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Fantasyromane in der Ich-Perspektive?

Begonnen von Wollmütze, 09. März 2010, 16:10:29

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Pamina

Mir gefällt dieser "Mix", den Jonathan Stroud in seiner Bartimäus Trilogie gemacht hat... Bartimäus und Nathanael als Perspektiven Träger, Bartimäus als Ich-Erzähler und Nathanael als Er-Erzähler.
So etwas zu schreiben würde mich ja auch mal reizen, weil es so abwechslungsreich ist, der Ich-Erzähler ist so zynisch und ironisch bei seinen Erzählungen, während der Er-Erzähler neutral das wiedergibt, was dem Perspektiventräger widerfährt.  So etwas finde ich gut.

Aber ein ganzes Buch nur in der Ich-Form? Da gibt es nur ganz wenige, die ich gelesen habe und normalerweise ist es auch so, wenn ich ein Buch aufschlage und sehe, dass es in der ersten Form geschrieben wurde, dann lege ich es auch ganz schnell wieder weg.
Es reizt mich einfach nicht und ich finde es schrecklich das Gefühl zu haben, so auf eine Person gedrungen zu sein. Eine Zeit lang wollte ich versuchen in der Ich-Perspektive zu schreiben, weil es mir selbst auch unheimlich schwer fiel und ich mich unbedingt verbessern wollte und über die ersten Kapitel hat es auch Spaß gemacht, aber mir fiel es unheimlich schwer die Distanz zu wahren, die ich zum Schreiben brauche und irgendwann war ich so vertieft, dass ich den Überblick verlor und das Ganze zu einer bloßen Aufzählung von Dingen ausartete, die für die Geschichte an sich gar nicht wichtig waren.

Die dritte Form jedoch liegt mir besser, da bin ich wesentlich distanzierter. Ich muss mich nicht auf das beschränken, was mein Protagonist wissen soll/kann, ich kann andere Personen oder Orte beschreiben, wie sie in meiner Vorstellung aussehen und nicht, wie mein Ich-Erzähler ihn wahrnimmt, die Ich-Perspektive verfälscht viele Dinge, finde ich. Das Subjektive stört mich.

Wobei ich das natürlich nicht auf alle Erzählungen festmachen würde, manche Kurzgeschichten eignen sich auch gut für die erste Person bzw diese Perspektive wäre die einzige, die dafür in Frage käme.
Auch wenn man eher auf die Gefühle eines Protagonisten eingehen will, denn auf seine Reise an sich, eignet sich wohl die Ich-Perspektive am ehesten, aber das ist wohl in der Fantasy eher seltener der Fall. Bei einer Romanze oder Drama könnte ich mir das gut vorstellen.

EDIT:
Ich finde es wirklich sehr interessant, inwieweit die Meinungen hier auch auseinander gehen :p