Mich beschäftigt zurzeit das Thema Subtext bzw. unterschwellig Informationen vermitteln. Unter anderem angeregt durch den ,,Gute Dialoge"-Thread ist mir aufgefallen, dass das einen grossen Einfluss darauf hat, wie gut ich eine Passage oder ein ganzes Buch finde. Mir gefällt Subtext unheimlich gut.
Nur, wie macht man das als Autor? Woher weiss man, ob die gewünschte Information ankommt, wenn sie nicht explizit ausgesprochen wird? Dabei gibt es ja nichts Schlimmeres, als Geschichten, die einem die Informationen mit dem Holzhammer um den Kopf hauen. Aber wie kann ich wissen, wann ich genau das tue oder eben zu wenig Information gebe oder genau richtig bin?
Ein Beispiel: In ,,Glas" von Stephen King gibt es eine Zeile, in der es heisst: "Er schaute seinen einzigen Sohn eindringlich an. Der einzige, der überlebt hatte." (Ist im Original natürlich besser formuliert). Man erfährt nicht, was mit den anderen passiert ist oder wie viele andere es waren. Es ist zu vermuten, dass sie bei der Geburt gestorben sind. Aber man weiss bis dahin noch nicht einmal, dass der erwähnte Sohn überhaupt Geschwister hatte (oder gehabt hätte, hätten sie überlebt). Und man weiss dann auch gleich, wie wichtig dieser einzige Sohn dem Vater nun ist.
In der TV-Serie ,,Gotham" gibt es das, was ich meine, übrigens in fast allen Dialogen, besonders jene zwischen den Bösewichten. Eine Person sagt etwas und meint etwas anderes und man weiss als Zuschauer ganz genau, was sie wirklich meint und der Gegenspieler weiss es auch – nur wird es eben nicht direkt ausgesprochen.
Nun weiss ich nicht, ob diese Autoren sich da so viele Gedanken darüber machen oder ob das eine Art Talent ist. Jedenfalls würde ich so etwas auch gerne können bzw. üben. Aber ich weiss nie, wo ich stehe. Deshalb meine Frage: Kennt sich jemand damit aus? Habt ihr solche Sachen schon versucht? Und wie ist es gelungen, was sagen eure Leser (auch Betaleser oder Freunde)? Überlegte ihr euch das gründlich oder kommt euch das einfach mit der Schreiberfahrung?
Hm, das Beispiel mit dem Sohn hätte ich jetzt nicht unbedingt als Subtext gesehen. Aber ich finde es auch immer unheimlich schwer, so etwas zu erklären oder ad hoc ein Beispiel zu finden.
Zu Deiner anderen Frage: man kann leider nie alle Leser mitnehmen. Viele lesen nicht aufmerksam, oder sie achten auf andere Dinge des Textes und sind damit so in Anspruch genommen, dass sie das schlicht überlesen.
Im Prinzip muss man Subtext als Mehrwert begreifen: eine zusätzliche Ebene des Textes, die einige Leser erfreut. Aber genau wie bei historischen oder naturwissenschaftlichen Anspielungen werden das nie alle Leser mit erfassen, damit muss man leider leben.
Ich wäre beispielsweise bei Anspielungen auf Naturwissenschaft relativ verloren * und würde das glattweg überlesen oder für 100 % originale Erfindung des Autors halten, die Bezüge zu tatsächlicher Naturwissenschaft mit allen Implikationen und realen Personen gingen mir vollkommen ab.
Jeder Leser nimmt andere Dinge aus einem Text mit und wenn sich drei Leute unterhalten, bekommt man vielleicht unterschiedliche Aussagen darüber, was das Besondere an einem Buch ist. Nicht, weil die anderen Gesprächsteilnehmer etwas anders bewerten, sondern weil sie es vollkommen überlesen haben.
* Sehr markante Sachen wie die Dark Lady of DNA oder den William Buckland mal ausgenommen.
Mir geht es wie Fianna, das Beispiel ist für mich eigentlich kein Subtext. Eher das, was du danach beschrieben hast. Ich mache das gerne und häufig, ob es mir immer gelingt, weiß ich nicht. Manchmal plane ich es, manchmal kommt es von allein, aber forcieren kann ich es nicht. Die Stelle muss sich anbieten und es muss natürlich aus den Charakteren entstehen. Bei "Die Tage, die ich dir verspreche" gibt es eine Szene, in der Noah mit seinem Freund über Autos spricht, aber es geht um was ganz anderes. Die beiden verwenden Autos und damit zusammenhängende Themen und Begriffe lediglich als Metapher. Ich habe den Dialog abgeschlossen mit: sie wussten beide, dass sie längst nicht mehr über Autos redeten. Meine Lektorin meinte dazu: ja und die Leser haben es auch kapiert, also streichen wir den Satz. ;D
Dass man nicht immer alle mitnehmen kann, stimmt leider auch. Bei Die Dunkelheit in dir habe ich versucht, die ganze Geschichte durch Sex zu erzählen. Die wahre Bedeutung und der Plot wird zwischen den Zeilen durch die Berührungen und Gefühle der Protagonisten transportiert. Wenn man die Rezis liest, merkt man auch sehr gut, dass einige Leser jedes Seufzen so interpretiert haben, wie es von mir beabsichtigt war. Den anderen ist es einfach nur zu viel Sex. ;D
Ich weiß noch nicht einmal so genau, was Subtext eigentlich ist und dabei bilde ich mir ein, dass meine eigenen Geschichten überhaupt nur durch ihre Subtexte leben. Da geht das Geeiere also schon los. Vielleicht ist ein Subtext, das nicht ausgesprochene. Und das gibt es auf jeder Ebene. Jeder Leser weiß (oder auch nicht), worum es in er ganzen Geschichte geht, obwohl es nie gesagt wird. Und was für die ganze Geschichte gilt, gilt auch für einen einzelnen Satz in einem Dialog.
Nicht jeder Leser bekommt die Subtexte mit. Man merkt das als Autor oft in den Rezensionen. Wenn davon die Rede ist, dass jemand keinen Zugang zu der Geschichte findet, oder meint, ein Thriller wäre langweilig, weil zuwenig Blut fließt. Ich erinnere mich an eine Diskussion, wo jemand sagte, dass Magier der Erdsee doch quälend langweilig sei. Dass da nichts passiert. Und dabei ist diese Trilogie von Ursula LeGuin heute genauso Kult wie Tolkiens Bestseller. Klar, wenn ich die vielen Dinge zwischen den Zeilen nicht entdecke und nur wenig Action vorhanden ist, dann ist dieses Werk in der Tat langweilig. Und mich hat es von der ersten Zeile an so gefesselt, dass ich von da an nur nioch schreiben wollte.
Üben kann man es im Kleinen in Dialogen. Eigentlich sollte das Frauen doch leicht fallen, beschweren sich Männer doch immer darüber, dass Frauen nie sagen, was sie meinen. Und Frauen amüsieren sich darüber und sagen zueinander: "Das ist ein Mann. Dem musst du sagen wie es ist. Sonst versteht er es nicht."
Dieses Phänomen ist im übrigen gut untersucht. Eine Frau kann einem einfachen Satz vier Bedeutungen geben, der Mann ind er Regel nur eine. Ich müsste jetzt nachschauen, welche das sind. Ichv habs mir notiert, weil es mich so beeindruckt hat. Es gibt auch einige Bücher, die sich über die Missverständnisse zwischen Mann und Frau auslassen. Da gibt es haufenweise Beispiele.
Ein Klassiker ist folgender. Der Mann fragt, wann das Kino anfängt. sie sagt: "Du kannst noch in aller Ruhe Dein Buch zuende lesen." Gilt auch für meine eigene Ehe. Auf Wann-Fragen, bekomme ich nie eine Uhrzeit als Antwort. Ich frage schon gar nicht mehr. Oder ich frage nicht mehr mit "wann". Um wieviel Uhr ... Das funktioniert.
Liebe Grüße
Trippelschritt
Das ist ein wenig wie mit Sprache, die ja auch je nach Herkunft, Bildung und Lebensumgebung im Subtext Informationen weitergibt: An die Leute, die eben diese Art der Sätze verstehen, während andere, zum Beispiel Ausländer oder auch nur Leute aus einem anderen Bundesland mit etwas anderer Lebensart nur rein die weitergebene Information abrufen können.
Mich wundert es manchmal, dass Dinge, die für mich glasklar im Subtext formuliert sind, für andere garnicht vorhanden zu sein scheinen. Ein sehr komplexes Thema.
Jaja, der Subtext. Mich erinnert er immer an Wasser. Wenn man ihn fest zu packen versucht, zerfließt er. Mir gelingt er meistens nur, wenn ich gerade gut im Flow bin, die Empathie zu den Charakteren ihren Höhepunkt erreicht hat und mein Gehirn auf Unterbewusstsein programmiert ist. Trippelschritts Ansatz der verschiedenen Bedeutungen eines einzigen Satzes finde ich allerdings hilfreich. Der Kommunikationstheorie von Schulz von Thun nach besitzt schließlich jede Aussage vier Ebenen: Sachinformation, Beziehung, Appell und Selbstoffenbarung. Vielleicht kann man sich dem Subtext - nicht nur in Dialogen - bewusst nähern, wenn man versucht, alle vier Ebenen zu nutzen.
Mein Lieblingsbeispiel ist immer noch die Frau, die zu einem Mann im selben Raum sagt: "Mir ist ein bisschen kalt."
Sachebene: Ihr ist kalt.
Beziehung: Offenbar sind die beiden vertraut, andernfalls würde eine solche Bemerkung nicht so direkt fallen.
Appell: Mach das Fenster zu. / Bring mir einen Pullover. / Nimm mich in den Arm.
Selbstoffenbarung: Sie friert. Gleichzeitig kann es aber auch der Wunsch nach Aufmerksamkeit sein.
Bisher habe ich es nicht versucht, mir ist nur gerade beim Lesen des Threads in den Sinn gekommen, dass man dies auch in Erklärungen, Gedankenfetzen und inneren Monologen nutzen könnte, genauso wie in Gesten und äußeren Handlungen. Aber ist das "Subtext"? Ehrlich gesagt gehört dieser zu den Begriffen, die ich selbst nicht klar definieren kann. Ein Versuch: Der Text drückt mehr aus, als explizit in Wörtern geschrieben steht. Wo ist allerdings die Grenze zwischen direkter Information und den Informationen, die zwischen den Zeilen stehen?
Angelas Gedanken finde ich auch interessant. Man muss für ein Verständnis von Subtext ein Gefühl für die Sprache besitzen. Kleine Unterschiede in der Betonung und der Satzstellung, die Wahl eines Begriffes an einer bestimmten Stelle, kann den entscheidenden Unterschied bedeuten. Deswegen finde ich das Lesen von Texten in Sprachen, die ich nur ansatzweise beherrsche, extrem schwierig. Der Handlung ist zwar zu folgen, aber man verpasst, was darüber hinaus vor sich geht, und versteht daher womöglich auch Teile des äußeren Geschehens nicht. Im Gegensatz zum Autor nehmen die Leser diese Nuancen der Sprache zumeist wohl nur unterbewusst wahr. Deswegen halte ich es für wichtig, besonders bei der Überarbeitung auf Feinheiten der Sprache zu achten - auf Sachebene ist vielleicht egal, ob die Frau sagt: "Kalt hier." oder "Ich friere.", auf den übrigen Ebenen kann das ganz anders aussehen.
Interessantes Thema!
Also ich finde Subtext immer toll (egal ob in Buch oder Film), aber mir fällt es schwer, Subtext zu schreiben. Wenn er denn mal bei mir vorhanden ist, dann wohl eher auf zufällige / unbewusste Weise.
Seit einiger Zeit versuche ich allerdings, Subtext auch mal bewusst zu produzieren (mit eher bescheidenem Erfolg). Am besten funktioniert es für mich, wenn ich den Dialog / die Szene erst in voller Länge ausschreibe und alles reinpacke, was der Leser in meinen Augen mirbekommen soll.
Danach fange ich an, radikal zu streichen. Gerade bei Dialogen streiche ich fast alles raus und kontrolliere, ob das "Gerüst" noch verständlich ist. Wenn nicht, füge ich noch etwas hinzu.
Ansonsten hilft es mir auch, wenn ich die Figuren zuerst über das eigentliche Thema sprechen lasse (z.B. Königreich) und ersetze dann dieses Thema / Wort durch etwas anderes (Schwert). Danach schaue ich mir wieder an, ob der Text noch verständlich ist (oft ist er es erstaunlicherweise) und passe ihn entsprechend an.
Ich muss den anderen allerdings zustimmen. Ich halte es für ausgeschlossen, dass jedem Leser solcher Subtext auffällt. Dazu überliest man manche Sachen zu schnell, denkt gerade nicht gut genug nach / ist abgelenkt oder hat zu dem Thema keinen Zugang.
Zitat von: Trippelschritt am 16. August 2016, 14:03:28
Nicht jeder Leser bekommt die Subtexte mit. Man merkt das als Autor oft in den Rezensionen.
Oh ja, das kenne ich auch sehr gut. Besonders lustig ist es dann, wenn zwei Rezensenten den selben Textausschnitt völlig gegensätzlich beurteilen. Jeder Mensch hat eben seine eigene Art, Sprache aufzunehmen und zu verstehen.
Zitat von: Witch am 16. August 2016, 13:00:21
Woher weiss man, ob die gewünschte Information ankommt, wenn sie nicht explizit ausgesprochen wird?
Wirklich wissen kann man das als Autor nie. Das ist mir bei einem Hörbuch klargeworden, als ich anhand der Intonation der Sprecherin merkte, dass sie meinen Subtext anders interpretierte hatte als ich ihn verstanden wissen wollte. Das war nicht tragisch, gehört aber zu den Dingen, mit denen man als Autor einfach rechnen muss. Unterm Strich sind das wahrscheinlich pure Erfahrungswerte.
Ein bisschen ist das wie früher in der Diplomatie. Das sagte man auch nicht immer das, was man meinte, und verließ sich darauf, vom Gegenüber verstanden zu werden.
Was man tun kann für schönen Subtext?
Seine Figuren und seine Welt kennen und ihnen ein Stück weit vertrauen. Das ist zumindest meine Erfahrung.
Siara hat schon geschrieben, dass Subtext häufig dann auftaucht, wenn man im Flow ist und das Schreiben wie von selbst läuft. Das ist auch meine Erfahrung. 'Im Flow sein' heißt für mich vor allem, nicht mehr bewusst überlegen zu müssen, was die Figuren tun, denken, sagen und warum, sondern sie machen selbst. Und dann bringen sie ihren eigene Subtext mit.
Die Figuren machen lassen geht widerum umsoeinfacher, je lebendiger sie sind, was für mich bedeutet, ich muss ein klares Gefühl für sie haben. Gleiches gilt für die Welt.
Dazu kommen noch so Sachen, die eher mit der Umwelt zu tun haben. Was für eine Atmosphäre? Je nach dem, wie man eine Familienfeier beschreibt, kann dass der pure Glückshimmel sein, leicht unheimlich, total anstrengend oder Laaaaaangweilig.
So etwas kann man super üben. Z.B. mit zwei Lostöpfen: In einem sind Situationen, im anderen Atmosphären. Dann wird aus beiden je einer gezogen und dann ... wird geschrieben.
(Das habe ich tatsächlich vor langer Zeit im Literaturlabor Wolfenbüttel gemacht, und es hat mir ein bisschen was beigebracht und für schöne Texte gesorgt)
Und stimmt, Subtext für alle gibt es nach meiner Erfahrung nicht. Es ist immer einer dabei, der es überhaupt nicht kapiert und einer, dem es zu plakativ ist. *seufz* ;)
Liebe Grüße,
KaPunkt
Das bekannteste Beispiel für Subtext in Erzähltem, das auch im deutschen wikipedia mit Ben Hur als Beispiel auftaucht, ist ja heutzutage immer noch die homosexuelle Beziehung. Da klappt das dann - meinem Verständnis und meiner Beobachtung nach, wo Leute Subtext sehen - so, dass alle "beats" getroffen werden einer romantischen Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Charakteren: Treffen, Schwärmerei, Annäherung, Verliebtheit, weitere Annäherung, körperliche Nähe, zueinander stehen, "Liebes"Geständnis, usw., welche "beats" man auch immer hat, aber es wird nie benannt, nie geküsst, nie Sex gehabt. Dazu dann noch ein paar Kodierungen, etwa wenn die weiblichen Hauptcharaktere mit dem genannten Schema in der Scissors Street wohnen. Oder auch nur eines von beiden. Das kann man sicher übertragen auf andere Sachen mit "klarem" Ablauf und/oder klaren Kodierungen.
Beispielsweise könnte die Hauptcharakterin, die ihre Mutter nie kannte, auf eine ältere Frau treffen, mit ihr Fotoalben durchgucken, entdecken, dass sie in der gleichen Straße gewohnt haben, die Frau im Krankenhaus besuchen, die restliche Familie kennenlernen, dann stirbt die Frau und hinterlässt ihr ein Erbstück aus der Familie, etc. pp. Und der Subtext wäre, dass das doch hundertpro die Mutter sein muss, weil Familienzusammenführungen in Romanen mit diesen "beats" und Kodierungen so funktionieren - es wird aber nie erwähnt und bleibt damit Subtext.
Von daher stimme ich Kerstin zu, wenn man das auf den Text gesamt überträgt, nicht nur auf Dialoge.
Zitat von: Kerstin am 16. August 2016, 14:36:53
Ansonsten hilft es mir auch, wenn ich die Figuren zuerst über das eigentliche Thema sprechen lasse (z.B. Königreich) und ersetze dann dieses Thema / Wort durch etwas anderes (Schwert). Danach schaue ich mir wieder an, ob der Text noch verständlich ist (oft ist er es erstaunlicherweise) und passe ihn entsprechend an.
Und dass man natürlich nur Zugang dazu hat, wenn man die "beats" und/oder die Kodierungen erkennt/erkennen will bzw. eingeweiht ist.
Edit: Also das bezieht sich jetzt auf Subtext, wie ich den Begriff kenne. Dein Beispiel,
@Witch , würde ich eher als Management von Geheimnissen und dieses "Wie lässt man eine Welt größer erscheinen, als sie ist" einordnen.
Ich kann das nur bestätigen. Man muss als Leser/Autor wissen, was eine Aussage außer der reinen Sachebene noch transportiert. Und das gaht nur, wenn man mögliche Kontexte kennt. Ich habe als junger Mann Auf Messers Schneide gelesen (Somerset Maugham). In dem Buch kam eine Szene vor, in der ein Lebemann und Diplomat auf einer Gesellschaft mit einer erfolgreichen Frau spricht, die sich über ein junges Ding ärgert, das etwas zu viel aufmerksamkeit bekommt. Oder so was Ähnliches. Und er sagt zu der Frau sinngemäß: "Sie ist doch keine Konkurrenz für Sie. sie mit Ihrer Erfahrung." Ich fand das damals so reffiniert geschrieben und staunte, was man so schreiben kann als guter Autor. Heute halte ich das für alles andere als subtil formuliert. Na ja, ich bin älter und habe mehr Lebenserfahrung gesammelt.
Für die erfahrene Frau ist das kein Trost, sondern eine schallende Ohrfeige, sagt der Diplomat doch ganz einfach, dass sie mittlerweile eine alte Schachtel ist. Diesen Subtext kann man aber nur erkennen, wenn man weiß, wie wichtig für eine bestimmte Gruppe von Frauen - und die ist nicht klein - das Bild jugendlicher Frische ist, denn nur die Jugend ist schön. Oder die Frau, die jugendlich schön aussieht. Bei einem Mann ist das anders. Ihn machen oft erst die richtigen Falten interessant. Und all das muss man wissen - oder es muss einem gerade einfallen - wenn man einen solchen Satz liest. Und das ist nur ein einziger Satz.
Der jeweilige soziokulturelle Zusammenhang plus der dazugehorigen psychologischen Situation müssen bekannt sein. In Fantasy ist das schwierig, weil man die Welt selbst erfunden hat.
Und was soll ein Mann machen, wenn eine Frau ihn fragt: "Sag mal Schatz, findest Du mich zu dick?" Meine Empfehlung ist, weglaufen oder den Idioten spielen: "Das kann ich dir nicht beantworten. Mit solchen Dingen kenne ich mich nicht aus."
In diesem Sinne
Trippelschritt
Ich mag Subtext in Dialogen sehr gerne, vor allem, wenn dadurch eine Aussage inen Hauch Ironie oder Sarkasmus bekommt.
Erreichen tun das Autoren, bei denen ich es bewusst gelesen habe meistens auf einer der beiden Arten:
Durch die beschreibung der Körpersprache, insbesondere der Mimik. Hochgezogene Augenbrauen, ein schnauben durch die Nase, ein verzogener Mundwinkel, eine unbewusstes Zupfen am Ohr können in einem Dialog zusätzlich zum Text der Sachebene ein Gefühl vermitteln.
Der andere Weg ist der für mich elegantere, aber auch wesentlich schwerer selbst zu erreichende: Dadurch, dass man die Gedanken und Gefühle des Protagonisten gut kennt, merkt man als Leser (nicht aber der Gesprächspartner des Protagonisten), dass eine Aussage anders oder zusätzliche anders gemeint ist als gesagt.
Zum Beispiel, wenn der Protagonist bei jemandem etwas erreichen will und wir als Leser genau wissen, dass er sich verstellt, um sein Ziel zu erreichen und mitfiebern, ob er es schafft.
Da fällt mir noch etwas ein: Humor, wie er in dem Roman "Die Mütter Mafia" vorkommt ist voller ironischer Anspielungen, die teilweise durch ganz einfache Aussagen eine herrliche Wirkung entfalten, so dass man beim Lesen oft herzlich lachen muss.
Da kommt der Subtext eher durch die Absurdität bestimmter Aussagen zustande, wo der Protagonist dann nur noch zustimmt oder es übergeht, weil er (oder sie) sich denkt: "Was soll ich dazu sagen?"
Viele grüße
Tanja
Wow, so viele spannende Ansichten. Ich lese hier fleissig mit, habe aber momentan nicht die Zeit, auf alles einzeln einzugehen. Kommt dann irgendwann später wahrscheinlich ein Mammut-Beitrag von mir. Danke schon einmal für eure Antworten! :)
Interessante Ansichten wurden bereits mitgeteilt. Ich möchte nur noch anfügen, vieles kann auch durch Gesten übermittelt werden. Da braucht es keine Worte um zu verstehen. :)
Zitat von: Siara am 16. August 2016, 14:31:48
Jaja, der Subtext. Mich erinnert er immer an Wasser. Wenn man ihn fest zu packen versucht, zerfließt er.
Mir geht es da sehr ähnlich. Ich weiß insofern, was Subtext ist, dass ich es in Büchern (und Filmen) und auch beim Schreiben erkennen kann, aber ich könnte nicht sagen, was
genau Subtext ist oder wie ich ihn schreibe, geschweige denn könnte ich das jemandem erklären. :d'oh: Dabei mag ich Subtext sehr und bin der Meinung, dass er umso besser wird, je mehr man über seine Figuren weiß - und je weniger man davon tatsächlich im Text stehen hat.
Subtext ist das Antonym vom Erklärbär ;D
So, jetzt komme ich endlich dazu, hier richtig zu antworten.
@Fianna: Ja, das stimmt, Beispiele finden ist schwierig. Das ist es eben, was mich so anspricht. Diese zusätzliche Ebene (die für mich in dem Beispiel allein schon durch das Unausgesprochene und was darin mitschwingt entsteht). Aber dass du und auch Alana es anders empfinden, zeigt, was hier schon mehrfach gesagt wurde. Dass die Wahrnehmung des Empfängers sehr individuell ist. So betrachtet kann man das alles entspannter sehen.
@Trippelschritt: Ich hoffe, wir werden irgendwann einmal Gelegenheit haben, zusammen an einem Tisch zu sitzen. ;) Genau an diese Dinge denke ich, nur dass du das gerade viel besser ausformuliert hast, als ich. :) Dein Beispiel mit Mann und Frau ist interessant (wenn auch nicht neu), gerade diese einfachen Alltagssituationen muss ich wohl noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.
@Siara: Das Kommunikationsmodell kenne ich, das hatte ich mal in einem Kurs. Mir ist gar nicht in den Sinn gekommen, damit aus Autorensicht zu arbeiten. :rofl: Aber das könnte ich ausprobieren.
@Kerstin: Auch eine interessante Methode, für mich aber vermutlich zu rational. Ich bin auch jemand, der die besten Sachen im Flow / unbewusst produziert und es mit zu viel Nachdenken eher kaputt macht. Mit dieser Technik würde ich vermutlich ganze Szenen zerschiessen, die vorher eigentlich besser wären. Aber für Übungszwecke bietet es sich vielleicht an.
@KaPunkt und Churke: Ich fürchte, ihr habt Recht. ;D
Meine Figuren zu kennen, ist eine meiner Stärken, denke ich. Trotzdem finde ich es schwierig. Ich habe sogar ein aktuelles Beispiel bei einem neuen Projekt. Der eine Dialog dort ist für mich völlig klar und ich empfinde ihn als gelungen. Nur weiss ich jetzt nicht, ob das, was ich sagen möchte, auch rüberkommt. Denn die Leser kennen die Figuren ja nicht so gut wie ich. Versteht ihr, was ich meine? Klar kann ich, wenn ich meine Figuren kenne, diese unterschwelligen Sachen einbauen, die z.B. zwischen einem Pärchen, das schon ewig zusammen ist, mitschwingen. Aber dann laufe ich möglicherweise Gefahr, dass es wiederum nicht verstanden wird, weil den Lesern einfach eine Information fehlt, die ich habe.
Aber wenn ich das dahin schreibe, wirkt es, als bekäme man die Information mit dem Holzhammer um die Birne gehauen. Zurück zum Beispiel aus dem King-Buch. Es hätte da auch stehen können: ,,Der Sohn, sein einziger Sohn, bedeutete ihm noch mehr, nachdem die anderen beiden gestorben waren." Oder etwas in der Art. Das empfände ich aber dann als nur noch halb so subtil, denn das ist er, der Holzhammer. Ich möchte, dass die Wichtigkeit des Sohnes für den Vater zwischen den Zeilen durchdringt und nicht da steht wie ein leuchtendes Warnschild. Deshalb gefällt mir das ja so gut, so wie es ist. Ich merke gerade, meine Gedanken drehen sich im Kreis.
ZitatMich wundert es manchmal, dass Dinge, die für mich glasklar im Subtext formuliert sind, für andere garnicht vorhanden zu sein scheinen. Ein sehr komplexes Thema.
Das denke ich auch immer. Es ärgert mich teilweise ungemein wie unaufmerksam manche Leute Bücher lesen. Trotzdem steht man ja als Autor vor der Aufgabe gerade auch solchen Menschen Spaß am Lesen haben zu lassen ...
Was den Subtext angeht mühe ich mich selbst auch oft ab, aber ich steuere teilweise bewusst auf diese kurzen Pasagen zu in denen man ein paar Brocken Information (ja nicht zu viel!) unter die Leute bringen kann. :vibes:
Super interessantes Thema. Ich habe gerade letztens viel darüber nachgedacht, aus einem anderen Kontext heraus - kennt ihr Zoomania? Den Disneyfilm mit Fuchs und Hase. Während ich von vielen alten Disneyfilmen nicht sooo der große Freund war und bin, weil sie für meinen Geschmack nicht genug Tiefe hatten, mag ich gerade die neuen Filme sehr gerne, die hier und da ganz subtile Inhalte beinhalten. Okay, vielleicht war ich damals auch einfach zu jung um die zu kapieren :rofl: Anyway.
Ich halte es für eine große Kunst, Text oder Inhalt oberflächlich schlüssig und interessant für den ... sagen wir genügsameren Geist zu halten, während man in dem Großen und Ganzen aber eine subtile Message versteckt, die der aufmerksamere Leser dann entdecken kann. An dem Beispiel Zoomania: Es geht vordergründig um einen Hasen, der seine häsischen Grenzen überwindet, und einen Fuchs, der durch dieses Beispiel dazu kommt zu beweisen, dass Füchse auch ganz anders sein können. Das ist ein Inhalt der für Kinder auch schon gut zugänglich ist. Die Wendung um den Antagonisten herum ist pfiffig, wenn auch nicht ganz neu, und hat schon eine etwas komplexere "es ist nicht immer wie es scheint"-Botschaft. Wenn man sich die Story im gesamten anschaut, kann man darin aber etwas ganz anderes erkennen: Aus einer unterdrückten Minderheit, die eigentlich eine Mehrheit ist, schält sich eine "Rachefigur" heraus, die mit Unschuldigen aus der ehemals unterdrückenden Schicht abrechnet. Es geht um Rassismus und Mobbing, jedenfalls in meinen Augen, so ganz diffus zwischen den Zeilen. Ich denke nicht, dass es jeder so sehen und auch nicht, dass jeder das verstehen muss, aber ein Werk ist für mich dann beeindruckend, wenn ich solche unausgesprochenen Fingerzeige entdecken kann.
Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass man bei dem, was ich so fabriziere, so einfach alles herauslesen kann, was ich damit gemeint habe - wenn ja, dann habe ich es zu offensichtlich gemacht :P Ich muss aber auch gestehen, dass ich nicht darauf ziele, für eine breite Masse ansprechend zu sein.
Was den Subtext an und für sich angeht, finde ich, es kommt sehr auf die Erzählweise an, oder? Wenn ich aus dem personellen Erzähler herausschreibe, impliziere ich zumindest mehr, weil meine Prota z.B. nicht darüber nachdenkt, wie viele Geschwister genau wann gestorben sind, sondern nur der kurze Gedanke ist: Das ist mein letztes Kind. Dein letztes Beispiel schlüge für mich Richtung der aktorialen Erzählweise, nüchterner und so ... aber ich bin da auch echt kein Profi. Alles gefährliches Halbwissen :rofl:
Japaner sind übrigens die Meister des Subtexts. Es gab mal einen Fall, wo Bill Clinton wohl mit dem japanischen Premierminister etwas besprochen hat, und der Japaner beendete das Meeting mit "Wir werden darüber nachdenken." Clinton verstand das als ja, und als dann die Absage aus Japan kam, behauptete er, der Japaner hätte gelogen - nun ist es aber so, dass ein Japaner ungern eine Absage direkt ins Gesicht erteilt, weil er das persönliche Verhältnis nicht belasten will, indem er den anderen öffentlich abweist. Also sagt er "ich denk drüber nach" und gibt dem anderen die Gelegenheit, ohne Gesichtsverlust heimzugehen und schickt dann die ausdrückliche Absage nach. Haben die Amis nicht so verstanden :D
Lol, ja, so sind Asiaten. Ich wollte einmal in Hongkong ein Buch kaufen, das leider nicht vorrätig war. Der Shopowner bedauerte das und sagte, dass es aber morgen bestimmt da sein würde. Und ich stand prompt am nächsten Tag wieder auf der Matte um genau mit derselben Botschaft wieder weggeschickt zu werden. Ein klares Nein ist einfach unhöflich.
Aber ich möchte noch etwas zu dem Punkt sagen, wie ein Autor mit Subtexten und einer hetrogenen Leserschaft aus Jugendlichen und Erwachsenen, Ungebildeten und literarisch versierten, Links- und Rechtsdenker und was man sich noch alles ausdenken kann, umgehen soll. Er wird es nie allen rechtmachen können und sollte es daher auch erst gar nicht versuchen. Ich habe in meiner Pentamuriatrilogie da lange drüber nachgedacht und Folgendes gemacht. Ich sage mal schon gleich, dass auch das nicht 100% funktioniert hat, aber ich bin mit der Resonanz der Rezensionen (die Aussagen, nicht die Bewertungsdsternchen) recht zufrieden.
Für den jugendlichen Leser sollte es eine spannende Geschichte sein, wo der Held durch seine Neugier und die Neigung auf nichts Rücksicht zu nehmen in Gefahr gerät und heil wieder raus kommt. Das ist die Geschichte ohne Subtext.
Für den Belesenen gibt es aber auch eine Geschichte darüber, wie eine Gesellschaft versucht, auf mit einer umwälzende Veränderung, die keinen Stein auf dem anderen lässt, umzugehen. Die mächtigen Magier versuchen alles zu blockieren und zu attackieren. Die Oas ihre eigenen Positionen anzupassen. Und dann einige Einzelkämpfer in der Zeit des Umbrauchs, ihren persönlichen Vorteil zu suchen. Und dann gibt es noch den jugendlichen Protagonisten, der gleubt, erst einmal verstehen zu müssen.
Und dann gibt es noch einige Subtexte, die ich nur für mich geschrieben habe. Verborgene Ideen zum Finden, wenn dem Leser etwas auffällt. Die Verbindung vieler Namen und Bezeichnungen zu Aspekten der realen Welt. Das gilt vor allem für Tiere und Pflanzen. Eine Schöpfungsgeschichte, die sich am Urknall und am Taoismus orientiert. Eine Magie, die mit Yin und Yang begann und bei den chinesischen fünf Elementen aufhört, ohne das jemals zu erwähnen. Einige Leser hat das verwirrt, aber andere haben das tatsächlich gefunden. Was für eine Freude.
Und in meinem neuen Zyklus taucht plötzlich eine neue Schöpfungskomponente auf. Der Gott Ran, dessen Namen erst sein volles Potential in der englischen Übersetzung entfaltet. Sollte das Buch jemals übersetzt werden. Ran herrscht über das Ran-Tum (engl. Ran-dom, wie Kingdom) Und Ran ist der Gott des Zufalls, dem alles unterliegt. Und wenn das niemandem auffällt? Mir doch egal. Hauptsache, es hat mir Freude bereit beim Schreiben.
Übrigens. Denamio hat mir gesagt, ich solle da bloß nicht so sicher sein, dass das niemand rauskriegt. ;D
Also: Etwas lässt sich planen. Etwas sollte jman vielleicht tun ohne Rücksicht auf Verluste, wenn es Spaß macht. Und bei dem rEst liegt man in den Händen Rans ^^
Liebe Grüße
Trippelschritt
Ich denke, dass man besonders bei Kurzgeschichten sehr viele Informationen über Subtext vermittelt werden, gerade weil sie eben so kurz sind und jedes einzelne Wort überlegt gewählt werden muss. Die Meisterin der Kurzgeschichten ist für mich ja Alice Munro, bei der man viel zwischen den Zeilen lesen muss. Sie schafft es mit einem Satz die Beziehung zwischen zwei Charakteren zu beschreiben und auch sehr kurzen Dialogen eine Bedeutung zu verleihen. Für mich persönlich ist es schwer subtile Informationen in meinen Texten unterzubringen. ::) Aber wahrscheinlich sind Kurzgeschichten (oder besser gesagt gute Kurzgeschichten) deshalb auch eine Kunst für sich.
Ich habe noch ein wenig darüber nachgedacht und denke auch, dass es auch viel mit dem Wissen, Hintergrund und der (Lebens-)Situation des Lesers zu tun hat. Je nachdem betrachtet man eine Aussage anders oder achtet auf andere Dinge. Deshalb sehen ja auch die einen Leute einen bestimmten Subtext und die anderen nicht. Ja, ich glaube, allen recht machen kann man es wirklich nicht. Ich möchte nur, dass beides funktioniert: Das Erlebnis für den - wie Gabryel so schön gesagt hat - genügsameren Geist und das für jenen, der eben viel Wissen (zu einem Thema) besitzt und gerne etwas mehr Gedankenfutter bekommt. ;D
Da fällt mir gerade Terry Pratchetts "Rollende Steine" ein, nicht unbedingt wegen dem Subtext, aber wegen den Anspielungen. Die eine in dem Leserforum, in dem ich damals war, hatte geschrieben, sie hätte es schade gefunden, dass sie die einen Witze gar nicht verstanden hätte. Für mich lag die Antwort auf der Hand: Sie kannte die Musik, auf die angespielt wurde, nicht, also konnte sie den Witz gar nicht verstehen. Und auch wenn ich Pratchett super finde, möchte ich das bei meinen eigenen Werken eigentlich vermeiden. Ich möchte, dass auch jemand, der nicht das nötige Hintergrundwissen hat, es versteht. Und es für den anderen einen Mehrwert gibt, eigentlich was Fianna sagt.
Aber was ich schon als hohe Kunst empfinde, ist die schon erwähnte Serie "Gotham", dort funktioniert das wunderbar. Ich, als totaler Batman/Comic-Laie, der keine Ahnung von dieser Welt und von den meisten Charakteren in der Serie zum ersten Mal etwas gehört hat, kann das gucken und ich finde noch Subtext, eben z.B. wie in den erwähnten Dialogen. Aber ich gehe ganz schwer davon aus, dass das auch für jemanden, der die alten Geschichten kennt, interessant ist. Wenn es jemand hier besser weiss, darf er das aber auch gerne korrigieren. ;D ;)
Ich lese hier auch interessiert mit. Denn bislang nutze ich Subtext noch nicht besonders stark, obwohl ich mich freue, wenn ich Subtext bemerke. Die vier Kommunikationsebenen nach Schulz von Thun finde ich da gerade einen sehr interessanten Ansatz. Da muss ich eindeutig mehr drüber nachdenken.
Wo man übrigens sehr viel Subtext findet, sind gute Kinderbücher.
Seitdem ich eigene Kinder habe, stelle ich immer wieder fest, wie amüsant viele Kinderbücher sind. Und ich merke, dass ich die Bücher mit einem Subtext für Erwachsene deutlich lieber vorlese, als die ohne. (Das ist übrigens bei Kinderfilmen und -serien auch so.)
Ich finde also gerade in dem Genre Subtext extrem wichtig. Einfach damit sich die Eltern beim Vorlesen nicht langweilen.
@Gabryel: Oh ja, Zoomania war generell ein toller, intelligenter Film mit vielen zeitpolitischen Anklängen im Subtext, tollen Dialogen und gigantischem Design. Generell haben viele Animationsfilme einen guten Subtext mit einer Bedeutungsebene für Erwachsene, aber ich glaube, so gigantisch wie bei Zoomania war es noch bei keinem.
@ Alana: Ja, oder? Ich bin immer noch total hin und weg. Was mir auch ganz gut gefiel war "Ralph reicht's", aus anderen Gründen allerdings.
@ Tigermöhre: Das mit dem Subtext in Kinderbüchern habe ich auch schon festgestellt - ich habe mal versucht ein Kinderbuch zu schreiben und fragte mich dann, warum es mir nachher nicht gefiel - dann las ich über die Zeit ein paar mehr davon und war von der versteckten Message ganz begeistert. Oder dem geschickten Humor, wo man auch immer mal einen Funken Ernst drin entdecken / verstecken kann.