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Autor Thema: Magie vs. technischer Fortschritt  (Gelesen 10581 mal)

Lomax

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Re: Magie vs. technischer Fortschritt
« Antwort #15 am: 14. April 2011, 14:19:48 »
Weniger Licht in den Häusern und auf den Straßen, entsprechend weniger Tätigkeiten abends und nachts.
Helles Licht ohne Strom ist gar kein Problem. Flamme und ein entsprechender Glühstrumpf, funktioniert mit Gas oder mit Petroleum unter Druck - und schon kann man es richtig hell haben. Steht der elektrischen Beleuchtung in nichts nach. Nur ist der Brennstoff aufwendiger zu transportieren, und das wirkt möglicherweise als indirekte Beschränkung der Verfügbarkeit.
  Aber, wie Volker schon festgestellt hat: Eine Menge Dinge, die heute mit Elektrizität betrieben werden, funktionieren auch ohne. Manches sogar genauso gut bzw. mit Einschränkungen, die eher indirekt wirken.

Offline Adiga

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Re: Magie vs. technischer Fortschritt
« Antwort #16 am: 16. April 2011, 01:43:22 »
Zwischen kann auch ohne Ellektrizität funktionieren und ist kinderleicht per sanftem Tastendruck einschaltbar - ist ein großer unterschied...

Mechanische Maschinen bedürfen ständig der Wartung und damit es genug Rohstoffe für die Erzeugung industrielle Güter gibt und die Menschen in "großen" Städten gleichzeitig gut versorgt sind, bedarf es eine Menge alternativer Energiequellen.

und zu den Römern ... ein paar superreiche in ihren Villen hattens recht angenehm ... dafür war auch das Alte Rom voll von Sklaven und Kriegsgefangenen - die geschunden wurden - damit es die wenigen hohen Römer gut hatten. Die einfachen Leute hattens aber bestimmt nicht einfacher als wie im grausamen, abergläubischen von viellerlei Krankheiten heimgesuchten Mittelalter...

Und Menschen die schon mal das Stromzeitalter gewöhnt waren und denen ihr lieber Wohlstand genommen wurde - so eine desillusionierte Zivilisation hat viele der alten Handwerksfähigkeiten für immer verloren - die sich irgendwann über Jahrhunderte in nicht technisierter Epochen entwickelt hatte (gehabt hatte). - Da würden sich viele hilflos wie Babies anstellen, obwohl man ihnen sagt - das meiste ginge / geht ja auch ohne Strom - liebe Leute. Und woher kommen denn plötzlich wieder die ganzen Gerätschaften - die so gut ohne Strom funktioniert haben - soviele technische Museen mit kompletten Maschinenarealen aus dem späten Neunzehnten Jahrhundert gibt's  neben dem Laden um die Ecke..

Stellt euch eine Stadt wie München, Hongkong oder Rom (heutzutage)  plus Umland - 3 Monate ohne Strom vor... In Millionen von Haushalten wüssten die Mesnchen nicht mal wie sie was warmes zu essen kochen könnten - ja machen wir eine kleines Feuerchen im sechsten Stock im Wohnzimmer und braten unsere letzten Würstchen ... denn ob's morgen noch weiter ginge - das wissen die Leute dann nicht.

so rosig seh ich stromlose Zeiten nicht ... das würde uns so ziemlich am den Rand der Exsistenz bringen ...
 

Lomax

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Re: Magie vs. technischer Fortschritt
« Antwort #17 am: 19. April 2011, 16:00:24 »
Zwischen kann auch ohne Ellektrizität funktionieren und ist kinderleicht per sanftem Tastendruck einschaltbar - ist ein großer unterschied...

Mechanische Maschinen bedürfen ständig der Wartung und damit es genug Rohstoffe für die Erzeugung industrielle Güter gibt und die Menschen in "großen" Städten gleichzeitig gut versorgt sind, bedarf es eine Menge alternativer Energiequellen.
Nun ja, teils-teils. Diese Hochleistungs-Grubenlampen sind schon eine Wissenschaft für sich, wo man jeden Augenblick einen Feuerball erwartet, wenn so drei Mann drumrumstehen und versuchen, die ans Laufen zu kriegen ;D
  Aber stromfrei lassen sich im Prinzip auch Verbrennungmotoren konstruieren, und die laufen bekanntlich recht zuverlässig und können eine Menge antreiben. Gerade für Industrie und Versorgung ist Elektrizität entbehrlicher als im Haushalt. Wenn im großen Maßstab gearbeitet wird, kann direkt genutzte Energie auch Vorteile ausspielen und mag den Wartungsaufwand durchaus ausgleichen - und Strom ist immer indirekt erzeugte Energie und hat sich nicht unbedingt durchgesetzt, weil er so toll und konkurrenzlos ist und sich nicht ersetzen ließe, sondern schlicht weil man ihn recht leicht und bequem zu vielen kleinen Endverbrauchern leiten kann.
  Woraus man schließen kann, die größten Probleme, wenn er wegfällt, bekommen die vielen kleinen Endverbraucher; gar nicht mal so sehr die Industrie.
Und Menschen die schon mal das Stromzeitalter gewöhnt waren und denen ihr lieber Wohlstand genommen wurde - so eine desillusionierte Zivilisation hat viele der alten Handwerksfähigkeiten für immer verloren
Es gibt natürlich einen Unterschied, zwischen einer entwickelten Zivilistation, die einfach keinen Strom hat, und einer Zivilisation, die ihren Strom verliert und eine neue Infrastruktur aufbauen muss. Aber das kann man nicht per se mit der Frage verknüpfen, ob es ohne Strom geht oder nicht - es ist eine Infrastrukturfrage, und Infrastruktur aufzubauen ist teuer. Das gilt für den Aufbau des Infrastrukturnetzes für Strom genau wie für den umgekehrten Weg. Die Umstellung auf eine Welt ohne Strom wäre genauso schwierig wie die Umstellung auf eine Welt mit Strom gewesen wäre, wenn vor hunderfünfzig Jahren plötzlich von einem Tag auf den anderen kein Feuer mehr funktioniert hätte, aber Strom aus irgendeinem Grunde da gewesen wäre :snicker:
  Da hätten die Leute trotz Strom genauso dumm dagestanden wie wir, wenn uns plötzlich der Strom wegbleibt - und Millionen Menschen hätten sich nichts warmes mehr zu essen kochen können, weil der Ersatz von befeuerten Küchenherden durch Stromherde von einem Tag auf den anderen um keinen Deut leichter ist als die Umstellung in umgekehrte Richtung. Und woher wären dann plötzlich die Gerätschaften gekommen, die mit Strom funktionieren?
  Man muss also schon unterscheiden zwischen den systemimmanenten Problemen einer Welt ohne Strom und zwischen Umstellungsproblemen.

Und wirklich "für immer verloren" sind weniger Handwerksfähigkeiten, als man denkt. Sie sind halt nur von der praktischen in die eher theoretische Ecke gewandert. Es würde womöglich mehrere Jahrzehnte dauern, eine entsprechende Handwerks-Infrastruktur auszubilden, und was in der Zeit mit der Gesellschaft passiert, mag man sich nicht ausmalen. Aber es wäre trotzdem das alte Wissen, das nur wieder vermittelt und erprobt werden muss, und das ginge immer noch besser, als alles neu zu entdecken. Und auch das wäre eher ein Übergangsproblem, nicht das Problem einer stromlosen Gesellschaft an sich.
  Handwerksfähigkeiten verschwinden nicht wirklich, wenn sie in einer funktionierenden Gesellschaft nicht mehr gebraucht werden. Sie verschwinden in Nischen, aus denen man sie in einer funktionierenden Gesellschaft sogar recht schnell wieder hervorholen könnte. Diese Fähigkeiten verschwinden viel eher dann, wenn die Gesellschaft nicht mehr funktioniert. Ich fürchte also, die Handwerksfähigkeiten, die man in einer stromlosen Gesellschaft braucht, würden nach dem Wegfall des Stroms viel schneller verschwinden, als sie jetzt verschwunden sind. Einfach aus dem Grund, dass die kleinen Nischen, in denen sie jetzt überleben, womöglich viel schneller im Chaos eines Zusammenbruchs verschwinden, als die dort gehüteten Kenntnisse ihren Nutzen entfalten und sich wieder verbreiten können.

Nakýo

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Re: Magie vs. technischer Fortschritt
« Antwort #18 am: 02. Juni 2011, 16:58:10 »
Ich habe jetzt die anderen Beiträge zum Teil nur überflogen, ich hoffe, dass ist kein Problem.
Ich denke, dass bei einer solchen Welt vllt. eher ein großer Teil der Industrie der Dampf ausmacht. Man könnte also versuchen, es ein wenig in die Richtung Steampunk zu lenken, da hier keine Elektrizität eine Rolle spielt...
Bzw. ich frage mich aber gerade ernsthaft, wieso die Magie nicht zu ihrem Vorteil genutzt werden kann. Ist Elektrizität wirklich noch von Nöten, wenn es Magie gibt? Wie sieht denn deine Form der Magie bei dir aus, vllt. kann man daraus ja etwas basteln.

Elle

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Re: Magie vs. technischer Fortschritt
« Antwort #19 am: 20. Oktober 2011, 16:45:38 »
Zitat
Bzw. ich frage mich aber gerade ernsthaft, wieso die Magie nicht zu ihrem Vorteil genutzt werden kann.

Magie ist nur für eine zahlenmäßig kleine Oberschicht verfügbar, und die ist nicht wirklich daran interessiert, ihre Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen oder Nutzung von Magie durch "gewöhnliche" Menschen zu tolerieren. Sie wird im Geheimen praktiziert, aber für Alltagsaufgaben ist sie nicht gerade tauglich.

Danke für eure vielen Anregungen, die helfen mir auf jeden Fall weiter. Das Ganze läuft jetzt auf ein Steam- bzw. Dieselpunk-Setting hinaus. Und entschuldigt, dass ich so lange nicht geantwortet habe, ich hatte eine ganze Weile kein Internet :(

Offline AlpakaAlex

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Re: Magie vs. technischer Fortschritt
« Antwort #20 am: 29. August 2021, 14:23:56 »
Ich bin jetzt mal so frei, diesen Thread aus den Tiefen des Archivs hochzuholen. Nicht, weil ich unbedingt was zu der ursprünglichen Frage schreiben will, sondern weil ich das Thema vom Prinzip her interessant finde und mir jetzt nicht sicher war, ob ich ein neues Thema eröffnen sollte, wenn es doch prinzipiell eins gibt, was passt. Sollte die Moderation anderer Meinung sein, kann das Thema natürlich auch gerne abgetrennt werden.

Prinzipiell finde ich es nämlich immer sehr suspekt, wenn Magie gegen den technischen Fortschritt ausgespielt wird. Das ist etwas, das in unglaublich vielen Fantasy-Büchern vorkommt, aber gleichzeitig auch etwas, das selten ordentlich begründet wird. Es ist einfach so, dass Magie und Technik sich nicht vertragen und Autor*innen ignorieren die Tatsache, dass Menschen erfinderisch sind und eigentlich sich etwas einfallen lassen würden, um Technik auch im Zusammenhang mit Magie funktionieren zu lassen.

Ein gutes Beispiel für etwas, wo es nicht durchdacht ist, ist Harry Potter. Word of God sagt, dass Technik nicht da funktioniert, wo viel Magie ist, weshalb eben auch Technologie in Hogwarts nicht funktioniert. Gleichzeitig hören verschiedene Figuren im Verlauf aber sehr wohl Radio. Also warum funktioniert Radio, aber bspw. kein Fernseher? Logisch weitergedacht kommt eben auch die Frage auf: Würden Muggelkinder in der modernen Zeit überhaupt freiwillig nach Hogwarts gehen, wenn sie dafür Internet und Spielekonsolen aufgeben müssten?

Gerade in der Urban Fantasy habe ich leider auch oft den Eindruck, dass diese "Technik und Magie" Sache genutzt wird, um Konflikte künstlich in die Länge zu ziehen, die sich mithilfe von Internet leicht lösen ließen. Dann gibt es da zentrale Fragestellungen, die langsam aufgeklärt werden, aber IRL würde man einfach Google benutzen und hätte die Antwort innerhalb von 5 Minuten.

Und die Sache ist auch: Ich würde auch gerne mehr Fantasy sehen, das zwar in anderen Welten spielt, aber wo diese Welten weiter technologiesiert sind. Wie bspw. in der Craft Sequence, die ja in einer anderen Welt spielt, welche allerdings mehr oder weniger einen modernen Technologiestand hat. Ich sehe halt nicht ein, dass Fantasy ständig in Welten spielen muss, die technisch sich irgendwo zwischen Mittelalter und Victorianisch befinden.

Ich denke eigentlich, da könnte man einiges mehr mit dem Genre machen.

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