• Willkommen im Forum „Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum“.
 

[Psychologie] Wie fühlt sich Verliebtsein an?

Begonnen von Jen, 27. Januar 2016, 13:58:11

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Mailor

Also es ist mir in dieser Runde hier schon fast peinlich zu sagen, aber ich kenne fast nur das typische klassische Verliebtsein auf den ersten Blick. Bei mir hat es total was mit der Ausstrahlung, dem Blick und der Körperhaltung zu tun, die Mimik.

Da gab es Menschen (spätere Partner - mit einem davon bin ich heute noch zusammen  ;) ) da war es innerhalb von ein paar Sekunden um mich geschehen.  :d'oh: Und die Beziehungen, in denen ich so krass verliebt war, haben dann auch mindestens 2 Jahre gehalten und es beruhte immer auf Gegenseitigkeit. Vielleicht ist bei mir die Chemie auch einfach richtig krass  ;D Ein Überschuss an Pheromonen  :rofl:

Ich habe richtig heftige Prüfungsangst und finde das Verliebtheitsgefühl, fast damit vergleichbar. Wie sich der Bauch zusammen zieht, das flattrige, aufgeregte Gefühl, wie vor nem Fallschirmsprung. Mir ist auch immer leicht schlecht, der Magen fühlt sich wie zugekleistert an, mein Kaffekonsum geht ins unermessliche, während ich feste Nahrung kaum noch zu mir nehmen kann. :)
Der ganze Körper kribbelt und ich hatte das Gefühl nen paar Zentimeter über dem Boden zu laufen, wie auf Watte, dann ist da noch das stetige Glücksgefühl. Und das Objekt der Sehnsucht, hatte nie auch nur den kleinsten Fehler. Alles an ihm war, perfekt und toll und hat den Charakter nur noch runder und besser gemacht. An Schlafen war kaum noch zu denken, außerdem hat man eh alle 2 Sekunden aufs Handy geschielt und die Nächte durch geschrieben. Allgemein haben wir in den ersten Tagen ständig die Nächte durchgemacht und geredet/geschrieben ohne Ende (gefühlt 24 h am Tag) und sich gegenseitig tausende kleine Geheimnisse aus dem Herzen entlockt. Und der Geruch ... Ich hatte meist immer ruckzuck ein T-shirt oder eine Halskette/Armband und habe mich tierisch nach dem Geruch gesehnt und den genossen, hab damit geschlafen und bin den ganze Tag in seinem Lapperpulli durch die Gegend gelaufen, in den ich 5 mal reingepasst hätte. Allgemein die Sehnsucht, war immer kaum auszuhalten. SMS nachts um 3:
"Schläfst du schon?"
"Kannst du auch nicht schlafen?"
"Nein"
"Magst du rüber kommen?"
"Bin schon unterwegs  :)" *Klingel*

Liebe hat bei mir immer sehr lang gedauert bis sie entstanden ist. Ich muss gestehen, sie ist für meine Exfreunde zum Teil bis heute noch da zu mindest bei 2en. Verliebtsein ist flattrig und oberflächlich (bei mir). Liebe ist tiefer, wärmer, fürsorglicher, braucht Zeit und wächst mit dem Vertrauen. Ich glaube Liebe kann ganz unabhängig vom Verliebtsein entstehen, man lernt den andern richtig von Innen heraus zu verstehen und manchmal braucht es kein Worte, man sieht und weiß was beim anderen los ist (ganz alltägliche Kleinigkeiten) und daraus kann dann glaube ich auch wieder so eine Art Verliebtsein entstehen, zusätzlich zu der Liebe, gerade, wenn man gemeinsam neue Dinge ausprobiert, Gewohnheiten ändert und Spaß dabei hat (was auch immer das sein mag), oder nach mehreren Jahren trotzdem noch neue Seiten am Partner entdeckt die einen erstaunen. 

Amber

Ein schöner, spannender Thread. Wenn ich Zeit habe, würde ich auch gern ein bisschen was beisteuern.

Kare

#32
Also, "Verliebt sein" kenn ich als recht heftiges Gefühl - dieses "Liebe auf den ersten Blick" hatte ich aber nur einmal. Reinkommen, ansehen und WUMM. Das für mich absolut Unfassbarste daran: Dass ER mich scheinbar mochte (*hust* im Nachhinein vielleicht eher optisch als sonstwas). Das wollte nicht in meinen Kopf rein - wie kann es sein, dass von all den Menschen auf der Welt tatsächlich zwei Interesse haben füreinander?

Gefühl/Anzeichen Verliebtsein:

- Alles andere ausgeblendet. Rationalität auf null runtergefahren (der Kerl hat bei einem Ausflug unser Auto überschlagen weil er so cool sein wollte, ohne Gurt wär ich wohl drauf gegangen - und ich hab mir nur Sorgen gemacht, wie er je der Autovermietung das Geld zahlen soll. Yeah... ::))
- Jegliche Negativseiten ignorieren
- Zeit verbringen wollen
- Nähe suchen
- In Gedanken jedes Wort wiederholen, ihm doppelt Gewicht geben
- viel viel auf sich nehmen, um den anderen zu sehen
- todunglücklich sein, wenn es doch nicht klappt + wochenlang immer noch total irrational auf Antwort warten, obwohl man längst weiß, dass der andere ein Arsch ist.  :P

Also im Nachhinein betrachtet: Irgendwie was echt Unbrauchbares für mich. :hmhm?:


Bei meinem jetzigen Freund und Mann war ich dagegen nie klassisch verliebt.


Das war mehr: mögen (freundschaftlich) + sexuelle Anziehung --> weiter mögen --> erfahren, dass der andere einen SEHR mag, Irritation, "lass uns Freunde sein" --> weiter mögen --> Team warden --> überzeugen lassen, dass mögen + sexuelle Anziehung scheinbar = Liebe

Liebe ist also für mich:
- gegenseitiger Rückhalt
- den anderen gut kennen, besser als viele andere
- ein Gefühl von Beständigkeit und Verlässlichkeit
- ein Gefühl von Teamwork
- ein Gefühl, miteinander zu wachsen und sich dabei zu unterstützen
- dieses Gefühl, froh zu sein, dass es den anderen gibt
- ein "Wir-Denken" - auf die Zukunft bezogen taucht der andere automatisch auf und die gleiche Zukunftsversion ohne ihn wäre auch nicht schön

"Die Vergangenheit interessiert mich nur soweit, wie sie mir hilft, die Zukunft zu planen."  ~ Dravos Kanael Salanos - "Drakan"


Avatar © Olga Kolbakova