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Libri "verunsichtbart" Publikationen aus unabhängigen Verlagen

Begonnen von Silvia, 15. August 2019, 17:44:43

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federschwarzes

Ich hatte so gehofft, dass sich die Situation gebessert hat. :( So ein Sch***

Janika

Bei mir bestellt Libri offenbar fleißig Greife beim Verlag, hält sie aber doch "nicht erschienen", weshalb auf Thalia und in Buchhandlungen nicht bestellt werden kann. :schuldig:

Maja

Gibt es Aussagen dazu, ob auch Großverlage betroffen sind? Seit einem guten Monat sehe ich auf Libri meine "Spiegel von Kettlewood" als nicht lieferbar- aufgefallen ist es mir, als es nach der Ausstrahlung meiner Talkshow einen Run auf meiner Bücher gab und "Kettlewood" plötzlich auf "Lieferbar in zwei Monaten" stand.

Ich vermutete Meldenummer 15, fehlt beim Barsortiment, und Libri meldete in der Tat "in Kürze wieder lieferbar" - aber an der Meldung hat sich vier Wochen später nicht geändert. Und als ehemalige Buchhändlerin weiß ich, so lange brauchen Verlagsauslieferungen nicht, um eine Bestellung auszuführen. KNV führt das Buch als bestellbar. Amazon hat (nach drei Wochen) offenbar anderweitig Exemplare aufgetrieben. Libri?

Ich weiß nicht, wie lange die Meldung da schon steht. Das Buch ist kein Erfolg - hätte aber nach der Talkshow eine Chance gehabt, wäre es  nur lieferbar gewesen. Es ist bei Knaur erschienen. Listen Barsortimente auch die Großen aus? Und müsste die Meldung dann nicht eine andere sein als " in Kürze wieder lieferbar"?
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

FeeamPC

Libri packt die ausgelisteten Bücher unter Melde Nr. 17. Der Code bedeutet ,,Führen wir nicht bzw. nicht mehr" – diese Titel kann der Buchhandel über den Großhandel also nicht mehr beziehen. Die Titel sind jedoch im VLB recherchierbar und über den Verlag bzw. dessen Auslieferung erhältlich.
Und da viele Buchhändler sich eh nicht mehr die Mühe machen wollen, bei der Verlagsauslieferung anzufragen, sind die Bücher damit faktisch vom Tisch.
Und ja, ich vermute, sie machen das auch mit Großverlagen, nur dass die genug Titel haben, die sich doch verkaufen. Die großen Verlage überstehenn also einzelne Ausreißer nach unten (noch).
Die kleinen sind mittlerweile definitiv in ihrer Existenz bedroht. Meine Zahlen sind um 50% eingebrochen. das  wäre nur durch mehr Präsenz auf kleinen Cons und anderen Buchveranstaltungen aufzufangen, die aber wieder ihrerseits Kosten machen, und für die mir nebenberuflich schlicht die Zeit fehlt. Wenn ich die Ebooks nicht hätte, sondern nur gedruckte Bücher, müsste ich jetzt schließen. Die Ebooks müssen derzeit alles am Laufen halten.


Lino

Ich würde das bei meinen Büchern auch gerne mal checken. Gibt es da eine Möglichkeit bzw wo mache ich das? Vielleicht geht das aber auch nur als Kunde von Libri bzw als Buchhändlerin?

FeeamPC

Einfachste Möglichkeit: In den großen Online-Buchhandlungen nachsehen, ob das Buch dort gelistet ist, insbesondere Thalia und Weltbild. Ist es dort nicht, hat Libri es mit Sicherheit ausgelistet.

In dem Artikel ist dieser Abschnitt aum relevantesten:
ZitatTitel, die nicht im Libri-Katalog sind oder den Meldeschlüssel 17 tragen, tauchen standardmäßig nicht in den Libri-White-Label-Shops auf. Es erscheint der Hinweis "Schade, diesen Artikel konnten wir leider nicht finden". Das heißt nicht, dass es diesen Artikel nicht gibt. Aber diese Art von Shop ist für die Buchhändler die kostengünstigste und einfachste Form eines eigenen Onlineshops:

Genau. Einfach und preiswert, einfach zu sagen, gibt es nicht. Denn mit diesem Hinweis ist das genau die Botschaft, die beim Kunden ankommt. Und damit werden die Bücher unverkäuflich.
Und, @Maja , da steht auch sehr deutlich, dass dieses Verfahren auch die Großverlage betrifft.

Maja

Ich habe derweil gesehen, dass mein Problem kein Libri-Problem ist. Auch buchkatalog.de, die Seite von KNV, führt das Buch als nicht lieferbar. Das heißt, der Verlag hat seit drei Wochen die Barsortimenter nicht beliefert - und da nicht plötzlich das halbe Knaur-Sortiment nicht mehr lieferbar ist, vermute ich etwas anderes. Nämlich, dass sie mein Buch, oder zumindest weite Teile der Auflage, kommentarlos makuliert haben. Verramschen und Ladenpreis aufheben können sie ja nicht, dafür ist der Titel zu kurz auf dem Markt. Aber wegwerfen offenbar schon.
Ich geh mal meine Agentin vorsichtig drauf ansprechen. Aber das hat dann mit diesem Thema nichts zu tun.
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Lino

Zitat von: FeeamPC am 27. Oktober 2019, 01:53:02
Einfachste Möglichkeit: In den großen Online-Buchhandlungen nachsehen, ob das Buch dort gelistet ist, insbesondere Thalia und Weltbild. Ist es dort nicht, hat Libri es mit Sicherheit ausgelistet.

Hm, bei Thalia sind alle lieferbar, bei Weltbild sind die meisten lieferbar, eines ist vorbestellbar (obwohl längst erschienen), eines taucht dort nicht auf und lässt sich über die Suchfunktion nicht finden.

Was heißt das dann?

@Maja Super ärgerlich, müssen die nicht evtl laut Vertrag dir Bescheid geben?

FeeamPC

Das Buch, was dort nicht auftaucht, ist ausgelistet. Die anderen nicht.

FeeamPC

#40
Der Verlag "Briefgestöber" schließt, nicht zuletzt wegen der Auslistungen durch Libri.
Und die Kollegen der Kurt-Wolff-Stiftung machen einen dringenden Appell an den Buchhandel. aus gleichem Grund.

https://www.briefgestoeber.de/2019/11/27/alles-hat-seine-zeit/
https://www.buchreport.de/news/kurt-wolff-stiftung-nicht-gelistet-heisst-nicht-vergriffen/

Maria

Ist echt übel.
Ich habe gecheckt.
Wärhend Schattenthron noch vorhanden ist, ist Caitlynn aus Thalia und co verschwunden, auf amazon ist es noch als Taschenbuch zu haben.

Silvia

#42
Ein aktueller Artikel im "Tagesspiegel" zu diesem Thema:

Wir sind mitten drin im Verlagssterben

[MALINCHE]
Ich hab mal den Link-Rattenschwanz ein bisschen gekürzt.
[/MALINCHE]

FeeamPC

Etwas, was mich auch bei der offiziellen Leipziger Buchmessen-Buchhandlung immer geärgert hat. Bei Serien macht es überhaupt keinen Sinn, die ersten Bände nicht mehr anzubieten.
Und ja, ich merke verdammt deutlich, dass wir keine Sichtbarkeit mehr haben. Das Weihnachtsgeschäft, sonst immer der Hauptverkaufsmonat für gedruckte Bücher, existiert praktisch nicht mehr. Wenn am Ende eh nur noch Ebooks verkauft werden - warum, liebe Buchhändler, sollen die Leute dann nicht gleich zu Amazon gehen? Genau das werden sie tun. Und die Autoren wären dumm, wenn sie unter diesen Umständen (je nach Genre) nicht vermehrt Selfpublisher würden. Weil, für den Part braucht es keinen Verlag. Muss ich, als Verlegerin, ehrlich sagen.

Franziska

Ich verstehe diese Sache mit dem auslisten noch nicht ganz. Ich habe gerade in der Buchhandlung ein Buch abholen wollen, die Buchhändlerin meinte dann, es wäre nicht lieferbar, was dann aber heißt, dass  es beim Verlag bestellt wird.
Heißt das, für Libri lohnt es sich nicht mehr die Bücher von kleinen Verlagen zu lagern, aber auch nicht, sie dann beim Verlag zu bestellen? Oder ist es für den Verlag auch nicht lohnend, wenn dann alle Bücher einzeln bestellt werden?