Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum

Handwerkliches => Workshop => Thema gestartet von: Polarfuchs am 24. Januar 2014, 10:09:50

Titel: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Polarfuchs am 24. Januar 2014, 10:09:50
Mich würde mal interessieren, wie viele Wörter eure Geschichten aufweisen und in wie viele Kapitel ihr eure Geschichte aufgeteilt habt oder noch aufteilen wollt.
Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang? Haben sie Namen oder nur eine Nummerierung? Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde? Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte? Was von beiden lest ihr lieber?

So viele Fragen... Ich hoffe, ihr plaudert mal drauf los  ;D
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Joel am 24. Januar 2014, 10:21:24
Dann fange ich mal an  :)
Meine Romane haben meistens einen Umfang von 60.000 - 100.000 Wörtern. Länger ist es bisher noch nicht geworden, aber bei einigen Romanen handelt es sich um den ersten Teil von etwas Größerem.
Ein Kapitel umfasst bei mir lustigerweise immer ca. 10 - 12 Normseiten. Nur ganz selten wird es mal kürzer oder mal länger. Namen haben die einzelnen Kapitel aber nicht, da wüsste ich auch manchmal nicht, wie ich sie nennen sollte. Darum eine einfache Nummerierung.
Kurzgeschichten sind für mich nicht länger als 20 Normseiten. Von einem Wälzer spreche ich ab 800 Seiten.
Ich schreibe und lese Romane lieber.

Wie sieht es denn bei dir aus?
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Steffi am 24. Januar 2014, 10:52:55
Ich bin eine Freundin der straffen Sprache, von daher werden meine Romane in der Regel auch nie länger als 100.000 Worte - und das sind für meine Verhältnisse dann wirklich die dicken Wälzer, die ich nur selten schreibe ;) Manchmal komme ich mir schon doof vor, wenn ich hier ständig von 600-Seiten Manuskripten lese und wie Leute ganze Passagen streichen müssen und ich sitze bei den Überarbeitungen eher immer da und füge Szenen hinzu ... In der Regel haben meine Bücher so 70.000 Wörter, schätze ich.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Alana am 24. Januar 2014, 11:00:00
Meistens habe ich 70.000 bis 80.000 Wörter. Der erste Band meiner Trilogie hat 120.000 Wörter. Das sind 500 Normseiten und das ist für mich schon eher ein Wälzer. Eine Kurzgeschichte hört für mich bei ca. 70 Normseiten auf, also etwa bei 15.000 bis 20.000 Wörtern. Aber das sieht jeder ein bisschen anders.

Ich habe keine festen Kapitelzahlen, das entsteht bei mir durch den Plot. Deswegen sind die Kapitel auch nicht gleich lang. Wenn ich zwei Perspektiven schreibe, ist ein Perspektivwechsel immer ein Kapitelwechsel. Ansonsten ein Orts- oder Zeitwechsel oder ein Szenenwechsel. Manchmal hab ich auch mehrer kurze Szenen in einem Kapitel, dann kommt beim nächsten Perspektivwechsel das nächste Kapitel. Kapitel nach Seiten einzuteilen empfinde ich als zu mathematisch, für mich diktiert das die Handlung. Meist nummeriere ich.

Bei meiner Trilogie hat jeder Band einen eigenen größeren Subplot, der auch innerhalb des einzelnen Bandes zum Abschluss kommt. Die Unterteilung ergibt sich also auch wieder durch die Handlung und nicht durch die schiere Länge.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Valkyrie Tina am 24. Januar 2014, 11:03:28
Meine Romane haben ca. 100-120 k, aber es kommt auf das Genre an. Mein Kinderbuch (nano 2010), sollte ich es jemals fertig schreiben, würde deutlich kürzer, ca. 50k.
Romane teile ich in Kapitel ein, Kurzgeschichten nicht (Weil zu kurz). Die Kapitel sollten in etwas die gleiche Länge haben, klappt aber nicht immer, auch weil ich es nicht einsehe, extra Szenen zuzubasteln, nur um die gleiche Länge zu schaffen.
Ein Buch zu teilen hab ich noch nie gemacht, aber oft kommen mir gute Ideen, die ich dann für spätere Bände aufspar (Vorteil wenn man eine Serie schreibt)
Naja und Kurzgeschichten schreibe ich meistens für Wettbewerbe, und die sind dann so lang, wie es in der Ausschreibung angefordert steht. ich mache das als Übung, einen bestimmten Stoff mit beschränktem Umfang zu entwickeln.

@steffi geht mir genauso, normalerweise reiße ich im ersten Entwurf nur Szenen an und formulier die dann später aus. Aber vorgestern hab ich 1300 Wörter aus einem Kapitel rausgesenst. Geht also beides- auch gleichzeitig.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Klecks am 24. Januar 2014, 11:18:28
Das ist ein interessantes Thema! In Reihefolge der Entstehung hier meine Zahlen.  ;D

1. Buch (veröffentlicht, Romanze mit Thriller-Elementen): ca. 62.000 Wörter, aufgeteilt in 20 Kapitel mit Prolog und Epilog.

2. Buch (veröffentlicht, Contemporary/Urban Fantasy): ca. 51.000 Wörter, 14 Kapitel.

Dazwischen kommen zwei nicht veröffentlichte Werke (Horror und Contemporary), die in der Überarbeitung stecken und deren endgültiger Umfang daher noch nicht sicher ist.

3. Buch (nicht veröffentlicht, Krimi): ca. 76.000 Wörter, 20 Kapitel.


Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Das kommt bei mir auf die Geschichte an. Bei meinem Krimi sind die Kapitel recht regelmäßig, ca. alle zwanzig Seiten ein neues, weil ich den Eindruck hatte, dass diese Vorgehensweise am besten zur Geschichte passt. In meinem Erstling fangen die Kapitel kurz an, ebenso am Ende, und in der Mitte gibt es einige Kapitel in fast schon Überlänge. Im Zweitling sind die Kapitel eher sehr lang. In meinem Horror-Roman ist es wie beim Krimi recht regelmäßig.

Haben Sie Namen oder nur eine Numerierung?
Kommt wieder drauf an.  ;D  In meinem Erstling und meinem Zweitling gibt es nur Namen, in meinem Horror-Roman Kapitelnummer und Namen, im Contemporary wieder nur Namen und im Krimi wieder beides. Edit: Quatsch, stimmt nicht. Im Krimi sind es nur Nummern.  :pfanne:

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Bisher sind meine Bücher nicht so groß geworden, dass ich daran hätte denken müssen. Bei dem Fantasy-Projekt, an dem ich gerade schreibe (bin bei etwas über Seite 100), steht mir das vermutlich bevor. Es kommt noch so viel Handlung in diesem ersten Teil! 

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte?
Für mich beginnt ein Wälzer bei 700 Seiten. Kurzgeschichten sind für mich nicht länger als ein längeres Kapitel in einem Roman.

Was von beiden lest ihr lieber?
Ich mag keine Kurzgeschichten. Ich fiebere immer so mit, dass ich mich sowohl beim Lesen, als auch beim Schreiben nach mehr, mehr, mehr verzehre. Wenn ich doch mal eine Kurzgeschichte lese, kann sie noch so gut sein: Ich bleibe unbefriedigt zurück, mit tausend Fragen. Deshalb schreibe ich Kurzgeschichten auch nicht. Meine Ideen kommen immer in Romangröße, deshalb könnte ich sie nie auf weniger als 200 Seiten packen.  :hmmm:
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Kati am 24. Januar 2014, 11:27:47
ZitatMich würde mal interessieren, wie viele Wörter eure Geschichten aufweisen und in wie viele Kapitel ihr eure Geschichte aufgeteilt habt oder noch aufteilen wollt.
Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang? Haben sie Namen oder nur eine Nummerierung? Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde? Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte? Was von beiden lest ihr lieber?

Meine Romane haben meist zwischen 90 k und 120 k Wörter. Das ist so die Länge, die ich selbst gern lese und meist lassen sich meine Plots in dem Umfang gut erzählen. Kapitel gibt es immer zwischen 12 und 15 und ich habe immer Namen für meine Kapitel. Ich mag das gern. Meine Kapitel sind auch meistens gleich lang, ich mag es einfach, wenn das regelmäßig wirkt. Und ich schreibe recht lange Kapitel. Zwischen 30 und 40 Normseiten werden das schon. Ich mag keine kurzen Kapitel, weil das für mich den Lesefluß unterbricht, wenn alle drei Seiten ein Bruch kommt. Das Umfangproblem hatte ich noch nicht, aber ich habe vor einigen Jahren mal beschlossen keine Fortsetzungen zu schreiben und bisher halte ich mich eisern daran. Also, wenn ich mal zu viel Plot für einen Roman hätte, würde ich entweder kürzen, einen sehr langen Roman schreiben, oder nicht ganz so wichtige Plotelemente einfach für einen ganz neuen Plot zurücklegen und wiederverwerten.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: HauntingWitch am 24. Januar 2014, 11:45:23
Ich messe ehrlich gesagt weniger in Wort- als vielmehr in Seitenzahlen. Mein Erstling hat rund 260 Normseiten (ca. um die 60k Wörter), mein zweiter jetzt 150 (ca. um die 40k Wörter, also eigentlich recht wenig). Trotzdem erscheint mir die Handlung bei letzterem genug, um es Roman zu nennen und bei ersterem könnte ich vermutlich einige zu ausschweifende Stellen kürzen.

Ich rechne auch nicht aus, wie viele Kapitel das am Ende bekommt. Das passiert bei mir sehr intuitiv, zu Beginn meistens, damit ich die Szenen voneinander trennen und auf einem Leitfaden auflisten kann, damit ich nicht den Überblick verliere. Am Ende schaue ich dann, wo die wirklichen Kapitel-Unterteilungen hinkommen und wo nicht. Die Länge des einzelnen Kapitels ist mir dabei völlig egal, wichtig ist mir, dass die Unterteilung den Ablauf der Geschichte gut gliedert und die Unterteilungen nicht willkürlich mitten in einer Passage passieren, sondern ebendiese voneinander trennen.

Bisher habe ich zu meiner eigenen Orientierung immer ein bezeichnendes Stichwort als Überschrift (z.B. "Einführungsszene XY", "TZ findet die Leiche"). In der Endfassung verwende ich dann nur noch Nummern. Das mit den definitiven Titeln finde ich aber schön und würde das bei meinem aktuellen Projekt gerne mal ausprobieren, mache ich aber erst am Schluss. Ich bin mir nicht sicher, ob mir da wirklich für alle Kapitel etwas Gutes einfällt, daher habe ich es bisher auch sein lassen.

Bisher hatte ich noch nichts, dass ich aufgrund seiner Grösse aufgeteilt habe. Nur eins, das ungeplant immer grösser wird und nach Fortsetzungen schreit.

Ein "Wälzer" ist für mich alles ab 400 Seiten aufwärts. Bei Kurzgeschichten ist das sehr verschieden, ich würde sagen, bis zu ca. 30 Normseiten. Andererseits habe ich schon Kurzgeschichten mit 80+ Romanseiten gelesen, die doch immer noch Kurzgeschichten sind. Ich lese beides gerne, tendiere aber bei Romanen zu den eher kürzeren. Bei zu langen Büchern (oder auch Reihen) geht mir meist irgendwann die Geduld aus und ich bekomme Lust auf etwas Neues. Dabei spielt es noch nicht einmal eine grosse Rolle, wie gut das Buch ist. Aber wenn ich mich 600 Seiten lang durchkämpfe, ist es in der Regel sehr gut.  ;)

Es kommt aber auch auf das Genre an. Ein super-atmosphärischer High Fantasy Roman verträgt die 200k leichter als ein actionlastiges Urban Fantasy Werk. Horrorgeschichten entfalten meiner Meinung nach oft mehr Wirkung, wenn sie kürzer und "schneller" sind. Hingegen hat mein Lieblings-Horrorbuch irgendetwas um die 650 Seiten, also auch das ist nicht in Stein gemeisselt.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Pandorah am 24. Januar 2014, 12:46:49
Ich tendiere aktuell mehr zu den Wälzer-Schreibern. Mein letztes Projekt hatte irgendwas um die 190k / 760 Normseiten, mein jetziges ist bei etwas mehr als 90k / 360 NS angelangt und scheint vom Umfang her knapp doppelt so lang zu werden. Die beiden Werke davor hatten 56k / 224 NS und 64k / 256 NS und fielen für mein Empfinden beim Schreiben nicht in die Kategorie Roman. Das kürzere Werk ist immer noch keiner, das längere ist noch nicht korrigiert, das weiß ich nicht. Mal sehen, wie es sich dann anfühlt.

Kapitel ... ich nummeriere meistens durch. Der Umfang ist unterschiedlich. Grober Anhaltspunkt sind 4k, aber das richtet sich stark nach Inhalt auf der einen und Funktion auf der anderen Seite. Ich schreibe mit einer Freundin recht regelmäßig Geschichten für einen Adventskalender, da die Geschichten nicht soooo lang sind dafür und auf 24 Türchen verteilt werden, sind die natürlich kürzer.
Bei meinem jetzigen Projekt, dessen Ursprünge in grauer Vorzeit liegen, habe ich am Anfang Kapitelnamen verteilt, aber das werde ich streichen. Ich finde Kapiteltitel wahnsinnig schwer.

Generell lese ich lieber Romane, und da ich mich nicht kurzfassen kann, schreibe ich auch eher Romane. Ein Roman beginnt für mein sehr subjektives Empfinden bei ca. 350 Seiten, ein Wälzer bei 600 Seiten. Aber das ist variabel und hängt auch mit der Handlungsdichte zusammen.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Polarfuchs am 24. Januar 2014, 12:55:53
Um auf deine Frage zu Antworten, Joel: Ich habe wohl bei meinem Buch ein wenig über die Stränge geschlagen. Bei meinem ersten Werk sind es jetzt ziemlich genau 300.000 Wörter. Oh Gott... Entweder muss ich noch viel viel streichen und komprimieren oder es passiert einfach zu viel. Ich fürchte Letzteres, da ich vor ein paar Tagen erst mit der Komplettbearbeitung fertig geworden bin. Mir kam diese bombastische Zahl irgendwie "zu viel" vor, weswegen ich auch daran gedacht habe, das Buch eventuell zu teilen. Nachdem was ich ich hier gelesen habe, scheine ich wirklich etwas über die Stränge geschlagen zu haben...

Ich habe jedem Kapitel einen Namen gegeben und mich dabei bemüht, keine Spoiler zu geben aber auch den zentralen Inhalt des Kapitels wiederzugeben. Die Abschnitte sind dabei so lang, wie es "die Geschichte vorgibt", wie Alana ja auch schon geschrieben hat. Manche kurz, manche lang. Insgesamt sind es 65 +Prolog und Epilog.

Für mich ist die Frage, wann ein Buch ein Wälzer ist, sehr subjektiv: Für mich ist es ein Wälzer, wenn ich mehrere Tage oder Wochen daran lesen kann. Eine Kurzgeschichte sollte für mich immer in weniger als 2 Stunden beendet sein.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Churke am 24. Januar 2014, 13:00:53
Die Länge? Kommt immer auf Genre und Zielgruppe an. Wenn der Verlag sagt "max. 200 Seiten", dann werde ich mich hüten, 800 zu schreiben. Umgekehrt gilt das genauso.

Ich verwende immer Kapitelüberschriften, als Wegweiser im Manuskript, und ich bilde mir dabei eine gewisse Kreativität ein. Meist stecken darin witzig gemeinte Anspielungen, in einem dystopisch-kranken SF-Setting z.B. Kap. 1: "How beautious mankind is!" Kap. 2: "How many goodly creatures are there here!"

Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Arcor am 24. Januar 2014, 17:41:38
Meine Geschichten sind eigentlich kaum kürzer als 100k Wörter. Bei einem Jugendroman hab ich es geschafft drunter zu bleiben, die Fantasy-Sachen werden regelmäßig länger. Ich hab auch noch eine Trilogie mit jeweils 200k+ in der Schublade. Das ist für mich ein Klopper oder Wälzer. Bis 600 Seiten pro Buch ist noch alles normal, unter 300 empfinde ich als kurz. Ich steh einfach auf längere Geschichten.  ;D

Anfangs habe ich versucht, meine Geschichten in zwanzig Kapitel einzuteilen (keine Ahnung warum), inzwischen geht das nach Sinneinheiten. Die Kapitel versuche ich dabei, in etwa gleichlang zu halten, aber wenn es nicht geht, macht das auch nichts. Am liebsten benenne ich einzelne Kapitel, ich finde, die Kreativität als Autor kann man sich durchaus machen - Nummerierungen finde ich hingegen einfallslos.

Und ja, ich habe darüber nachgedacht, die 200k-Teile meiner Trilogie aufzuspalten, aber wirklich weit bin ich damit noch nicht gekommen. Das ganze ist vermutlich eh nicht veröffentlichbar, von daher.  :omn:
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Notrya am 24. Januar 2014, 17:55:36
Ich kann mich unglaublich schlecht kurz fassen, meine Romane sind daher auch selten kürzer als 100k. Von der Aufteilung her mache ich das ganz unterschiedlich, bei gleicher Länge gibt es mal 20 Kapitel und mal an die 60, wenn oft die Perspektive gewechselt werden muss. Gleich lang sind die Kapitel untereinander eigentlich nie, da selten genau gleich viel Handlung für jeden Perspektivträger abfällt und ich mich sowieso schon bemühen muss, nichts Unnötiges zu schreiben, damit der Roman nicht noch länger wird.

Bisher habe ich nur ein Projekt in (nach aktuellem Stand) zwei Teile gesplittet, das hat sich aber erst beim Schreiben ergeben. Teil II habe ich noch nicht angefangen, ich habe also noch keine Ahnung, ob die Idee aufgeht und dann auch von der Länge her passt.

Wenn bei jedem Kapitel auch der Perspektivträger wechselt, kriegt das Kapitel der Übersichtlichkeit wegen nur eine Nummer und den Namen der Figur, aber auch nur, wenn man sonst den Überblick verlieren könnte. Ansonsten überlege ich mir gern Namen für die Kapitel - bei meinem letzten Projekt hat das schrecklich lange gedauert, weil ich mir in den Kopf gesetzt hatte, passend zur Romanthematik Bibelzitate zu verwenden ... Sowas mache ich so schnell nicht wieder. :gähn:

Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Liliane am 24. Januar 2014, 18:20:15
Also ich habe hauptsächlich Ideen in Romanlänge, Kurzgeschichten sind nichts für mich; zum Lesen schon, aber im Mich-kurzfassen bin ich nicht sehr gut ^^, wie ja auch schon andere hier geschrieben haben.

Ich teile die Kapitel je nach dem, wie ich es zu Anfang festgelegt habe und das ist unterschiedlich. Entweder nach Handlungsblöcken, dann so etwa nach fünfzehn bis zwanzig Seiten oder ich beende ein Kapitel an Cliffhangern/ mitten in Szenen. Das kann dann ganz unterschiedlich sein von wenigen Seiten bis zu Überlänge.
Ob sie Namen oder Nummerierungen haben, ist bei mir auch unterschiedlich. Klecks hat geschrieben, dass sie ihren Krimi durchnummeriert hat und das würde ich auch tun, wenn mir gerade passende Namen einfallen und es nicht kitschig wirkt, vergebe ich auch Namen. Zahlen sind eben sehr nüchtern. Kombinieren tue ich Zahlen und Namen allerdings nicht ^^.

Was die Aufteilung in mehrere Teile angeht, finde ich, kommt es auf die Geschichte an und nicht unbedingt auf die Länge. Klar ist es seltsam, drei Bände von je hundert Seiten zu haben, aber man kann ja auch innerhalb eines Buches in Teile teilen und da kommt es auf den Kontext an.
Ob die Handlung vielleicht mehrere wenige Etappen hat oder ob alles sehr vernetzt ist und der Leser wenn es getrennt wäre sehr unbefriedigt wäre. Ich persönlich mag es, in Teile zu teilen, aber eben bloß, wenn es die Handlung nicht zerreißt...

Und ein Wälzer ist ein Buch finde ich ab 750 Seiten. Mit 700 ist es noch in Ordnung; ab 750 ist es schon ungewöhnlich dick - was ich auf keinen Fall schlecht finde :D
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Guddy am 24. Januar 2014, 20:44:34
Unsere Geschichte hat aktuell 93k Wörter und ist noch lange nicht zu Ende. Wir wissen schon jetzt, dass es auf mindestens drei Teile hinauslaufen wird  :engel: Nicht, dass jeder Donnerbalkengang in epischer Breite erzählt wird. Bei uns passiert einfach einiges und Dank der zwei Perspektiven ist es natürlich auch mehrdimensionaler als bei einer. Zwar schreiben wir die Szenen nicht doppelt, doch die beiden Protas wollen natürlich ihre eigene Sicht der Dinge verstanden bekommen.
Generell mag ich dicke Mehrteiler, bevorzuge auch Serien, denn Filme. Die Identifikation mit den Figuren ist einfach größer, die... ich nenne es mal "Wiedersehensfreude" immer wieder schön.

In Kapitel unterteilen wir nicht direkt, eher in Akte. Aktuell haben wir zwei und stehen vor dem dritten.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Assantora am 24. Januar 2014, 21:17:57
Anzahl der Wörter? Total unterschiedlich. Letztes Jahr habe ich in einem Monat für den Tino eine relativ kurze Geschichte geschrieben, mit gut 40k Wörtern, das derzeitige Projekt, welches ich noch ordentlich abspecken lassen muss, hat inzwischen über 230k Wörter und ich schreie erst im dritten Monat daran ;)
Mein Herzensprojekt, bekam einmal 150k, einmal knapp über 200k Wörter zusammen. Was ich ganz in Ordnung fand.
Kapiteleinteilung funktioniert bei mir immer nach dem Prinzip: Wann passiert in der Geschichte etwas wirklich wichtiges. Es ist wie im Fernsehen, immer wenn es spannend wird, kommt Werbung, aber ich setze ja nur ein neues Kapitel dahin, die ich meist nur einfach nummeriere. Mit Titeln der einzelnen Kapitel tue ich mich schwer. Weil meist besteht so ein Kapitel aus einigen Szenen und darum ist ein Titel hin und wieder irre führend.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Christopher am 24. Januar 2014, 21:26:24
Aktuell irgendwo zwischen 450k und 500k Wörtern. Da kommt noch genug dazu um die 500k sicher voll zu machen, ich werde das ganze aber vermutlich auf zwei Bände aufteilen (wenn ich denn irgendwann mal fertig werde  ::) ).

Bei den Kapiteln versuche ich eine Länge von 4k Wörtern zu erreichen. Das ist für mein Gefühl eine aktzeptable Länge um Kapitelweise zu lesen. Zwischendrin sind aber auch ein paar Brecher (zumeist Kampfkapitel) die dann auch mal deutlich mehr haben (der Rekord liegt im fünfstelligen Bereich).

Kapitel sind es inzwischen etwa 120, aufteilen werde ich es vermutlich in je 70 (oder mehr ::) ) pro Buch. Namen haben sie keine. Sowas mag ich bei Kapiteln nicht wirklich, da die Namen entweder spoilern, schlicht überlesen werden oder oftmals schwer unnütz/pseudodramatisch sind. Dann lieber keine. Aber das ist Geschmackssache.

Wälzer ist alles was ich nicht problemlos festhalten kann beim lesen, fängt für mich so bei 500 Seiten aufwärts an. Alles darunter sind eher kurze Lektüren die ich in ner Woche oder weniger verschlinge. Wenn ich ein gutes Buch erwische, will ich aber, dass ich es so lange wie möglich lesen kann...
...was die Antwort auf die nächste Frage wäre. Ich mag die Wälzer lieber ;)
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Dahlia am 24. Januar 2014, 21:42:11
Bei mir ist das auch immer ganz unterschiedlich. Meistens liegt es zwischen 50-90k. Wobei ich dazu aber auch sagen muss, dass ich bisher noch keinen wirklich abgeschlossenen Roman hab, da ich entweder nie das Ende erreicht habe :versteck: oder die Rohfassung noch nicht fertig überarbeitet habe. Bei mir wird es beim Überarbeiten dann auch eher mehr, als weniger, da ich doch sehr sparsam mit Beschreibungen umgehe.
Bei den Kapiteln orientiere ich mich am Inhalt. Zwischen 500 und 5000 Worten ist da alles möglich. In der Regel gibt es keine Titel für die einzelnen Kapitel, da ich mich so schon mit Titeln schwer tue. Und da ich in der Regel mehrere Perspektiven benutze, ist es dann auch übersichtlicher, wenn ich die Kapitel nach den Charakteren benenne.

Rein wegen der Länge würde ich einen Roman nicht teilen - ein einzelner Roman hat bei mir immer seine eigene Struktur, mit Höhe- und Wendepunkten, die ich dafür nicht auseinander reißen würde (solange mich kein Verlag dazu zwingt).
Andererseits arbeite ich gerade an einer Trilogie, von der jeder Band nur 50-60k Worte umfassen wird, aber auch eine eigene, in sich geschlossene Geschichte, sodass ich sie auch nicht zu einem einzigen dicken Band zusammenfassen könnte.

Kurzgeschichten sind für mich bis ca. 20 Seiten, Novellen gehen dann bis ca. 100 und alles darüber ist dann (Kurz)Roman. Ein Wälzer fängt für mich so bei 600+ an. Alles darunter kann ich im Zweifelsfall auch noch an einem Wochenende lese. Da wird also nicht so lange gewälzt :rofl:

Ich bevorzuge auch klar den Roman und die Novelle gegenüber der Kurzgeschichte, weil die Kurzgeschichte in der Regel zu kurz für viel Charakterentwicklung ist, worauf ich beim Lesen und Schreiben den größten Wert lege. Deswegen tu ich mich mit Kurzgeschichten auch immer sehr schwer, wenn ich mal versuche, welche zu schreiben. 
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Cairiel am 24. Januar 2014, 21:45:57
Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Absolut nicht. Meine Testleser könnten wohl ein Klagelied davon singen.  ;D  Normalerweise werden Kapitel bei mir um die 2000-2500 Wörter lang. Mein kürzestes umfasst wenige hundert Wörter, mein längstes momentan noch um die 15.000. Das liegt daran, dass ich momentan szenenweise schreibe und wenn ich eine neue Szene einfüge, ich die Kapitel nicht extra verschieben will. Natürlich ändert sich das dann noch, aber wirklich erst bei der allerendgültigsten Fassung, also die, die an den Verlag geht.

Haben Sie Namen oder nur eine Numerierung?
Unterschiedlich. Wenn ich gute Einfälle habe, Namen, ansonsten Nummerierungen.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Nein.

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte?
Das mache ich von der Buchdicke abhängig, also eher schwer zu sagen. Grob geschätzt würde ich sagen, ab ca. 200.000 Wörtern ist ein Buch ein Wälzer, ab 15.000 Wörtern wird eine Kurzgeschichte für mich zur Novelle.

Was von beiden lest ihr lieber?
Weder noch. Ich mag kurze Romane, also in der Länge, in der ich sie auch selbst schreibe: 60.000 bis 90.000 Wörter.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Coehoorn am 24. Januar 2014, 22:30:36
Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?

Nein, ich mache meine Kapitel nach der Handlung. Wenn ein Stück Handlungsstrang abgeschlossen ist, ist auch das Kapitel abgeschlossen. Das geht von 2-3 Seiten auch mal über 15 oder mehr. In wie weit ich das noch anpasse werd ich noch mal schauen  :)

Haben Sie Namen oder nur eine Numerierung?

Ich bevorzuge für meine Kapitel Namen, die bevorzugt aus einem Wort bestehen und sehr sehr grob andeuten, worauf man sich als Leser einstellen kann.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
So weit bin ich noch lange nich *g*

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer?
Ein Buch ist für mich dann ein Wälzer, wenn ich damit jemanden problemlos erschlagen kann.

Was von beiden lest ihr lieber?

Ich lese bevorzugt lange Romane, mit einigen wenigen Ausnahmen.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: FeeamPC am 25. Januar 2014, 09:14:52
Kurz. Jedenfalls im Verhältnis zu dem, was ich hier lese.

Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?

Nein. Die Länge wird von den Handlungsorten vorgegeben.

Haben Sie Namen oder nur eine Numerierung?

Ich mag lieber Namen, aber ich ende meistens nur bei Nummern.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Genauso ist meine Trilogie entstanden.
Nebenbei: Der erste Verlag, bei dem ich was veröffentlicht habe, legte in seinen Richtlinien ziemlich genaue Zahlen nahe: Fantasy nicht unter 90000 und nicht über 120000 Wörter. In Ausnahmefällen auch mal 130000.

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer?
ab 500 Seiten.

Was von beiden lest ihr lieber?

Ich lese am liebsten Bücher mit 300-400 Seiten, bei Krimis auch gerne kürzer.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Windfeuer am 25. Januar 2014, 12:59:48
Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Nein. Mal haben sie nur ein paar Seiten, es können aber auch gut mal um die vierzig werden.

Haben sie Namen oder nur Nummerierungen?
Je nachdem. Kommt drauf an was ich schreib. Bei meiner Hauptreihe hat jedes Kapitel einen Namen. Beim Wunschbuch dagegen gibt es nur Nummerierung. Mag ich zwar nicht unbedingt, aber wenn es passt :omn:, dann beuge ich mich dem.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Noch nicht. Ich lege immer gleich alles so an, dass daraus entweder nur ein Einzelband wird oder ein Mehrteiler.

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer?
Ab 900 Seiten aufwärts.

Was von beiden lest ist lieber?

Am liebsten Romane von 300 bis 700 Seiten.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: pyon am 25. Januar 2014, 13:21:23
Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Nein.  ;D
Ich versuche zwar, dass sie immer eine ähnliche Länge haben, aber wenn es einmal nicht funktioniert, ist das auch in Ordnung.

Haben sie Namen oder nur Nummerierungen?
Nummer. Immer.
Ich gehörte zu der Sorte Mensch, die Kapitelnamen ziemlich egal sind. Ich lese sie zwar, aber sie haben für mich keine wirkliche Bedeutung, deshalb verzichte ich auch darauf.


Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Nein. Ich plane diesbezüglich ein wenig im voraus und sehe meine Romane immer als großes Ganzes. Selbst wenn der Umfang etwas größer werden sollte, wüsste ich nicht wirklich, wo ich die Grenze für einen neuen Romanbeginn machen sollte.
Es wurde als Roman konzipiert und sollte meiner Meinung nach auch so bleiben.

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer?
ab ca. 800 Seiten


Was von beiden lest ist lieber?
Ich schließe mich meiner Vorschreiberin an.  ;D
Am liebsten Romane von 300 bis 700 Seiten.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: canis lupus niger am 26. Januar 2014, 14:09:05
Hier meine Zahlen:
1. Buch (veröffentlicht): ca. 140.000 Wörter, keine Kapitelaufteilung, was etliche Leser gar nicht fassen konnten. Ich hielt das damals in meiner naiven Einfalt schlicht für überflüssig, weil ich mich selber beim Lesen nie an Kapiteln orientiere

2. Buch (veröffentlicht, zweiter teil meiner Reihe): ca. 135.000 Wörter, 32 Kapitel, Bezeichnung nur mit Nummern

3. Buch (noch nicht veröffentlicht): bisher ca. 113.000 Wörter, Kapitelzahl steht noch nicht fest, Bezeichnung jeweils mit dem Namen des Perspektivträgers.

4. Buch (noch nicht veröffentlicht, dritter Teil meiner Reihe): bisher ca. 70.000 Wörter, es werden vermutlich auch über 120.000 Wörter. Kapitelbezeichnung nur mit Nummern geplant

5. Buch (noch nicht veröffentlicht, vierter Teil meiner Reihe): bisher ca. 90.000 Wörter, Entstand vermutlich über 140.000. Kapitelbezeichnung mit Nummern geplant 

Irgendwie ende ich immer auf +/- 500 Seiten. Allerdings habe ich auch schon so eine Art Novelle geschrieben und mich gelegentlich an einer Kurzgeschichte versucht.

Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Nein, immer nach Bedarf. Ein neues Kapitel beginne ich mit einem Perspektivwechsel oder wenn die Geschichte sowieso nach einer entsprechenden Zäsur verlangt.

Haben die Kapitel Namen oder nur eine Numerierung?
Wie oben gesagt: ganz verschieden. Im ersten Buch haben ich das Experiment gemacht, auf Kapitelunterteilung ganz zu verzichten. In meinem unfertigen Drachenprojekt wechselt die Erzählperspektive zwischen vier Hauptcharakteren, weshalb es sich anbietet, die Kapitel mit ihren Namen zu überschreiben. Und in den anderen Büchern finde ich es ausreichend die Kapitel durchzunummerieren.   

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Nein. Bzw. meine Reihe besteht ja aus mehreren Bänden, aber jeder ist in sich abgeschlossen. Deshalb weiß ich nicht, ob das zählt.

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte?
Alles über 700 oder 800 Seiten ist für mich ein Wälzer. ZU lang ist ein Buch, in dem die Geschichte dahinschleppt und nicht fesselt, egal wie viele Seiten sie hat. Für eine Kurzgeschichte gibt es ziemlich genaue Formregeln, das ist keine Frage von persönlichen Wahrnehmung. Es gibt hervorragende KGs, die weniger als eine Buchseite umfassen.

Was von beiden lest ihr lieber?
Bisher habe ich vorzugsweise Romane gelesen. Wenn sie gut waren, konnten sie gar lang genug sein. Seitdem ich mich selber mit Kurzgeschichten beschäftige, habe ich aber Geschmack daran gefunden, auch welche von anderen Autoren zu lesen. Ich bewundere Autoren, die so strukturiert schreiben können, wie eine gute KG es erfordert.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Sanjani am 26. Januar 2014, 19:33:31
Früher hatte ich oft das Problem, dass alles irgendwie zu kurz war. Da war dann nach 200 Seiten schluss und die ganze Geschichte war irgendwie unvollständig, obwohl der Plot fertig war, ich meine damit eher so ein bisschen roh und unausgearbeitet.

Irgendwann ging dann leider ein Knoten auf und ich konnte mich seither einfach nicht mehr kurz fassen ^^ Alles, was ich anpacke, wird elendig lang :)

Einmal hab ich 1000 Normseiten geschrieben und mir wurde irgendwann klar, dass ich das so wohl nicht unter die Leute kriege. Deshalb sitze ich jetzt immer mal wieder herum und grüble, wie ich das Ding splitten könnte. Ich hatte das damals schon in drei Abschnitten konzipiert, aber der erste endet mit einem Cliffhanger, was ja für Veröffentlichungen als unbekannter Autor eher nicht so gut ist. Und man kann ein Buch eben nicht einfach irgendwo zerteilen und sagen so, das ist jetzt Band 1 und der Rest ist Band 2. Das hab ich inzwischen etwas schmerzlich gelernt :)
Leider wächst sich Band 4 schon wieder zu so einem Mammutprojekt aus. :wums:

Meine Kapitellängen habe ich nicht wirklich angeschaut, bevor ich Scrivener hatte. Jetzt schau ich da immer mal rein und interessanterweise pendeln sich die meisten großzügig zwischen 1600 und 2300 Wörtern ein. Ausreißer gibt es natürlich immer, aber viele sind in diesem Bereich angesiedelt, und ich habe das Gefühl, dass das auch eine gute Kapitellänge ist, jedenfalls für mich. Ich gebe meinen Kapiteln übrigens nie Namen, weil ich schlecht darin bin, mir irgendwelche Titel auszudenken. Mir reicht's schon, wenn ich dem Gesamtwerk einen Titel geben muss.

LG Sanjani, die keine Kurzgeschichten mag :)
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Sternsaphir am 26. Januar 2014, 19:47:29
Ich neige zum Neverending-Story-Schreibstil: Ich habe immer das Gefühl nie aufhören zu können.
Mein letztes Buch sind knapp 370 Seiten mit ca. 212.000 Wörtern geworden und ich versuche grad, es ein wenig zu kürzen.

Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Ich versuche es, einzurichten. Manchmal lässt es sich aber nicht verhindern. Die Kapitel umfassen meist einschneidende und wichtige Ereignisse und die sind je nach Art unterschiedlich lang.

Haben sie Namen oder nur eine Nummerierung?
Die Kapitel nummeriere ich, aber ich spendiere ihnen auch einen kleinen Titel. Allerdings sind meine Kapitel sehr lang. Zehn Kapitel auf 370 Seiten sind ziemlich wenig. Aber es ließ sich nicht anders einrichten.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
In mehrere Teile zu unterteilen habe ich aktuell noch nicht überlegt, es würde auch nicht passen, da die Geschichte zu sehr zusammenhängt, als dass man sie zerhacken könnte.

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte?
Ca. 700 Seiten.
Kurzgeschichten sind da variabler, finde ich.

Was von beiden lest ihr lieber?

Beides, es hängt vom Inhalt ab. Meist lese ich aber Wälzer.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Felicity am 26. Januar 2014, 21:09:46
Meine Bücher plane ich meist mit einem Umfang von ca. 100.000 Wörtern, was für mich schon relativ viel ist.

Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Nein. Zum einen, weil es für mich einfach nicht funktioniert, völlig unterschiedliche Szenen in ungefähr dieselbe Länge zu packen - natürlich könnte ich sie so aufteilen, doch ich reiße nicht gerne meine einzelnen, zusammengehörigen Geschehnisse auseinander. Deshalb kann es gut sein, dass ein Kapitel 6.000 Wörter hat und ein anderes hingegen nur 2.000 Wörter.

Haben sie Namen oder nur eine Nummerierung?
Meist sind sie nummeriert, nur wenn es wirklich passt, bekommen sie einen Namen. Ich halte nichts von halblebigen Titeln, da ist mein Motto ganz oder gar nicht.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Ich habe vor einer Weile eine Triologie geplant und begonnen. Während des Schreibens habe ich mir dann überlegt, ob drei Teile nicht doch zu wenig sind. Schließlich hatte ich fast 100.000 Wörter und habe einen Schlussstrich gesetzt, an einer Stelle, wo die Szene auch ziemlich gut gepasst hat.

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte?
Ich stimme mal der allgemeinen Meinung hier zu und sage ab etwa 700 Seiten ist es ein Wälzer.
Kurzgeschichten assoziere ich wirklich mit dem Begriff kurz und da habe ich eine relativ niedrige Grenze von ungefähr dreißig Seiten. Alles darüber ist für mich schon im Bereich Kurzroman.

Was von beiden lest ihr lieber?
Ich bin eher für etwas kürzere Bücher, keine Wälzer, alles im Bereich von 300 bis 600 Seiten. Aber eigentlich orientiere ich mich nicht am Umfang, sondern daran, ob mir das Thema gefällt. Ein Buch kann noch so dick sein, wenn mich die Story wirklich interessiert, ist das kein Problem.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Leann am 27. Januar 2014, 08:16:56
Da ich jetzt noch nicht so wahnsinnig viel geschrieben habe, kann ich nur berichten, wie es bisher aussieht.
Meine Fantasyromane sind ziemlich lang, zwischen 120.000 und 140.000 Wörtern.
Alles andere bewegt sich in einem Umfang zwischen 60.000 und 80.000 Wörtern.

Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Ja, so halbwegs. Früher habe ich sehr kurze Kapitel gehabt, kaum 1000 Wörter. Bei meinem letzten Fantasyprojekt waren es meist so um die 5.000 Wörter und beim aktuellen Projekt habe ich mich auf ca. 3.000 Wörter eingependelt. Das ist nur ein Durchschnitt, es kommt oft vor, dass ein Kapitel 2800 Wörter hat und das nächste 3.500. Aber ich vermeide allzu große Unterschiede. Bei einem meiner nächsten Projekte werde ich ein Experiment wagen und einfach mal in einem durch schreiben und evtl. die Kapitel einteilen, wenn ich fertig bin. Ich habe nämlich gemerkt, dass der Gedanke an Kapitel meinen Schreibfluss hemmen kann.

Haben Sie Namen oder nur eine Numerierung?
Einmal habe ich mit Kapitelnamen experimentiert, aber mir ist nur zu wirklich wenigen Kapiteln was gutes eingefallen, der Rest war Krampf. Also mache ich mir den Stress nicht mehr und vergebe nur Nummern.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Nein. Es kann allerdings sein, dass ich nach einem Einzelwerk noch ungeplante Fortsetzungen nachschiebe.

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte?
Wälzer ... so ab 1000 Seiten. Kurzgeschichte ... keine Ahnung. Früher dachte ich immer, Kurzgeschichten wären wirklich kurz, also nur so ein paar Seiten, aber mittlerweile hab ich herausgefunden, dass die doch ganz schön lang sein können.

Was von beiden lest ihr lieber?
Ich lese nicht gerne Kurzgeschichten und kann auch keine schreiben. Ich habe es versucht, aber es kam nur Murks dabei raus, also lasse ich es jetzt lieber. Bei Romanen ist es mir egal, wie lang die sind, solange sie mir gefallen. Allerdings schrecke ich vor richtig dicken Wälzern nicht zurück  ;D
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: Alaun am 27. Januar 2014, 08:40:16
Ich neige dazu mich eher kurz zu fassen, weil ich selbst ungern Bücher lese, in denen eine Geschichte auf Teufel komm raus in die Länge gezogen wird. Sowas nervt mich eher. Meine Romane haben so zwischen 70.000 und 80.000 Worten. Umso erstaunter bin ich, dass mein aktuelles Projekt gerade (für meine Verhältnisse) ein wenig ausufert ...

Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Nein, das ist sehr unterschiedlich. Ein Kapitel ist so lang wie es braucht, das Wichtige zu erzählen. Das können 5000 Worte sein, oder nur 5. Wenn diese 5 sitzen, dann ist alles gesagt.

Haben Sie Namen oder nur eine Numerierung?
Nummern. Obwohl ich Namen lieber mag.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Nein, weil ich einfach nicht so lange Bücher schreibe. Aber es gibt Prequel- und Sequel-Tendenzen bei mir ;)

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte?
Ab 800 Seiten ist ein Buch für mich ein echter Wälzer. Kurzgeschichten sind schwer einzuordnen, ich neige aber dazu, alles über 20 Seiten schon nicht mehr als Kurzgeschichte anzusehen, sondern als kurze Erzählung.

Was von beiden lest ihr lieber?
Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Es kommt auf den Autor an, auf meine Stimmung, auf die Zeit die ich zur Verfügung habe. Richtig gute Kurzgeschichten findet man nicht so oft, die bekommen leider noch immer viel zu wenig Beachtung im deutschsprachigen Raum.
Titel: Re: Frage zum Umfang eurer Geschichten
Beitrag von: RaphaelE am 27. Januar 2014, 09:58:00
Sind bei euch die Kapitel immer gleich lang?
Definitiv nicht. Ich kann nicht nach eine bestimmten Anzahl Wörter einfach ein neues Kapitel beginnen. Das stört meine Harmonie. :)

Haben Sie Namen oder nur eine Numerierung?
Namen. Mit Zahlen kann ein Leser wenig anfangen. Bei Namen jedoch kann er sich schon ein ungefähres Bild davon machen, was kommen mag und sich darauf freuen.

Habt ihr schon einmal daran gedacht, euer Werk in mehrere Teile zu separieren, weil der Umfang einfach zu groß wurde?
Ich liebe Trilogien, aber ob ich es mit meinem Herzensprojekt schaffe, einen Mehrteiler hinzuzaubern, weiss ich nicht. Allerdings habe ichwie Aquamarin eine Schwäche für Prequels und Sequels(hmm... eigentlich eher für Prequels).

Ab wann ist ein Buch für euch ein Wälzer und wann sagt man, es ist eine Kurzgeschichte?
Kurzgeschichten gehen für mich bis etwa 250 Seiten. Ein richtiger Wälzer ist nach meinem Gusto ein Buch, das über 1'200 Seiten besitzt. Die ideale Länge liegt für mich etwa bei 600-700 Seiten für Mehrteiler und 800-900 für Einzelromane.

Was von beiden lest ihr lieber?
Ganz klar die Wälzer. ;D Die geben einfach mehr her und lassen einem auch bei intensivem Lesegenuss tief in die Welt eintauchen.