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Sprachen

Begonnen von Moni, 01. Januar 1970, 01:00:00

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Faol

ich habe jetzt angefangen an meiner eigenen Sprache zu arbeiten. Die deutsche Sprache ist einfach sehr komplex. In meine Grammatik greife ich zum Teil aufs Englische zurück, weil die Grammatik einfach weniger komplziert ist.
Naja, ich werde mich da jetzt durchkämpfen. :wums:
Hab, hauptsächlich damit angefangen, unsere Sprache nach Wortarten zu sortieren, damit ich den überblick behalte, was man in einer Sprache alles beachten muss. :seufz:
Bis daraus eine Sprache wird, die man Sprechen könnte, dass dauert sicher noch laaaange.
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
(Robert Frost - The Road Not Taken)

Nebeldiener

Was mir gerade wichtiges aufgefallen ist, wenn man eine eigene Sprache erfindet sollte man damit anfangen, bevor man beginnt die Geschichte zu schreiben.
Habe heute angefangen an der Sprache zu basteln und ich darf sicher über die Hälfte der Namen ändern :wums:
Mein Prota heisst Tritus, da die ihr Sprache aber weich klingen soll gibt es kein "t". Der Name Tritus wäre eigentlich Dridus und das klingt... irgendwie scheusslich finde ich. Obwohl es doch etwas hat ;D

LG Nebeldiener

Faol

@ Nebeldiener: simmt Dridus klingt seltsam. Ich habe mit meiner Geschichte zwar schon angefangen, aber gerade erst und meine Namen passen, weil ich schon bei der Namesgebung auf den gleichen Klang geachtet haben, wie jetzt meine Sprache hat
Two roads diverged in a wood, and I -
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
(Robert Frost - The Road Not Taken)

Einsamer Falke

Ich habe das mit dem weich/nicht weich so gelöst, dass negativ besetzte Worte hart klingen (Tod-Merak, Angst- Skir) und eher positiv besetzte Worte klingen halt weich (gut-mel, Reichtum- Gerewelth)...Damit habe ich 99% der Wörter vor einer Änderung bewahrt. :laugh:

Gruß
Eric

Nebeldiener

Ich lasse es so. Im Neblischen (meiner Sprache) gibt es kein k,p,t und z. Da ich mit der Geschichte noch am Anfang bin muss ich zum Glück nicht allzu viel ändern.
Ich habe gerade ein Problem mit der Höflichkeitsform und mit den Verben bilden. Im Neblischen gibt es keine Höflichkeitsform und ich weiss nicht genau, was ich alles gelassen kann und was nicht. Aber es kommt schon alles gut. Hoff ich jetzt mal ;D

Lg Nebeldiener

Einsamer Falke

Eine höfliche Anrede muss sich in meiner Sprache erst noch entwickeln, ich weiss nicht, ob und wenn, dann wird nur ein ganz bestimmter Teil dieses Volkes sie überhaupt benutzen.
Ansonsten halte ich es wie im Englischen. Da kann "You" auch "Du" oder "Sie" heissen. Ich machs mir einfach, wa? :pompom:

Gruß
Eric

Zit

Na, wenn sie sich aber höflich bzw. eher respektvoll gegenüber verhalten, dann ist das you-Prinzip auch kein Problem. :)
"I think therefore I am
getting a headache."
Unbekannt

Drachenfeder

Zitat von: Zitkalasa am 29. August 2010, 18:18:53
Hm, kommt auf den Wortschatz an. Ich bin noch lange nicht so weit, sagen zu können, mit meiner Sprache könnte man sich locker unterhalten. *g* Ich übersetz eher immer Wörter, die ich brauche, also nicht alles mögliche. Trotzdem merke ich mir natürlich nicht jedes Wort, kommt halt darauf an wie oft ich die Worte brauche.

So ist es bei mir auch. Ich übersetze auch nur die Wörter die ich auch benötige. Meine ist auch eher eine magische Sprache mit der meist Zauberei betrieben wird. Wirklich unterhalten tun sich diejenigen, die sie auch beherrschen (und das sind wenige), nur in Ausnahmefällen.

Auswendig kann ich sie noch nicht, wobei das anders wäre könnte ich mich wieder mehr mit ihr beschäftigen.



Spinnenkind

Noch so ein toller Thread :)

Als Fan von abstrusen Sprachen genau das Richtige für mich!

Ich finde es auch störend, wenn sehr viel in erfundenen Sprachen in einem Buch steht. Wenn zwei Charaktere sich unterhalten und man denkt sich: "Das klingt ja alles ganz toll, aber verstehen tu ich's leider nicht." Außerdem sind die erfundenen Sprachen in den meisten Romanen elfischer Herkunft und überschwemmen den Leser mit sinnlosen Anhängseln und Verschnörkelungen (Oh und mit Apostrophen, ich hasse diese dauernden sinnlosen Apostrophe, nur, weil es irgendwie fremd aussieht). 
Ich persönlich finde es viel reizender, wenn in die Redeweise eines Charakters sprachliche Gewohnheiten wie ein bestimmter Satzbau, einige falsche Wörter etc. einfließen...das macht das Ganze irgendwie exotischer, und man macht sich mehr Gedanken über die Kultur derjenigen Person - warum kennt sie so viele Wörter ausgerechnet dafür, warum fehlen die Artikel?

Ja, Sprache ist was Tolles ;D


Celtur

Seit Gegrüßt, Freunde ....

In meinen Geschichten schreibe ich eigentlich immer Hochdeutsch (oder falls es mal passieren sollte Dialekt). Aber führ mein Hauptprojekt bin ich zurzeit am überlegen, ob ich für ein Volk eine Sprache entwickeln sollte, eine Sprache, die ebenfalls für das Formelnschreiben der MAgier verwendet werden wird .... wie gesagt, ich bin am tüfteln :)

lg
Celtur

Thaumaturgon

Hallo,

das finde ich ja abgefahren, wie ihr alle an die Sache herangeht. Ein bissel erschreckt haben mich diejenigen Stimmen, die von Sprachen in Büchern regelrecht genervt sind. Allein in meinem ersten Teil kommen drei Fremdsprachen vor (eine nur als Überschrift über einem Handwerksbetrieb). Eine kommt immer wieder und recht dominant vor; es ist aber mehr ein Schmankerl für diejenigen Leser, die das gut finden; man muss die parallelen "Originaldialoge" nicht lesen, um das Buch zu verstehen. Man kann sie auch - schlimmstenfalls - ignorieren. Oder die Gags, die sich durch die Verschiedenheit der Sprachen ergeben, beim zweiten Lesen bemerken.

Buchstaben wegzulassen bei der Entwicklung einer neuen Sprache ist mir nie in den Sinn gekommen. Meine Sprachen tendieren eher dazu, mehr Laute zu haben als Deutsch. Wenn man eine "realistische" Sprache will (und das will ja nicht jeder), muss man aber bestimmte Dinge beachten. Anlaut- und Auslautverhärtungen zum Beispiel. Es ist sehr viel anstrengender, zu sagen "dies isd deine dindenspidse" als "dies ist deine tintenspitze"; aus "hud" wird in einer echten Sprache irgendwan "hut" werden, aus "dang" "tang" und so weiter.
Auch muss ich immer wieder über die vergeblichen Versuche von Autoren schmunzeln, die durch reiches Streuen von Apostrophen versuchen, dem Lesen Hindernisse hinzulegen, die ihn zwingen, die Sprache besonders hingebungs- und respektvoll auszusprechen. Bei mir als Leser funktioniert das jedenfalls nicht. Umso greller sticht nur hervor, dass der Autor sich einzelne, wie er meint, effektvolle, Phrasen ausgedacht hat, statt eine Sprache zu entwerfen. Da kann ich mich Spinnenkinds Worten nur anschließen; ich baue auch ein paar Eigenheiten ein, Formulierungen und kleine Fehler, statt den Leser zu Verrenkungen zu zwingen.

Aber lasst mich doch an den Erfahrungen teilhaben, die ihr mit dem Weglassen von Buchstaben so macht - vielleicht täusch ich mich ja  ::)

Grüße aus dem Krankenbett

Thauma  :40°C:

Rika

Mmm, kann mich gerade nicht erinnern, ob ich das schonmal erwähnt hatte, aber es müssen gar nicht mal erfundene Sprachen sein, um das Dilemma zu erzeugen.

Z.B: die Lymond Serie von Dorothy Dunnet:
Lymond reist und ist mehrerer Sprachen mächtig. Es kommen Zitate vor, Lieder/Gedichtfetzen, und hier und da Bemerkungen oder Teile von Unterhaltungen in diversen Sprachen (u.a. viel Latein und Französich). Es gibt zu der Serie nicht ohne Grund einen Band mit Anmerkungen/Übersetzungen (sowie auch all den vielen Namen), und auch damit sind mir hier und da noch Teile entgangen, die ich nicht gefunden hatte.
Das ist dann schon störend, wenn auch vielleicht nur für Leute wie mich, die dann auch wirklich wissen wollen, was es denn heißt. Und ohne die Anmerkungen hätte es mich echt genervt, da nur zu wissen, daß mir viele Kleinigkeiten entgehen wei lich der Sprachen nicht mächtig bin.

Sprich, ganze Dialoge zu lesen, die ich nicht verstehen kann, ohne Übersetzung, das würde mich doch deutlich stören. Vereinzelte Phrasen oder Worte hier oder da und/oder längeres mit Übersetzung stören mich nicht, ganz im Gegenteil.

Thaumaturgon

Sowas gibts bei mir auch nicht. Wenn ich Dialoge habe, sind die spaltenweise übersetzt. Je nachdem, aus welcher Perspektive der Dialog dargestellt ist, ist deutsch links oder rechts. Zweideutigkeiten oder Besonderheiten werden schon mal befußnotet, aber ansonsten kann man sich - wenn man gar keine Lust drauf hat - die Fremdsprachen bei mir zu lesen sparen. Dann erkennt man an der Übersetzung nur, dass der Dialog eigentlich in einer anderen Sprache stattfindet, was natürlich eine wichtige Information sein kann.

Muss eine meiner Sprachen auch nochmal neu aufsetzen, weil sie mir nicht mehr passt ^^

Mal sehen wie lange das in Anspruch nehmen wird...

TheaEvanda

#58
Ich hantiere auch gerne mit Fremdsprachen herum, wobei mir die Einfach-Lösung mancher Autoren, einfach nur ein paar Wörter mit Glubberlutsch zu ersetzen, ein großer Dorn im Auge ist. "Fuer grissa ost drauka = The bringer of death", falls sich in der neueren Geschichte noch jemand darüber aufgeregt hat, können wir ja gerne auf Goodkinds Fremd-Sprachgefühl rumhacken ;-)

Neulich hatte ich einen Charakter, der seine Ungebildetheit voll raushängen lässt. Wir befinden uns im germanischen Sprachraum, er spricht theoretisch eine ganz andere Sprache. Dafür habe ich mir keine Grammatik zusammengebastelt (ich kann kein Hebräisch, und darauf würde die entsprechende Sprache fußen (müssen)), sondern nur eine Satzstruktur:
(Verneinung) - Verb - Subjekt - Objekt - Zugehörige Aussagen - Frageindikator

Wenn er jetzt "allgemeinverständlich" spricht, setzt er deutsche Worte nach seiner "Normalgrammatik". Das macht beim Schreiben richtig Spass - und in dieser Struktur kann man als Leser sogar erahnen, was er denn jetzt meint.

Für ganze Sprachen fehlt mir der Elan. Ich gehe immer bei bekannten Größen klauen. Wenn ich aber mal etwas ganz Fremdartiges imitieren möchte, dann nehme ich die japanische Grammatik inklusive Höflichkeitssprache und verfälsche diese kreativ.

Bei echt fremdsprachigen Zitaten habe ich mich von Orson Scott Card inspirieren lassen. In Xenozid wirft er mit mehreren Sprachen um sich, und man versteht trotzdem alles. Die Struktur ist ganz einfach: Handlung - Fremdsprache - Übersetzung - Handlung. Im Prinzip also so:

Sie drehte sich noch nicht einmal um. "The scissors are in the drawer, stupid!" Die Schere ist in der Schublade, du Depp. Er nahm die Schere und schnitt die Suppentüte auf.

Nur dass mich das Kursive nervt, also habe ich es nicht gesetzt.

--Thea
Herzogenaurach, Germany

Schakka

Wow, also ich finde das sehr bewundernswert, dass ihr alle extra eine komplexe Sprache für ein Buch erfindet!
Ich gehe aus ein sprachliches Gymnasium und weiß daher ja auch, wie schwer es ist, eine andere Grammatik zu begreifen, geschweige denn, sie sich selbst auszudenken!

Zumal man die fremden Sprachen ja auch nur selten verwenden kann, wenn das Buch gelesen werden soll, muss man es natürlich auch verstehen können! Also an welchen Stellen im Buch baut ihr diese Sprachen denn überhaupt ein?

Aber es stimmt schon, Sprache ist was tolles, ich muss mir unbedingt auch mal eine eigene ausdenken  ::)

l.g.
Antonia