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Autor Thema: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt  (Gelesen 54755 mal)

Offline Amanita

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #150 am: 24. Dezember 2018, 10:37:33 »
Zitat
Da bei uns weiße Schönheiten auf dem Cover die Norm sind und ich den Eindruck habe, dass bei deutschsprachigen Leserinnen „naiv, rosabrillenverliebt und devot“ bei Heldinnen eher akzeptiert wird
In den amerikanischen Diskussionen wird aber auch immer wieder behauptet, dass dies so sei. Ich denke, dass die Kundeninteressen da sehr unterschiedlich sind, könnte mir aber vorstellen, dass es für "sehr mit realen Problemen belastete" Bücher allgemein schwerer ist im Fantasybereich einen großen Markt zu finden. Diesen Eindruck habe ich gerade bei den afrikanischen Fantasygeschichten, die mir bisher begegnet sind doch öfter. Für Leser, die der Flut von schlechten Nachrichten aus allen Medien in Fantasywelten mit fantastischen Problemen und klaren Grenzen zwischen Gut und Böse entfliehen möchten, ist das meistens eher nicht das richtige.
Aber auf jeden Fall danke für den Tipp, die "Children of Blood and Bone" landen bei mir auf jeden Fall auf der Liste von Büchern, die ich mir mit weihnachtlichen Geschenken oder Buchgutscheinen zulegen will.

Offline zDatze

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #151 am: 24. Dezember 2018, 17:32:43 »
Es ist "Die Gabe" von Naomi Alderman gemeint. Ich hab es in den Buchhandlungen gesehen, aber teilweise war es unter Romanen einsortiert und nicht im Fantasyregal. Ob es damit die Zielgruppe getroffen hat, weiß ich nicht. Ich hab es jedenfalls auf Englisch gelesen und es hat mich sehr zwigespalten zurück gelassen.

Starke Frauenfiguren sind sicherlich einer der Trends. Generell "Bad Boy/Girl" würde ich auch dazu zählen.

Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #152 am: 25. Dezember 2018, 12:03:14 »
@Maria wie die Verkäufe genau aussehen, weiß ich nicht. Aber dass hier eher weiße devote Frauenfiguren gefragt sind, seh ich nicht. Bücher wie Throne of Glass ist doch auch mega beliebt.
Children of Blood... hab ich jedenfalls überall auf Instagram gesehen. Ich glaube, gerade Leute und Buchblogger, die viel lesen, mögen auch gerne mal etwas anderes. Aber diese Bücher kommen hier auch nur an, weil sie in den USA schon viel diskutiert wurden. 

Lukas

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #153 am: 26. Dezember 2018, 00:14:04 »
@Maria Bücher wie Throne of Glass ist doch auch mega beliebt.

Diese Serie ist aber eine der problematischsten überhaupt. Vor allem in Sachen Diversität.
Bei SJM sind ja alle Charaktere weiß, hetero und auf jeden Fall super super heiß und als starken Charakter empfinde - zumindest ich - die Protagonisten hier nicht.

Vllt. aber nur meine Meinung.
Children of Blood and Bone habe ich noch nicht gelesen aber bis auf Instalove auch viel Gutes gehört, eben auch über die Diversität udn starke Frauenrolle.

Angela

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #154 am: 26. Dezember 2018, 09:57:13 »
Ich lese gerade den zweiten(edit:stimmt nicht, dritten) Band der Throne of Glass Reihe. Hier werden halt die mit Magie gejagt und getötet, also doch wieder die mit der falschen Abstammung. Das mit dem superduper toll aussehen ist mir auch gewaltig auf den Keks gegangen, finde ich eher schwächend. Erst wollte ich deshalb nicht weiterlesen. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass die sexuelle Orientierung da irgendwie in Stein gemeißelt ist, oder Hautfarbe überhaupt gewertet wird, davon abgesehen.

Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #155 am: 26. Dezember 2018, 18:04:05 »
Das Beispiel war auch eher auf die devote Frauenfigur bezogen.

Maria

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #156 am: 25. Januar 2019, 08:32:07 »
Derzeit groß in aller Munde ist wieder ein Einkauf aus den USA, nämlich das Buch "The Belles".

Hier ist im Original ein girl of colour auf dem Cover, Gesicht gut zu erkennen, sieht aus wie ein Foto:
https://www.lovelybooks.de/autor/Dhonielle-Clayton/The-Belles-1564973895-w/

Was hat der deutsche Verlag draus gemacht?
https://www.lovelybooks.de/autor/Dhonielle-Clayton/The-Belles-Sch%C3%B6nheit-regiert-1759914130-w/
Die Figur ist von hinten, so dunkel, dass es auch ein Schattenriss sein könnte und die typischen Haare brav hochgebunden, gerade mal das absolute Minimum an Hinweis, dass die Hauptfigur ein girl of colour ist.

(Achtung, hier kommen Spoiler):

Spoiler (click to show/hide)


Offline Alana

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #157 am: 25. Januar 2019, 14:26:44 »
Also das finde ich jetzt nicht schlimm. Man sieht doch ganz eindeutig, dass sie eine PoC ist und ihre Haut ist sogar dunkler, als die des Mädchens auf dem Originalcover, was ich sehr positiv finde. Als Schattenriss kann man das in meinen Augen selbst mit viel Mutwillen nicht sehen. Dass man ihr Gesicht nicht sieht, spielt da für mich auch keine Rolle. Durch das helle Kleid finde ich sogar, dass die Tatsache, dass sie PoC ist, auf dem deutschen Cover sehr stark raussticht. Aber nicht auf negative Art. Ich finde das Cover sehr ansprechend und würde auf jeden Fall danach greifen. Aber ich habe das Buch eh schon auf meiner Liste. Daher habe ich den Spoiler auch nicht gelesen. Wäre gut, wenn du den in Spoiler Tags setzen würdest, dann könnte ich den Rest deines Beitrags lesen. :)

Ich brauche jetzt kein Entenfett.

Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #158 am: 30. Oktober 2019, 00:04:32 »
Ich habe mir mal inspiriert durch @zDatze s Goodreads-Liste (Ich war so frei, die zu ergänzen) mal die Neuerscheinungen dieses Jahr von deutschssprachigen Autoren anzusehen.

Was mir dabei aufgefallen ist, dass einige Autoren, die sich vor Jahren in der Szene etabliert haben, jetzt vor allem Krimis oder Historisches schreiben. Oder sie machen gleichzeitig SP. Das ist an sich natürlich nicht neu, aber zeigt auch wieder, wie schwer es sein muss, sich am Markt zu halten. Das schaffen wohl wirklich nur Autoren, die jedes Jahr mindestens 1 Buch veröffentlichen. Ob die Autoren jetzt keinen Verlag mehr gefunden haben, ihnen nichts mehr eingefallen ist, oder sie alle munter die Pseudonyme wechseln, weiß ich natürlich nicht. Auch wie viele Autoren nur ein oder zwei Bücher veröffentlicht haben, finde ich krass. Da weiß man natürlich auch nicht immer, ob ein Pseudonym dahinter steckt.  :hmmm:

Dieses Jahr gabs irgendwie vor allem High Fantasy von etablierten und neuen Autoren. Und dazu sehr viel YA-Romance-Fantasy. Auf Instagram werden dann immer dieselben 3 Bücher gehyped. Dagegen gab es auch einige übersetzte Urban Fantasy, daher weiß ich nicht, ob da deutsche Autoren keine Lust drauf hatten oder die Verlage es nur nehmen, wenn es im Original erfolgreich war, das ist bei dem Genre ja auch öfter so.

Außerdem interessant fand ich, dass ich bei großen Verlagen jetzt 2/3 weibliche Autorinnen gezählt habe (darunter auch viel HF)

Es gibt natürlich noch viel mehr als diese knapp 50, aber alle SP-Bücher und Drachenmond zu suchen wird dann etwas viel.

Offline Yvonne

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #159 am: 30. Oktober 2019, 20:15:59 »
Die Liste habe ich ich mir gleich abgespeichert, das ist ja eine super Zusammenstellung  :jau:

Mir ist aufgefallen, wie sehr sich New Adult entwickelt hat, gefühlt ist das mehr geworden und auch Autoren*innen, die ich als Fantasy Autoren*innen kennengelernt habe, bringen nächstes Jahr New Adult Reihen raus. Und wenn ich z.B. in letzter Zeit Fantasy Romane sehe, dann ist das überwiegend Romance-Fantasy. Ist natürlich nur mein persönlicher Eindruck.

Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #160 am: 30. Oktober 2019, 20:32:34 »
Ja, ich denke, allein von Fantasy zu leben, ist nicht so leicht. Was man so mitbekommt, kann man ja auch bei großen Verlagen fro sein, wenn man einen größeren Vierstelligen Betrag erhält. Wenn man dann nur 3-4 tausend bekommt, reicht das natürlich nicht. Und New Adult verkauft sich gerade gut, besonders bei Autoren, die das Glück haben, vom Verlag gepusht zu werden und sich gut selbst vermarkten können.

Aber einige YA-Fantasy-Bücher scheinen auch ziemlich gut zu laufen. Ich krieg das vor allem bei Instagram mit, dass es dabei kaum noch um den Inhalt geht, und vielmehr um das Cover. Andererseits wurde auch "Der Name des Windes" wieder rausgekramt, obwohl das Buch ja schon älter ist und das hat ein schönes Cover und ist gut.

Hier ist auchnochmal mein Pinterest-Board. Das ist nur nicht nach Jahr sortiert.
https://www.pinterest.de/celiajansson/deutsche-fantasy-bücher/

Grey

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #161 am: 30. Oktober 2019, 23:41:35 »
Ich habe auf der Messe ein ganz interessantes Gespräch mit einer Schlück-Agentin gehabt, die erzählte, sie hätten ja immer ihre Listen auf den Lektorats-Terminen dabei, da stünden vorn die Lizenzen und danach die deutschen Autor*innen drauf, weil sich die Verlage jahrelang vornehmlich für die US-Titel interessiert haben. Seit zwei oder drei Jahren beobachten sie aber, dass viele Lektor*innen die Lizenzen erstmal überblättern und direkt nach den deutschen Originaltiteln fragen. Das finde ich eine spannende und schöne Entwicklung.

Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #162 am: 31. Oktober 2019, 00:55:33 »
Das ist ja interessant. Ich sag ja auch immer, wenn man wirklich mal guckt, gibt es eigentlich recht viele Bücher deutscher Autoren. Klar sind auch im YA Bereich die Bücher von englischsprachigen Bestaeller-Autoren wie Leigh Bardugo, Sarah J. Maas etc. mega beliebt, aber auch deutsche Autoren wie Laura Kneidl, Ava Reed etc. oder auch mal Debutautoren. Da merken die Verlage wohl auch, dass es da eine Leserbindung gibt, die mit deutschen Autoren einfacher herzustellen ist, so dass es nicht mehr so eon Marketing Nachteil ist, das wäre so meine Vermutung. Andererseits merken sie vielleicht auch, dass auch deutsche Autoren tolle Bücher schreiben.

Offline MonstersMagic

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #163 am: 31. Oktober 2019, 13:41:05 »
Meine Info ist auch, dass sie aktuell lieber deutsche Autoren bevorzugen (wenn sie ein gesuchtes Genre bedienen), um sich die Übersetzungskosten zu sparen. Das könnte natürlich auch ein Faktor sein.  :)

Trippelschritt

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #164 am: 31. Oktober 2019, 15:46:01 »
Das ist bestimmt ein Faktor. Die Verlage haben über eine recht lange Zeit auf Lizenzen von erst Bestsellern, dann auch gut verkaufbaren Büchern gesetzt und die dann übersetzen lassen. Aber die Nachfrage hat die Preise hoch getrieben. Zwar sind Lizenzen guter Bücher immer noch sicher, aber sie lohnen sich nicht mehr, weil sie zu teuer sind. Das hat mir jemand mal erklärt, von dem ich annehme, dass er vom Markt Ahnung hat.

Trippelschritt
(Richtigkeit dieser Info ohne Gewehr)  :vibes:

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