• Willkommen im Forum „Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum“.
 

Harry Potter - Rowling gibt zu: Harry und Hermine literarisch das bessere Paar

Begonnen von Debbie, 03. Februar 2014, 09:00:27

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

K a t e

Harry und Hermine in einer Beziehung? Ein klares Nein von meiner Seite. Ich bin früher sehr aktive Fanfiktionleserin gewesen, aber die Geschichten, wo Harry und Hermine zusammen gekommen sind, habe ich partout auf die Seite gelegt. Hermine und Harry haben für mich eine beneidenswerte Freundschaft und da sie beide Einzelkinder sind, kann ich mir eine Geschwisterliebe zwischen ihnen auch sehr gut vorstellen (hat Harry nicht sogar mal irgendwann gesagt, Hermine wäre für ihn wie eine Schwester? Oder bringe ich da jetzt Film/Buch/Fanfiktion durcheinander?), aber ein Paar? Oh nein. Ron und Hermine passen zusammen, gerade weil er so ein verpeilter Tollpatsch sein kann und sie einfach eine kluge, selbstbewusste Frau. Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an.

Zu Ginny möchte ich nichts sagen, ich mag sie nicht sonderlich. In den Büchern war sie ja noch ganz erträglich, aber in den Filmen... *schüttel*

Zitat von: Leon am 08. Februar 2014, 10:31:28
Sehe ich genauso! Ich habe die Potter-Romane alle verschlungen, die Filme dazu, und dabei nicht eine Millisekunde lang über irgendeine Form von Sexualität nachgedacht. Schon gar nicht in Bezug auf Dumbledore.

Ich habe während ich die Bücher gelesen und die Filme angeschaut habe auch nicht wirklich darüber nachgedacht, einfach weil es nicht hineingepasst hat, meiner Meinung nach. Und das im Bezug auf Dumbledore... ich glaube, viele denken nicht darüber nach, weil man - und ich möchte jetzt wirklich nicht diskriminierend klingen oder so - im Bezug auf alte, alleinstehende Männer nicht über Sex nachdenkt und Dumbledore hatte für mich immer eine Art Großvaterfigur für Harry eingenommen und wer denkt schon über das Sexualleben seines Opas nach...
Aber ja, ich könnte mir da schon ein mehr mit Grindelwald vorstellen. Aber ich glaube, Frau Rowling ist auch im Bezug auf das Marketing nicht näher darauf eingegangen. Die Bücher waren so populär und es ist leider immer noch so, das Homosexualität in Büchern und Filmen für einen ziemlichen Aufschrei sorgen, gerade wenn es sich um so eine bekannte Reihe wie Harry Potter handelt.

Mondfräulein

Zitat von: K a t e am 08. Februar 2014, 14:52:30
Aber ich glaube, Frau Rowling ist auch im Bezug auf das Marketing nicht näher darauf eingegangen. Die Bücher waren so populär und es ist leider immer noch so, das Homosexualität in Büchern und Filmen für einen ziemlichen Aufschrei sorgen, gerade wenn es sich um so eine bekannte Reihe wie Harry Potter handelt.

Das stimmt leider schon, aber ich glaube, besonders als die Bücher richtig erfolgreich wurden, hätte Rowling wirklich machen können, was sie will. Den siebten Band hätte sowieso jeder gekauft und ich glaube auch nicht, dass es ihr ums Geld geht. Wenn es ihr ums Geld gehen würde, hätte sie nicht so schrecklich viel Geld gespendet. Und gerade weil sie die Macht dazu gehabt hätte, Dumbledore im Buch zu outen, finde ich es schade, dass sie es nicht getan hat.

Kati

So, das ist jetzt das letzte, was ich zu dem Thema sage, sonst rutschen wir doch noch ins off-topic: Aber ich glaube, was wirklich das Problem an Dumbledore ist, ist dass es nicht um Dumbledore selbst geht oder seinen Stand in der Reihe, sondern um die Repräsentation von Homosexualität in der Fantasy. Deshalb wäre es schön gewesen, er wäre in den Büchern ganz nebensächlich als homosexuell bekannt gewesen. Einfach, weil Rowling das gekonnt hätte und damit ein großes Publikum erreicht hätte. Wie viele homosexuelle Figuren gibt es in der Fantasy? Also, es geht nicht wirklich um die Geschichte, die Figur oder die Handlung, sondern einfach um Repräsentation vieler Menschen in Büchern, die auch von diesen Menschen gelesen werden, die sich aber nicht repräsentiert sehen. Es geht nicht darum, ob jemand darüber nachdenkt, was der weise alte Mann für Vorlieben hat. Aber ein "Damals, als ich jung war, da war ich mit Grindelwald zusammen" wäre gegangen. Alles wäre klar gewesen, man hätte ja nicht drauf rumreiten müssen. Rowling hat das nicht gemacht, sie hat diese Chance nicht genutzt und ändern kann man es jetzt auch nicht mehr. Ich finde es schade, aber ich hoffe, dass andere Autoren in Zukunft mehr in die Richtung machen.  :)

Was das Marketing angeht: Ich denke auch nicht wirklich, dass es Rowling um das Geld geht, davon hat sie mittlerweile genug. Eher, um die Bekanntheit. Anders kann ich mir nicht erklären, dass zu Potter immer wieder neues Ergänzungsmaterial kommt, obwohl die Reihe längst abgeschlossen ist und, dass Rowling eben immer wieder so darüber spricht. Ich glaube, sie kommt von ihrer eigenen Welt nicht los und jetzt, wo der Potter-Hype länger vorbei ist, versucht sie halt, nochmal Interesse daran auszulösen. Das ist verständlich, wenn man so lange an einer Welt gebastelt hat, aber irgendwann muss auch mal gut sein.

Pandorah

Zitat von: Kati am 08. Februar 2014, 21:21:38
Was das Marketing angeht: Ich denke auch nicht wirklich, dass es Rowling um das Geld geht, davon hat sie mittlerweile genug. Eher, um die Bekanntheit. Anders kann ich mir nicht erklären, dass zu Potter immer wieder neues Ergänzungsmaterial kommt, obwohl die Reihe längst abgeschlossen ist und, dass Rowling eben immer wieder so darüber spricht. Ich glaube, sie kommt von ihrer eigenen Welt nicht los und jetzt, wo der Potter-Hype länger vorbei ist, versucht sie halt, nochmal Interesse daran auszulösen. Das ist verständlich, wenn man so lange an einer Welt gebastelt hat, aber irgendwann muss auch mal gut sein.

Dem möchte ich mal widersprechen. Es kommt doch gar nicht "immer wieder neues Ergänzungsmaterial". Es gibt von Rowling außer der Hauptreihe zwei kleine Büchlein. Und jetzt demnächst noch einen Film. Das ist ziemlich wenig, wenn man bedenkt, wie viel sie machen könnte und lange Harry Potter schon existiert.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sie versucht, das Interesse daran auszulösen. Dass sie nicht von ihrer Welt loskommt, kann ich gut verstehen. Komme ich auch nicht richtig, und ich habe nur darin gelesen, nicht geschrieben. Die Welt und die Figuren haben sie einerseits sehr, sehr lange begleitet und zum anderen ist ihr Name damit untrennbar verknüpft. Ich glaube, es gibt nicht ein Interview, das Harry Potter nicht zumindest mal streift. Es lässt auch ganz viele andere Menschen nicht los, und so lange man ihr dazu Fragen stellt, so lange wird sie Antworten geben. Auch Antworten, die nicht allen gefallen.

Debbie

Nur ein kurzer Einwurf, weil ich es jetzt schon zweimal falsch gelesen habe: Zu Harry Potter gibt es nicht nur zwei "Begleitbücher", sondern drei: Die Märchen von Beedle dem Barden gehören auch dazu - und sind gerade in Bezug auf Dumbledore's Charakter nicht zu vernachlässigen; schließlich hat er ja die Kommentare verfasst!  ;)

Pandorah

An die hab ich gedacht. :rofl: Ich hab "Quidditch through the Ages" vergessen.

absinthefreund

Zitat von: Pandorah am 08. Februar 2014, 21:33:17
Dem möchte ich mal widersprechen. Es kommt doch gar nicht "immer wieder neues Ergänzungsmaterial". Es gibt von Rowling außer der Hauptreihe zwei kleine Büchlein. Und jetzt demnächst noch einen Film. Das ist ziemlich wenig, wenn man bedenkt, wie viel sie machen könnte und lange Harry Potter schon existiert.

Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sie versucht, das Interesse daran auszulösen. Dass sie nicht von ihrer Welt loskommt, kann ich gut verstehen. Komme ich auch nicht richtig, und ich habe nur darin gelesen, nicht geschrieben. Die Welt und die Figuren haben sie einerseits sehr, sehr lange begleitet und zum anderen ist ihr Name damit untrennbar verknüpft. Ich glaube, es gibt nicht ein Interview, das Harry Potter nicht zumindest mal streift. Es lässt auch ganz viele andere Menschen nicht los, und so lange man ihr dazu Fragen stellt, so lange wird sie Antworten geben. Auch Antworten, die nicht allen gefallen.

Kann ich alles zu hundert Prozent unterschreiben. Wenn es nach mir ginge, könnte die Rowling noch viel mehr Infos in Umlauf bringen oder am besten noch ein paar Potter-Bücher schreiben. Ich hoffe ja immer noch, dass die Zauberwelt doch existiert und uns Muggeln irgendwann zugänglich wird. :wolke:

Esora

So, um wieder zum ursprünglichen Thema zurückzukommen :D :

Also meiner Meinung nach war es schon viel zu vorausschaubar, dass Ron und Hermine und Harry und Ginny am Ende zusammen gekommen sind. Einfach viel zu Klischeehaft...

Klar, es ist irgendwo schon ein hübsches Ende und für ein Kinderbuch (was Harry Potter ja eigentlich mal sein sollte) ist ein solcher Schluss natürlich passend.

Und zu Dumbledore: Gerade weil Harry Potter ein Kinderbuch sein sollte, ist die Erwähnung von Homosexualität, vor allem zu der Zeit, als Rowling die Bücher geschrieben hatte, eigentlich so gut wie... unzulässig (vielleicht etwas zu konkret, aber...).
Als dann allerdings ja irgendwie klar wurde, dass fast mehr Ältere Harry Potter lesen, wäre eine Anspielung doch nicht so undenkbar gewesen.
Allerdings wird das Thema Homosexualität erst jetzt immer mehr zum Gesprächsthema...


LG
Esora

Kati

Ich finde eigentlich schon, dass es zu Harry Potter eine Menge Ergänzungsmaterial gibt: Die drei ergänzenden Bücher, ein komplett neuer Film, Pottermore, der Harry-Potter-Freizeitpark... also, ich wüsste jetzt keine andere Romanreihe, die so viel Ergänzung ausgelöst hätte. Und ich sage ja auch gar nicht, dass das nicht sein darf, ich habe nur angemerkt, dass es mir aufgefallen ist, dass Rowling immer dann wieder von Harry Potter spricht, wenn der Hype ein bisschen abflacht. Das muss ja nicht stimmen, es ist nur mein Eindruck, aber jeder sieht das bestimmt anders.  :) Es geht auch nicht darum, dass mir ihre Antworten nicht gefallen. Ich finde es einfach generell nicht gut nach Ende einer Reihe noch so viele neue Informationen dazu in Umlauf zu bringen. Mir wäre es zum Beispiel lieber, sie würde die Informationen mal sammeln und vielleicht als weiteres Ergänzungswerk herausgeben oder so. Aber halt irgendwie offizieller und nicht so zwischen Tür und Angel, dass es wirkt, als wäre es ihr gerade spontan eingefallen.

Zitat von: EsoraGerade weil Harry Potter ein Kinderbuch sein sollte, ist die Erwähnung von Homosexualität, vor allem zu der Zeit, als Rowling die Bücher geschrieben hatte, eigentlich so gut wie... unzulässig (vielleicht etwas zu konkret, aber...).

Das will ich auf keinen Fall unkommentiert lassen und ich frage einfach mal: Warum? Warum können Kinder heterosexuelle Beziehungen lesen, aber keine homosexuellen? Ganz im Gegenteil verstehen und akzeptieren Kinder das viel öfter, als Erwachsene. Wenn wir das Thema nicht so zum Tabu machen würden, müsste es ehrlich keins sein. Homosexualität sollte kein Reizthema sein, das man von Kindern unbedingt fernhalten muss, es geht schließlich um Liebe und wieso sollen Kinder nicht lernen, dass Liebe mehr Gesichter haben kann, als Mann liebt Frau? Ein schwuler Dumbledore würde vielleicht auslösen, dass Kinder ihre Eltern fragen, was das bedeutet und dann müsste man mal sagen: "Ein Mann kann sich auch in einen anderen Mann verlieben und da ist nichts Komisches bei." Ich sehe daran nur positive Seiten eigentlich.  ???

Mondfräulein

Zitat von: Esora am 09. Februar 2014, 19:24:38
Und zu Dumbledore: Gerade weil Harry Potter ein Kinderbuch sein sollte, ist die Erwähnung von Homosexualität, vor allem zu der Zeit, als Rowling die Bücher geschrieben hatte, eigentlich so gut wie... unzulässig (vielleicht etwas zu konkret, aber...).
Als dann allerdings ja irgendwie klar wurde, dass fast mehr Ältere Harry Potter lesen, wäre eine Anspielung doch nicht so undenkbar gewesen.
Allerdings wird das Thema Homosexualität erst jetzt immer mehr zum Gesprächsthema...

Rowling hat die Bücher meines Wissens nach in den 90ern angefangen, 1990er und nicht 1890er. Der letzte Band erschien 2007, wurde also noch in den 2000ern geschrieben. Ich finde, zu der Zeit ist es durchaus denkbar, Homosexualität zu erwähnen, besonders in einer Buchreihe, in der Menschen sterben, Hauselfen sich die Hände bügeln und eine Lehrerin die Schüler zwingt, sich selbst die Haut aufzuschneiden. Außerdem hätte Rowling, wie gesagt, zuletzt wirklich alles tun können, die hätte sich durchgesetzt.

Meiner Meinung nach sollte Homosexualität gerade in Kinderbüchern erwähnt werden und es ist absolut falsch, sie zu tabuisieren. Einerseits, damit Kinder lernen, andere nicht deswegen zu ärgern, aber auch, damit sie, sollten sie selbst homo- oder bisexuell werden, nicht vor so einer großen inneren Kriese stehen, sollten sie sich in jemanden des gleichen Geschlechts verlieben.

Esora

Ja, so ist das natürlich auch irgendwie zu sehen...

Aber wie ich schon gesagt habe: Irgenwie steckt das ganze Thema (vor allem in der Literatur) noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen und macht sich nur langsam bemerkbar...

Vielleicht (und hoffentlich) wird es in der Zukunft etwas mehr zur Geltung kommen.

LG
Esora

Lothen

Zitat von: Mondfräulein am 09. Februar 2014, 19:44:12
Meiner Meinung nach sollte Homosexualität gerade in Kinderbüchern erwähnt werden und es ist absolut falsch, sie zu tabuisieren. Einerseits, damit Kinder lernen, andere nicht deswegen zu ärgern, aber auch, damit sie, sollten sie selbst homo- oder bisexuell werden, nicht vor so einer großen inneren Kriese stehen, sollten sie sich in jemanden des gleichen Geschlechts verlieben.

*unterschreib*  :jau: Ich finde es auch schade, dass Frau Rowling diese Chance nicht genutzt hat... Aber das führt jetzt wirklich ein bisschen vom eigentlichen Thema weg ;)


Tanrien

Ich kann gerade echt nicht zitieren, also lasse ich mal den Link hier: http://www.mugglenet.com/app/news/show/7724

Da nimmt MuggleNet die Aussagen, die wir hier besprechen, und guckt, was davon stimmt, jetzt, da der Originalartikel draußen ist. Unten ist auch ein Link zu dem und, Überraschung Überraschung, es haben sich alle wieder umsonst aufgeregt. ;)

Debbie

Und inwieweit widerspricht der Artikel jetzt genau der Tatsache, dass Rowling denkt, Harry und Hermine wären vielleicht das bessere Paar gewesen? Im realen "Erwachsenen-Leben"?

"Vielleicht klappt es zwischen ihr und Ron - mit ein wenig (Paar-)Therapie [...] Wahrscheinlich geht es ihnen gut (als Paar)."

Das ist jetzt nicht wirklich eine positive Aussage ...  :hmhm?:  Da hilft es auch nicht mehr viel, dass sie ganz zum Schluss noch hinzufügt, Ron wäre gut für Hermine, weil er sie die Dinge weniger verbissen sehen lässt und etwas Humor in ihr Leben bringt ... Zumal die ersten Zitate tatsächlich Rowlings Zweifel zum Ausdruck bringen.

Aber naja, ändern tut es für mich nicht viel - ich kann ihre Zweifel verstehen, gerade weil ich auch diesen Moment im letzten Teil des Films hatte ... Finde aber dennoch, dass es oftmals besser ist, wenn sich Partner ergänzen, so wie Ron und Hermine das auch tatsächlich ganz wunderbar tun. Ob so etwas auf Dauer halten kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich weiß nur, dass eine heftige Diskrepanz im Intellekt der beiden Partner irgendwann tatsächlich zu einer "unüberbrückbaren Differenz" werden kann. Eine Mischung aus Beidem - Ähnlichkeit und Gegensatz - halte ich eigentlich für perfekt!

Szazira

@dumbledore
In der Fanfiktion ist er schon lange für schwul erklärt worden, lange bevor Rowling damit rausgerückt ist. Ich kenne, glaube ich, keine Fanfiktion in der es um Sex / Liebe geht, in der der Gute nicht schwul ist. (Wobei ich, zugegeben, nicht viele kenne)