Ich habe mal ein mehr skurriles Anliegen.
Ich bin in meiner Geschichte gerade an einem Punkt, wo sich meine Protas aufs Übelste in den Haaren haben. Da sie in den letzten Tagen der Schwangerschaft steckt, war der Gedanke, in dieser Szene das Kind kommen zu lassen. Ist es generell möglich, dass durch eine solche Aufgewühltheit, Stress etc. die Fruchtblase platzt bzw. die Wehen einsetzen und so stark werden, dass eben eine Geburt in diesem Moment unausweichlich wird? Wollte die Blase platzen lassen und das Fruchtwasser in einem Schwall auf den Boden platschen lassen. Ist ein solches Szenario realistisch, oder absolut unglaubwürdig?
Der Mutze
Das haben wir neulich im Kunst-Unterricht behandelt (der Zusammenhang war, dass man Schwangere nicht in eine Ausstellung gelassen hat, weil diese nicht den Idealen der Zeit entsprach) und ich lehne mich aus dem Fenster und sage, eine solche Stoßgeburt ist grundsätzlich möglich, wenn die Schwangere unter heftigem Stress steht und möglicherweise geschockt ist. Also, die Geburt als solche kann so stattfinden, meines Wissens nach allerdings auch das Kind gefährden. (Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, das hier basiert auf meinem Wissen aus dem Kunstunterricht.)
Wie die Geburt dann genau stattfinden würde, kann ich dir allerdings nicht sagen, darüber haben wir nicht mehr gesprochen.
Wahrscheinlich könnte das schon passieren. Aber eigentlich sorgt Stress dafür, dass die Geburt nicht stattfindet. Wenn eine Frau unter Wehen in eine Stress-Situation gerät, kann es passieren, dass die Wehen sofort aufhören. Das hat auch einen Grund. Unter der Geburt ist man ziemlich hilflos, man kann nicht fliehen. Wenn also eine Gefahr aufkommt, stoppt der Körper die Geburt, bis die Gefahr vorrüber ist.
Also, ich würde die Geburt nicht im Einzelnen darstellen. Da ich an der Stelle eigentlich nur scheitern würde. Mir geht es darum, dass die Geburt einleitet. Es wird lediglich noch Hilfe geholt und dann begleitet man den männlichen Prota. Wie er (in der Stadt rumläuft, vorm Haus wartet etc. die Schreie seiner Frau hört. irgendwie sowas) Wollte dann in seine Gedankenwelt reingehen, wie er sich z.B. Vorwürfe über den Streit, die Zukunft iwie so macht.
Es wird nicht geschrieben: "Du musst atmen, Schatz ... huh ... huh ... huh." So etwas, was man in einer Hollywood Komödie ja häufiger sieht. ;)
Edit:
@Tigermöhre: Sie wird auch körperlich aktiv. Sie steht nicht nur unter Streß. Sie wirf auch mit Bechern, räumt mit Schwung den Tisch ab. Sie schlägt nach ihrem Mann etc. Sie verliert komplett den Verstand und die Nerven. Es ist quasi eine extrem Situation.
Theoretisch ja, allerdings ist das mit der Fruchtblase erstens sehr Klischee, denn das passiert ja immer im Film, zweitens passiert das in der Realität so gut wie nie. (Bei 90% aller Geburten platzt die Fruchtblase gar nicht vorher, sondern erst recht spät während der Geburt.)
Wehen, die sich nicht aufhalten lassen, wären aber sicher denkbar, auch wenn Tigermöhre recht hat, aber ich kenne eine Frau, da hat der Tod ihres Vaters die viel zu frühe Geburt ihre Zwillinge durch Stress ausgelöst, also möglich ist es schon. Allerdings dauert es realistisch gesehen dann trotzdem noch 5 bis 20 Stunden bis zur Geburt. Eine Sturzgeburt durch Stress wäre extrem unwahrscheinlich, kann aber natürlich sicher auch vorkommen.
Wenn sie in den letzten Tagen der Schwangerschaft steckt, kann das Kind theoretisch immer kommen. 14 Tage +/- sind vollkommen normal. Es kann ja reiner Zufall sein, dass gerade in dem Moment die Fruchtblase platzt ;)
Edit: Bei mir ist die Fruchblase geplatzt, als es mit den Wehen losging - wie bei zwei meiner Freundinnen ebenfalls.
Ach so, was ich vergessen habe: Das mit dem "auf den Boden platschen" ist ein wenig unrealistisch. Normalerweise hat die Frau ja untenrum noch was an. Die Kleider werden also nass und das Zeug läuft an den Beinen runter ;)
Grundsätzlich ist alles so gebaut, dass ein Kind nicht einfach so rausfallen kann, auch nicht bei Belastung. Es kann aber natürlich sein, dass genau in dem Augenblick die Fruchtblase platzt, wie Debbie schreibt. Bei einer Erstgeburt dauert es dann aber wahrscheinlich noch mindestens 8-24 Stunden, bis das Kind da ist. Und auch, bis die Wehen richtig heftig werden, kann es dann noch einen Tag oder länger dauern.
Auch schön: Stress und körperliche Belastung können ein paar Tage vor der Geburt dazu führen, dass schon mal der Schleimpfropf abgeht (http://de.wikipedia.org/wiki/Zeichnungsblutung). Das ist nicht ganz so nass, wie ein Blasensprung, aber kann beeindruckend blutig aussehen.
Ein richtig nasses "Platsch" mit der Fruchtblase hat man eher, wenn schon eine sehr starke Wehe oder eine Presswehe kommt.
Mütze, sie ist also kampfbereit? Ihr Körper würde es wahrscheinlich auch als Gefahr auslegen. Der Dramaturgie wegen, könntest du es machen. Es ist aber unwahrscheinlich.
Bei mir sind die Fruchtblasen, unter der Geburt, gar nicht und sehr vorzeitig geplatzt. (Da lag ich im Bett und wachte wegen der Pfütze unter mir auf.)
Edit: Nadine, ich kenne das als blutigen Schleim auf dem Klopapier. Da läuft nichts und platscht noch weniger.
Zitat von: Debbie am 18. April 2015, 11:53:37
Ach so, was ich vergessen habe: Das mit dem "auf den Boden platschen" ist ein wenig unrealistisch.
Schön wärs. ;D Wobei ... eine Freundin von mir hatte 30 Minuten von der ersten Wehe bis zur Geburt, sie lief mit dem Babykopf in der Hand im Kreissaal ein. Das ist auch nicht so schön. (War aber auch die vierte Geburt.)
Kampfbereit ... könnte man so sagen. In der Szene bricht halt alles über sie herein. Dass sie nicht in der fiktiven Welt sein möchte und und und ... Ich will mal schauen, wie ich das gestalte. Es wird sicher keine "Plop - Tadaaaa" Geburt. Ich wollte nur irgendwie einen Punkt haben, da eine Geburt zu dem Zeitpunkt unausweichlich wird.
Dass das Kind nicht wie ein Sack Kartoffeln auf den Boden klatscht. Soviel Verstand habe ich dann gerade noch ;) *hrhr*
Zum Thema Fruchtblase ...
Meine Oma hat bei Ihrer ersten Geburt nicht begriffen, was das zu bedeuten hat, als ihre Fruchtblase platzte, keinem irgendwas gesagt und normal weiter gearbeitet. Als meine Tante zwei Tage (?, glaube ich, den genauen Zeitraum müsste ich jetzt nochmal nachfragen, war aber erheblich) später als sog. Trockengeburt endlich zur Welt kam, hatte sie auf Grund dieser Komplikationen eine spastische Lähmung abbekommen.
Also, für mich heißt das, wenn zwischen Fruchtblase platzen und eigentlicher Geburt viel Zeit liegt, dann besteht ein ernstzunehmendes Risiko für das Kind.
Außerdem, völlig OT: Was waren das doch für schöne Zeiten, als man über alles, was mit Sexualität zusammenhing, einfach nicht geredet hat. :wums:
Liebe Grüße,
KaPunkt
Denkbar wäre folgendes: Die Wehen setzen NACH der Szene ein, wenn sie sich wieder beruhigt hat. Das halte ich für durchaus sehr realistisch, wenn sie so kurz vor der Geburt steht. Adrenalin ist weg, aber die Anstrengung löst im Nachhinein Wehen aus.
@KaPunkt: Oh je. :( Ja, meine Mutter dachte auch, sie muss sterben, als sie zum ersten Mal ihre Periode bekam, klingt lustig, aber bitte, stellt euch das mal vor.
Zitat von: Tigermöhre am 18. April 2015, 11:57:59
Edit: Nadine, ich kenne das als blutigen Schleim auf dem Klopapier. Da läuft nichts und platscht noch weniger.
Das ist wie mit dem Blasensprung: Kann auch anders aussehen.
Die Fruchtblase muss ja gar nicht durch den Stress platzen, genauer gesagt, das muss ja gar keinen ursächlichen Zusammenhang haben (oder darf sich jeder Leser selbst konstruieren). Aber wenn die Fruchtblase einmal platzt, ist die Geburt unausweichlich. Übrigens muss das nicht immer mit dem großen Platsch vor sich gehen. Wenn der Kopf des Kindes bereits unten im Becken drin ist, dichter dieser die Gebärmutter ein wenig ab. Bei mir war das so gewesen. Fruchtblase ist geplatzt, aber es kam eher in kleinen Schwallen heraus, tröpfelte so munter vor sich hin. ;D Und wie heftig die Wehen am Anfang sind, ist auch von Frau zu Frau unterschiedlich. Diese ruhigen entspannten Anfangswehen, jede halbe Stunde mal eine, hatte ich nie. Bei mir ging es gleich mit Mörderwehen alle zwei Minuten los.
O ja, deine Prota wird ihren Kerl hassen. Das wird bestimmt eine lustige Szene. :P
Alanas Vorschlag hört sich vernünftig an.
KaPunkt, ja, da besteht eine Gefahr. Da die Fruchtblase das Kind nicht mehr schützt, kann eine Infektion aufsteigen. Aber man kann es erkennen, wenn man überwacht wird. Ich habe das gerade hinter mir und meine Tochter ist vollkommen gesund geboren.
Nadine, ok, das wusste ich nicht. Irgendwie ist der Schleimpfropf auch nicht das Thema, über das häufig geredet wird.
Also auch meiner Erfahrung nach ist Stress eher ein Hindernis für eine Geburt - mein Kind kam 16 Tage zu früh, weil ich mich wohl und bereit gefühlt habe. Insoweit ist das eher unwahrscheinlich. Zumal die "letzten Tage" der Schwangerschaft, also vor dem errechneten Termin nicht wirklich die letzten sind, das kann offiziell noch bis zu 2 Wochen gehen.
Wahrscheinlicher wäre eigentlich, dass die Versöhnung die Geburt auslöst.
Was die Fruchtblase betrifft: laut meiner Hebamme damals passiert es bei 20% aller Schwangerschaften, dass erst die Fruchtblase platzt. War bei mir genauso (bin auch wegen nassem Bettzeug aufgewacht). Und dass mit dem "Platsch" wäre dann ein Zeichen dafür, dass es zu Komplikationen kommen könnte, weil sich bei einem schwallartigen Abgang des Fruchtwassers die Nabelschnur um den Hals des Kindes legen kann. Bei mir war das Kind schon mit dem Kopf tief im Becken, das heißt, es hat nur immer wieder getröpfelt, wenn ich mich bewegt habe - deswegen war es auch nicht so gefährlich.
Dämmerungshexe, du meinst wohl einen Nabelschnurvorfall. Dabei rutscht die Nabelschnur nach unten, bevor der Kopf nachkommt und der Kopf kann die Versorgung abdrücken. Trotz der Angst davor ist diese Komplikation extrem selten.
Danke für die vielen Eindrücke!
Ich denke es wird so kommen, dass sie sich beruhigt und es dann alles passiert.
Da sie momentan einer Furie gleicht, werde ich es wohl so bewerkstelligen, dass einer der
Hokus-Pokus Männer eine art Schlaftzauber ausspricht, damit sie nicht völlig kaputtgeht.
Den Männeken schicken sie dann in Begleitung weg, dass der sich mal richtig auskotzen kann
und wenn er wieder kommt, darf er nicht mehr ins Haus, weil die Hebamme da ist und die Geburt
bei denen Frauensache ist und der Mann an der Stelle dort nichts zu suchen hat.
Damit habe ich den nächsten Aufreißer, worüber er sich aufregen kann.
Irgendwie so wird es wahrscheinlich ablaufen...