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Autor Thema: Reale Orte im Roman - darf man das?  (Gelesen 33764 mal)

Grey

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #15 am: 03. Juni 2007, 23:32:04 »
Hmja, ihr könnt dann ja auch gern vorbei kommen und Lesungen halten, dann machen wir eine Fantasy-Autoren-Kneipe draus  :ätsch: :prost:

Offline Arielen

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #16 am: 04. Juni 2007, 08:46:19 »
Auf reale Orte gibt es kein Copyright und öffentliche Plätze auch nicht, aber ich habe schon bei Krimi-Autoren gelesen, dass sie durchaus die Namen von Zeitungen und Kneipen verändern.

Ich denke mal, wenn du eine bestimmte Kneipe in einem buch auftauchen lässt, dann solltest du da den Namen und Details verändern, es sei denn du hast dich vorher mit den Leuten abgesprochen und bist gut mit ihnen bekannt.

Auf jeden Fall solltest du ihnen die Sachen zum Lesen geben, wenn es all zu deutlich erkennbar ist.
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felis

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #17 am: 22. Juni 2007, 21:13:45 »
So ne ähnliche Frage beschäftigt mich im Moment auch: ich bastel an einer Story, die in Frankfurt spielt. Darf man da die Namen der Hochhäuser erwähnen - Was wäre Frankfurt schließlich ohne den Messeturm, Commerzbanktower, Westend Duo und wie sie alle heissen...? Gelten die jetzt als Sehenswürdigkeiten, oder ist das auch kritisch, wenn z. B. die (real existierende) Disco im Eurotower erwähnt würde?

Offline Nina

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #18 am: 23. Juni 2007, 00:41:23 »
Alles was unter Wahrzeichen, Denkmäler fällt oder typische Bauten für die Stadt sind, würde ich schon benennen, wenn sie für die Geschichte wichtig sind. Bei der Disco im Tower finde ich es wieder kritisch, da die sicherlich von Privatleuten betrieben wird, aber mit richtigem Namen würde ich sie auf keinen Fall benennen.
Wie das jetzt allerdings tatsächlich rechtlich ist, weiß ich nicht.

Offline Duana

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #19 am: 23. Juni 2007, 08:25:42 »
@Rump
Ich glaube, felis hat den Namen der Disco geändert, zumindest sieht ihre Betonung so aus.

Bei den Gebäuden bin ich mir gar nicht so sicher. Ein Rathaus ist klar, dass man das verwenden darf. Es heißt seit Jahrzehnten gleich, hat den gleichen Zweck.
Aber kann man diese Hochhäuser in Frankfurt "mieten", sprich, können die "Insassen" darin das Geschäft wechseln?
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felis

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #20 am: 23. Juni 2007, 11:02:47 »
@Duana, die Mehrheit der Hochhäuser in FfM IST vermietet. Der Eurotower z. B. heisst derzeit nach seinem Hauptmieter - ist von der EZB - Bank gemietet, bis ihr eigener Neubau fertig wird.

Offline Duana

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #21 am: 23. Juni 2007, 11:12:00 »
@ felis
Dann bin ich mir nicht sicher. Bei Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Gebäuden weiß ich, dass man sie verwenden darf, aber bei den Towern bin ich jetzt echt überfragt.
Du hast die Disco umbenannt, richtig? Dann glaube ich auch, dass du das Hochhaus nennen darfst, die Disco gibt es ja zwar, aber mit anderem Namen (und anderem Aussehen).
Aber vielleicht kannst du dich irgendwo informieren, ob du die Häuser so nennen darfst.
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Grey

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #22 am: 23. Juni 2007, 12:03:38 »
Bei allem was irgendwie privat ist, wär ich vorsichtig... ich hab es mittlerweile so geregelt, dass ich die meisten prägnanten Orte zwar beschreibe, aber nicht benenne. Jeder Bielefelder weiß dann trotzdem, was gemeint ist. Außer eben so Sachen wie Rathaus, Stadttheater etc., die sind sonst viel zu kompliziert zu umschreiben. Die Kneipe hab ich mir komplett selbst ausgedacht, sie aber in einen Teil der Stadt gesteckt, in dem eh viele Kneipen sind. Eine schon existierende zu verwenden und einfach umzubenennen, hab ich mich nicht getraut. Es kommt ja auch immer darauf an, in welchem Kontext du den Ort beschreibst - ob gute oder schlechte Dinge dort passieren. Falls es eine gute Werbung für die Leute wäre, frag nach - vielleicht freuen sie sich sogar dass du den Namen verwenden willst, und dein Problem ist gelöst ;)

Andererseits, wenn dieser eine Bank-Turm eh nur noch der Bank-Turm ist, bis das neue Gebäude fertig ist, warum versetzt du deine Story nicht einfach ein Stück nach vorn und schreibst immer 'der alte Eurotower'? ^^

Offline Maja

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #23 am: 26. Juni 2007, 16:47:52 »
Ich verschieb das mal, das wird ja doch zu einer allgemeinen Frage.
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Offline zDatze

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #24 am: 12. Juli 2010, 13:50:57 »
Puh, doch noch gefunden. Hätte mich auch gewundert, wenn noch niemand auf dieses Problem gestoßen wäre.

Ich habe noch eine kleine Frage. Was ist jetzt, wenn ich eine real existierende Stadt nehme und auf einen (zur Zeit) unbebauten Flecken ein Gebäude platziere. Sagen wir eine Disco. Könnte das später einmal ein Problem werden, falls jemand da tatsächlich ein Gebäude hin stellt?
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Offline Romy

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #25 am: 12. Juli 2010, 14:31:36 »
zDatze: Das einzige Problem, das ich mir vorstellen könnte, entstünde, falls an genau dieser Stelle wirklich eine Disko mit genau demselben Namen gebaut werden würde ;D Obwohl man Dir dann vielleicht hellseherische Fähigkeiten unterstellen könnte  :hmmm:
Aber sonst glaube ich nicht, dass es ein Problem wäre.

Auf reale Orte gibt es kein Copyright und öffentliche Plätze auch nicht, aber ich habe schon bei Krimi-Autoren gelesen, dass sie durchaus die Namen von Zeitungen und Kneipen verändern.
Gilt das auch für wirklich große Zeitungen, die jeder kennt, wie deutschlandweit z.B. die BILD, oder in Köln der Express? Ich fände es blöd, die umzubenennen, oder einfach nur Boulevardzeitung zu schreiben. ::) Im Falle des Express bringt man ja allein durch den Namen dieser regionalen Boulevardzeitung schon etwas Lokalkolorit rein.
Was Orte betrifft, würde ich es so handhaben, wie es hier im Thread ja schon mehrfach gesagt wurde, aber über die Zeitungen habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.


EDIT: Mit meiner Schreibgruppe bin ich ja dabei, einen Regionalkrimi, der in Braunschweig spielt zu schreiben. Bzw. wir befinden uns seit über einem Jahr in der Planungsphase ::) Jedenfalls nehmen wir da schon reale Straßennamen und verzichten entweder auf Hausnummern, oder wir denken und Hausnummern aus. Gehen die Hausnummern einer Straße z.B. bis 10, schummelt man eine 11 dazu.
Oder gibt es in der Realität nur die Hausnummern 1, 2, 3, 4, 5 usw., erfindet man z.B. eine Nummer 2a. 
 

Offline Berjosa

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #26 am: 12. Juli 2010, 14:46:41 »
Hallo zDatze,

ich kann mir nicht vorstellen, welche Probleme es da geben sollte. Es ist allgemein üblich, in real existierenden Städten fiktive Gebäude und Einrichtungen unterzubringen.
Wenn du dafür ein unbebautes Grundstück verwendest, kann noch nicht mal jemand meckern, du hättest seine Lieblingskneipe abgerissen und an diese Stelle einen hässlichen Supermarkt gestellt.

 

      

Offline zDatze

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #27 am: 12. Juli 2010, 15:54:17 »
@Romilly: Würde mich wundern, wenn jemand auf den Namen kommen würde. Ich sollte vielleicht noch nachhaken ob das überhaupt ein Baugrund ist ... da wuchert seit Jahren nur das Unkraut.^^

@Berjosa: Wenn es üblich ist, dann mache ich mir weiter keine Gedanken darum. Vielen Dank!
"I hate writing, I love having written." - Dorothy Parker

Alaun

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #28 am: 22. August 2010, 10:17:13 »
Hallo,

ich krame den Thread mal wieder hervor. Ich stelle mir gerade eine ähnliche Frage. Wie ist das denn eigentlich mit dem Wiedererkennungswert von bestimmten Firmen/ Organisationen?

Das Problem ergibt sich bei mir aus der Tatsache, dass das Buch auf einer kleinen Insel spielt, deren realer Name auch verwendet werden soll. Auch sonst will ich nah an der Realität bleiben. Ein zentraler Konflikt spielt sich zwischen einer Umweltorganisation und einer touristischen Organisation ab, beide gibt es auch real auf der Insel. Es ist durchaus mein Ziel, ein wenig Kritik an den Umständen zu üben  ;) Allerdings frage ich mich, ob es Probleme geben kann, auch wenn man die Namen nicht konkret nennt? Durch die Nennung der Insel ist es ja nur eine Frage des logischen Denkens, wer genau gemeint sein könnte. Und es ist nicht wirklich eine große Denkleistung nötig...  :P

Was meint ihr dazu?

Liebe Grüße!
*Aquamarin

Rigalad

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Re: Reale Orte im Roman - darf man das?
« Antwort #29 am: 22. August 2010, 11:17:06 »
Generell denke ich, dass wir hier in einem Land der Meinungsfreiheit leben. Solang man es nicht übertreibt und das, was man schreibt, wahr und faktisch korrekt ist, denke ich, kannst du es so verwenden. Man darf eben nur keine "Verleumdung" vorwerfen können.
Wenn man sich beispielsweise Dan Browns Romane ansieht, der sich schließlich auch an vorhandenen Tatsachen orientiert und diese in seine Fiktion eingeflochten hat, auch wenn er damit unter anderem die Institution Kirche in ein vielleicht nicht gerade schönes Licht rückte.
Warum sollte provokative Literatur verboten sein? Es gibt sie ja auch in anderen Kunstformen wie etwa Liedtexten oder in Karrikaturen.

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