Tintenzirkel - Das Fantasyautorenforum

Allgemeines => Tintenzirkel => Thema gestartet von: HauntingWitch am 04. September 2014, 15:52:19

Titel: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: HauntingWitch am 04. September 2014, 15:52:19
Wir haben ja schon einige verstreute Sachen über Musik und hier und da mal darüber gesprochen, wir haben Threads mit Musiktipps und darüber, wie man Musik in Romane einbaut, aber so etwas Allgemeines fehlt irgendwie. Ich habe auch mit der Suche nichts gefunden (ausser den „Songs zu Charakteren“-Thread, aber der ist mir schon wieder zu spezifisch). Falls die Mods anderer Meinung sind, dürft ihr mich gerne pfannen und verschieben. ;-)

Vor Kurzem ist es mir wieder passiert: Ich hörte einen Song und hatte die Idee für eine Geschichte, eine Kurzgeschichte nur, aber die Idee kam von dem Song. Ich habe dann festgestellt, dass mir das recht oft passiert. Auch werden meine Charaktere sehr stark von Musik geprägt, ich habe für jeden Charakter mindestens einen passenden Song, ich habe Songs für Situationen und Orte, für bestimmte Stimmungen, die mit Charakteren zusammenhängen und so weiter…

Musik ist eine sehr grosse Inspirationsquelle für mich, ich würde sogar sagen, fast noch ein kleines bisschen grösser als Bücher und Filme. Ich versetze mich mittels Musik in die richtige Schreibstimmung und ich finde mich mittels Musik in meine Charaktere und Welten ein. Manches kann ich mehr oder weniger steuern, anderes passiert völlig unbewusst und zufällig.

Ich wollte mal wissen: Wie ist das bei euch so? Dass hier viele durch Musik inspiriert werden, weiss ich aus oben genannten Erwähnungen, aber wie ist es genau? Wie wichtig ist euch die Musik für das Schreiben? Setzt ihr sie gezielt ein oder eher weniger? Wie weit geht es?
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Issun am 04. September 2014, 16:08:45
Für mich ist Musik eng mit dem Schreiben verbunden. Bestimmt ginge es auch ohne, aber es wäre nicht dasselbe. Ich höre sehr häufig Musik, während ich schreibe, und sehr viel Inspiration rührt von Songs her. Wenn ich in ein Lied abtauche, mich auf nichts anderes konzentriere als die Musik, spielen sich automatisch bestimmte Szenen vor meinem geistigen Auge ab, und das sind meist die intensivsten und solche, die sich gut umsetzen lassen.

Ich assoziiere Lieder gerne mit bestimmten Charakteren. Eine Zeitlang habe ich mir sogar für die wichtigen Charaktere Songlisten angelegt, auf die ich jetzt noch zurückgreife. Allerdings kann es sein, dass ich die Lieder nach einer Weile als nicht mehr so passend für eine bestimmte Figur empfinde, weil die Figur sich in der Zwischenzeit verändert hat.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht der einzige Musikfanatiker hier bin.  ;)
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Aylis am 04. September 2014, 16:19:28
Musikfanatiker bin ich zwar auch, aber ich muss sagen, dass Musik mir mehr ein Hilfmittel für mein Leben ist. :p
Klingt vielleicht ganz schön doof, aber ich werde eher weniger durch Lieder inspiriert. Lieber verbinde ich beide Mittel der Kunst im Nachhinein, wie beispielsweise Charaktersongs suchen oder zu bereits erschaffenen Szenen passende Musik suchen.

Oft schreibe ich über Musik, also die Kraft mit Musik etwas zu verbinden oder die Charaktere spielen ein Instrument, das an Wichtigkeit erlangt.

Sehr wichtig wird die Musik vor allem in Fanfictions, wie ich festgestellt habe und fragt mich jetzt bitte nicht, warum ausgerechnet da.
Dort forme ich schon mal Charaktere aus Liedern etc. Für richtige, eigene Prosagedanken ist das aber irgendwie nicht so mein Fall.
Da lasse ich mich lieber nebenher von klassischer Musik oder anderen, instrumentalen Stücken beschallen, um richtig in etwas zu versinken.
Das aber auch nicht immer.
Manchmal lenkt sie mich sogar eher ab, weil manche Stücke dann einfach nicht passen.

Größtenteils sind Musik und Schreiben also getrennte Künste für mich - insofern, dass ich keine extra Playlist für verschiedene Werke erstelle oder ganze Plots danach auslege (Auch wenn das MP3-Orakel ganz witzig ist).
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Klecks am 04. September 2014, 16:31:56
Ich habe auch gedankliche Soundtracks, die für mich untrennbar mit a) der ganzen Geschichte, b) bestimmten Figuren und c) bestimmten Szenen verbunden sind. Wenn ich nach einer langen Projektpause in ein Projekt wieder reinfinden will, höre ich mir die Lieder an, die ich mit ihnen verbinde, dann klappt es immer.  :D

Inspiration bekomme ich von Liedern allerdings nicht. Ich finde sie in fast allem, aber in Liedern seltsamerweise nicht. Die Lieder verbinde ich erst mit einer Szene, wenn die bereits steht, gedanklich oder schon getippt. Der Soundtrack kommt also immer danach.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: pyon am 04. September 2014, 18:20:20
Für mich hat die Musik und das Schreiben auch miteinander zu tun.
Musik inspiriert mich manchmal. Aber wenn sie es tut, dann habe ich eher bestimmte Szenen oder Augenblicke im Kopf und nicht ganze Geschichten. Diese werden erst danach drumherum gesponnen. Aber mehr als einmal habe ich diverse Lieder in Dauerschleife gehört, während ich dazu passende Szenen geschrieben habe. Musik hilft mir dabei recht gut, da sie dazu beiträgt mich mehr in die Stimmung bestimmter Augenblicke hinein zu versetzen, ob es nun gefährlich, melancholisch, traurig oder glücklich ist. Es hilft zumindest mir dabei, die Umgebung noch mehr auszublenden und mich mehr auf das Schreiben und das Geschehen in der Geschichte zu konzentrieren.
Besonders Soundtracks bieten sich dafür gut an. Bei Liedern mit Lyrics werde ich von denen dann doch immer mal wieder abgelenkt.  ::)

Ganze Playlist für Charaktere habe ich noch nie erstellt - aber eigentlich eine sehr gute Idee! Vielleicht versuche ich das auch einmal.  :hmmm:

Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Kampfmops am 04. September 2014, 18:30:12
Für mich hat Musik sehr viel mit meinem Leben und meinen Geschichten zu tun.
Sie inspiriert mich und baut mich auf. Ich habe auch "die" Musik für bestimmte Szenen.

Für Charakteren direkt, habe ich glaube ich zumindest keine Musik.
Aber ich höre z.B. in Schlachtszenen immer die gleichen Lieder. (Oft Hip-Hop und Rap Instrumentals, die eigentlich für Battle-Rap geschrieben wurden, da sie von der Grundstimmung dem sehr nahe kommen).

Mit Text höre ich auch oft Lieder, aber die muss ich dann immer abstellen, weil ich sonst anfange mitzusingen und somit das schreiben lasse.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Erdbeere am 04. September 2014, 18:41:41
Wenn ihr wüsstet, wie lange meine Playlist auf iTunes ist, die ich mit NaNo/Schreibmusik beschriftet habe... ::)

Musik und Schreiben gehören für mich definitiv zusammen. Ohne geht gar nichts. Das hat damals schon angefangen, als ich als Teenie FanFiction geschrieben habe. Ich musste nur ein bestimmtes Lied hören, schon hatte ich diese eine Schlüsselszene im Kopf, um die herum ich dann ganze Geschichten gewoben habe.
Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so schlimm (*hüstel*), aber ich habe immer noch einzelne Lieder für ganz bestimmte Szenen. Zu Figuren eher weniger, es sei denn, ich stolpere praktisch drüber und finde einen Song, der wie die Faust auf's Auge passt. Aber ich habe eine ganze Reihe von Songs, die ich zum einen für z.B. das Finale, eine Prügelei, für eine Sex-Szene oder für einen waghalsigen Flug unter der Kettenbrücke durch habe, zum anderen für bestimmte Stimmungen. Soll die Szene eher düster sein, heiter, nervenaufreibend oder melancholisch? Ich habe Songs, jawohl.

Schlussendlich lasse ich immer Musik im Hintergrund laufen, sobald ich mit Schreiben oder Überarbeiten beginne. Meist eher leise, so als Hintergrundgeplätscher, was jedoch sofort lauter gestellt wird, sollte ich Stimmung oder diesen einen tollen Song brauchen.
Auswahlkriterien, nach denen ich Lieder auf meine Playlist packe, habe ich kaum. Gefällt mir ein Song, kommt er drauf. :vibes:
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Christian am 04. September 2014, 19:31:14
Ohne die passende Musik geht bei mir nicht viel. Genauso wie ich am Plot bastele, baue ich mir parallel einen Schreibsoundtrack. Ebenso wie ich Veränderungen am Plot vornehme, verändere ich auch den Soundtrack. Ich habe entsprechende Songs zu den Protagonisten und Antagonisten und - ganz wichtig - einen "Abspann-Song". Dazwischen gibt es dann immer Lieder zu bestimmten Szenen, Emotionen oder was ich sonst so brauche. Ob Musik mich inspiriert, kann ich nicht genau sagen. Das ist mehr so eine Wechselwirkung. Aber auf jeden Fall trägt sie mich bei der Arbeit und sagt mir z.B. ob ich die richtige, also beabsichtigte Stimmung oder Atmosphäre bspw. erschaffe. Dazu muss ich sagen, dass ich Synästhetiker bin, Sinneseindrücke bei mir also quasi mehrfach belegt sind, wenn man es so ausdrücken möchte. Meine Projekte, Szenen usw. haben z.B. oft eine bestimmte Farbe, genauso wie Musik (vor allem wenn sie auch Text/Gesang beinhaltet) bei mir oft eine Farbempfindung hervorruft. Und diese Farben müssen insgesamt passen, sowohl innerhalb des Projekts, als auch in der "Wechselwirkung" mit der Musik. Wenn diese Farben passen, dann weiß ich, dass ich ungefähr richtig liege.
Als ich zu Schreiben begonnen habe, habe ich, so wie wahrscheinlich viele andere auch, eher auf Soundtracks zurückgegriffen, die dann leise im Hintergrund liefen. Inzwischen höre ich beim Schreiben auch oder vor allem Musik mit Text und das schreiend laut. Wobei das von Projekt zu Projekt unterschiedlich sein kann. Beim Überarbeiten höre ich gar nichts.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Dahlia am 04. September 2014, 19:54:24
Musik ist für mich auch der Quell der Inspiration und ohne halte ich keinen Tag aus! Ich hab Charakter-Songs, manchmal ganze Soundtracks, mit dem MP3-Orakel hab ich auch schon erfolgreich meine Plots vorangetrieben und manche Lieder sind schon unweigerlich mit Szenen/Charakteren in meinem Kopf verknüpft.

Aber:
Mit Text höre ich auch oft Lieder, aber die muss ich dann immer abstellen, weil ich sonst anfange mitzusingen und somit das schreiben lasse.
Genauso geht es mir auch - was schlimm ist, da mich manche Lieder wirklich sehr in Bezug auf Charaktere oder Szenen inspirieren oder in die richtige Stimmung versetzen. Aber meinem Roman ist nicht geholfen, wenn ich lautstark "Defying Gravity" schief mitsinge, anstatt die Szene abzuschließen :d'oh:
Stattdessen höre ich beim Schreiben selbst viel Instrumental, häufig Filmsoundtracks, wo die Tracks ja schon darauf angelegt sind, in einer bestimmten Szene die Stimmung zu unterstützen.
Beim Plotten und Überarbeiten dürfen dann aber wieder meine eigenen Soundtracks laufen.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Kampfmops am 04. September 2014, 20:09:11
Oh bei dem mitsingen, kommt es oft drauf an, was man singt.
Schief singen geht bei mir, aber man darf  sich da nichts einreden lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, das ich einfach zu den falschen Liedern mitgesungen habe.
Dann kam die Rettung mit "Dem Song", doch da kann ich dann nicht mehr schreiben. Oh einige Sachen würde ich echt gerne lernen, vor allem Guteralgesang. Aber da weiß ich nicht, wie man das lernen kann, weil man kann sich wenn man es falsch macht ganz schön die Stimmbänder ruinieren.

Und der Song ist ...
Spoiler (click to show/hide)
.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Christian am 04. September 2014, 20:24:43
Oh einige Sachen würde ich echt gerne lernen, vor allem Guteralgesang. Aber da weiß ich nicht, wie man das lernen kann, weil man kann sich wenn man es falsch macht ganz schön die Stimmbänder ruinieren.
[Off-Topic]: Ein ganz guter Einstieg ins Thema gutturaler Gesang sind die DVDs von Melissa Cross. Dort lernt man vor allem die Grundlagen (die sich nicht so sehr von 'normalem' Gesangsunterricht unterscheiden), die man braucht, um sich die Stimmbänder nicht sofort zu ruinieren. [/Off-Topic Ende]
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Kampfmops am 04. September 2014, 20:32:51
Oh tut mir leid. Ich habe das ganz schön OT werden lassen. Vielen Dank Christian. Das werde ich mal ausprobieren.  :jau:
Jetzt aber: [OT-Ende]

Was ich auch toll finde, ist wenn man (wenn man ein wenig musikalisch ist), selber Lieder oder Instrumentals schreibt. Vor allem mit den Gefühlswelten der Charaktere kann man da sehr gut spielen.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Klecks am 04. September 2014, 21:39:26
Oh, ihr hört während dem Schreiben teilweise Musik? Das würde ich auch gern, aber das lenkt mich leider zu sehr ab. Deshalb höre ich meistens unmittelbar vor dem Schreiben den "Soundtrack" an.  :D
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Notrya am 04. September 2014, 21:44:53
Ich brauche Musik auch unbedingt zum Schreiben. Vor allem zum Plotten, und da dann gerne auch mit Gesang, beim Schreiben selbst allerdings geht nur Instrumentalmusik. Für's Plotten und zum Einstieg in die Geschichte habe ich Playlisten aus Liedern, die zur Geschichte insgesamt oder zu einer bestimmten Figur /Szene gehören. Da meine Figuren die unangenehme Angewohnheit haben, früher oder später Gefahr zu laufen, ihren Charakter zu verändern, helfen mir die zu ihnen passenden Lieder dabei, genau das zu vermeiden. ;D

Eine wirkliche Inspirationsquelle ist Musik für mich aber irgendwie nur beim Dichten. Da bringt mich die Musik - ob nun ein ganzes Lied, ein Wort, eine Melodie ... - auf Ideen, die mir sonst nie gekommen wären. Beim Romaneschreiben ist mir sowas, glaube ich, noch nicht passiert.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Klecks am 04. September 2014, 21:48:58
Eine wirkliche Inspirationsquelle ist Musik für mich aber irgendwie nur beim Dichten. Da bringt mich die Musik - ob nun ein ganzes Lied, ein Wort, eine Melodie ... - auf Ideen, die mir sonst nie gekommen wären. Beim Romaneschreiben ist mir sowas, glaube ich, noch nicht passiert.

Ich finde, Lieder sind oft Gedichte mit Melodie, von Instrumenten untermalt. Vielleicht hängt das bei dir deshalb so zusammen.  :D
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: HauntingWitch am 05. September 2014, 17:27:37
Musikfanatiker bin ich zwar auch, aber ich muss sagen, dass Musik mir mehr ein Hilfmittel für mein Leben ist. :p

Gut, das sowieso. ;D

Oh, ihr hört während dem Schreiben teilweise Musik? Das würde ich auch gern, aber das lenkt mich leider zu sehr ab. Deshalb höre ich meistens unmittelbar vor dem Schreiben den "Soundtrack" an.  :D

Ja, praktisch immer. Nur bei besonders komplizierten Szenen schalte ich schon mal auf sehr leise oder ganz ab. Text stört mich nicht, im Gegenteil. Es ist für mich nur wichtig, dass der Text genau wie die Stimmung eines Songs ebenfalls zu einer Szenerie oder einem Chara passt. Die Stimmung geht aber vor.

Was bei mir manchmal trotzdem vorkommt, ist, dass sich die Stimmung der Musik, die gerade läuft und der Szene, die ich gerade schreibe, widersprechen. Dann kommen mir zur friedlichsten Musik die krassesten Sachen in den Sinn und andererseits kann ich zu den härtesten Sachen die schnulzigsten Liebesszenen schreiben.

@Christian: Interessant, das mit den Farben habe ich manchmal auch, aber nicht immer. Oder vielleicht ist es mir nicht immer bewusst.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Christian am 07. September 2014, 11:36:37
Was bei mir manchmal trotzdem vorkommt, ist, dass sich die Stimmung der Musik, die gerade läuft und der Szene, die ich gerade schreibe, widersprechen. Dann kommen mir zur friedlichsten Musik die krassesten Sachen in den Sinn und andererseits kann ich zu den härtesten Sachen die schnulzigsten Liebesszenen schreiben.
Das kenne ich auch und es kommt bei mir auch relativ oft vor, meistens weil es farblich gut passt. Splatterszenen zu Pachelbels Kanon in D-Dur zum Beispiel.

Zitat
@Christian: Interessant, das mit den Farben habe ich manchmal auch, aber nicht immer. Oder vielleicht ist es mir nicht immer bewusst.
Vielleicht ist das bei dir auch eine Form der Synästhesie. So wahnsinnig selten ist das ja gerade in milden Formen nicht. Meistens ist es den Menschen nur nicht bewusst.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: HauntingWitch am 07. September 2014, 19:23:46
Vielleicht ist das bei dir auch eine Form der Synästhesie. So wahnsinnig selten ist das ja gerade in milden Formen nicht. Meistens ist es den Menschen nur nicht bewusst.

Möglich, ich habe mich noch nie mit dem Begriff beschäftigt und hörte ihn von dir zum ersten Mal. ;)
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: zDatze am 14. September 2014, 16:41:30
Bei mir ist es so, dass ich mit Musik sehr leicht meine (Schreib-)Laune triggern kann. Das richtige Lied genügt dann schon, um mich wieder hoffnungslos in eines meiner alten Projekte zu verlieben. Daher ist ein auf das Projekt abgestimmter Schreibsoundtrack wirklich wichtig, damit ich nicht nach den ersten 50 Seiten den Faden und die Lust auf die Geschichte verliere.

Den richtigen Soundtrack zu finden, ist allerdings nicht gerade eine einfache oder kurzfristige Angelegenheit. Da stöbere ich über längere Zeiträume (manchmal Tage, machmal Wochen, wenn ein Projekt pausiert auch Jahre später) auf Youtube kreuz und quer, um einen homogenen Soundtrack zu generieren. Ich bastle dann auch ewig herum, um die richtige Reihenfolge der Stücke hinzukriegen, da ich krasse Unterschiede bei der Lautstärke oder beim Tempo ebenfalls als störend empfinde. Meistens fällt meine Wahl auf epische Musik ohne Gesangestexte, die ich verstehen kann, da mich diese zu sehr beim Schreiben ablenken.
So ein Projektsoundtrack ist allerdings nie wirklich fertig. Es kann sein, dass ich aus heiterem Himmel über ein neues Lied stolpere. Dann geht das Basteln wieder los. ;D

Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich damit nicht eigentlich viel zu viel Zeit verplempere. :hmmm:
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Wave am 26. September 2014, 07:32:23
Hi, HauntingWitch,

ein schöner Thread  :vibes:.

[...]
Vor Kurzem ist es mir wieder passiert: Ich hörte einen Song und hatte die Idee für eine Geschichte, eine Kurzgeschichte nur, aber die Idee kam von dem Song.[...]

So in der Art hatte ich das einmal - aber ganz doll. Ich hörte irgendeine mir unbekannte Filmmelodie - und "erstarrte", als zugleich mit der Idee vor meinem geistigen Auge bildhaft die erste Szene einer neuen KG auftauchte,
und diese Szene war so angenehm gruselig-phantastisch, dass ich ganz fasziniert war. Und solange ich die Melodie hörte, entwickelte sich die Szene weiter.
Fazit: Diese Melodie konnte ich nur für diese neue KG gebrauchen ;D.
Und das war echt klasse! Sie war und bleibt untrennbar nun mit dieser KG verbunden.

Seitdem suche ich ab und an mal Filmmelodien durch (bei mir muss das übrigens immer alles instrumental sein, sobald jemand anfängt zu singen, ist aus), um passende Begleitmusik für die ein oder andere Geschichte zu finden. Ab und an setze ich Musik seit dieser Erfahrung also schon gezielt ein, einzig, um noch leichter in die - hoffentlich - unheimliche Stimmung in der KG, eintauchen zu können und die Atmosphäre zuerst in mir und dann in Worte "einzufangen".

Liebe Grüße

Wave
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Roca Teithmore am 03. Oktober 2014, 18:20:26
Ich muss Wave zustimmen ein sehr schöner Thread.
Ja die liebe Musik ich benutze sie äußerst gerne zum kreativen Arbeiten oder um mich in die Richtige Laune zu versetzen oder einfach. Tatsächlich um mich vom hier und jetzt aus zu klinken.

Letztes in den letzten Jahren immer häufiger, wenn ich an Orten arbeiten musste die besonders laut waren.

Ich muss hier aber auch euch beiden zustimmen:
Zitat
Zitat von: Klecks am 04. September 2014, 21:39:26
Oh, ihr hört während dem Schreiben teilweise Musik? Das würde ich auch gern, aber das lenkt mich leider zu sehr ab. Deshalb höre ich meistens unmittelbar vor dem Schreiben den "Soundtrack" an.  :D

Zitat von: HauntingWitch
Ja, praktisch immer. Nur bei besonders komplizierten Szenen schalte ich schon mal auf sehr leise oder ganz ab. Text stört mich nicht, im Gegenteil. Es ist für mich nur wichtig, dass der Text genau wie die Stimmung eines Songs ebenfalls zu einer Szenerie oder einem Chara passt. Die Stimmung geht aber vor.

Wenn ich mich sehr konzentriere beim schreiben achte ich z.T. gar nicht mehr auf die Musik oder stelle sie ganz ab. Es sei denn ich nutze sie um Außengeräusche aus zu blenden.
Ich zitiere mal ich bin "zu doof um mich auf zwei dinge gleichzeitig konzentrieren zu können!"

Was will ich damit sage? Ich liebe Musik als Trigger für gewisse Situationen. Aber ich bin mir auch im klaren darüber das sie das potenzial hat ab zu lenken und eine Szene unter Umständen sogar so zu beeinflussen, das sie anders wird, als sie eigentlich gedacht war. Deshalb Pro Musik aber mit Vorsicht ein zu setzen :)
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Amaryn am 17. Oktober 2019, 10:52:24
Ich habe auch gedankliche Soundtracks, die für mich untrennbar mit a) der ganzen Geschichte, b) bestimmten Figuren und c) bestimmten Szenen verbunden sind. Wenn ich nach einer langen Projektpause in ein Projekt wieder reinfinden will, höre ich mir die Lieder an, die ich mit ihnen verbinde, dann klappt es immer.  :D


Oh, das kenne ich! Ein bestimmter Song, ein bestimmtes Musikstück und schon sind Bilder, Szenen und Dialoge da - allerdings nur zu bereits begonnenen Projekten. Bislang ist es mir noch nie passiert, dass mir ein Musikstück eine Idee zu einer neuen Geschichte gebracht hat. Schade, aber kann ja vielleicht noch werden.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Inea am 17. Oktober 2019, 10:59:46
Wenn ich mit einer Geschichte feststecke oder eine Szene detailreich ausbauen möchte, suche ich mir auch immer Lieder heraus, die die Stimmung einzelner Szenen transportieren. Das sind dann Rhytmus, einzelne Textpassagen oder auch einfach mal nur die Stimme des Sängers oder der Sängerin in diesem Lied.
Oftmals setze ich mich dann hin, schließe die Augen und höre das Lied in Dauerschleife. Und die Fantasie fängt an, Bilder zu erzeugen. Das ist so toll! Das klappt am besten mit Kopfhörern. Dann wird niemand gestört (das passiert schon mal, bei einem Lied auf Dauerschleife, haha) und ich werde nicht von jedem kleinen Knacken, dem Telefon oder sonstigem aus der Trance gerissen. :vibes:
Meistens höre ich das gleiche Lied dann auch beim Schreiben. Und ist die Szene abgeschlossen, ist das Lied wieder frei für andere Projekte. Was ein Glück, sonst wäre ich wohl durch die Musik in meiner Inspiration begrenzt :engel:
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: MinaSolena am 21. Oktober 2019, 14:28:32
Ich kann mich da nur anschließen. Musik inspiriert mich auch so. Ich bekomme dann direkt Bilder vor Augen und es entstehen neue Szenen oder wenn ich irgendwo in der Geschichte "hänge", bekomme ich Ideen, wie es weitergehen kann.

Momentan ist es auch ein bestimmtes Lied, was ich rauf und runter höre und so wunderbar zu meiner Protagonistin und der Atmosphäre meines Romans passt.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Mari am 14. Juli 2021, 16:56:53
Ich höre auch immer Musik beim Schreiben, meistens hat jedes Buch einen bestimmten Soundtrack und dann bin ich direkt in der Geschichte drin. Das hilft ungemein, die Stimmung zu fassen zu kriegen. Nur deutsch darf es nicht sein, das wäre komisch... Meistens ist es bei mir finnisch  ;D Oder ich höre tatsächlich Soundtrack von irgendwelchen Filmen, also ganz ohne Text.
Ich hatte mal eine echt traurige Szene und das Lied, das ich beim Schreiben gehört habe, kann ich nicht mehr gut hören. Es ist ohnehin kein besonders fröhliches Lied, aber jetzt kriege ich jedes Mal Gänsehaut und die traurige Stimmung nicht aus dem Kopf. Das Lied ist ein bisschen "verbrannt".
Ähnlich geht es mir beim Lesen, manchmal verbinde ich bestimmte Lieder mit bestimmten Büchern. Das ist dann aber eher zufallsbestimmt, weil ich die Musik zufällig beim Lesen gehört habe und sie irgendwie gepasst hat. Dann kan ich die natürlich nicht mehr zum Schreiben hören, es sei denn ich wollte das damit verbundene Buch nachahmen...
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Sikania am 14. Juli 2021, 19:42:29
Meistens höre ich auch Musik aber immer ohne Text. Selten ist es mal etwas was tatsächlich thematisch genau passt (zum Beispiel Wikinger/nordische Musik). Meistens ist es tatsächlich instrumental/Klassik. Wie kommst du ausgerechnet auf finnisch?
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Mari am 14. Juli 2021, 19:50:12
@Sikania Das mit dem Finnisch ist Zufall. Die machen eben den besten Heavy Metal ;D Und es ist praktisch, im Gegensatz zu Englisch verstehe ich finnisch nicht einmal, wenn ich drauf höre
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Sikania am 14. Juli 2021, 20:34:52
Das ist natürlich ein Vorteil, der nicht zu vernachlässigen ist. Gibt es denn einen Lieblingssong, der immer passt? Würde ich gerne einmal reinhören.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Manouche am 14. Juli 2021, 22:11:34
Oh ja. Mit Musik schreiben ist super. :engel: Ich habe meine Playlist fürs Schreiben und immer die Stöpsel in den Ohren. Da kann um mich herum der grösste Familienkrach sein und ich bleibe in meiner Welt.
Die Musik meiner Playlist vermittelt mir die Gefühle, die ich mit meinem Roman transportieren möchte.

Und das beste ist, schon zwei mal konnte mich meine Playlist aus einer kleinen Schreibblockade retten (bevor es wirklich schlimm wurde):
Ich höre auf die Musik und schreibe ohne wirklich nachzudenken drauflos, was die Musik mir sozusagen diktiert. Ich schaue nicht auf Fehler, Satzstellungen oder sonst etwas. Es werden eher eine Art Gedichte in Prosa.
1. Schreibe ich dann wenigstens!
2. Wenn ich dann anschliessend lese was ich geschrieben habe, bringt es mich auf neue Ideen.
Auf jeden Fall einen Versuch Wert!
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Mari am 16. Juli 2021, 18:24:44
@Sikania Moonsorrow geht bei mir meistens. Bei meinem aktuellen Romanprojekt vor allem der song Ruttolehto. Der Roman ist sehr düster und spielt am Ende der Welt (aka Shetlands)... hört man es?  :)
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Curlincess am 18. Juli 2021, 16:45:59
Oh ja, ich habe auch die meisten Ideen wenn ich Musik höre!
Ich suche mir auf Youtube meistens zur Stimmung oder Atmosphäre passende Soundtracks aus, während ich in die Tastatur haue  ;D
Aber auch während dem Auto fahren (also als Beifahrer) oder der Busfahrt höre ich immer Musik und träume dann immer so vor mich hin, da kommen dann schöne Szenenideen wie von selbst hergeflogen!

Und ja, bei mir ist es auch so, dass ich meinen Charakteren bestimmte Songs zuordne. Manchmal hör ich auch eine Stimme im Lied und denke mir: so hört sich die Stimme von XY an! Oder die Story im Lied passt einfach haargenau zum Charakter. Manchmal kann ich es aber gar nicht sagen, warum ein Song zu einer Person passt... es ist halt dann einfach so.  ;D
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: NatNat am 24. Juli 2021, 14:42:05
Oh ja, ich habe auch die meisten Ideen wenn ich Musik höre!
Ich suche mir auf Youtube meistens zur Stimmung oder Atmosphäre passende Soundtracks aus, während ich in die Tastatur haue  ;D
Aber auch während dem Auto fahren (also als Beifahrer) oder der Busfahrt höre ich immer Musik und träume dann immer so vor mich hin, da kommen dann schöne Szenenideen wie von selbst hergeflogen!

Und ja, bei mir ist es auch so, dass ich meinen Charakteren bestimmte Songs zuordne. Manchmal hör ich auch eine Stimme im Lied und denke mir: so hört sich die Stimme von XY an! Oder die Story im Lied passt einfach haargenau zum Charakter. Manchmal kann ich es aber gar nicht sagen, warum ein Song zu einer Person passt... es ist halt dann einfach so.  ;D

Das kenne ich! ;D
Genau so geht es mir auch.
Wenn ich zum Beispiel eine Schreibblockade habe, reicht es oft schon, wenn ich mich mit meinen Kopfhörern ins Bett lege. Dann meditiere ich eine Weile zur Musik und danach sprudelt mein Kopf über.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Exlibris am 19. August 2021, 14:54:22
Wenn ich zum Beispiel eine Schreibblockade habe, reicht es oft schon, wenn ich mich mit meinen Kopfhörern ins Bett lege. Dann meditiere ich eine Weile zur Musik und danach sprudelt mein Kopf über.

Ja. Einfach nur ja! :vibes:

Ich für meinen Teil höre zwar nie Musik beim Schreiben selbst, aber ich nutze sie gern, um mich "einzustimmen". Einen richtigen "Soundtrack" für ein Projekt habe ich zwar nicht, aber trotzdem assoziiere ich bestimmte Geschichten immer mit bestimmten Stücken. So gab es zum Beispiel ein Werk von Maurice Ravel (Pavane für eine verstorbene Prinzessin), das mich einen ganzen Monat lang fast täglich begleitete, weil es hervorragend zu meiner Geschichte passte. Ich hörte sie dabei meistens immer vor und nach dem Schreiben.

Ich finde, dass die Musik eine hervorragende Möglichkeit bietet, als Autor den richtigen "Ton" für eine Geschichte zu setzen. Nicht umsonst verwenden Filme Soundtracks. ;D

Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: NatNat am 20. August 2021, 11:49:10

Ich für meinen Teil höre zwar nie Musik beim Schreiben selbst, aber ich nutze sie gern, um mich "einzustimmen". Einen richtigen "Soundtrack" für ein Projekt habe ich zwar nicht, aber trotzdem assoziiere ich bestimmte Geschichten immer mit bestimmten Stücken. So gab es zum Beispiel ein Werk von Maurice Ravel (Pavane für eine verstorbene Prinzessin), das mich einen ganzen Monat lang fast täglich begleitete, weil es hervorragend zu meiner Geschichte passte. Ich hörte sie dabei meistens immer vor und nach dem Schreiben.

Ich finde, dass die Musik eine hervorragende Möglichkeit bietet, als Autor den richtigen "Ton" für eine Geschichte zu setzen. Nicht umsonst verwenden Filme Soundtracks. ;D

Da stimme ich dir voll und ganz zu! Beim schreiben selbst höre ich auch immer irgendetwas, was zur Stimmung passt :)
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Archibald am 07. September 2021, 10:50:12
Wenn ich schreibe, benötige ich Ruhe – keine Musik. Niemals. Und auch kein Internet, Emails checken oder eben mal die News lesen oder im Internet stöbern.

Mit meinen Charakteren oder generell verbinde ich keine Songs, meistens habe ich auch nur eine vage Vorstellung davon, wie sie überhaupt aussehen, da ich der Meinung bin, dass Filme das können, Texte nicht. Im Film klappt das mit der Musik besser. (Ich habe neulich gelesen,  dass es sogar Leute gibt, die dafür bezahlt werden, für bestimmte Szenen passende Musik auszuwählen.)

Wogegen ich mittlerweile eine Aversion habe, sind "Playlists", die den Büchern vorangestellt werden. Die Absicht dahinter ist mir klar, aber ich denke, es funktioniert nur für eine kleinen Teil. Nicht jeder oder jede empfindet das Gleiche beim Hören eines bestimmten Titels. Außerdem haben solche Playlists eine unglaubliche kurze Halbwertzeit. Bereits nach wenigen Jahren erscheinen solche Bücher antiquiert und viele Leute werden die aufgelisteten Stücke überhaupt nicht mehr kennen.

Es ist Geschmackssache. Ebensowenig mag ich z.B. die exzessive Verwendung von Markennamen in Büchern. Es soll die Immersion erhöhen, aber mir ist es immer noch lieber, jemand zieht sich Sneakers an, als dass jemand die Sneaker eines bestimmten Herstellers anzieht.

Letztendlich bleiben Charaktere für mich dadurch in Erinnerung oder gewinnen meine Sympathie (oder Antipathie), durch dass, was sie sagen, (oder nicht sagen) und tun, (oder nicht tun). Ich finde es schon schwierig, alleine mit Worten Bilder  aufzubauen, die mehr oder weniger von allen LeserInnen recht ähnlich interpretiert werden (meine Intention). Verwende ich aber Musiktitel, oder spiele ich mit irgendwelchen sonstigen Versatzstücken (meistens der Popkultur), gehe ich vom Allgemeinen ins Spezifische und laufe Gefahr, dass meine Werke schneller "out" sind, als mir lieb ist. 
 

 
     
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Frostschimmer am 07. September 2021, 11:53:16
In völliger Ruhe schreibe ich selten, oft habe ich irgendwas auf Netflix im Hintergrund laufen, was ich schon zigmal gesehen habe und daher kenne. Es gibt aber auch Szenen, die ich ohne jede Störung schreiben will (was bei meinen superlauten Nachbarn leider schwierig ist).
Manche Charaktere sind mit Songs verbunden, die meisten aber nicht. Im Moment habe ich einen Charakter in Arbeit, der tatsächlich mit einem ganz bestimmten Song zusammenhängt. Bei dem Charakter bin ich mir aber unsicher, wann und wo der passen könnte.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Barra am 07. September 2021, 18:54:48
Bei mir kommt beides vor.

Ich erstelle Inspirations/ Emotions - Playlisten zu Projekten (vor allem für den NaNo, weil ich da das ganze Jahr über Titel sammeln kann). Ich "arbeite" da aber nicht weiter dran. Ich hau die einfach in die Liste und lass die dann auf Shuffle laufen. Wenn mal was Stimmungstechnisch beim Schreiben nicht passt: Skip. Aber oft "überhöre" ich solche Titel dann auch einfach die paar Minuten kann ich auch mal so tippseln, oder kurz absetzen. Das ist dann immer eine wilde Mischung aus: Hab ich Bock drauf, hab ich lang nicht gehört, passt zum Setting und spielt in anderen/ ähnlichen Werken (Serien/ Filmen) auch eine Rolle.
Dies Jahr wäre das zB:
Bock drauf: "The Bare Necessaties" (Geoff Castelucci)
Lang nicht gehört: Slash
Setting: "Hurrian Hymn No.6" (Lyra)
Serie (Masters of the Universe: Revelation, Trailer) "Holding out for a hero" (Bonnie Tyler)

Manchmal inspirieren mich auch einzelne Titel zu einer Geschichte. Gelegentlich gibt es auch mal einen Lied-Prompt, welcher dann herhalten muss.
Nur wenige Charaktere beanspruchen ein eigenes Lied für sich als "Einlaufmusik" in den Ring. Wobei das schon cool ist, wenn sie das tun. In einem meiner Projekte hätte ich nie gedacht, dass der Hauptcharakter Ash'ur sich XAmbassadors "B.I.G" aussuchen würde, ich kannte das Lied vorher nicht, hab nur mal reingehört und da kam gleich ein: "MEINS!"

@Archibald Das stimmt, ich höre mir auch selten die Songs an, wenn sie mir dazugelegt werden. Aber manchmal hab ich eindeutige Wiedererkennungswerte und freu mich dann total, wenn ich das angedeutete Lied mitschmettern kann. Bei "Eintagsliedern" (Stichwort 'out') mag das nicht der Fall sein, bei Urban-Fantasy find ich das aber durchaus super, wenn Marken oder Lieder als "Zeitstempel" mitbenutzt werden. Oder wenn eine Figur total gern Queen hört (nur als Beispiel) und ich dann direkt was Greifbares habe.
 Ich stimme dir aber unterm Strich zu, dass jede*r das für sich selbst, als Geschmackssache, mitnehmen sollte.
Ich mag zum Beispiel auch keine Gedichte vor Kapiteln, es sei denn es ist für die Geschichte relevant - sagen wir jemand in der Geschichte ist Dichter und hat es verfasst und es beinhaltet etwas Plotrelevantes - so in der Art Orakel. Dasselbe gilt für Songtexte - das find ich in Contemporary Werken gut, wenn sich zB auch um biografische Züge handelt, aber nicht in der Fantasy - in der die Lieder im schlimmsten Fall gar nicht existieren können. Als Fan-Service jedoch, so von Autor*in als Bonus für die Leser*innen, kann man das gern auf der Homepage oder so anbieten. Dann scroll ich so eine Liste vielleicht mal durch.

Synästhesie mit Farbe, Musik und Vorstellungskraft find ich in der Hinsicht auch sehr interessant. Danke für den Input.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: springcrow am 26. September 2021, 21:14:15
Ich habe eine mittlerweile 45 Songs starke Youtube-Playlist die passenderweise "beim schreiben" heißt. Das meiste ist Metal, oder Rock (viel Blind Guardian z.B.) aber auch Pop, Soundtracks und Punk. Manchmal ist auch eine Idee für eine Szene, oder einen Dialog an ein Lied gebunden, dass ich gehört habe, als es mir eingefallen ist. Und wenn das dann "Gundam Style" ist, dann läuft das in Endlosschleife, bis die Szene getippt ist. Ich nutze die gleiche Liste auch zum Malen. Irgendetwas in diesen Liedern hält meine Inspiration hoch. Über die Zeit fliegen dann Lieder wieder raus, die sich "abgenutzt" haben und dann kommt was frisches dazu.
Im Grunde finde ich, ist Musik genauso ein kreatives Werkzeug, wie ein gutes Schreibprogramm.
Es soll ja Leute geben, die können nur schreiben, wenn es ganz still ist, oder zum Klang der Natur, oder der Stadt. Aber ich brauche Musik, am besten seehhhr laut :vibes:, um in die Welt der Geschichte abzutauchen.
Titel: Re: Das Schreiben und die Musik
Beitrag von: Waldhex am 26. September 2021, 22:08:22
Bei meinen ersten beiden Büchern habe ich nebenher immer "Ancient Bards" gehört.
Zwischenzeitlich ist es mir lieber, wenn ich in vollständiger Ruhe schreibe.