• Willkommen im Forum „Tintenzirkel - das Fantasyautor:innenforum“.
 

Christopher: Die Kehrseite der Medaille

Begonnen von Ary, 01. Mai 2013, 11:45:55

« vorheriges - nächstes »

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Ary

Liebe Tintenzirkler, und noch einmal geht hier die Tür auf und wir begrüßen Christopher. Er ist leidenschaftlicher Leser, hat am liebsten Fantasy in den Händen und mag an Musik so ziemlich alles, was es gibt, wenn es nur zur Stimmung passt. Seine Berufserfahrung als Soldat fließen in seine Schreibarbeiten ein - und wenn es um Recherchen im Militärbereich geht, ist er uns sicher von nun an eine große Hilfe. Willkommen, Christopher. Und hier ist seine


Vorstellung: Moin erstmal!

Mein Name ist Christopher, für meine Freunde jedoch einfach Chris, und wie man vielleicht bereits ahnt, komme ich aus dem Norden Deutschlands. Ich lese seit Jahren begeistert Fantasy. Ich fühle mich grundsätzlich nicht wohl wenn nicht gerade ein Buch was darauf wartet gelesen zu werden auf meinem Nachttisch liegt. Neben dem Lesen höre ich gerne Musik, eine klare Richtung könnte ich nicht angeben, da ich einfach alles höre, was mir gefällt. Was mir gefällt sind Lieder, die bestimmte Stimmungen gut widerspiegeln oder unterstreichen und mein Gemüt beruhigen wenn ich Ruhe wünsche oder es aufwiegeln wenn ich mal wieder beim Sport bin. Der Sport ist meine zweite große Beschäftigung, eine Sisyphusarbeit, doch sie muss getan werden und macht meistens auch Spaß.

Nebenher schaue ich viele Filme und Animes, habe begonnen die japanische Sprache zu lernen und nutze die restliche Zeit die dann noch übrig ist für Freunde, verwandte und um das Internet nach interessanten Dingen und Referenzen zu stöbern.

Ich bin von Beruf Soldat und kann damit einige Erfahrungen aus verschiedensten Gebieten einfließen lassen. Wie es sich zum Beispiel wirklich anfühlt, wenn man Tagelang auf sich selbst gestellt, mit allem was man zum autarken leben braucht auf den Rücken geschnallt durch die Wälder zu schlagen. Welche Gedanken einem Menschen durch den Kopf gehen wenn er eine Gruppe von Menschen durch eben solche Szenarien hindurch führen muss. Militärische Taktiken und Überlegungen die z.B. Kriege oder Kampfszenen authentischer machen. Welche Dinge dazu führen können das eine unterlegene Gruppe den Sieg davonträgt, gepaart mit dem Blickwinkel eines Autors, der solche Dinge im voraus einplant, um sie nicht willkürlich wirken zu lassen...

Ich kann sicher nicht mit allen Aspekten und Facetten dieses Berufs aufwarten, aber in einigen kann ich sicherlich Hilfestellung bieten.

Ich bin 26 und habe mit 20 Jahren angefangen zu schreiben. Zumindest sind in dem Alter die ersten Kapitel entstanden, als ich mir sagte:

Warum nicht meine Träume und Träumereien aufschreiben und sie mit anderen teilen?

Das Schreiben begann etwas ungestüm, mehr mit dem Willen zu beginnen und der Begeisterung, den Traum eines Tages teilen zu können, als mit kühler Kalkulation und einem ausgearbeiteten Konzept. Das Schreiben war eine sehr emotionale Sache, geprägt durch meine Stimmung und Strömungen, die zwar eine gute Grundidee hatten, aber zu unausgegoren und schwer lesbar waren.

Glücklicherweise hatte ich einige Freunde mit ähnlichen Interessen, die sich das Ganze angetan haben und mich auf einiges - unter anderem die schwere Lesbarkeit - hingewiesen haben. Seitdem habe ich begonnen mehr über das nachzudenken was - und vor allem wie - ich schreibe und konnte mich um einiges verbessern.

Ich treibe mich zusätzlich recht viel auf deviantart herum um Referenzmaterial zu suchen oder um einfach Einblick in die Arbeit anderer kreativ schaffender Menschen zu bekommen. Dabei traf ich auch schon den einen oder anderen der sich ebenfalls der Schreiberei widmet, aber die Anzahl dieser Leute dort ist sehr begrenzt. Daher hatte ich mich auf die Suche gemacht, nach einem Ort, wo es doch etwas mehr von diesen Leuten gibt und das ganze vorzugsweise in meiner Muttersprache.

Eben das erhoffe ich mir vom Tintenzirkel:

Einen Einblick in die Arbeit von anderen bekommen während ich gleichzeitig einen Einblick in meine gewähre, in der Hoffnung das vielleicht beide Seiten etwas lernen können.

Nach der kleinen Erleuchtung, das zum Schreiben einer guten und interessanten Geschichte etwas mehr gehört als schöne Träume, machte ich mich dann daran einen groben Plot aufzustellen und mich stationsweise daran entlang zu hangeln und zusätzlich machte ich mir Gedanken darum: Warum sollte jemand gerade meine Geschichte lesen?

Also hatte ich überlegt, was mich schon immer interessiert und fasziniert hat:

Ganz klar, die "andere" Seite der Geschichte.

Man liest so oft von den Helden und Heldinnen einer Geschichte, obwohl manchmal die Geschichte ihrer Widersacher ebenfalls eine Würdigung verdient hätte und vielleicht sogar interessanter wäre.

Also machte ich mich mit dem Grundgedanken daran, einen Bösewicht zu erschaffen an das schreiben. Jede Geschichte fängt einmal klein an und wahrscheinlich hat jeder Bösewicht unschuldig angefangen und sich allmählich erst zu der Person entwickelt die er (oder in diesem Fall sie) ist.

Ebenso, könnte man das erste Buch was ich zu schreiben beabsichtige sozusagen als Vorgeschichte der eigentlichen Geschichte sehen. "Wie es dazu kam." Könnte der erste Satz lauten.

Aber ich schweife ab, schließlich soll das hier eine Vorstellung von mir werden.

Ich bevorzuge Romane in denen eben jene Seite beschrieben wird, die nicht an Realismus mangeln und die dem Leser niemals das Gefühl von Willkür vermitteln.

Eines der positivsten Beispiele die ich bisher lesen durfte war die First Law Reihe von Joe Abercombie, im Deutschen bekannt als Kriegsklingen, Feuerklingen und Königsklingen. Eine von Anfang bis Ende gründlich durchdachte Story, deren Präzision und Akribie beim zweiten lesen nochmals herausstechen.

Eines der negativsten Beispiele, war Wolfgang Hohlbeins "Enwor" Reihe. Ich möchte nicht unbedingt Spoilern, aber wer die Buchreihe kennt und sich an das Ende des zehnten Buches erinnert, wird sicher verstehen was ich meine. Die Szenen die sich da abspielen wirkten damals und auch heute noch auf mich, als hätte der Autor krampfhaft versucht noch einen Storytwist einzubringen, der möglichst unerwartet kommen sollte... und das ist ihm gelungen. Nichts ist unerwarteter, als etwas was sich niemals auch nur im geringsten angekündigt hat... Man kann es Genialität oder Willkür nennen, für mich schmeckte es nach Willkür.

Um mich von solchen Torheiten abzuhalten und diverse Schwächen und Schwachstellen aus meiner Schreiberei zu verbannen und anderen die ähnliche Ziele haben dabei zu helfen, darum bin ich hier.


Zitat: Mit einem Aufseufzen landete Ann in der dunklen Gasse hinter Dylans Haus. Das Licht der Sterne am Nachthimmel schien nur spärlich zwischen die Häuser aber daran störte Ann sich nicht. Sie konnte auch jetzt ausgezeichnet sehen.

Stöhnend rieb sie sich die Schultern wo die Riemen des Rucksacks ein wenig eingeschnitten hatten auch wenn sie nur einen halben Tag hatte fliegen müssen. Sie war spät am Nachmittag in dem Gasthaus aufgewacht und hatte beschlossen, dass es nach knapp über einer Woche zeit wurde zu Dylan zurückzukehren. Hauptsächlich weil ihr das Geld ausging....

Erschöpft ließ Ann den Rucksack von ihren Schultern gleiten und hielt ihn mit einer Hand während sie an die Hintertür herantrat und dagegen klopfte während sie laut rief.

,,Dylan!! Ich bin wieder..." abrupt brach Ann ab als die Tür auf ihr Klopfen hin direkt nachgab und leicht nach innen schwang...
Einfach mal machen. Könnte ja gut werden.

Janika

Willkommen, Christopher! :winke:

Oh man, deine Vorstellung haut ja ganz schön um. Bist du denn öfter auch mal in Auslandseinsätzen, womöglich in kritischen Gebieten? Eine Freundin hat damit gerade zu tun, weil Kumpels von ihr in einem heißen Gebiet waren und ziemlich neben der Spur sind ...

Dein Zitat klingt echt toll, ich wüsste gerne, wie es weitergeht! :jau:

Bei dem Moin dachte ich auch sofort an einen Nordling .. so von Nordlicht zu Nordlicht, woher kommst du denn? ;D

Gruß
Janika
Immer eine Handbreit Plot unter dem Federkiel haben.

Almarian


Angela

Willkommen, Christopher!
Einer meiner Jungen ist freiwillig zum Wehrdienst gegangen und war bei den Fallschirmspringern. Das hat ihm nun in Kanada einen Superjob neben dem Studium eingebracht ... Und Enworgeschädigt bin ich auch, das war mit dem drei Tage durch die Wüste ohne Wasser, oder? Ich habe den Band dann zugeklappt und das Thema war damit für mich durch ;D. Dein Zitat verspricht schonmal einiges.
Viel Spass hier!

Alaun

Hallo Christopher,

herzlich willkommen im Tintenzirkel! Leb dich gut ein. Ich bin mir sicher, dass du hier viele tolle Möglichkeiten für einen Austausch findest. Und "die andere Seite" schreiberisch beleuchten zu wollen, ist auf jeden Fall spannend und eine Herausforderung. Klingt gut, und nach der Leseprobe würde ich auch gerne mehr von dir lesen.

Christian

Herzlich Willkommen, Christopher!
Die Einflüsse der Erfahrungen als Soldat kann ich gut nachvollziehen. Auch wenn diese Zeit nun schon Jahre hinter mir liegt.
Viel Spaß hier.  :)

Lucien

Herzlich Willkommen, Christopher!

Schön, dass du zu  uns gefunden hast. Deine Vorstellung ist sehr interessant.  :jau:

Liebe Grüße

Jenny

Christopher

Danke erstmal für die nette Begrüßung!

@Janika
In Auslandseinsätze durfte (?) ich selbst bisher nicht gehen, aber habe zahlreiche Kameraden die da einiges an Erfahrung mitbringen. Diese Erfahrungen wurden natürlich in unseren Ausbildungen auch geteilt und da kann ich zumindest einiges an theoretischem Wissen beisteuern  ::)

Das "neben der Spur sein" gibt sich hoffentlich bald. Solche Berichte und Erfahrungen sind mir da nicht unbekannt. Wer gerade zurückgekommen ist, sollte z.B. auf keinen Fall Auto fahren (Rote Ampeln gibts nicht bzw werden grundsätzlich ignoriert, Vorfahrt auch nicht, wir haben IMMER Vorfahrt, wer versucht sich reinzudrängeln ist potentieller Attentäter....) usw. interessant UND schockierend was man teilweise so hört, was für Schwierigkeiten einige nach dem Einsatz haben.

Gebürtig und Wohnhaft bin ich nach wie vor in Verden ;)

@Angela
Schön, dass auch andere die Enwor Sache so wahrgenommen haben  ;D An sich war Enwor ne tolle Reihe, nur an einigen Stellen hat man schon so diverse Dinge bemerkt, die für einen Autor Stolpersteine darstellen... (z.B. der erwähnte Versuch, krampfhaft da noch ein überraschendes Ende zu fabrizieren...)

Be brave, dont tryhard.

gbwolf

Hallo Christopher und willkommen bei uns!  :winke:

Das hier hat mich sofort angesprochen:
Zitat von: Christopher am 01. Mai 2013, 11:45:55Ich bevorzuge Romane in denen eben jene Seite beschrieben wird, die nicht an Realismus mangeln und die dem Leser niemals das Gefühl von Willkür vermitteln.
Diesen Grad zwischen Unterhaltung und dennoch keinen Humbug erzählen, den finde ich immer besonders schwer zu finden. Ich bin immer sehr beeindruckt, wenn ich Romane lese, die auf dem Boden der Tatsachen spielen. Das echte Leben bietet einem so viel Spannung, dass man doch wirklich nicht nach drei Tagen im Dschungel noch eine perfekt sitzende Frisur braucht, um mit einem Palmwedel aus einem expoldierenden Flieger zu springen (Außer, man ist James Bond - ein bisschen Spaß zwischendurch muss sein. ;) ). Liest du zufällig auch Frederick Forsyth und Chris Ryan oder zieht es dich ausschließlich zur Fantasy?

In Sachen Beruf markiere ich dich schon einmal dick als Recherchehilfe für mich. Dummdidumm. Zufällig arbeite ich nämlich gerade in einem Konzept, in dem eine Spezialeinheit und ein MedEvac-Team wichtige Rollen spielen. Aber vorher muss ich zumindest ein paar Grundlagen recherchieren, damit meine Fragen nicht allzu schäfchenhaft werden.  ;D
Wenn du jemals etwas über Bibliothekare wissen möchtest, kann ich dir im Gegenzug gerne helfen, ... in Sachen Buchmarkt kenne ich mich auch ein wenig aus.

Viele Grüße,
Nadine

Christopher

Ich lse fast ausschließlich Fantasy. Zieht es mich mal aus dem Genre raus, sind es so Sachen wie "Die Pyhsiker", "Geschichten vom Herrn Keuner", oder diverse Kurzgeschichten von Umberto Eco die ich noch so im Schrank stehen habe.

Spezialeinheit issn hartes Thema. Es gibt so viele Dinge die man beachten muss, gerade wenn es um Bewegungsabläufe im laufenden Gefecht o.ä. geht... Wenn man mit (halbwegs) geschultem Blick mal durch die Fernseh- und Filmewelt geht, wird da so dermaßen viel Müll gezeigt... und damit mein ich nich mal die üblen Brecher wie "ich schieß mit der Pistole auf Fahrzeuge und die explodieren dann erstmal" sondern insbesondere Details. Wie die Leute sich bewegen, wie sie in Anschlag gehen usw. Als Laie kann man sich kaum vorstellen, auf wie viele Dinge man achten muss. Krieg bzw. jede Art von Kampfhandlungen sind n verdammt kompliziertes und anstrengendes Geschäft  :ithurtsandstings!:
Be brave, dont tryhard.

gbwolf

Oh, die Physiker sind klasse! Ich lese mich ja quer durch so ziemlich alle Genre, sofern ich momentan Zeit zum Lesen habe.

Zitat von: Christopher am 01. Mai 2013, 15:59:15Spezialeinheit issn hartes Thema. Es gibt so viele Dinge die man beachten muss, gerade wenn es um Bewegungsabläufe im laufenden Gefecht o.ä. geht...
Und ich habe absolut Schiss davor, Unsinn zu schreiben! Deshalb lerne ich lieber erstmal ein paar Waffennamen, bevor ich anfange, Fragen zu Details zu stellen. Aber allein bei der Ausrüstung kann man sich schon in der Recherche verlieren – und dann weiß man noch immer nicht, wie es sich anfühlt, stundenlang mit dem Zeug durchs Gelände zu marchieren. Na, ich hoffe mal das beste. Momentan kratze ich mein Englisch zusammen, um meinen US-amerikanischen Ex-Schwager über Hubschrauber auszufragen.

Bin jedenfalls gespannt darauf, solltest du eins deiner Romanprojekte bei "Mein Roman" vorstellen.

Christopher

Ausrüstung darf man schonmal mit 20 (minimum mit dem ein geistig gesunder Soldat vor die Tür gehen würde) bis 30+kg rechnen. Je nach Witterungsbedingungen ein hartes Brot. Einfach mal ne Gewichtsweste besorgen (der eine oder andere ambitionierte Läufer hat son Ding), macht 10kg, etwas leichter als ne gute Schutzweste. Dazu Rucksack mit 10-15kg packen und mal drauflosmarschieren. 10km reichen als Einstieg um ein ungefähres Gefühl dafür zu bekommen, wie sich das anfühlt. Natürlich ist es etwas anders wenn das ganze Gewicht auf eine Funktionsweste, Waffe, diverse Taschen an der Kleidung und kleinere Zusatzatschen z.B. am Oberschenkel verteilt is, aber es gibt einem n ungefähres Gefühl.

Wenn man das dann kennt, zieht man davon den Gewöhnungsfaktor ab und dann is man recht nahe dran. Training ist dabei ein deutlich geringerer Faktor als Gewöhnung. Ich renn nicht ständig mit so ner Komplettausrüstung rum (wäre in meiner Truppengattung auch Blödsinn), trotzdem fällt es mir relativ leicht mich wieder dran zu gewöhnen, wenn wir mal auf Übung sind o.ä.
Zieh von der Belastung die du bei dem Selbstversuch erreichst als n Stück ab, dann biste bei der Realität  ;)

Aber genug davon, das kann man sicher in nem anderen Thread in nem anderen Board oder per pm ausführlicher besprechen  ;D


Den Wink mit dem Zaunpfahl zum "Mein Roman" Board hab ich übrigens verstanden, da wird in Kürze was folgen  :P
Be brave, dont tryhard.

Nirahil

Herzlich Willkommen, Christopher!  :winke:
Eine sehr interessante Vorstellung von dir und dein Zitat gefällt mir sehr gut!
Hab viel Spaß bei uns und leb dich gut ein!

Liebe Grüße
Nirahil
Ich tanze wie ein Kind im Nebel,
zufrieden, weil ohne Ziel.
Callejon - Kind im Nebel

Leann

Hallo Christopher, herzlich willkommen!

das ist ja toll, dass du dich mit deinem Fachwissen und deinen Erfahrungen hier einbringen möchtest. Sogar als Laie denke ich manchmal bei diversen Filmen und Fernsehserien "Nee, das kann doch so nicht gehen." Und laufen mit mehr als 30 kg Gepäck?  :o  Da hab ich mit einem 18-kg-Reiserucksack schon Probleme (und das schon nach wenigen Minuten). Also das find ich schon hart.
Dann bin ich jetzt mal gespannt auf deine Vorstellung im Romanbord, das Zitat hat mir sehr gut gefallen.

Liebe Grüße,
Leann

Christopher

Danke für die freundliche Aufnahme! Die Vorstellung des Romans hab ich gestern abend fertiggestellt, nur wollte ich es nicht direkt einstellen, da ich in 1-2 Punkten noch unsicher bin ob ich es so reinsetzen sollte. Da werd ich denk ich mal einfach meine Patentante anschreiben  ;D

Zum Thema Gewicht bring ich mal n Beispiel aus meiner AGA Zeit.

Erster (richtiger) Marsch zum nahegelegenen ("nur" 12km entfernt) Truppenübungsplatz.
Koppel (das schlechte äquivalent zu einer Funktionsweste, an der man diverse Ausrüstungsgegenstände festmachen kann) mit ABC-Schutzausstattung(2-3kg), Wasserflasche(1kg), 4 Magazintaschen(ungefüllt nicht erwähnenswert, gefüllt ca 1-1,5kg) Mehrzwecktasche mit diversem gefüllt (1-2kg). Dazu die Splitterschutzweste (ohne Schutzplatten getragen, trotzdem 2-3kg), Rucksack (gepackt, ca 10kg) und dazu war ich so dämlich mich freiwillig für den Job als MG-Träger zu melden. MG mit Gurtckasten: ca. 12kg.
Macht insgesamt ca 30kg Gepäck was ich schleppen durfte. Beim ersten Marsch eine Höllenqual. Viel mehr als die 12km hätte ich auch nicht geschafft. Hauptsächlich wegen dem MG. Stell dir vor, du hängst dir ein 10kg Gewicht um den Nacken und läufst damit rum. Das macht man nicht lange mit.

Ist man nicht damit belastet der MG-Träger zu sein, hat man ca. 10kg weniger zu tragen (G36 wiegt nur knapp 3kg), trägt man aber eine Schutzweste mit Metallplatten, hat man die 10kg sofort wieder drauf.

Nun zu heute. Wir waren vor kurzem erst wieder auf Übung und ich als Gruppenführer eingesetzt. Da schleppt man dann noch diversen Kram mit sich rum, den man für diese Tätigkeit braucht (Signalpistole, Fernmeldemittel, Fernglas usw.) aber nach 2-3 Tagen wieder eingewöhnen, war das überhaupt kein Problem. Diese Art der Belastung ist zu großen Teilen Gewöhnungssache. Wenn man es kennt und schonmal gemacht hat, erinnert der Körper sich recht schnell wieder daran :) An der Maximalbelastung wieder als MG-Träger etc hätte ich nach wie vor zu knabbern (große Sprünge macht man nach so einem Tag sicher nicht mehr) aber ich könnte es bewältigen. Und dabei bin ich bei weitem nicht der Fitteste in der Kompanie.

Beim Gewicht kommt es auch immer darauf an, wie es sich verteilt. 18kg im Rucksack auf dem Rücken sind deutlich schwerer zu Tragen, als auf eine Schutzweste die gut am Körper anliegt und einige andere Plätze verteilt :)
Be brave, dont tryhard.