Nachdem ich nun die Weiten des Tintenzirkels durchstöbert habe und keinen ähnlichen Thread gefunden habe, möchte ich dazu einen aufmachen.
Angeregt durch den Thread "Männlein oder Weiblein?" hat sich mir die Frage aufgedrängt, wie sehr die Charaktere eigentlich vom Plot abhängen. Sind sie völlig eigenständig und werden eigentlich nur noch brav dazugegeben oder entwickeln sie sich mit dem Plot?
Jetzt habe ich mir mal überlegt, wie das bei mir so abläuft, aber da ist es irgendwie immer unterschiedlich. Allein in meinem Roman "Drachenretter" habe ich beide Variante benutzt. Zwei der Hauptcharaktere schwirrten schon lange in meinem Kopf herum und die hab ich dann direkt da rein verfrachtet, während ich eigentlich fast alle anderen zusammen mit dem Plot geschustert habe. Ich finde eigentlich beide Varianten gut, aber bei mir ist es mal so, mal so. Ich benutze da kein Schema F. Manchmal baue ich auch einfach einen Plot um den Charakter herum, was ja auch wieder in eine ganz andere Richtung geht.
Aber wie macht ihr das? Stützt ihr euch dabei am Plot ab oder gestaltet ihr den Charakter schon im Vorfeld? Was von beidem fällt euch leichter? Nehmt ihr das gar nicht richtig bewusst wahr oder achtet ihr da aktiv drauf?
Ich bin gespannt auf eure eigenen Meinungen.
Die Charaktere hängen bei mir überhaupt nicht vom Plot ab. Dagegen hängt der Plot vollständig von den Charakteren ab. Beides ist also untrennbar, aber Ausgangspunkt sind bei mir immer die Charaktere. Sie bringen den Plot hervor.
Bei mir ist das ein Geben und Nehmen. Meist habe ich eine Grundidee für einen Plot und die Charas, die ich dafür brauche, kommen erst danach. Die bringen dann aber auch durchaus Eigenschaften mit, die teilweise für den Plot sogar unpraktisch sind. Ich entwickle dann Plot und Charaktere meist gleichberechtigt nebeneinander weiter, sie sind also untrennbar ineinander verflochten.
Bei mir ost es meistens so, dass mir die Idee für einen Plot kommt. Dann überlege ich kurz und plötzlich klopfen ganz viele mögliche Charaktere bei mir an, die unbedingt mitmischen wollen. Ich überleg mir dann immer, wer am Besten passt und die nehm ich. Der Rest bekommt meistens eine kleinere Nebenrolle oder wird für das nächste Projekt aufgehoben.
Bei mir ist es so, dass ich mich zuerst einmal frage: Was ist das Thema meines Romans? Was möchte ich mit der Geschichte (wie immer diese auch aussieht) erzählen?
Der Hauptcharakter ist dann die Figur, an der ich das Thema transportieren möchte. Der Plot ist das Hintergrundgerüst, auf welchem der Hauptcharakter agiert. Die Charaktere geben damit den Plot vor.
In meinem Kopf ist der Plot damit "untergeordnet", auch wenn im Roman dann beides (Charakter-Plot) gleichberechtigt nebeneinander stehen soll und man als LeserIn nicht das Gefühl hat, dass der Plot nur schmückendes Beiwerk ist ;)
Bei mir bestimmen Handlungsweisen von Figuren den Plot.
Erst kommen Figuren, dann die Welt (selten umgekehrt, irgendwer muss mir ja von der Welt erzählen), dann nisten sich die Figuren in der Welt ein und beginnen zu agieren. Miteinander, gegeneinander, unabhängig voneinander. Dabei erfahre ich dann auch (meistens) etwas über die Vergangenheit der Figuren und deren Motivation. Daraus entsteht dann der Plot. Nur weil eine Figur im Mittelpunkt des einen Plottes steht, heißt dies noch lange nicht, dass nicht eine andere im Mittelpunkt eines anderen Plottes in dieser Welt steht. Manchmal berühren sich die Handlungsstränge, der eine ist ursächlich bzw. leistet einen Beitrag für den anderen und manchmal sind sie unabhängig voneinander. Das sie unabhängig voneinander sind, heißt aber nicht, dass sie nicht einen Dritten beeinflussen können und eine andere Figur zum handeln bringen.
Meine Signatur trifft für mich den Nagel auf den Kopf ;)
Was mich zum Schreiben treibt, könnte man vielleicht als Idee bezeichnen. Eine Idee kann alles sein, eine Situation, ein Konflikt, eine Gefühlslage, bestimmte Charakterzüge oder Lebenserfahrungen (aber noch keine Person). Diese Idee ist sehr vage, ich kann sie nicht greifen, sie schwebt wie ein einsamer Planet im leeren Raum. Aber irgendwie nagt sie an mir, lässt mich nicht los, so dass ich versuche, sie weiter auszuspinnen. Mit mehr oder weniger Erfolg...
Beim Auspinnen kommen zunächst die Hauptpersonen, ohne sie bleibt alles abstrakt und farblos. Ich versuche, die Personen zu entdecken, wie sie denken, fühlen und handeln. Wenn ich Glück habe, fangen sie an, ihr Eigenleben zu führen und füllen die Idee mit Leben. Allerdings bewegen sich nicht immer in die Richtung, die ich für sie vorgesehen hatte ;).
Bei mir ist meist der Prota zu erst da und dann beginnt dieser mir seine Geschichte zu erzählen. Aus dem was mir er so erzählt wird dann meist der Plot und erst dann kommen die anderen Charaktere dazu.Zu erst der Plot und dann die Figuren geht bei mir grundsätzlich nach hinten los. Und jetzt fragt nicht warum, denn das weiss ich selber nicht. :)
Bei mir ist es eher so, dass der Plot von den Charakteren abhängt. Als erstes steht vor jeder Geschichte ein Charakter und eine schwammige Idee, was ich mit diesem machen könnte. Daraus entsteht dann die Welt (oder Teile davon) und daraus entwickelt sich wiederum der Plot. Ist der Plot einmal umrissen, müssen die Charaktere sich dem natürlich bis zu einem gewissen Grad fügen, die Geschichte soll ja noch funktionieren. ;D Somit entsteht dann eine Wechselwirkung, dass sich die Charaktere mit dem Plot weiter entwickeln und ihrerseits den Plot vorantreiben, in dem sie neue Impulse geben.
Oft kommt es vor, dass die eine oder andere Figur noch etwas mehr Raum braucht oder irgendeine Hintergrundgeschichte mitbringt. Nach Möglichkeit versuche ich, das dann ebenfalls in den Plot einfliessen zu lassen. Und manchmal baue ich auch ganze Plot-Parts um, damit ich ihnen gerecht werden kann. Ich finde das völlig in Ordnung so, denn ich bin der Meinung, dass Charaktere Geschichten stärker formen als die Geschichten die Charaktere.
Zitat von: Coppelia am 26. Mai 2013, 14:06:28
Die Charaktere hängen bei mir überhaupt nicht vom Plot ab. Dagegen hängt der Plot vollständig von den Charakteren ab. Beides ist also untrennbar, aber Ausgangspunkt sind bei mir immer die Charaktere. Sie bringen den Plot hervor.
Das kann ich so unterschreiben. Meistens ist es nämlich so, dass der Ausgangspunkt eines Plots für mich immer ein Wunsch ist oder aber ein Ziel, das der Protagonist, selten auch mal der Antagonist, erreichen will. Bei mir schlittert keine meiner Figuren einfach so in eine Geschichte, es gibt immer eine innere Motivation, die ganz entscheidend für den Beginn und Verlauf der Handlung ist.
Eine andere Herangehensweise kommt für mich auch kaum in Frage. Ich will schließlich eine Geschichte erzählen und Geschichten handeln immer von Charakteren. Ohne Menschen existieren keine Probleme, keine Wünsche, keine Entwicklungen und demnach auch nichts, das es zu erzählen wert ist, abgesehen vielleicht von schönen Landschaftsbeschreibungen.
Das ist bei mir ganz unterschiedlich, je nachdem, wie die Geschichte auftaucht.
Manchmal überlege ich mir irgend etwas, über das ich gern schreiben würde, dann taucht ein Prota auf, der auf diese "Stellenausschreibung" passt. Diese Protas halten sich im REgelfall an den Plot, den ich für die Geschichte entworfen habe. Manchmal sind aber auch Protas da, für die ich eine Geschichte stricken muss und die erzählen mir dann oft, dass ich den Plot in die total falsche Richtung gestrickt habe.
Es ist manchmal ein hin und her.
Aber natürlich funktioniert kein Plot ohne Charas... Von daher würde ich behaupten, dass der Plot abhängig von den Protas ist, nicht unbeding andersrum.
Mir geht es ziemlich ähnlich wie Rhiannon.
Ich nehme oft Ausschreibungen oder Ähnliches als Aufhänger zum Schreiben. Daher weiß ich ungefähr, welche Art von Geschichte es werden soll und welche "Stellen" darin zu besetzen sind. Wenn ein gewisser Zeitdruck besteht, kann ich schon mit Pappkameraden anfangen zu schreiben - nach dem alten Motto "Überarbeitet wird ja sowieso noch". Aber nach ein paar Seiten muss ich dann merken, dass die Figuren sich selbständig bewegen, dass vielleicht ein paar Unbekannte auf die Bühne getapert kommen, die ich gar nicht eingeplant hatte ... dass das Ganze irgendwie lebt.
Wenn nicht, weiß ich, dass ich auf dem Holzweg bin und probiere was Neues.
Ich weiß nicht. Ich glaube, das, was ich mache, würde man mit einem Hologramm vergleichen können. Bei mir beginnen die meisten Geschichten mit einer Szene, die aus dem Nicht auftaucht und das Setting, mindestens einen Hauptcharakter und eine ganz grobe Ahnung vom Plot vorgibt. Ich würde also sagen, es ist ununterscheidbar.
Zuerst kommt die Idee. Noch keinen richtigen Plot, aber eine konkrete Vorstellung, wohin die Reise gehen soll. Danach mache ich die Figur(en) dazu. Die Figuren sind noch nicht fertig im Sinne eines Charakterbogens, sondern sie werden werden während der Geschichte dramaturgisch optimiert.
Wenn die Figuren vorgegeben sind, etwa bei einer Fortsetzungsgeschichte, dann tue ich mich damit schwerer. Das ist wie wenn man backen will und dabei feststellt, dass wichtige Zutaten fehlen. Dann muss man entweder das Rezept ändern oder sich das Fehlende besorgen.
Ich habe bei den "guten" Ideen immer zuerst eine Idee für den Plot. Sobald die Idee steht (ist manchmal nicht mehr als nur eine ganz fixe Idee, die man locker in einem Satz zusammen fassen könnte) kommen sofort einige Figuren anmaschiert, die sich für die Geschichte eignen. Anders rum ist auch denkbar und ab und an auch schon passiert, aber mir ist dann der Plot nicht komplex genug. Ist schwer zu erklären, aber wenn ich die Geschichte um die Figuren herum baue, wird mir das alles zu eindimensional, zu Figuren-betont. Daran liegt es wohl auch, dass diese Ideen bisher kaum ausgearbeitet wurden und in einer Ecke vergammeln, während die anderen fleißig weiterwachsen, auch wenn ich nicht aktiv an ihnen plotte.
Das bedeutet natürlich nicht, dass meine Figuren nur Schachfiguren oder total statisch sind, aber sie haben sich gefälligst zu fügen. Hier und da mal eine Abweichung ist okay, aber an sich müssen sie sich dem Plot unterordnen. Ich bin ja so böse :pfanne: :darth:
Das ist sehr unterschiedlich bei mir.
Oft beginnt es ähnlich wie bei Churke oder FeeamPC mit einer Szene oder einer einzelnen Idee. Manchmal betrifft die aber einen Fixpunkt in der Handlung, sodass sich erst der Plot entspinnt, manchmal betrifft es eine Figur, dann ist diese zuerst da.
Aber generell wachsen bei mir die Feinheiten des Plots auf jeden Fall mit den Charakteren, bzw. ergeben sich erst aus deren Verhaltensweisen und Interessen. Anders könnte ich mir das auch nicht vorstellen. Schließlich sind es ja aktive, eigenständige Lebewesen, die sich (leider) nicht in jedes Korsett zwängen lassen, dass man ihnen andenkt. ;)
Allerdings ist die Plotabhängigkeit sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei Kurzgeschichten und in einigen größeren Projekten sind die Figuren für diese eine Geschichte da. Etwas anderes wird es mit ihnen auch nicht geben und all ihre Eigenschaften, Interessen, Ängste und Wünsche sind darauf ausgerichtet, ein möglichst stimmiges Erzählerlebnis dieser einen Geschichte zu kreieren. Andere Figuren hingegen bewegen sich sehr unabhängig vom einzelnen Plot. Mit ihnen kann ich mehrere unterschiedliche Geschichten schreiben. Das macht sie etwas lebendiger als die plotfixierten Figuren, finde ich.
Zitat von: Szazira am 26. Mai 2013, 15:07:56
Bei mir bestimmen Handlungsweisen von Figuren den Plot.
Erst kommen Figuren, dann die Welt (selten umgekehrt, irgendwer muss mir ja von der Welt erzählen), dann nisten sich die Figuren in der Welt ein und beginnen zu agieren. Miteinander, gegeneinander, unabhängig voneinander. Dabei erfahre ich dann auch (meistens) etwas über die Vergangenheit der Figuren und deren Motivation. Daraus entsteht dann der Plot. Nur weil eine Figur im Mittelpunkt des einen Plottes steht, heißt dies noch lange nicht, dass nicht eine andere im Mittelpunkt eines anderen Plottes in dieser Welt steht. Manchmal berühren sich die Handlungsstränge, der eine ist ursächlich bzw. leistet einen Beitrag für den anderen und manchmal sind sie unabhängig voneinander. Das sie unabhängig voneinander sind, heißt aber nicht, dass sie nicht einen Dritten beeinflussen können und eine andere Figur zum handeln bringen.
Kann ich ebenfalls weitgehend unterschreiben. Der einzige Unterschied: Die Welt kommt ebenfalls von Charakteren.
Sie erzählen es mir quasi wie Fremdenführer. Entsprechend habe ich eine sehr enge Bindung zu den Charakteren und manche von ihnen stellen mächtige Tulpas dar. Ich sehe mich da nur als Medium, um die Erlebnisse aufzuschreiben.
Wie ein Charakter entsteht ist ganz unterschiedlich. Wie beispielsweise Ahriman oder Ormazd entstanden - häufige Angelpunkte und/oder heimliche Drahtzieher - kann ich absolut nicht mehr sagen. Sie sind beide mittlerweile 6 Jahre alt und haben sich kaum verändert. Von anderen würde man ein Entstehungsbild und ein aktuelles kaum als die gleiche Person identifizieren (Stichwort Arsiel).
Manchmal träume ich Geschichten auch und diese Träume brechen dann auch aus meinen üblichen Schemata häufig komplett aus.
Dann begleite ich einen Charakter, wie bei einem Film, als reiner Zuschauer.
Bei mir ist es meistens so, wie es Zurvan im letzten Absatz schreibt: Ich träume die meisten Geschichten (zumindest die längeren). Dabei stecke ich manchmal in einem Charakter und erlebe alles aus seiner Sicht. Manchmal schwebe ich aber auch über der Szene und sehe die Charaktere von aussen miteinander agieren und habe so direkt ein eher unabhängiges Bild von ihnen.
Bei Kurzgeschichten ist da - wie einige schon schrieben - zunächst eine Idee. Die Idee kann eine Art Schlüsselszene sein, aber auch ein besonderer Charakter, der dann als Prota verarbeitet werden will.
Was mir persönlich noch nicht passiert ist, sind Figuren, die sich wie von selbst in eine Geschichte geschlichen haben. Vermutlich plane ich dafür zu viel vorher?
Bei mir fängt es meistens mit einer Idee an und der nächste Schritt sind dann plötzlich Charaktere, die mir im Kopf herum schwirren. Manchmal ist es auch nur ein Name, mit dem ich eine Szene verbinde.
Auf jedenfall habe ich kein Schema F, wonach ich vorgehe.
Bei mir sind immer erst die Charakter da. Dann kommt der Plot. Häufig sogar nacheinander, überlappen sich und entwickeln sich gemeinsam weiter. Beides treibt sich gelichermaßen bei mir vorwärts.
Nachdem ich jetzt endlich ein wenig mehr habe, als mein einziges, großes Projekt, kann ich sagen: es ist unterschiedlich für mich. Für die große Geschichte hatte ich erst die Idee, bevor sich die mehr oder minder Hauptfigur dazu herab gelassen hat, sich vorzustellen. Dann kam die zweite und dann die dritte und letztlich sind sie alle im Watschelgang erst in die Idee und dann in den Plot gewandert. Für eine Kurzgeschichte war zuerst die Figur da, die sich mit bescheuertem Namen vor meine Tür gesetzt hat und nicht mehr weg geht, bis ich ihre Geschichte endlich geschrieben habe. Da fehlt mir bisher allerdings immer noch die Idee und die Figur erzählt mir nicht wirklich, was sie von mir will.
Ich glaube ebenfalls, Plot und Figuren funktionieren vor allem miteinander, ganz egal, was zuerst da war. Der Plot funktioniert nicht, wenn die Figuren nicht mitspielen und die Figuren funktionieren nicht, wenn der Plot falsch für sie ist.
Bei mir kommt das stark darauf an, um was für ein Projekt es sich handelt. Bei Kurzgeschichten habe ich meist zuerst eine Idee. Die Charaktere füllen das ganze Gerüst dann nach und nach, machen es lebendig und wachsen während des Schreibens. Bei meinem Romanprojekt (da hab ich bisher nur eines als Referenz), war mein Protagonist zuerst da, allerdings in Kombination mit einer Schlüsselszene. Alles weitere, also eine Art "Fahrplan" sowie die anderen Charaktere, kamen dann erst später.
Wichtig ist m.M.n. vor allem, dass sowohl der Plot als auch die Charaktere in kein allzu enges Korsett geschnürt werden. Beides sollte sich noch entwickeln können und der Geschichte genügend Raum zur Entwicklung lassen. Vermutlich mit ein Punkt, weshalb es mir schwerfällt, mit allzu tiefgreifenden Plots zu arbeiten.
Bei längeren, nicht-ausschreibungsabhängigen Texten kommen mir in der Regel ein Grundthema und ein, seltener auch mehrere Protagonisten zuerst in den Sinn. Plot und weitere Figuren entwickeln sich dann daraus. Ausnahmen gelten für erträumte Handlungen, da stehen Handlung und die erträumten Figuren am Anfang.
In nahezu jedem Projekt hatte ich aber auch mindestens eine Figur dabei, die erst als kleine Nebenfigur in die Handlung reinkam und sich dann plötzlich zu einer Hauptfigur weiterentwickelt hat, weil der Plot das irgendwie verlangt hat.
Ich brauche eine Spur von beidem. Bisher habe ich mir über so etwas nie Gedanken gemacht, aber beim Lesen des Threads bin ich zu dem Schluss gekommen, dass beides irgendwie vorhanden sein muss, tendenziell aber wohl eher Figuren als Plot. Meist ist es so, dass ich eine Figur im Kopf habe, die irgendetwas Bestimmtes erlebt und eine Idee, was im Lauf der Geschichte passieren soll. Letzteres ist manchmal sehr klar, manchmal aber auch nicht. Ich merke aber, dass ich weder irgendeinen Plot schreiben kann, wenn der richtige Charakter fehlt, noch einen Charakter in einen Plot setzen kann, der nicht irgendwie gemeinsam mit ihm entstanden ist. Aber wie schon gesagt ist es für mich leichter, wenn Charaktere da sind. Ich hasse es, wenn ich in meinem Plot Nebencharaktere brauche, die sich mir überhaupt nicht zeigen, obwohl ich weiß, dass ich sie an Punkt X brauchen werde. Da sitze ich dann meist und weiß genau, was ich schreiben will, aber mir fehlt dann meist der richtige Name und mit dem Namen fehlt meist auch das Gesicht des Charakters. Ich bin in letzter Zeit dazu übergegangen einfach einen Namen zu nehmen, der mir spontan einfällt. Das fühlt sich zwar meist nicht so stimmig an, wie es sollte, aber es funktioniert, zumal ich den Namen hinterher immer noch ändern kann.
LG Sanjani