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Glossar - wohin damit?

Begonnen von Ary, 17. Februar 2008, 13:09:21

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Ary

Hallo Ihr Lieben,
ich brauche mal wieder euren Rat.
Demnächst werde ich meinen "Feuersänger" für eine Veröffentlichung bei Lulu fertigmachen, und ich habe festgestellt, dass ich wegen der Eigenarten meiner Protagonisten und der Tatsache, dass ich hier und da Worte aus ihrer Sprache einflechte, ein Glossar brauche.
Das Glossar wird hauptschlich Vokabeln enthalten, die man dann während des Lesens teilweise nachschlagen muss, weil eine Übersetzung im Text nicht an allen Stellen funktioniert. Es soll aber auch eine Liste der Protagonisten mit rein.
Frage - setzte ich dieses Glossar vor den eigentlichen Romantext, damit der Leser es vielleicht schon vor dem Lesen überfliegt, oder sollte ich es lieber ans Ende stellen? Würde euch ein Glossar am Anfang eher nerven? Bremst es den Einstieg in den Roman?

???
Aryana
Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.

gbwolf

Das beste Glossar, das ich bislang hatte, war als breites Lesezeichen gestaltet, aber das wird bei Lulu nicht durchführbar sein.
Nachdem ich immer wieder lese, dass Leute erst am Ende des Buches merken, dass ein Glossar angehängt war, würde ich dazu tendieren, mutig einen neuen Trend zu setzen und das Glossar vorne anzuhängen. Oder Du stellst es als PDF zum Ausdrucken auf A5 zur Verfügung.

Hr. Kürbis

Ich bin für hinten, finde die Möglichkeit der Fußnote (wenn es wirklich nur Wortübersetzungen sind) aber auch recht spannend. Nur lässt sich das wohl nicht so einfach umsetzen, oder? Ich würde es mir nicht zutrauen...  :hmmm:

Ary

Fußnote, hm... ich muss mal schauen, ob das bei Lulu geht.
Personenregister habe ich schon in einigenBüchern vorn gesehen - da weiß man gleich, mit wem man es zu tun bekommt. Bei den Wörtern geht es vielleicht auch, es sind nicht viele, höchstens zehn Begriffe. oder wäre das schon wieder zu viel des Guten?
Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.

saraneth

Hallo Aryana,

also ich würde auch zur "Fußnote" direkt unter dem Text der jeweiligen Seite tendieren. Das spart das lästige blättern; ich persönlich gebe nämlich irgendwann entnervt auf, wenn ich jede dritte Seite ans Ende/ den Anfang des Buches gehen muss um die Wörter zu finden, die ich nun just in dem Moment brauche. Das nimmt sehr viel Lesespaß.

Das bedeutet zwar mehr Arbeit für dich, ist aber - meiner Meinung nach - wesentlich entspannter für den Leser.

LG

felis

@Aryana, ich wäre auch für die Fußnote. die spart mir nämlich die lästige Blätterei.  ;)
Wenn Extra - Glossar, dann hinten. Voren würde es mich stören, erst mal länger nach dem "eigentlichen" buchanfang suchen zu müssen.

Linda

Hi,

eigentlich macht sich ein Glossar hinten am besten, wird aber dadurch oft erst spät entdeckt.
Ich würde es von der Länge anbhängig machen. Eine Doppelseite kann man noch vor den Text setzen, alles was darüber hinausgeht, würde ich komplett nach hinten schieben. Beim ersten 'indizierten' Ausdruck kannst du eine Fußnote schreiben mit Verweis aufs Glossar ab S. xx
Wenn man vorher erst mal 20 Seiten Glossar überblättern muss, ehe der erste Text kommt, macht das auch einen seltsamen Eindruck.

Gruß,

Linda

caity

Ich wäre auch eher für hinten, aber am Anfang sollte dann eventuell ein kleiner Vermerk gesetzt werden.
Nur, wenn ich erst einmal schauen muss, wo die Story selbst überhaupt anfängt, fände ich das ziemlich nervig.
Wenn ein Autor behauptet, sein Leserkreis habe sich verdoppelt, liegt der Verdacht nahe, daß der Mann geheiratet hat. - William Beaverbrook (1879-1964)

Maja

Ich würde es auch nach hinten packen, dann ist es unverbindlich und nervt nicht. Fußnoten empfinde ich als lästig, weil sie immer versuchen, mich aus dem Lesefluß zu reißen, und wenn ich später eine bestimmte Sache nochmal in Ruhe nachlesen will, geht das große Blättern los. Bloß keine Fußnoten.

Und pack es nicht an den Anfang - dann sieht zwar jeder, daß es da ist, aber zum einen kann es zuviel verraten, und zum anderen steht es dann wie eine Mauer zwischen dem Leser und dem Roman. Der Grund, warum ich nie den "Herrn der Ringe" gelesen habe, ist die vorangestellte Abhandlung über Hobbits.

Setz zur Not ein kleines Vorwort, wo du auf den Anhang verweist, aber nicht mal das muß von mir aus sein. Aber ein Glossar gehört an den Schluß. Wenn ich beim Lesen Dinge nicht verstehe und hoffe, daß sie noch erklärt werden,  schau ich immer auf Gut Glück hinten nach, ob es ein Glossar gibt, und freue mich, wenn ich eines finde. Und wenn ich es nicht suche, weil ich das Gefühl habe, alles auch so zu verstehen, dann ist es ja auch nicht schade.
Niemand hantiert gern ungesichert mit kritischen Massen.
Robert Gernhardt

Steffi

Ich wäre für hinten oder als Fußnote. Zumindest ist mir noch nie ein Glossar am Anfang des Buches begegnet...(oder ich kann mich nicht dran erinnern ;)  )
Sic parvis magna

Ary

#10
Zitat von: Maja am 17. Februar 2008, 14:21:49
Fußnoten empfinde ich als lästig, weil sie immer versuchen, mich aus dem Lesefluß zu reißen, und wenn ich später eine bestimmte Sache nochmal in Ruhe nachlesen will, geht das große Blättern los. Bloß keine Fußnoten.
Dahin geht mein Gefühl auch. Fußnoten in wissenschaftlichen Abhandlungen ja, aber in Romanen fnde ich sie eigentlich auch eher störend. *Idee wieder wegschieb*

ZitatUnd pack es nicht an den Anfang - dann sieht zwar jeder, daß es da ist, aber zum einen kann es zuviel verraten, und zum anderen steht es dann wie eine Mauer zwischen dem Leser und dem Roman.
Stimmt, das spricht für hinten. Und viel wird es ja eh nicht.

ZitatSetz zur Not ein kleines Vorwort, wo du auf den Anhang verweist, aber nicht mal das muß von mir aus sein. Aber ein Glossar gehört an den Schluß. Wenn ich beim Lesen Dinge nicht verstehe und hoffe, daß sie noch erklärt werden,  schau ich immer auf Gut Glück hinten nach, ob es ein Glossar gibt, und freue mich, wenn ich eines finde. Und wenn ich es nicht suche, weil ich das Gefühl habe, alles auch so zu verstehen, dann ist es ja auch nicht schade.
Einige der Nithyarawörter versteht man einfach nicht ohne Übersetzung. Einiges kann ich im Textfluss in einem kleinen erklärenden nebensatz übersetzen, aberin einigen Szenen geht eben gerade das gar nicht. Also werde ich es hinten hin packen und das Buch dann so aufbauen:
Titel und "Herausgeber" - Impressum - Widmung und Dank - Roman Buch 1 - Roman Buch 2 - Glossar - Autoreninfo.

Danke für Eure Meinungen!
Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.

zDatze

#11
Ein Glossar gehört für mich gefühlsmäßig immer an den Schluss eines Buches. Klar, das Blättern kann lästig werden, wenn man wirklich zu oft nachgucken muss, aber ich denke  Fußnoten sind da genauso "Unterbrechungsfaktoren". Fußnoten reißen aus dem Lesefluss, wie Maja bereits geschrieben hat. Blättern macht - bei mir - genau dasselbe. Natürlich darf man jetzt nicht von einem/einer auf alle schließen!

Ich würde es (meine persönliche Meinung) so entscheiden:
Ein Glossar (hinten drin) wenn man nicht alle 3 Seiten nachgucken muss. Das ist angenhemer als eine Fußnote.
Wenn man wirklich oft eine Übersetzung der Worte braucht, würde ich zu Fußnoten tendieren.
Aber auf keinen Fall eine Mischung von beidem! Nur damit jetzt keine Missverständnisse entstehen.  ;)

Eine Charakterberschreibung würde mich vorne ebenfalls stören, da man manche Geschehnisse bzw. das Auftauchen eines neuen Protas voraussehen könnte.

Chuck

Ich denke, dass ein ausführlicher Glossar hinten am Besten aufgehoben ist. Handelt es sich nur um ein paar Namen und Orte, dann könnte man es klassisch nach vorne setzen, aber in deinem Fall geht es ja teilweise um elementare Dinge, die zu mehr Verständnis führen sollen. Es sei denn, die Personen werden beschrieben. Also nur ein Register mit Namen, zugehörig zu ihrer Herkunft, könnte durchaus nach vorne.

Fußnoten sind bedingt schön. Zum Beispiel passen sie ganz gut in einem Walter Moers Buch, der lediglich Mythenmetz Texte übersetzte. Also wenn sie einen gewissen Charme und Witz beinhalten. Ansonsten sollte der Text natürlich nicht absolut unverständlich ohne Zusätze sein und Zusätze sollten eben wirklich nur zusätzlich sein.

Ary

#13
Das wichtigste für das Glossar sind die eingeflochtenen fremdsprachigen Wörter. Ich habe mich jetzt dazu entschlossen, kein Personenregister zu schreiben und das Vokabular ans Ende zu packen. Vorn kommt ein Vorwort rein, darin enthalten ein Hint auf das Vokabular am Ende des Buches. Eventuell kommt vorn noch eine Landkarte rein, wenn ich einen Dummen (EDIT: SCHERZ, und keine Suche nach potentiellen Kartenzeichnern) finde, der sie mir zeichnet, ich kann keine Karten zeichnen.
Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.

Linda

Zitat von: Aryana am 17. Februar 2008, 20:16:24
Eventuell kommt vorn noch eine Landkarte rein, wenn ich einen Dummen finde, der sie mir zeichnet, ich kann keine Karten zeichnen.

also, das ist ja nun nicht gerade eine schmeichelhafte Stellenausschreibung, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf  :darth:

Gruß,

Linda