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Neueste Beiträge

#1
Workshop / Re: Die besten und schlechtest...
Letzter Beitrag von Antennenwels - Gestern um 19:42:23
Eine wirklich interessante Frage. Mir ist auch schon aufgefallen, dass es Bücher gibt, bei denen mir der Einstieg schwerer fällt als bei anderen und dass das oft wenig darüber aussagt, wie mir das Buch dann insgesamt gefällt.
Ein Beispiel für eines meiner Lieblingsbücher, bei dem ich am Anfang Mühe hatte, war "The Mask of Mirrors" von M.A.Carrick. Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, was mir selten gefällt, da dieser Teil oft "anders" ist, als der Rest der Geschichte (sowohl im Stil, als auch der POV-figur (wobei das hier nicht der Fall war, allerdings spielte der Prolog in der Vergangenheit)). Das erste Kapitel war dann besser, aber nicht aus der Sicht der Haupfigur. Was ich nun, nach mehrmaligen Lesen, sehr gelungen finde; aber als Einstieg war es nicht leicht. Erst lernt man die Figur als Kind kennen, und dann aus einer Drittperpektive.
Was mir wiederum sehr gut gefällt, ist wenn möglichst viele Fragen aufgeworfen werden. Ich liebe Bücher mit sehr wenig 'Exposition', bei denen man einfach ins Chaos geworfen wird. Der Anfang von Gideon the Ninth (von Tamsyn Muir) beispielsweise war daher perfekt für mich.
Oft liegt es aber auch schlicht an der Hauptfigur, wenn ich die auf den ersten Seiten toll finde, dann will ich unbedingt wissen wie es weitergeht. Bei A natural history of Dragons von Marie Brennan, war ich nach einer Seite schon ein Fan der Erzählerin (ist wie eine fiktive Autobiographie geschrieben) und wusste, dass die Geschichte ein neuer Liebling werden wird.
Wenn ich hingegen Mühe habe eine Verbindung zur Hauptfigur aufzubauen, dann kann es länger dauern, bis mir das Buch wirklich gefällt und ich reinfinde.
#2
Workshop / Re: Die besten und schlechtest...
Letzter Beitrag von Yamuri - Gestern um 14:44:11
Ich wähle ehrlich gesagt Bücher anders aus, oder sagen wir so -> die Bücher wählen mich aus. Meist lese ich den Schluss zuerst und nicht den Anfang. In den Schluss blättere ich aber nur rein, wenn das Cover oder der Titel mich irgendwie triggern, im positiven Sinne triggern, also etwas in mir auslösen, das mich neugierig macht.

Bisher gab es nur einen Romananfang, den ich nicht mochte -> den von Herr der Ringe. Er hat sich einfach zu lange dahin gezogen, war zu viel Beschreibung und in meinen Augen blabla. Ich habe daher die Bücher auch nie gelesen. Ich mag es, wenn sich mir gleich nach den ersten Zeilen Fragen auftun.

Was ich absolut gar nicht mag ist es, wenn ein Buch mit wörtlicher Rede beginnt. Dann habe ich nämlich das Gefühl den zweiten Band zu lesen oder als ob da etwas fehlen würde am Anfang. Also wörtliche Rede am Anfang ist für mich fast schon ein no-go. Spätere Kapitel dürfen gern mit wörtlicher Rede beginnen, nur eben der Anfang nicht.

Was mir gefällt ist, wenn ein bisschen Atmosphäre erzeugt wird durch Beschreibung des Ortes, des Wetters, der Gefühle des Protagonisten. Es sollte allerdings nicht zu viel Beschreibung sein. Ein-zwei Sätze genügen mir da vollkommen, einfach wie so ein Mini-Intro, das er zeigt, ok wir befinden uns an Ort XY, Prota XY macht dort etwas und die Witterungsbedingungen sind gerade hinderlich oder förderlich für ihn/sie. Also ich mag eine knappe Einleitung ins Geschehen, aber ein durchaus zügiges in die Handlung einsteigen. Es darf auch gern mystisch und geheimnisvoll sein, so dass Fragen bei mir entstehen.
#3
Workshop / Die besten und schlechtesten R...
Letzter Beitrag von Mondfräulein - Gestern um 13:22:06
In letzter Zeit gehe ich immer mal wieder die Bücher durch, die ich mir auf Goodreads mal markiert habe, weil ich sie irgendwie interessant fand oder weil sie mir jemand empfohlen hat. Dabei lese ich mir auch gerne mal ein paar Leseproben durch und ich merke stark, dass sich manche Romananfänge wie von selbst lesen, manchmal schleppe ich mich durch die Leseprobe und muss mich dazu antreiben, sie fertig zu lesen.

Deshalb habe ich darüber nachgedacht, was ich für mein eigenes Schreiben mitnehmen kann und würde gerne ein paar Romananfänge mit euch analysieren. Warum funktionieren sie so gut? Warum funktionieren sie nicht?

Die ersten Kapitel grundsätzlich noch nicht viel darüber aus, wie sehr mir das Buch am Ende gefallen wird. Ich habe einige Anläufe gebraucht, um Six of Crows zu lesen, weil sich der Anfang so gezogen hat, aber es ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher. Manchmal sind auch die ersten Kapitel super und das Buch enttäuscht danach. Trotzdem denke ich auch in Bezug auf mein eigenes Schreiben darüber nach, was mich an manchen Romananfängen so schnell in den Bann zieht und was ich machen kann, um bei meinen Leser*innen dieselbe Wirkung zu erzielen.

Ehrlich glaube finde ich, dass es mir als Autorin mit am schwersten fällt, den Anfang meiner Geschichte einschätzen zu können. Als Autorin weiß ich so viel mehr als die Leser*innen, die zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nichts wissen. Ich stelle Figuren vor, die ich selbst schon innig liebe, ich freue mich auf eine Geschichte, von der die Leser*innen noch nichts wissen. Deshalb auch der eigene Thread. Ich möchte einen großen Schritt von meinen eigenen Geschichte weggehen und aus der Perspektive einer Leserin heraus schauen, welche Romananfänge für mich funktionieren und welche nicht, um daraus wiederum Erkenntnisse für mein eigenes Schreiben abzuleiten.

Gerade deshalb interessiert es mich brennend, welche Romananfänge euch als Leser*innen überzeugen konnten und welche nicht. Welche Romananfänge haben euch so in den Bann gezogen, dass ihr das Buch nicht aus der Hand legen konntet? Was genau hat euch daran so in den Bann gezogen? Oder gibt es Romananfänge, die euch (fast) dazu bewogen haben, das Buch wieder wegzulegen und doch nicht weiterzulesen? Könnt ihr benennen, was euch gefehlt hat? Und weil ich oben eines meiner Lieblingsbücher erwähnt habe, bei dem mir der Einstieg ziemlich schwergefallen ist, würde mich auch interessieren, wie das bei euren Lieblingsbüchern so aussieht. Gefällt euch der Einstieg da besonders gut? Ist er eher okay und das Buch wird später richtig gut? Warum habt ihr dann trotzdem weitergelesen?

Es geht mir nicht nur um den ersten Satz, sondern mindestens um die ersten paar Seiten eines Romans, eher die ersten 1-2 Kapitel. Über erste Sätze gibt es auch viel zu sagen, aber mich interessiert es, wie Autor*innen in die Geschichte einführen, wie sie Setting, Figuren und die Geschichte vorstellen. Dafür braucht man eben meistens etwas mehr Raum als nur einen Satz.

Wir haben schon einen Thread über Romananfänge (https://forum.tintenzirkel.de/index.php?topic=3722.0), in diesem Thread möchte ich aber nicht generell darüber reden, wie ihr eure eigenen Romananfänge gestaltet und was ihr allgemein mögt und was nicht, sondern spezifisch über konkrete Beispiele reden und das auch erstmal aus der Leser*innen-Perspektive. Es geht mir nicht darum, wie wir das in unseren eigenen Geschichten machen, sondern was wir als Leser*innen mögen. Ich hoffe es ist okay, dass ich dafür einen eigenen Thread aufgemacht habe.

Ich stelle mir das auf jeden Fall spannend vor, ich hoffe, ihr auch! Ich würde mich freuen, von euch zu hören, welche Romananfänge ihr mochtet, welche nicht und warum. Und gerade weil die meisten Romananfänge als Leseprobe frei zugänglich sind, würde ich mich freuen, ein paar eurer liebsten Romananfänge selbst nachzulesen, außerdem müssen wir uns nicht um Spoiler sorgen. Ich werde auch nochmal ein paar meiner liebsten Bücher durchgehen, die ersten Kapitel nochmal lesen und schauen, wie sie mir gefallen und warum sie mir so gut gefallen.
#4
Tintenzirkel / Re: 41. Kurzgeschichtentriell ...
Letzter Beitrag von Antennenwels - Gestern um 12:10:52
Hatte mir fast gedacht, dass es so kommt  :P . Der Thread verkriecht sich nochmals in einen (kurzen) Winterschlaf und kehrt Ende Dezember zurück. Bis dann! :winke:
#5
Webdesign / Re: Wer hostet eure Webseite/B...
Letzter Beitrag von Feuertraum - Gestern um 09:45:01
Was mir da gerade noch einfällt (und eventuell auch Einfluss haben könnte): Als ich vor (zugegeben) längerer Zeit einmal ein Forum auf einen Webspace betreiben wollte, schieden eine Reihe von Webhostinganbietern aus, weil sie nur eine bestimmte Datengröße zuließen. Manche nur 1 MB große Dateien, andere 1,5 MB große Dateien (das Forum, was ich damals betrieb, hatte teilweise 2 MB).

Ob diese Begrenzung heute noch angewendet wird, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Aber Fragen kostet ja nichts ... ;-)
#6
Autoren helfen Autoren / Re: Zu viel Welt, zu wenig Ges...
Letzter Beitrag von Masseliwriter - 02. Dezember 2022, 11:09:14
Ich bin immer begeistert von einer detaillierten Welt. Ich kann es sehr nachvollziehen sich sowohl in einen Charakter, als auch in die verzwickten Eigenheiten einer Welt zu verlieben. Das macht schreiben ja auch aus  :) .

Persönlich als Leser kann ich jedoch vieles nachvollziehen, was hier gesagt wurde. Wenn einzelne Monatsnamen den Namen von Göttern entsprechen und das als singulärer Fakt beeindrucken soll (ohne in die Tiefe zu gehen), lese ich darüber schnell hinweg. Wenn aber, wie in dem Buch "Jonathan Strange & Mr.Norrell", der Autor versucht zu erklären, warum in der modernen Welt alle Zauberer, die Großes und Wunderbares leisten können plötzlich aufhören zu zaubern und er das über mehrere Seiten "nachvollziehbar" erklärt, bin ich stark gefesselt. Wenn man von so einer Welt hört, reißt man erst einmal die Augen auf und will dem auf den Grund gehen. Da schleckt man sich die Lippen bei jedem weiteren Detail, das der Autor einem zuwirft. Damit will ich gar nicht sagen, dass Monatsnamen von Göttern unnötig sind. Es kommt darauf an, wie tief dieser Fakt in das Gehirn des Lesers schneidet und was dies für die Welt bedeutet, in der sich der Leser wiederfindet. Klar gibt es andere Gründe für Worldbuildung. Es muss ja einen nicht immer aus den Socken hauen, aber so eine Art von Worldbuilding lässt mich erstmal breit grinsen und denken "Wie kommt man auf so etwas?"

Klingt in der Theorie immer ganz toll, aber ich kann auch nur Susanne Clarkes Buch beschreiben und sagen, wie sehr mich ihre Welt packt. Wie man selbst darauf kommt, was nun reingehört und was nicht (weil seine eigene Welt denkt man sich ja nicht aus, weil sie uninteressant ist) können nur die Schreibgötter sagen  ::).
#7
Tintenzirkel / Re: Ein * E N D E * unter dem ...
Letzter Beitrag von Leann - 02. Dezember 2022, 09:51:12
Juhu! Herzlichen Glückwunsch zu den fertigen NaNo-Selkies!  :prost:
#8
Tintenzirkel / Re: Ein * E N D E * unter dem ...
Letzter Beitrag von Ary - 02. Dezember 2022, 09:50:03
 Danke! Und sie sind wirklich fertig, Betaleserin sagt auch, da muss kein Epilog mehr dran.  :vibes:
#9
Tintenzirkel / Re: Ein * E N D E * unter dem ...
Letzter Beitrag von Maja - 01. Dezember 2022, 18:19:54
Herzlichen Glückwunsch zu den fertigen Selkies, @Ary!
#10
Buch- und Verlagswesen / Re: Leanpub und frühe Veröffen...
Letzter Beitrag von Maja - 01. Dezember 2022, 18:16:17
Der Focus von Leanpub scheint klar auf Non-Fiction zu liegen, ein Großteil der veröffentlichten Titel kommen aus der EDV-Sparte. Auch das von @Deven genannte Beispiel ist ein Buch über Programmierung, und beim Browsen der Leabpub-Seite habe ich kaum Romane finden können - das heißt, auch das Klientel, das sich auf der Seite herumtreibt, ist eher nicht auf der Suche nach Romanen. Und das Prinzip "unfertiges Buch kaufen, Updates erhalten" bietet sich für Romane nicht an. Wenn ich einen Roman kaufe, für Geld, will ich den lesen - und nicht nochmal neu lesen, nachdem der überarbeitet worden ist, oder nur ein halbes Buch bekommen, das der Autor vielleicht niemals fertigstellt, weil es auch so schon eine Unmenge fertiger, guter, überarbeiteter Romane für kleines Geld zu bekommen gibt.

Da sehe ich keinen Mehrwert für die Leserschaft. Wissen, dass der Autor mehr von meinem Geld behält? Dann kann ich dem auch gleich etwas spenden, wenn mir der so sehr am Herzen liegt. Aber als Leser ziehe ich lektorierte, gut gemachte, fertige Bücher einer unfertigen Rohfassung vor. So hätte ich eher das Gefühl, dass da ein Autor auf meine Kosten eine schnelle Mark machen will, und das erhöht meinn Sympathiefaktor nicht maßgeblich. Da fördere ich lieber jemaden auf Patreon, werde da auch mit neuen Kapiteln gefüttert, und habe das Gefühl, jemandem etwas Gutes zu tun. Und ein Problem mit Buch-Piraterie (was wohl Leanpub-Veröffentlichungen stark zu betreffen scheint) haben wir da auch nicht.

Dazu kommt: Wer auch nur mit dem Gedanken spielt, seine Bücher über Verlage zu veröffentlichen, verbaut sich mit so einem Angebot alles. Das Buch zählt damit als veröffentlicht und ist dann für die meisten Verlage komplett vom Tisch. Auch wenn man später als Selbstverleger dann die fertige Buchfassung herausbringt, sind die (piratisierten) Exemplare von Leanpub immer noch um Umlauf und können die Suchergebnisse zukleistern.

Alles in allem sieht mir das Angebot von Leanpub für deutschsprachige Romanautoren unattraktiv aus. Schreibt man hingegen auf Englisch übers Programmieren, sieht das anders aus - aber für Tizis bietet es sich meiner Ansicht nach nicht an.