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Autor Thema: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?  (Gelesen 774 mal)

Offline Gedankenkarussel

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[Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« am: 21. Januar 2021, 14:52:42 »
Hallo,
ich möchte meinen Debütroman Zwillingszauber veröffentlichen. Davor möchte ich als Teaser für die Leser, zum Eindruck der Charaktere, meines Schreibstils und der Geschichte als solches eine Novelle veröffentlichen, die einen Zeitpunkt im Leben vor den Geschehnissen zum Roman beinhaltet. Es sollen 25 000 Wörter werden, ich hänge derzeit bei ca. 6000 Wörtern und habe das Gefühl, die Geschichte wäre eigentlich innerhalb einer Kurzgeschichte abgehandelt und das ist nicht der Plan. Cover für das E-Book ist bereits fertig etc.

Genre: Urban Fantasy
Zielgruppe: Junge Erwachsene, die zwei POV sind ca. 18.

Derzeitige Ausgangslage:
Es geht um magische Zwillinge, die als Kinder aus der magischen Welt flüchten mussten, weil Zwillinge dort besonders sind und entweder als verflucht oder gesegnet gelten. In der normalen Welt wird die Magie verheimlicht und nicht angewendet.

Die Novelle befasst sich momentan damit, dass der eine Zwilling ihrem Freund nicht vertraut, denkt, er betrügt sie mit jemanden und mithilfe ihrer Magie könnte sie die Wahrheit herausfinden. (einer der Magiearten, Sinnesmagier, ist es, z. B. Gedanken zu lesen und zu spüren, was der gegenüber fühlt, was das schlimmste war, was er gemacht hat oder was er zuletzt sagen wollte, aber nicht gesagt hat.) Sie will die Magie bei ihm anwenden, ihre Familie ist aber dagegen, weil sie nicht auffliegen dürfen und nicht klar ist, was das mit Menschen macht. Die anderen Magie, Kristallmagier, stellen nach wie vor eine Bedrohung dar und der zweite Zwilling schöpft Verdacht, das sich so einer in der Nähe befindet, kann dies aber nicht beweisen. Letzten Endes trennt sich der Zwilling von ihrem Freund, weil sie ihre Magie nicht anwenden kann und Vertrauen bzw. Misstrauen und die Versuchung, ihre Magie anzuwenden, sie zu sehr begleitet.
Das erscheint mir alles so banal. Klar, es ist Urban Fantasy bzw. Romantasy, im tatsächlichen Roman gibt es noch eine große Liebesgeschichte, am Anfang befindet man sich ebenso in der Schulzeit, aber ich habe das Gefühl, das es nicht das eigentliche Potenzial ausschöpft.

Ich kann den Leser nicht zwingen und sagen ihr müsst die Novelle gelesen haben, um den Roman zu verstehen, momentan kann ich nicht einschätzen, wer was lesen wird. Die Magie würde in der Novelle nur durch Andeutungen, Gedanken und kleine Absätze vom Antagonisten in der magischen Welt erzählt.

Warum nehme ich nicht ein prägendes Ereignis aus dem Leben der Zwillinge, welches mehr Bedeutung hat für den tatsächlichen Roman?
Weil da am spannendsten wäre das Leben als Kinder zu beschreiben, wie sie gejagt und tyrannisiert werden, aber ich traue mir nicht zu, aus der Sicht von Kinder zu schreiben und halte das auch nicht für effektiv, da die Novelle ja Leser einen Einblick geben soll, was sie im Roman erwartet.

Im Roman selbst geht es am stärksten um die enge Verbindung der Zwillinge zueinander, um die Verbindung bzw. Erinnerungen an die magische Welt, der Umgang mit Zwillingen, der Liebe, der Familie und dem Kampf zwischen den Sinnesmagiern und den Kristallmagiern.

Die Novelle wird definitiv erscheinen, genauso wie der Roman, aber inhaltlich bin ich sehr unsicher und unzufrieden, daher wäre ich über jede Meinung dankbar! Rückfragen beantworte ich auch gerne :D

Alia

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #1 am: 21. Januar 2021, 15:16:47 »
Hallo Gedankenkarussel,
ich bin mir schon bei dem Ansatz unsicher. Ich kann verstehen, dass du eine Art "Arbeitsprobe" abliefern willst, aber funktioniert das so?
Hast du schon einmal erlebt, dass ein Autor das so gelöst hat?
Was ich schon öfter gesehen habe: Autoren stellen den ersten Teil ihres Buchs kostenlos als Leseprobe online.
Für mich fühlt sich der Plot von der Novelle auch unbefriedigend an. "Ich kann ihm nicht vertrauen, dann mach ich halt Schluss", ist m.E. kein Ende, das Leser glücklich zurücklässt und Lust auf mehr macht.
Entweder würde ich es so lösen, dass sie gegen den Willen der Familie Magie anwendet und dann rausbekommt, dass sie ihm hätte vertrauen können und dass die Familie Recht hatte, was die Magie anging. Die Konsequenzen sind furchtbar für alle. Oder alternativ, dass sie keine Magie anwendet, beschließt, ihm zu vertrauen, und dann gehörig auf die Nase fällt. Beides hätte aber enorme Auswirkungen auf sie und ihre Familie und ich weiß nicht, ob sich das mit deinem Roman verträgt.

Offline Gedankenkarussel

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #2 am: 21. Januar 2021, 16:12:49 »
Ich bin mir schon bei dem Ansatz unsicher. Ich kann verstehen, dass du eine Art "Arbeitsprobe" abliefern willst, aber funktioniert das so?
Hast du schon einmal erlebt, dass ein Autor das so gelöst hat?
Was ich schon öfter gesehen habe: Autoren stellen den ersten Teil ihres Buchs kostenlos als Leseprobe online.
Ja, ich bin mir bewusst, dass das so normalerweise nicht gehandhabt wird. Ich persönlich finde aber zusätzliche Geschichten aus dem Leben der Charaktere im Buch ohnehin einen interessanten Zusatz, plane das auch für zukünftige Romane und probiere das deswegen gerne aus. Die Sache ist die, ich sehe das sehr häufig mit Kurzgeschichten/Vorgeschichten zum Roman, die dann kostenlos auf der Homepage oder im Newsletter angeboten werden. Da ich aber sehr große Angst vor der Veröffentlichung habe, möchte ich das über Amazon als E-Book machen, damit ich schonmal gucken kann, ob Rezensionen, Verkäufe etc. was für mich ist. Das ich mit den paar Cent nichts verdiene, ist klar. :D

Für mich fühlt sich der Plot von der Novelle auch unbefriedigend an. "Ich kann ihm nicht vertrauen, dann mach ich halt Schluss", ist m.E. kein Ende, das Leser glücklich zurücklässt und Lust auf mehr macht.
Entweder würde ich es so lösen, dass sie gegen den Willen der Familie Magie anwendet und dann rausbekommt, dass sie ihm hätte vertrauen können und dass die Familie Recht hatte, was die Magie anging. Die Konsequenzen sind furchtbar für alle. Oder alternativ, dass sie keine Magie anwendet, beschließt, ihm zu vertrauen, und dann gehörig auf die Nase fällt. Beides hätte aber enorme Auswirkungen auf sie und ihre Familie und ich weiß nicht, ob sich das mit deinem Roman verträgt.
Ist die Frage, ob es den Leser unbedingt glücklich zurücklassen muss? Ich bin durchaus ein Fan von bittersweet Endings und bevorzuge eher dramatische, tiefgründige, schwermütige Geschichten. Ich glaube das ist auch der Grund, warum mir derzeit die Novelle zu banal vorkommt. Das Problem ist, wenn es weitreichende Konsequenzen hat, würde das den kompletten Roman verändern und das funktioniert nach derzeitigem Stand nicht. Im Roman ist es derzeit so, dass sie auch am Anfang in der normalen Welt sind, dann wenden sie Magie an und diese fliegt auf. Das wäre also zu sehr doppelt gemoppelt. Wenn, dann gefällt mir noch am ehesten die Variante, dass sie ihm den Vertrauensvorschuss gibt und dann herausfindet, dass ihr Misstrauen doch richtig war, ich bin mir aber nicht sicher, ob das eine zu negative Message sendet so nach dem Motto vertraue nie jemanden und würde womöglich die Glaubhaftigkeit der Liebesgeschichten im Roman schmälern.  ;D

Alia

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #3 am: 21. Januar 2021, 16:48:35 »
Ist die Frage, ob es den Leser unbedingt glücklich zurücklassen muss?
Du solltest zumindest das Versprechen an den Leser erfüllen. Romantische Plots haben ihre Regeln. Man kann natürlich auch was anderes machen, aber darf sich dann nicht wundern, wenn die Leser es nicht mögen. Wenn du eine Liebesgeschichte als Mainplot nimmst, musst du mit einem tragischen Ende oder mit einem Happy End aufhören. Aber nicht "es ist wohl vernünftiger, dass ich Schluss mache".

Offline Mondfräulein

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #4 am: 21. Januar 2021, 17:01:52 »
Novellen oder Kurzgeschichten, die begleitend zu Buchreihen erscheinen, sehe ich immer häufiger (Maureen Johnson, VE Schwab, Jonathan Stroud, Ben Aaronivitch...). Ich weiß aber nicht, ob das für mich als Teaser für das eigentlich Buch funktionieren würde. Als Leserin entscheide ich, ob ich ein Buch kaufe, indem ich Klappentext, Rezensionen und die Leseprobe lese. Das zeigt mir schon recht genau, worauf ich mich einlasse. Der Klappentext sagt mir, worum es geht, die Leseprobe zeigt, wie das Buch geschrieben ist. Ich würde niemals erst die Novelle lesen um dann zu entscheiden, ob ich auch das Buch lesen will. Eher anders herum. Wenn ich das Buch lese und es mir gefällt, dann lese ich danach gerne noch eine Novelle, die einen Teil der Geschichte näher erläutert, der im Buch selbst nur grob angerissen wurde, oder weil sie aus der Perspektive einer Figur geschrieben ist, die im Buch selbst keine eigene Perspektive hat. Zum Beispiel The Lost Sisters, das als Novelle begleitend zu Holly Blacks Folk of Air Trilogie erschienen ist. Die Novelle erläutert einen Aspekt der Geschichte aus der Perspektive einer bestimmte Figur und spoilert Buch 1, erklärt diesen Aspekt aber auch nochmal wirklich gut, auf eine Weise, die nicht in die Trilogie selbst gepasst hätte. Das mochte ich sehr. Hätte ich aber nie gelesen, ohne vorher The Cruel Prince gelesen zu haben.

Ich sehe hier auch das Problem, dass du falsche Erwartungen wecken könntest. Wenn ich eine Novelle lese, die sich auf die Liebesgeschichte fokussiert, und dann die eigentlichen Bücher lese, dann erwarte ich, dass es sich darin auch nur um die Liebesgeschichte dreht. Wenn die aber vom Schwerpunkt her ganz anders sind, dann bin ich enttäuscht. Oder aber ich lese die Novelle und die Bücher dann nicht mehr, weil ich eigentlich nichts mit dem Schwerpunkt Romance will und die Novelle diese Erwartungen in mir geweckt hat.

Online Nikki

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #5 am: 21. Januar 2021, 18:20:18 »
Kurzgeschichten oder Novellen zu Romanen als eine Art "Readers Magnet" sind keine Seltenheit, zu beachten ist hierbei, dass sie, um eben als Readers Magnet zu funktionieren, gratis sind.

Was für mich problematisch an dieser Art von Novelle wäre: Du redest von Fantasy, aka Magie, zeigst aber keine. Meiner Meinung nach müsste diese zumindest einmal aktiv wirken, alles andere wäre unbefriedigend. Das ist wie einen Krimi ohne Verbrechen anpreisen zu wollen.

Und dann wäre da noch - aber das ist meine ganz persönliche Meinung - der Charakter deine Protagonistin. Du bringst sie mit ihrem Misstrauen und ihrer Unsicherheit, nur durch ein Fantasy-Element ihre Beziehung retten zu können (oder auch nicht), in eine ziemlich unsympathische Ausgangssituation. Als Protagonistin eignet sie sich so nur bedingt.

Wenn dein Genre Urban/Romance Fantasy ist, würde ich unbedingt die Magie vorkommen lassen und nicht nur darüber reden lassen. Wie wäre es denn, wenn deine Figur in Bedrängnis kommt, in der sie Magie wirken muss, und um Haaresbreite nicht entdeckt wird? Danach ist sie auf der Flucht. So zeigst du, wozu deine Figur fähig wäre und berühst auch gleich einen Konflikt, nämlich den, dass sie sich verstecken muss.

Offline Mindi

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #6 am: 21. Januar 2021, 18:27:16 »
Novellen würde ich persönlich auch nur lesen, nachdem ich mit dem Hauptbuch vertraut bin. Vorher würden sie mich Null interessieren, da diese Textlänge nicht meine Lesebeute ist.
Und dann wäre für mich, ähnlich wie auch für @Mondfräulein es spannender, wenn etwas zum Buch beleuchtet wird, was bisher zu kurz kam. Oder auch ein extra Schmankerl, wenn man die Figuren noch nicht loslassen mag.
Wenn mich ein  Buch sehr fesselt, dann würde ich mit Freuden noch mehr davon lesen wollen.

Noch ein Gedanke zu einer Novelle als Appetithappen:
Manche Leser sind zu faul oder zu blind zu lesen, verstehen das Wort Novelle nicht oder nehmen es nicht ernst, wenn du dick und Fett darüber schreibst, dass es eine kurze (Vor)Geschichte ist. Du wirst also eventuell "viel zu kurz " Rückmeldungen bekommen. Und die Leser erwarten dann eventuell, dass all deine Bücher so kurz sind, da ja das erste Buch von dir auch so kurz ist. Ja, das sind einfach herauszufindende Dinge, aber das habe ich schon häufiger bei Amazon gesehen.


Offline Mondfräulein

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #7 am: 21. Januar 2021, 18:33:15 »
Jetzt wo @Mindi das mit der Länge erwähnt fällt mir noch ein, dass das für mich auch ein Problem wäre. Ein Buch packt mich sehr selten von Anfang an und ich weiß meist erst nach der Hälfte, ob ich es wirklich liebe. Ich glaube nicht, dass mich eine Novelle wirklich packen würde, einfach wegen der Länge. Die Novelle könnte mich niemals so sehr packen, dass ich danach das Buch kaufen würde. Anders herum würde ich aber gerne die Novelle lesen, wenn mir das Buch gefallen hat. Das sind aber meine persönlichen Lesegewohnheiten. Ich bin immer noch eher für eine gute Leseprobe.

Offline Gedankenkarussel

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #8 am: 21. Januar 2021, 18:50:24 »
Ich hatte gerade auf alle Beiträge genauer geantwortet, dann hat mich das Forum warum auch immer rausgeschmissen und jetzt ist der Beitrag weg, deswegen hier die kürzere Fassung:

Zum einen steht bereits das E-Book Cover, der Veröffentlichungstermin steht in meinem Kopf ebenso fest, ebenso ist die Novelle bereits als solche angekündigt worden. Ich bin mir im Klaren darüber, das ich mit dieser Vorgehensweise ein Risiko eingehe, aber für mich als Autorin und aus mental health gründen, ist es wichtig, ersteinmal kleiner anzufangen. In Zukunft werden alle meine Romane ca. 400 Seiten haben und sowohl als E-Book, wie auch als Printcover veröffentlicht werden.
Leser, die ungewollte Rückschlüsse führen, wird es immer geben. Es gab mal welche, die Triggerwarnungen nicht gelesen haben und dann genau darüber gemeckert haben etc. Wenn also gemeckert wird, dass es eine Novelle ist, kann ich sagen, steht doch da. Das ist nicht das, worum ich mir Sorgen mache. Man kann auch schlecht bei einem qualitativ schlechten Debütroman sagen, jetzt sind alle zukünftigen Romane schlecht. Es wird immer solche und solche geben, auch wenn eure Einwände voll und ganz verstehe und nachvollziehen kann und tatsächlich auch damit rechne, solch ein Feedback mitunter zu bekommen.

Edit: Ich hatte wie gesagt auch erst an eine Kurzgeschichtensammlung gedacht, sozusagen verschieden wichtige Ereignisse im bisherigen Leben der Schwestern, aber ich denke nach wie vor, dass sich solch eine Kurzgeschichtensammlung noch schwieriger verkaufen lässt, als eine Novelle.
Ich hatte auch schon überlegt in der Novelle eine andere POV zu haben, die in Kaira spielt. Wie gesagt es gibt die kurzen Abschnitte vom Antagonisten in der magischen Welt, welcher auch Magie wirkt, aber anscheinend ist das nicht genug. Vom Romantasy Aspekt her sind sowohl Novelle, als auch der Roman gleich gewichtet. Ich stimme euch zu, dass der Fantasy Aspekt aber in der Novelle bisher zu kurz kommt!

Im Roman wird die prota gezwungen, Magie anzuwenden, dabei entdeckt und muss deswegen zurück ins magische Land flüchten, daher möchte ich einen zu ähnlichen Plot in der Novelle vermeiden. Ich gebe euch außerdem recht, bis jetzt hat die prota mit ihrem Verhalten Nerv-potenzial und das möchte ich natürlich um jeden Preis vermeiden! :)

Offline Mindi

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #9 am: 21. Januar 2021, 19:38:27 »
Ich wollte die Gedanken dazu auch nur dalassen. Dass man auf solche Rückmeldungen mit "steht doch da" antworten kann ist ja richtig, aber wenn diese Dinge deine Bewertung runter ziehen, wäre es ja dennoch ärgerlich.
Aber wenn ich einen Debütroman lese und mir gefällt der Schreibstil und die Geschichte nicht, muss ich schon extreme Empfehlungen von anderen haben, dass ich dann ein späteres Werk lese. Also ganz so vergleichen würde ich die Punkte nicht, aber ich will es dir auch nicht ausreden.

Den geplanten Plot empfinde ich aber auch etwas ... überflüssig. Er scheint mir keinen Mehrwert für den Hauptbuch zu haben.

Wäre es denn eine Möglichkeit, dass sie in der Novelle freudig mit der Magie um sich schmeißt und es daher zu großen Problemen kommt, wodurch sie im Hauptroman noch versessener darauf ist, sich daran zu halten, keine Magie zu benutzen?
Das könnte auch was schön tragisches sein - spielt der LI aus der Novelle auch im Hauptbuch eine Rolle? Wenn nein und er eh weg muss, eventuell hat sie durch den Einsatz der Magie dafür gesorgt, dass sie deswegen umziehen, abtauchen, ein neues Leben aufbauen müssen, oder der Typ ist sogar zu Schaden gekommen. Also dass die Novelle insgesamt eine tragischere Weite bekommt und die Auswirkungen ihrer Magie beleuchtet. Dass diese Novelle ihre "innere Wunde" live zeigt, die sie später noch beeinflussen wird. Würde jedoch nur Sinn ergeben, wenn du so etwas nicht auch im Hauptbuch schon hast. Wenn sie in dieser Welt ist, in der sie keine Magie benutzen darf, wird sie in der Pupertät doch sicher eine rebellische Phase haben, eine Experimentelle?

Also ich würde es wenn dann so aufziehen, dass die Novelle den Anfang des Hauptwerkes besser beleuchtet, aber dennoch nicht für das Verständnis des Hauptbuches notwendig ist. Ein ... 25k Prolog oder so  :rofl:

Offline Gedankenkarussel

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #10 am: 21. Januar 2021, 20:32:57 »
Ich wollte die Gedanken dazu auch nur dalassen. Dass man auf solche Rückmeldungen mit "steht doch da" antworten kann ist ja richtig, aber wenn diese Dinge deine Bewertung runter ziehen, wäre es ja dennoch ärgerlich.
Aber wenn ich einen Debütroman lese und mir gefällt der Schreibstil und die Geschichte nicht, muss ich schon extreme Empfehlungen von anderen haben, dass ich dann ein späteres Werk lese. Also ganz so vergleichen würde ich die Punkte nicht, aber ich will es dir auch nicht ausreden.

Den geplanten Plot empfinde ich aber auch etwas ... überflüssig. Er scheint mir keinen Mehrwert für den Hauptbuch zu haben.

Wäre es denn eine Möglichkeit, dass sie in der Novelle freudig mit der Magie um sich schmeißt und es daher zu großen Problemen kommt, wodurch sie im Hauptroman noch versessener darauf ist, sich daran zu halten, keine Magie zu benutzen?
Das könnte auch was schön tragisches sein - spielt der LI aus der Novelle auch im Hauptbuch eine Rolle? Wenn nein und er eh weg muss, eventuell hat sie durch den Einsatz der Magie dafür gesorgt, dass sie deswegen umziehen, abtauchen, ein neues Leben aufbauen müssen, oder der Typ ist sogar zu Schaden gekommen. Also dass die Novelle insgesamt eine tragischere Weite bekommt und die Auswirkungen ihrer Magie beleuchtet. Dass diese Novelle ihre "innere Wunde" live zeigt, die sie später noch beeinflussen wird. Würde jedoch nur Sinn ergeben, wenn du so etwas nicht auch im Hauptbuch schon hast. Wenn sie in dieser Welt ist, in der sie keine Magie benutzen darf, wird sie in der Pupertät doch sicher eine rebellische Phase haben, eine Experimentelle?

Also ich würde es wenn dann so aufziehen, dass die Novelle den Anfang des Hauptwerkes besser beleuchtet, aber dennoch nicht für das Verständnis des Hauptbuches notwendig ist. Ein ... 25k Prolog oder so  :rofl:

Ja klar und das weiß ich auch wirklich zu schätzen, man kann sich nie genug vorbereite und wappnen für die Schattenseite einer Veröffentlichung! Damit will ich nur sagen, dass mir negative rezis a la der Schreibstil ist schlecht tausendmal mehr zusetzen würden, als negative Rezis a la warum ist das Buch nur so kurz?

Das funktioniert leider nicht, weil sie als Kind fliehen musste in die nicht magische Welt. Sie weiß also sehr gut um die Schattenseiten als Zwilling und die der Magie. Mit 6 ist sie geflohen, die Kindheit im magischen Land war umso prägender, als die in der normalen Welt, wo man wenigstens nicht sofort getötet werden will und verabscheut wird. Und es gibt einfach viele Punkte, die auch im Buch vorkomme, wie zum Beispiel, das beide eine magische Beziehung zum Thema Tod haben, will jetzt nicht alles spoilern :D ich habe dann aber schnell das Gefühl, das es zu sehr doppelt gemoppelt ist oder das die wichtigsten Themen alle im Hauptroman vorkommen sollen, anstatt nur innerhalb der Novelle, weil letzteren mehr Leute lesen werden.

Mit der Kindheit würde wie gesagt Sinn machen, aber mir widerstrebt es aus der Sicht von Kindern zu schreiben, wenn ich das sonst nie tue und was dann ja eher an ein düsteres Kinderbuch erinnert, denn an Romantasy :D Zum Beispiel die Kindheit kann man genauso gut durch Albträume/Erinnerungen im Roman zeigen.

Bezüglich deines letzten Satzes: Genau das war eigentlich auch der Plan gewesen, denn die Novelle spielt ein Jahr, bevor der Roman einsetzt.
Ich war mir so sicher gewesen, das der jetzige Plot gut passt, aber je mehr ich daran schreibe, desto weniger mag ich den Plot und so sollte das beim Schreiben doch nicht sein?

Und nein, besagter Freund taucht im Roman nicht mehr wirklich auf, es ist mehr ein Mittel zum Zweck, dass sie das Verheimlichen der Magie über ihre eigenen Bedürfnisse stellt. (Wobei sie ja wie gesagt im Roman dann am Anfang schon schnell zum Gegenteil gezwungen wird.)

Edit: Hatte schon überlegt dann Zwillinge in Kaira vs Zwillinge im realen Leben zu machen, so nach dem Motto was wäre, wenn die Zwillinge damals nicht geflohen wären und wie sieht ein leben als Zwilling in der magischen Welt aus. Oder keine Zwillinge und stattdessen bereits die Nebenfiguren aus dem späteren Roman als POV in der magischen Welt in der Novelle. Aber da habe ich noch zu sehr das Gefühl, das es zu wenig Mehrwert gegenüber dem Buch bringt.

Offline Mindi

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #11 am: 21. Januar 2021, 20:52:18 »
Na ja, dein Buch fängt nicht ohne Grund dort an, wo es anfängt. Heißt, dass alles, was direkt davor kommt, zwar wichtig für die Figuren, aber unwichtig für den Leser ist. Im Sinne von: das muss man nicht live lesen. Das ist wie Bücher, die zu früh ansetzen und dadurch Leser verlieren.

Was haben sie denn in den letzten 12 Jahren gemacht, haben sie ihre Magie nie einsetzen wollen? Das kann ich mir kaum vorstellen, zumal 6 kein Alter ist, bei dem man sich noch lebhaft an das davor erinnert. Also, zumindest nicht sein Leben lang oder über die eigene Jugend hinweg. Sicher erinnert man sich an Dinge, aber nimmt man die Gefahr dann noch so wahr? Oder würde man nicht glauben, durch die Sicherheit der letzten 12 Jahre etwas mehr wagen zu dürfen?

Es müsste halt, auch wenn es kürzer ist, trotzdem eine Geschichte mit Spannungsbogen sein, und thematisch und sprachlich zum Hauptbuch passen. Und das scheint mir noch nicht der Fall zu sein. Zumal du dich selbst gegen die Geschichte sträubst.

Ich würde von dem, was ich bisher weiß, den größten Mehrwert der Novelle im der Flucht sehen, oder dem unerlaubten Benutzen der Magie (was du ja schon ausgeschlossen hast. ) Also ... zur Flucht. Wie wäre es mit den Eltern als Hauptfiguren der Novelle, oder wer hilft ihnen zu fliehen? Dass die Kinder nicht die Perspektivträger sind, sondern diejenigen, die mit ihnen ihr gesetztes Leben verlassen müssen?


Offline Phlox

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #12 am: 22. Januar 2021, 10:18:04 »
[...] Das erscheint mir alles so banal. [...]
Ich glaube, diesen Zweifel kennen viele schreibende Menschen  ;) - wenn man sich eine längere Zeit mit seinen Figuren und der Welt beschäftigt hat, taucht wohl fast zwangsläufig irgendwann die Frage auf, ob das überhaupt interessant ist für andere. Da würde ich mir nicht so viele Sorgen machen!  :)
Mir ist aufgefallen, dass du viele "äußere" Begründungen für deine Novelle angeführt hast - das V.Ö.-Datum, der Wunsch, erst mal mit etwas Kürzerem Erfahrungen im Veröffentlichen zu sammeln etc..
Vielleicht könntest du deine Motivation neu entfachen, wenn du das gedanklich einfach mal beiseite lässt und dir noch mal bewusst machst, was dich ursprünglich dazu bewogen hat, diese Welt zu entwickeln, was dich selbst am meisten an den Zwillingen und ihrer Geschichte interessiert hat, und was du selbst gerne noch über sie herausfinden würdest.
Wenn dann immer noch ihre Kindheit übrigbleibt, wäre die Kinder-Perspektive ja nicht automatisch ein Hinderungsgrund. Du könntest ja als Perspektiventräger z.B. eine andere, erwachsene Bezugsperson nehmen (z.B. Hausangestellte, Kindermädchen...) und die Geschehnisse aus deren Sicht erzählen. Das könnte sogar besonders reizvoll sein - für dich UND deine künftigen Leser - , wenn im "Hauptroman" dann die Perspektive der Zwillinge vorherrscht.

Offline Aphelion

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #13 am: 24. Januar 2021, 13:08:20 »
In meinen Augen hast du bisher höchstens eine Nebenhandlung oder einen Lerneffekt, den deine Prota irgendwie haben soll. Okay, aber wo ist die Haupthandlung? Wie und warum kommt dieser Lerneffekt zustande? Wenn du keine ellenlangen inneren Monologe schreiben willst, musst du diesen Lerneffekt durch eine externe Handlung spiegeln. (Nichts anderes ist der Zweck von "Show don't tell" - diese Schreib-Faustregel gilt nicht nur für einzelne Beschreibungen, sondern auch für die ganze Geschichte.)

Du wirst nicht umhin kommen, für die Novelle etwas Neues zu entwickeln, anstatt einfach nur auszuwalzen, was auch im Roman vorkommt.

Wie gehst du denn bei Romanen vor? Geh mal ganz von deinem Romanplot weg: Was könnte in der Welt noch alles passieren, was eben nicht im Roman vorkommt? Spannend ist v.a. die Frage: Was könnte alles schiefgehen? Und wie kann deine Prota Das Drohende Unheil™ durch ihre (magischen und charakterlichen) Fähigkeiten abwenden, umdeuten oder ihm entgehen? Und wie verknüpft sich das mit der Nebenhandlung?

Du kannst auch umgekehrt ansetzen: Was sind die drei wichtigsten Schwächen deiner Prota? Und wie könnte dein Set-up sie an einer Schwachstelle treffen?

In einer Novelle gibt es irgendein Ereignis, das (für das jeweilige Setting) ungewöhnlich ist. Was für ein Ereignis könnte das bei dir sein? Du kannst dabei auch wieder das Zwillings-Thema aufgreifen, wenn du willst, aber die Novelle sollte einen neuen Aspekt hinzufügen und nicht einfach nur wiederholen, was du auch im Roman schreibst.

Welche 2-4* Figuren sollen in der Geschichte vorkommen? Was wären unterhaltsame und spannende Kombinationen?

Ich will nicht unbedingt Antworten auf die Fragen - das sind nur Beispiele, wie du methodisch weiterdenken könntest. Mach daraus, was du willst. :)



* die Zahl ist willkürlich, aber Novellen haben generell eine sehr überschaubare Zahl von Figuren - und bei der Ideenentwicklung finde ich es manchmal hilfreich, einfach mal ein paar interessante Figuren zu erfinden und zu überlegen, wie sie aufeinanderprallen könnten

Offline Gedankenkarussel

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Re: [Plot] "romantische" Vorgeschichte als Novelle zu banal?
« Antwort #14 am: 25. Januar 2021, 13:08:03 »
Ich brauchte ersteinmal die letzten tage, um mich ein bisschen zu sammeln, deswegen erst jetzt die Antwort.

Ich stimme euch insofern zu, als dass der bisherige Plot bis jetzt so nicht funktioniert hat. Ich habe ihn jetzt komplett geändert, aber auch Elemente vom Roman schon übernommen, die ich dann durch die Novelle auslagern kann. Der Leser bekommt dadurch Einblicke, die er im Roman eben nicht bekommt, auch wenn z. B. die Magie und das Erlernen der Magie nicht gänzlich komplett anders sind. Auch die Liebesgeschichte, allerdings eine andere, wird in der Novelle vorkommen, anstatt zwei Liebesgeschichten im Roman zu haben.

Ansonsten liegen nach wie vor zwischen der Novelle und dem Roman so um die 3 Jahre Zeit. Also der Roman setzt drei Jahre nach der Novelle ein.

Ich weiß jetzt nicht, inwieweit Interesse besteht, dass ich den neuen Plot, Perspektive etc. hier aufzähle oder nicht ;)

@Mindi Nunja, wenn ich weiß, dass etwas verboten ist, dann mache ich es auch nicht, egal wie sehr ich das eigentlich will. So zumindest mein Grundsatz :D Und da die Zwillinge ebenso mit Regeln und Verboten und bloß nicht auffallen Mentalität aufgewachsen sind, stimmt es schon, dass sie es auf alle Fälle wollen, aber es nicht tun, weil es eben falsch und viel zu riskant wäre, weil die Folgen nicht abzusehen sind und sie ihr Leben riskieren würden und das ist es nicht wert. Das ist so, als würde man unbedingt mal ausprobieren wollen, von einem Hochhaus zu springen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man dabei stirbt, ist gegebenen, wäre das Risiko, diesem Wollen dann nachzugeben, Wert? Schlechtes Beispiel aber ich denke, du weißt, was ich meine. Ansonsten hat man schon Erinnerungen mit  Jahren, erst recht, wenn das sehr schlimme sind, aber du hast recht, sie sind noch stärker schwammig/verwaschen, daher habe ich das Alter geändert, sie fliehen mit 10 Jahren und sind dann im Roman 19/20.

@Phlox Kurz zur Erklärung: Ich bin selbst ein Zwilling. Und gerade deswegen ist diese Geschichte sehr emotional, wichtig und persönlich.

@Aphelion Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, inwieweit die Novelle "nur den Roman wiederholt" oder etwas komplett neues bietet oder ein ungewöhnliches Ereignis darstellt. Meiner Meinung nach wird es sich immer eher wie die Einleitung zum Roman lesen (und das ist okay für mich) weil es die gleichen Charaktere und das gleiche Setting und fast den gleichen Zeitrahmen hat, wie der Roman. Das sind so viele Komponenten, die sich da automatisch ähneln. Letzten Endes bietet die Novelle nun einen Einblick in eine Entscheidung der Zwillinge, die vieles für sie verändert, eine Liebe, die sie dauerhaft prägt und eine Erkenntnis, die sie im Roman wandeln müssen.
Ansonsten Danke ich euch allen sehr für eure Mithilfe und Ratschläge!

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