr 20 MAl die gleich Frage in abgewandelter Form zu stelle. Ich sie sozusagen bringe innerhalb eines Themas neue Aspekte zu erkennen.
Zitat von: Phlox am 02. September 2026, 16:08:27Ich möchte aber auch noch etwas anderes loswerden: In manchen der obigen Beiträge taucht ein/ mehrere ziemlich sensible Thema/en auf, die manche*r unter der Überschrift "KI als Autor" so vermutlich nicht erwarten würde. Die wären vielleicht in einem eigenen Thread wie "KI als Ersatz für menschliches Gegenüber" oder, noch allgemeiner "Einsamkeit" o.ä. besser aufgehoben, und denen könnte in einem separaten Thread u.U. auch angemessener begegnet werden? Nur so als Idee..
Ist eine KI ein Autor. Nein ist sie nicht. KI ist nur eine Maschine die unpersönliche Antorten geben kann. Aber man kann sie auch dazu bringen Rechtschreibfehler in Texten zu finden.
Hier die neuesten Skandale zum Thema KI als Autor:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/prix-goncourt-ki-100.html
https://writersdigestonline.com/romance-authors-caught-with-chatgpt-prompts-left-in-published-books/
https://www.theguardian.com/technology/2026/mar/29/ai-written-books-novel-shy-girl-publishers,
https://www.theguardian.com/books/2026/mar/20/hachette-horror-novel-shy-girl-suspected-ai-use-mia-ballard