Hallo liebe Tintenzirkler,
kann mir jemand von euch mit folgendem Problem weiterhelfen?
Es geht um das Wort "gewordene".
Wenn ich sagen möchte, dass etwas "nass geworden" ist, schreibe ich das meines Wissens nach auseinander -> nass geworden. Ist das so richtig?
Und wenn ich aber sagen möchte, dass sich Walter in einen Dämon verwandelt hat, heißt es dann "der Dämon gewordene Walter" oder "der dämongewordene Walter" ?
Kann mir da jemand weiterhelfen? Ich bin ratlos ???
Also ich bin mir zu 99% sicher, dass man es in beiden Fällen auseinander schreibt.
Man schreibt beides auseinander, aber dieses hier
Zitat von: Polarfuchs am 16. Januar 2014, 21:08:40
Und wenn ich aber sagen möchte, dass sich Walter in einen Dämon verwandelt hat, heißt es dann "der Dämon gewordene Walter"
... würde ich anders formulieren. Es klingt nicht schön.
Es gibt den (stehenden) Begriff "der fleischgewordene Traum". Analog dazu würde ich entsprechend "der dämongewordene Walter" bilden.
Allerdings hat Fianna Recht und es klingt umständlich. Du kannst dir auch mit einem Zum behelfen: "der zum Dämon gewordene Walter".
Ansonsten als Alternative: "der nun dämonische Walter"?
Danke für die bisherigen Antworten. Jetzt bin ich nur irgendwie noch mehr verunsichert... Ich werde wohl einfach mal schauen, was die Mehrheit sagt.
Übrigens: Ja, ich weiß das Satzgestell klingt komisch, aber ich habe gelegentlich Absätze in meinem Buch, wo ich mich etwas - sagen wir- "altmodisch" ausdrücke. Ich denke, das passt im Zusammenhang schon ganz gut, aber trotzdem danke für den Hinweis, dass es komisch klingt. Wenn das so alleine da steht, habt ihr schon recht, es klingt wirklich komisch :)
Ich finde es nicht altmodisch.
Mein Freund schreibt gerne altmodisch (wie Poe oder Verne), daher bin ich so etwas gewohnt.
Für mich klingt es ungeschickt. Unelegant.
EDIT: Vermutlich liegt es daran, dass es modern umgangssprachlich viel verwendet wird mit dem "-worden". Ich versuche solche Wendungen deshalb immer zu vermeiden falls möglich, denn sonst wirft mich das aus der Fantasywelt raus und ich hab das gefühl, ich sitze umgeben von Kiddies in der Straßenbahn, die ihre Muttersprache nicht mal beherrschen.
Neben anderen markanten Dingen (Verzicht auf Präpositionen etc) höre ich da ständig "worden".
Grundsätzlich werden Konstruktionen aus Substanstiv (Dämon) und Verb (werden) getrennt geschrieben (Fahrrad fahren). Zusammengeschrieben werden sie nur, wenn das Substantiv seine Eigenständigkeit verloren hat (standhalten, stattgeben ...).
In deinem Fall ist es aber noch einfacher. Man sagt "Walter wird zum Dämon." Partizip Perfekt: Walter ist zum Dämon geworden." Partizip 2: "der zum Dämon gewordene Walter/ der Dämon gewordene Walter ".
Also ich habe keine Ahnung, wie das grammatikalisch korrekt ist, aber für mich macht das einen Unterschied in der Bedeutung. Zwei Worte bezeichnen für mein Empfinden einen vorübergehenden Zustand, während ein Wort auf eine dauerhafte Veränderung, bzw. auf eine Weiterentwicklung hindeutet.
Das kommt vermutlich von dem Begriff "fleischgeworden".
Aber das ist ein rein subjektives Sprachempfinden.
Subjektives Sprachempfinden hilft da allerdings nicht. Da kann man nur in den Duden schauen.
Danke für die anschauliche Erklärung, Lavendel. Ich werds getrennt schreiben. :)
Ich bin ähnlicher Meinung wie Fianna, die Formulierung klingt leider ungeschickt und unelegant. Außerdem klingt "geworden" in meinen Ohren nicht heftig genug im Zusammenhang mit Dämonen. Es hat eine zu sanfte, passive Konnotation, als wäre er "aus Versehen" zum Dämon geworden, oder so.
Ich finde es aber auch schwierig eine Alternative vorzuschlagen. Mir ist "dämongewandelt" in den Sinn gekommen, das klingt zumindest poetischer und aktiver und origineller.
Auf duden.de heißt es: "althochdeutsch werdan, eigentlich = (sich) drehen, wenden und verwandt mit Wurm". Der dämongewandte Walter klingt ein bisschen cool. Wenn er nur nicht "Walter" hieße. ;)