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Kapitellänge

Begonnen von Coppelia, 30. Januar 2007, 09:31:58

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Manja_Bindig

Hallo, Leon,

Die "Länge"... tja.

Ein langes Kapitel ist nicht zwangsläufig gut. Aber ein kurzes auch nicht.
Es kommt immer drauf an, wie du schreibst, das hat die Wölfin schon gut erklärt.

Mit welchem Hintergedanken willst du ein Kapitel beenden? Soll es eine gewisse Sinneinheit im Roman abschließen(die vielleicht etliche Kapitel weiter vorn eingeläutet wurde), soll es Cliffhanger-mäßig die Leser zum WEiterlesen zwingen?(oft in Fortsetzungsromanen gemacht. Cliffhanger auf Teufel komm raus)

Wenn die Frage durch ist(und das ist sie meist, ohne dass du merkst, dass sie überhaupt aufkam), ist es so, dass du schon selbst merkst, an welchem Punkt ein Kapitel "beendet" ist.

Im Moment habe ich einen ziemlichen Mischmasch, was Kapitellängen betrifft - mal welche die nur eine Seite gehen, dann welche über 10 bis 16, andere bis in die dreißiger...

Was ich mir nciht vorstellen kann, dass es funktioniert, ist die von vornherein festgesetzte Vorgabe: "Jedes Kapitel ist so und so lang. In dem ersten wird das und das abgehandelt. Im zweiten das. Und jedes Kapitel ist so viele Seiten lang"  Dann kürzt man zu viel weg, um auf die Seitenzahl runterzukommen, bläst eventuell auch unnötig auf...
Ich kanns mir nicht vorstellen. Ein Kapitel ist zu Ende, wenn es selber sagt, dass es zu Ende ist.  Nicht eher. Aber auch nciht später. Und da ist mir die Länge eigentlich eher egal.

Leon

#61
Hallo Wölfin, hallo Manja

Danke für eure Antworten. Mich hatte bereits ein seltsames Gefühl übermannt, weil alle meine Kapiteln so endlos lang geworden sind. Aber jetzt nachdem ihr mir den Sachverhalt erläutert habt, bin ich doch schon um einiges Erleichtert.

Und nochmals "Sorry" das ich nicht daran gedacht hatte, vorher die Suchfunktion in Anspruch zu  nehmen, bevor ich mein  neues Thema startete.

Lieben Gruß
Leon

Linda

Hallo,

ist auch alles eine Frage der Zeit. In Romanen früherer Jahrhunderte waren Kapitel länger, weil die Leute, die lasen, auch lesegewohnter waren und recht fix dabei.
Und sogar in meiner Lebensspanne kann ich erkennen, dass die Kapitel immer kürzer werden. Waren in meiner Jugend eher 30+ üblich, so sind es heute meist nur 10+ - 20 Seiten.
Außerdem kommt es drauf an, für wen man schreibt. Kapitel in Kinder- und Jugendbüchern sind noch mal kürzer, um den jungen Lesern das Erfolgserlebnis eines geschafften Kapitels zu schenken.
Erzählst du zwei Stränge parallel, ist es auch sinnvoll, sich nicht zu lange (was sich auch in der Seitenzahl der Kapitel niederschlägt) mit einem Strang aufzuhalten, sondern häufiger zu wechseln.

Gruß,

Linda Budinger

Leon

#63
Hallo Linda

Es sind nur zwei Stränge. Und weil es eben "nur" zwei Stränge sind, wurden meine Kapiteln immer lang und länger. So, dass ich mich Stelleweise selbst dazu überreden musste, hier und dort ein Kapitel zu beenden und ein neues Anzufangen. Sonst wären die Dinger noch länger geworden.

Dein Rat häufiger zu wechseln hat was für sich. Klingt plausibel und nachvollziehbar. Ich werde deinen Rat im Hinterkopf behalten. Und bei der Überarbeitung mit Sicherheit gebrauch davon machen.


Lieben Gruß
Leon

Hanna

*Thread rauskram*Staub wegpust*hüstel*

Hallo zusammen!

Ich hadere gerade mit mir und fasse das Threadthema mal ein wenig enger: Kapitellängen im Jugendbuch.

Als ich anfing, meine Seelenfresser zu schreiben, habe ich mir vorgenommen, in jedem Kapitel einen Geist auftauchen zu lassen und das Kapitel dann enden zu lassen, wenn der Geist verschwunden oder gefangen oder vernichtet ist. Anfangs klang das nach einer guten Idee, aber jetzt stellt sich heraus, dass dadurch einige Kapitel gerademal 9 Seiten lang sind, andere jedoch 26 - 70(!) Seiten, was für ein Jugendbuch schon ein bisschen arg ist.

Es fällt mir ein bisschen schwer, mich von meinem Konzept zu verabschieden, aber ich denke, ich sollte es wohl tun, oder? Zumal sich in den ultralangen Kapiteln durchaus Passagen finden, wo man einen Schnitt vornehmen könnte. Das übliche "ohnmächtig werden" oder "einschlafen" eben.

Gegenstimmen?

Lg Hanna
#happyverpeilt oder auch gründlich überfordert ...

Malinche

Wenn du selber siehst, wo du einen Schnitt setzen könntest, dann solltest du das auch tun. Das ursprüngliche Konzept klingt zwar sehr schön, aber offenbar hat es ja nicht wirklich funktioniert.  :D
Be suspicious of the lemons.

Hanna

Wo sie recht hat, hat sie recht.  ;)

Manchmal verschafft es schon Klarheit, wenn man sich mit den Dingen mal textlich auseinandersetzt. Danke!
#happyverpeilt oder auch gründlich überfordert ...

Thaliope

Och, ich könnte es mir auch reizvoll vorstellen, wenn die Kapitel so unterschiedlich lang sind. Das würde ich nicht aus Prinzip entscheiden wollen, sondern anhand des Projekts. Wenn es sich gut anfühlt, so wie es ist, mit den unterschiedlichen Gewichtungen und dem ganz eigenen Rhythmus, den das Buch dadurch erhält, dann würde ich es so lassen.
Wenn es sich nicht gut anfühlt, sondern wie eine sture Umsetzung eines Konzepts, würde ich es ändern.

Liebe Grüße
Thali

EDIT: oh, hat sich offenbar schon erledigt ...

Hanna

Deine Meinung wird trotzdem noch wahrgenommen  ;D
Ich würde dir zustimmen, wenn es sich nicht um ein Ki-Ju handeln würde für Kids ab ... sagen wir mal zwölf. Da finde ich 70 Seiten für ein Kapitel schon arg lang. Und auch ohne Geister geht es zuweilen so spannend zur Sache, dass ich ruhig mal einen Verschnaufcut machen kann.
#happyverpeilt oder auch gründlich überfordert ...

Telas

#69
Also ich mache im Schnitt zehn Kapitel auf 250 Normseiten, da bin ich immer ziemlich ausführlich. Außerdem setze ich sie immer nach Lust und Laune. Es gibt auch gute Bücher, in denen es gar keine Kapitel gibt und dann ließt der Leser eben so weit, wie er gerade Lust hat. Also ich würde das nicht überwerten. Mein längstes Kapitel waren auch 67 Normseiten und ein Ausreißer nach oben. Das letzte Kapitel von Argentarys hat hingegen nur 9 Seiten und ich bin auch zufrieden damit, auch wenn es ein Ausreißer nach unten war. Kurz: der Inhalt ist wichtiger als die Unterteilung ich persönlich neige als Leser viel häufiger dazu, am Ende einer Doppelseite aufzuhören und dafür mitten im Kapitel, als das Kapitel auf Gedeih und Verderb noch zu Ende zu lesen.
Nur wenn ich gerade zufällig über ein Kapitelende stolpere und keine Lust mehr zum Lesen hab, dann mache ich da den Break.

Franziska

du kannst doch den Abschnitten jeweils einen Namen geben, und dann Unterkapitel machen.

Berjosa

@Gothanna: Also, ich könnte mir z.B. vorstellen, die Kapitel nach deinem ursprünglichen Konzept jeweils mit einem aussagekräftigen Titel zu versehen und die Zwischen-Verschnaufer nur mit Sternchen, römischen Ziffern o.ä. zu markieren. Wer das ganze Kapitel zu lang findet, hat damit einen deutlichen Rastplatz, die anderen können den jeweiligen Geist verfolgen, bis sein Schicksal entschieden ist.

Sorella

#72
So wie ich das lese, meinen Franziska und Berjosa das Gleiche. Mir gefällt das auch sehr gut. Ich fände es schade, wenn du die Idee mit dem "ein Geist pro Kapitel" so einfach verwirfst. Es wäre eben "ein Geist pro Abschnitt", und dann mit Unterteilungen (ob Sternchen oder Unterkapitel ist egal). Ich glaube das würde dem Buch mehr Charakter geben, als wenn du es in ein vermeintliches Schema presst.  :hmmm: 

Hanna

Ja, das wäre noch eine Möglichkeit, aber beim Schreiben hat sich auch ergeben, dass die Geister gar keine so große Rolle in dem Buch haben wie die Seelenfresser oder der gruselige Echsenantiquar. Ich denke, ich werde jetzt kürzen aber eben darauf achten, dass jedes Kapitel einen Spannungsbogen und einen schönen Höhepunkt hat.
#happyverpeilt oder auch gründlich überfordert ...

Maganius

Ich überlege mir zum Beispiel im Vorfeld was das Kapitel haben sollte und wohin es führt. Ich achte darauf das die jeweiligen Kapitel nicht zu groß werden, denn ich will das Buch an sich bewusst kurz halten und den Leser durch zu viel Beschreibungen langweilen. Auch ändere ich, wenn es notwendig ist, die Perspektive, da in allen Kapiteln mindestens 3 oder mehr Personen vorkommen. Ich denke auch nicht, das dass den Leser z verwirrt.