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Actionmangel ausgleichen

Begonnen von Coppelia, 21. Mai 2008, 07:15:13

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Coppelia

Hallo, ich bin's mal wieder. ;D Coppi, die alles zugleich macht (Coppi omnia uno tempore facienda putabat)
Ich plotte mein vierbändiges Ding, auch wenn ich nicht sicher bin, ob es sich lohnt, das zu schreiben. Aber die Geschichte hat sich in mir festgesetzt. Es ist Erwachsenenfantasy, die davon handelt, wie ein Krieg eine Gesellschaft verändert. Jo, so hab ich mir das alles schön ausgedacht, mit vielen Erzählperspektiven, interessanten Figuren und einem gut ausgearbeiteten gesellschaftlichen Hintergrund. Und alles steckt voller Konflikte, weil Konflikte ein Buch interessant machen: kulturelle, gesellschaftliche, militärische, persönliche ... Daher müsste innere Handlung und Spannung zur Genüge vorhanden sein, aber was mir fehlt, ist irgendwie die Action, die die Handlung "pfeffert". Das mag daran liegen, dass meine Figuren größtenteils Profis sind: Politiker, Feldherrn, Militärstrategen ... die schmeißen sich ja nicht einfach auf einen Haufen Orks und prügeln sie windelweich. Einer der Feldherrn weiß sogar, wie man Blutvergießen möglichst vermeidet. Und es gelingt ihm auch.  ::)
Die einzige Person, die Action liebt, ist meine Antagonistin. Alle anderen hängen mehr oder weniger rum, halten Reden und lamentieren, wie schlimm die Situation ist oder wie fies die Welt zu ihnen ist.
Bisher ist es nur Teil 1, aber ich hab so den Verdacht, wenn ich diesen Couch Potatoes nicht Feuer unter ihren Hintern mache, geht das so weiter.

Nun, so geht das natürlich nicht. Ich frage mich nun, wie ich zur Handlung passende Actionszenen einbauen kann. Ich hab Action eigentlich nie übermäßig viel Bedeutung beigemessen, aber dieses Buch ist sehr gut geeignet, um noch viel mehr Action aufzunehmen, und schreiben kann ich sie auch ganz gut. Und wozu hat man all diese krassen Figuren, wenn sie nur dasitzen?
Ich persönlich finde ja ein leidenschaftlich geführtes Streitgespräch viel spannender, aber man kann kein Epos versprechen und dann keine Action drinhaben.

Was gibt es eigentlich so für Action-Dinge? Verfolgungsjagden, Kämpfe ... bitte fortsetzen. ;)

Oder wenn man keine Actionszenen hat bzw. nicht so viele, wie kann man alles ausgleichen, dass es trotzdem spannend wird? Ich bin richtig ein bisschen ärgerlich. Da wollt ich schon mal was schreiben, was endlich reißerisch genug ist für alle, und nun sowas.

Beate

Hallo Coppi!

Was mir jetzt spontan zu dem Kriegs-Action-Problem einfällt, wäre irgendein Jungspund in den vorderen Reihen, der auf heißen Kohlen sitzt und irgendwann gegen die Orks einfach losprescht, die dann aufgewühlt und aggressiv einfach auf deine Leute zustürmen. Damit wären deine Couch Potatoes gezwungen, etwas zu unternehmen und du hättest zumindest eine große Schlacht ;).

Was du schon gesagt hast, sind Streitgespräche. Und zwar solche, wo die Fetzen, verzeihung Worte, fliegen. Das hat zwar nichts mit der "Handlungsaction" zu tun, aber kann schon sehr geladen sein und gut geschrieben verschlinge ich solche Szenen nahezu.


Handlungsaction könnte es z.B. noch durch einen Hinterhalt oder einen Überfall, eine Entführung oder den Tod eines "alterwürdigen" Herrn geben. Vielleicht gibt es ja auch irgendeine Botschaft zu überbringen, wo der Botschafter unter Verfolgungswahn leidet, auch wenn da gar nichts ist?

Ary

Hi Coppi,
Beates Entführungsidee finde ich richtig gut. Vielleicht könnte die Antaginostin sich einen der hohen Herren schnappen (lassen), um die Gegenseite zu irgendetwas zu zwingen, das diese dann in die Zwickmühle bringt. Viellecht die Aufgabe eines strategisch wichtigen Stützpunkts, vielleicht geht es ja auch nur um den schöden Mammon, um bessere Waffen zu organisieren. Während der Entführte schmort, gefoltert wird ihm Finger abgeschnitten werden oder ähnliches könnten einige der anderen sich in Gesprächen darüber ergehen, wie man den armen Kerl zurückbekommt, ohne den Preis zahlen zu müssen, während sich einige etwas pragmatischere Charaktere auf die Suche machen, um ihn "rauszuhauen".

Oder es wird etwas für einen der "Faulpelze" Wichtiges gestohlen, das ihn in den Händen der falschen Person außerordentlich kompromittieren könnte - und er setzt alles dran, das Gestohlene wiederzubeschaffen, entweder mit Hilfe oder auf eigene Faust, und er gerät dadurch in Schwierigkeiten.

Was ich auch immer wieder mag: Intrigen. Sind sich die Feldherren gegenseitig grün? Versuchen sie, sich gegenseitig auszustechen, den einen gegen den anderen auszuspielen?

Und sonst? Ich glaube, Deine Geschichte kommt so, wie Du sie planst, auch ohne großes Wafenklirren und Geschrei aus. :) Bei so viel inneren Spannungen wprde ich als Leser schon zufrieden sein und gar nicht nach "lauter" Action schreien.

Artemis

#3
Zitat von: Coppelia am 21. Mai 2008, 07:15:13
Und alles steckt voller Konflikte, weil Konflikte ein Buch interessant machen: kulturelle, gesellschaftliche, militärische, persönliche ...

Könnte man damit denn nichts anfangen? Spannungen zwischen verschiedenen Kulturen und Gesellschaftsschichten können immer wieder zu Action führen. Da könnten die Bauern rebellieren und als wütender Mob das nächstbeste Herrenhaus abfackeln, weil ihnen die Steuern zum Hals raus hängen.
Eine Gruppe rassistisch eingestellter Leute könnte Jagd auf andere Völker / Andersgläubige machen.
Vielleicht könnte man so auch den einen oder anderen NPC - ups - Nebencharakter (dämliches RPG-Latein  ;D) auf die Beinchen stellen.

Die Idee mit dem Jungspund von Beate find ich toll, damit könnte man einiges anfangen  :vibes:

Einfach irgendwas reinschmeißen, nur damit die Jungs sich vermöbeln dürfen, finde ich auch irgendwie künstlich. Wenn ständig eine holde Jungfer bedroht wird oder eine fröhliche Klopperei in der Kneipe entsteht, kommt das ziemlich übertrieben rüber. Wenn schon Action, dann sollte sie was mit der Story zu tun und Auswirkungen auf das weitere Geschehen haben, sonst wird es zu quest-mäßig.

Coppelia

Wow, schon so viele Antworten! Ich bin ganz begeistert!

Wenn ich nachher nach der Uni wieder da bin, geh ich noch mal einzeln auf die Antworten ein, aber ich muss jetzt leider erstmal zu meinen Lateinis.

Das mit den Orks, sollte ich vielleicht sagen, war nur ein Beispiel, was die Leute nicht machen würden. Denn Orks gibt es nicht einmal in dieser Welt. Hier handelt es sich mehr um einen Bürgerkrieg.

Beate

Okay, ich dachte, es kommt wirklich zu so einem "Völkerkrieg". Ob nun Orks oder was anderes, wäre da relativ egal gewesen.

Wenn es sich eher um einen Bürgerkrieg handelt, dann können viele Attentate, Untergrundaktionen und ähnliches geschehen. Denn irgendwer zettelt den Bürgerkrieg ja an und diese Untergründler haben sicherlich auch so ihre Aktionen um zu zeigen, dass die Herrscher doof sind.
Außerdem könnte man auch ein Treffen der BKler aufmischen und die oberen festnehmen oder knapp entkommen lassen.

Antigone

Ich persönlich finde die große Schlachtplatte (wie ich das immer nenne) eher langweile. Somit find ich Bücher ohne dauerndes Kriegsgemetzel gar nicht so schlecht.

Viel besser sind doch die Konflikte der einzelnen Leute: Streitereien (ruhig auch mal handgreifliche) unter Eheleuten, ein Dieb will was Wichtiges stehlen und wird von der aufgebrachten Menge vermöbelt/gelyncht/ entkommt im letzten Moment. Oder er belauscht ein Staatsgeheimnis und flieht vor den Meuchelmördern... solche Sachen halt.

lg, A.

Lavendel

Auch Bücher ohne Gemetzel können spannend sein. Eine Intrige zum Beispiel ist immer Gold wert. Vielleicht gibt es dann sogar ein kleines Scharmützel oder eine Flucht.
Feinde legen auch gerne Hinterhalte. Sowas ist auch recht aufregend, wenn man überfallen und gekidnappt wird ;).
Gerade, wenn es ein Bürgerkrieg ist, könnten sich die Separatisten ja überall verstecken und aus dem nichts eine Guerilla-Attacke starten.
Und das finde ich auch alles viel spannender, als große Schlachtszenen. Gibt es die großen Schlachten überhaupt? Oder sind das tatsächlich Untergrundkämpfer, die überall im Land verteilt sind - oder beides  :hmmm:.

Berjosa

Hallo Coppelia,

vier Bände sind doch reichlich Platz, oder? Da kannst du doch bestimmt noch eine Handlungsebene unterbringen, auf der sich konkret das abspielt, worüber deine Großkopferten reden. Sozusagen als Einblendungen in der Talkshow.

Beispiel:
General A und Oberst B überlegen, wie man die Truppenversorgung in den Hohen Bergen sicherstellen könnte und schieben Zinnfiguren im Sandkasten.
Ein paar Seiten weiter zeigst du das Fußvolk beim "Organisieren", Hinterhalt legen, Pass verteidigen etc. und die Auswirkungen des schlechten Wetters auf die ganzen schönen Pläne. Oder so.

Außerdem macht sich Spionieren, Belauschen, Klauen, Verführen usw. immer ganz gut als weniger blutrünstige Action - okay, Meucheln geht natürlich auch - und das alles kann auch im Hauptquartier ablaufen.

Hdh und schöne Grüße

THDuana

Wo Berjosa gerade das Stichwort "verführen" fallen lässt, das finde ich auch eine gute Idee. Wie wäre es denn, wenn einer deiner Feldherren zum Beispiel Opfer einer Intrige wird? Jemand mischt ihm etwas unter das Essen und er wird krank, muss im Bett bleiben und sein Sohn / ein Gehilfe muss seine Arbeit übernehmen. Er sagt demjenigen immer, was getan werden soll, doch dieser richtet es den anderen Feldherren komplett falsch aus und sie schüren langsam Feindlichkeit gegen den Kranken.
Oder Mordversuche, das bringt auch immer viel Action. Besondern, wenn es von Leuten angezettelt wird, bei denen es man nicht dachte so etwa die sonst so liebe und nette Ehefrau, der Freund aus Kindertagen oder der doch nicht so blinde Bettler, der seit Jahren an der Hausecke herumlungert (und gar kein Bettler ist, sondern ein ziemlich geschickter Drahtzieher).
Zu der Entführung muss ich sagen: So etwas bringt immer viel Handlungsspannung hinein und Action ist da wirklich genug. ;)

felis

Action kann doch was anderes als Kriegsgemetzel sein. Und Spannung geht super ohne mehr oder minder plattte Kampfszenen. (Merkt man, dass mich die eher langwielen?  ;)) Intrigen, Streitgespräche etc wurden ja schon genannt. Du kannst auch einen Prot in einen Gewissensgkonflikt bringen. Da ist jede Menge Spannungspotentuial ohne dass man unbedingt Gemetzel braucht.
Noch ein klassisches mittel zur spannungserzeugung: Zeitdruck. Etwas muss unbedingt bis dann und dann passieren und der Anta tut alles um den Prot zdaran zu hindern - der klassische Thriller - Plot also.

Coppelia

Danke für eure vielen Antworten! :) Ich finde eigentlich auch große Schlachten eher öde, daher hab ich auch nur eine geplant, nämlich in Band 3 (oder Ende 2) von 4. Aber vorher werden sich zwei Heere formieren, die sich gegenseitig "jagen". Zur direkten Konfrontation kommt es aber lange nicht. Das wird aber wahrscheinlich ein schlimmes Blutbad, wenn es soweit ist. :gähn: Danach ist der große Widerstand zerschlagen, und erst dann kann es zu Guerillakämpfen kommen - wird es auch. Das wäre also eher Stoff für Band 4.
Der erste Band handelt von den Voraussetzungen, die zu dem Ausbruch des Krieges führen, von den Motivationen der Leute, ihren Feindschaften, Liebschaften, Beweggründen, Bildungsstandard bla bla bla bla ... ich denke wie gesagt, die innere Spannung müsste zu spüren sein, weil eine Katastrophe in der Luft liegt - hoffe ich zumindest.

ZitatWas mir jetzt spontan zu dem Kriegs-Action-Problem einfällt, wäre irgendein Jungspund in den vorderen Reihen, der auf heißen Kohlen sitzt und irgendwann gegen die Orks einfach losprescht, die dann aufgewühlt und aggressiv einfach auf deine Leute zustürmen.
Habe ich heute morgen eingebaut - damit hat eine Figur, an der ich schon lange rumüberlege, eine teilweise neue Identität bekommen. So ein Heißsporn macht sich immer gut, vor allem, wenn er sich beweisen will. Und hinter der Tochter eines der Feldherren hab ich ihn auch noch her sein lassen. Danke für die Anregung!

ZitatHandlungsaction könnte es z.B. noch durch einen Hinterhalt oder einen Überfall, eine Entführung oder den Tod eines "alterwürdigen" Herrn geben.

Beates Entführungsidee finde ich richtig gut. Vielleicht könnte die Antaginostin sich einen der hohen Herren schnappen (lassen), um die Gegenseite zu irgendetwas zu zwingen, das diese dann in die Zwickmühle bringt.
Eine super Idee! Solche Herren hab ich eh viel zu viele.  :darth: Das passt auch sehr gut zu einem anderen Handlungsstrang, den ich schon angedacht habe (wo auch ein Gewissenskonflikt eine wichtige Rolle spielt ;)) .

ZitatWas ich auch immer wieder mag: Intrigen. Sind sich die Feldherren gegenseitig grün?
Natürlich nicht. ;D Eigentlich hassen alle wichtigen Figuren die jeweils anderen wichtigen Figuren, und durchaus nicht ohne Grund. Dafür habe ich ja schon brav gesorgt. Aber die Zeit der Intrigen ist jetzt irgendwie vorbei. :( Jetzt wollen sie ihre Feinde tot sehen. Dass es in den jeweiligen Lagern viele Intrigen gibt, ist leider eher unwahrscheinilch, weil sich die Leute ja je nach der Position, die sie vertreten, gruppieren. Aber wenn ich so darüber nachdenke, da gäbe es schon Möglichkeiten für Intrigen ... *händereib* Ja, ich hab eine Idee!

Streitereien unter Eheleuten kommen auch vor. Und dass jemand ein wichtiges Geheimnis herausfindet (ich weiß auch schon, wer) passt auch gut in einen Handlungsstrang. Auch Verführung ist natürlich mit bedacht, spielt leider erst in Teil 2 wirklich eine Rolle. :(
Und einer meiner Feldherrn ist tatsächlich krank, ja ... da passt diese Idee gut:
Zitatsein Sohn / ein Gehilfe muss seine Arbeit übernehmen. Er sagt demjenigen immer, was getan werden soll, doch dieser richtet es den anderen Feldherren komplett falsch aus und sie schüren langsam Feindlichkeit gegen den Kranken.
Leider passt es auch erst in Teil 2.

Zeitdruck klingt auch gut, wenn ich auch nicht genau weiß, wie ich ihn einbauen kann, mal sehen. :)

Ich finde es halt doof, wenn in einigen Szenen einfach nicht wirklich etwas passiert: Jemand träumt, wacht auf, ärgert sich, geht raus, spielt mit seinen Kindern, denkt über sein Leben nach ... und aus. ^^ Von solchen Szenen hab ich relativ viele, das sind die, wo ich noch irgendwie Action einbauen muss. Aber wenn ich es schaffe, sie in einen der actionreicheren Handlungsstränge zu integrieren ...

Lomax

Hi Coppelia,
fuer meinen naechsten Roman stand ich vor einem aehnlichen Problem, denn eigentlich ging es darin auch um die gesellschaftlichen Implikationen gewisser grosser Ereignisse. Dann habe ich festgestellt, dass ich mit "eigentlich ging es" in Wahrheit "mir ging es" meinte - was ich im Roman darstellen wollte, war also  Subplot.
Den habe  ich daraufhin ganz schnell nach unten gepackt, wo er ja bekanntlich hingehoert. Den die Kunst ist ja bekanntlich, den Subplot so im Text zu verbergen, dass er dem Plot niemals im Wege steht - ansonsten kommen so plump belehrende Geschichten raus, ueber  die man sich als Leser so gerne aergert ;)
Bei mir kam auch ein Krieg vor, aber nicht nur. Aber  wie bei deiner Geschichte auch kann man sagen: Es passierte jede Menge Action. Nur blieb die aus meiner urspruenglichen Perspektive im Hintergrund. Irgendwo gab es Kaempfe - waehrend meine Protas politisierten und diskutierten. Jede Menge Blutvergiessen fand statt - von meinen Protas sauber aus der Ferne dirigiert.
Ich habe andere Protas gewaehlt, die mitten im Geschehen stehen. Und aus meinem Hautprotagonisten, der frueher mal der "Actiontyp" war und in naechsten Roman in die Politik gegangen sein sollte, habe ich nun eine Figur gemacht, die von der Action nicht lassen kann - aus Neigung, aber auch durch aeussere Zwaenge.
Ich habe als Autor also die Perspektive dorthin verlegt, wo die Action in meinem Roman ist und auch im urspruenglichen Konzept immer schon war. Und die "grossen Zuege" muss ich jetzt moeglichst geschickt und natuerlich innerhalb der actionreichen Handlung unterbringen.
Mein Rat  (natuerlich nur aus  dieser meinenpersoenlichen Erfahrung gespeist) waere also: Aendere deine Fragestellung. Verschiebe deinen kompletten Erzaehlschwerpunkt so, dass du nicht mehr fragen musst: "Ich habe diese tollen Gedanken, die ich darlegen muss - wie kann ich da noch etwas Action als Wuerze draufstreuen"?; sondern: "Ich hab da diesen spannenden, actionreichen Plot - wie krieg ich da meine tollen, weiterfuehrenden Ideen noch rein?" :)

Coppelia

#13
O großer Lomax ;D, du hast mal wieder Recht. ;)

Nein, sehe ich wirklich auch etwa so, und ich habe mir ungefähr auch schon dasselbe gedacht. Insofern habe ich auch (schon früher) an meinem Plot gebaut und die Funktionen meiner Perspektiventräger so gelegt, dass sie am besten mitten in der actionreichsten Handlung stecken. Den Subplot hab ich auch wirklich ziemlich gut versteckt (hoffe ich). Daher sollte dein Vorschlag für den längsten Verlauf der Geschichte eigentlich klappen. Ich glaube, ich kann auch noch eine Person mehr, nämlich den Mann mit dem steifen Bein, dazu bringen, seinem Drang nach Action nachzugeben.
Ich werd aber noch mal über alles nachdenken, ich hoffe, es funktioniert.

Mein Problem war mehr, dass dieser Plot so eine Art "Anlaufzeit" oder "Aufwärmzeit" hat. Aber mir ist eben, nachdem ich deinen Text gelesen habe, aufgegangen, dass ich einige Szenen streichen kann, die ich geplant hatte, bevor der Konflikt einsetzt. Es ist gar nicht nötig, die Personen vorher vorzustellen, das kann ich dann immer noch. Dann sind sie wahrscheinlich auch für den Leser interessanter.
Action gibt es an den Stellen leider immer noch nicht, es sei denn, die Personen werden handgreiflich. :( Denn der Anfang eines der Handlungsstränge spielt an einem unwichtigen Militärstützpunkt, wo nichts los ist und der Kommandant "abgeschoben" sein Leben fristet. Nun, ich werde mich hüten, den tödlich öden Tagesablauf an diesem Ort zu schildern, aber vielleicht kann ich ja insofern Action bewirken, als dass ich den ständigen Kampf der Leute gegen die Natur schildere, Sandstürme und so ...  ??? Sie werden diesen Ort bald verlassen, und vielleicht kann ich den ganzen Anfang dieses Erzählstrangs streichen ... ich weiß es nicht ... vielleicht sollte ich ... hm, was spricht eigentlich dagegen ... Genau genommen spräche dafür, dass ich dann ein Zeitproblem weniger hab ... was bin ich froh, diesmal mit Storylines zu plotten, bevor ich schreibe!

Lomax

na ja, es muss ja auch nicht pausenlos action sein ;)
und ich muss zugeben, dass ich vor meinem besagten anderen roman vor einem aehnlichen problem stand: ich hatte einen guten anfang, ab dem auch wirklich die post abging; aber damit die geschichte funktioniert, waere es eigentlich noetig gewesen, dass der leser schon eine beziehung zu den figuren hat und zumindest einige von ihnen schon kennt. ich haette also eigentlich die figuren vorher schon vorstellen muessen, und das waere nur durch vorangestellte szenen gegangen, die tempo rausnehmen.
womoeglich haette ich das spaeter "on the run" nachholen koennen. aber ich gebe zu: ich habe geschummelt. ich habe jetzt einen kompletten anderen roman geschrieben, in dem einige der noetigen figuren in einer komplett anderen handlung vorgestellt werden - und bin damit an einer stelle, an der ich jetzt bei der fortsetzung einfach aufsetzen kann.
aber grundsaetzlich ist es natuerlich immer besser, die figuren ins wasser zu werfen, als darueber nachzudenken, wie man am besten mit welchen eimern das wasser vom aufgewuehlten meer zu den figuren bekommt, die auf dem huegel darueber stehen ;)