Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum

Handwerkliches => Wie nenn ich nur...? => Das Sprachbastelboard => Archiv: Wie nenn ich nur...? => Thema gestartet von: Elena am 02. Mai 2008, 20:21:56

Titel: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: Elena am 02. Mai 2008, 20:21:56
Hallo ihr Lieben,

ich habe zur Zeit ein kleines Problem. Ich befinde mich gerade in der Polarnacht, die gewöhnlich länger als ein paar Tage dauert. Nun frage ich mich allerdings, wie ich das mit der Zählung handhaben soll. Konkret schrieb ich gerade:

"Gaslampen zu beiden Seiten der Straße erhellten die lange Nacht, die in wenigen Tagen mit dem Fest zur Sonnenwiederkehr enden würde."

Nun denke ich mir aber: Äh, hört sich schon blöd an - die Nacht, die in wenigen Tagen endet? Andererseits fällt mir kein anderer passender Ausdruck ein und auch wenn ich es einmal umgehen könnte, taucht das Problem noch öfter im Text auf.

Hat jemand von euch eine Idee, oder findet ihr, man kann es auch so (mit den "Tagen", die ja eigentlich nicht vorhanden sind) schreiben?

LG,

Elena
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: saraneth am 02. Mai 2008, 20:30:18
Hi Elena,

also ich finde den Ausdruck "Tag" in diesem Fall angebracht. Du sagst ja nicht: "Ich fahre in 2 Tagen und 2 Nächten nach London", sondern dann "Ich fahre in zwei *Tagen* nach London".

Was ich damit sagen will: Du unterscheidest doch Tage (dann, wenn es hell ist) und ganze Tage (24-Stunden Rhythmus). Wenn es sich um ganze Tage handelt, wäre das für mich kein Problem.

So, ich hoffe mal, du hast verstanden was ich sagen wollte. Ist bisschen kompliziert ausgedrückt.


LG
Saraneth
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: DarkDreamer am 02. Mai 2008, 21:49:02
Zitat von: saraneth am 02. Mai 2008, 20:30:18
Was ich damit sagen will: Du unterscheidest doch Tage (dann, wenn es hell ist) und ganze Tage (24-Stunden Rhythmus). Wenn es sich um ganze Tage handelt, wäre das für mich kein Problem.

Sehe ich auch so und hätte beim Lesen wohl auch keine Probleme damit. Ich weiß ja was gemeint ist!
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: Elena am 02. Mai 2008, 21:59:52
Ich bin bei solchen Dingen vielleicht mitunter etwas überkorrekt ...  :seufz: Auf jeden Fall vielen Dank, dann werde ich es so lassen. (Saraneth, ich verstehe sogar, was du meinst, glaube ich.  ;) )
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: Lavendel am 03. Mai 2008, 07:07:13
Du könntest es ja auch in Stunden ausdrücken, oder? Dann hört es sich gleich nach noch mehr Zeit an ;).
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: Lisande am 03. Mai 2008, 12:14:59
Ich finde auch, dass man es so machen kann - oder, wenn es Dich zu sehr stört, könntest Du auch die "lange Nacht" durch die "lange Dunkelheit" ersetzen.
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: Elena am 03. Mai 2008, 22:14:16
Mit den Stunden wird es etwas schwer, man rechnet ja normalerweise nicht in Stunden, das wäre schon komisch, denke ich. Oder noch komischer. ;)
Lisande, mit der langen Dunkelheit habe ich aber wieder dasselbe Problem drin, und wie gesagt, es geht ja nicht nur um diesen einen Satz, sondern allgemein um die Zählung. Da ist mir die Aussage, dass man es so machen kann, fast lieber. ;)
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: THDuana am 04. Mai 2008, 19:44:30
Hallo Elena,

ich finde auch, dass du ruhig "Tage" nehmen kannst. Klar fällt es einem kurz auf, aber die meisten Leser werden wohl darüber gehen und sich sagen: "Ja, die Sache mit den Tagen und den Nächten ist schon lustig, aber auch richtig."
Denn sie ist es ja. Wie saraneth schon geschrieben hat, gibt es den Tag als begrenzten Zeritraum zwischen Sonnenaufgang und -untergang und es gibt den Tag als Begriff für Zeit, nämlich die 24 Stunden, die mit Tag und Nacht gefüllt sind.

Ich weiß, es geht nicht direkt um den Satz, aber sollte es dir dennoch missfallen, könntest du ihn auch leicht umschreiben:
Gaslampen zu beiden Seiten der Straße erhellten die lange Nacht, die in Kürze mit dem Fest zur Sonnenwiederkehr enden würde.
Gaslampen zu beiden Seiten der Straße erhellten die lange Nacht, die mit dem bevorstehenden Fest zur Sonnenwiederkehr enden würde.
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: gefion am 06. Juni 2008, 19:11:34
Hmm.. wie reden denn die Menschen, die tatsächlich in dieser langen Nacht ausharren müssen? Norweger z.B.?
Ich persönlich tendiere dazu, nicht von Tagen zu sprechen. Elenas Vorschlag mit dem bevorstehenden Fest gefällt mir besser.
LG
Gefion
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: Shay am 08. Juni 2008, 09:22:35
Ich hatte gerade auch erst dieselbe Situation und das noch in einer Welt ohne Uhren. Dafür hatte ich den Vorteil, daß meine Leute unterwegs waren. Ich habe dann manchmal von "Tagesmärschen" gesprochen, sonst von "Tagen" und irgendwo mal kurz angedeutet, daß der Tag jetzt nichts mehr mit der Helligkeit zu tun hat, sondern einfach die wache Zeit ist (also zwischen zweimal Schlafen). Beschwert hat sich keiner.
Titel: Re: Die Tage in der Nacht
Beitrag von: Luisa am 22. Juni 2008, 17:14:10
Ich finde diese Formulierung überhaupt nicht störend, ich musste mir deine Frage sogar ziemlich gründlich durchlesen, um zu sehen, wo dein Problem liegt.
Es fällt einem nur auf, wenn man sich darauf konzentriert und unter Tagen nicht die "Tage", sondern die "ganzen Tage" versteht.
Falls es dir doch zu heikel ist, würde ich Duanas Vorschlag aufnehmen und den Satz umschreiben.