Hallo,
ich habe momentan ein kleines Problem, das aber eine große Auswirkung auf meine Geschichte haben könnte: Mir fällt ein passendes Wort nicht ein. Und ich kann es auch nicht beschreiben, sondern euch nur an Hand eines Bildes zeigen, das ich bei google.de rausgesucht habe.
http://www.marios-reisen.de/fotos/05_12_athen/097_hephaistos_tempel.jpg
Ich weiß, dass sich diese, nenne ich es aus Mangel an Beschreibungen mal Fläche, an kleineren Gebäuden Giebel nennt. Aber mir schwirrt noch im Kopf, dass es bei einer erheblichen Größe einen anderen Namen trägt.
Da es sich in meiner Geschichte nun um die Reichsbibliothek handelt und diese doch recht groß ist, bin ich schon die ganze Zeit am surfen und schauen, wie es sich nennen könnte.
Das Gebäude in meiner Geschichte ist nicht direkten griechischen Ursprungs (so wie das Bild), aber daran angelehnt, so wie die Bauten der Klassik, die sich ja bekanntlich an der Antike orientierten.
Ich habe leider kein besseres Bild gefunden, auf dem die Fläche, deren Name ich suche, gut zu sehen ist und deshalb habe ich dieses griechische Gebäude genommen.
Vielleicht kann mir ja jemand helfen. Ich wäre jedenfalls sehr dankbar.
LG
Saraneth
[Edit: @ Mods: Oh... verd****. Ich war mir nicht sicher, in welches Board es am besten passt. Sorry. :-\]
Hallo Saraneth,
hast du dieses Bild selbst geschossen oder hat dir der Fotograf die Genehmigung gegeben, es zu bearbeiten? Wenn nicht, muß ich dich bitten, das Bild aus deinem Beitrag zu entfernen und auf das Original zu verlinken (nicht einbinden, nur verlinken).
Ich glaube übrigens, das Ding was du meinst ist ein Giebel. Aber Coppi weiß es bestimmt.
So, ist verlinkt. Ich hoffe man weiß jetzt trotzdem noch, was gemeint ist. Denn der Pfeil ist nicht mehr drin; den habe ich ja selbst reingemalt um das Verständnis zu erhöhen.
Ist die dreieckige Form des Tempeldachs gemeint? In de oratore ist an einer Stelle von Tempeldächern die Rede, und da heißt es wirklich "Giebel".
Ja, genau. Es ist die dreieckige Fläche gemeint, die von den Säulen getragen wird. Allerdings die gan *innen*.
Kannst du vielleicht deinen Textausschnitt posten, damit ich besser verstehe, was gemeint ist? Ein Experte für Tempeldächer bin ich ja nun auch nicht, da sollte man vielleicht einen Archäologen fragen. Andererseits, wenn es nur ein Fachwort dafür gibt, ist ein normales Wort wie Giebel im Text vermutlich verständlicher.
"Mehrere Säulen trugen ein ganz aus weißem Stein gefertigtes Vordach, auf dessen Giebel etwas in schwarzen Lettern geschrieben stand."
Das ist der Satz, in dem das Wort vorkommen soll.
In der griechischen Architektur heißt die innere Giebelfläche "Tympanon", aber den Begriff kannst du wohl kaum für einen Roman verwenden. :-\ Allerdings ist das der einzige Fachbegriff, den ich bisher im Archäologiestudium gelernt habe. Daher nehme ich an, dass man das auf Deutsch tatsächlich nur als "Giebelfläche" kennt.
Es gibt im Deutschen auch noch den Ausdruck "Stirnseite" eines Gebäudes.
Das Synonym-Lexikon hat mir gerade zur Stirnseite noch folgende Alternativen angeboten:
Vorderseite, Front, Hauptansicht, Schauseite, Fassade, Straßenseite, Vorderansicht, Oberfläche
Dazu würde ich noch hinzufügen: Straßengiebel, Frontgiebel, Vordergiebel.
Dann wäre da noch die Möglichkeit, "über dem Portal" zu schreiben, wobei das Portal für den Haupteingang steht.
@ FeeamPC: Das ist echt nicht schlecht! Ich werde schauen, was davon ich am besten einbauen kann. Danke für deine Mühe! :)
Wobei natürlich Stirn- oder Frontseite oder Fassade viel mehr meint als nur den Giebel. Wenn da also dann steht, dass auf der "Stirnseite etwas in schwarzen Lettern geschrieben stand", klingt das so, als ginge die auch tatsächlich über die gesamte Vorderseite des Gebäudes und wirkt auf mich von der Beschreibung her sehr schwammig.
Da wäre "über dem Portal" oder Vordergiebel oder so etwas in der Art meiner Meinung nach doch deutlich präziser.
Du kannst ja auch schreiben "auf dem Giebel über dem Eingang". Wenn ich das richtig verstanden habe, dürfte das hinkommen?
Die verzierbare Dreiecksfläche nennt man (zumindest wenn sie verziert ist auch Fries (s. z. B. Parhenonfries)
@ Coppelia & felis: Beides bestimmt möglich; wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob Fries nicht wieder zu speziell ist. :hmmm:
Hm, Fries passt da eher nicht - ein Fries hat ja in der Architektur nichts mit dem Giebel zu tun, sondern ist (zumindest in der antiken Architektur) ein waagrechtes Bauglied, das oft unter dem Giebel liegt (also quasi zwischen Säulen und Giebel) oder z.B. auch an der Innenseite von Triumphbögen oder an Altären angebracht ist.
Auch der Parthenonfries war ja nicht in der Dreiecksfläche angebracht (der ist nämlich über 150 m lang, wenn ich mich recht erinnere).
@ Judith: Hm... ich weiß es nicht. Was hälst du denn für das beste?
Also ich würd mich ja Coppelias Vorschlag "auf dem Giebel über dem Eingang" (oder Portal) anschließen. :)
Letztendlich kommt es ja auch drauf an, was dir persönlich am ehesten zusagt, aber unter Fries würden sich wohl einige was anderes vorstellen.
ZitatLetztendlich kommt es ja auch drauf an, was dir persönlich am ehesten zusagt
Ja, klar. Aber ich wusste ja nicht, wie es heißt, von daher konnte ich auch nicht beurteilen ob Fries richtig oder falsch ist. Deshalb habe ich vorsichtshalber noch mal nachgefragt. :winke:
So weit ich mich an meinen Kunstgeschichte Unterricht zurück erinnere, sagte man Tympanon, wenn es ein griechischer Tempel war, oder eine solchen durch eine Dreiecksgiebel architektonisch zitierte.
(In der Renaissance und im Klassizismus bezog man sich am stärksten auf den klassischen griechischem Baustil der Antike)
Beschreiben würde ich es so... "In der Dreiecksfläche eines Giebels, der dem klassischen griechischen Stil nachempfunden schien, befand sich folgendes..."
@ Adiga: Danke für deinen nachgereichten Vorschlag, aber ich habe mir schon eine der Formulierungen rausgesucht. ;) Hat sich also schon alles erledigt.
Rein Bautechnich, nennt sich dieser Abschnitt Giebel oder Dachgiebel
Zumindest heißt es in unserer heutigen Sprache so.
Diese Tempel wurden, im übrigen, in eine Dreigliederung unterteilt. Die Basis stand für die Unterwelt,
die Säulen für die menschliche Welt und der Dachgiebel für die Götterwelt.
Eine kleine Kuriosität noch anbei. ""Nur die Götter sind perfekt."" Dieses alte griechische Sprichwort nahmen sich die alten Griechen so zu Herzen, daß sie in jeden Tempel den sie bauten kleine Fehler intigrierten, um die Götter nicht zu erzürnen.