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Autor Thema: Denken und Anführungszeichen  (Gelesen 17022 mal)

Offline Amber

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Denken und Anführungszeichen
« am: 04. Juni 2009, 12:55:57 »
Ich bin mir nicht sicher, ob beim Denken wie bei wörtlicher Rede Anführungszeichen verwendet gehören. Früher hab ich sie immer weggelassen, weil ich fand, dass sich das dann schöner in den Text einfügt, aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass das falsch ist.

Also:


Das gefällt mir aber gar nicht, dachte sie.

oder

"Das gefällt mir aber gar nicht", dachte sie.



Wäre um Antworten dankbar.

Offline Antigone

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Re: Denken und Anführungszeichen
« Antwort #1 am: 04. Juni 2009, 13:36:34 »
Beim Denken keine Anführungszeichen.

lg, A.

Offline Coppelia

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Re: Denken und Anführungszeichen
« Antwort #2 am: 04. Juni 2009, 13:52:47 »
Irgendwie glaube ich, dass es da keine feste Regel gibt. In der Schule habe ich gelernt, dass man Anführungszeichen setzen soll. In Büchern habe ich es ohne gesehen. Und mein Verlag wollte, dass ich Gedanken kursiv setze (und ohne Anführungszeichen). Das mache ich dann seitdem auch, obwohl ich das irgendwie affig finde. ::)

Offline Felsenkatze

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Re: Denken und Anführungszeichen
« Antwort #3 am: 04. Juni 2009, 14:11:14 »
Die kursive Variante stammt meines Wissens aus Amerika, wo es immer so gemacht wird. Im Deutschen setzt man Anführungszeichen - habe ich mal gelernt, aber auch schon gesehen, dass sie weggelassen werden.

Ich persönlich bevorzuge die Variante kursiv oder ohne Anführungszeichen, weil ich auf keinen Fall den Eindruck erwecken möchte, dass da jemand redet.
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Churke

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Re: Denken und Anführungszeichen
« Antwort #4 am: 04. Juni 2009, 14:15:22 »
Ich zitiere:

§ 89 Mit Anführungszeichen schließt man etwas wörtlich Wiedergegebenes ein.

(1) wörtlich wiedergegebene Äußerungen (direkte Rede)
(...)

Dies gilt auch für Beispiele wie:

"Das war also in Paris!", dachte Frank.


Ich weiß allerdings nicht, ob es zwingend ist. Es kann gute Gründe geben, sie weg zu lassen. Es kann allerdings auch Gründe geben, sie zu setzen.

Schreiberling

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Re: Denken und Anführungszeichen
« Antwort #5 am: 04. Juni 2009, 14:44:34 »
Also ich mache es inzwischen wie Coppelia, dass ich Gedanken kursiv und ohne Anführungszeichen schreibe. Ich habe es mal mit Anführungszeichen und nicht kursiv geschrieben und von den Betalesern kam es prompt mit der Antwort zurück, dass es manchmal schon recht verwirrend war, weil man gedacht, dass dieser jemand es laut sagt.
Ich fand, dass es sich ohne Anführungszeichen besser gelesen hat und habe es in letzter Zeit in Büchern eigentlich auch sehr oft so gesehen.

Lomax

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Re: Denken und Anführungszeichen
« Antwort #6 am: 04. Juni 2009, 15:10:15 »
Normalerweise werden Gedanken nicht in Anführungszeichen gesetzt. Man muss sie auch nicht sonst irgendwie hervorheben.

Das war also in Paris!, dachte Frank ... wäre mithin völlig korrekt; während "Das war also in Paris!", dachte Frank ... gänzlich ungebräuchlich wäre ;)

Kursivsetzung findet man auch. Ich habe früher Gedanken in einfache Anführungszeichen gesetzt, was ich inzwischen auch schon anderswo gesehen habe. Ich hab es mir inzwischen weitestgehend abgewöhnt. Allerdings: Manchmal ist es wichtig, Gedanken hervorzuheben, damit sie eindeutig als solche erkennbar sind. Vor allem dann, wenn kein ", dachte er" dahintersteht.
  In dem Falle verwende ich mittlerweile kursiv ... Aber im Großen und Ganzen hat man da als Autor schon ein paar Freiheiten. Als Lektor würde ich wohl alles durchgehen lassen, was nicht normale Anführungszeichen sind (denn dann blickt ja kein Leser mehr durch, was gesagt und was nur gedacht wird) und was irgendwie sinnvoll und übersichtschaffend wirkt.

Joscha

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Re: Denken und Anführungszeichen
« Antwort #7 am: 04. Juni 2009, 15:15:51 »
Ich verwende dafür keine Anführungszeichen, sonst kann man so schwer unterscheiden, ob es sich um Gedanken oder wörtliche Rede handelt. Und selbst wenn es grammatikalisch falsch ist - dann ist 90% der Fantasy-Literatur grammatikalisch fehlerhaft. Kursiv ist meiner Meinung nach die eindeutigste und gebräuchlichste Variante, die ich auch selbst einsetze, vor allem, wenn kein ein- bzw. ausleitender Satz folgt.
Bei dem von dir genannten Beispiel "Das gefällt mir aber gar nicht, dachte sie.", würde ich wahrscheinlich gar keine besonderen Formatierungen vornehmen - weder Anführungszeichen noch sonstirgendwas. Wenn nun einfach nur "Das gefällt mir aber gar nicht." stünde, würde ich das kursiv setzen (wobei das natürlich wieder eine Frage des Erzählers ist. Beim auktorialen Erzähler, der die Gedanken aller Figuren im Blick hat, würde das ja nur verwirren, da man als Leser nicht mehr wüsste, wer was denkt).

Offline Amber

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Re: Denken und Anführungszeichen
« Antwort #8 am: 04. Juni 2009, 15:32:23 »
Ok, herzlichen Dank für all die raschen Antworten!

Dann werde ich einfach bei ohne Anführungszeichen und ohne Hervorhebung bleiben.

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