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Autor Thema: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?  (Gelesen 10849 mal)

Offline Zit

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #150 am: 07. April 2021, 16:20:42 »
Nebeldiener, der Thread hat 10 Seiten. Wäre vielleicht eine Idee gewesen, ihn zu lesen bevor du solche unsensiblen Beispiele bringst.
"I think therefore I am
getting a headache."
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Offline Mondfräulein

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #151 am: 07. April 2021, 17:08:56 »
Was ich mich immer wieder frage ist warum immer wieder so sehr darauf bestanden wird, dass man sich auch mit anderen Meinungen auseinandersetzen muss. Das Argument fällt mir häufig auf, nicht nur bei Triggerwarnungen, auch wenn es darum geht, ob man auf Facebook Leute entfreunden darf, die Beiträge der AfD teilen, wenn man auf Twitter Leute blockiert, die homophoben Müll teilen, wenn es darum geht, ob man bestimmte Dinge noch schreiben/sagen darf, wenn hasserfüllte Kommentare unter Artikeln oder YouTube-Videos gelöscht werden. Mir kommt das Argument wie der kleine Cousin derjenigen vor, die immer gleich fleißig "Zensur!" schreien.

Besonders in Bezug auf Triggerwarnungen verstehe ich es nicht. Zum einen geht es da ja nicht nur um Themen, die Leute einfach nicht lesen möchten, sondern darum, dass manche Leute Themen einfach nicht vertragen und wissen möchten, worauf sie sich bei einem Buch einlassen. Da verstehen viele glaube ich einfach nicht, wofür Triggerwarnungen wirklich gut sind. Und auf der anderen Seite... ist es so schlimm, etwas einfach nicht lesen zu wollen? Ich persönlich will zum Beispiel definitiv kein Buch lesen, in dem sexualisierte Gewalt verherrlicht wird. Es triggert mich nicht, aber ich will es auch einfach nicht lesen. Und das ist ehrlich gesagt auch mein Recht. Mal ehrlich, niemand von uns liest einfach wahllos das erste Buch, das uns in die Hand fällt. Wir selektieren alle irgendwie, was wir lesen möchten, ob nach Genre oder Klappentext oder Empfehlungen. Niemand sagt eingefleischten Fantasy- und Science-Fiction-Fans "Lies doch mal einen Nackenbeißerroman, du bist zu sehr in deiner Bubble gefangen", aber wenn es um sensible Themen geht sind wir auf einmal empfindlich, wenn wir Bücher danach auswählen?

Und ja, der Vergleich mit Verschwörungstheorien ist wahnsinnig unangemessen. Ebenso erübrigt sich die Frage mit der FSK glaube ich, wenn man nur die letzten Seiten des Threads liest.

Offline Magineer

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #152 am: 07. April 2021, 17:14:34 »
Was ich mich immer wieder frage ist warum immer wieder so sehr darauf bestanden wird, dass man sich auch mit anderen Meinungen auseinandersetzen muss.

Muss man nicht.
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Offline Nebeldiener

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #153 am: 07. April 2021, 17:27:56 »
Heutzutage ist es (zu) einfach auf Seiten wie Reddit, Twitter und Co. in einer Bubble zu verschwinden. Bestes Beispiel dafür sind die ganzen Leute in den USA, die glauben, dass die Erde flach wäre. Muss man jetzt z.B. für die ganzen flat earther eine CN à la: "Vorsicht, in diesem Buch wird die Erde als Kugel dargestellt" einbauen?

[....]

Ich würde mir bei deutschem Urban Fantasy auch gern eine CN wünschen, die mich davon warnt, dass hier ein männlicher Vampir, Werwolf, etc. nur als sexuelles Objekt für Frauen hinhalten muss. Ob das jetzt aber jede Autorin/ Autor nur meinetwegen einführt, bleibt fraglich.
Warum muss man denn das Thema unbedingt ins Lächerliche ziehen, nur weil man das Glück hat, von nichts getriggert zu werden?  :(

Mein Beitrag habe ich wirklich ein wenig zu vorschnell verfasst. Oder zu wenig genau ausgeführt, ins Lächerliche gezogen. Ich entschuldige mich dafür.

Ist die Rede von Themen, die unangenehm für den Leser sind, oder Themen, die beim Leser Angstzustände/ Panikattacken auslösen?

Ich gebe zu, dass mein Beispiel mit den Flat Earthern ins Lächerliche geht, aber bei meinem Grundgedanken bleibe ich. Im Grundsatz ist alles für irgendjemand ein Trigger, es braucht halt nur genügend Leute, die den gleichen Trigger haben, damit er als solcher ernst genommen wird. Und genau das ist durch das Internet vereinfacht worden. In den USA ist z.B. für viele Veteranen Feuerwerk ein Problem, weil es sie an den Krieg erinnert, sie Panikattacken bekommen. Bei uns ist dieses "Problem" fast gar nicht bekannt.

Viele Märchen, die früher gang und gäbe waren, gingen heute gar nicht mehr (oder wurden verharmlost). Hänsel und Gretel habe ich als Kindermärchen in Erinnerung (klar wurde es als Erziehungsmittel verwendet, aber das ist wieder ein anderes Thema). Heutzutage bräuchte es aber ebenfalls eine mehrseitige CN. Viele Cartoons, mit denen ich aufgewachsen bin, sind eigentlich  gewaltverherrlichend (siehe Tom und Jerry). Bräuchte das also auch ein CN?

Ich will niemanden blossstellen, der ein traumatisches Erlebnis erlitten hat. Mir geht es darum, dass man heutzutage eigentlich praktisch alles als Trigger aufführen müsste und ich nicht ganz nachvollziehen kann. Erschwert wird das ganze aber auch, weil es für Bücher bis dato keine Richtlinien gibt. Bei Reddit gibt es "NSFW" (not safe for work), wo alles reinfällt. Bei Filmen und Spielen das FSK. Bei Musik "Parental Advisory", etc.

Harry Potter fängt ja auch an mit "der Junge, der überlebte" und trotzdem ist der erste Teil als Kinder-/ Jugendbuch deklariert. Bräuchte es da jetzt eigentlich auch CNs von Wegen Woldemort, Todesser, Schlangen, Spinnen, etc.? Ich mein verteilt auf die 7 Bände kommt ja so mit (fast) alles vor, was jemanden triggern könnte.



Ich habe keine Trigger in dem Sinne, dass ich keine Angstzustände/ Panikattacken bekomme durchs Lesen. Es gibt aber sehr wohl Dinge in Büchern, die mich dazu bringen, es nicht weiterzulesen.

Offline Magineer

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #154 am: 07. April 2021, 17:41:59 »
Heutzutage bräuchte es aber ebenfalls eine mehrseitige CN.

Ich vermute, dass dies auch der Grund ist, warum die Diskussion letztlich zu keinem zufrieden stellenden Ziel führen kann. Sicherlich wäre ein Ampelsystem oder eine auf bestimmte Themen beschränkte Warnung bei Büchern machbar, ähnlich wie die von dir angeführten "Parental Advisory"-Sticker bei Musik oder die LVSN-Codierungen bei Fernsehsendungen, aber je spezifischer man warnen möchte, desto schwieriger dürfte es werden (siehe u.a. die hier erwähnten Beispiele mit Dusch- oder Fahrschulphobien). Alle möglichen Trigger abzudecken ist da ein fast aussichtsloses Unterfangen.
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Offline Fianna

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #155 am: 07. April 2021, 17:52:05 »
@Nebeldiener
Ich möchte hier nur an einer Stelle einhaken: dass Feuerwerke nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern für viele Menschen mit Kriegserfahrungen problematisch ist, darüber wird sehr wohl gesprochen. 

Vielleicht nicht mit Dir oder da, wo Du es mitbekommen hast, und das ist meines Erachtens das Hauptproblem bei Triggerwarnungen: man geht zu sehr von seinem eigenen Erfahrungshorizont aus.
Ich kann nur das Wort "Solidarprinzip" wiederholen,  es geht eben darum, auch auf Menschen Rücksicht zu nehmen, deren Erfahrungen man nicht nachvollziehen kann, aber die mitteilen, dass sie sich da Rücksicht wünschen. 

Man kann sich ja darüber unterhalten,  woran man sich orientiert, was man als CN einbindet - aber Dein Beitrag klingt für mich immer noch nach "Alles kann triggern und deswegen kann ich es gleich lassen ", eine Meinung, die auf den vorigen Seiten schon ausführlich (und überwiegend ablehnend) diskutiert wurde. 


Ich persönlich finde es gut, wenn man die ausgewählten CN zusätzlich mit einer Art Kontaktmöglichkeit versieht. Wenn Leser*innen auf Triggerwarnungen angewiesen sind, diese jedoch für gewöhnlich nicht abgedeckt werden, können diese nachfragen.
Vielleicht betrifft da nicht viele Leser*innen, aber es ist nur ein Satz und der nimmt nicht viel Platz im Buch ein. Oft gibt man doch ohnehin Kontaktmöglichkeiten wegen Fanpost o.ä. an, warum nicht auch diese Email den Leser*innen anbieten, die CNs benötigen.
   

Offline Mondfräulein

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #156 am: 07. April 2021, 18:02:16 »
Wir waren in dieser Diskussion aber doch schon längst viel weiter. Wir haben längst festgestellt, dass man nicht alles berücksichtigen kann und ausführlich darüber gesprochen, wie man CNs trotzdem möglichst sinnvoll gestalten kann. Wir haben darüber gesprochen, welche Themen man in jedem Fall aufführen sollte und welche Themen man zusätzlich aufführen kann und wann das sinnvoll ist. Wir haben darüber gesprochen, wie man diese CNs unterbringen kann. Alles in diesem Thread.

Mich stört nicht einmal, dass das jetzt wieder aufkommt, sondern dass wir über diesen Punkt schon sehr konstruktiv diskutiert haben und er jetzt auf eine so destruktive Weise auf den Tisch kommt. Also ja, klar kann man nicht alles bedenken und solche Listen werden nie vollständig sein, aber das ist etwas, worüber wir hier halt schon sehr ausführlich gesprochen haben. Vor allem ist es aber definitiv kein Argument gegen CNs sondern eher etwas, was uns dazu ermutigen sollte, darüber zu sprechen, wie man es trotzdem möglichst sinnvoll angehen kann. Was wir hier ja schon getan haben.

Offline Nebeldiener

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #157 am: 07. April 2021, 18:31:17 »
@Nebeldiener

Vielleicht nicht mit Dir oder da, wo Du es mitbekommen hast, und das ist meines Erachtens das Hauptproblem bei Triggerwarnungen: man geht zu sehr von seinem eigenen Erfahrungshorizont aus.
Ich kann nur das Wort "Solidarprinzip" wiederholen,  es geht eben darum, auch auf Menschen Rücksicht zu nehmen, deren Erfahrungen man nicht nachvollziehen kann, aber die mitteilen, dass sie sich da Rücksicht wünschen. 

Man kann sich ja darüber unterhalten,  woran man sich orientiert, was man als CN einbindet - aber Dein Beitrag klingt für mich immer noch nach "Alles kann triggern und deswegen kann ich es gleich lassen ", eine Meinung, die auf den vorigen Seiten schon ausführlich (und überwiegend ablehnend) diskutiert wurde. 


Mit dem "Solidarprinzip" bin ich vollkommen einverstanden. Ich sehe ein, dass gewisse Beschreibungen in Büchern Panikattacken oder sehr starke Angstattacken beim Leser verursachen können. Wird nun in einem Buch, bei dem niemand vorausahnen kann, dass so etwas vorkommt, so etwas beschrieben, verstehe ich, wenn davor gewarnt wird.

Mir persönlich geht die Diskussion der CN aber zu schnell in die Richtung: "Ich will mich mit dem Thema xyz gerade nicht beschäftigten, also will ich eine Triggerwarnung dafür haben". (Es tut mir leid, wenn ich damit jemanden auf den Schlips getreten bin).

Die Diskussion geht ja bereits in die Richtung, dass man eigentlich eine Triggerwarnung für die Triggerwarnung braucht ...

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Ich habe alles gelesen und für mich keine gute Erklärung dafür gefunden, warum ein System wie FSK/ Pegi für Bücher nicht auch funktionieren könnte. FSK bedeutet ja im Regelfall nicht einfach 18+/ 16+ und fertig. Es wird immer noch aufgeführt, warum es als 18+/ 16+ deklariert wurde. Netflix hat diese Erklärung halt so stark gekürzt, wie es ging. Natürlich kommt da dann wieder die Diskussion der Zensur zu tragen. Z.B. gibt es bei Videospielen Inhalte, die in Deutschland nicht einmal ab 18+ zugelassen sind, in Österreich/ Schweiz aber schon. Als Beispiel kam "Wolfenstein - The New Order" in Deutschland nur zensiert auf den Markt.

Kauft man einen Liebesroman mit FSK 12, kann man davon ausgehen auf der sicheren Seite zu sein. Bei einem Liebesroman mit FSK 16 oder 18 sieht es anders aus. Wobei ich selber kein allzu grosser Fan der FSK bin (wegen oben aufgeführten Gründen). Ich mein ein Buch wie (vielleicht wieder ein dummes Beispiel) 50 Shades of Grey würde wohl kaum mit FSK 12 auf den Markt kommen.

Offline Magineer

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #158 am: 07. April 2021, 19:23:32 »
Ich habe alles gelesen und für mich keine gute Erklärung dafür gefunden, warum ein System wie FSK/ Pegi für Bücher nicht auch funktionieren könnte.

Weil es noch keiner gemacht hat (die FSK ist ja eine private Einrichtung). Unabhängig davon ist es auch eine Rezeptionsfrage (Inhalte in Büchern werden von jeder Person anders rezipiert/wahrgenommen). Aber selbst mit einer FSK für Bücher wäre es ja nach der allgemeinen Diskussionstendenz hier nicht getan - ginge ja auch gar nicht, denn Phobien/Trigger sind nicht altersabhängig. Da wär maximal eine Einordnung nach allgemeingültigen Reizthemen (Sex/Gewalt/Sprache) nötig.

Bezüglich Wolfenstein: Das ist eher ein schlechtes Beispiel, denn da ging es nicht um auslegungsfähige Reize, sondern um die ganz klar verbotene Verwendung verfassungswidriger Symbole. Da bleibt kein Ermessensspielraum für die Prüfer, denn dieses Verbot ist gesetzlich geregelt. Die USK dürfte die Originalversion auch ohnehin nie zu Gesicht bekommen haben, da der Publisher (um sich nicht strafbar zu machen) schon im Vorfeld eine geänderte Version eingereicht hat.
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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #159 am: 07. April 2021, 19:48:33 »
Ich habe alles gelesen und für mich keine gute Erklärung dafür gefunden, warum ein System wie FSK/ Pegi für Bücher nicht auch funktionieren könnte.

Weil es noch keiner gemacht hat (die FSK ist ja eine private Einrichtung). Unabhängig davon ist es auch eine Rezeptionsfrage (Inhalte in Büchern werden von jeder Person anders rezipiert/wahrgenommen). Aber selbst mit einer FSK für Bücher wäre es ja nach der allgemeinen Diskussionstendenz hier nicht getan - ginge ja auch gar nicht, denn Phobien/Trigger sind nicht altersabhängig. Da wär maximal eine Einordnung nach allgemeingültigen Reizthemen (Sex/Gewalt/Sprache) nötig.

Bezüglich Wolfenstein: Das ist eher ein schlechtes Beispiel, denn da ging es nicht um auslegungsfähige Reize, sondern um die ganz klar verbotene Verwendung verfassungswidriger Symbole. Da bleibt kein Ermessensspielraum für die Prüfer, denn dieses Verbot ist gesetzlich geregelt. Die USK dürfte die Originalversion auch ohnehin nie zu Gesicht bekommen haben, da der Publisher (um sich nicht strafbar zu machen) schon im Vorfeld eine geänderte Version eingereicht hat.

Gut, das Beispiel mit Wolfenstein ist wirklich nicht gut gewählt. Gibt da aber noch x andere. Schreib dir sonst ne PM, wenn du willst.

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #160 am: 06. Juli 2021, 11:31:13 »
Ich gebe zu, dass ich mit Triggerwarnungen bisher kaum Erfahrung habe. Ich habe erst ein einziges Buch gelesen, das eine Triggerwarnung beinhaltete. Meiner Ansicht nach war diese Triggerwarnung nicht unbedingt ungerechtfertigt, aber es ließen sich zweifelsohne Argumente dafür und dagegen finden.

Wie schon angemerkt wurde, ist es wohl überaus wichtig, vor unerwarteter Gewalt oder ähnlichem zu warnen. Einen GoT-Fan werden menschenverachtende Gewaltszenen vielleicht nicht vom Hocker hauen, aber das muss nicht für alle Menschen gelten. Wenn man gewisse Tropen, die die gewöhnliche Ausführung im Mainstream übersteigen, in einem Buch nicht erwartet, obwohl sie trotzdem vorkommen, sollte potenziellen LeserInnen irgendwie mitgeteilt werden, womit sie zu rechnen haben.
"Turning history into avantgarde"
- Krzysztof Penderecki

Offline Frostschimmer

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Re: Triggerwarnungen - wichtig oder überflüssig?
« Antwort #161 am: 25. Juli 2021, 13:51:04 »
Manche Triggerwarnungen wären wohl ziemlich sinnfrei. Ein Hinweis auf Sexszenen bei "Die Wanderhure" zum Beispiel, wäre wohl überflüssig, denn bei dem Titel nicht mit sowas zu rechnen, wäre weltfremd. Bei den meisten Büchern kann man sich ja durch den Klappentext schon einen gewissen Überblick verschaffen.
Triggerwarnungen werden aber auf Fanfiktion-Seiten häufig diskutiert, daher weiß ich, dass es da schon einige Aspekte gibt, die man berücksichtigen muss.
Angebracht fände ich eine solche Warnung auf jeden Fall, wenn die Geschichte unerwartet darauf hinausläuft, dass der Protagonist Selbstmord begeht. Sowas kann entsprechend vorbelastete Personen schon ziemlich hart treffen und aus der Bahn werfen.
Vielleicht könnte man solche Warnungen für die Personen, die sie brauchen, auf die Innenseite einer Lasche am Einband schreiben, dann wären sie nicht sofort sichtbar und diejenigen, die sie nicht brauchen, hätten keine Spoiler zu beklagen.
Wenn man selbst auf den Trigger nicht reagiert, kann man das im Zweifel nicht einschätzen, wie das für eine vorbelastete Person sein kann.
LG
Frostschimmer

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