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Autor Thema: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt  (Gelesen 54750 mal)

Sturmbluth

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #135 am: 17. Mai 2018, 09:53:40 »
Ich kenn da noch die "guten alten" utopischen Ost-Werke ... Oh ja, manche hatten da auch viel Wissenschaftskram drin. Aber das waren tatsächlich noch positive Utopien, trotz oder gerade wegen der Ideologie, die darin oft enthalten war. Das Positive vermisse ich seitdem etwas ... das könnte meinethalben gern mal wieder ein Trend werden. Nicht immer so viele Dystopien.  :hmmm:
Ja, das stimmt. Irgendwie wird immer eine Dystopie daraus, wenn man heutige wissenschaftsorientierte SciFi-Werke liest. Dabei könnte man durchaus eine Zukunftsvision entwickeln, in der die Technologie Positives bewirkt hat und es trotzdem einen interessanten Konflikt gibt, der die Geschichte lesenswert macht.

Churke

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #136 am: 17. Mai 2018, 10:29:52 »
Ein SF-Autor hat das mal so erklärt:
Bei einer idealen Zukunft ist die Gegenwart nicht mehr lebenswert.
Bei einer apokalpytischen Zukunft möchte man die Gegenwart nicht mehr verlassen.

Man braucht eine Mischung aus Sorge und Hoffnung.

Offline Zit

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #137 am: 18. Mai 2018, 20:16:34 »
Weil mich das Thema in letzter Zeit im Kopf verfolgt: Wie steht es eigentlich um nicht-weiße Menschen auf Buchcovern? Je nach Genre sehe ich eher Bücher ohne Menschen (Thriller/ Krimi) oder nur mit halben Menschen (Erotik) oder Papierschnittsilhouetten (Romance) – und wenn dann doch mal ein Mensch drauf ist, ist der weiß. Warum? Gibt es da keine Bemühungen oder verkaufen sich Bücher mit nicht-weißen Menschen auf dem Cover schlechter?
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Offline Araluen

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #138 am: 18. Mai 2018, 20:50:00 »
Die Frage ist da wohl auch oder eher, wie viele nicht-weiße Protagonisten gibt es? Modellcover stellen doch meist den Protagonisten dar. Man klatscht ja nicht irgendwen aufs Cover (hoffe ich zumindest. Ich mag diese Modellcover ohnehin nicht).

Offline Zit

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #139 am: 19. Mai 2018, 19:18:08 »
Ja, stimmt, das wäre die nächste Frage gewesen. Allerdings hatte ich angenommen, dass es nicht-weiße Figuren gibt, habe ich mich da geirrt?
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Offline Steffi

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #140 am: 19. Mai 2018, 20:05:52 »
Die Frage ist da wohl auch oder eher, wie viele nicht-weiße Protagonisten gibt es? Modellcover stellen doch meist den Protagonisten dar. Man klatscht ja nicht irgendwen aufs Cover (hoffe ich zumindest.

Beim PAN-Treffen wurde beim Diversity-Panel genau so ein Fall vorgestellt: Die Protagonistin des Buches ist eine PoC, das Cover ziert eine weiße Frau.
Sic parvis magna


Offline Araluen

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #141 am: 19. Mai 2018, 20:31:31 »
Ja, stimmt, das wäre die nächste Frage gewesen. Allerdings hatte ich angenommen, dass es nicht-weiße Figuren gibt, habe ich mich da geirrt?
Da kann ich jetzt keine statistische Auskunft geben. Mir kommt das beim Lesen aber selten bis gar nicht unter.

Beim PAN-Treffen wurde beim Diversity-Panel genau so ein Fall vorgestellt: Die Protagonistin des Buches ist eine PoC, das Cover ziert eine weiße Frau.
Das ist natürlich total  Banane. Da macht ein Modell-Cover in meinen Augen ja noch weniger Sinn und bestätigt wohl den Verdacht, dass nicht-weiße Cover-Modells aus Marketinggründen gemieden werden - schade.
Was genau bedeutet PoC?

Offline Steffi

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #142 am: 19. Mai 2018, 20:47:00 »
PoC = Person of Colour, was alle Nicht-Weißen Ethnien mit einschließt.

Die Vermutung beim Panel war, dass das mit dem Cover nicht mal böse Absicht war, sondern dass dem Coverkünstler die entsprechenden Infos einfach nicht vorlagen, und dass dann bei der Endabnahme einfach nicht drüber nachgedacht oder schlichtweg gepennt wurde, weil "weiß" eben Protagonisten-Standard ist in der Literatur. Aber genau da liegt eben das Problem.
Sic parvis magna


Offline Araluen

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #143 am: 19. Mai 2018, 22:34:09 »
Danke fürs Ausschreiben :)
Da hätten die dann aber ordentlich gepennt. Aber gut, auch sowas kommt vor. Schade ist es trotzdem.

Linda

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #144 am: 20. Mai 2018, 00:21:23 »
Weil's grade so schön passt.

hier mal ein amerikanisches Gegenbeispiel, das mir letztes Jahr unterkam:
https://www.amazon.de/Song-Blood-Stone-Earthsinger-Chronicles-ebook/dp/B076BBH93C/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1526768115&sr=8-1&keywords=L.+Penelope

Wobei die verschiedenen Hautfarben/Völker im Werk auch als durchaus problematisch thematisiert werden.

FeeamPC

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #145 am: 20. Mai 2018, 13:43:23 »
Wunderschönes cover. Merkwürdigerweise ist bei diesem Buch die Kindle-Version teurer als das Hardcover. Aber das ist weit ab vom Thema.
Bei meinen nicht-weißen Protagonenten helfe ich mir damit, dass ich Cover nehme, auf denen die Hautfarbe überhaupt nicht zu erklennen ist. Dann kann sich jeder Leser selbst ein Bild machen.
Und was die Science Fiction angeht, da war das letzte, was ich gelesen habe, eine amerikanische Serie. Ich denke, hierzulande ist das Schwergewicht Perry Rhodan so marktbeherrschend, dass man kaum gute Science Fiction daneben wahrnehmen kann.

Offline Silvia

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #146 am: 08. Oktober 2018, 13:38:28 »
Da ich mich als Leserin derzeit fast nur noch im Selfpublisher-Bereich herumtreibe - gibt es denn was Neues im Verlagsbereich Phantastik? Oder laufen da immer noch die gleichen alten Trends?

Offline Franziska

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #147 am: 08. Oktober 2018, 15:19:33 »
Alte Trends? Ich sehe im Moment auf dem englischen Markt immer noch das Thema Diversität im Trend. Ds wird auch viel übersetzt.

Maria

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #148 am: 24. Dezember 2018, 07:26:55 »
Ich frage mich ob sich die deutschen Übersetzungen der Starken-Frauen-Bücher bei uns so verkauft haben wie in den USA . Ich meine damit die gepriesenen Werke wie „Dumplinˋ“ , „Vox“ oder „Die Gabe“ oder auch die afrikanische Fantasy „Children of Blood and Bone“ . Da bei uns weiße Schönheiten auf dem Cover die Norm sind und ich den Eindruck habe, dass bei deutschsprachigen Leserinnen „naiv, rosabrillenverliebt und devot“ bei Heldinnen eher akzeptiert wird als „wehrhaft, unabhängig  und geradeheraus“ wäre ich sehr neugierig zu erfahren, ob die Diversität und das #metoo Movement überhaupt bei den Buchkäuferinnen angekommen ist.

Trippelschritt

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Re: Entwicklung am deutschsprachigen Fantasymarkt
« Antwort #149 am: 24. Dezember 2018, 09:47:53 »
Das ist schwer zu beantworten bei der großen Masse von Büchern und Leserinnen unterschiedlichen Alters. Nach meinem Eindruck hatte "Me Too" so gut wie keinen Einfluss auf die Auswahl von Lesestoff und wird in ganz anderen Zusammenhängen diskutiert. Und was "die Gabe" angeht, - immer vorausgesetzt, es ist der Roman von Ursula LeGuin gemeint (Gifts 2004) - ist der ja lange vor "Me Too" erschienen.

Liebe Grüße
Trippelschritt

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